April

Kennen Sie den Anfang von T.S. Eliots berühmtem Gedicht The Waste Land (1922)?

Hier ist er:

April is the cruellest month, breeding
Lilacs out of the dead land, mixing
Memory and desire, stirring
Dull roots with spring rain.

Nähme man diese ersten Zeilen einfach nur wörtlich (was man natürlich bei einem so vielschichtigen Gedicht nicht darf!), müßte man ganz energisch widersprechen. Der April als „grausamster Monat“?

Früher hieß es, wie in dem Gedicht von Emanuel Geibel: „Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus“ – aber das ist schon lange nicht mehr so. Wenigstens hier im Rhein-Main-Gebiet und erst recht an der Bergstraße treiben Sträucher und kleinere Bäume (wie die Hainbuche auf dem Foto, das ich heute im Wald aufgenommen habe) schon Anfang April aus, und spätestens Ende des Monats ist (vielleicht bis auf ein paar späte Eichen) der gesamte Wald grün. Der eigentliche Wonnemonat ist also gar nicht mehr der Mai, sondern (von rauhen Gebirgslagen abgesehen) der April.

Es wäre interessant, einmal die Veränderung des Klimas anhand solcher Zitate aus der Literatur zu belegen.

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Die User im Internet – Freiheit ohne Verantwortung

Nur ein paar Gedanken zum Lynchaufruf in Emden.

Es ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, daß zur Freiheit auch Verantwortung gehört. Wenn ich die Freiheit habe, dies zu tun und jenes zu lassen, und wenn ich mich dann für eine der Möglichkeiten entscheide, dann habe ich das auch zu verantworten.

Natürlich bin ich – im Prinzip – frei, alles zu tun: ich kann Gutes tun, ich kann aber auch meinen Nächsten umbringen. Im ersten Fall wird es, was die Verantwortung betrifft, keine großen Probleme geben, im zweiten schon. Der Freiheit sind ja Grenzen gesetzt – erst einmal durch das eigene Gewissen. Das ist eine wenig faßbare Instanz, aber man sollte sie auch nicht unterschätzen. Ich glaube nämlich, die meisten schlimmen Dinge werden nicht durch eine Strafandrohung des Gesetzgebers verhindert, sondern – sozusagen schon im Keim – durch den Einspruch des Gewissens. Ob dieses Gewissen jetzt etwas von Gott in den Menschen Eingepflanzes ist (wie es ein religiöser Mensch sagen würde), oder eine dem Menschen natürlich innewohnende Moral, oder ob sie gar mit dem Freudschen Über-Ich identisch ist, das können (und müssen) wir an dieser Stelle offenlassen. Fest steht, daß es diese Instanz gibt, und daß sie recht wirkungsvoll ist.

Wenn mein Gewissen aber schwach ausgebildet ist, dann muß ich mich immerhin noch vor dem Gesetz verantworten. Je nach der Schwere meiner Schuld drohen mir empfindliche Strafen. Meine Freiheit, anderen Menschen wehzutun, sie zu kränken oder sie gar zu verletzen oder zu töten, ist also niemals grenzenlos.

Was aber, wenn mein Gewissen schweigt und wenn ich auch dem Gesetz gegenüber unangreifbar bin? Wenn ich sicher sein kann, daß ich ungestraft böse sein darf?

Diese Fälle mehren sich – vor allem im Internet. Das jüngste Beispiel ist der junge Mann, der in miserablem Deutsch, aber mit großer Wirkung in Emden fast unverhüllt zur Lynchjustiz an dem mordverdächtigen Jugendlichen  aufgerufen hat. Ein Mob, der nach den Pressemeldungen zwischen 50 und 100 junge Männer umfaßt haben soll, wollte bis zum frühen Morgen vor der Polizeistation in Emden die „Herausgabe“ des „ehrenlosen Hundes“ erzwingen (ich habe darüber berichtet).

Jetzt hat sich herausgestellt, daß der Verdächtige nachweislich unschuldig ist. Sehe ich im Internet jetzt Gewissenserforschung, Nachdenklichkeit? Kommen die jungen „Wutbürger“ vielleicht ins Grübeln, was sie da beinahe angerichtet hätten?

