„WhatsApp wird abgeschafft!“

Das meldet die Zeitschrift OK! („first for celebrity news“) soeben in fetten Buchstaben in ihrer Online-Ausgabe (hier nachzulesen).

Näheres erfährt man dann im Artikel selbst: WhatsApp stellt nämlich für einige ältere Betriebssysteme von Nokia und Blackberry, die eh kaum noch verwendet werden, die Unterstützung ein.

Na, da habt ihr die Leser – ganz nach Art der Knallpresse – mal wieder veräppelt, um durch zusätzliche Klicks eure Werbeeinnahmen zu vergrößern, gell?

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Angelika Kallwass löst das Gottesproblem!

Ich war schon immer der Ansicht, daß ein einigermaßen gebildeter Mensch, der wachen Auges durch sein Leben geht, es allein aufgrund seiner Erfahrung mit jedem akademisch ausgebildeten Diplompsychologen aufnehmen kann. Das Fernsehen, das bei Katastrophen und Kriminalfällen Psychologen mit ihren Allerweltsweisheiten zu Wort kommen läßt, hat mich in dieser Meinung immer wieder bestärkt.

Auch Angelika Kallwass ist Diplompsychologin. Bei SAT1 hat sie über viele Jahre hinweg den Psychoschmarrn „Zwei bei Kallwass“ moderiert. Und heute? Auch das weiß die Wikipedia:

Angelika Kallwass arbeitet in ihrer eigenen Praxis als Psychologin und ist Geschäftsführerin des Modeunternehmens Gesine Moritz in Köln.

Eine interessante Kombination. Aber zurück zum Thema!

Frau Kallwass war gestern bei Maischberger – nicht als Psychologin, auch nicht als Geschäftsführerin, sondern als Atheistin. Wir haben uns die Sendung nicht angesehen, weil schon durch die Auswahl der Gäste (unter anderem wieder einmal die unsägliche Khola Maryam Hübsch!) ein ernsthaftes Gespräch mit einem Erkenntnisgewinn für den Zuschauer von vornherein ausgeschlossen war. Aber interessant war der Text, mit dem Kallwass bei der ARD angekündigt wurde (hier nachzulesen):

Die Fernsehmoderatorin trat mit 16 Jahren aus der Kirche aus. „Es gibt so viel Qual und Elend auf der Welt, wie kann ein gütiger und allmächtiger Gott das zulassen“, fragt Kallwass. Die Psychotherapeutin ist überzeugt, die Menschen glaubten, weil sie mit dem Tod nicht zurechtkämen. Es sei schmerzhaft und schrecklich, dass mit dem Tod alles enden würde. „Deshalb fände ich es auch schön, wenn es Gott gäbe – aber es gibt ihn nicht.“

Nun kann man über die Existenz Gottes endlos streiten, und die Philosophen aller Herren Länder haben das ja auch seit ein paar tausend Jahren getan.

Wie schön, daß diese Frage nun durch das kategorische „Es gibt ihn nicht!“ von Angelika Kallwass endlich erledigt ist.

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Hurra, die evangelische Kirche hat mich heiliggesprochen!

Ich sehe also gut aus, sagt die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau. Das hört man natürlich gern. Aber nicht nur das: ich bin auch wertvoll und werde gebraucht. Und dann kommt es knüppeldick, in fetter Schrift steht da, was ich noch bin:

Sie sind heilig!

Da wacht man also morgens auf, denkt an nichts Böses – und erfährt plötzlich, daß man heilig ist! Aber man muß gar nicht darüber nachdenken, wie man darauf reagieren soll, denn das haben die lustigen Leute von der evangelischen Kirche schon vorweggenommen: „Huch!“ soll man sagen, oder „Echt?“ oder „Ha ha ha, guter Scherz!“

Na ja, wie der typische Gottesdienstbesucher in Hessen halt so redet.

Aber nein! Ich sehe ja jetzt erst, daß wir es hier mit einer „Impulspost“ zu tun haben:

Ziel der Impulspost ist es, geistliche Anregungen medial zu vermitteln und möglichst viele Mitglieder der EKHN zu erreichen. Mit einem elementaren und pointierten Ansatz sollen insbesondere diejenigen angesprochen werden, die sonstige kirchliche Angebote kaum wahrnehmen.

Wie gut, daß man solche Aktionen von professionellen Werbeagenturen wie gobasil in Hamburg durchführen lassen kann. Da werden jetzt also Scharen von jungen Leuten in den evangelischen Gottesdienst stürmen – und was werden sie da zu hören bekommen?

