Zapfenstreich – nur mit Freunden

Wenn morgen der Große Zapfenstreich für den scheidenden Bundespräsidente Wulff stattfindet, wird außer Vertretern des Kabinetts und des Bundestagspräsidiums kaum ein Spitzenpolitiker anwesend sein. Boykottieren sie denn alle den Zapfenstreich? Keineswegs. Sie sind gar nicht erst eingeladen worden!

Falls Wulff selbst darüber entschieden hat, wer kommen darf und wer nicht, und davon muß man ja wohl ausgehen, dann ist das ein weiteres Zeichen dafür, wie kleingeistig dieser Bundespräsident war und ist. Immerhin ist der Zapfenstreich ein feierlicher und ehrenvoller Staatsakt, und wer ihn dazu benutzt, Rechnungen zu begleichen und Nadelstiche zu setzen, hätte nie in ein solches Amt gewählt werden dürfen.

Aber „Familienangehörige und Wegbegleiter“ dürfen kommen, und da darf man gespannt sein, wer erscheint. Kommt Groenewold? Kommt Maschmeyer (mit oder ohne seine Veronica)? Kommt das Ehepaar Geerkens?

Wulff hat offenbar dafür gesorgt, daß es ein Zapfenstreich unter Freunden sein wird. Das ist freilich ein Mißbrauch dieser traditionellen Verabschiedung. Der Grund dürfte darin liegen, daß Wulff Gäste, die dann vielleicht demonstrativ abgesagt hätten, gar nicht erst eingeladen hat.

Er wäre gut beraten gewesen, auf den Zapfenstreich ganz zu verzichten. Aber sein Handeln scheint immer mehr von einer Art kindlichem Trotz bestimmt zu werden.

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Lied eines unbekannten Griechen aus Anlaß einer Ermahnung durch den Generalsekretär der FDP

Patrick Döring hat vor kurzem verlangt, daß sich die Griechen gefälligst bei den Deutschen bedanken sollen. Es sei für ein „Wort des Dankes“ noch nicht zu spät.

Das haben sich viele Griechen zu Herzen genommen, und einer hat es sogar in eine Liedform gebracht – melodisch zu singen nach einem neueren Kirchenlied.

Danke, du guter Patrick Döring,
danke, daß du uns schelten tust,
danke, daß uns zu helfen du nicht eine Stund‘ ausruhst.

Danke für all die Suppenküchen,
danke für all die liebe Not,
danke, du lieber Patrick Döring, für dein trocken Brot.

Danke für all die Obdachlosen,
danke, daß es  jetzt Armut gibt,
danke, daß dein so güt’ges Deutschland uns so furchtbar liebt.

Danke für all die milden Gaben,
danke für eure Gnad‘,
danke, daß Deutschland uns so gründlich jetzt erniedrigt hat.

Danke besonders dir, Angela,
danke, daß du uns liebst.
Danke, daß du uns mit der Peitsche so viel‘ Hiebe gibst!

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Ein neuer Brief an Putin – aus gegebenem Anlaß

Lieber Wladimir Wladimirowitsch,

erlaube mir, daß ich Dir von ganzem Herzen zu Deinem beeindruckenden Wahlsieg gratuliere. Da habe ich nicht schlecht gestaunt, daß Du auf Anhieb fast 64% der Stimmen bekommen hast! Wie Du das nur immer machst?

Eben lese ich, daß Du in Tschetschenien nach dem amtlichen Wahlergebnis sogar 99,76 der Stimmen erhalten hast. Da sieht man doch, wie Dich die Tschetschenen ins Herz geschlossen haben! Und auch die Wahlbeteiligung soll dort bei fast 100% gelegen haben. That’s democracy! Na, im Kaukasus hast Du aber auch mit eiserner Hand aufgeräumt, und man sieht: die Tschetschenen danken es Dir.

Nach zwei oder drei weiteren Wahlperioden schaffst Du dort vielleicht sogar noch die 100 %!

Jetzt muß ich Dir nur noch eines sagen, teurer Wladimir Wladimirowitsch – Tränen lügen nicht! Auch wenn Du es hinterher auf den Wind geschoben hast, ich weiß, woher die Tränen in Deinen Augen wirklich herrühren: Du hast Dich so über Deinen Triumph gefreut – und plötzlich hast Du die Bilder aus Syrien vor Augen gehabt, wo Dein Freund Assad ganze Stadtviertel dem Erdboden gleichmacht und auf alles schießen läßt, was sich bewegt, Männer, Frauen, Kinder, und zwar mit Deinen Waffen, Wladimir Wladimirowitsch! Und da hast Du zu Dir selbst gesagt: was bin ich nur für ein schlechter Mensch – und deshalb, nur deshalb sind die Tränen geflossen.

