Trump und die „alternativen Fakten“

Vor ein paar Tagen hat der Sprecher des neuen US-Präsidenten, Sean Spicer, die versammelte Presse über die Zahl der bei der Verteidigung anwesenden Zuschauer dreist belogen (und hat dazu, als sei er der Pressesprecher von Putin oder Erdogan, keine Fragen zugelassen).

Eine andere Trump-Sprecherin, eine gewisse Kellyanne Conway (sie wird in der Wikipedia wahrhaftig als „republikanische Strategin“ bezeichnet!), hat jetzt in einem Interview gesagt, Spicer habe lediglich „alternative Fakten“ („alternative facts“) verkündet.

Das ist ein sprachlich interessantes Gebilde – aber, liebe Ms. Conway: zu den „Fakten“, zur „Wahrheit“ gibt es nur eine einzige „Alternative“, und das ist die Lüge.

Und die scheint zum Lebenslixier der neuen Administration in Washington zu werden.

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Trump gibt den Erdogan – und möchte die freie Presse knebeln

Natürlich kränkt das einen so eitlen Menschen: anhand von Bildern haben amerikanische Journalisten ihm nachgewiesen, daß zu seiner Amtseinführung viel weniger Menschen gekommen sind als damals bei Obama (hier nachzulesen):

Hintergrund des Disputs sind anscheinend zum Teil in einem Tweet verbreitete Fotos, die den Publikumsandrang bei der Vereidigung Trumps und der seines Vorgängers Barack Obama vor acht Jahren zeigen – mit einer Fläche, die im Fall Obama dicht bevölkert, bei Trump dagegen fast menschenleer ist.

Für einen geistig so einfach gestrickten Menschen wie Trump können das nur Fake News der Lügenpresse sein. Deshalb läßt er seinen Sprecher Sean Spicer wahrheitswidrig sagen:

This was the largest audience to ever witness an inauguration, period.

Das allein wäre schon armselig genug. Aber Spicer geht noch weiter: die Regierung, sagt er im Auftrag seines Meisters, werde „die Medien zur Rechenschaft ziehen“.

Trump gibt also den Erdogan – aber die amerikanischen Journalisten sind selbstbewußt. Sie denken nicht daran, dem Sultan die Hand zu küssen und ihm nach dem Munde zu reden. Der Kleingeist, der jetzt im frisch vergoldeten Oval Office sitzt, wird noch sein blaues Wunder erleben.

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Die Untoten von Koblenz

In Koblenz haben sich die Untoten von Europa versammelt. Das Problem ist: sie halten sich für lebendig.

Und sie verkünden gar die „Geburt einer neuen Welt“. Und daß gerade die Völker erwachen.

Wer Höcke und die anderen Volksgenossen reden hört, merkt aber schnell: das ist eine ganz, ganz alte Welt, die sich da artikuliert. Und daß das Volk erwacht und ein Sturm losbricht, das hatten wir schon einmal.

Kein Bedarf, liebe Zombies!

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Der Bastl, das Wetter und der Trump

Gestern war ja im katholischen Kalender der Tag des heiligen Sebastian (in Bayern liebevoll Bastl genannt), und dazu habe ich eine schöne Wetterregel gefunden:

Wenn am Baum anklopft der Bastl, steigt der Saft schon in die Astl.

Es geht jetzt also rasch aufwärts mit dem Wetter, und daran kann nicht einmal der böse alte Mann im Weißen Haus etwas ändern!

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Donald Trump – Die Banalität des Bösen

Das war also die „philosophische“ Antrittsrede, die er so großmäulig angekündigt hat?

Noch nie hat ein neugewählter Präsident eine so dumme, primitive und haßerfüllte Rede gehalten (sie ist hier im Wortlaut nachzulesen). Im Grunde hat er schon mit ihr den Amtseid gebrochen, den er kurz davor abgelegt hat.

Ich halte es freilich auch in diesem Falle mit Hölderlins Wort aus der Hymne Patmos:

Wo aber Gefahr ist, wächst
Das Rettende auch.

Ja, es stimmt: dieser Mensch ist eine Schande für sein Land und eine Gefahr für die Welt. Elmar Theveßen hat das im ZDF pointiert und treffend kommentiert. Aber ich vertraue auf die demokratischen Institutionen der USA – und auf die Menschen, die einen so dummen, eitlen und von Haß zerfressenen Präsidenten auf Dauer nicht hinnehmen werden.

Gerade seine Unbeherrschtheit könnte dazu führen, daß es in gar nicht allzulanger Zeit zu einem förmlichen Amtenthebungsverfahren kommt. Bis es soweit ist, sollten wir hier in Europa die westlichen Werte selbstbewußt und kraftvoll vertreten und uns von diesem – na ja: „Politiker“ nicht den Schneid abkaufen lassen.

