Die Deppen sind unter uns

Gerade kommt die Meldung, daß das Gebiet um den Frankfurter Hauptbahnhof von der Polizei gesperrt worden ist. Offenbar läuft eine Fahndung nach Räubern, die eine Bank überfallen haben. Die Situation sei „extrem gefährlich“.

Schon ein paar Minuten später twittert ein gewisser Tadeko:

Der Wahnsinn wird jetzt täglich geliefert. Ich fordere Neuwahlen! #merkelmussweg.

Leider werden bis jetzt immer nur Täter psychiatrisch untersucht – und nicht die Schreiberlinge auf Twitter.

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Boris Johnson

Er will also erst dann mit der EU reden, wenn die sich seinen Vorstellungen von einem Backstop gebeugt hat. Seine Sprecherin sagte heute:

Der Premierminister hat klar gemacht, dass er die EU-Regierungschefs treffen und mit ihnen verhandeln will. Er will jedoch nicht zu hören bekommen, dass die EU das Backstop-Verfahren nicht wiedereröffnen will. Der Premierminister würde sich freuen, wieder mit den Regierungschefs zu Gesprächen zusammenzutreffen, wenn sich diese Position ändert.

Ja, so sind sie, die Schaumschläger und Hazardeure: zu feige, um sich auf die mühsame und anstrengende Kleinarbeit von Verhandlungen einzulassen.

Wenn er von der EU nichts „zu hören bekommen“ will, dann hoffentlich demnächst vom Wähler.

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Wie man predigen sollte

Eine Empfehlung dafür, die auch heute noch beherzigenswert ist, gibt Petrus Chrysologus, der im 5. Jahrhundert Bischof von Ravenna war (zitiert nach katholisch.de):

Erstens gelehrte Inhalte in verständlicher Sprache, zweitens nie länger als 15 Minuten, und drittens keine Rede bei zu hohen Temperaturen.

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Das lustigste Zitat des Tages

Der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen, der so tut, als habe er den Kampf gegen Höcke und die Rechtsextremisten in seiner Partei aufgenommen, wird heute so zitiert:

Wer meint, extreme Positionen vertreten zu müssen, also nicht rechte, denn rechts sind wir, sondern rechtsextreme Positionen, der hat bei uns nichts verloren, und da machen wir klare Kante.

Selten so gelacht!

Meuthen hat übrigens mit dieser Meinung so viele Parteimitglieder hinter sich, daß er als Bundesvorsitzender von seinem Kreisverband nicht einmal für den kommenden Parteitag nominiert worden ist.

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Schweinefleisch in Kitas? Pfui, pfui!

Zwei Leipziger Kitas mit den seltsamen Namen „Konfuzius-Kindergarten“ und „Rolando Toro-Kindergarten“ wollen den Kleinen kein Schweinefleisch mehr zumuten, und zwar, so sagen sie, „aus Respekt gegenüber einer sich verändernden Welt“. Nun ändert sich die Welt ja, seit sie besteht, die Begründung ist deshalb sehr dünn. In Wirklichkeit gehören zu den 300 Kindern in den Kitas auch zwei muslimische Mädchen, und deshalb sollen auch die 298 nichtmuslimischen Kinder auf Schweinefleisch verzichten.

Natürlich versucht man jetzt, sich zusätzlich mit rein gesundheitlichen Argumenten herauszureden. Aber ist das soviel anders?

In beiden Fällen soll den Kindern schon von klein auf eingeredet werden, daß es gutes und böses, erlaubtes und verbotenes Essen gibt.

Da ist es völlig egal, ob dahinter religiöse Eiferer oder vegane Gesundheitsapostel stehen. Beide wollen den kleinen Menschlein von Anfang an einreden, daß es auf Höheres ankomme als auf die bloße Nahrungsaufnehme. Und beide haben kein Interesse daran, den Kindern zu zeigen, wie wichtig und wie schön es ist, das Essen zu genießen. Genuß ist nämlich den religiösen und den Gesundheitssekten gleichermaßen ein Graus.

Umsomehr muß man Kindern von Anfang an zeigen, wie viel Spaß das Essen macht – und auch das Zubereiten des Essens.

