Drei schwarze Frauen

Der Hessische Rundfunk war schon immer ein bißchen fortschrittlicher als andere Sender. Wenn die Volksseele nach Gerechtigkeit dürstet (Klimarettung! Nachhaltigkeit! Kampf gegen Rassismus! Keine Tiere essen!), dann ist der HR immer ganz vorn dabei. So auch vor ein paar Tagen.

Folgende Szene:

Man sieht zwei junge Frauen, die im Kasseler Bergpark spazierengehen. Aber sie wollen sich da nicht nur „ergehen“ (kennt das Wort noch jemand?), nein: „sie gehen dort spazieren, wo Ende des 18. Jahrhunderts schwarze Menschen arbeiteten“. Schon bei dieser Stimme aus dem Off gruselt es alle Hessinnen und Hessen ein bißchen. Welche furchtbaren Wahrheiten werden jetzt aufgedeckt?

Im 18. Jahrhundert, genauer: in den Jahren von 1782 bis 1785, ließ der Landgraf von Hessen-Kassel, Friedrich II., hier ein „chinesisches Dorf“ errichten. So nannte man es, aber es war in Wirklichkeit ein buntes Sammelsurium aller möglichen Kulturen und Religionen. Eine Pagode gehörte dazu, eine Buddha-Figur und auch eine Moschee. Aber jetzt kommt’s:

Um der gewünschten Exotik willen waren dort mindestens drei schwarze Frauen in Diensten.

Das geht natürlich gar nicht. Black lives matter! Freilich, gibt der Sprecher zu, wisse niemand, ob die farbigen Frauen freiwillig oder gezwungenermaßen ihren Dienst in Kassel verrichteten. Aber es sei bekannt, daß damals über 50 schwarze Menschen in Kassel lebten:

bei Hofe und im Militär, meist als Pfeifer und Trommler.

Sogar als „Geschenke befreundeter Herrscherhäuser“ soll es sie gegeben haben!

Voller Betroffenheit blicken die Frauen auf eine Infotafel:

Man findet hier nichts, was eine Verbindung hat zu dieser schwarzen Geschichte hat.

Die eine der beiden Frauen, eine Geschichtsstudentin, hat offenbar zum ersten Mal in ihrem Leben gehört, daß damals – man staune! – Güter aus den Kolonien nach Europa geschafft wurden. Das würde man heute Diebstahl nennen, sagt sie in aufrichtiger Empörung. Und über die schwarzen Frauen:

Sie wurden hier angesiedelt, als wär’s das Normalste von der Welt.

Am liebsten möchte man ihr da zurufen: Liebe Frau, das war damals das Normalste von der Welt! „Mohren“ gab’s damals fast an jedem Fürstenhof, und der Sklavenhandel blühte. Aber Hessen-Kassel war nun wirklich nicht sein Zentrum.

Die Stimme aus dem Off raunt wieder:

War Friedrich II. ein Rassist?

Eine Antwort gibt der Hessische Rundfunk nicht. Das ist auch nicht nötig, denn fast jeder, dessen Namen man einmal im Geschichtsunterricht gehört hat, gilt heute als Rassist. Columbus und die großen Entdecker sowieso, Churchill, Enid Blyton – und sogar Kant, wie ein Professor der Philosophie kürzlich in der F.A.Z. behauptete. Nur die jungen Aktivisten von heute sind keine Rassisten. Oder doch?

Einen umgekehrten, einen „schwarzen Rassismus“ gibt es heute in ganz Afrika. Der frühere Diktator von Zimbabwe, Robert Mugabe, hat nur den Weißen ihr Land weggenommen und viele von ihnen verprügeln oder ermorden lassen. Sein Land hat er damit ins Unglück gestürzt. Auch im benachbarten Südafrika wird schwarzer Rassismus nach Mandelas Abgang von den Herrschenden wieder befeuert. Wer das als Spätfolge des Kolonialismus abtut, muß sich sagen lassen, daß er alle Greueltaten von schwarzen Diktatoren damit rechtfertigt – und tatsächlich rechtfertigen ja viele dieser Staatsmänner ihre Taten bis auf den heutigen Tag mit dem Kolonialismus der Weißen.

