Nein, nicht schon wieder! Mustafa Yeneroğlu heute abend bei Maybrit Illner

Mustafa Yeneroğlu, der allen Ernstes als „Vorsitzender des Menschenrechtsausschusses im türkischen Parlament“ vorgestellt wird, ist nicht zum ersten Mal bei Maybrit Illner. Über seinen peinlichen Auftritt in der Sendung am 21. Juli 2016 habe ich an dieser Stelle berichtet.

Warum Frau Illner ihn schon wieder eingeladen hat, weiß ich nicht. Vielleicht will sie zeigen (das wäre tatsächlich die einzig denkbare positive Begründung!), wes Geistes Kinder die Hofschranzen rund um den Sultan sind?

Yeneroğlu jedenfalls wird sich auch heute abend wieder als der Rüpel erweisen, der er ist: eben ein Kleiner Sultan, der den Großen Sultan würdig vertritt.

Gutes Benehmen darf man von beiden nicht erwarten.

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Wer hätte das gedacht? Erdogan macht Witze!

Sein neuester Witz (er hat ihn am Mittwoch in einer Rede in Ankara zum Besten gegeben):

Wir als Türkei rufen Europa auf, Demokratie, Menschenrechte und Freiheiten zu respektieren.

Ach, selten so gelacht!

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Die (osmanische) Arroganz der Macht: Erdogans Mann in Bulgarien

Erdogan glaubt, in völliger Verkennung seiner Bedeutung in der Welt, er könne mit der Axt auf alles hauen, was sich ihm in den Weg stellt.

Zu seinen plumpen Angriffen auf den „Westen“ muß man nichts mehr sagen. Aber jetzt geht er in einer ähnlichen Tonlage auch gegen Bulgarien vor. Dort gibt es eine kleine türkische Minderheit (um die 10% sollen es sein) – und dort finden am Sonntag Wahlen statt. Erdogan mischt sich nach Kräften ein.

Sein Botschafter in Bulgarien, ein gewisser Süleyman Gökce, scheint genau so ein Rüpel zu sein wie sein Dienstherr. Das berichtet jedenfalls ein Kenner der diplomatischen Szene in Sofia, wie man in der heutigen F.A.Z. nachlesen kann:

Er benimmt sich wie der Vertreter eines Imperiums und erwartet, von allen Spitzenpolitikern nach kurzfristiger Anmeldung sofort empfangen zu werden. Bekommt er seinen Willen nicht, droht er.

Seine Trinkfestigkeit scheint übrigens so stark ausgeprägt zu sein wie seine Arroganz.

Eine der beiden Parteien der bulgarischen Türken, die Erdogan favorisiert, wird von ihm kräftig unterstützt: durch Besuche türkischer Minister etwa (unter anderem von jener Familienministerin, die von den Niederlanden kürzlich aus dem Land geworfen wurde) und durch ganze Busladungen von Türken, die mit bulgarischem Paß in der Türkei leben und zu den Wahlen nach Bulgarien gekarrt werden.

Auch da gilt Erdogans Alleinvertretungsanmaßung: wo immer auf der Welt Türken leben, da ist die Türkei, und da hat der Sultan das Sagen.

Glaubt er.

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Wahlrecht für Säuglinge!

Der Deutsche Familienverband hat eine Kampagne gestartet. Das Ziel: Wahlrecht von Geburt an. Schirmherrin der Kampagne ist die frühere SPD-Familienministerin Renate Schmidt. Sie sagt (hier nachzulesen):

Bisher bleiben 13 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ohne Gehör, wenn es um Mitbestimmung in unserem Land geht.

Die Interessen der Jüngsten dürfen nicht länger unter den Tisch fallen!

Natürlich kann das Baby vielleicht gerade einmal „ma-ma“ sagen, aber noch nicht „will es-pe-de wählen“. Deshalb schlägt Frau Schmidt – zusammen mit nicht wenigen anderen Politikern – folgendes Prozedere vor:

Damit Kinder sich an den demokratischen Prozessen beteiligen können, brauchen sie in ganz jungen Jahren Treuhänder, die stellvertretend ihr Wahlrecht wahrnehmen. Wie in allen anderen Belangen sind das ihre Eltern. Sobald ihr Interesse und ihr Wunsch zur politischen Teilhabe groß genug sind, können sie sich ins Wählerverzeichnis eintragen lassen und das Treuhänderwahlrecht der Eltern erlischt.

Jetzt habe ich nur noch eine Frage: welches berauschende Getränk haben Renate Schmidt und die anderen Unterstützer der Kampagne zu sich genommen, als ihnen diese Idee gekommen ist?

PS: In deutschen Familien leben nicht nur Kinder, sondern auch (geschätzt) 13 Millionen Katzen und 8 Millionen Hunde. Auch ihre Interessen sollten nicht länger unter den Tisch fallen. Ich fordere das Wahlrecht für Hunde und Katzen! Herrchen und Frauchen dürfen dann treuhänderisch für sie wählen. Eine „höhere Wahlbeteiligung“ (ausdrücklich eines der Ziele dieser Kampagne) dürfte damit auf jeden Fall gewährleistet sein.

