Abiturienten ohne Deutschkenntnisse

Am 26. März war in der Frankfurter Allgemeinen ein sehr aufschlußreicher Leserbrief abgedruckt. Er stammte von Dagmar Schütte, die es als Professorin für Kommunikationswissenschaft am Campus Lingen natürlich mit Studenten zu tun hat – und erschüttert ist von deren fehlender Sprachkompetenz.

Daß in den schriftlichen Hausarbeiten haufenweise Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler vorkommen, werde schon einkalkuliert, aber

auch Grammatik- und Satzbaufehler und ganz schlicht die Auswahl der falschen Ausdrücke sowie mangelnde Textkohärenz nehmen immer mehr zu. Nicht selten aber, und das ist das Erschreckende, sind diejenigen, die durchfallen, Studierende, die mir berichten, sie hätten im Deutschkurs 12 oder 13 Punkte gehabt oder aber „in Deutsch immer eine Zwei“.

Wenn sie dann aber solchen Studenten rät, besser in ein Studienfach zu wechseln, das weniger textorientiert ist, bekommt sie Ärger, denn eine höhere Abbrecherquote wird nicht den Studierenden oder gar den Schulen angelastet, sondern ihr selbst.

Wie kann es sein, fragt Frau Schütte zurecht,

daß an deutschen Schulen Schüler die Hochschulreife erwerben und es offenbar an den Schulen weder erkannt noch in irgendeiner Weise sanktioniert wird, daß die Betreffenden nicht in der Lage sind, drei aufeinanderfolgende fehlerfreie und verständliche Sätze zu schreiben (geschweige denn, eine ganze Seite)?

Das möchte ich freilich auch gern wissen.

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„Energiewende in Gefahr?“ Na, hoffentlich! (Teil 2)

Das Rückgrat der neuen (Energie-) Zeit sollen die Offshore-„Windparks“ sein. Rechtliche Probleme mit Anwohnern gibt es da kaum, und die tierischen Anwohner werden nicht einmal mehr von den großen Naturschutzverbänden unterstützt.

Also: alles paletti draußen auf See? Weit gefehlt!

Die Anbindung der Offshore-Windkraftanlagen an die Stromnetze ist noch völlig ungesichert.  Dem Unternehmen, das sich zu dieser Anbindung verpflichtet hat, es ist der niederländische Netzbetreiber Tennet, ist das Geld ausgegangen. Darüber hinaus entstehen Haftungskosten, die auch niemand übernehmen will. Für beides soll der Steuerzahler einspringen. Wer möchte, kann diese Geschichte eines Scheiterns im Wirtschaftsteil der F.A.Z. vom 26. März nachlesen.

Selbst der Kauf eines fertig entwickelten „Windparks“ durch die dänische Investmentgesellschaft Brancor ist jetzt gescheitert. Das börsennotierte Cuxhavener Unternehmen PNE Wind mußte den Windpark mit geplanten 252 Windrädern wieder zurücknehmen. Brancor hatte es nicht geschafft, die Mittel von ca. 1 Milliarde Euro zusammenzubekommen.

Diese sog. „Unternehmer“ unternehmen nur etwas, wenn ihnen der Staat alle unternehmerischen Risiken abnimmt – und zwar von Anfang bis Ende.

Und Mutti macht das auch brav! Es ist ja auch nicht ihr Geld, das sie verpulvert, sondern das Geld des Steuerzahlers.

Der Staat läßt sich erpressen und ist völlig hilflos. Der neue Präsident der Bundesnetzagentur sagt auf die Frage, warum Tennet seinen vertraglichen Pflichten icht nachkommt:

Wenn Tennet mangels Finanzkraft nicht dazu in der Lage ist, hilft auch die gesetzliche Verpflichtung nicht weiter.

Und die Erpressung?

Hier geht es nicht um Erpressung, sondern um eine objektive Unmöglichkeit.

Und die Strompreise?

Es ist völlig klar, daß es die Energiewende nicht zum Nulltarif geben kann. Für die kommenden Jahre ist das erst einmal mit steigenden Kosten verbunden, daran führt kein Weg vorbei.