Nicht die Bohne! Die Wut richtet sich jetzt in den Internetforen auf die Polizei, weil die ihnen den falschen Mann zum Lynchen serviert hat. Eine regelrechte Westernmentalität ist da ausgebrochen. Unschuldsvermutung? Rechtsstaat? Kennwernicht, brauchnwernicht. Wir haben doch unsere Fäuste!

Wir haben hier also zwei Entwicklungen, die sich leider an einem Ort (der leider kein locus amoenus mehr ist, wenn er denn je einer war!), nämlich dem Internet,  in gefährlicher Weise vereinigen.

Wir haben einmal eine wachsende Zahl von Jugendlichen und jungen Männern, die moralisch unreif sind (und das ist noch sehr höflich ausgedrückt). Sie geben jedem aggressiven Impuls nach, ohne ihre Großhirnrinde einzuschalten. Warum es bei ihnen nicht zur Reife, zum ethisch verantwortlichen Handeln gekommen ist, darüber kann man lange und trefflich streiten – die Familien werden daran ihren Anteil haben, auch die vater- oder mutterlosen Patchworkfamilien, die von unseren Politikern neuerdings so gelobt (oder sogar gelebt!) werden.

Zum zweiten gibt es seit Jahren einen Aufenthaltsort, der auf den ersten Blick ein Ort der Freiheit ohne Verantwortung ist. Hier können sich Opfer nicht wehren, die Eltern wissen von nichts, und die Polizei tappt fast immer im Dunkeln. Ich kann also, wenn ich nie gelernt habe, alles was ich tue, auch zu verantworten, nach Herzenslust und ungestraft – böse sein. Ich kann Mitschüler peinigen, Lehrer beleidigen, ich kann sogar zur Lynchjustiz aufrufen. Ich kann einfach alles – und muß mich für nichts verantworten.

Ist das die schöne neue Welt? Sie ist es, aber nur für die Täter. Für die Opfer ist es die Hölle. Sie haben zwar alle Rechte, aber sie können sie fast nie durchsetzen.

Wer könnte die Täter an ihrem Tun hindern? Der liebe Gott? Da kommt nur noch ein müdes Grinsen. Die Eltern? Die wissen meist von nichts, oft arbeiten sie den ganzen Tag, da haben sie am Abend nicht mehr die Kraft, ihren Kindern auf die Finger zu sehen. Die Lehrer? Die haben anderes zu tun. Die Polizei? Wie soll die herausbekommen, ob die Verunglimpfungen auf einem Server in Tuvalu oder Tonga liegen?

Genau so entsteht ein ethikfreier Taum, und diese jungen Männer (es sind ja meist Männer, wenn auch nicht immer) bekommen das Gefühl, daß sie alles tun und lassen können, ohne daß man sie – ganz buchstäblich! – zur Verantwortung zieht.

„Freiheit“, so hat es unser neuer Bundespräsident ausgedrückt, „hat einen Namen: Verantwortung.“ Aber wie will ich das einem jungen Mann erklären, der zum Lynchmord an einem „ehrenlosen Hund“ aufruft?

Ich weiß es nicht.

Ich weiß nur, daß der Grund für alles – Gewissen, Verantwortung, Moral – in der Familie, und nur dort, gelegt wird. Schule, Lehrer, Freunde usw. können später manches ausbessern, aber wenn der Grund nicht gelegt wird, ist es schwer, einen Menschen noch zu ändern. Wo Eltern nur noch als Arbeitskräfte interessant sind und so schnell wie möglich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen sollen, scheitert auch oft die so viel wichtigere Erziehung der Kinder. Deshalb kann man auch nur mit Bedauern beobachten, daß Mütter oder Väter, die sich lieber um die Erziehung ihrer Kinder zu anständigen Menschen als um den Broterwerb kümmern (und dafür große finanzielle Einbußen hinnehmen!), zunehmend von „fortschrittlichen“ (grünen, linken, feministischen) Kreisen als gestrig und hinterwäldlerisch beschimpft werden.

Wer da wirklich fortschrittlich und wer wirklich gestrig ist, das steht für mich fest.