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Die Europäer wollen wieder Gaskammern!

„Die Europäer“, hat Erdogan soeben gesagt (hier nachzulesen), würden am liebsten wieder „Gaskammern und Sammellager“ einrichten, aber

das trauen sie sich nur nicht.

Und wen wollen die Europäer deiner Meinung nach in die Gaskammern stecken, großer Sultan? Die Türken vielleicht?

Dieser Mann hat offensichtlich den Verstand verloren – anders kann man es nicht mehr ausdrücken. Und jeder, der hier in unserem Land lebt und einen solchen Mann wählt, sollte sich sehr genau überlegen, was er damit tut. Wer nämlich schon im Wahlkampf so redet wie Erdogan – wie wird der erst handeln, wenn man ihm durch das Referendum unumschränkte Macht verleiht?

Ach, es sind sonderbare Zeiten, und gar seltsame Typen von Politikern bringt unsere Zeit hervor: Erdogan, Trump, Putin, und wie sie alle sonst noch heißen.

Obwohl, das muß man einschränkend sagen: verglichen mit Trump und Erdogan ist Putin ja fast ein Ausbund von Vernunft, Ruhe und Verläßlichkeit.

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Jetzt hör mal gut zu, Donald Trump!

Hast du keine Kinderstube? Haben dir deine Eltern nicht beigebracht, wie man sich benimmt?

Da kommt ein Staatsgast zu Besuch zu dir, und du sitzt da wie ein Ölgötze und guckst in die andere Richtung! Ich verrate dir jetzt ein Geheimnis (für die meisten Politiker auf der Welt ist das gar kein Geheimnis, für dich aber offenbar schon): man kann sehr hart miteinander verhandeln, um die eigenen Interessen zu vertreten, und doch ein Minimum an Anstand und Höflichkeit wahren.

Wirklich, das geht!

Und noch eines muß ich dir sagen: einen Gast verabschieden und ihm dann zusammen mit einem kleinen Kompliment (selbst das war ja mit Eigenlob durchtränkt!) auch noch Forderungen und Grobheiten hinterherzutwittern – das geht gar nicht.

Ich bin jedenfalls heilfroh, daß ich in einem Land lebe, in dem eine Angela Merkel Kanzlerin ist – und nicht in Trumpland.

PS: Wenn sich jemand benimmt wie ein Elefant im Porzellanladen, dann sagt man hierzulande: das ist ein Trumpeltier.

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Das Zitat des Tages – Wie der Sultan dem Türkentum in der EU zum Sieg verhelfen will

Das sagte Erdogan gestern in Eskisehir (hier nachzulesen):

Macht nicht drei, sondern fünf Kinder, denn ihr seid die Zukunft Europas. Das wird die beste Antwort sein, die ihr auf die Unverschämtheiten, Feindseligkeiten und Ungerechtigkeiten, die man euch antut, geben könnt.

Man denkt ja oft, Erdogan sei schon an seinem politischen und moralischen Tiefpunkt angekommen. Aber er überrascht uns immer wieder damit, daß er noch tiefer sinken kann.

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Der Sultan möchte einen kleinen Religionskrieg – damit er Sultan bleibt

Woran erkennt man einen Lakaien? Daran, daß er noch eifernder redet als sein Herrscher.

Nehmen wir einmal den türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu. Für seinen Herrn, den großen Sultan, sind wir im freien Westen alle Nazis (Nazialmanya, Nazihollanda). Hat eigentlich je irgendjemand von uns einmal von Nazitürkiye gesprochen? Nein, und das werden wir auch nicht, denn auf das armselige Niveau der türkischen Führung muß man sich nicht begeben.

Cavusoglu holt jetzt die ganz große Religionskeule heraus:

Bald könnten in Europa auch Religionskriege beginnen, und sie werden beginnen.

Ach, lieber Mevlüt: wir hier im Westen haben Jahrhunderte und unter schweren Opfern für unsere politische Freiheit gekämpft (gegen unsere eigenen Despoten und auch, wie auf dem Balkan, gegen die osmanischen). Glaubst du im Ernst, daß du uns Angst machen kannst? Du redest von „zwei Milliarden Muslimen“. Sollen wir uns vor ihnen fürchten? Meinst du das? Nein, wer seine Religion nur noch mit Zwang, Gewalt und Terror verbreiten kann, wie es der Islam heute in großen Teilen der Welt tut, der hat schon verloren. Im siebten Jahrhundert ist das noch gutgegangen, denn mit den brutalen Angriffswellen der arabischen Krieger hatte damals niemand gerechnet.