Als Lektüre empfehle ich in diesem Zusammenhang wieder einmal das bei Knaur erschienene Taschenbuch von Manfred Lütz: Lebenslust – Wider die Diät-Sadisten, den Gesundheitswahn und den Fitness-Kult.

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Ach, der Boris!

„Johnson vergleicht Brexit mit Mondlandung“, schreibt SPIEGEL Online heute.

Das wird wohl eher eine Bruchlandung geben.

Warum nur geraten heute überall auf der Welt Hazardeure und kleine Möchtegern-Diktatoren an die Macht? Niemand weiß es.

Ich bin jedenfalls heilfroh, hier im schönen, besonnen und vernünftig regierten Deutschland zu leben. Solange über 80% der Bevölkerung die guten alten demokratischen Parteien wählen, kann uns nichts passieren, auch wenn die populistischen Schreihälse noch so laut schreien.

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Die AfD fordert einen „Aufstand der Generale“

Als Uwe Junge, der rheinland-pfälzische AfD-Vorsitzende, kürzlich bei Plasberg war, hatte er vorher ordentlich Kreide gefressen, und die übrigen Gäste waren leider unfähig, ihn zu einer einzigen ehrlichen Aussage zu bewegen. Jetzt hat er sein wahres Gesicht gezeigt.

Man kann die Ernennung von Annegret Kramp-Karrenbauer zur neuen Verteidigungministerin für falsch, ja für eine grandiose Fehlbesetzung halten. Man darf das auch laut in die Welt hinausposaunen.

Was aber gar nicht geht, ist das, was Junge aus diesem Anlaß getweetet hat:

Wenn das die beste Personalie der alten Parteien für eines der wichtigsten Ämter unserer #Nation ist, sagt das viel über den Zustand unseres Landes aus! Wann kommt endlich der Aufstand der #Generale?

Bei aller Loyalität muss sich die militärische Führung gelegentlich äußern! Der schmale Grad zwischen Loyalität und Kadavergehorsam ist gangbar und wird erwartet! Der Staatsbürger in Uniform ist kein reiner Befehlsempfänger!

Das schreibt der feine Herr – und zwar mit Bedacht! – wenige Tage vor dem 20. Juli (man denke an Wilhelm von Schramms Buch „Aufstand der Generale“ von 1953). Wie es in der AfD gang und gäbe ist, gilt auch Junge unser Land als korrupte, „linksgrün-versiffte Republik“, gegen die Widerstand erlaubt und sogar geboten ist. Daß er hier unverblümt einen „Aufstand der Generale“ fordert, sollte unbedingt strafrechtlich untersucht werden. Solche Sätze haben freilich auch ihr Gutes: zum einen zeigen sie wieder einmal, wie schlimm es um den moralischen Zustand dieser Partei bestellt ist („versifft“ wäre da gar kein so schlechtes Attribut), zum anderen hat die Partei wohl eingesehen, daß sie gottlob – selbst wenn sie alle Neonazis, Rechtsextremisten, Verschwörungstheoretiker und Hooligans umarmt und mit ihnen im Gleichschritt marschiert – immer noch über 80% der Deutschen gegen sich haben wird. So dumm sind die Deutschen doch nicht, daß sie auf eine Partei hereinfallen, die nur Haß und Häme kennt.

Und so hilft eben, wenn man an die Macht kommen will, nur noch ein Aufstand der Generäle.

PS: Wer jetzt hämisch über Kramp-Karrenbauer herfällt (die übrigens sehr unterschätzt wird!), sollte sich einmal die Liste der bisherigen Verteidigungsminister ansehen. Glaubt wirklich jemand, daß Männer wie Rupert Scholz, Volker Rühe, Rudolf Scharping oder Franz Josef Jung so viel besser als AKK waren? Im übrigen sollte man sich einmal die aktuellen Vorschläge der AfD zur Bundeswehrreform ansehen, die auch in ihrer Wortwahl entlarvend sind, denn praktisch soll nach dem Willen der Partei aus der Bundeswehr eine Art „Reichswehr 2.0“ werden. Aber das wird man zu verhindern wissen.

