Ein Vorschlag zur Abschaffung der Haßkommentare im Internet

Ich fordere seit langem die völlige Abschaltung der Kommentarfunktion in den Online-Ausgaben der Tages- und Wochenzeitungen. Die Fortschritte in dieser Sache sind leider kaum nennenswert: bei einigen Zeitungen sperrt man die Funktion, aber immer nur zeitweise und bei bestimmten Themen.

Das ist zu wenig.

Nirgendwo sonst findet man soviel Dummheit, soviel Haß, soviel Bosheit. Was einmal als besonders demokratisch gedacht war – jeder darf ungefiltert seine Meinung sagen! -, hat sich längst zur Meinungsdiktatur einer kleinen Minderheit von haßerfüllten Eiferern entwickelt, die jede abweichende Meinung niederbügeln.

Was tun?

Ich hätte da einen Vorschlag: es dürfen ab sofort nur noch Beiträge in korrekter Rechtschreibung und ordentlichem Deutsch veröffentlicht werden!

Das würde die Zahl der Haßkommentare um geschätzte 80% reduzieren.

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Sigmar Gabriel und die Militärausgaben – schon ein bißchen armselig!

Die SPD kommt in diesem Wahlkampf auf keinen grünen Zweig. Warum? Die Antwort fällt leicht, wenn man einmal den neuesten Ausfall von Sigmar Gabriel gegen die Kanzlerin unter die Lupe nimmt.

Mit dem Plan, die Militärausgaben zu erhöhen, so Gabriel, unterwerfe sich Merkel der „Militarisierungspolitik von US-Präsident Donald Trump“. Da kommt nicht nur der alte, in der heutigen Welt geradezu absurde Wolkenkuckucksheim-Pazifismus durch, sondern auch der traditionelle Antiamerikanismus der deutschen Linken mit allen gängigen Klischees: Gabriel spricht von „Kriegsgeschrei“ und von „unfaßbar kriegerischer Rhetorik“, über die er „schockiert“ sei – und meint damit nicht etwa Kim Jong-un, sondern ausschließlich den amerikanischen Präsidenten. Natürlich ist dessen Reaktion, dieses kindische Drohen und Bramarbasieren, dumm – aber es ist eine Reaktion, der Urheber des Konflikts heißt Kim Jong-un und nicht Donald Trump.

Außerdem: die SPD – das muß ihr doch endlich einmal jemand sagen! – ist zusammen mit Merkel seit Jahren an der Regierung. Sie hat alle Beschlüsse der Koalition mitgetragen. Jetzt auf einmal, nur weil Wahlkampf ist, sich davon zu distanzieren: das geht gar nicht.

Zumindest ist es unanständig, und das empfinden die meisten Menschen so.

Im übrigen wäre es fast selbstmörderisch, in einer Welt, die nicht mehr bipolar ist, sondern – von Huntington schon in den 90er Jahren präzise vorhergesagt – aus vielen kleinen Machtzentren besteht, den militärischen Schutz des eigenen Landes zu vernachlässigen. Nach allem, was man in den letzten Jahren gelesen hat, ist das militärische Gerät der Bundeswehr zum Teil in einem desolaten Zustand. Das sollte sich so rasch wie möglich ändern.

Das ist keine „Militarisierungspolitik“, sondern ein Gebot der Vernunft.

Wenn die SPD glaubt, daß sie mit abgestandenen Themen die Wahl gewinnen kann, dann wird sie im September ihr blaues Wunder erleben. Ein Grund zur Schadenfreude ist das allerdings nicht, denn die Partei hat eine große Geschichte, auf die sie stolz sein kann. Aber irgendwie schafft sie den Anschluß an die Moderne nicht – jedenfalls nicht mit dem Personal, das ihr heute zur Verfügung steht.

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Martin Schulz macht ein Späßchen

Nämlich im ZDF-Sommerinterview. Da sagte er doch tatsächlich:

Ich werde Kanzler.