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China-Schrott – eine unendliche Geschichte

In der Sendung „alles wissen“ des hr-Fernsehens hat man vor ein paar Tagen die Sicherheit von Elektrofahrrädern getestet (hier nachzulesen). Dabei hat sich herausgestellt, daß vor allem die Billigräder, die man in Baumärkten und Discountern manchmal schon für 600 Euro bekommt, zu schlimmen Unfällen führen können. Da werden ganz normale Materialien verwendet, die aber den Geschwindigkeiten und Belastungen von Elektrofahrrädern nicht gewachsen sind. Dadurch kommt es frühzeitig zu Ermüdungserscheinungen.

Besonders im Rahmenbereich und im Gabelbereich kann es zu Brüchen kommen. Und das kann tragische Folgen haben.

Auch die Bremsen sind oft viel zu schwach. Die Hälfte der getesteten Fahrräder ist beim Bremstest durchgefallen.

Das alles betrifft, wie es in dem Beitrag heißt, vor allem „Billigimporte aus Fernost“ – übrigens eine unnötig dunkle Bemerkung, denn wir wissen doch alle aus leidvoller Erfahrung, woher dieser Schrott fast immer kommt: aus China.

Man muß immer wieder sagen: die Importeure und der Handel in Deutschland sind an diesen Zuständen genauso schuld wie die chinesischen Hersteller. Ob ein Haushaltsgerät überhaupt funktioniert, ob ein Fahrrad aufgrund seiner Bremsen und Materialien überhaupt in den Handel kommen darf, das wird offenbar kaum noch geprüft. Hauptsache billig!

Früher hatte man als Verbraucher immerhin noch die Möglichkeit, auf ein teureres, einheimisches  Produkt zurückzugreifen, aber inzwischen hat sich China auch in diesem Preissegment eingenistet, ohne eine dem Preis entsprechende Qualität zu liefern.

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Abzocke an der Zapfsäule

Merkel und Rösler wollen „die Abzocke an der Zapfsäule beenden“.

Man merkt, daß wichtige Wahlen bevorstehen.

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Die Gas-Förderplattform Elgin – zwei Meldungen

Beide Meldungen wurden am selben Tag in den  Nachrichten verbreitet.

Meldung Nr. 1 (F.A.Z. online):

Vier Tage nach dem Bekanntwerden des Unglücks vor der schottischen Küste hat der Energiekonzern Total nach eigenen Angaben das Leck geortet: Es liegt demnach etwa 4000 Meter unter der Wasseroberfäche.

Meldung Nr. 2 (Focus online):

Das Leck wurde etwa 25 Meter oberhalb der Wasseroberfläche, am Kopf des Bohrlochs lokalisiert.

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Auf zum Lynchen, ihr User!

Eine lustige Erscheinung der modernen Zeit sind die sog. flash mobs. Da verabreden sich ein paar Dutzend oder auch ein paar hundert Leute an einem Ort, um irgendetwas Verrücktes zu machen – gleichzeitig Zeitung zu lesen zum Beispiel, oder ihre Schirme aufzuspannen.

Oder auch schnell mal einen Verdächtigen zu lynchen?

So geschah es nach dem Aufruf eines angeblich 18jährigen Facebook-Users (hier nachzulesen), der den „ehrenlosen Hund“, wie er den Verdächtigen im Emdener Fall Lena in seiner primitiven Sprache nennt, getötet sehen wollte.

Diesen ehrenlosen herzlosen hund sollten sie foltern und töten …. Er bekommt vill 7-10 Jahre kommt dann wieder raus und darf leben obwohl er dem kleinen Engel lena das leben genommen hat…schrecklich ….. Aber das ist das deutsche rechtsSystem …. Ich hoffe sie töten dem im Knast …denn wer sowas macht verdient dass leben nicht..rip kleine lena.

Man glaubt es nicht, aber auf diese fürchterlichen Sätze hin sind mehr als 50 Wutbürger vor das Polizeigebäude gezogen – ein echter Mob, kein flash mob – und haben versucht, den Verdächtigen, den „herzlosen hund“, den noch kein Richter verurteilt hat, herauszubekommen.

