Armer Kovač! Ob er mit diesem arroganten Haufen zurechtkommt?

Natürlich ist es nicht schön, wenn man verliert. Aber das ist doch das Wichtigste, was man im Leben, das immer auch voller Niederlagen und Mißerfolge ist, lernen muß: nämlich mit Würde und Anstand zu verlieren. Und wo kann man das besser lernen als im Sport?

Man nennt das übrigens, mit einem schönen englischen Wort:  Fairness.

Bayern München hat gestern abend das Pokalendspiel gegen Eintracht Frankfurt mit 1:3 verloren. Niemand hat da von den Bayern-Spielern erwartet, daß sie glückliche Gesichter machen. Aber die Silbermedaillen, die ihnen der Bundespräsident gerade verliehen hat, noch auf dem Platz vom Hals zu nehmen und und beleidigt in die Kabine zu stürmen, ohne dem Sieger zu gratulieren und (wie es Brauch ist) der Siegerehrung beizuwohnen, das ist unsportlich und dazu eine grobe Unhöflichkeit.

Aber entweder hat man Kinderstube oder nicht.

Niko Kovač, der sich in Frankfurt mit voller Unterstützung des Vereins eine junge, begeisterungsfähige Truppe herangezogen hat, wird es in München nicht leicht haben. Die Gesichter von Rummenigge und Hoeneß gegen Ende des Spiels und das ZDF-Interview mit dem Sportdirektor von Bayern München, Hasan Salihamidžić, sollten ihn warnen: hier geht es nicht sportlich und fair zu, hier wird eine Niederlage als persönliche Beleidigung wahr- und übelgenommen.

In Frankfurt jedenfalls wird Kovač auch in der Zukunft immer willkommen sein. Für seine Fehlentscheidung, den Münchener Millionärshaufen zu trainieren, ist ihm seit gestern ein vollkommener Ablaß gewährt.

Alle Sündenstrafen sind erlassen!

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Donald Trump und die Tiere

Der Präsident der Vereinigten Staaten hat nach bestätigten Presseberichten verlauten lassen, „einige Migranten“ seien Tiere (hier nachzulesen).

Man kann gar nicht glauben, wie schlimm diese Menschen sind“, wurde Trump nach dem Meeting im Weißen Haus zitiert. „Das sind keine Menschen, das sind Tiere, und wir bringen sie wieder außer Landes.“

Auf den allgemeinen Aufschrei über dieses Vokabular ist er jetzt in der üblichen Weise zurückgerudert: er habe damit nur die Mitglieder der Jugendbande MS-13 gemeint, die in El Salvador ihr Unwesen treibe.

Aber was sagt man eigentlich, wenn man einen anderen Menschen als „Tier“ bezeichnet? Damit ist zumindest impliziert, daß das Tier ein zutiefst verachtenswertes Wesen ist. Schwein, Kuh, Ochse, Sau (die Reihe läßt sich beliebig verlängern) – damit beschimpft man andere Menschen, die man verachtet. „Bestialisch“ nennt man ein Verbrechen, das besonders grausam ist: dabei müßte man es eher „humanisch“ nennen, denn kein Tier handelt bestialisch, es tut einfach, was ihm die Natur vorgegeben hat.

Menschen als Tiere zu bezeichnen, das war in der Geschichte oft der Einstieg in die Vernichtung. Hitler hat in „Mein Kampf“ über den Juden geschrieben:

Er ist und bleibt der typische Parasit, ein Schmarotzer, der wie ein schädlicher Bazillus sich immer mehr ausbreitet.

Damit verglichen sind derbe Stammtischsprüche eher noch harmlos – auch das damals sehr angefeindete Zitat von Ludwig Erhard, als er deutsche Schriftsteller, die sich für einen Machtwechsel aussprachen, als „kleine Pinscher“ beschimpfte.

Ich bin jedenfalls strikt gegen solche Tiervergleiche.

Ich würde nicht einmel Donald Trump als Tier bezeichnen.

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Wie Türken ticken

Nachdem Özil und Gündogan ihrem Sultan vor den Augen der Welt gehuldigt haben, meldet sich auch der DFB zu Wort:

Teammanager Oliver Bierhoff kündigte an, mit allen WM-Akteuren über politisch und gesellschaftlich relevante Themen sprechen zu wollen. Mit Özil und Gündogan habe er sich bereits unterhalten. Man müsse aber auch verstehen, „wie Türken ticken“.

Wie Türken ticken?

Özil ist 1988 in Gelsenkirchen geboren und hat einen deutschen Paß. Warum ein Deutscher wie ein Türke tickt (und das oft noch in der dritten Generation!), das sollte mir einmal jemand erklären. Wenn man sieht, wie sich Griechen, Spanier, Italiener hier schon in der zweiten Generation eingefügt haben (wohlgemerkt: ohne ihre Wurzeln zu verleugnen!), wie sie unser Land wirklich bereichert haben, dann wird die offenbar vererbte und von einer Generation an die nächste weitergegebene Fremdheit der türkischen Einwanderer in dem Land, in dem sie leben, vollends unbegreiflich.

