„Statt 2,29 Euro kostenlos“

So ein sensationelles Angebot findet man heute auf netzwelt.de:

Statt 2,29 Euro kostenlos: Dieses beliebte Handyspiel gibt es heute gratis.

Ich weiß nicht, wie „beliebt“ das Handyspiel ist, das hier verschenkt wird, aber eines weiß ich: bei solchen Nachrichten, die Google News übrigens eifrig weiterverbreitet, handelt es sich um gewöhnliches click baiting – also um Dummenfang, wie zum Beispiel auch bei Schlagzeilen wie „ALDI-Kundin bekommt an der Kasse einen Wutanfall – das hat sie erlebt“ und dergleichen. Damit will man nur Nutzer auf die eigene Seite locken, um durch höhere Zugriffszahlen die Werbeeinnahmen zu vergrößern. Aber gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen – auch der Enkeltrick funktioniert ja allerorten.

Veröffentlicht unter Fernsehen und Presse, Internet, Sonstiges | Schreib einen Kommentar

Ethische Genderfonds – ach, wir leben in einer schönen neuen Welt!

Die feministisch bewegte Geldanlegerin von heute investiert natürlich in einen Genderfonds – „ethisches Investment“ nennt man das. Eine Studie habe ergeben, so ist hier nachzulesen, daß Unternehmen mit einem hohen Frauenanteil wirtschaftlich erfolgreicher seien. Eine Finanzberaterin von der FrauenFinanzBeratung in Stuttgart (ja, so etwas gibt es wirklich!) ist aber skeptisch: der kausale Zusammenhang zwischen Frauenanteil und wirtschaftlichem Erfolg sei von den Studien nicht ausreichend belegt worden.

Als ethisch korrekt gelten auch die Waldfonds, die eine Zeitlang bei wohlhabenden, aber blauäugigen Naturfreunden beliebt waren. Denen hatte man weisgemacht, daß blühende Waldlandschaften in Costa Rica oder Paraguay dem Anleger eine Rendite von bis zu 12% im Jahr bescheren würden. Aber was da soviel Geld abwerfen sollte, war kein naturnaher Wald, man investierte laut Wikipedia „überwiegend in Plantagenwirtschaft, das heißt in die Monokultur einer Baumart (Eukalyptus, Kiefer, Teak etc)“.

Das alles ist so wenig ethisch und ökologisch, wie es die Investitionen in Ackerland, Solarparks und Windkraftanlagen sind. Aber, wie man so schön sagt: „Mundus vult decipi, ergo decipiatur“.

Veröffentlicht unter Die grüne Bewegung, Politik, Windkraftanlagen | Schreib einen Kommentar

Knien gegen den Rassismus – das soll eine „respektvolle Geste“ sein?

Man kniet nur vor Gott. Es ist immer ein Gebet, eine Bitte, wenn man niederkniet. So ist es im Gottesdienst, so war es auch bei Willy Brandt, dessen Kniefall am Ehrenmal für die Toten des Warschauer Ghettos 1970 eine Bitte um Vergebung für die deutschen Verbrechen war.

Daß die deutschen Fußballer heute abend mit ihrem Kniefall „ein Zeichen gegen Rassismus“ setzen wollen, ist nur billige Nachahmung einer kleinen Minderheit der National Football League, die selbst in den USA umstritten ist. Aber die UEFA ist da sehr großzügig:

Jeder Spieler, der eine Gleichstellung von Menschen fordert, indem er sich niederkniet, hat die Erlaubnis dazu.

Was ist denn, um Himmels willen, die abstrakte „Gleichstellung von Menschen“? Und vor wem oder was und vor allem: warum soll ich da niederknien? Man kann nicht für etwas oder gegen etwas knien, das ist einfach nur ungehörig. Und vor allem: es blendet den schwarzen Rassismus komplett aus, der – von den USA ausgehend – inzwischen die linke Szene in Deutschland erreicht hat und das Märchen von einem „systemischen Rassismus“ in unserem Land propagandistisch anheizt. Dazu sollten sich unsere Fußballspieler nicht hergeben.

