Humanes Ungarn

Im christlich-abendländischen Ungarn tritt heute ein neues Gesetz in Kraft, das Obdachlosen den Aufenthalt im Freien praktisch verbietet. Bei Zuwiderhandlung drohen Gefängnisstrafen.

Alles natürlich nur zum Besten der Obdachlosen, damit sie sich in die Obhut der staatlichen Heime begeben. In denen kann freilich höchstens ein Drittel von ihnen unterkommen. Mehr Plätze gibt es nicht.

Das zuständige ungarische Ministerium nennt sich übrigens Ministerium für Humanressourcen.

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Meine leib Speise!

Über eine georgische Spezialität, die chinkali, schreibt jemand im Internet:

Habe sie mal in Georgien gegessen und seid dem sind sie meine leib Speise!

Das hat übrigens ein Mensch mit deutschem Vor- und Nachnamen geschrieben.

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Das Zitat des Tages – wieder einmal von Donald Trump

Und das sagte er gestern in einem CBS-Interview:

Die Europäische Union wurde gebildet, um uns beim Handel auszunutzen. Und das ist, was sie getan haben. Niemand behandelt uns viel schlechter als die Europäische Union.

Wir leben – wie man auch daran sieht – in einer Zeit, in der immer mehr großmäulige, geistig arm ausgestattete Politiker das Sagen haben.

Aber auch deren Zeit wird wieder vergehen.

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Schöne arme Wörter (3): „Gutmensch“

Schon wieder so ein Wort, das in den Sog der Extremisten geraten ist. Oder war es da von Anfang an? Aber wie ist es zu seiner negativen Bedeutung gekommen? Und warum fühlt man sich beleidigt, nur weil man als „guter Mensch“ bezeichnet wird?

Sehen wir, was der Duden dazu sagt:

[naiver] Mensch, der sich in einer als unkritisch, übertrieben, nervtötend o. ä. empfundenen Weise im Sinne der Political Correctness verhält, sich für die Political Correctness einsetzt.

Das ist eine eher schlampig formulierte Definition, die (mit ihrem Schwergewicht auf der politischen Korrektheit) wohl kaum den Wortinhalt richtig wiedergibt. Genauer trifft es das einzige Wort, das im Duden eingeklammert steht: „naiv“. Der Begriff „Gutmensch“ (oder „Gutmenschentum“), der leider auch in der von mir sehr geschätzten F.A.Z oft gebraucht wird, ist (und war wahrscheinlich von Anfang an) ein Schimpfwort. Wer einen anderen als „Gutmenschen“ beschimpft, will damit sagen: der ist naiv, realitätsfremd, dumm, er kennt die Wirklichkeit nicht. Aber wenn wir das Wort so definieren: wer, um Himmels willen, war da alles ein Gutmensch? Jesus? Gandhi? Dürfen jetzt Zyniker und selbsternannte „Realisten“ damit jeden beschimpfen, der noch noch (begründete!) Hoffnung auf ein gutes Ende der Menschheitsgeschichte hat?

Nein, das Wort „Gutmensch“, so wie es in der politischen Auseinandersetzung gebraucht wird, ist wirklich ein Unwort. Wir sollten es nicht mehr verwenden – oder getrost der AfD und der Neuen Rechten überlassen, in deren verkommener Sprache es neben „völkisch“ und „Vogelschiß“ seinen angemessenen Platz finden mag.

PS:  Im aufgeklärten England des 18. Jahrhunderts gab es das Ideal des „good-natured man“, wie er etwa in Henry Fieldings wunderbaren Romanen immer wieder anzutreffen ist. Niemand hätte damals im Traum daran gedacht, daß aus dem „guten Menschen“ einmal ein Schimpfwort werden könnte.

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Aus dem Lande des Sultans

Wie man heute in der F.A.Z. lesen kann, ist der Etat für die Gefängnisse in der Türkei zur Zeit zehmal größer als der für die Bildung.

Das ist mehr als verständlich. Kluge Untertanen stören nur.

Für seinen tausendzimmrigen Palast (genaugenommen sind es 1150 Zimmer!) gibt der Sultan übrigens pro Jahr 93 Millionen Euro aus.

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Zwei Fragen zum absurden Dieselfahrverbot

Erstens:
Wie kann es sein, daß die Prozeßhansel von der „Deutschen Umwelthilfe“ ihre Prozesse gewinnen und damit die Industrie eines ganzen Landes gefährden, obwohl sie sich laut Wikipedia seit 20 Jahren mit jährlich 50.000 bis 70.000 € von Toyota (also einem direkten Konkurrenten der deutschen Autoindustrie!) finanzieren lassen? Wie kann es sein, daß Richter diesem Verein immer wieder recht geben, obwohl durch nichts bewiesen ist, daß Fahrverbote, die sich auf einige Straßen einer Großstadt beschränken, tatsächlich für bessere Luft sorgen? Wie kann es sein, daß das Berliner Verwaltungsgericht allen Ernstes verfügt, die Fahrverbote dürften nicht mit der Begründung hinausgezögert werden, daß die Ergebnisse weiterer Untersuchungen abgewartet werden müßten? Hat man etwa Angst vor einer ergebnisoffenen Untersuchung solcher Grenzwerte vor und nach dem Fahrverbot? Ahnt man vielleicht, daß hier auf Kosten unseres Landes und seiner Bewohner nur ein dummer Aktionismus durchgesetzt werden soll?