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Fleischfressende Pickel am Po!

Eines meiner Lieblingsportale, heilpraxisnet.de, hat mich heute wieder mit einer seiner wunderbaren Tatarenmeldungen entzückt:

Ein „Pickel am Po“ entpuppte sich als tödliche Infektion fleischfressender Keime.

Da denkt man doch gleich an einschlägige B-Movies aus Hollywood – und der Tag ist gerettet.

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Özil und sein Präsident

Haben Sie das Bild auch schon gesehen, das gerade um die Welt geht? Ich kann es Ihnen an dieser Stelle wegen des Urheberrechts nicht zeigen, aber hier können Sie es in Ruhe betrachten und sich einen Reim darauf machen.

Eines verrate ich Ihnen schon einmal: der Präsident heißt nicht Steinmeier.

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Der Zeitgeist erobert jetzt auch die katholische Kirche

Von den Protestanten ist man nichts anderes gewöhnt: seit ihren bahnbrechenden „Denkschriften“ zur Ostpolitik vor einem halben Jahrhundert sind ihre politischen Aussagen immer einseitiger und blauäugiger, ihre Diskussionen über den christlichen Glauben dagegen immer dürftiger, seichter und substanzloser geworden.

Die Folgen kann man in fast jedem evangelischen Gottesdienst erleben.

Die katholische Kirche war gegen diese Anbiederung an den Zeitgeist lange gefeit. Sie hat sich – völlig zurecht! – auf den Kern des Glaubens konzentriert, wie er sich in der Liturgie wiederspiegelt. Inzwischen muß man leider beobachten, wie – mit Kardinal Marx an der Spitze – eine Generation von Bischöfen den Ton bestimmt, die nach all den leidigen Skandalen (Mißbrauch, Finanzen usw.) die Gunst der Menschen zurückgewinnen will, indem sie sich fortschrittlich, tolerant und weltoffen geriert.

Nun sind solche Attribute, für sich genommen und unpolitisch betrachtet, harmlos und eher positiv, aber im zeitgenössischen politischen Kontext haben sie eine ganz andere, semantisch eingeengte Bedeutung. Sie stehen für eine bestimmte politische Ideologie, die fern jeder Wirklichkeit an starren Dogmen und Ritualen festhält: daß jeder Flüchtling gut sei und aufgenommen werden müsse, daß niemand zurückgeschickt werden dürfe, weil ihm in der Heimat womöglich Unbill drohen könne usw. Wenn man dann sagt, daß wir doch schon mehr Flüchtlinge aufgenommen haben als jedes andere Land in Europa, daß es aber natürliche und ganz praktische Grenzen gebe (und soziale Spannungen!), dann reagiert man im linken Milieu, zu dem die Aktivisten und Flüchtlingsverbände gehören, mit den gewohnten Schimpfwörtern, die längst zu bloßen Worthülsen geworden sind: man ist dann wahlweise Rassist, Reaktionär, man ist fremdenfeindlich, islamophob oder gar ein Nazi. Diese Menschen, die jeden Flüchtling hier aufnehmen möchten, egal, woher er kommt, egal, ob er verfolgt worden ist oder nicht, egal, ob er ein ehrlicher Mensch oder ein Schurke ist, und die mit allen rechtlichen Mitteln und einem offenbar unbegrenzten Reservoir an Geld und Anwälten um das Dableiberecht jedes Flüchtlings kämpfen, statt die Spreu vom Weizen zu trennen – sie alle sonnen sich in ihrer Moral und interessieren sich nicht für die praktischen Folgen ihres Tuns.

Auf dem Katholikentag, einem Treffen der katholischen Laien, war zu beobachten, wie der Zeitgeist inzwischen auch die katholische Kirche mit Macht ergreift. Das Hauptthema war natürlich das Kreuz, genauer gesagt: Söders Erlaß, im Eingangsbereich aller bayerischen Behörden ein Kreuz anzubringen. Die Stimmung auf dem Katholikentag war von Mißtrauen gegen die CSU beherrscht, Söders Vorstoß wurde (wenn ich die Berichte richtig verfolgt habe) von der Mehrheit der Besucher abgelehnt. Natürlich habe man nichts gegen das Kreuz (das wäre ja auch noch schöner!), aber … Diesem etwas listigen ABER, hinter dem man sich gut verstecken kann, das sogar ein bißchen nach kluger Differenzierung aussieht, folgt dann die schroffe Absage: Kreuz ja, aber doch nicht von Staats wegen, und schon gar nicht durch die CSU, und erst recht nicht vor Wahlen! Kardinal Marx geht noch weiter: Söder schaffe „Spaltung, Unruhe, Gegeneinander“:

Wenn das Kreuz nur als kulturelles Symbol gesehen wird, hat man es nicht verstanden. Dann würde das Kreuz im Namen des Staates enteignet.

