Der Vorfrühling ist da – endlich!

Gestern waren wir bei schönstem Wetter am Kühkopf, dem größten hessischen Naturschutzgebiet, freilich nur mit geringer Hoffnung, schon irgendetwas Grünes (oder gar Buntes!) zu sehen. Tatsächlich war auch alles wegen der langen Kälte noch grau und braun, nicht einmal das Gras war grasgrün.

P1140189Aber dann entdeckten wir am Wegrand die allerersten Exemplare des Zweiblättrigen Blausterns (Scilla bifolia), für die der Kühkopf mit seinen Altrheinarmen bekannt ist. Es ist eine bei uns seltene, wildwachsende Art, die man nicht mit den ähnlich aussehenden Kultur- und Gartenpflanzen verwechseln sollte.

Und dann gab es eine noch größere Überraschung: den ersten Schmetterling.

Und es war diesmal nicht der Zitronenfalter, der oft schon an den ersten sonnigen, milden Tagen fliegt, sondern der Große Fuchs (Nymphalis polychloros). Viele, viele Jahre lang hat man – zumindest hier bei uns im Rhein-Main-Gebiet – fast nur den Kleinen Fuchs (Aglais urticae) P1140186beobachten können. Vor zwei Jahren habe ich zum ersten Mal auch den Großen Fuchs gesehen, in gar nicht so wenigen Exemplaren. Auch letztes Jahr war er wieder da, und es ist natürlich eine große Freude, daß die neue Saison ausgerechnet mit einem so seltenen Schmetterling beginnt.

Falls Sie sich nicht so genau mit unseren Tagfaltern auskennen: die beiden „Füchse“ sind leicht zu unterscheiden. Der Große Fuchs hat, wie man es auf dem Bild sehen kann, auf der unteren Hälfte seiner Vorderflügel vier Punkte, die in etwa (natürlich nie völlig) gleich groß sind. Der Kleine Fuchs hat an der selben Stelle nur drei Punkte: zwei sehr kleine und einen sehr großen.

Das war übrigens – ganz nebenbei gesagt – mein tausendster Eintrag im Giftgrünen Tagebuch. Es ist schön, so treue Leser zu haben – umso mehr, weil ich ja in vielen Fragen gegen den mainstream und gegen die Mehrheitsmeinung argumentiere.

Herzlichen Dank dafür!

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Der große Manipulator ist tot

Kann man ein Land herunterwirtschaften – und trotzdem wiedergewählt werden? Natürlich.

Das ist nichts Neues in der Geschichte. Wenn man die Massen mit seinen Emotionen, mit seinem Haß  manipulieren kann (und das konnte Chávez!), hat man gute Karten. Das berühmteste Beispiel für den Sieg der Demagogie über die Vernunft ist die Auseinandersetzung zwischen Marcus Antonius und Brutus nach der Ermordung Cäsars. Shakespeare hat sie in seinem Drama Julius Caesar wunderbar und beispielhaft für alle Zeit beschrieben: gegen den rhetorisch brillanten Demagogen Mark Anton hatte der nüchtern und vernünftig argumentierende Brutus keine Chance.

Die Geschichte fällt ihr Urteil leider immer a posteriori.

Der Rausch verfliegt, und wenn der große Manipulator nicht mehr da ist, kommt sein trauriges Erbe zum Vorschein: ein wirtschaftlich und politisch am Boden liegendes, gespaltenes Land. „Selig sind die Friedensstifter“, heißt es in der Bergpredigt, und tatsächlich bräuchte man solche Friedensstifter fast überall auf der Welt. Chávez jedenfalls war keiner von ihnen, er hat polarisiert und auf eine völlig irrationale Weise seinen Haß – vor allem auf die USA – in die Welt getragen.

Die Gefahr, daß Venezuela unter seinem wenig charismatischen Nachfolger Maduro in Haß und Gewalt versinkt, ist groß.