Ja, so war es – aber das wissen nur zwei Menschen: Du, Wladimir Wladimirowitsch, und ich. Und ich werde schweigen wie ein Grab, darauf gebe ich Dir mein Ehrenwort.

Dein Lupulus
aus dem feindlichen Ausland.

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Fürstliche Frührente für Christian Wulff

Helmut Schmidt sagt in einem Bild-Interview (heute auch auf der Online-Seite der Zeitung nachzulesen), Christian Wulff habe

dem Amt einen schweren Schaden zugefügt und er hat gleich die gesamte politische Klasse mit beschädigt.

Als ob er dieses gewichtige Urteil des Altbundeskanzlers bestätigen wolle, beharrt  Wulff, wenn die einhelligen Presseberichte stimmen, nicht nur auf seinem Ehrensold, sondern auch auf einem Büro samt Mitarbeiter – beides bis an sein Lebensende. Das kostet dem Steuerzahler im Jahr ca. 480.000 Euro.

Seine Frau und er, so sagte Wulff in seiner Rücktrittsrede, fühlten sich durch die Berichterstattung der Medien über ihn „verletzt“. Da betrachtet er die fürstliche Frührente wohl als gerechtes Schmerzensgeld.

Oder das „Glamour-Paar“ denkt sich:

Ist der Ruf erst ruiniert,
Lebt sich’s gänzlich ungeniert.

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Agrippa von Nettesheim über die Jagd

Weil’s so schön war: noch eine Kleinigkeit von Agrippa von Nettesheim, wieder aus seiner Schrift „Die Eitelkeit und Unsicherheit der Wissenschaften“ – diesmal über die Jagd.

Die Jagd ist für Agrippa von Nettesheim

eine grausame und ganz traurige Kunst, welcher Blutvergiessen und Totschlag, davor die Menschlichkeit einen Abscheu haben soll, eine Lust ist.

Auch die Gewalt gegen Menschen (etwa im Krieg oder in der Tyrannei) beginnt für ihn – sozusagen als einer Vorstufe – mit dem Töten von Tieren.

Die Tyrannei hat von der Jägerei ihren Anfang, denn sie hat keine besseren Erfinder haben können, als welche mit Marter und Totschlag der wilden Tiere, und mit Blutpfützen Gott und die Natur verachten gelernet haben.

Die jägerischen Streite und Kriege haben was Grausames an sich, indem die Jäger an den räuberischen Hunden, an den preisgegebenen wilden Tieren, am Blutvergiessen und am Zerreissen der Kaldaunen ihre Lust büssen, und oftermals so einen schändlichen und harten Tod mit höchster Lust, als wann es nur ein Scherz wäre, anschauen. Der greuliche Weidmann lachet dazu und nimmet mit seinem Hundeheer und Jägernetzen den unglückseligen Raub, wie einen wahren Triumph, als wann er den grössten Teil der Welt überwunden hätte, mit nach Hause; und da gehet erst das rechte Schinden an, und da muss nun das arme wilde Tier mit sonderlichen Handgriffen, mit gewissen Weidsprüchen und mit vorgeschriebenen Worten ausgeweidet und geschunden werden.

Fürwahr eine schöne jägerische Torheit, und ein schöner Krieg; wer sich darinnen berühmt machet, und in demselbigen sich fleissig exerzieret, der kann die menschliche, angeborene Humanität leicht abziehen.

Ein erstaunliches Dokument aus dem frühen 16. Jahrhundert!

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Der Einarmige von Berwang

Ein neues Geheimnis tut sich auf: zum dritten Mal in diesem Winter, wenn ich richtig gezählt habe, hatte der Winkemann von Berwang heute morgen seinen einarmigen Kollegen bei sich. Das Überraschende ist die Professionalität des Winkens, die sich der Dazukömmling schon in kurzer Zeit angeeignet hat.

Nur damit kein Mißverständnis aufkommt: natürlich hat auch der Einarmige deutlich sichtbar zwei Arme – aber nur mit einem von ihnen, dem linken, winkt er. Das ist wohlüberlegt, denn da die beiden – der Winkemann und der Einarmige – so nahe beisammenstehen, würden sie sich andernfalls mit den winkenden Armen in die Quere kommen – nicht auszudenken!

Nur ein kleiner Wink noch: am 9. April 2012 geht die Wintersaison der Berwanger Sonnalmbahn zu Ende – und damit endet auch der Winter des Winkemanns. Dann kommt wieder ein langer winkemannloser Sommer, der überstanden sein will.

Also: nutzen Sie die Chance – Sie haben noch etwa fünf Wochen. Immer morgens gegen 8.34 Uhr in der Sendung Alpenpanorama auf 3sat.