Ich für mein Teil danke Gott, daß wir „das deutsche rechtsSystem“ haben, und ich verstehe nicht, warum dieser Mob nicht festgenommen und wegen Behinderung der Justiz angeklagt worden ist. Die Polizei hatte alle Hände voll zu tun, das Verbrechen aufzuklären, und mußte sich dann auch noch eines solchen Lynchmobs erwehren.

Was mich betrifft: ich hätte, wenn überhaupt, Lynchphantasien allenfalls gegenüber einem Jüngling, der es schafft, auf wenigen Zeilen geschätzte 197 Schreibfehler zu machen.

PS: Inzwischen ist der 17jährige Verdächtige wieder frei, weil er unschuldig ist. Was, wenn ihn der Mob gelyncht hätte? Denken diese Primititivos in einer stillen Stunde auch einmal nach, was sie angerichtet hätten? Wahrscheinlich nicht. In Europa hat man Jahrhunderte gebraucht, um ein so gutes Rechtssystem zu entwickeln (und vor Barbaren jeder Art zu beschützen!) – das wirklich Allerletzte, was wir heute brauchen, sind Wutbürger, die sich von einem Spätpubertierenden auf die Straße hetzen lassen.

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Massaker im deutschen Wald

Die sog. Tierrechtsorganisation PETA, eine radikale US-Gründung, die unter Hollywood-Schauspielern beliebt ist und gern auch in Europa Fuß fassen möchte, fordert (hier nachzulesen) die völlige Abschaffung der Jagd,

weil „das allgegenwärtige Massaker in deutschen Wäldern nichts mit Tier- oder Waldschutz zu tun hat.“ Immer mehr Menschen würden demnach die Sinnhaftigkeit der hinterhältigen Tötung in deutschen Wäldern hinterfragen.

Im Rahmen einer ziemlich dümmlichen PR-Aktion verlangt diese Organisation auch, daß der Kräuterlikör „Jägermeister“ künftig „Waldmeister“ heißen solle.

Man kann mit Fanatikern und Fundamentalisten nicht diskutieren, deshalb will ich inhaltlich zu den dummen Bemerkungen von PETA nichts sagen.

Nur eines noch: während die Jäger im deutschen Wald angeblich blutige „Massaker“ anrichten, tötet PETA in den USA, wie man hier und an vielen anderen Stellen im Internet nachlesen kann, weit über 90% der Tiere (meist Hunde und Katzen), die ihr anvertraut werden. Auch in der Wikipedia ist zu lesen, daß die Organisation „aktiv die Einschläferung nicht vermittelbarer Tiere“ betreibt.

Da wäre „Doppelmoral“ wohl noch ein allzu freundliches Wort.

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FDP besteht auf Kündigung von 11.200 Schlecker-Mitarbeitern

Martin Zeil (Foto von Michael Lucan, der Wikipedia entnommen)

Dieser freundliche winkende Mensch ist Wirtschaftsminister in Bayern. Er heißt Martin Zeil und gehört der FDP an. Lange war er Gemeinderatsmitglied und Zweiter Bürgermeister in Gauting am Starnberger See – eine Gegend, in der die Mitarbeiterinnen von Schlecker normalerweise nicht wohnen. Hier wohnt eher FDP- und CSU-Klientel.

Mit seinem Einspruch (hier nachzulesen) hat Zeil jetzt verhindert, daß eine Transfergesellschaft gebildet wird, um den vielen Schlecker-Frauen wenigstens ein paar Monate zu gönnen, damit sie sich eine neue Stelle suchen und evtl. weiterqualifizieren können. Und die ganzen volkstümlichen Helden der CSU, Seehofer, Söder usw.? Gerade noch haben sie sich auf dem Nockherberg feiern lassen, aber die Koalition – also der Machterhalt! – ist ihnen wichtiger als das Schicksal von über 11.000 Menschen.

Eine Partei, die es in der letzten Landtagswahl (im Saarland) gerademal auf 1,2 % der Stimmen geschafft hat, entscheidet jetzt über die Existenz von 11.200 Menschen – und wieviele Kinder, Ehemänner usw. sind davon mitbetroffen? Die Zahl ist in Wirklichkeit ja noch viel, viel größer.

