Schockverliebt in die Bleibe

Es gibt wieder einmal heiße News von vip.de:

Georgina Fleur (30) und Kubilay Özdemir (41) kehren Deutschland den Rücken und wandern vorerst mit Sack und Pack nach Dubai aus. Georgina und ihr Kubi haben sich direkt mal eine Wohnung im 49. Stock gegönnt – gegenüber vom berühmten Burj Khalifa! Wie luxuriös das Skandal-Pärchen dort lebt und wie schockverliebt sie in ihre neue Bleibe sind, zeigen wir exklusiv im Video.

Wie schade, daß ich weder die Georgina noch ihren Kubi kenne! Nicht einmal die Namen des schockverliebten Skandal-Pärchens sind mir je zu Ohren gekommen. Dabei haben die doch die Kaution für ihre Bleibe bar auf den Tisch geblättert:

Puh, da hat die Dame an der Rezeption ganz schön was zu zählen. Als handele es sich um Spielgeld, blättert Kubilay 200-Euro-Scheine auf den Rezeptions-Tresen, als gäbe es kein Morgen. Stolze 20.000 Euro müssen er und Georgina nämlich für ihre Luxus-Bude im „The Adress“ als Kaution anzahlen. Schließlich belaufen sich die Mietkosten für ein Jahr in der exklusiven Location auf etwa 100.000 Euro.

Ach, ein Skandalpärchen müßte man sein. Aber als Vertreter der Generation 70+ werden wir das wohl nicht mehr schaffen. Und selbst wenn – Dubai wäre für uns die allerletzte Wahl.

PS: Ich habe mich schlau gemacht: der Kubi hat ein paar Online-Medien-Unternehmen gegründet, die Georgina ist Influencerin. Also: ein Traumpaar des 21. Jahrhunderts! Übrigens berichtete das Qualitätsportal tag24, daß es in Dubai schon nach wenigen Tagen zu Tätlichkeiten zwischen den beiden gekommen sei. Beweise werden natürlich öffentlich in die Handykamera gehalten: der Kubi zeigt auf Instagram Kratzspuren, die ihm die Georgina zugefügt haben soll, und die Georgina läßt ausrichten, der Kubi habe tagelang nur getrunken. Letzte Meldungen bestätigen aber, natürlich auch auf Instagram: sie haben sich wieder versöhnt. Ach, welche Dramen!

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Literaturkritik im Jahre des Herrn 2020

Dirk Rossmann, der Klimaschützer unter den deutschen Unternehmern, hat einen Roman geschrieben: „Der neunte Arm des Oktopus“. Rossmanns eigene Presseabteilung teilt dazu in aller Bescheidenheit mit:

Bestsellerautor Dirk Rossmann veröffentlicht ersten Roman.

Und sie zitiert in einer ganzseitigen Anzeige in der heutigen F.A.Z. aus dem „überragenden Medienecho“ zum Erstlingsroman des Drogeriechefs:

Mindestens so irre wie spannend.
Ein Weckruf an die mächtigsten Politiker der Erde.
Tollkühner Salto in die Utopie.
Figuren werden mit wenigen Strichen zu echten Menschen.
Ein wilder Ritt.

Aber am schönsten faßt der Literaturkritiker Udo Lindenberg sein Urteil über den Roman in Worte:

Das ist Hammer. Super spannend. Respekt!

Da fehlt jetzt nur noch eine Kritik über den Do-it-yourself-Romancier aus der Presseabteilung des Toom-Baumarkts: „Respekt, wer’s selber macht!“

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Made in …

Die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ – eine „im Jahr 2000 vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall gegründete und von Arbeitgeberverbänden getragene Denkfabrik und Lobbyorganisation“ (Wikipedia) – bietet in einer ganzseitigen Anzeige in der heutigen F.A.Z. gute Argumente in schlechtestem Deutsch:

Impfstoff.
Made in Sozialer Marktwirtschaft.

Muß das sein? Ein Wechsel der Werbeagentur könnte da vielleicht nicht schaden.

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Der ewige Lauterbach

Zwischen seinen schon nicht mehr zählbaren Talkshowauftritten hat Karl Lauterbach (SPD) doch noch Zeit für einen wichtigen Tweet gefunden. Sein Thema: der für ihn unerträgliche Glühweinausschank in Köln in Zeiten von Corona. Und er fragt:

Ist es in anderen Städten auch so katastrophal?