Der hessische Landgraf, so heißt es im Bericht der Hessenschau, habe das Chinesische Dorf errichten lassen, „um seine Offenheit anderen Kulturen gegenüber zu demonstrieren“. Aber nichts war einem Landesherrn im 18. Jahrhundert fremder als so ein Motiv. Hier hat man der Vergangenheit einfach den moralischen Imperativ der Gegenwart übergestülpt. Auch im Internet findet sich dergleichen Ahistorisches, etwa im HNA Regiowiki, wo es heißt, mit dem Chinesischen Dorf „wollte der Adelige seine Weltoffenheit zeigen“. Ich hoffe nur, daß sich die „Recherche“ der Frauen (und der HR-Redaktion) nicht auch, wie es heute üblich ist, auf ein billiges Herumklicken im Internet beschränkt hat.

Reichlich und in vielen Quellen belegt ist dagegen eine wahre Untat des Landgrafen, von der im Beitrag keine Rede war: er hat geschätzte 12.000 seiner jungen Untertanen an den englischen König vermietet, der sie dann als Soldaten in den Kampf gegen die Unabhängigkeitsbewegung nach Amerika schickte.

Aber das waren ja nur – weiße Männer.

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Über das Hämische

Lachen ist gesund, und Humor hilft in (fast) allen Lebenslagen. Das entspricht, nachdem ich 70 Jahre auf Erden gewandelt bin, auch meiner eigenen Lebenserfahrung.

Aber das hämische Lachen gehört in eine ganz andere Kategorie. Es ist kein heiteres, befreiendes Lachen, es macht niemanden fröhlicher, versöhnlicher oder gar glücklicher. Es ist ein bösartiges, ein verletzendes Lachen und ähnelt darin der Schadenfreude, die ja auch mit „Freude“ rein gar nichts zu tun hat.

„Hämisch“ (hemisch, hamisch) hatte zunächst nur die Bedeutung „dunkel“ oder „heimlich“, ist dann aber, wie man in Grimms Wörterbuch nachlesen kann, seit dem 15. Jahrhundert immer öfter in seiner heutigen Bedeutung „versteckt boshaft“ aufzufinden. Bei Kant findet sich etwa der Ausdruck „hämische lust an der blosstellung der fehler anderer“, und in Schillers Piccolomini sagt die Herzogin:

O! lassen Sie es länger nicht geschehn,
Daß hämische Bosheit Ihre gute Absicht
Durch giftige, verhaßte Deutung schwärze.

Und heute? Da hat das Hämische, wie jeder Internetnutzer weiß, vor allem im rechtspopulistischen Lager eine feste Heimstatt. Nirgendwo sonst in der Politik wird so gehässig, so boshaft gelacht. Humorlosigkeit, so könnte man es verallgemeinern, gehört zur seelischen Grundausstattung aller Ideologen. Mit Demut, Gelassenheit und einem verständnisvollen Hinnehmen und Verzeihen menschlicher Schwächen haben sie nichts im Sinn.

Auf Beispiele verzichte ich an dieser Stelle. Die kann sich jeder hundert- und tausendfach selbst ansehen – an Dummheit, Häme und Bosheit fehlt’s nirgends im (Internet-) Revier.

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Der ewige Lauterbach

Wer ist Karl Lauterbach? Ein „SPD-Gesundheitspolitiker“, liest man, und die Wikipedia fügt hinzu: ein „Politiker, Mediziner und Gesundheitswissenschaftler“.

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist er auch noch Stammgast aller deutschen Talkshows, besonders Lanz hat ihn offenbar ins Herz geschlossen. Kaum schaltet man den Fernseher ein, schon sitzt irgendwo der Lauterbach. Warum er unaufhörlich eingeladen wird, weiß kein Mensch. Gibt es etwa keinen anderen Politiker, der so rabiat wie er alle Lockerungen in Zeiten der Corona ablehnt? Und selbst wenn es so wäre: hat er in seiner fünften oder seiner zwanzigsten Talkshow etwas Neues zu sagen? Hat er nicht. Jede Rückkehr zur Normalität, selbst wenn sie behutsam und mit wissenschaftlicher Begleitung durchgeführt wird, lehnt er brüsk ab:

Während der COVID-19-Pandemie tritt Lauterbach als Experte in Talkshows auf und äußert seine Ansichten zur Pandemie und zu den getroffenen Maßnahmen. Er spricht sich für strenge Kontaktbeschränkungen aus, und gehört zu den scharfen Kritikern schneller Lockerungen. Er warnt vor einer zweiten Welle der Epidemie.