Der ewig in jede Kamera grinsende Seehofer ist als Ministerpräsident für dieses Fiasko letztlich verantwortlich – man kann eine Koalition nämlich auch platzen lassen, wenn eine fast schon nicht mehr vorhandene Partei so unsoziale Entscheidungen provoziert.

Seehofer wird – hoffentlich! – vom bayerischen Wähler die Quittung dafür bekommen.

Und Philipp Rösler, der Bundesvorsitzende der FDP?

Auf Spiegel Online heißt es:

Rösler sieht in der Entscheidung einen Beleg für die wirtschaftspolitische Prinzipientreue seiner Partei. Es sei nicht Aufgabe des Staates, für Transfergesellschaften zu sorgen, betonte Rösler. Er habe „ordnungspolitisch darauf hingewiesen“, dass es „viel schneller und viel einfacher“ für die Beschäftigten von Schlecker gewesen wäre, auf die Bundesagentur für Arbeit zurückzugreifen. Sie habe die Instrumente, die Möglichkeiten und das Fachwissen. Die Arbeitsmarktsituation im Einzelhandel sei sehr gut.

Hoffen wir nur, daß auch Rösler bald dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht.

Eine solche Kaltschnäuzigkeit, eine solche soziale Kälte hat es in Deutschland schon lange nicht mehr gegeben.

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Die Strompreise werden explodieren

Die Strompreise steigen und steigen – demnächst wieder um bis zu 95 Euro im Jahr. Aber trotz dieser Preiserhöhungen hat der Energiekonzern E.on, wie man auf Spiegel Online nachlesen kann, im vergangenen Jahr ein Minus von 2,2 Milliarden Euro gemacht. Natürlich sind das die ersten Auswirkungen von Merkels Hauruck-Energiewende. Wenn Norbert Röttgen, weil er demnächst die Wahlen in NRW gewinnen will, dreist behauptet, beides habe nichts miteinander zu tun, dann ist das einfach nur lächerlich.

Mir sind die großen Energiekonzerne weiß Gott nicht sonderlich ans Herz gewachsen, aber daß sie jetzt, wo die Regierung ohne Not (und ohne Verstand!) praktisch über Nacht das Steuer in der Energiepolitik herumgerissen hat, wirtschaftlich ins Schlingern geraten würden, war unausweichlich – und vorherzusehen.

Jetzt soll der Staat bedürftigen Familien helfen, die wachsenden Energiekosten zu schultern. Gleichzeitig bietet man Firmen mit hohem Stromverbrauch jede Menge Befreiungen und Vergünstigungen an. Es wird also genau so kommen, wie ich es vor einigen Monaten vorhergesagt habe: wer reich ist, wird entlastet, wer arm ist, bekommt den Strom gratis – die eigentliche Last der „Energiewende“ werden die Normalverdiener tragen, die nicht arm, aber auch nicht reich genug sind, um in den Genuß dieser Vergünstigungen zu kommen. Ausgerechnet die Mitte der Gesellschaft, ohne die schon lange alle Sozialsysteme zusammengebrochen wären, blutet aus.

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Die wunderbare Welt der Frau im Islam

Nirgendwo geht es Frauen so gut wie in den islamischen Gesellschaften.

Das glauben Sie nicht? Na, dann lesen Sie mal – zum Beispiel hier:

Dem Mann obliegt es, die Familie zu versorgen. Er ist vor Gott verantwortlich für das Wohlergehen seiner Familie. Eine Familie braucht Führung, so wie es auch in jedem Team jemanden geben muß, der letztendlich Entscheidungen fällt.

Und das ist natürlich der Mann! Aber die Frau darf sogar mitbestimmen, wen sie heiratet:

Ohne die Einwilligung der Frau darf eine Ehe nicht geschlossen werden, und der Ehevertrag ist ungültig. Es ist eine weise Praxis unter Muslimen, die Familie in diese wichtige Entscheidung miteinzubeziehen. Sie gibt dem zukünftigen Ehepaar den nötigen Rückhalt und setzt sich in schwierigen Situationen für das Fortbestehen der Ehe ein.