Leider nicht! möchte man ihm da zurufen. Denn Lauterbach ist der Fundamentalist unter den Epidemiologen und Virologen. Für ihn zählt nur die erbarmungslose Ausrottung des Virus mit Stumpf und Stiel.

Ich mag nun wirklich mit der seltsamen Melange von Menschen, die sich dreist „Querdenker“ nennen, nichts zu tun haben. Aber das brutale und unverhältnismäßige Berufsverbot für Cafés, Restaurants und Hotels will mir nicht einleuchten. Die seriöse Gastronomie hat nach der ersten Schließung im Frühjahr mehr für die Gesundheit ihrer Gäste getan als jede andere Berufsgruppe. Sie hat sogar – das haben wir im Sommer mehrfach selbst erlebt – die vorgeschriebenen Hygienekonzepte übererfüllt. Womit begründet also die Regierung diese neuerliche Schließung? Mit einer bloßen Vermutung: man wisse ja nicht, was der Grund für den starken Anstieg der Infektionszahlen im Herbst sei – es könnten die Restaurants sein! Nicht die Spur eines Belegs dafür, schon gar keine Studien, nur ein blindes Stochern im Nebel. Dabei hat sich im Sommer, nach allem, was wir wissen, praktisch niemand in Restaurants und Cafés angesteckt. Und mit einer so nichtssagenden Begründung – „es könnte aber sein, man weiß es nicht“ – nimmt man einem ganzen Berufsstand das Einkommen und der Bevölkerung eine der wenigen Vergnügungen, die ihr noch bleiben.

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Ein Paradoxon

Die Franzosen, die gestern „gegen Polizeigewalt“ und „gegen soziale Ungerechtigkeit“ auf die Straße gegangen sind, haben Schaufenster von Banken und Supermärkten eingeschlagen, Autos angezündet und Barrikaden errichtet. Der Rauch der brennenden Autos war weithin zu sehen.

Das alles, wie gesagt, als Demonstration gegen Polizeigewalt. Solchen Menschen sollte man freilich nicht auch noch die demokratischen Weihen erteilen, indem man sie als „Demonstranten“ bezeichnet.

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Der NABU empfiehlt: Bretter und Metallgebilde für ein besinnliches Fest!

Daß ein frisch geschlagener Christbaum ökologisch nicht ganz korrekt ist, hat man ja schon länger geahnt. Der NABU gibt uns nun auf seiner Internetseite wertvolle Ratschläge, wie man das Fest nachhaltig, umweltfreundlich und guten Gewissens – natürlich ohne Baum! – begehen kann (hier nachzulesen):

Den Weihnachtsbaum selber schlagen, welche Tanne soll es denn sein, ein Öko-Baum oder eine aus dem regionalen Forst? Wer sich mit diesen Fragen herum schlägt, für den haben wir die nachhaltigste Lösung. Warum überhaupt noch einen Baum?

Genau! Ich gehe sogar noch weiter und frage: warum überhaupt noch Weihnachten? Aber der NABU weiß Rat, wie man den Christbaum ersetzen kann:

Es gibt inzwischen viele baumähnliche Dekorationen aus Brettern oder Metallgebilden im Handel, an die Kugeln und sonstiger Schmuck gehängt werden kann. Wer da selber kreativ werden möchte, findet dazu viele Anleitungen im Internet.

Bretter und Metallgebilde – ist das nicht wunderbar? Da kommt doch gleich Weihnachtsstimmung auf!

Eine Variante wäre auch ehemalige Gardinen oder Vorhangstangen zu verwenden, damit nicht neue Ressourcen verschwendet werden. Bei Holzstöcken kann man heruntergefallene Äste verwenden, oder wer einen Garten hat die Äste vom Obstbaumschnitt verwenden.

Wir empfehlen unseren Lesern einen vorweihnachtlichen Gang auf den Schrottplatz. Da kann man alles finden, was man für ein besinnliches Weihnachtsfest braucht!

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Bin weder Herr, noch bin ich Frau – oder: ich will ein Kästchen für mich ganz allein!

Denn mein Persönlichkeitsrecht wird verletzt, wenn ich auf einem Formular nur „Herr“ oder „Frau“ ankreuzen kann. Wenn ich aber dazu gezwungen werde, verlange ich wegen dieser Diskriminierung eine Entschädigung!

