Armbrüste?

Jetzt ist überall zu lesen, daß die drei Toten von Passau durch Pfeile aus „Armbrüsten“ zu Tode gekommen seien.

Es tut mir leid, aber an den Plural „Armbrüste“ kann ich mich, auch wenn er den Segen des Duden hat, nicht so recht gewöhnen. Man sollte ihn elegant umschiffen.

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Voll peinlich, der Typ!

Die Online-Ausgaben vieler Tageszeitungen werden heute, wie es scheint, nicht mehr von Journalisten gemacht, sondern von – ja von wem eigentlich? Von Marktschreiern? Knallchargen, die Journalist spielen? Werbetextern, die nicht einmal richtig Deutsch schreiben können?

Selbst wenn sie sich einmal in die Welt der richtigen Politik verirren (und nicht, wie sonst, nur über empörte Aldikunden, Lena Meyer-Landruth oder Whatsapp schreiben), merkt man ihnen die geistige Schlichtheit an.

Nehmen wir nur einmal das Nachrichtenportal derwesten.de, das zur Funke-Mediengruppe gehört.

Da hat der Kabarettist Dieter Nuhr folgendes über Kevin Kühnerts Kollektivierungsphantasien gesagt:

Die Welt diskutiert über ihre Zukunft, über Bio-Diversität, CO2-Reduktion, geostrategische Konzepte, aber in Deutschland diskutiert man mit einem pausbäckigen Studien-Abbrecher über die Enteignung von BMW.

Natürlich schießt Kühnert, wie die beiden Autoren von derwesten.de, Serafima Sobinina und Peter Sieben, freudig registrieren, „knallhart zurück“, und zwar mit einem kräftigen „Fresse halten“.

Haben Sie das übrigens auch schon gemerkt? Das Wort „Fresse“ wird in der SPD (Nahles etc.) immer beliebter. So will man wohl den proletarische Zielgruppen der SPD auch sprachlich entgegenkommen.

Aber jetzt beginnt für die beiden Autoren erst die harte journalistische Recherchearbeit. Auf dem Redaktionscomputer geben sie die Suchbegriffe „Kühnert“ und „Nuhr“ ein, und nach langem, gründlichem Googeln kommen sie zu folgendem Schluß:

Nutzer stehen auf Kühnerts Seite.

Sie belegen das mit drei User-Kommentaren über Dieter Nuhr (alles wie immer in der Original-Orthographie):

Dieter Nuhr ist doch schon lange nur noch Steigbügelhalter für besorgte Dieselbürger und Menschen, die Angst vor Veganern haben. In seinen jüngsten Beiträgen faselte er teils unhaltbaren Unsinn und scheint nun unter die Verkehrsesoteriker gegangen zu sein.

Bei dem Typen läuft schon seit einiger Zeit was schief. Aber das kommt davon, wenn man schon seit Jahren gegen die Bedeutungslosigkeit ankämpfen muss. Nuhr war schon immer zweitklassige (sic!), wird nur noch schlimmer mit der Zeit.

Bei dem müssen Sie irgendwas massiv getriggert haben. Voll peinlich der Typ.

Vor allem der politisch anspruchsvolle Satz „Voll peinlich, der Typ“ hat es mir angetan, weil er auf fast klassiche Art zeigt, wie selbst ein Erwachsener sich die Kindlichkeit in Sprache und Denken bewahren kann.

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Wem gehört eigentlich der Bodensee?

Das fragt heute die Stuttgarter Zeitung. Und wundert sich offenbar über die Antwort eines Juristen, nämlich von Marten Breuer, Professor am Lehrstuhl für Öffentliches Recht der Universität Konstanz:

Nach meinem Eindruck gab es keinen wirklich zwingenden Grund, die Frage zu regeln. Das heißt, man ist bislang offenbar auch ohne Festlegung des Grenzverlaufs ganz gut klar gekommen.

Und auch Harald Hetzenauer, Vorsitzender des Sachverständigenkreises der Internationalen Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB), pflichtet ihm bei:

Weil es gut klappt ohne Regelung. Nur in den Bereichen, in denen es einen Nutzungsdruck gab, hat man nach und nach Vereinbarungen getroffen.