Und während der zweiten würde er vor der dritten Welle warnen, und während der zehnten vor der elften. Warum er aber trotzdem immer wieder eingeladen wird und jeder Einladung folgt, um immer dasselbe zu sagen, gehört zu den Geheimnissen, die niemand ergründen kann.

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Neues aus dem Paralleluniversum

Wenn man die neuesten Google News liest, kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Ein paar Beispiele:

Neu-Mama Angelina Pannek: Neue Frisur! So viel kürzer sind ihre Haare jetzt

Mary von Dänemark – Kecker Blick & verwuscheltes Haar

Jan Sokolowsky hat jetzt pinke Haare

So mutig kleiden sich die künftigen Königinnen

Sheila de Liz über wichtige Fragen zum weiblichen Körper

Endlich gibt’s Insider-Infos über den Mann von Jochen Schropp

Lena Gercke – Wann kommt das Baby? Sie zeigt ihren kugelrunden Bauch

Die Twitch-Community ist in tiefer Trauer, denn der Streamer Byron Reckful Bernstein ist tot

„Bauer sucht Frau“: Schäfer Heinrich mit trauriger Beichte.

Eines haben alle diese News gemeinsam: ich habe von den Personen, um die es dabei geht, noch nie etwas gehört – nicht einmal vom Schäfer Heinrich, und auch nicht vom „Mann von Jochen Schropp“. Aber das bedeutet nicht viel: bis vor kurzem war mir ja auch der „Vegankoch Attila Hildmann“ völlig unbekannt, und das war eine echte Wissenslücke!

Jedenfalls verfestigt sich in mir immer mehr die Überzeugung, daß es tatsächlich mehrere Universen gibt, denn daß ein Mensch, der solche Artikel liest, im selben Universum lebt wie ich, halte ich für ausgeschlossen.

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Wenn es keine „Rassen“ gibt, kann es auch keinen „Rassismus“ geben

In einem bestimmten politischen Milieu, das sich aus linken, grünen und feministischen Quellen speist (ein zutreffender Oberbegriff dafür ist leider noch nicht gefunden), wird das Wort „rassistisch“ schon lange so inflationär gebraucht , daß es zu einem bloßen Schimpfwort ohne jeden Inhalt geworden ist. Rasssisten sind also nicht nur – um ein traditionelles Beispiel zu verwenden – Weiße, die ihre farbigen Mitmenschen für minderwertig halten und sich selbst für kulturell überlegen. Nein – „rassistisch“ ist, wenn man dem Sprachgebrauch des linken Lagers folgt, praktisch jeder politisch Andersdenkende. Und alles wird auf einmal zur „Rasse“ gemacht: Frauen, Schwule, „Geflüchtete“, LGBT usw., alle sind Opfer von „Rassismus“.

So werden Begriffe zu leeren Worthülsen. So wird Sprache zum Werkzeug dummer Ideologen.

Die „Menschenrassen“ waren umgangssprachlich – in einer Zeit, als man Wörter noch nicht auf die politische Goldwaage legte – einfach nur Menschen mit verschiedenen Hautfarben: weiß, gelb, rot, schwarz. Mit der Bezeichnung war keineswegs automatisch eine Herabsetzung verbunden. Noch in den 60er Jahren hat der ARD-Korrespondent Gerd Ruge in seinen USA-Reportagen von „Negern“ und „Negerwählern“ gesprochen – und Ruge, einer der großen deutschen Reporter des 20. Jahrhunderts, war nun wirklich kein „Rassist“. Man hat das Wort „Neger“ damals genauso unbefangen ausgesprochen wie etwa das Wort „Zigeuner“. All diese Wörter waren, wenn man will, noch im Zustand der Unschuld. Nicht die Wörter sind nämlich schuld an der Diskriminierung, sondern die Menschen, die ihre Verachtung und ihren Haß in sie hineinlegen.