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Haben die Naturschutzverbände überhaupt noch Interesse an der Natur?

Die vielen aktiven Mitglieder der unteren Ebene sicher – aber wie sieht es in den Chefetagen aus? Wenn man einmal die öffentlichen Mitteilungen von BUND, Nabu & Co. der letzten Jahre liest, kommt man zu dem Schluß, daß dort nur noch Politiker sitzen. Dazu Politiker, denen es offenbar nur noch um die brachiale Durchsetzung der Windenergie geht.

Windkraftanlagen sind Industrieanlagen, und Industrieanlagen gehören nicht mitten in die schöne Natur. Der Mensch braucht zu seiner Erholung die Natur (und zwar eine intakte Natur!) heute dringender als je zuvor. Auf einem bewaldeten Hügel mit Windkraftanlagen, die inzwischen über 130 m hoch sind und einen Rotordurchmesser von 118 Metern haben, kann sich niemand mehr erholen. Wir haben es kürzlich selbst erlebt, als wir in der Nähe von Hohensolms bei Wetzlar eine kleine Wanderung machen wollten. Ich bin in der Nähe aufgewachsen, und viele Jahre lang sind wir bei unseren Besuchen in der alten Heimat von einem Parkplatz aus, der einen ersten Blick auf die mittelalterliche Burg Hohensolms bietet, durch eine unberührte Hügellandschaft gewandert. Vor kurzem waren wir wieder da – und haben nach einem halben Stündchen das Weite gesucht.

Sieben Windkraftanlagen (Bild oben) arbeiten dort, wo wir früher Schmetterlinge beobachtet und seltene Pflanzen bestimmt haben. Das Geräusch der Rotoren ist kaum zu ertragen. Ich kann nur jedem raten, der diese Monster immer nur aus der Ferne sieht, sich einmal an den Fuß einer solchen Anlage zu stellen. Vielleicht ändert er dann seine positive Meinung.

Die Aufstellung der Anlagen in Hohensolms, schreibt die Wikipedia,

wurde von einem hohen – durchweg positiven – Interesse der Öffentlichkeit begleitet.

Das mag für die rauschhafte Goldgräberstimmung des Jahres 2012 zutreffen, als man Gemeinden und Waldbesitzer, die Flächen für Windkraftanlagen zur Verfügung stellten, aus Steuermitteln fürstlich belohnt hat. Inzwischen hat sich der Wind gedreht im Land.

Zahlen für die Vögel und Fledermäuse, die Jahr für Jahr von den Rotoren der „schönen Maschinen“ (so hat sie der grüne Ministerpräsident Kretschmann genannt) zerfetzt werden, gibt es nicht. Das ist bei fast 30.000 Anlagen allein in Deutschland auch nicht möglich, denn man müßte dazu täglich in einem weiten Umkreis um jede eine einzelne Windkraftanlage nach den Kadavern suchen, und selbst dann wären viele von ihnen nicht mehr auffindbar, weil Aasfresser sie verspeist haben. Was die Staatliche Vogelschutzwarte des Landesamts für Umwelt in Brandenburg an Zahlen zusammengetragen hat, beschreibt also nur nachgewiesene Zufallsfunde. Danach sind seit 2002

458 Rotmilane, 562 Mäusebussarde, 158 Seeadler, 123 Turmfalken und 23 Schwarzmilane

den immer größeren Rotoren zum Opfer gefallen. Die wirklichen Zahlen dürften um ein Vielfaches höher liegen. Das Motto des Nabu

Windenergie naturverträglich ausbauen

ist angesichts solcher Zahlen einfach nur zynisch.

PS: Genauso zynisch ist übrigens der Name der Windkraftanlagen bei Hohensolms: „Windpark Hohenahr“.

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Wo sind die Gemäßigten in der AfD?

Ich weiß es: sie sind schon lange nicht mehr in der Partei.

