Ein „Wilsberg“ des Grauens

Wie um alles in der Welt kann man ein so schlechtes Drehbuch schreiben? Und wie kann ein Regisseur so eine abstruse Geschichte inszenieren? Und – vielleicht die wichtigste Frage – wie kann ein seriöser Sender so einen Schmarrn senden?

Die Folge „Alles Lüge“ vom Samstag war der neue Tiefpunkt einer Reihe, die sich seit längerem in einer Abwärtsspirale befindet. Kann man sich in den letzten zwei, drei Jahren überhaupt noch an einen guten „Wilsberg“ erinnern? Ich nicht.

Die neue Folge war einfach nur peinlich. Eine junge Ärztin (Prädikat „idealistisch“), die ihre grell kostümierte Patientenschar pro bono behandelt und naiv wie ein Schulmädchen durch die Handlung stolpert, ein böser Vermieter (Vermieter sind im Film immer böse, auch wenn sie am Ende nie die Täter sind!), dazu noch ein ganz, ganz böser rechtspopulistischer Verein, der wie eine Karikatur daherkommt – das ist alles so kindisch, so dumm, so hölzern und ohne jede psychologische Stimmigkeit, daß man nur staunen kann. Gegen ein so schlechtes Buch können auch gute Schauspieler wie Leonard Lansink oder Rita Russek nicht anspielen. Und Overbeck? Roland Jankowsky hat früher mancher müden Folge noch einen Glanzpunkt aufgesetzt. Daß er jetzt – bis hin zur peinlichen Schlußszene mit Oliver Welke – nur noch den albernen Hanswurst spielen darf, hat er wirklich nicht verdient.

Eine Serie, die man nur noch anschaut, weil sie vor langer Zeit einmal wirklich gut war, sollte man – das als kleine Empfehlung an das ZDF – besser einstellen.

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