Das ist Europa – und genau so soll unser Europa in Gottes Namen bleiben. Diese freundschaftliche, von gegenseitiger Achtung getragene Haltung haben sich die europäischen Länder nach dem Weltkrieg erarbeitet, und wer etwas älter ist, weiß wie schwierig das war. Aber es ist gelungen. Europa ist eine Erfolgsgeschichte geworden.

Deshalb dürfen wir uns dieses Europa von den rechtspopulistischen Haßpredigern von AfD, PiS, Fidesz, Front National, Lega und wie sie sonst noch heißen nicht zerstören lassen.

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„Fleischfressende Genital-Infektionen durch Diabetes-Arznei“

Da graust es den Diabetiker, wenn er das liest.

Aber dann sieht er, auf welcher Seite diese Tatarenmeldung steht, und er lehnt sich entspannt zurück.

Es ist wieder einmal heilpraxisnet.de.

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Über die Unmöglichkeit, Erfahrungen an die nächste Generation weiterzugeben

Gerade einmal 30 Jahre ist es her, seit die durch und durch kollektivistische DDR sang- und klanglos kollabiert ist. Die Planwirtschaft war damit auch praktisch ein für allemal widerlegt.

Dachte man.

Und heute? Da wächst eine in Frieden und Wohlstand aufgewachsene linke Generation heran, die im Jahr 2019 allen Ernstes von der „Kollektivierung“ und der „Überwindung des Kapitalismus“ träumt! Auch wenn man weiß, daß Linke ganz besonders resistent gegen die Wirklichkeit sind, erschrickt man über soviel Vergeßlichkeit. Gerade einmal 30 Jahre – und schon tun sie so, als habe es die DDR nie gegeben, und schließen nahtlos an die Forderungen der 68er an.

Kann man aus der Geschichte lernen? Natürlich kann man das, man muß es sogar. Aber wenn einer wie Kevin Kühnert das Lernen verweigert, wird man ihn nicht daran hindern können. Wenn er glaubt, daß alles gut wird, wenn man nur BMW und die „Miethaie“ enteignet, dann sollte man sich zwar Gedanken um seine geistige Gesundheit machen, aber einen Ideologen wird man mit so untergeordneten Kategorien wie „Realität“ oder „Wahrheit“ oder „geschichtliche Erfahrungen“ nicht beeindrucken können. Beeindrucken werden ihn allenfalls die weiter schrumpfenden Wahlergebnisse der SPD.

Auf der Seite der Rechtsextremen sieht es nicht anders aus. Für die Kriegs- und Nachkriegsgeneration, der ich auch angehöre, war es einfach nicht vorstellbar, daß einmal Neonazis, Hooligans und Antisemiten ganz offen in SA-Manier durch deutsche Städte marschieren würden. Und völlig undenkbar war es auch, daß eine Partei, deren Anhänger zu 55% der Ansicht sind, daß die Juden „zuviel Einfluß in der Welt“ haben, einmal mit 92 Abgeordneten im Deutschen Bundestag sitzen könnte. Und erst recht war es völlig unvorstellbar, daß der Vorsitzende dieser Partei die Nazizeit ungestraft als „Vogelschiß in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte“ verharmlosen könnte.

Die Enkel, zu diesem Schluß muß man leider kommen, fechten’s nicht immer besser aus. Und die Fehler einer Generation bewahren deren Kinder und Enkel nicht davor, immer und immer wieder auf dieselben Bauernfänger hereinzufallen.

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Es geht bald weiter

Sie haben es sicher gemerkt: in letzter Zeit konnte ich an dieser Stelle aus gesundheitlichen Gründen nicht so oft kommentieren wie sonst.

Es wird aber, hoffe ich, bald in gewohnter Manier weitergehen.

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Was unterscheidet AfD-Wählende von AfD-Wählern?

