Ich volke um, du volkst um, er, sie es volkt um

Wer hätte noch vor zehn Jahren gedacht, daß es in Deutschland einmal solche Konjugationen geben würde?

Nachdem meine besondere Freundin Frauke Petry, die Unschuld vom Lande, in gespielter Naivität gemeint hatte, das Wort „völkisch“ sei doch nur ein ganz unschuldiges, einfach vom Substantiv „Volk“ abgeleitetes Adjektiv, twittert nun die Bundestagsabgeordnete der CDU, Bettina Kudla, die „Umvolkung“ sei in Deutschland in vollem Gang.

Liebe Braune aller Parteien: ich wiederhole meinen Vorschlag, daß ihr euch alle auf einer einsamen Insel (außerhalb der EU!) vereinigt, dann könnt ihr dort in aller Ruhe das einschlägige Schrifttum aus den 30er Jahren studieren und die braunen Wörter nach Herzenslust konjugieren und deklinieren!

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Diktator Erdogan

Ich habe es an dieser Stelle schon ein paarmal gefragt, und ich werde es immer wieder fragen:

Welche Werte verteidigt die NATO zusammen mit einem selbstherrlichen, autoritären Herrscher wie Erdogan, der sich zum Diktator augeschwungen hat und sein Land ruiniert?

Gewählt worden ist er – aber er hat danach die Verfassung der Türkei, die freie Presse und die unabhängige Justiz praktisch außer Kraft gesetzt und aus einer in vielen Bereichen liberalen, weltoffenen Türkei ein islamisches, auf seine Person zugeschnittenes Regime gemacht, in dem jeder Intellektuelle seiner Willkür (und der seiner Schergen in Polizei und Justiz) ausgesetzt ist.

Erdogan hat 45 Zeitungen schließen lassen, dazu (wie man hier nachlesen kann) 15 Zeitschriften, 16 Fernsehsender, 23 Radiosender und drei Nachrichtenagenturen. Es sind mindestens 119 Journalisten in Haft, und die Zahl steigt täglich. Natürlich sind sie alle „Terroristen“, und die „Säuberungen“ gehen weiter.

Auch 11.000 Lehrer hat er entlassen, von den Richtern und Justizbeamten ganz zu schweigen.

Erdogan ist eine Schande für sein Land, und selbst wenn ihn seine ergebenen Anhänger als büyük lider, als „großen Führer“ feiern, wird die Geschichte ihm ein vernichtendes Urteil ausstellen.

Das gilt aber aber auch für die USA und die EU, die seine Untaten mit feiger Nachsicht begleiten.

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„Einsammeln und wegbringen“ – so redet ein Orbán auch heute noch

„Einsammeln und wegbringen“ solle man illegale Flüchtlinge – und sie dann außerhalb der EU in Lager pferchen.

So wie man Müll einsammelt und zur Tonne bringt.

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Putin und Assad lassen einen UN-Hilfskonvoi zerstören

Es ist nicht von Bedeutung, ob es das Assad-Regime war oder Putins Rußland,  das den für Aleppo bestimmten Hilfskonvoi der Vereinten Nationen zerstört hat. Es handelt sich auf jeden Fall, wie selbst die sonst eher zurückhaltende UNO verlauten läßt, um ein schweres Kriegsverbrechen.

Assad selbst gehört schon lange vor einen internationalen Gerichtshof gestellt, ich bin sicher, daß diese Stunde einmal kommen wird. Die Mühlen der Justiz mahlen zwar unerträglich langsam, aber sie mahlen. Auch die Kriegsverbrecher im ehemaligen Jugoslawien haben das spüren müssen.

Das gilt selbstverständlich auch für Putin. Er hat die faktische Macht in Syrien und ist damit für alles verantwortlich, was dort geschieht. Das müßte (zusammen mit dem, was er sich in Tschetschenien, Georgien und der Ukraine geleistet hat) zumindest für eine Anklage reichen.

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Phoenix und die Ein Zimmer Hausmeister Wohnung

Auf der Internetseite des Senders Phoenix (www.phoenix.de) liest man über den Filmemacher Wolfgang Ettlich:

Mit seiner Schwester und den Eltern wuchs er im Seitenflügel in einer Ein Zimmer Hausmeister Wohnung auf.