PS: Es ist ein typisches Beispiel der Säkularisierung religiöser Symbole und Handlungen, wie es übrigens auch der Regenbogen ist, der nach der Bibel ein Zeichen des Bundes zwischen Gott und den Menschen ist (Genesis 9, 12-16):

Das ist das Zeichen des Bundes, den ich geschlossen habe zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier bei euch auf ewig: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde. Und wenn es kommt, dass ich Wetterwolken über die Erde führe, so soll man meinen Bogen sehen in den Wolken. Alsdann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier unter allem Fleisch, dass hinfort keine Sintflut mehr komme, die alles Fleisch verderbe. Darum soll mein Bogen in den Wolken sein, dass ich ihn ansehe und gedenke an den ewigen Bund zwischen Gott und allem lebendigen Getier unter allem Fleisch, das auf Erden ist.

Veröffentlicht unter Christentum, Fernsehen und Presse, Philosophie, Politik | Schreib einen Kommentar

„Armin Laschet blamiert sich“ – aber Britt-Marie Lakämper und Sascha Lobo haben voll den Durchblick

Jeder Mensch blamiert sich manchmal. Natürlich auch Politiker. Annalena Baerbock hat sich in der kurzen Zeit ihrer Kanzlerkandidatur schon oft blamiert, Lindner sowieso, und der vom demütigen Bienenretter zum „harten Hund“ mutierte Söder erst recht. Jetzt hat sich also, wenn man der Welt glaubt, auch Armin Laschet blamiert.

Aber was hat er gesagt? Es geht um die sog. Delta-Variante des Corona-Virus, die von einigen Politikern und Virologen (Lauterbach immer vorneweg) schon wieder als Drohkulisse für künftige Einschränkungen ins Spiel gebracht wird.

Laschet sagte dazu:

Wenn trotz der Verbreitung der Delta-Variante die Inzidenz nicht steigt, sondern jede Woche immer weiter sinkt, scheint ja die Auswirkung nicht so groß zu sein.

Was erlauben Laschet! – möchte man da ausrufen. Und das tut Frau Lakämper von der Welt auch und tadelt Laschet deshalb scharf. Alle, schreibt sie, hätten immer einen Virologen an ihrer Seite, wenn sie vor die Kameras träten. Nur Laschet nicht. Und dann wagt der es auch noch, die Menschen zu beruhigen! Das geht gar nicht. Jetzt hätte Laschet natürlich etwa den Virologen Klaus Stöhr zitieren können, hat er aber nicht. Stöhr sagte in einem Interview mit dem MDR (hier nachzulesen):

Die Bekämpfungsmaßnahmen werden auch weiter funktionieren, die RNA-Viren – und dazu gehören auch die Coronaviren – haben diese Möglichkeit, sich zu irren, wenn sie sich vermehren. Dadurch gibt es hier und dort mal ein paar andere Aminosäuren. Zum Glück sehen wir jetzt, und das sind die Zahlen aus England, dass sich die Delta-Variante höchstwahrscheinlich etwas leichter übertragen lässt, aber die Erkrankungsschwere scheint vierfach geringer zu sein. Das sind noch vorläufige Daten. Also dass mehr Hospitalisierungen auftreten, weil die Erkrankung vielleicht schwerer verläuft, das trifft nicht zu.

Jetzt muß man Frau Lakämper aber zugutehalten, daß sie – schon, um sich nicht selbst zu blamieren! – auch einen Fachmann an ihrer Seite hat. Es ist der Blogger und Werbetexter Sascha Lobo, der in den Talkshows als „Internetfachmann“ herumgereicht wird und eine Irokesenfrisur trägt, um „einen höheren Wiedererkennungswert zu erzielen“ (Wikipedia). Also genau der richtige Fachmann!