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Die ultimative Empfehlung für einen Wahlsieg der CDU

Miguel Sanches hat es gestern der Stadt und dem Weltkreis in seinem WAZ-Kommentar verkündet:

Die Union müsste mehr Menschen ansprechen, mehr Frauen, Jüngere, Migranten, ja doch, auch Schwule und Lesben.

Also nicht nur Menschen soll die CDU ansprechen, sondern auch Frauen? Ein gewagter Vorschlag. Schwule und Lesben natürlich auch – aber das versteht sich von selbst, Schwule und Lesben sind politisch im Moment das Salz der Erde, an ihnen kommt niemand vorbei.

Jetzt muß ich dem Herrn Sanches und der Kanzlerin ein kleines Geheimnis verraten (psst, nicht weitersagen): auf die Idee, daß man im großstädtischen Milieu Stimmen fängt, indem man nicht mehr auf eine solide geistige und politische Substanz, sondern auf die Sonderwünsche von kleinen, aber zur Zeit gerade beliebten (oder gefürchteten!) Minderheiten setzt, sind auch schon andere gekommen!

Aber die Kanzlerin, da bin ich sicher, wird nach einigem Zögern auch auf diesen Zug aufspringen.  Wo auch immer ein kräftiger Zeitgeist weht, da ist sie dabei.

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### Eilmeldung aus Berlin-Kreuzberg ###

Auf Antrag der Piratenpartei haben die Bezirksverordneten des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg mit den Stimmen von Linken, Grünen und der SPD beschlossen, daß es demnächst in allen öffentlichen Gebäuden neben den Toiletten für Männer und Frauen auch „Unisex-Toiletten“ geben wird. Sie sind für Intersexuelle und Transsexuelle bestimmt.

Wenn es Toiletten nur für Männer und Frauen gibt, werden nämlich, wie es heißt,

Menschen benachteiligt, die sich entweder keinem dieser beiden Geschlechter zuordnen können oder wollen, oder aber einem Geschlecht, das sichtbar nicht ihrem biologischen Geschlecht entspricht.

Da hat Wowereits Berlin doch wieder einmal bewiesen, daß es die drängendsten Probleme der Stadt entschlossen anpacken kann.

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Lieber Onkel Erdogan!

Gerade lese ich, wie Du unsere Soldaten behandelst: sie sollen Dein Land beschützen, aber Du behandelst sie wie räudige Hunde – und zwar buchstäblich. Hundekadaver liegen auf dem Kasernengelände herum, und die hygienischen Zustände sollen grauenhaft sein. Du verbietest unseren Soldaten, die Kaserne zu verlassen, und mit Deinen türkischen Soldaten dürfen sie auch keinen Kontakt aufnehmen? Warum eigentlich?

Und dann die Sache mit Deinem General! Da hat eine deutsche Feldjägerin doch den Wagen eines Deiner Generäle gestoppt, um die Fahrzeugkolonne von Minister de Maiziére durchzulassen. Da war Dein General aber wirklich sehr, sehr ungehalten. Er ist ausgestiegen und hat den Soldaten vom Christenklub gezeigt, wie ein türkischer Offizier mit unverfrorenen Ausländern umgeht. Die Prellungen, die unsere Feldjägerin durch Deinen stolzen General erlitten hat, sind inzwischen aktenkundig.

Nur noch einmal zur Information, lieber Onkel Erdogan: die Raketen und unsere Soldaten hast Du selbst angefordert, obwohl nach Ansicht aller Fachleute auf der Welt nicht die geringste militärische Notwendigkeit dafür bestanden hat. Die Syrer haben nun wirklich andere Sorgen als ausgerechnet Dich mit Raketen anzugreifen. Aber wenn Du unsere Soldaten schon in Dein Land holst, dann hast Du auch die verdammte Pflicht, sie gut zu behandeln. Deine eigenen Soldaten magst Du wie den letzten Dreck behandeln, aber mit den unsrigen kannst Du das nicht machen. Haben wir uns verstanden, Onkel Erdogan?

Die Zeit der osmanischen Großmannssucht ist nämlich vorbei. Sie wird auch nicht wiederkommen, und wenn Du Dich noch so sehr danach sehnst.