Man muß lange in der Geschichte zurückblicken, um soviel handwerkliche Stümperei noch einmal zu finden. Wie schreibt Carsten Knop von der F.A.Z so schön:

Die Windräder auf hoher See sieht man nicht, im Geldbeutel spürt man sie bald umso mehr.

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Überraschung in Berwang

Fast hätte ich heute morgen gedacht: er ist es nicht.

Natürlich  war er es – der Winkemann von Berwang (er winkt fast immer morgens um 8.34 im Alpenpanorama von 3sat).

Aber er hatte schon wieder ein neues Outfit, diesmal in Schwarz und Weiß. Elegant! Und wieder im Glanz der Morgensonne.

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Der unaufhaltsame Aufstieg des Philosophen Richard David Precht

Sloterdijk und Safranski müssen gehen, das „Philosophische Quartett“ des ZDF wird eingestellt – schon zum Mai 2012. Das Format, soll man den völlig überraschten Moderatoren gesagt haben, sei „auserzählt“.

Das ist eine schlechte Nachricht.

Natürlich waren die einzelnen Folgen von unterschiedlicher Qualität, aber das „Quartett“ war eine der wenigen Sendungen im Fernsehen, in denen wirklich philosophiert wurde.

In den öffentlich-rechtlichen Sendern ist es üblich, daß man den Hinausgeworfenen zusammen mit einem kräftigen Fußtritt auch ein scheinheiliges Lob vorheuchelt. Also spricht Peter Arens, der wahrhaftig „Leiter der Kultur und Wissenschaft im ZDF“ genannt wird (hier nachzulesen): das Philosophische Quartett sei eine „unverwechselbare Marke im Kulturfernsehen“ gewesen (also auf einer Ebene mit Tempo, Nivea und Persil!), aber – und jetzt kommt nach der Heuchelei der wahre Grund zum Vorschein:

Es ist nun aber doch die Zeit gekommen, dass wir im Zeichen des Wandels im ZDF nach zehn Jahren neue Wege gehen wollen.

Thomas Bellut, der frischgewählte ZDF-Intendant, hatte die neue Linie schon vorher angekündigt:

Die Zielgruppe des ZDF ist die ganze Gesellschaft. Deshalb müssen wir mit unserem Programm verstärkt jüngere Zuschauer erreichen.

Man kann dieses Marketing-Geschwätz des Intendanten folgendermaßen in ein für alle verständliches Deutsch übersetzen:

Das Programm des ZDF ist mir noch immer nicht seicht genug. Wir sind unermüdlich damit beschäftigt, alle Sendungen mit hohem Niveau in die tiefe Nacht zu verlegen – oder gleich ganz einzustellen. Da geht es nicht an, daß in meinem Sender vor Mitternacht eine Sendung läuft, der ich selbst nicht folgen kann.

Ja, und was macht man da?

A bisserl Philosophie möcht‘ schon sein – aber bittschön, ganz gemütlich und ohne großen Tiefgang. Und fesch muß er sein, der Herr Philosoph. Nicht so ein alter Sack wie der Sloterdijk.

Da kann es nur einen geben.

Sein Name ist Precht, Richard David Precht. Mit der Lizenz zum Schwafeln.

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„Energiewende in Gefahr?“ Na, hoffentlich! (Teil 1)

Die Frankfurter Allgemeine widmet heute – unter der Überschrift „Energiewende in Gefahr“ – einen großen Teil ihres Wirtschaftsteils der ins Schleudern geratenen Merkelschen „Energiewende“. Dabei wird immer deutlicher, daß hier Amateurinnen und Amateure dabei sind, die energetische Grundlage unserer Gesellschaft zu zerstören. Warum? Letzten Endes weiß das kein Mensch. Da ist bei der Kanzlerin wohl ein ganzes Gebräu zusammengekommen: Betroffenheit über Fukushima (aber warum nicht schon über Tschernobyl und Three Mile Island?), eine Sehnsucht, von der gefühliggrünen Welle im Volk mitgetragen zu werden, Parteitaktik – und das alles unterstützt von einer fast schrankenlosen Macht, nachdem alle gefährlichen Kandidaten innerhalb der CDU ausgeschaltet waren. Mit einer Machtfülle ausgestattet, wie sie früher einmal Kohl und Adenauer hatten, mußte sie keine Rücksichten mehr nehmen und hat, gar nicht oder nur von devoten Parteigängern beraten, die denkbar schlechteste Entscheidung getroffen.