Man glaubt es kaum, daß ein Landgericht sich mit einem solchen Ansinnen überhaupt beschäftigt. Aber das Landgericht Frankfurt tut es – und gibt der klagenden „Person nicht-binären Geschlechts“ (was immer man sich darunter vorstellen mag), die sich bei der Online-Bestellung einer Bahnfahrkarte diskriminiert fühlte, sogar recht (hier nachzulesen):

Durch die Festlegung als „Frau“ oder „Herr“ werde die klagende Person in ihren allgemeinen Persönlichkeitsrechten verletzt, stellte das Gericht fest und verwies dabei auf das Bundesverfassungsgericht. Die Person könne daher verlangen, geschlechtsneutral angesprochen zu werden.

Eine Entschädigung sprach ihr das Gericht nicht zu, allerdings nur, weil die „Persönlichkeitsverletzung“ nicht schwerwiegend sei.

Ich war schon immer dafür, daß niemand wegen seiner sexuellen Orientierung diskriminiert werden darf. Aber wenn eine Person nicht-binären Geschlechts bis vor das Landgericht (und vielleicht demnächst sogar bis vor das Oberlandesgericht) zieht, weil sie bei der Fahrkartenbestellung ein Kästchen für ihre ganz spezielle sexuelle Befindlichkeit vermißt und auch noch Recht bekommt, dann wird dem schrankenlosen Individualismus keine Grenze mehr gesetzt.

Das Urteil des Landgerichts, das sich dabei leider auf das Bundesverfassungsgericht berufen kann, ist eine Verbeugung vor dem Zeitgeist, der – ständig angefacht von einem bestimmten politischen Lager – immer groteskere Züge annimmt. Ohne das mediale Dauerfeuer der Grünen, die jede nur denkbare sexuelle Minderheit willkommen heißen und ihr damit politische Macht und Bedeutung verleihen, gäbe es auch solche Urteile nicht.

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11.088 Quadratkilometer Regenwald

Das ist die Fläche, die in Brasilien in einem einzigen Jahr, nämlich von August 2019 bis Juli 2020, unter dem rechtsradikalen Präsidenten Bolsonaro abgeholzt worden ist. Zum Vergleich: die Waldfläche, die im Dannenröder Forst dem Bau der A49 zum Opfer fällt, beträgt

0,27 Quadratkilometer.

Das zeigt – jedenfalls für Menschen, die noch den Mut haben, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen! – die verzerrte Wahrnehmung, die typisch ist für Aktivisten jeder Couleur.

Dasselbe gilt mutatis mutandis auch für den CO2Ausstoß. Der deutsche Anteil daran beträgt weltweit 2 % (!), an der Spitze stehen China mit 29,7 %, die USA mit 13,9 % und Indien mit 6,9 %. Wenn man davon ausgeht, daß CO2 der Hauptverursacher des vom Menschen beschleunigten Klimawandels ist, kann unser Land also buchstäblich nichts tun, um den Klimawandel zu beeinflussen. Daß Deutschland die eigene Wirtschaft zerstören soll, nur um „ein Beispiel für die Welt“ zu sein, also als gleichsam symbolischen Akt, das mag Schulkindern plausibel erscheinen. Erwachsene Menschen sollten es besser wissen.

In diesem Sinne ist es völlig richtig, daß aus deutscher Sicht Klimapolitik nur Außenpolitik sein kann. Da wirkt der Kampf um den Danni, wie vieles in unserem Land, doch arg provinziell – und kindisch. Man greift sogar, um den eigenen Aktionismus zu begründen, zu absurden Vergleichen wie diesen, den ich auf einer CO2-Internetseite gefunden habe:

Pro-Kopf-Ausstoß in Deutschland 300 Mal höher als in Burundi.

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Ein „Wilsberg“ des Grauens

Wie um alles in der Welt kann man ein so schlechtes Drehbuch schreiben? Und wie kann ein Regisseur so eine abstruse Geschichte inszenieren? Und – vielleicht die wichtigste Frage – wie kann ein seriöser Sender so einen Schmarrn senden?

Die Folge „Alles Lüge“ vom Samstag war der neue Tiefpunkt einer Reihe, die sich seit längerem in einer Abwärtsspirale befindet. Kann man sich in den letzten zwei, drei Jahren überhaupt noch an einen guten „Wilsberg“ erinnern? Ich nicht.