Nur noch ein Wort zu unserem Verteidigungsminister. Er hat auf Deine Provokationen reagiert wie ein Hündchen auf seinen Herrn. „Die Türkei“, sagte er wider besseres Wissen, „hat sich große Mühe gegeben, für gute Unterkunftsbedingungen zu sorgen.“

Muß man sich so klein und unbedeutend machen? Ist das wirklich nötig? Ich finde, lieber Verteidigungminister: wenn Du schon ein Verteidigungsminister bist, dann solltest Du unsere Soldaten auch verteidigen, statt einen Kotau vor einem Regime zu machen, das aus seiner feudalen Phase gerade erst entschlüpft ist.

Du könntest Dir natürlich auch ein Beispiel an Papst Benedikt nehmen und zurücktreten, aber daran glaube ich nun wirklich nicht.

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Schon wieder eine Entgleisung des feinen Herrn Erdogan

Eben noch hatte unsere Kanzlerin – trotz einiger Skepsis – Fortschritte in den „ergebnisoffenen“ Beitrittsverhandlungen mit der Türkei eingefordert, da zeigte Erdogan (wie schon so oft), wes Geistes Kind er ist: Islamophobie, sagte er, sei ein ebenso großes Verbrechen wie „Zionismus, Antisemitismus und Faschismus“.

Zwei dieser vier Begriffe sind eindeutig und historisch verbürgt: „Antisemitismus“ und „Faschismus“. Wie aber steht es mit den anderen?

Der Zionismus ist ein aus arabischem oder türkischem Mund geläufig daherkommender und herabsetzender Kampfbegriff gegen die Juden. Jeder Jude ist nach dieser Lesart ein Zionist. So wie unsere geistig einfachen Mitbürger mit Migrationshintergrund „Du Opfer, du!“ grölen, so sagt der ebenso einfache Muslim zum Juden: „Du Zionist, du!“ Historische Kenntnisse sollte man da nicht voraussetzen, sie sind nicht vorhanden und auch nicht gemeint. Es ist ein einfaches Schimpfwort, und auch Erdogan meint es nicht anders.

Daß nach Jahrhunderten von Verfolgung, Pogromen und Erniedrigungen in Israel ein sicheres Asyl, ein Ort der Zuflucht entstehen sollte, interessiert Erdogan nicht im geringsten. Der Zionismus ist für ihn also ein „Verbrechen“. Und der Völkermord an den Armeniern? Die Pogrome gegen die Aleviten? Das sind natürlich keine Verbrechen, das sind alles Fragen, die noch historisch untersucht werden müssen, am besten am Sankt-Nimmerleins-Tag. Verbrechen, das weiß man, begehen ja immer die anderen, man selbst ist moralisch so „lupenrein“ wie der Genosse Putin.

Und dann die Islamophobie. Ist es nicht schön, daß man immer neue Wörter bilden kann, selbst wenn sie völlig inhaltslos sind? Unsere Renate Künast, die schon beim Wort „Kreuzzüge“ vor lauter Islamophilie zur Schnappatmung neigt, zeigt äußerste Entrüstung, wenn es um die in ihren Augen weitverbreitete Islamophobie geht. Die Islamophobie ist für sie, wie es der Wortteil Phobie schon andeutet, etwas zutiefst Krankhaftes. Sie breitet sich aus wie die Cholera. Und sie ist so etwas von irrational! Gut, fast alle Terroranschläge der letzten Jahrzehnte sind von Muslimen verübt worden, das stimmt schon, und ein durchschnittlich intelligenter Mensch könnte da zu der Auffassung kommen, daß hinter dem, was Künast und Erdogan „Islamophobie“ nennen, keine Krankheit steckt, sondern eine historisch und politisch korrekte Wiedergabe der Wirklichkeit. Aber das wäre ja viel zu einfach gedacht, viel zu einfach!

Also: ein Verbrechen ist die Islamophobie, sagt Erdogan. Dieser Mann ist vom Verbrechen sozusagen umzingelt – wir erinnern uns: auch Assimilation ist ja, wie er es in seiner berüchtigten Kölner Rede mit intellektueller Dezenz formuliert hat, ein Verbrechen.