In einer „Ein Zimmer Hausmeister Wohnung“! So schreiben Redakteure eines öffentlich-rechtlichen Senders im Jahr des Herrn 2016 auf ihrer offiziellen Seite – da erübrigt sich jeder Kommentar.

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Jean Asselborn – einer der letzten echten Europäer

Den luxemburgischen Außenminister mag ich einfach, er spricht mir fast immer aus der Seele. Er ist nämlich nicht, wie etwa der immerfort weichgespülte Steinmeier, ängstlich-diplomatisch, nein, wenn er zum Beispiel über meinen besonderen Freund Orbán spricht, den ungarischen Ministerpräsidenten, dann redet Asselborn Tacheles:

Typen wie Orbán haben uns eingebrockt, dass die EU in der Welt dasteht wie eine Union, die sich anmaßt, nach außen Werte zu verteidigen, aber nach innen nicht mehr fähig ist, diese Werte auch aufrechtzuerhalten.

Über die Behandlung der Flüchtlinge in Ungarn sagt er, völlig zurecht:

Hier werden Menschen, die vor dem Krieg fliehen, fast schlimmer behandelt als wilde Tiere.

Jetzt geht Asselborn noch weiter und fordert den Ausschluß Ungarns aus der Europäischen Union:

Wir können nicht akzeptieren, dass die Grundwerte der Europäischen Union massiv verletzt werden. Wer wie Ungarn Zäune gegen Kriegsflüchtlinge baut oder wer die Pressefreiheit und die Unabhängigkeit der Justiz verletzt, der sollte vorübergehend oder notfalls für immer aus der EU ausgeschlossen werden.

Bravo! So redet ein Europäer, für den die europäischen Werte nicht nur Teil von Sonntagsreden sind. Wir haben schon lange genug zugesehen, wie sich in Osteuropa ein Klüngel von immer mehr autoritär ausgerichteten Regimen bildet, die nur noch EU-Gelder abgreifen und den Schutz der NATO genießen wollen, ohne irgendetwas solidarisch für die Gemeinschaft zu tun. Ungarn, Tschechien und Polen gehen dabei besonders widerwärtig vor.

Man sollte in der EU unbedingt rechtliche Möglichkeiten schaffen, die Mitgliedschaft solcher Regime zu suspendieren, bis sie wieder in den Kreis der Demokratien zurückkehren.

PS: Natürlich beschimpft die ungarische Regierung Asselborn (er sei „arrogant und frustriert“), und natürlich ist der Leisetreter Steinmeier auf Orbáns Seite. Aber das tut nichts dazu.

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Islamophob und homophob sind wir sowieso – jetzt haben wir auch noch das Helfersyndrom!

Armes Deutschland!

Gerade hat uns der feine Herr Mazyek bescheinigt, daß Rassismus und Islamophobie bei uns immer weiter um sich greifen, und jetzt kommen auch noch Hans-Olaf Henkel und der „bekannte Ökonomieprofessor“ Joachim Starbatty (kennt den irgendjemand?) und diagnostitizieren nicht nur bei der Kanzlerin (das versteht sich!), sondern auch beim ganzen deutschen Volk ein schweres „Helfersyndrom“.

Bei Phobien und Syndromen handelt es sich um medizinische bzw. psychiatrische Fachbegriffe, deshalb kann man nur staunen, wie gut sich die Herren Mazyek (Beruf: Muslim), Henkel (Beruf: Manager) und Starbatty (wie schon gesagt: ein „bekannter Ökonomieprofessor“) in diesen Fächern auskennen, die ihnen ja eigentlich fremd sind.

Wie dem auch sei, die Deutschen sind nicht ganz richtig im Kopf, sie leiden an einem Helfersyndrom und müssen von den genannten Herren geheilt werden. Daß Angela Merkel daran praktisch unheilbar erkrankt ist, davon gehen die beiden Herren in ihrem Buch wohl aus, aber für die Deutschen insgesamt sehen sie wohl doch noch ein bißchen Hoffnung. Aber nur, wenn die Deutschen das Buch kaufen, das sie geschrieben haben!