Wer die Sprache rückwirkend säubern und „gerecht“ machen will, hat – mit Verlaub – keine Ahnung davon, was Sprache überhaupt ist. Niemals war eine Sprache „gerecht“, und niemals wird eine je gerecht werden. Die Sprache gibt uns nur die Mittel in die Hand, Gerechtes und Ungerechtes, Schönes und Furchtbares, Dummes und Kluges auszusprechen. Sie ist ein Instrument, aber eben auch ein über Jahrzehnte und Jahrhunderte herangereiftes Wunder der Kultur, das wir hüten und schützen sollten wie unseren Augapfel.

Jetzt soll also auch das Wort „Rasse“ aus unserer Verfassung entfernt werden, obwohl es aus den besten, aus den (etwas altmodisch gesprochen) edelsten Motiven in das Grundgesetz aufgenommen wurde. Das darf nicht geschehen, schon gar nicht unter dem Druck der Straße.

Selbst wenn das Wort „Rasse“ in Wort und Schrift verboten wird, selbst wenn es aus dem Gedächtnis der Menschheit getilgt, aus dem Grundgesetz, aus Romanen und Dokumentationen und am Ende gar aus unseren Wörterbüchern entfernt wird, bleibt es bestehen – und das ist gut so. Es gehört zu unserer Sprache, zu unserer Geschichte und sollte politischen Eiferern nicht zur Verfügung stehen,

Das Wort sie sollen lassen stan, möchte man da mit Luther rufen.

Denn nur solange man noch anstößige Wörter, anstößige Denkmäler und anstößige Kunstwerke hat, nur wenn man begreift, was für einen geistigen Gewinn man gerade an ihnen besitzt, weil sie lebendige Zeugnisse unserer Geschichte sind, nur dann kann man über die Vergangenheit streiten und beim Streiten herausfinden, wer man ist.

Wer Wörter verbietet, Denkmäler umstürzt und Gemälde abhängen läßt, ist ein Feind der Demokratie – und ein Feind der Aufklärung. An die Stelle des lebendigen Diskurses will er nämlich die Grabesstille der Gerechtigkeit setzen.

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Abteilung für soziale Dienste

Man staunt immer wieder, wie anpassungsfähig die Gauner aller Herren Länder sind. Diese Mail habe ich gestern bekommen:

Hiermit werden 10 Personen ausgewählt, um die COVID-19 CHARITY-Spende für 2020 in Höhe von 2.000.000,00 USD an die von der Pandemie betroffenen weniger privilegierten Personen in Ihrer Gemeinde zu verteilen.
Wenden Sie sich dringend an Herrn Michael Clarkson, um weitere Informationen zur Verteilung der Mittel an die Gemeinden in Ihrem Land zu erhalten.
Vielen Dank
Abteilung für soziale Dienste.

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Kein weißer, alter Nazimann mehr, sondern gern eine Frau!

In einer Online-Petition fordert ein gewisser Felix Sauer die Umbenennung der Offenbacher Bismarckstraße. Sie soll zukünftig nach dem farbigen Fußballspieler Erwin Kostedde („der erste dunkelhäutige deutsche Fußballnationalspieler“) oder dem Rapper Haftbefehl („der bekannteste Offenbacher der letzten 30 Jahre“) benannt werden. Und weiter schreibt er:

Am besten kein weißer, alter Nazimann mehr, sondern gern eine Frau, PoC oder ein*e Tochter/Sohn der Stadt mit Migrationshintergrund.

Die Hoffnung, die ich in solchen Fällen immer hege, daß es sich nämlich um eine Satire handele, wird wieder einmal enttäuscht. Sauer, ein 29jähriger Student (wie lange studiert der schon und was?) und „Aktivist“ (so die Frankfurter Rundschau) meint es ernst. Bismarck sei „für die „Ermordung von Millionen von Menschen mitverantwortlich“.

Was soll man dazu sagen? Soll man darüber nachdenken, wie weit menschliche Dummheit und ideologische Geschichtsklitterung noch gehen kann? Oder sollte man besser fragen, wie einer, der so einen hanebüchenen Unsinn schreibt, das Abitur hat bestehen können? In welchem Bundesland? Unter welchem Geschichtslehrer? An welcher Schule?