Sie läßt einafch alles abschalten – das ist so, als ob man seine Wohnung kündigt, ohne eine neue zu haben. Da droht Obdachlosigkeit.

Mit dem schwammigen (und so sympathischen) Wort von den „erneuerbaren Energien“ hat sie zwar die Herzen gewonnen, aber das bittere Ende ist schon in Sicht. Diese Energiewende wird nicht glimpflich ausgehen, sie wird, wie man befürchten muß, zumindest finanziell in einer Katastrophe enden. Die Kanzlerin freilich wird schon nicht mehr im Amt sein, wenn es für uns alle so richtig schmerzhaft werden wird.

Sehen wir uns die „Energiewende“, dieses Monstrum aus guten Gefühlen, falschen Zielen und handwerklich stümperhafter Ausführung, einmal näher an.

Zunächst einmal hat man schon durch das Wort selbst alles auf Wind, Sonne und Wasserkraft reduziert. Die vielen Naturwissenschaftler und Ingenieure, die nach anderen, verläßlicheren und dadurch letztlich für die Natur auch freundlicheren Wegen der Energiegewinnung suchen (Wasserstoff, Kernfusion usw.), haben das Nachsehen. Sie gelten als „nicht nachhaltig“, zuwenig „natürlich“ – und sind aussortiert worden. Bei den ungeheuren Geldmengen, die jetzt in die „erneuerbaren Energien“ fließen, ist klar, daß für sie nur noch Almosen übrigbleiben werden.

Aber auch das Wort „erneuerbare Energien“ ist im Grunde ein Unwort, ein Etikettenschwindel, denn weil Sonne und Wasser bei uns nicht nennenswert zur Energie beitragen können, bleibt am Ende nur die Windkraft übrig. In sie wird jetzt das Geld des Steuerzahlers – unser Geld! – über Subventionen, Einspeisungs- und Haftungsgarantien bis hin zu den drastischen Strompreiserhöhungen, die bald fällig sein werden, in solchen Mengen investiert, daß einem fast schwindlig wird. Die Windkraftlobby, die immer stärker und selbstbewußter wird, ist natürlich außer sich vor Glück.

Es herrscht Goldgräberstimmung.

Die Steuergelder werden von den Windkraftbetreibern mit vollen Händen ausgeschüttet – sie brauchen ja Standorte für ihre Windräder, also beschenkt man Vereine, Städte und Gemeinden, damit dort eine gute Stimmung entsteht. Am Gelde hängt, zum Gelde drängt doch alles! Welcher Bauer, welche Gemeinde, welcher Waldbesitzer ist schon unbestechlich, wenn er mit seinem Stück Land so einen Reibach machen kann! Über den armen Christian Wulff sind wir hergefallen, weil er ein paar Urlaube gemacht hat – aber das sind Peanuts im Vergleich zu dem, was die Windkraftbetreiber ausschütten, um an Standorte für ihre Windkraftmonster zu kommen.  Sie haben viel Geld – unser Geld!

In einer Weltgegend immerhin müssen sie sich die Standorte nicht erkaufen: an der Küste. Dort soll auch, in den sog. Offshore-Windparks, das Rückgrat der deutschen Energieversorgung entstehen. Hier drohen keine rechtlichen Probleme, bewohnte Siedlungen sind weit entfernt, und auch die großen Naturschutzverbände nehmen es offenbar nicht krumm, wenn ein paar Seevögel zerfetzt werden.

Hauptsache Energiewende!

Aber gerade die Offshore-Windmonsterparks werden jetzt zum großen Problem für die Kanzlerin.