Heute kennen wir unseren Gegner besser. Nein, es wird keinen Kampf, es wird keine Religionskriege geben, ihr werdet uns nicht ins frühe Mittelalter zurückkatapultieren können. Niemals!

Aber dann wirst du so großmäulig wie dein Herr und Meister:

Deshalb könnt Ihr mit der Türkei nicht im Befehlston sprechen. Ihr müsst anständig reden, Ihr könnt um etwas bitten.

Ja, das ist der Tonfall, wie man ihn von Despoten kennt. Könnte es sein, daß du samt deinem Sultan und deiner AKP, daß ihr alle also nicht von dieser Welt seid, oder besser: daß ihr ganz aus der Zeit gefallen seid? Wer mit einem Religionskrieg droht, kann ja wohl nicht wirklich im 21. Jahrhundert leben.

Cavusoglu plappert freilich nur nach, was sein Chef diktiert – er ist his master’s voice. Und sein Chef, der Sultan, der immer größenwahnsinniger wird (ja, diesen Komparativ muß man hier benutzen, auch wenn er sprachlich nicht schön ist!), dieser Sultan, der für einen Sieg beim Referendum nicht nur sein eigenes Land ins Unglück stürzt, der notfalls die halbe Welt mit in den Abgrund stoßen würde, nur um Sultan zu bleiben, ausgerechnet dieser maßlose Haßprediger aus Ankara sagt über die Länder des freien Westens:

Die haben einen Kampf zwischen dem Kreuz und dem Halbmond angefangen.

Ja, das hätte er gern. Den Gefallen tun wir ihm nicht. Erdogans Verachtung für den „Christenklub“ (so nannte er die EU) hat er übrigens schon schon im Jahr 2004 ausgedrückt. Leider hat man ihm damals nicht die deutliche Antwort gegeben, die so eine Bemerkung verdient.

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Bei Maybrit Illner heute abend: schon wieder Fatih Zingal!

Fatih Zingal, 38, ist ein glühender Anhänger des türkischen Präsidenten. Deshalb ist schon der Name des Islamverbands, den er als stellvertretender Vorsitzender vertritt – die „Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD)“ – eine Unverfrorenheit. Diese Gruppe macht nämlich nur Lobbyarbeit für Erdogan und seine AKP und damit für die Abschaffung der Demokratie. Daß er innerhalb dieses Verbands das „Kompetenzzentrum Politik“ leitet, ist eine Pointe besonderer Art.

Die Frage, über die man wirklich einmal nachdenken sollte: muß man einen solchen Mann immer und immer wieder einladen? Muß man ihm wirklich zur besten Sendezeit die Möglichkeit zur Agitation für den Sultan, für dessen Politik der Islamisierung und der Massenverhaftungen und für die Einführung der Todesstrafe geben? Bei Anne Will hat man am Sonntag wieder einmal gesehen, wie unangemessen sich türkische „Gäste“ in unseren Talkshows verhalten.

Vielleicht denken sie: in Nazialmanya darf man das?

Leute wie Zingal nutzen die Freiheiten, die sie hier haben, um für die Abschaffung der Freiheit zu werben. Wenn man sie schon einlädt, dann muß man ihnen wenigstens einen wortkräftigen Widersacher entgegensetzen – und nicht einen wie Peter Altmaier, der viel zu redlich und und viel zu gutmütig ist, um sich gegen einen türkischen Demagogen behaupten zu können.

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Spätpubertierende Politiker allüberall

Die Geschichte ist immer für Überraschungen gut. Eine Zeit wie diese jedenfalls, in der Männer im gesetzten Alter sich wie Pubertierende benehmen, hat man – selbst wenn man schon mehr als sechs Jahrzehnte auf Erden geweilt hat – noch nicht erlebt.

Diese Politiker, die zur Zeit wie Pilze aus dem Boden schießen, sind selbst schon im vorgerückten Alter: Erdogan ist 63, Putin 64,  Trump gar 70. Und wie benehmen sie sich? Als seien sie noch in der Pubertät. Manchmal denkt man sogar: sie reden und handeln wie Kleinkinder in der Sandkiste. Da nimmt ein Kind dem andern das Sandschaufelchen weg, so wie Putin der Ukraine die Krim wegnimmt. Erdogan tobt wie ein Fünfjähriger: die im Westen haben angefangen! Menno! Die werde ich ganz doll verhauen! Und Trump? Der verkörpert in Vollendung die mißlungene Menschwerdung und wird sehr, sehr böse, wenn man ihm den Lutscher wegnimmt.

Mein Gott, könnt ihr euch nicht mal wie Erwachsene benehmen? Habt ihr das nie gelernt? Wollt ihr ewig pubertieren?

Von einem Politiker erwarte ich, daß er sich wie ein Mann benimmt. Daß gerade jetzt so viele infantile Politiker ins Amt gewählt werden, zeigt leider, daß es auch bei den Wählern mit der Reifung und dem Erwachsenwerden nicht zum Besten gestellt ist.

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