Zweitens:
Glaubt denn irgendjemand, daß in allen anderen Großstädten der EU eine frische Landluft herrscht – nur nicht in Frankfurt, Berlin, Hamburg und München? Wer bestimmt hier wie dort, wo die entsprechenden Meßgeräte aufgestellt werden? Wieviele Prozesse sind wegen der EU-Grenzwerte gegen Städte außerhalb Deutschlands geführt worden? Etwa keiner?

Und: gilt das alte, ungeschriebene Gesetz nicht mehr, daß man Nutzen und Schaden auch vor Gericht sorgfältig gegeneinander abwägen sollte? Oder handelt man hier nach dem Satz „Fiat iustitia et pereat mundus“?

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Schöne arme Wörter (2): „Heimat“

Wörter sind nie einfach nur sachliche, konkrete  Bezeichnungen, sie haben oft eine Aura um sich, und sie lösen Gefühle aus, die man nur schwer beschreiben kann.

„Heimat“ ist so ein Wort. Wie schwierig es ist, mit den Konnotationen dieses Wortes umzugehen, zeigt der Versuch, es beispielsweise ins Englische zu übersetzen. Ich habe mal meinen alten Muret-Sanders herausgeholt (Enzyklopädisches englisch-deutsches und deutsch-englisches Wörterbuch, Berlin 1905) und unter dem Stichwort „Heimat“ folgendes gefunden:

home
(häusliche Niederlassung, Wohnsitz) settlement, domicile,
(Geburtsort) birthplace, native place,
(Vaterland) native country or land, fatherland,
(Geburtsstätte) native soil, oft parish,
(Vaterhaus) paternal habitation or roof.

„Home“ kommt dem deutschen Wort sicher am nächsten, aber schwingt da alles mit, was wir mit dem deutschen Wort „Heimat“ verbinden? Ich glaube nicht. Sprachen, das kann man nicht oft genug sagen, zeigen jeweils eine ganz eigene Sicht der native speaker auf die Welt, sie sind nicht sachlich, neutral, sie interpretieren immer auch die Welt, und diese Gefühle und Schwingungen, die einem Muttersprachler beim Hören des Wortes sofort und unausgesprochen in den Sinn kommen, kann man nur ganz schwer in eine andere Sprache transportieren.

Daß Sprache auch mißbraucht werden kann, ist eine Platitüde, weil buchstäblich alles mißbraucht werden kann – wenn man nur böswillig genug ist. Auch der heutige Sprachfeminismus mit seinen absurden Doppelformen (Studentinnen und Studenten usw.) und all seinen * und -Innen ist nichts anderes als der Mißbrauch der Sprache im Namen einer Ideologie.

Diktaturen und autoritäre Regime jeder Art mißbrauchen die Sprache fast immer. Wir kennen das zur Genüge aus der Propagandasprache der NS-Zeit, in der etwa „Heimat“, „deutsch“, „Volk“ u.ä. besonders beliebt waren. Warum? Weil gerade in diesen Wörtern viele positive Gefühle mitschwingen, so konnte man sie leicht in den Dienst der Ideologie stellen. Nach dem Krieg waren sich (zurecht!) alle darin einig, daß man viele dieser „befleckten“ Wörter nicht gleich wieder verwenden sollte, als ob nichts geschehen sei. Inzwischen ist viel Zeit vergangen, und man kann ein Wort wie Heimat selbstverständlich wieder völlig unbefangen verwenden.

Daß viel Zeit seit dem Nationalsozialismus verflossen ist, hat aber leider auch eine unerfreuliche Seite: die extreme Rechte, zu der man inzwischen auch weite Teile der AfD rechnen muß, versucht mit einigem Erfolg, auch schwer belastete Wörter wie „völkisch“, „System“, „Altparteien“ oder „Lügenpresse“ wieder hoffähig zu machen. Sie kann dabei auf das nur noch rudimentäre Geschichtswissen in großen Teilen der Bevölkerung zählen.

Wir haben in der Oberstufe (das war Mitte der 60er Jahre) die deutsche Geschichte von 1848 bis zur NS-Zeit ausführlich behandelt, und zwar nicht in dozierender Form, sondern fast ausschließlich durch das gemeinsame Studium von Quellen, die unser Geschichtslehrer, Oberstudienrat Udo Fischer, immer in schweren Ordnern herbeischleppte: es waren Alltagstexte, Verträge, Zeitungsausschnitte und vieles andere aus der jeweiligen Zeit, und sie gaben uns ein buntes (und selbst erarbeitetes) Bild jeder geschichtlichen Epoche.