Das Verbechen lauert überall, es folgt Erdogan sozusagen auf dem Fuße.

Wäre es nun auch ein Verbrechen, die Türkei in die Europäische Union einzulassen? Nein. Aber es wäre die größte Dummheit in ihrer Geschichte.

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Der Papst über Rom

Haben Sie gestern auch den Flug des Papstes nach Castel Gandolfo gesehen? Ganz niedrig ist der Hubschrauber über den Petersplatz geflogen, dann über das Colloseum und die neue Via Appia, bis er endlich in dem wunderschönen, mit Pinien und Zypressen bepflanzten Park des päpstlichen Sommersitzes angekommen ist.

Es gibt wahrscheinlich keine Stadt auf der Welt, die so voller Geschichte und Kultur ist. Man bräuchte Monate, wenn nicht Jahre, um Rom gründlich kennenzulernen.

Und der deutsche Papst? Er kann sich jetzt – endlich! – von einer Bürde erholen, die er nie gewollt hat. Jetzt ist er nur noch das, was er immer sein wollte: ein kleiner Arbeiter im Weinberg des Herrn.

Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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Zigeuner – Opfer oder Täter? Oder beides?

Es ist nicht angenehm, ein Opfer zu sein. Selbst wenn man alles überstanden hat, bleibt man ein Opfer – nicht selten ein Leben lang. Das trifft ohne Zweifel auch auf jene Bevölkerungsgruppe zu, die man bis vor einigen Jahrzehnten „Zigeuner“ nannte. Sie hatten es nach dem Ende der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft nicht leicht. Wie Juden, Kommunisten und Behinderte wurden sie in die Venichtungslager gesteckt, aber nie waren sie als Opfer so geachtet wie etwa die Juden. Auf Sonntagsreden, bei der Aufstellung von Gedenksteinen, selbst in historischen Abhandlungen hat man ihr Schicksal schlicht vergessen. Erst spät haben sie begonnen, sich zu artikulieren und auf sich aufmerksam zu machen. Romani Rose ist einer von denen, die seit Jahrzehnten unermüdlich und öffentlich über diese Ungerechtigkeit sprechen und schreiben.

Zur Zeit – man redet nur noch von „Sinti und Roma“, nicht mehr von Zigeunern – geht es freilich um die Armutsflüchtlinge aus Rumänien und Bulgarien, die in die reicheren europäischen Länder eingeschleust werden. Und hier zeigt sich nun, kürzlich von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (hier nachzulesen) dokumentiert, daß die Roma in jüngerer Zeit auch zu Tätern geworden sind, und das ausgerechnet an ihren eigenen Kindern. Was die europäischen Polizeibehörden bis heute – auch aus Gründen der sprachlichen Korrektheit – nicht sagen dürfen, hat der Wiener Sozialpädagoge Norbert Ceipek sorgfältig und gründlich erforscht.

„In vielen Roma-Clans“, schreibt Yvonne Staat in der F.A.Z., „gebieten schwerreiche Chefs über bettelarme Untergebene. Die Chefs nutzen die Not ihrer eigenen Leute aus, besonders die der Kinder, und tun alles dafür, daß das so bleibt.“ Während man noch vor ein paar Jahrzehnten lesen und hören konnte, daß es „Zigeunerkindern“ besser gehe als allen anderen Kindern auf der Welt, ist es jetzt an der Zeit, diese Meinung zu revidieren.

Die Clanchefs der Roma schicken ihre noch nicht strafmündigen Kinder zum Betteln und Stehlen ins Ausland. Sie selbst sind schwerreich, fahren Mercedes und leben in Saus und Braus, ihr Reichtum beruht auf der Ausbeutung der Kinder. Mädchen werden an Freier vermietet, und ein perfektes System von Aufpasserinnen sorgt dafür, daß nichts aus dem Ruder läuft. Mindestens 350 Euro am Tag muß ein Kind abliefern. Was da im Monat zusammenkommt, wenn ein Clanchef etwa 70 Kinder ins Ausland schickt, kann man sich ausrechnen.