Das klingt, als habe Söder (wie einst Konstantin) soeben die christliche Staatskirche eingeführt. Und man staunt: so große Worte zu einer so kleinen Sache? Wozu hat die katholische Kirche in der Verhangenheit nicht schon fromm geschwiegen, und jetzt braust sie auf, ausgerechnet, wenn sich ein Bundesland zu seiner christlichen Tradition bekennt?

Seehofers Entgegnung kann man da nur zustimmen:

Ich habe keinerlei Verständnis dafür, dass der Kardinal es kritisiert, wenn Kreuze in unseren bayerischen Behörden aufgehängt werden.

Ich habe dafür auch kein Verständnis, und ich habe einen Verdacht: daß nämlich die unbegreifliche Schroffheit in den kirchlichen Reaktionen eigentlich nichts mit dem Kreuz und schon gar nichts mit dem christlichen Glaubensinhalt zu tun hat. Könnte es nicht eher so sein, daß die Infantilisierung des Glaubens, seine Reduzierung auf ein bißchen seichte Lebenshilfe und frommes Moralisieren, wie sie bei den Protestanten schon gang und gäbe ist, jetzt auch die katholische Kirche bis in ihre höchsten Kreise erfaßt hat?

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Goethe über die evagelische Kirche

Diese Sätze habe ich in Goethes Autobiographie „Aus meinem Leben – Dichtung und Wahrheit“ entdeckt:

Doch war der kirchliche Protestantismus, den man uns überlieferte, eigentlich nur eine Art von trockner Moral; an einen geistreichen Vortrag ward nicht gedacht, und die Lehre konnte weder der Seele noch dem Herzen zusagen.

Das war also damals schon so!

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Wunderbares DHL-Deutsch

Das schreibt mir der Paketdienst DHL heute:

Bitte beachten Sie jedoch, dass wir Sendungen erst beauskunften können, wenn der Versender die Sendung oder die Sendungsdaten an uns übermittelt hat.

Ach, wie würde ich mich freuen, wenn DHL die Schule und den Deutschlehrer beauskunften könnte, denen wir einen solchen Satz zu verdanken haben.

Beste Grüße auf diesem Weg deshalb an den Übermittler der Sendung des Versenders! Ich freue mich schon darauf, wenn mir der Übermittler der Sendungsdaten bald auch die Sendung des Versenders der Sendung zukommen läßt!

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Gespinstmotten, wohin man blickt!

Selten sind sie nicht, aber so viele Gespinstmotten wie dieses Jahr habe ich noch nie in meinem Leben gesehen.

Wir haben hier viele Sträucher in unserer Wohnanlage, und jeder vierte oder fünfte Strauch ist schon befallen. Manche sind völlig kahlgefressen, und man kann beobachten, wie die kleinen Raupen dann auf die Nachbarpflanzen übersiedeln.

Ein schöner Anblick ist das nicht, aber die Raupen (und natürlich auch die Motten selbst) sind völlig ungefährlich. Die befallenen Laubgehölze erholen sich wieder und bilden im Juni die sog. Johannistriebe.

Es gibt mehrere Dutzend zum Teil schwer unterscheidbare Arten von Gespinstmotten in Mitteleuropa, die meisten dürften zur Gattung Yponomeuta gehören.

Von einem ca. 4 m hohen Baum bei uns um die Ecke, der kein einziges Blatt mehr hatte, haben sich die Raupen an einem meterlangen Faden herabgelassen – und zwar immer in kleinen „Klumpen“.

Das dürfte ein Zeichen ihrer „Schwarmintelligenz“ sein: eine einzelne Raupe ist den Freßfeinden schutzlos ausgeliefert, aber an diese wabernde Masse, die nicht dem Beuteschema entspricht, wagen sich die Vögel nicht heran.

„Gemeinsam sind wir stark!“

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Der Schwur des Wladimir Wladimirowitsch Putin

Das hat er heute wieder einmal geschworen, der russische Präsident:

Ich schwöre in Ausübung der Vollmachten des Präsidenten der Russischen Föderation, die Rechte und Freiheiten der Menschen und Bürger zu respektieren und zu gewährleisten, die Verfassung der Russischen Föderation zu achten, die Souveränität, Unabhängigkeit, Sicherheit und Integrität des Staates zu schützen und dem Volke treu zu dienen.

Man merke sich vor allem diesen Satz:  “ … die Rechte und Freiheiten der Menschen und Bürger zu respektieren und zu gewährleisten …“

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