Der Kommentar des Oberbürgermeisters (hier nachzulesen):

Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) sagt, er sei „kein Bismarck-Fan“, könne aber einige seiner Leistungen anerkennen. Für eine Umbenennung brauche es einen „breiten Konsens“ – vor allem, was das historische Urteil angeht. Dazu benötige man den Input einer „fachlich kompetent besetzten historischen Kommission“.

So armselig reagiert also der Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt! Es ist nicht zu fassen.

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Saskia Esken lobt Hengameh Yaghoobifarah

Es ist geradezu erschütternd, was die linke Führung der SPD – Esken, Walter-Borjans, Mützenich – alles öffentlich sagt. Saskia Esken, das wissen meine Leser, ist mittlerweile meine Lieblings-Sozialdemokratin, sie füllt den Platz aus, den früher bei mir die Grünen Trittin und Künast eingenommen haben.

Saskia Esken hat jetzt den Haßkommentar der taz-Kolumnistin Hengameh Yaghoobifarah gegen die deutsche Polizei mit folgendem Satz verteidigt:

Ich stelle sehr infrage, ob es Aufgabe eines Bundesinnenministers ist, Anzeige zu stellen gegen eine kritische Journalistin.

Gegen eine „kritische Journalistin“? Wenn ich das lese, sträuben sich mir wirklich die Haare. Yaghoobifarah, die sich in der taz – mit Verlaub – immer wieder auskotzen darf, auch noch als „kritische Journalistin“ zu adeln, ist eine Beleidigung aller wirklichen Journalisten. Aber Eskens Bemerkung paßt zu dem neuesten Linksruck der SPD, der aus einer großen und verdienstvollen deutschen Partei ein armseliges Häuflein mit einer altbackenen linken Ideologie gemacht hat. Statt sich auf die Seite der unterbezahlten Polizisten zu stellen, die jeden Tag für uns ihre Gesundheit (und manchmal ihr Leben) riskieren, wird eine Frau in Schutz genommen, die unsere Polizei in unflätiger Weise beschimpft und mit ihrem Haß überschüttet.

Yaghoobifarah, so Esken, sei der „Wut der Straße“ ausgesetzt. So etwas dürfe man als Staat nicht befördern. Nein, es sind die Polizisten, liebe Frau Esken, die jeden Tag der „Wut der Straße“ ausgesetzt sind, und die von Ihnen als „kritische Journalistin“ gelobte Frau Yaghoobifarah tut alles, um die Hetze gegen die Polizei auch noch in verachtenswerter Weise zu schüren.

Schlimmer kann es für die SPD nicht kommen als mit dieser Führung.

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Hengameh Yaghoobifarah – wer ist das denn? Oder: Von ignoranten Kartoffeln und einem, der nur Scheiße labert

Ach, in einer Zeit wie der unseren lernt man fast jeden Tag neue Menschen kennen, was freilich nicht immer angenehm ist. Gerade habe ich zum ersten Mal vom „Vegankoch Attila Hildmann“ gehört, jetzt ist auf einmal die mir völlig unbekannte „Kolumnistin Hengameh Yaghoobifarah“ in aller Munde. Nicht etwa, weil die 29jährige Kielerin vor Jahren angewidert über die deutsche „Dreckskultur“ schwadroniert hat, Auch nicht, weil sie den Deutschen (sie ist aber doch auch eine?) in einem Buchtitel des Ullstein-Verlags ein zorniges „Eure Heimat ist unser Albtraum“ entgegengeschleudert hat. Die Deutschen sind für sie nämlich immer nur „die Kartoffeln“. Das ist eines ihrer Lieblingswörter, in das sie alle Verachtung und ihren ganzen Haß hineinsteckt, denn Kartoffeln sind „ignorant, geschichtsverdrossen und besserwisserisch“. Yaghoobifarah beherrscht das Deutsche stilsicher, etwa wenn sie schreibt, Thilo Sarrazin sei „ein rechter Lauch, der gerne viel Scheiße labert“. Oder daß Corona-Tagebücher „fade wie Furzen“ seien. Oder wenn sie immer wieder von der „weißdeutschen Bürgerlichkeit“ spricht, die sie – unter tätiger Beihilfe der taz-Redaktion – haßt bis aufs Blut.