Und natürlich, so die Welt-Journalistin, erntet Laschet für seine unaufgeregten Worte „Spott und Entsetzen im Netz“. Was sagt „das Netz“? – das ist offenbar auch für eine ausgebildete Welt-Journalistin heutzutage der entscheidende Prüfstein für Qualität. So wenden sich überall gestandene Journalisten an „das Netz“, als sei es ein göttliches Orakel, die Pythia von Delphi womöglich – dabei sind es doch, wenn man ihre Kommentare aufmerksam liest, mehrheitlich von Bosheit und Dummheit nur so strotzende Menschen, die im Schutz der Anonymität das herauslassen, was man umgangssprachlich „die Sau“ nennt.

Ein Journalist, der noch (Berufs-) Ehre und Anstand hat, sollte sich zuallerletzt darum kümmern, was „das Netz“ sagt.

Veröffentlicht unter Fernsehen und Presse, Internet, Politik | Schreib einen Kommentar

Safe the Queen

Aus einem heute in der Welt erschienenen, mit „AFP/säd“ gekennzeichneten Beitrag über eine Rede Donald Trumps::

Der Republikaner trat am Samstagabend in der Stadt Wellington im Bundesstaat Ohio unter dem Motto „Safe America!“ – „Rettet Amerika!“ – vor Tausende Anhänger.

Ja, die englische Sprache müßte man beherrschen. Oder wenigstens das eigene Foto über dem Artikel betrachten, auf dem gleich viermal das (richtig geschriebene) Motto „Save America!“ zu lesen ist.

Veröffentlicht unter Internet, Sprache und Literatur | Schreib einen Kommentar

Keine Regenbogenfarben an der Allianz-Arena – das war wahrhaftig die Top-Meldung der Tagesschau!

Bei mir mehren sich in letzter Zeit seltsame Gedanken. Lebe ich vielleicht – so kommt es mir immer öfter vor – in Absurdistan, einem Land, das mit jedem Tag skurriler und lächerlicher wird? Es hat eine Zeit gegeben, da hatte man auf der ganzen Welt Angst vor den Deutschen. Das war nicht schön, und es kommt hoffentlich nie wieder vor. Aber es ist auch nicht angenehm, wenn tout le monde lacht über dieses merkwürdige Völkchen, das nur noch aus Musterschülern und Moralaposteln besteht. Daß früher einmal am deutschen Wesen die Welt genesen sollte, war nicht gut. Jetzt wollen wir also – wenigstens das! – die Welt retten.

Da wollte die Stadt München aus Protest gegen die ungarische Homosexuellenpolitik ihr Stadion in regenbogenfarbiges Licht tauchen. Der rein politische Grund war im Antrag an die UEFA ausdrücklich angegeben. Daß der zur Neutralität verpflichtete Verband diesen Antrag ablehnen mußte, war jedem Menschen mit durchschnittlicher Intelligenz klar. Aber der Münchener Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) stellte sich gleich darauf – scheinbar fassungslos – vor die Kameras und sagte folgendes:

Ich finde es beschämend, dass die UEFA es uns verbietet, hier in München ein Zeichen für Weltoffenheit, Toleranz, Respekt und Solidarität mit der LGBTIQ-Community zu setzen.

Soviel ideologisches Vokabular in einem einzigen Satz! Und wie flüssig ihm die LGBdingsda-Abkürzung in englischer Sprache (hier einzusehen) über die Lippen geht!

Ich muß zugeben, daß ich es kaum mehr ertragen kann, wie so schöne Wörter wie Weltoffenheit, Toleranz, Solidarität usw. von einer Minderheit in ihrer Bedeutung immer mehr eingeengt und fast nur noch im Hinblick auf sexuelle Praktiken verwendet werden. Es gibt nämlich, liebe Regenbogenfreunde, jenseits der Sexualität auch noch andere wichtige Dinge in der Welt! Als Orbán die Presse gleichgeschaltet hat und von der Demokratie nur noch eine Fassade hat stehenlassen, da hat niemand von euch irgendein Gebäude anstrahlen wollen. Erst sein Homosexuellengesetz hat euch in Erregung versetzt.