Wenn die Mädchen älter sind, 15 oder 16, werden sie an einen anderen Clan weiterverkauft. Der neue Clan zahlt eine hohe Summe, dafür erwartet er von den Mädchen, dass sie viele Kinder gebären. „Die Mädchen müssen Kinder buchstäblich produzieren“, sagt Ceipek. Nur so bleibt das Geschäftsmodell am Laufen.

Auf der selben Seite findet sich ein Interview mit Romani Rose. Selbst zaghafte Fragen nach diesem Kindesmißbrauch, der offenbar bei den Roma gang und gäbe ist, weist er zurück. Das sei alles „Rassismus“, sagt er stereotyp. Selbst die Frage nach diesen Clans ist für ihn schon „rassistisch“, seine Landsleute würden dadurch „ausgegrenzt und stigmatisiert“. An allem sind für ihn die Gastländer schuld.

Eine Einsicht, daß diese Clanchefs schon lange selbst zu Tätern geworden sind, daß sie ihre Kinder zum Stehlen schicken und sogar prostituieren, findet nicht statt.

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Berlusconi

Es ist unfaßbar, daß ein solcher Mann schon wieder – diesmal mit einem Ergebnis, das um die 30% liegen soll – in die italienische Politik eingreifen kann.

Aber die Politiker im europäischen Ausland haben daran eine nicht geringe Mitschuld. Mit ihren Warnungen vor Berlusconi haben sie den Scharlatan erst wieder groß gemacht. Auch Merkel, die sich einst ohne jede diplomatische Rücksicht für Sarkozy ausgesprochen hat, muß sich jetzt mit Hollande abfinden.

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„Bio-Eier“ aus Niedersachsen

Die Preisdifferenz zwischen konventionellen und biologischen Nahrungsmitteln ist immer noch so groß, daß sie zum Betrug förmlich auffordert. Dazu kommt freilich eine in der Gesellschaft weitverbreitete Geldgier. Vor allem in der Wirtschaft (nicht nur im Bankenbereich) ist diese Gier auf einem unverändert hohen Niveau.

Als wir noch nicht so herrlich säkular waren wie heutzutage, galt die Gier – sie heißt lateinisch avaritia – als eine der sieben Todsünden. Heute wird sie eher als Kavaliersdelikt angesehen (von den Tätern sowieso).

Da  hilft dann weder die Verdoppelung der Kontrolleure (die es sowieso nicht geben wird) noch eine strengere Bestrafung. Es ist die Hoffähigkeit, die Gesellschaftsfähigkeit der Geldgier, die alle Bemühungen zunichte machen wird.

Dabei müßte gar kein „Ruck“ durch Deutschland gehen, damit sich etwas ändert, aber der lange Prozeß zu einem anderen Wertesystem sollte in Gang gesetzt werden. Da kann (und muß!) jeder bei sich selbst anfangen. Man sollte dem Geld, dem Besitz und der unaufhörlichen Steigerung der materiellen Ansprüche einfach ein bißchen weniger Bedeutung zuzumessen. Es gibt doch wahrhaftig Wichtigeres und Schöneres und Aufregenderes im Leben als die ständige Vermehrung des Besitzes – zumal man nichts von alledem mit ins Grab nehmen kann.

Was den konkreten Fall betrifft, so wird man bald sehen, wie die neue niedersächsische Regierung damit umgehen wird. Der Betrug mit den Bio-Eiern ist ja nur möglich, weil sich (trotz vieler rot-grüner Regierungen in Bund und Ländern) an der Massentierhaltung kaum etwas geändert hat. Und Massentierhaltung heißt nicht nur, daß Tiere in Massen gehalten werden, es heißt auch, daß sie in Massen gequält und am Fließband geschlachtet werden. Von der „Ehrfurcht vor dem Leben“, wie sie der große Albert Schweitzer angemahnt hat, ist man nirgendwo auf der Welt so weit entfernt wie in den niedersächsischen Tierfabriken.

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