Bald darauf gerieten die Schulen in den Sog „fortschrittlicher“ Reformer, und nicht nur in Hessen wurde der Geschichtsunterricht sogar ganz abgeschafft: er ging zusammen mit Sozialkunde und Geographie in dem neuen Fach Gesellschaftslehre auf.

Die Folgen sind bis heute zu spüren, sie werden auch noch künftige Generationen von Schülern zu geschichtsblinden Erwachsenen heranziehen.

PS:  Zum Thema Geschichte sei noch ein Vers Goethes aus dem West-östlichen Divan nachgereicht:

Wer nicht von dreitausend Jahren
Sich weiß Rechenschaft zu geben,
Bleib im Dunkeln unerfahren,
Mag von Tag zu Tage leben.

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Schöne arme Wörter (1): „Vielfalt“

Es gibt Wörter, die haben den Gebrauch nicht verdient, den man heutzutage von ihnen macht.

Zu ihnen gehört das Wort „Vielfalt“.

„Vielfalt“ ist, nach dem Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm, eine „jüngere bildung“, die erst bei Christian Friedrich Daniel Schubart im 18. Jahrhundert belegt ist. Vielfalt ist dort, was ja naheliegt, das Gegenteil von Einfalt.

Heute ist das Wort in das sprachliche Kampfgetümmel zwischen den politischen Lagern am linken und rechten Rand geraten. Jahrelang war es (wie etwa Multikulti u.ä.) ein unwidersprochener Schlachtruf der Linken und Grünen, und es wurde immer mehr mit ideologischem Inhalt gefüllt.

Testen Sie sich einmal: was fällt Ihnen ein, wenn Sie das Wort Vielfalt hören? Vielen kommt da zuerst der Begriff der „sexuellen Vielfalt“ in den Sinn (eine Folge der effektiven Lobbyarbeit der Schwulenverbände), ansonsten allenfalls noch die „vielfältige“ Herkunft der Migranten. Ein schönes und unschuldiges Wort ist also politisch „aufgeladen“ worden, die vielfältige Bedeutung des Wortes Vielfalt ist reduziert und eingeengt.

Muß man sich das gefallen lassen? Ganz und gar nicht! Vielfalt ist ein schönes altes Wort, das man – wie viele andere politisch mißbrauchte Wörter – gegen die Ideologen von rechts und links in Schutz nehmen muß.

Man muß es erst vom roten und brauen Rost befreien, damit es wieder in seinem alten Glanz erstrahlen kann.

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Kavanaugh – er hat sogar Bier getrunken!

Brett Kavanaugh ist nicht gerade ein Mann, den ich im Supreme Court sehen möchte (ich habe auf CNN längere Ausschnitte aus seiner Anhörung verfolgt), aber man macht ihm ja nicht Vorwürfe, die seine fachliche Kompetenz oder (worüber man noch streiten könnte) seine konservative Einstellung betreffen. Nein, man gräbt, um ihn beruflich zu vernichten, sexuelle Eskapaden aus seiner Zeit an der Highschool aus, was im puritanischen Amerika auch im Jahr 2018 noch für einen Skandal gut ist.

Auch die #metoo-Bewegung ist ja ein Kind dieser amerikanischen Bigotterie.

Aber es kommt noch schlimmer: Kavanaugh hat damals auch Bier getrunken! Natürlich finden sich da ein „früherer Studienfreund“ und ein college friend, die das alles bestätigen, und große US-Zeitungen zögern nicht, ihre Aussagen detailliert wiederzugeben. Kavanaugh selbst sagt:

I drank beer with my friends. Almost everyone did.

Und dann fügt er – fast trotzig – hinzu:

I liked beer. I still like beer.

An dieser Stelle hat man nicht nur Mitleid mit einem Mann, dessen private und berufliche Existenz durch politische Winkelzüge zerstört werden soll, man ist fast froh, daß er sich endlich einmal ein wenig aufbäumt gegen seine Widersacher, auch wenn es ihm wenig helfen wird.

Ob er an Gott glaube, wird er allen Ernstes von einem Senator gefragt. Aber viel treffender wäre an dieser Stelle der Verweis auf Jesus und die Ehebrecherin gewesen, die gesteinigt werden soll (Joh 8,3). Denen, die um die Todgeweihte herumstehen, sagt Jesus:

Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.

Und alle machen sich still davon.

Die Senatoren aber bleiben sitzen. Sie zögern nicht, den ersten Stein zu werfen.

Die Hypothek, die seit den Pilgervätern auf diesem Land lastet, wiegt schwer – auch noch im 21. Jahrhundert.

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President in love

Donald Trump hat sich während seiner Verhandlungen mit Kim Jong-un verliebt. Aber hören wir ihn selbst:

I was really being tough and so was he. And we were going back and forth, and then we fell in love. Okay? No really. He wrote me beautiful letters. They’re great letters. We fell in love.

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