Mehr darüber morgen an dieser Stelle – mit allen Details.

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„Was für ein schöner Montag!“

Der Himmel über Berwang strahlend blau, ein idealer Schwenk der 3sat-Kamera und – ein freundlich grüßender Winkemann mitten im Alpenpanorama! Kann eine Woche schöner beginnen?

Für die letzten zwei Wochen seiner Amtszeit (am 9. April endet nämlich – man mag noch gar nicht daran denken! – die Wintersaison der Sonnalmbahn) scheint der Winkemann sogar sein Outfit geändert zu haben: in dem sonst einförmig dunklen Gewand war diesmal so etwas wie ein farbiger Streifen zu erkennen. Oder war es nur eine Sinnestäuschung?

Der Einarmig Winkende (EW) war diesmal nicht dabei – vielleicht wegen einer leichten Erschöpfung? Fachgerechtes, präzises Winken ist ja keineswegs eine leichte Angelegenheit, noch dazu, wenn man immer neben dem Meister stehen und sich mit ihm messen lassen muß. Aber der „Neue“ macht es, wenn man seine kurze Anlernzeit bedenkt, schon recht ordentlich – und er überrascht mit immer neuen Positionen! Meist befindet er sich zwar, linksarmig winkend, an der Seite des Meisters, aber in letzter Zeit zeigt er, daß es auch anders geht. Mal steht er, wie vor zwei Tagen, in größerem Abstand zum Winkemann links im Bild, mal rechts und so nahe an seinem Vorbild, daß sich ihre Arme fast berühren, dann wieder rückt er respektvoll einen halben Meter in den Hintergrund.

Eines steht fest: langweilig wird es nie!

Genießen Sie das Schauspiel, liebe Leser – man sieht es (fast) jeden Morgen gegen 8.34 im Alpenpanorama auf 3sat.

Und nur noch 14 Tage lang – dann ist erst einmal Schluß.

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Der Papst und die Gläubiger

Diese Überschrift konnte man heute – fettgedruckt! – auf der Online-Seite des Hamburger Abendblatts gelesen:

Papst fordert Gläubiger zum Gewaltverzicht auf.

Auch wenn man nur ein Abend- und kein Weltblatt ist, sollte man doch den Unterschied zwischen Gläubigen und Gläubigern kennen.

PS: Seit heute morgen (Montag) heißt es auf der Online-Seite: Papst ruft in Mexiko zum Gewaltverzicht auf. Sie haben es also gemerkt …

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Auch Wiesbaden „schmückt“ sich mit Windrädern

Wiesbaden, eines der ältesten Kurbäder Europas, gegenüber von Mainz schön am Rhein gelegen, ist zugleich die Hauptstadt des Bundeslandes Hessen. Seine Innenstadt wird noch nicht, wie die der meisten anderen Städte, völlig von den immergleichen Ketten von Douglas bis H&M beherrscht – hier kann man noch Entdeckungen machen. Und Wiesbaden hat eine Umgebung, die man ruhig malerisch nennen darf. Der Neroberg mit seinem Monopteros und den Weinbergen ist weithin bekannt.

Westlich der Stadt schließt sich der nicht weniger malerische Rheingau an – über seine geplante Verschandelung durch Windkraftmonster habe ich vor ein paar Tagen berichtet. Jetzt kommt die erschreckende Meldung (gestern im Lokalteil der F.A.Z. zu lesen): auch Wiesbaden besteht jetzt darauf, seine Gemarkung mit Windrädern zu verschandeln. Gegen die Stimmen von FDP und Bürgerliste haben die Stadtverordneten beschlossen, den Ausbau der Windkraft in Wiesbaden voranzutreiben.

Der Umweltdezernent Arno Goßmann (SPD) wird mit den Worten zitiert:

Wir haben genügend Wind, um auf dem Taunuskamm wirtschaftlich rentable Windräder zu betreiben.