Wer „weltoffen“ ist (so wird das Wort zum Beispiel im Wahrig definiert), ist „voller Interesse für alles, was in der Welt geschieht“. Was für eine schöne Formulierung, besser kann man es nicht sagen! Man ist doch nicht weltoffen, nur weil man auch noch die letzte sexuelle Spielart oder „Orientierung“ voller Begeisterung begrüßt. Und dann erst „Toleranz“ und „Solidarität“! Das sind Wörter, die zu den Wurzeln und zum Wesenskern der europäischen Kultur gehören. Es ist ein Akt der Kultur- und Geschichtslosigkeit, ja geradezu ein Frevel, mit ihnen nur noch den Gedanken an sexuelle Minderheiten zu verknüpfen. Die ganze Einseitigkeit dieser vom linken und grünen Lager forcierten Kampagne erkennt man schon daran, daß gegen Ungarn ein maßloser Zorn entfacht und das Verbot der Regenbogenbeleuchtung am Abend zur wichtigsten Meldung der Tagesschau (!) erhoben wurde, während bei den EM-Spielen von Rußland und der Türkei keine Rede von Menschenrechtsverletzungen war. Für die Opfer von Putin und Erdogan wurde nicht einmal ein Kerzlein angezündet – so erfolgreich ist die Lobbyarbeit der Schwulen- und Lesbenverbände, deren Ideologie inzwischen sogar tief in die CDU eingedrungen ist.

Wenn man nur für ein einziges Thema ficht, dann ist man nicht weltoffen, sondern borniert, nicht weitherzig, sondern eng im Geiste – und schlimmstenfalls plappert man nur nach, was einem die Lobbyverbände und ihre politischen Handlanger vorsagen.

Am Anfang war das Wort – mit den Wörtern fängt alles an, wie es auch in dem Zitat heißt, das die Schriftstellerin Ulla Hahn vor einiger Zeit in einem Artikel erwähnt hat, und das, wohl fälschlich, dem Talmud zugeschrieben wird:

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.
Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.

Das sei Oberbürgermeistern und Journalisten ins Stammbuch geschrieben.

PS: Sexueller Mißbrauch an Menschen wird bestraft. Wer die Sprache mißbraucht, bleibt straffrei.

Veröffentlicht unter Die grüne Bewegung, Fernsehen und Presse, Politik, Sprache und Literatur | Schreib einen Kommentar

Da werden Iraner zu Iraner:innen

Wer auf Youtube etwas über die „Wahlen“ im Iran erfahren wollte, stieß vor kurzem auf diese Überschrift eines Tagesschau-Berichts:

Iraner:innen wählen Rouhani-Nachfolger.

Die Tagesschau gendert also im Begleittext zu ihrem eigenen Video auf Youtube, wenn man aber ihrem Link folgt, findet man einen völlig ungegenderten, seriösen Tagesschau-Artikel (hier nachzulesen).

Es ist ein Zeichen dafür, wie – erst durch die dumme „Neue Rechtschreibung“, dann durch das absurde Gendern – die deutsche Sprache zur Verfügungsmasse für Ideologen und Aktivisten geworden ist, die selbst mit der Sprache als historischem Produkt und Kulturgut nichts anzufangen wissen. Unter dem Schlachtruf Fiat iustitia, et pereat lingua zerstören sie die eigene Sprache, und es sind auch diesmal wieder nicht die Sprachwissenschaftler und Germanisten, die Schriftsteller und Journalisten, die ihnen Grenzen setzen, es sind die normalen Bürger unseres Landes, die sich mit großer Mehrheit das Gendern verbitten. Es ist dennoch ein Kampf mit ungewissem Ausgang, aber der Kampf für die eigene Kultur und gegen radikale Ideologen hat sich noch immer gelohnt. Er ist aller Mühe wert.

PS: Man beachte auch, wie selbst in der links-feministischen Hauspostille taz alles beliebig geworden ist. So lautet eine Überschrift:

Angriff auf Kli­ma­ak­ti­vis­t:in­nen: Schütze im Ku-Klux-Klan-Gewand
In Sachsen-Anhalt schießt eine Person in Ku-Klux-Klan-Kluft mit einer Softair-Waffe auf Klimaaktivisten.