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Über die Fallstricke der Kaufleute

Ich möchte meinen Lesern wieder einmal ein kleines literarisches Fundstück mitteilen – es stammt diesmal von Agrippa von Nettesheim (1486-1535):

Die Kaufleute sind dieselben, welche der Welt so viel Fallstricke legen durch die Einfuhr – bis vom Ende der Erde – schädlicher Waren, darnach unsere Weiber und Kinder wegen ihrer Rarität einen Appetit bekommen, ob sie gleich zu keiner Notwendigkeit des menschlichen Geschlechts oder Lebens, sondern nur zu Pracht, Hoffart und Übermut, zum Spiel und Wollust dienen und hergebracht werden.

Sie putzen ganze Länder und Königreiche ums Geld, verderben gute Sitten und führen neue Moden und durch dieselben neue Laster ein, jagen die alten, guten Gebräuche aus, und indem sie sich stets neuer und fremder Sachen befleissigen, so erfüllen sie das ganze Land mit bösen Gebräuchen und ärgerlichen Gewohnheiten.

Ich distanziere mich ausdrücklich und entschieden von diesem bösartigen und sehr ungerechten Text – allerdings habe ich bei der Erwähnung der „Einfuhr schädlicher Waren vom Ende der Welt“, wie ich zugeben muß, an den Chinaschrott denken müssen, der seit Jahren auch unser Land überschwemmt …

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Pastor vs. Philosoph – Sloterdijk über Gauck

Peter Sloterdijk ist, solange er in seinem Metier bleibt, ein wortgewaltiger Philosoph (vielleicht ist er als Philosoph sogar noch bedeutender als Richard David Precht). Er hat erfrischend unkonventionelle Gedanken, und es ist immer eine Freude, ihm beim sprachlichen Entwickeln dieser Gedanken zuzuhören. Es gibt nicht viele Köpfe in Deutschland, die aus dem Stegreif so elegante, feinziselierte Sätze zustandebringen. Man hört ihm deshalb gern zu, auch wenn man – wie es mir oft geht – mit seinen gedanklichen Ergebnissen nicht einverstanden ist.

Nun hat er sich also in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Focus über unseren zukünftigen Bundespräsidenten geäußert (hier findet man ein paar Auszüge).

Viele würden schon jetzt meinen, sagt Sloterdijk:

Merkel und Gauck, so viel politischen Protestantismus haben wir nicht verdient.

Aufgrund seiner „pastoralen Identität“ werde Gauck schon bald vielen Menschen „auf die Nerven gehen“.

An diesen Äußerungen (ich kenne leider nur die wenigen Auszüge, die in der Presse stehen) ist einmal bemerkenswert, daß Sloterdijk nur sagt, was andere („viele“, „viele Menschen“) möglicherweise über Gauck sagen könnten. Das sind mir für einen sonst so unerschrockenen Mann wie Sloterdijk ein paar Konjunktive zuviel. Warum so von der Seite?

Dann – der „politische Protestantismus“! Den vertreten also Merkel und Gauck?

Unsere Bundeskanzlerin kommt zwar aus einer Pfarrersfamilie, aber daß sich in ihrer Politik, noch dazu, wenn man ihre munteren Geißsprünge der letzten Jahre betrachtet, ein politischer Protestantismus niederschlage, kann man doch wirklich nicht sagen. Bei ihr herrscht ein – fast hätte ich gesagt: bodenloser! – Pragmatismus, und daß ihre Politik auf einem festen geistigen (oder gar geistlichen!) Fundament gründet, läßt sich nur schwer behaupten. Ihre unbegreifliche Popularität ist vielleicht gerade diesem Unfaßbaren und deshalb Unangreifbaren bei ihr geschuldet. Ein urprotestantisches „Hier stehe ich, ich kann nicht anders!“ ist von ihr nicht zu erwarten. Nichts Knorriges, Kantiges, Lutherisches ist an ihr, alles wabert weich, es ist eine fast amöbenhafte Politik, die nirgends feste Pflöcke einschlägt, die daher auch bald hierhin, bald dorthin fließen kann. In einer Zeit, der alle großen Orientierungsrahmen verlorengegangen sind, ist sie vielleicht genau die richtige Kanzlerin.

Aber dem „politischen Protestantismus“ (was immer das genau sein mag) kann man sie nun wirklich nicht zurechnen.

Und Gauck? Wird er uns bald „auf die Nerven gehen“? Natürlich wird er das! Und, ganz nebenbei gesagt, ich freue mich schon darauf. So ein Mensch ist mir, auch dort, wo ich ihm energisch  widerspreche, hundertmal lieber als ein aalglatter Parteipolitiker.

Aber wird er uns wegen seiner „pastoralen Identität“ auf die Nerven gehen?

Ich weiß ja nicht, wann Sloterdijk das letzte Mal einen protestantischen Gottesdienst besucht hat, aber wenn auch nur zehn Prozent der evangelischen Pfarrer in ihrer ganzen „pastoralen Identität“ so predigen würden, wie Gauck redet und schreibt – die Kirchen wären, glaube ich, wieder prall gefüllt!