Wir werden auf eine dieser „schwierigen Situationen“ noch zu sprechen kommen. Auf die Frage übrigens, warum der Muslim zwar mehrere Frauen, die Muslima aber keineswegs mehrere Männer haben darf, liest man folgendes:

Der Islam ist die Religion der natürlichen Veranlagung des Menschen. Die Heirat von Frauen mit mehreren Männern ist allgemein eine nur selten vorkommende Praxis. Daher kann man davon ausgehen, daß es auch nicht der Natur der Frau entspricht, gleichzeitig mit mehreren Männern verheiratet zu sein. Außerdem ist es nicht praktikabel, daß mehrere Männer als Familienoberhaupt fungieren.

Das leuchtet freilich ein. Und darf der Mann seine Frau schlagen? Wir wissen ja, daß in bestimmten Kreisen Broschüren zirkulieren, wie man seine Frau fachgerecht so schlägt, daß keine Spuren entstehen. Das sei, heißt es, „ein mit Vorurteilen belastetes Thema, das sehr schwierig zu erklären ist“. Auf jeden Fall darf der Ehemann nicht einfach drauflosschlagen – er muß in drei Schritten vorgehen, denn der Koran gebietet ihm, daß er

diese drei Schritte auf jeden Fall einhalten muß: Ermahnung, Trennung im Ehebett und Schlagen.

Das Verprügeln der Ehefrau ist also nur das letzte Mittel, wenn sich die Frau besonders uneinsichtig und renitent zeigt. Die schöne neue Welt des Islam!

Und jetzt zurück zur Wirklichkeit. Nehmen wir die 15jährige Amina Filali aus Marokko. Sie wurde von dem zehn Jahre älteren Mustafa Sallak vergewaltigt. Jetzt würden wir, naiv wie wir sind, sagen: er ist der Täter, sie ist das Opfer. Aber der Vater der jungen Frau hat, statt den Täter anzuzeigen, einer Zwangsheirat von Täter und Opfer zugestimmt. Nachdem Amina auch noch von der Familie des Vergewaltigers immer wieder mißhandelt wurde, nahm sie sich mit Rattengift das Leben. Der Fall hat – immerhin! – in Marokko eine Diskussion über solche Fälle ausgelöst. Richter und Staatsanwälte, die oft zu einer Heirat von Täter und Opfer drängen, um der Familie (welcher eigentlich?) „die Schande zu ersparen“, müssen sich der öffentlichen Kritik stellen. Ein kleiner Lichtblick.

Keinen einzigen Lichtblick gibt es dagegen in Afghanistan. Der Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch über die Stellung der afghanischen Frauen ist erschütternd. Auch hier wird im Fall einer Vergewaltigung nicht der Täteer bestraft, sondern das Opfer. Die Frau wird wegen „außerehelichen Geschlechtsverkehrs“ ins Gefängnis gesteckt – „moralisches Verbrechen“ nennt man das.

Selbst wenn sie die mehrjährige Gefängnisstrafe abgesessen hat, ist sie ihres Lebens nicht sicher.

«Meine Eltern kommen jede Woche in Gefängnis. Jedes Mal sagen sie mir, dass sie mich nach der Entlassung töten werden», wird die 17-jährige Chalida zitiert. Sie war mit einem Jungen von Zuhause weggelaufen, weil sie ihn nicht heiraten durfte.

Der Sprecher von Präsident Karsai meinte lapidar, es gebe noch Probleme, aber Afghanistan sei halt „ein vom Krieg geplagtes Land.“ Aber vielleicht ist es ja gar nicht der Krieg, der die Frauen entwürdigt und immer wieder so erniedrigt, daß sie nur noch den Tod als Ausweg sehen.

Vielleicht ist es die archaische Spielart einer Religion, die – als einzige unter den großen Weltreligionen – der Frau eine Stellung zuweist, die sie zum Mündel des Mannes macht. Solange das Testosteron mitsamt der ganzen archaisch-männlichen Kultur den Segen von oben – von ganz oben! – hat, wird sich auch an der Kultur der Gewalt in vielen islamischen Gesellschaften nichts ändern.

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