Ach, ist doch alles wurscht, wie wir schreiben. Hauptsache gendersensibel.

Veröffentlicht unter Fernsehen und Presse, Politik, Sprache und Literatur | Schreib einen Kommentar

„Klima-Pledge“ – Post von der NABU-Campaignerin

Je näher die Bundestagswahl rückt, umso dreister wirbt die NABU-Spitze für die Wahl der Grünen. Im Januar ist ein gemeinsames „Strategiepapier“ des NABU-Chefs Jörg-Andreas Krüger mit den Grünen zur Forcierung der Windkraft nur durch Zufall in die Öffentlichkeit geraten. Das Papier ist (hier nachzulesen) „ohne Rückendeckung durch Basis und Gremien“ beschlossen worden. „Selbst einige Landesvorsitzende waren nach eigener Auskunft völlig überrascht.“ In der NABU-Bundesgeschäftsstelle in Berlin-Mitte dagegen, so ist zu lesen,

war man spürbar stolz auf den Coup des neuen Präsidenten. Über Monate hinweg hatte ein kleiner Kreis um NABU-Chef Jörg-Andreas Krüger an einer abgestimmten Position zwischen NABU und der engen Partei- und Fraktionsspitze der Grünen zum Ausbau der Windenergie gearbeitet.

Man sieht, wie Demokratie in solchen Verbänden funktioniert. Die vielen, vielen Mitglieder an der NABU-Basis, die eine unverzichtbare Arbeit für den Naturschutz leisten, werden gar nicht erst gefragt – weder, ob sie den Naturschutz komplett dem Klimaschutz opfern wollen, noch etwa, ob ihnen das peinliche Gendern der NABU-Spitze in allen Publikationen gefällt. Hier wird die gesamte Mitgliedschaft des NABU von dessen nur noch an Politik interessierter Spitze ungefragt einer politischen Partei zugeführt.

Wie das funktioniert, zeigt das Anschreiben einer gewissen Thea Ehlich an alle Empfänger des NABU-Newsletters.

Wahlkampf auf Kosten von Klima- und Naturschutz ist nicht nur unmoralisch, sondern hochgradig gefährlich. Leider sehen wir gerade genau dieses Vorgehen in der Politik, wie unsägliche Polemik und Falschaussagen zum CO2-Preis zeigen. Egal ob Klimakrise oder Artensterben, alle Parteien müssen klare Konzepte vorlegen, wie sie unsere Lebensgrundlagen retten wollen. Senden Sie jetzt ein klares Signal und versprechen Sie, bei der Bundestagswahl der Partei Ihre Stimme zu geben, die sich aus Ihrer Sicht am überzeugendsten für Klima und Natur einsetzt.
Sie haben bereits unterschrieben? Großartig! Dann bestellen Sie jetzt ein kostenloses Materialpaket mit Fahrradwimpel, Stickern und FFP2-Maske, um auf die verbändeübergreifende Aktion aufmerksam zu machen. Sind Sie NABU-Mitglied? Dann können Sie im NABU-Netz auf exklusive Inhalte und Angebote rund um die Bundestagswahl zugreifen.
Ich danke Ihnen für Ihr Engagement. Gemeinsam werden wir die Bundestagswahl zur Klima- und Naturschutzwahl machen.
Thea Ehlich
Online-Campaignerin.

Liebe Campaignerin,
ich soll also der Partei meine Stimme geben, die sich „am überzeugendsten für Klima und Natur einsetzt“. Und ich soll das Ihnen, der „Campaignerin“, und dem NABU-Chef feierlich versprechen („Klima-Pledge“). Ich werde nichts davon tun. Ich werde weiter ehrenamtlich meine Arbeit für den wirklichen Naturschutz machen, und ich werde weiter alles tun was in meiner Kraft steht, um weitere Windkraftanlagen in unserem schönen Land zu verhindern. Und ich werde, dazu gebe ich Ihnen mein feierliches Versprechen, bis an mein Lebensende keinen einzigen gegenderten Satz niederschreiben.
Und ich werde weder mit Ihnen noch mit ihrem Chef irgendetwas gemeinsam machen. Ich weiß mich dabei mit einer Mehrheit auch der NABU-Mitglieder einig, die Sie mit ein paar Fahrradwimpeln zum Stimmvieh der Grünen degradieren wollen.
Diese Rechnung wird nicht aufgehen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Naturfreund Lupulus.