Freuen wir uns also darauf, daß uns endlich einmal wieder ein Bundespräsident im guten Sinne auf die Nerven geht.

Und vor allem: lassen wir ihn doch erst einmal Präsident sein, ehe wir vor der Zeit über ihn urteilen!

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Noch eine Anmerkung zur Islamstudie

Einer der Autoren der Studie, Prof. Wolfgang Frindte von der Universität Jena, wurde in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung (hier nachzulesen) gefragt, warum sich in der dritten Generation der türkischstämmigen muslimischen Bevölkerung ein Fünftel nicht integrieren will.

Seine Antwort, lapidar: das hänge „vermutlich mit den Bedingungen in der Gesellschaft zusammen“. Vielleicht aber auch nicht. Ich empfehle Herrn Frindte eine vierwöchige Hospitation in einer beliebigen Arbeitsagentur. Dann würde er sehen, wie man sich dort – fast bis an die Grenze der Selbstaufgabe – um jeden einzelnen Fall bemüht. Das Resultat: man ist schon froh, wenn die jungen Herren überhaupt erscheinen (oft tun sie das erst, wenn die völlige Einstellung der Bezüge droht). Aber so etwas paßt nicht in das ideologische Weltbild. Es ist halt immer die deutsche „Gesellschaft“ schuld, die einfach nicht genug für die Muslime tut:

Die Gesellschaft muss gleiche Chancen für Muslime auf dem Arbeitsmarkt schaffen, gleiche Bildungschancen, mehr Möglichkeiten, die deutsche Sprache zu erlernen.

Nur merkwürdig, daß sich Italiener, Spanier, Griechen und fast alle anderen Einwanderergruppen in dieser Gesellschaft so gut integriert haben.

Und warum wollen so viele junge Türken – wohlgemerkt: der dritten (!) Generation – nichts mit uns zu tun haben? Das hänge damit zusammen, sagt Herr Frindte, „daß sie sich als Gruppe diskriminiert fühlen“.

Auf die Frage, ob nicht durch die Gewaltbereitschaft dieser Gruppe ein großes Problem auf uns zukomme, gibt der Wissenschaftler eine überraschende Antwort. Nein, sagt er, denn:

Es geht nicht um die persönliche Gewaltbereitschaft. Die betroffenen Muslime sind der Meinung: Wenn es so weit kommt, dass die westliche Welt sie unterdrückt, dann würden sie unter Umständen auch Gruppengewalt als legitimes Mittel betrachten, um sich zu verteidigen.

Wenn es dann einmal so weit ist und sie die „Gruppengewalt“ auch einsetzen, dann wissen wir immerhin: es ist nicht persönlich gemeint – sie wehren sich doch nur!

Bei allen wirklich virulenten Fragen – etwa zum Islam – hält sich Frindte auffällig zurück. Das sei nicht Gegenstand der Untersuchung gewesen. Er verweist aber auf andere Studien, die belegten, daß das autoritäre Verhalten „mit dem Islam wenig zu tun“ habe.

Natürlich ist das archaische Verhalten viel älter als der Islam, aber durch den Islam erhält diese archaische Einstellung sozusagen eine göttliche Rechtfertigung. Das freilich darf nicht ausgesprochen werden.

Denn nicht der Islam ist schuld an der ganzen Misere, sondern – Thilo Sarrazin!

Bei Prof. Frindte klingt das so:

Muslime, die nach dem Erscheinen seines Buches interviewt wurden, legten viel mehr Vorurteile und eine größere Ablehnung gegenüber Deutschland und dem Westen an den Tag als jene, die wir zuvor befragt hatten. Da stellt sich die Frage, ob das mit dem Sarrazin-Hype zu tun hatte.

Da erübrigt sich wirklich jeder Kommentar.

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Zwei Überschriften zur Causa Wulff

Heute (ganz aktuell hier nachzulesen):

Razzia bei Wulff-Freund Groenewold 

Gestern (hier):

Präsidialamt hat entschieden: Wulff bekommt 199.000 Euro Ehrensold.

Gibt es eigentlich noch Politiker, die zwischen einem Rechtsanspruch und menschlichem Anstand unterscheiden können? Der Anspruch auf den Ehrensold mag ja rechtens und einklagbar sein, obwohl viele Juristen im Fall Wulff da ganz anderer Ansicht sind. Aber darum geht es doch gar nicht! Es geht darum, ob ein Bundespräsident, der nicht einmal zwei Jahre im Amt war, jetzt jahrzehntelang eine fürstliche Apanage annimmt – oder ob er wenigstens nach seinem Abgang ein bißchen menschliche Größe zeigt und auf diese Alimentierung, die fast niemand in der Bevölkerung gutheißt, verzichtet.

Aber Wulff schweigt.

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