Der Mann, so scheint mir, hat Humor.

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Trump über Charlottesville: „Gewalt auf vielen Seiten, auf vielen Seiten“

Überall in den USA haben seit Trumps Wahlsieg rechtsextreme Gruppen Zulauf. Jetzt wagen sie sich aus ihren Löchern. Ein weißer Mob aus Neonazis, Antisemiten, Ku-Klux-Klan-Anhängern und Rechtsextremisten hat in Charlottesville in Virginia eine ganze Stadt unsicher gemacht. Einer von ihnen, der 20jährige James Alex Fields, ist mit seinem Wagen mitten in die Gegendemonstranten gerast und hat eine Frau getötet und zahlreiche andere verletzt. Mehrere der Opfer sind noch in kritischem Zustand. Die mit Stöcken und Baseballschlägern bewaffneten Rechtsextremisten riefen „Blut und Boden“, „Heil Trump!“ und „Juden werden uns nicht ersetzen!“ und zeigten den Hitlergruß. Hakenkreuzfahnen waren auch zu sehen.

Und was sagt der Präsident dazu? In seinem Statement direkt aus dem Golfclub von Bedminster, New Jersey, heißt es:

We condemn in the strongest possible terms this egregious display of hatred, bigotry and violence, on many sides. On many sides. It’s been going on for a long time in our country. Not Donald Trump, not Barack Obama. This has been going on for a long, long time.

Gewalt gibt es also seit langer, langer Zeit – und „auf vielen Seiten“, wie er gleich zweimal betont. Schuldige gibt es da nicht, vor allem einen nicht: „not Donald Trump“. Dabei hat er mit Steve Bannon einen prominenten Vertreter der rechtsradikalen „alt-right“-Bewegung ins Weiße Haus geholt.

Trump wäre nicht Trump, wenn er nicht – selbst bei einem so traurigen Anlaß – zu einer weiteren armseligen Selbstbeweihräucherung ansetzen würde (zitiert nach CNN Online):

We have record — just absolute record employment. We have unemployment, the lowest it’s been in almost 17 years. We have companies pouring into our country. Foxconn and car companies, and so many others, they’re coming back to our country. We’re renegotiating trade deals to make them great for our country and great for the American worker. We have so many incredible things happening in our country. So when I watch Charlottesville, to me it’s very, very sad.

So viel Eitelkeit, soviel Gefühllosigkeit macht auch Monate nach Trumps Amtseinführung immer noch sprachlos.

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Männer-Dominanz in der evangelischen Kirche?

Es stimmt: in der katholischen Kirche sind nur Männer zum Priesteramt zugelassen. Was aber Margot Käßmann sagt, soll ausdrücklich für beide Konfessionen gelten:

Käßmann kritisiert Männer-Dominanz in der Kirche.

Es wehe immer noch „patriarchaler Geist durch die christlichen Kirchen“, deshalb fordere sie „Geschlechtergerechtigkeit“ und die „gleiche Würde von Frauen und Männern“.

Das scheint mir denn doch eine von feministischer Ideologie geleitete Aussage zu sein. Ich kenne zwar die Zahlen nicht, aber gefühlt geht es in der evangelischen Kirche schon länger fast wie in den Grundschulen zu, wo die Schüler kaum noch männliche Lehrkräfte zu Gesicht bekommen.

Wie sich das auf Verkündigung und Theologie auswirkt, darüber läßt sich natürlich streiten. Daß solche Auswirkungen bestehen, halte ich für ausgemacht.

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Eine Mahnung an politisierende Protestanten – aus berufenem Munde

Den zum Moralisieren und Politisieren geneigten Protestanten ins Stammbuch geschrieben – von ihrem Gründungsvater höchstselbst.

Aus Luthers Tischreden nämlich:

In der ganzen Kirchenlehre muß man sorgfältig darauf achten, welcher Teil recht eigentlich zum geistlichen Leben gehöre, welcher zum bürgerlichen und welcher zum politischen. Diese beiden Stücke müssen weit vom Evangelium getrennt werden.