Dieselben faden Predigten wie bisher, dieselben altbackenen Weisheiten wie aus billigen Ratgebern zur praktischen Lebenshilfe, denselben salbungsvollen Sprachduktus, vor dem man am liebsten nach ein paar Minuten flüchten möchte. Die evangelische Kirche verspielt leichtfertig ihr kostbares Gut, sie wuchert nicht mit dem Pfund, das sie besitzt, sie verwandelt die Sprengkraft des Evangeliums in ein laues moralisches Lüftchen.

Und vor allem: sie unterschätzt und unterfordert die älteren Menschen, die noch zum Gottesdienst kommen (junge sieht man ja kaum noch). Das sind doch keine debilen, tatterigen Alten, die sich über ein bißchen Ansprache freuen! Nein, das sind erwachsene Menschen, die unendlich viel mehr Lebenserfahrung haben als alle jungen Pfarrerinnen zusammen, die ihnen heute aus der Bibel in gerechter Sprache vorlesen.

Diese Predigten klingen irgendwie alle gleich, so als wären sie aus dem Internet heruntergeladen und immer nur je nach Anlaß ein bißchen variiert: eben wie aus Textbausteinen zusammengesetzt. Es ist Massenware, aus der fast nie ein lebendiger Pfarrer mit seiner Originalität, mit seiner Persönlichkeit hervorscheint.

Das ist es, was sich ändern muß, und dazu braucht man keine teuren Werbeagenturen. Dazu braucht man eher Klugheit bei der Einstellung von Pfarrern und eine Ausbildung (vor allem beim Predigen), die dem zukünftigen Pfarrer genug Raum für seine Individualität läßt. Auch wenn er kein angeborenes Charisma hat – ein paar Funken wenigstens sollten schon sprühen, wenn er predigt.

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Ein wahres Wort von Reinhard Kardinal Marx

In einem Tweet von katholisch.de heißt es vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz:

In der Unterschiedlichkeit zwischen den Geschlechtern sieht Kardinal Marx nicht nur Schlechtes.

Ich auch nicht, lieber Kardinal Marx, ich auch nicht!

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Gibt Trump jetzt auch sein Ehrenwort?

US-Präsident Trump sagte nach den schweren Vorwürfen des ehemaligen FBI-Chefs Comey, er sei, was die Rußland-Connection seines Wahlkampfteams betreffe, „hundertprozentig bereit, unter Eid auszusagen“ („100% willing to testify under oath“).

Ich empfehle ihm, seine Aussage so zu beginnen (nach einem historischen Vorbild, leicht abgewandelt):

Ich gebe Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern der Vereinigten Staaten und der gesamten amerikanischen Öffentlichkeit mein Ehrenwort – ich wiederhole: ich geben Ihnen mein Ehrenwort, daß die gegen mich erhobenen Vorwürfe haltlos sind.

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Buntes Multikulti – auch unter den Mördern

Ist das die „bunte Welt“, die immer noch durch die Köpfe von Grünen, Linken und Aktivisten spukt?

Das sind nach dem aktuellen Kenntnisstand die drei Attentäter von London:

Khuram Shazad Butt, 27, ein in Pakistan geborener und in Syrien militärisch ausgebildeter „Brite“,

Rachid Redouane, 30, ein mit einer schottischen Frau zeitweise in Irland lebender Marokkaner mit mehreren Identitäten, der sich zeitweise als Libyer ausgegeben hat, und schließlich

Joussef Zaghba, 22, ein in England lebender „Italiener“ marokkanischer Herkunft.

Sie alle lebten in den sog. „multiethnischen Stadtteilen“ im Osten Londons. Da muß einem Linksgrünen doch das Herz pochen vor Freude! Alles so schön bunt hier!

Aber im Ernst: im linksgrünen Milieu, das leider weit in die SPD hineinreicht, kämpft man auch heute noch die Kämpfe der vergangenen Jahrhunderte. Da ist es immer der Staat, der seine Bürger bedroht und vor dem man sie beschützen muß – als lebten wir heute noch im Zeitalter Metternichs. Alles, was der Staat macht, wird erst einmal mit Mißtrauen verfolgt, dem Staat, vor allem der Polizei und den Geheimdiensten, werden grundsätzlich schlimme Absichten unterstellt.

Aber, liebe Linksgrüne: durch diese naive Ideologie werdet ihr zu den Wasserträgern der AfD. Eure Ideologie des prinzipiellen Mißtrauens gegen den Staat schadet dem Land und gefährdet unsere Sicherheit.