Genügend Wind ist also da – aber genügend Verstand offenbar nicht. Denn gerade eine Kurstadt lebt doch auch von der Schönheit ihrer Umgebung – und gerade die soll jetzt zerstört werden. Aber natürlich wird der Bürger in alle Entscheidung „eingebunden“ (wahrscheinlich so fest, daß er fast daran erstickt). Wiesbaden will deshalb seine Entscheidung

mit einer breiten Bürgerbeteiligung und einer breiten Öffentlichkeitsarbeit begleiten.

Man muß freilich schon sehr dumm sein, wenn man glaubt, daß die Wiesbadener Bürger wirklich über die Windräder mitentscheiden dürfen. Es ist, wie es der Fraktionsvorsitzende der Bürgerliste gesagt hat:

Das Ergebnis der Beteiligung steht schon fest, bevor sie angefangen hat.

Die Beteiligung wird so aussehen: das Parlament beschließt die Windräder, dann wird eine Hochglanzbroschüre an alle Haushalte verteilt – und dann wird, ohne Verlierung einer Minute, der Pachtvertrag mit den Windkraftbetreibern unterschrieben.

Die Grünen rufen den großen Parteien ein begeistertes „Willkommen im Club!“ zu und bestehen darauf, daß sie es waren, die es geschafft haben (man beachte die elegante Formulierung),

die große Koalition auf den Taunuskamm zu tragen.

Was für ein Trauerspiel, wenn man mitansehen muß, wie die Grünen – egal, wohin man blickt – zu einer reinen Klientelpartei der Windkraftlobby verkommen sind. Schönheit und intakte Natur? Scheiß drauf! (Ich entschuldige mich nicht für diese Wortwahl, weil sie der grünen Barbarei völlig angemessen ist.)

Wenn wir schon von der Bedeutung von Wörtern sprechen – der Wiesbadener Umweltdezernent will sogar mit den Nachbarkommunen wetteifern, was die Aufstellung der Windräder betrifft, und er beschreibt das mit einem bezeichnenden Satz:

Jetzt werden die Claims abgesteckt.

Das trifft genau den Punkt, denn „Claims“, das waren ja bei den Goldgräbern in der Vereinigten Staaten die behördlich registrierten Grundstücke, in denen nach Gold  gegraben werden durfte. Und um eine Goldgräberstimmung geht es auch heute bei der Windkraft. Da wird das Geld der Steuerzahler mit vollen Händen verschwendet, und die Unternehmen haben so viel davon, daß sie ganze Dörfer damit überschütten können, um an Standorte für ihre Windräder zu kommen. Natürlich entsteht dadurch eine „Goldgräberstimmung“ – bei den Bauern, die noch irgendwo am Ortsrand einen Acker besitzen, bei den Städten und Kommunen, und auch bei privaten Waldbesitzern: sie erhalten gleich haufenweise „unmoralische Angebote“ von der Windkraftindustrie, und man kann es ihnen kaum verdenken, daß sie darauf eingehen. So eine Chance, für wenig ertragreiches Land feste (und sehr respektable!) jährliche Pachteinnahmen zu bekommen, kommt vielleicht nie wieder, da wird man leicht schwach.

Wer aber nicht korrumpierbar ist, weil er kein Land besitzt, der gehört vielleicht zu jenem rückständigen Menschenschlag, für den der „Umweltdezernent“ sogar Verständnis empfindet. Diese Bürger

hätten eine bestimmte Silhouette vor Augen, die sie nicht missen wollten.

Aber so altmodische Einstellungen muß man halt bekämpfen als fortschrittlicher Umweltdezernent. Und wenn gar nichts mehr hilft, dann hilft – Heidenrod im Hintertaunus. Hier wohnen windkraftbegeisterte Menschen zuhauf, sie sind ein leuchtendes Vorbild für alle – von ganz oben (Merkel, Künast & Co.) bis hinunter zum letzten Bäuerlein, das den geerbten Acker zu Geld machen will. In Heidenrod nämlich ist über die Windräder in einem von der SPD und den Grünen initiierten Bürgerbegehren abgestimmt worden, und zwar mit folgender Frage, die es in sich hat:

Sind Sie dafür, dass zur Erzeugung von umweltfreundlicher, erneuerbarer Energie und zur Verbesserung der Einnahmesituation der Gemeinde nordöstlich der B 260 zwischen dem Egenrother Stock und der Landesgrenze bei Holzhausen Großwindkraftanlagen errichtet werden?