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Die „hinnehmbare Menge getöteter Tiere“: so läßt es unsere Umweltministerin ins Gesetz schreiben

Bisher mußte vor dem Bau von Windkraftanlagen (und anderen Bauprojekten) untersucht werden, ob durch den Bau geschützte Arten beeinträchtigt werden. Diese Pflicht will unsere „Umweltministerin“ aus dem Bundesnaturschutzgesetz entfernen. Statt dessen sollen die Behörden die jeweils

hinnehmbare Menge getöteter Tiere

selbst bestimmen können. Die „hinnehmbare Menge getöteter Tiere“! Wetten, daß diese Menge in der Zukunft immer so definiert werden wird, daß sie den Bau der Windräder ermöglicht?

Ich habe es schon vor Jahren geschrieben: die Energiewende, eine der dümmsten und unverständlichsten Entscheidungen der Kanzlerin, wird nur möglich sein, wenn man die Rechte von Mensch und Tier massiv beschneidet. Statt für den Schutz der Pflanzen und Tiere einzutreten, wie es als Umweltministerin ihre Pflicht wäre, sorgt Barbara Hendricks durch die Novellierung des Naturschutzgesetzes jetzt dafür, daß Großtrappe, Rotmilan & Co. demnächst völlig legal von den Rotoren der „schönen Maschinen“ (wie Kretschmann die Windkraftanlagen genannt hat) zerfetzt werden dürfen.

Wenn Sie gegen die „hinnehmbare Menge getöteter Tiere“ sind, empfehle ich unbedingt die Teilnahme an dieser Online-Petition!

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Die Redaktion der „Hessenschau“ – nicht mehr ganz gescheit!

Die Sprecherin der „Hessenschau“ heute abend:

Der Busfahrerinnen- und Busfahrer-Streik geht auch morgen weiter.

Der „Busfahrerinnen- und Busfahrer-Streik“! Ist soviel Sprachdummheit möglich?

Im Hessischen Rundfunk schon.

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Alles veggie – oder was?

Bei unserem Bäcker hängt jetzt an jedem Regal die Aufschrift:

Alle Brote 100% veggie!

Schmecken aber trotzdem gut, die Brote.

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Der unsägliche Donald J. Trump – Eine kleine Wählerbeschimpfung

Überall tönt es: man müsse die vielen Trump-Wähler doch ernstnehmen – sie „da abholen, wo sie sind“. Aber wo sind sie? Und was haben sie angestellt?

Sie haben einen Mann ins Weiße Haus gewählt, der vielleicht als bulliger Türsteher oder als Müllmann eine gute Figur abgegeben hätte, der aber als Präsident der Vereinigten Staaten eine Gefahr nicht nur für die USA, sondern für die ganze Welt ist. Er ist aggressiv, unbeherrscht, dünnhäutig, und er ist voller Haß – Haß auf Journalisten, die ihm nicht nach dem Munde reden, Haß auf den politischen Gegner, Haß auf jeden, der anderer Meinung ist. Trump ist die Karikatur eines rüpelhaften Präsidenten, er versöhnt nicht, er spaltet das Land, er verfolgt jeden Andersdenkenden, um ihn zu vernichten.

Und da soll ich milde reden über jene, die ihn gewählt haben?

Ich denke gar nicht daran.

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Fußball-WM – Warum nicht gleich 100 Mannschaften? Oder 480?

Die FIFA hat beschlossen, daß von 2026 an nicht mehr 32, sondern 48 Mannschaften an der Fußball-Weltmeisterschaft teilnehmen. Dafür gibt es einen triftigen Grund:

GELDGIER.

Die Fifa selbst beziffert die Mehreinnahmen durch die Aufstockung um 50% auf ca. 1 Milliarde US-Dollar (hier nachzulesen). Würde man statt der 48 Mannschaften 480 teilnehmen lassen, dann würde das der FIFA sogar Mehreinnahmen von 27 Milliarden Dollar einbringen, ein Sümmchen, das den verarmten FIFA-Herren endlich ein Leben in Würde und Wohlstand sichern dürfte.

Und es hätte noch einen weiteren Vorteil: neue Paarungen! So könnte dann etwa die Nationalmannschaft von Mecklenburg-Vorpommern gegen den Südsudan antreten. Oder Hessen gegen Hawaii. Oder Baden-Württemberg gegen Belutschistan.

Mit einem Wort: rundherum schöne Aussichten. Dank FIFA.

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