Das müßte man Tina Groll von ZEIT-Online fragen. Sie schreibt aus Anlaß einer Umfrage zum Wählerverhalten (Wählendenverhalten?) folgendes (hier nachzulesen):

Generell äußerten sich die AfD-Wählenden deutlich antidemokratischer und menschenfeindlicher als Anhängerinnen und Anhänger anderer Parteien oder Nichtwähler.

Liebe Frau Groll! Kommt dieser sprchliche Blödsinn („AfD-Wählende“) aus Ihrem Innersten heraus? Oder ist es schon so weit, daß man sich in der Redaktion einer renommierten Wochenzeitung genötigt fühlt, die pseudofeministische Sprachverhunzung aktiv mitzubetreiben? Warum schreiben Sie im selben Absatz „Anhängerinnen und Anhänger“ und nicht „Anhängende“? Anhängende wäre nicht weniger schwachsinnig als Wählende. Und warum sprechen Sie am Ende von „Nichtwählern“? Wo bleiben da (Ihren sprachfeministischen Horizonz vorausgesetzt) die „Nichtwählerinnen“? Warum sprechen Sie nicht von Nichtwählenden?

Und: gibt es überhaupt noch irgendein sprachwissenschaftliches Argument, dem Sie zugänglich sind?

Die Sprache ist ein wertvolles Gut. Jeder, der (von Berufs wegen) mit ihr arbeitet, hat die Verpflichtung, sorgsam mit ihr umzugehen. Und man geht nicht sorgsam mit der Sprache um, wenn man sie aufgrund einer Ideologie behandelt, als sei sie beliebig formbar und verfügbar.

Also: ein bißchen mehr Respekt vor der Sprache – und ein bißchen weniger Respekt vor Minderheitenmilieus, die sich das Recht herausnehmen, die Sprache „gerecht“ zu machen. Sprachen sind nie gerecht, und so soll es auch bleiben.

PS: Als „AfD-Wählenden“ könnte man allenfalls (wenn man sehr großzüzig ist!) einen Menschen bezeichnen, der just in diesem Moment in der Wahlkabine sein Häkchen bei der AfD macht. Schlechtes Deutsch bleibt dieser Gebrauch des Partizips in jedem Fall.

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„Bringt euch um, bringt euch um!“

Diese fröhliche Aufforderung riefen die sog. „Gelbwesten“ den Polizisten zu, die Paris vor ihnen beschützen sollten. Sie spielten damit auf eine Reihe von Selbstmorden unter französichen Polizisten an.

Wer so etwas skandiert, gehört zum Bodensatz der Gesellschaft. Es ist, wie Marx es genannt hat, das „Lumpenproletariat“.

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Den Gürtel enger schnallen – für Griechenland

Da müssen wir jetzt aber wirklich anfangen zu sparen: 290.000.000.000 € fordert Griechenland für die Schäden ein, die ihm deutsche Truppen im Zweiten Weltkrieg zugefügt haben.

Da heißt es sparen! Andererseits: man könnte sich das Geld auch von anderen Staaten zurückholen. Die Schweden zum Beispiel haben für die Schäden, die sie im Dreißigjährigen Krieg in Deutschland angerichtet haben, keine einzige Krone entrichtet. Im Gegenteil: im Westfälischen Frieden hat man ihnen 5 Mill. Taler zugesprochen, dazu noch Vorpommern, Rügen, Usedom und Stettin. Und auch sonst noch allerlei.

PS: Ich mag die Griechen und ihr schönes Land wirklich sehr, schon fast mein Leben lang. Aber wenn es um Politik geht, verzweifelt man oft an ihnen. Selbst Mikis Theodorakis, einen der ganz großen europäischen Komponisten, sollte man nur an seiner Musik messen, und um Himmels willen nicht an seinen politischen Aussagen.

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Amazon

Amazon, Google & Co. wissen alles über ihre Kunden. Denkt man.

Heute hat mir Amazon aufgrund meiner früheren Käufe folgendes angeboten:

FC Bayern München Duschtuch, rotweiß gestreift.

Woraus man eines sieht: der Algorithmus von Amazon ist doch noch ganz schön doof.

Gottlob.

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