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Das „ökologische“ Elektroauto – eine linksgrünes Ammenmärchen

Erinnern Sie sich noch an den „Veggie Day“? Wir sollten von den Grünen mit sanfter Gewalt gezwungen werden, an einem Tag in der Woche kein Fleisch zu essen. Freiwillig hat das dumme Volk das nicht getan (sie haben nicht pariert!), also wollte man sie zu ihrem Glück zwingen. Die Grünen mußten bald zurückrudern.

Jetzt geht es wieder darum, den Menschen – sachlich unbegründet, also aus rein ideologischen Gründen – ein angeblich wunderbares Produkt aufzuzwingen: das Elektroauto.

Es ist ein Auto, das fast keiner will – nicht einmal bei finanziellen Anreizen des Staates. Und vor allem ist es alles andere als ökologisch sinnvoll.

Wie das Fraunhofer-Institut (hier nachzulesen) festgestellt hat, fallen bei der Herstellung von Elektroautos 60% mehr CO2-Emissionen an als beim Bau von Automobilen mit Verbrennungsmotor. Und es werden dabei seltene Erden (Neodym) benötigt, die in China unter ökologisch katastrophalen Bedingungen abgebaut werden. Dabei entstehen sogar radioaktive Abfallprodukte.

Seltene Erden werden übrigens auch in den so wunderbar ökologischen Windkraftanlagen eingesetzt.

Die Karosserie des Elektroautos besteht weitgehend aus Aluminium, dessen Gewinnung aus Bauxit, wie man in der Süddeutschen Zeitung im November 2015 nachlesen konnte, „extrem energieintensiv“ ist:

Zurück bleibt mit Schwermetallen und Natronlauge versetzter Rotschlamm. Ein Großteil der Bauxitreserven befindet sich in tropischen Regenwäldern. Durch den starken Regen werden dort häufig Deponien überschwemmt – was Gewässer und Böden vergiftet. Zudem wird Bauxit über Tage abgebaut. „Deshalb muss oft in großem Maßstab Regenwald abgeholzt werden“, sagt Lukas Rüttinger, der bei der Denkfabrik Adelphi derzeit für das Umweltbundesamt an einer Studie über den Bauxitabbau im brasilianischen Regenwald arbeitet.

Wenn man den heutigen Strommix zugrundelegt, wird also ein Elektroauto seine schmutzige Herstellung erst nach ca. 100.000 gefahrenen Kilometern gutgemacht haben.

Will man aber neben der Ersetzung der herkömmlichen Kohle- und Kernkraftwerke auch noch Millionen von Elektroautos mit Strom aus Windkraftanlagen versorgen, dann müßte man das ganze Land flächendeckend mit Windrädern zubauen. Und selbst dann würde das Stromnetz wohl zusammenbrechen, wenn in einer Großstadt „künftig allabendlich Tausende Elektrofahrzeuge an Ladestationen angeschlossen würden“.

Und noch eins: man bräuchte für alle Autobesitzer wohnungsnahe Aufladestationen. In der F.A.Z. ist das für Frankfurt einmal durchgespielt worden. Das Resümee (hier nachzulesen):

„Es ist in den bestehenden, dichtbebauten Stadtteilen überhaupt nicht möglich, eine entsprechende Infrastruktur zu schaffen“, sagt Frank Junker, Chef der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG. „Es ist weder im Nord- noch im Ost- oder Westend denkbar, eine so große Zahl an Ladestationen und die dazugehörigen Stellplätze anzubieten.“ Man müsste dann den gesamten öffentlichen Raum mit Ladestellen überziehen, „das kann nicht funktionieren“.

Auf Sicht kann die Elektromobilität den Verbrennungsmotor nicht ersetzen – schon gar nicht in den Großstädten.

So sieht es aus. Wer aber das Märchen vom ökologischen Elektroauto glauben will, mag das tun. Das Postfaktische ist ja wieder groß im Kommen.