Veröffentlicht unter Die grüne Bewegung, Natur, Politik, Windkraftanlagen | Schreib einen Kommentar

Wichtige Nachricht vom Deutschen Wetterdienst

Diese Eilmeldung hat er mir heute aufs Handy geschickt:

Amtliche Warnung:
Starke Wärmebelastung.

Wie gut, daß ich jetzt auch die amtliche Bestätigung habe, daß es heiß ist!

Veröffentlicht unter Sonstiges | Schreib einen Kommentar

Carolin Emcke und das Gendern in mündlicher Rede

Carolin Emcke, der 2016 der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen wurde, hat auf dem Parteitag der Grünen eine Rede gehalten. Ein einziges Zitat daraus hat für große Aufregung gesorgt. Im Focus wird es so wiedergegeben:

Die radikale Wissenschaftsfeindlichkeit, die zynische Ausbeutung sozialer Unsicherheit, die populistische Mobilisierung und die Bereitschaft zu Ressentiment und Gewalt werden bleiben. Es wird sicher wieder von Elite gesprochen werden. Und vermutlich werden es dann nicht die Juden und Kosmopoliten, nicht die Feministinnen und die Virologinnen sein, vor denen gewarnt wird, sondern die Klimaforscherinnen.

So wird Encke in allen mir zugänglichen Meiden zitiert – nur nicht in der Wikipedia. Dort heißt der Schlußsatz:

Und vermutlich werden es dann nicht die Juden und Kosmopoliten, nicht die Feministinnen oder die Virologen sein, vor denen gewarnt wird, sondern die Klimaforscher.

Hat Emcke also wider Erwarten gar nicht gegendert? Die Wikipedia gibt als Quelle für diesen Wortlaut den Spiegel an, und tatsächlich wird das Zitat dort ungegendert („Virologen“, „Klimaforscher“) wiedergegeben.

Aber Emcke hat natürlich gegendert. Der Beweis liegt vor, der entsprechende Ausschnitt findet sich auf Youtube (hier im Original zu betrachten). Man sieht aber auch, welches irrsinnige Chaos die feministische Sprachzerstörung hier anrichtet. Bei den Wörtern „Feministinnen“ und „Virologinnen“ gibt Emcke mit ihren Fingerbewegungen zu erkennen, daß sie die Wörter in Anführungszeichen setzen will, beim Rest der Sätze nicht. Sind bei ihrem Wort „Virologinnen“ jetzt auch Drosten und Streeck mitgemeint? Oder geht es nur um die weiblichen Virologen? Und schließt sie bei den Klimaforscherinnen Mojib Latif aus, weil er nur ein Mann ist? Und warum spricht sie dann nicht auch von Jüdinnen und Kosmopolitinnen?

Allein schon an einem solchen Fall läßt sich belegen, daß beim gegenderten Deutsch von der Präzision der deutschen Sprache – von ihrer Schönheit und Klarheit ganz zu schweigen – kaum mehr etwas übrig ist. Im Grunde kann jeder den Absatz von Emckes Rede nach eigenem Gutdünken in jede beliebige schriftliche Form bringen.

Wer einmal die unerhörte sprachliche Präzision des Deutschen, etwa bei Kant und Schopenhauer, zur Kenntnis genommen hat, den erfaßt beim Betrachten dieser modischen Sprachzerstörung eine tiefe Traurigkeit.

Veröffentlicht unter Fernsehen und Presse, Philosophie, Politik, Sprache und Literatur | Schreib einen Kommentar