Das Bündnis, mit dem Höcke soeben Alice Weidel auch öffentlich auf seine Seite gezogen hat, läßt keinen Zweifel mehr aufkommen: ohne den rechtsextremen Flügel läuft in dieser Partei nichts mehr. Weiland, Gauland und Meuthen sind Figuren des Übergangs. Noch ziert sich Höcke, wenn er auf den Chefposten angesprochen wird. Vielleicht bringt er dort auch einen Mann aus seiner Entourage unter, um im Hintergrund die Fäden zu ziehen.

Der ehrenhafte Versuch, eine im besten Sinne konservative Partei neben der CDU zu etablieren, ist damit endgültig gescheitert.

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Über die Gretanische Logik, fortgeführt und verschärft von den Schülern der Stadt Köln

Greta Thunberg meint es ernst. Sie sagt:

Ich frage mich, welchen Sinn es hat, in der Schule für eine Zukunft zu lernen, wenn es diese Zukunft wegen der Umweltschäden bald nicht mehr gibt.

Das klingt logisch. Aber es ist so eine Sache mit der Logik. Man kann aus den Gefahren für unsere Umwelt nämlich auch zu einer ganz anderen Schlußfolgerung kommen: wenn die globale Gefahr wirklich so groß ist, dann kann man doch gar nicht genug lernen in der Schule! Ich jedenfalls lasse mich von einer Sache nicht durch Sitzstreiks und Demonstrationen überzeugen (und schon gar nicht durch Hysterie), sondern nur durch Argumente und Tatsachen. Ich will genau wissen (und zwar quantifiziert!), welche Wirkung bestimmte Maßnahmen in meinem Land haben werden. Welchen Effekt hat es, wenn drei Straßen einer Großstadt für bestimmte Dieselautos gesperrt werden? (Ich vermute: gar keinen.) Was bringt es für das Klima, bei uns Bäume zu pflanzen, wenn in Brasilien Tag für Tag die hundertfache Menge abgeholzt wird? Das alles will ich ganz genau wissen, und ich will es nicht von Schülern und Politikern hören, sondern von den Klimaforschern.

Die Klimaforscher wissen ziemlich genau, warum sich das Klima immer schneller verändert. Sie sagen auch, ganz allgemein, was man dagegen tun sollte. Aber ändern kann sich nur etwas, wenn sich Wissenschaftler und Politiker in jedem Land an einen Tisch setzen und konkret darüber beraten, welche Schritte erst einmal die wichtigsten sind. Die Forscher denken oft losgelöst von den Problemen und Wünschen der Menschen, sie setzen einfach voraus, daß getan wird, was notwendig ist. Politiker wollen in vier oder fünf Jahren wiedergewählt werden und müssen deshalb auf die Menschen hören. Im Moment sind das immer noch zwei Welten, die nicht zusammenkommen. Das muß sich ändern.

Schulstreiks mögen Emotionen hervorrufen oder verstärken, aber sie tun nichts dazu, auch wenn sie – wie jetzt in Köln – vom Freitag auf die ganze Woche ausgedehnt werden. Das Motto der Kölner Schüler:

Wenn Freitage nicht reichen, streiken wir die ganze Woche!

könnte man fortführen:

Wenn Wochen nicht ausreichen, streiken wir ganze Monate!

Wenn Monate nicht ausreichen, streiken wir ein ganzes Jahr!

Wenn ein Jahr nicht ausreicht, streiken wir die ganze Schulzeit!

Manchmal muß man einen Gedanken zu Ende denken, um seine Absurdität zu erkennen.

PS: Ich will auch (mit genauen Zahlen belegt) wissen, welche Wirkung unsere nationalen Maßnahmen, selbst wenn sie vorbildlich wären, global überhaupt haben können. Die Frage, ob es sinnvoll ist, eine ganze Volkswirtschaft nur um der deutschen Vorbildlichkeit und des eigenen Wohlgefühls willen zu demontieren, muß gestellt werden dürfen. Gerade weil der Klimawandel so dramatische Folgen hat, darf man nicht denselben Fehler machen wie beim Abschalten der Kernkraftwerke: damals wäre gründliches Nachdenken auch besser gewesen als der Kniefall vor der „Atomkraft – nein danke!“-Bewegung.

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