Wir brauchen einen starken, wehrhaften Staat, weil wir heute von ganz anderen Gefahren bedroht werden als noch vor 20 oder 50 Jahren. Den neuen Feind, der sich auf Allah und den Propheten beruft und vor monströser Brutalität nicht zurückschreckt, kann man nicht durch freundliches Zureden besiegen. Deshalb brauchen wir noch viel mehr (gutbezahlte!) Polizisten, noch bessere Geheimdienste – und auf jeden Fall mehr Videoüberwachung. Gerade sie hat bei den meisten Anschlägen der letzten Jahre zusammen mit klassischer Polizeiarbeit zur schnellen Identifizierung der Täter und zur Zerschlagung ihres Umfelds geführt.

Das wird eine Aufgabe für viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte sein. Aber solche Phasen hat es schon oft in der Geschichte gegeben. Daß mit dem Zusammenbruch des Kommunismus die Tür zur Freiheit und zum ewigen Weltfrieden aufgestoßen worden sei, wie viele damals in der allgemeinen Euphorie glaubten, hat schon Samuel Huntington in seinem klugen Buch Kampf der Kulturen (The Clash of Civilizations, 1996) widerlegt. Ich kann die Lektüre nur jedem empfehlen, gerade weil der Titel ständig gerade von denen zitiert wird, die nie eine Zeile des Buches gelesen haben.

PS: Weil wir gerade vom Buch „Kampf der Kulturen“ reden: es ist schon bizarr, was in manchen Wikipedia-Artikeln unter dem Stichpunkt „Kritik“ zusammengetragen wird. Zu Huntington etwa wird ein inzwischen verstorbener Religionssoziologe aufgeboten, der das Buch allen Ernstes dem Fundamentalismus zuordnet (Text aus der Wikipedia):

Der Religionssoziologe Martin Riesebrodt zieht Parallelen zwischen Huntingtons „Kampf der Kulturen“ und der Ideologie des religiösen Fundamentalismus. Huntingtons Theorie … stellt für Riesebrodt eine „Pseudo-Verwissenschaftlichung der fundamentalistischen Ideologie“ dar. Außerdem konstatiert er Huntington einen undifferenzierten, ahistorischen, essentialistischen Zivilisations- und Religionsbegriff. Riesebrodt bezeichnet Huntingtons Werk als ein „in seiner Simplizität und Tendenz gefährliches außen- und sicherheitspolitisches Handbuch für amerikanische Präsidenten“.

Da fragt man sich schon: hat der Mann das Buch überhaupt gelesen? Wenn ja, dann mit einer sehr, sehr speziellen Brille. Eine absurdere Verdrehung von Methode und Inhalt des Buches kann man sich kaum vorstellen. Es ist ja gerade das Verdienst von Huntingtons Buch, daß er – anders als seine Kritiker – die Weltlage nach 1989 aus einer ganz frischen Sicht betrachtet, eben ohne die geistige Beschränktheit von Religionen und Ideologien.

Dann wird in der Wikipedia nur noch ein Politikwissenschaftler namens Jan Helmig zitiert. Nach dessen Ansicht betreibt Huntington eine „simple Abgrenzungs- und Trennungsrhetorik“:

Der „Kampf der Kulturen“ stellt ein prominentes Beispiel dar, angesichts wachsender Unübersichtlichkeit und Unsicherheit im Zeitalter der Postmoderne vertraute Denkmuster zu retten und auf ein territoriales Raster zu projizieren.

Über diese absurde Beurteilung sollte man schweigend hinweggehen.

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Katar und der Witz des Tages

Mehrere arabische Länder haben unter der Führung von Saudi-Arabien das kleine, aber schwerreiche Emirat Katar durch eine vollständige Blockade vom Festland abgeschnitten und die diplomatischen Beziehungen zu dem Land abgebrochen. Auch Schiffe und Flugzeuge aus Katar will man nicht mehr hereinlassen.

Die Pointe liegt in der offiziellen Begründung: Katar fördere Terror und Extremismus. Das sagt ausgerechnet Saudi-Arabien, das seine steinzeitliche Auslegung des Korans schon seit Jahrzehnten in alle Welt exportiert.

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Der Islamist ist eigentlich ein armer Hund

So sieht er sich selbst natürlich nicht, der Dschihadist, der sich im Internet stolz mit seinem Kampfnamen Abu Soundso präsentiert, um seinem armseligen Leben ein bißchen Glanz zu verleihen. Er will möglichst viele Menschen töten, um ins Paradies zu kommen – und landet doch, ich hoffe es jedenfalls, in der Hölle.

