Der große Manipulator ist tot

Kann man ein Land herunterwirtschaften – und trotzdem wiedergewählt werden? Natürlich.

Das ist nichts Neues in der Geschichte. Wenn man die Massen mit seinen Emotionen, mit seinem Haß  manipulieren kann (und das konnte Chávez!), hat man gute Karten. Das berühmteste Beispiel für den Sieg der Demagogie über die Vernunft ist die Auseinandersetzung zwischen Marcus Antonius und Brutus nach der Ermordung Cäsars. Shakespeare hat sie in seinem Drama Julius Caesar wunderbar und beispielhaft für alle Zeit beschrieben: gegen den rhetorisch brillanten Demagogen Mark Anton hatte der nüchtern und vernünftig argumentierende Brutus keine Chance.

Die Geschichte fällt ihr Urteil leider immer a posteriori.

Der Rausch verfliegt, und wenn der große Manipulator nicht mehr da ist, kommt sein trauriges Erbe zum Vorschein: ein wirtschaftlich und politisch am Boden liegendes, gespaltenes Land. „Selig sind die Friedensstifter“, heißt es in der Bergpredigt, und tatsächlich bräuchte man solche Friedensstifter fast überall auf der Welt. Chávez jedenfalls war keiner von ihnen, er hat polarisiert und auf eine völlig irrationale Weise seinen Haß – vor allem auf die USA – in die Welt getragen.

Die Gefahr, daß Venezuela unter seinem wenig charismatischen Nachfolger Maduro in Haß und Gewalt versinkt, ist groß.

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