PS:  Jetzt hat auch Martin Schulz eine Quote für Elektroautos gefordert, und zwei Bundesministerinnen seiner Partei (Hendricks und Zypries) konnten ihm gar nicht schnell genug zustimmen. Die Zwangsbeglückung ist eben eine alte linke Tradition. Aber an der praktischen Vernunft der Menschen werden sie sich (hoffentlich!) die Zähne ausbeißen.

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„Wut und Zorn, wie sie die Welt noch nicht erlebt hat …“

Einer der besten Boxer aller Zeiten war Cassius Clay, der sich später Muhammad Ali nannte. Sein Selbstbewußtsein war enorm, und noch vor seinem ersten Kampf um die Weltmeisterschaft im Schwergewicht – die älteren unter den Lesern werden sich noch daran erinnern – rief er sein berühmtes „I am the greatest!“

„Großmaul“, loud-mouth, so nannte man ihn von da an.

Wie komme ich jetzt auf den Präsidenten der Vereinigten Staaten?

Die beiden sind so verschieden, wie man nur sein kann. In einem vor allem: daß nämlich bei Muhammad Ali hinter der großen Prahlerei eine große wirkliche Leistung gestanden hat.

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In Venezuela hilft nur ein Ende mit Schrecken!

Um der offenen Diktatur des Busfahrers Maduro ein Ende zu bereiten, müssen auch die Öleinfuhren aus diesem Land gestoppt werden. Warum schrecken die USA noch davor zurück? Das Argument, daß diese Maßnahme vor allem das venezolanische Volk treffe und nicht das korrupte Regime, ist nicht stichhaltig. Es ist ja jetzt schon so, daß die Menschen in Venzuela allein für ein paar Grundnahrungsmittel stundenlang anstehen müssen, die Inflation ist die höchste der Welt, und die medizinische Versorgung ist praktisch zusammengebrochen. Was soll da noch schlimmer werden?

Ein Volk, das von einem Regime mit solcher Menschenverachtung regiert wird, verliert irgendwann seine Angst. Dieser Zeitpunkt wird kommen, vielleicht nicht heute oder morgen, aber er wird kommen. Es ist wichtig, die Zeit bis dahin abzukürzen, damit der Blutzoll nicht noch größer wird.

Revolutionäre – von Robespierre über Lenin bis Mugabe – haben noch nie Hemmungen gehabt, das Blut ihres Volkes zu vergießen. Aber früher oder später hat noch jeden von ihnen sein verdientes Schicksal ereilt.

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Annegret Kramp-Karrenbauer traut sich, auch jetzt noch gegen die „Ehe für alle“ zu sein

Es ist beruhigend, daß es noch Menschen gibt, die bei ihrer Meinung bleiben und sich nicht dem  Druck des Zeitgeistes beugen.

Die saarländische Ministerpräsidentin gehört dazu. Sie ist eine eher unauffällige Politikerin, aber daß sie auch jetzt noch die „Ehe für alle“ ausdrücklich ablehnt, macht sie ganz besonders sympathisch. Der Rest der politischen Klasse berauscht sich an der eigenen Liberalität – oder ist verstummt. Aus der CDU, die zurecht immer gegen die absurde und grundgesetzwidrige Erweiterung des Ehebegriffs war, kommt nur noch peinliches Schweigen.

Und die Kanzlerin? Sie hat das Thema schnell abgehakt und freut sich, daß es kein Koalitionshindernis mehr ist. Um sie herum hat keiner mehr den Mut, die alten, im besten Sinne konservativen Positionen noch zu vertreten. Die Lucke-AfD hätte vielleicht das Zeug dazu gehabt – vor der feindlichen Übernahme durch die populistische Rechte.

Umso mehr muß man sich freuen, daß wenigstens noch einige wenige CDU-Politiker wie Frau Kramp-Karrenbauer treu zu Positionen stehen, die einmal die der ganzen Partei waren.

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