Oder – um noch ein letztes Beispiel zu nennen – wenn sie von der Kabarettistin Lisa Eckhart sagt:

Ihr Name klingt wie die irrelevante Alman-Mitschülerin mit überhöhter Selbstwahrnehmung von früher. Geladen mit High-School-Bully-Energy besitzt sie das nötige Pretty-Privilege, um mit den Styles vom Anfang des letzten Jahrzehnts davonzukommen.

Häh? Das versteht vielleicht nur, wer stilistisch und geistig auf Augenhöhe mit der Kolumnistin ist – oder zur links-grünen Berliner Kulturszene gehört.

Aber in aller Munde ist sie, weil sie die deutsche Polizei abschaffen und den arbeitslos gewordenen Polizisten eine originelle Wohnstatt zuweisen will:

Spontan fällt mir nur eine geeignete Option ein: die Mülldeponie. Nicht als Müllmenschen mit Schlüsseln zu Häusern, sondern auf der Halde, wo sie wirklich nur von Abfall umgeben sind. Unter ihresgleichen fühlen sie sich bestimmt auch selber am wohlsten.

Die Chefredakteurin der taz findet für dieses Machwerk nur sehr milde Worte der Kritik. Viel energischer wird sie, als Horst Seehofer öffentlich überlegt, ob er gegen die taz-Kolumnistin Strafanzeige erstatten soll, was ja sein gutes Recht und sogar seine Pflicht als oberster Dienstherr der Polizei ist. Schon die Überlegung ist für die taz „ein beschämender Angriff auf die Pressefreiheit“, und natürlich sind die üblichen Verdächtigen an ihrer Seite: allen vor Jan Böhmermann, der in absurder Verkehrung der Wirklichkeit „das Vertrauen in den Staat“ nicht durch Yaghoobifarahs Schmähung, sondern durch Seehofer beschädigt sieht. Die Linke rückt Seehofer gleich in die Nähe des „türkischen Despoten Erdogan“, die Grünen vergleichen ihn mit Orbán und Kaczynski.

Dabei genügt schon ein flüchtiger Blick ins Grundgesetz, um zu sehen, daß die Pressefreiheit auch in Demokratien nicht unbeschränkt gilt; ihre Schranken findet sie nämlich nach Art. 5 Absatz 2 GG

in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.

Trotzdem würde ich Seehofer von einer Klage abraten. Wer so schreibt wie Yaghoobifarah, mag in der linken Berliner Blase angesehen sein, unter anständigen Menschen ist er nicht satisfaktionsfähig.

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Attila

Vor einiger Zeit habe ich über den „Vegankoch Attila Hildmann“ („Vegankoch“ immer dem Namen vorangestellt, einem Doktortitel vergleichbar!) geschrieben, daß ihn offenbar alle Welt kennt – nur ich nicht. Die Wissenslücke habe ich inzwischen gefüllt (Zitat hier nachzulesen):

Wie der „Tagesspiegel“ berichtet, fällt Hildmann in den sozialen Netzwerken auch immer wieder mit antisemitischen Äußerungen auf. Demnach schrieb er im Messengerdienst Telegram, „Zionisten“ seien ein „Judenstamm“, der versuche, „die deutsche Rasse auszulöschen“. Im Vergleich zu Angela Merkel sei Hitler „ein Segen“ gewesen. Zudem postet der Vegan-Koch regelmäßig Umfragen, in denen er seine 60.000 Abonnenten beispielsweise fragt, ob es eine „jüdische Weltverschwörung“ gebe oder wer den Holocaust „finanziert“ habe.

Hildmann und sein Bruder im Ungeiste, Xavier Naidoo, verbreiten ihre kruden und oft antisemitischen Verschwörungstheorien vor allem über den „Messengerdienst“ Telegram. Der wurde von den russischen Brüdern Pawel und Nikolai Durow entwickelt, der Sitz des Entwicklerteams soll sich in Dubai befinden. Wer in Telegram die Suchwörter „Hildmann“ oder „Naidoo“ eingibt, wird von den beiden mit soviel Haß und pathologischem Unfug überschüttet, daß man sich schon fragt, wieso der Staatsanwalt da nicht eingreift. Jeder zweite, dritte Beitrag dürfte strafrechtlich relevant sein. Und das ist ja nur der öffentliche Teil der Wortmeldungen; wie es in den abgeschotteten Chats aussieht, möchte man lieber gar nicht wissen.

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