Statt der 72 Jungfrauen wartet dort das ewige Feuer auf ihn.

Jetzt wird – wie bei allen anderen Mordtaten von Muslimen – wieder überall die alte Litanei zu hören sein: wer so etwas tut, sei kein Muslim, der Islam sei doch eine Religion der Toleranz und des Friedens usw. Und die entsprechenden Suren werden eifrig zitiert werden.

Aber so leicht, liebe Muslime, kommt ihr nicht mehr davon. Zuviel Blut ist geflossen, zuviele Menschen sind „für den Propheten“ und „für Allah“ (das haben auch die Mörder von London gebrüllt) gestorben. Seit mehr als einem halben Jahrhundert zieht sich nun schon die Blutspur des muslimischen Terrors durch die Welt, und wenn ihr sagt: die meisten Opfer des muslimischen Terrors seien doch selbst Muslime, ja, beruhigt euch das etwa? Macht das die Untaten besser oder verständlicher? Nein, keineswegs, und es stimmt nicht einmal: denn der Feind dieser geistig bescheiden ausgestatteten Dschihadisten (sie sind eure Glaubensbrüder!) mit ihrer primitiven Freude am Kopfabschneiden, der Feind dieser Dschihadisten sind letzten Endes doch immer noch und vor allem wir: die Europäer, die Juden, Israel, die USA – und letztlich alle Menschen, die mit ihrer Lebensfreude, ihrer Aufgeklärtheit, ihrer Kultur euch ein paar hundert Jahre voraus sind.

Deshalb, liebe Muslime, ist der Dschihadist nicht mehr als ein Häufchen Elend, ein Gescheiterter, ein Krimineller, ein armer Hund. Selbst wenn er sich (und euch) das Paradies und die Jungfrauen in den schönsten Farben ausmalt, ist er doch nur eines: ein gewöhnlicher Mörder.

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Die Türkei, das ist nicht nur Erdogan – das ist zum Beispiel auch Nâzım Hikmet!

Von Nâzım Hikmet (1902-63) stammt diese wunderschöne Zeile (aus dem Gedicht Davet), die bei uns in Deutschland vor langer Zeit durch ein Lied von Hannes Wader bekanntgeworden ist:

Yaşamak bir ağaç gibi
tek ve hür ve bir orman gibi
kardeşçesine,
bu hasret bizim.

Leben wie ein Baum, einzeln und frei,
und brüderlich wie ein Wald,
das ist unsere Sehnsucht.

Waders Lied können Sie sich auch auf Youtube anhören.

Nâzım Hikmet ist übrigens im Exil gestorben – ein Schicksal, das mit ihm leider viele Künstler, Journalisten und Intellektuelle in den Zeiten von Erdogans brutaler Hexenjagd teilen werden. Aber so mit der geistigen Elite des Landes umzugehen: das ist auch eine osmanisch-türkische Tradition.

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Brief eines Kindes an Heinrich Bedford-Strohm

Liebe Onkel Heinrich!

Unsere Erzieherin hat uns heute morgen im Stuhlkreis von Eurem großen Kindergeburtstag in Berlin erzählt. Da muß es ja lustig zugegangen sein! Die Kinder durften da Wörter auf kleine Holzblöcke schreiben, zum Beispiel „Weltfrieden“ oder „Flüchtlinge“, und die mußten sie dann in die linke oder in die rechte Kiste werfen. Das hat sicher Spaß gemacht! Viele haben auch lustige Buttons an ihrer Kleidung gehabt, zum Beispiel mit der Aufschrift: „Man sieht nur mit dem Herzen gut“. Das habe ich nicht verstanden, aber Mami hat mir gesagt, daß das mit „Spiralität“ zu tun hat. Spiralität ist sicher etwas Schönes und bestimmt nicht so langweilig wie Religion und solche Sachen.

Viele Kinder haben in Berlin auch bunte Armbänder getragen, und fast alle orangene Schals. Das finde ich ein bißchen komisch, es war doch gar nicht kalt! Aber so ist das an Kindergeburtstagen, dachte ich, da verkleidet man sich gern, weil das lustig ist. Aber Mami meint, das habe auch mit der Spiralität zu tun.

Also, wenn Du mal wieder einen Kindergeburtstag veranstaltest, Onkel Heinrich, dann komme ich ganz bestimmt.

Weil das so richtig schön kindisch ist.

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