Übrigens, meine Herren Buchautoren: wenn die Deutschen schon dieses „Syndrom“ haben, nur weil sie sich angesichts des Flüchtlingselends wie ganz normale, freundliche Mitmenschen verhalten haben: welches Stadium des Helfersyndroms würden Sie dann erst Jesus zuordnen?

Der muß dann ja völlig verrückt gewesen sein!

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Schon wieder Khola Maryam Hübsch!

Gerade war sie bei Maybrit Illner – da ist sie vor allem dadurch aufgefallen, daß sie dem Vertreter der Jungen Union den Handschlag verweigert hat. Und das ist leider eine Art Ritterschlag in der deutschen Talkshow-Szene!

Plasberg hat die Dame postwendend für heute abend zu Hart aber fair eingeladen (kleine Provokationen sind immer gut für die Quoten!), und man kann getrost davon ausgehen, daß sie nun von Talkshow zu Talkshow herumgereicht wird wie einst der unsägliche Imam von Leipzig.

Ich wiederhole, was ich an anderer Stelle geschrieben habe:

Warum lädt man solche „Berufs-Muslimas“ immer und immer wieder in die Talkshows ein? Warum nicht auch einmal eine der vielen türkischstämmigen Frauen, die hier unter uns leben und arbeiten und stolz sind auf die Freiheiten, die sie hier – anders als in den muslimischen Ländern – genießen? Und die für ihre Identität, für ihre Würde weder ein Kopftuch noch Burka oder Burkini brauchen?

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Worte der Vorsitzenden Frauke

Die Vorsitzende Frauke überrascht uns fast so oft wie damals, in den 60er Jahren, der Vorsitzende Mao. Und zwar mit goldenen Worten. Heute wird von ihr das Wort zitiert, die AfD sei die „Partei des sozialen Friedens“. Wie man eine Partei von Haßpredigern so bezeichnen kann, weiß kein Mensch. Wahrscheinlich weiß es Frauke Petry selbst nicht.

Aber es ist ja nicht ihr einziges Wort, das die Menschheit in Staunen versetzt. Das alte Naziwort „völkisch“ zum Beispiel sieht sie – da stelle mer ons emal janz domm! – als völlig unschuldiges, vom Substantiv „Volk“ abgeleitetes Adjektiv. Nun bin ich wirklich nicht dafür, daß man schöne deutsche Wörter (wie etwa „Heimat“) heute nur deshalb nicht mehr verwendet, weil die Nazis sie mißbraucht haben. Aber ein paar Wörter gibt es schon, die von ihnen ein für allemal unverwendbar gemacht wurden: „Endlösung“ zum Beispiel, „Rassengesetze“ – und eben auch „völkisch“. Ob Frauke Petry je einen Blick in den „Völkischen Beobachter“ geworfen hat, weiß ich nicht. Wahrscheinlich nicht, sonst hätte sie wohl kaum eine Ehrenrettung für dieses braune, bis in den Grund verdorbene Wort versuchen können.

Zumal es für „völkisch“ eine Menge von anderen (unbelasteten, präzisen) Synonymen gibt.

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Seehofer: hat er jetzt vollends den Verstand verloren?

ARD und ZDF will er zusammenlegen – weil sie zur „Lügenpresse“ gehören? Oder weil es da noch kritischen Journalismus gibt, der Kritik an ihm nicht ausspart?

Die Erfahrung zeigt, daß es in einem freien Land gar nicht genug unabhängige Zeitungen und Sender geben kann. Nur autoritäre Herrscher à la Putin oder Erdogan haben etwas dagegen. Will sich Seehofer jetzt zu ihnen gesellen?

Die „Beseitigung von Doppelstrukturen“ strebt er an? Was für ein elendes Argument. Jede unabhängige Zeitung, jeder unabhängige Sender ist ein Gewinn für die Demokratie. Da brauchen wir wirklich keine dummen Vorwände, um das öffentlich-rechtliche Rundfunk-System zu zerstören, um das uns die ganze Welt beneidet (von den beispielhaft genannten Diktatoren abgesehen).

Eher schon müßte man alle Privatsender zu einem einzigen zusammenlegen: ein großer Verlust wäre das nicht.

Und Seehofer selbst müßte man einmal fragen, warum er von der geistigen Obergenze, die einem durchschnittlichen Menschen möglich ist, noch so weit entfernt ist.

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