Die neue Folge war einfach nur peinlich. Eine junge Ärztin (Prädikat „idealistisch“), die ihre grell kostümierte Patientenschar pro bono behandelt und naiv wie ein Schulmädchen durch die Handlung stolpert, ein böser Vermieter (Vermieter sind im Film immer böse, auch wenn sie am Ende nie die Täter sind!), dazu noch ein ganz, ganz böser rechtspopulistischer Verein, der wie eine Karikatur daherkommt – das ist alles so kindisch, so dumm, so hölzern und ohne jede psychologische Stimmigkeit, daß man nur staunen kann. Gegen ein so schlechtes Buch können auch gute Schauspieler wie Leonard Lansink oder Rita Russek nicht anspielen. Und Overbeck? Roland Jankowsky hat früher mancher müden Folge noch einen Glanzpunkt aufgesetzt. Daß er jetzt – bis hin zur peinlichen Schlußszene mit Oliver Welke – nur noch den albernen Hanswurst spielen darf, hat er wirklich nicht verdient.

Eine Serie, die man nur noch anschaut, weil sie vor langer Zeit einmal wirklich gut war, sollte man – das als kleine Empfehlung an das ZDF – besser einstellen.

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Das „Quizduell“ – Eine traurige Selbstzerstörung aus purer Geldgier

Das „Quizduell“ war in den ersten Jahren ein wunderbares, kleines Spiel fürs Handy, gerade richtig für eine Pause zwischendurch. Weil die Zahl der Spiele in der Gratisversion begrenzt war und zusätzlich Werbung eingeblendet wurde, habe ich damals wie viele andere die Premium-Version gekauft. Es stimmt, viele Fragen waren schon damals seltsam, etwa: „Welchen Platz belegte Deutschland beim Eurovision Song Contest 2011“, oder „Wissensfragen“, die C-Prominente betrafen. Aber darüber konnte man großzügig hinwegsehen.

Dann begann der Abstieg. Die grafische Gestaltung wurde immer kindischer, alles war auf einmal grellbunt und gewollt lustig – als ob ein Quiz, in dem erwachsene Menschen ihr Wissen von der Welt testen, die Anmutung eines Kindergartenspiels haben müßte! Dann kamen Zusatzspiele dazu, die niemand brauchte und wollte, die aber fast ein Drittel des Displays einnahmen, und schließlich wurde man, obwohl man ja für die „Premium-App“ gezahlt hatte, immer öfter gedrängt, vom „Quizduell“ auf ein „Neues Quizduell“ umzusteigen. Darauf ist aber offenbar kaum jemand hereingefallen, und so mußte die schwedische Fa. MAG Interactive, die das Spiel entwickelt hatte, zu brachialeren Mitteln greifen: sie schaltete das alte Spiel eines Tages ohne jede Vorankündigung einfach ab. Statt dessen sah man beim Start nur noch den Hinweis auf das neue Quiz, das natürlich noch bunter war – und noch mehr dumme Spielchen enthielt (die natürlich kostenpflichtig waren!). Wenn man die alten Spielstände erhalten wollte, mußte man also zwangsweise die neue Version installieren.

Dann kam die Werbung. Noch vor einer Woche hatte man einem Benutzer geschrieben:

Vorläufig kannst du deine Premium-Funktionen in der neuen App genießen. Dies bedeutet, dass du klassische Spiele spielen kannst, ohne zwischen den Runden Werbung sehen zu müssen.

Das war schon vor einer Woche die Unwahrheit. Jetzt ist es so, daß man selbst während eines kurzen Spiels mehrfach brutal durch Werbung unterbrochen wird, u.a. durch 30 Sekunden lange Werbevideos! Der Grund: werbefrei darf man nur noch spielen, wenn man die App abonniert – für 5,49 € im Monat, also für stolze 65 € im Jahr!

Wer sich darüber beschwert, daß er für die Werbefreiheit jetzt noch einmal bezahlen soll, wird kühl abgefertigt:

Bitte beachte: Premiumkäufe konnten nur im alten Quizduell getätigt werden und waren für diese App gültig.

Auf so einen bauernschlauen Schachzug muß man erst einmal kommen: da wird ein im Kern unverändertes Programm mit ein bißchen Firlefanz ausgeschmückt, man gibt ihm einen neuen Namen – und schon (das glaubt man jedenfalls) kann man die Kunden ein zweites Mal zur Kasse bitten.

Ich weiß nicht, ob so ein Vorgehen zivil- oder strafrechtlich relevant ist, es wird auch – verständlicherweise – kaum jemand wegen ein paar Euro einen Prozeß anstrengen. Aber es gibt einen Weg, mit dem man ein so dreistes Verhalten wirksam bestrafen kann: die letzten Spiele noch zu Ende bringen und das Programm dann sofort deinstallieren! Auch wenn es ein bißchen wehtut, weil das Quizduell doch lange Zeit ein angenehmer Teil des Alltags war. Aber Frechheit muß bestraft werden.

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