Ich übersetze das einmal, so wie es gemeint ist:

Sind Sie, wie es sich für einen anständigen Bürger dieser Kommune gehört, für Natur und Umwelt, oder sind Sie etwa ein Umweltferkel? Wollen Sie, daß Ihre Gemeinde ganz, ganz, ganz viel Geld mit der Windkraft einnimmt, oder wollen Sie dafür verantwortlich sein, daß diese einmalige Chance für unser schönes Heidenrod verlorengeht?

Ja, so sieht Demokratie auf dem Dorfe aus. Ein echtes Vorbild für das Kurbad Wiesbaden!

Ich muß gar nicht hinzufügen, daß sich angesichts dieser Suggestivfrage weit über 80% der Bewohner von Heidenrod für die Windräder entschieden haben. Der örtliche CDU-Chef sagt es ganz offen: der zu erwartende Geldsegen habe seine Partei „milde gestimmt“.

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„Teurer Wind“ – Der Wahnsinn der Energiewende

Dem Ausbau von Windparks vor der deutschen Küste droht, wie Andreas Mihm in der gestrigen Ausgabe der F.A.Z. schreibt,

ohne weitere Hilfe des Gesetzgebers und der staatlichen KfW-Bank das Ende.

Wie bitte? Da betreiben also Firmen Offshore-Windparks, die angeblich das Rückgrat der künftigen Energieversorgung sind, und sie betteln schon jetzt, ehe ihre Windräder überhaupt durch Leitungen an die Netze gegangen sind, um noch mehr Subventionen?

Und sie betteln nicht nur darum – sie bekommen sie auch. Rösler und Röttgen haben den Anlagen- und Netzbetreibern eilfertig „weitere Unterstützung“ zugesagt. Da darf man sich nicht wundern, daß die betroffenen Unternehmen diese Nachbesserungen als „hervorragend“ bezeichnen.

Aber während die Milliarden für Griechenland in aller Munde sind, scheint sich für die Milliardenbeträge, die jetzt allein für die Haftungsfragen auf den Stromkunden – also auf uns! – umgelegt werden, niemand zu interessieren. Da werden in eine unsichere Energie gigantische Summen investiert, für die letztlich wir alle – als Stromkunden und zusätzlich als Steuerzahler – aufkommen müssen.

Die Betreiber der Offshore-Windparks behaupten, daß ihnen schon jetzt durch zu späte Anbindung an die Netze Schäden in Höhe von 300 Millionen Euro entstanden seien.

Im Ergebnis fragen sich Windparkbetreiber, ob sie weitere Investitionen überhaupt übernehmen können.

Das staatliche niederländische Unternehmen Tennet hat 2009 das Netz von Eon übernommen und inzwischen gut 5 Milliarden Euro investiert. Tennet braucht aber angeblich noch einmal 10 Milliarden Euro – und kann sie nicht auftreiben. Mitsubishi will sich mit gerade einmal 600 Millionen Euro beteiligen, aber auch das nur, wenn die Haftungsfragen geklärt sind.

Ahnen Sie schon, worauf die ganze stümperhafte Merkelsche Energiewende hinauslaufen wird? Die beteiligten Firmen lassen sich alles, wirklich alles vom Staat finanzieren – wir, die Steuerzahler, subventionieren die Wende mit ungeheuren Summen, wir übernehmen jetzt zusätzlich die Haftung für die Unternehmen, und als Verbraucher zahlen wir dann auch noch die dramatisch erhöhten Strompreise.

Die Realität, schreibt Andreas Mihm, sieht so aus:

Ohne Kabel keine Windparks, ohne Windparks keine Energiewende. Die Regierung ist erpreßbar. Das werden die Stromkunden schon noch merken.

Und damit Sie, liebe Leser, es nicht erst merken, wenn alles zu spät ist, schreibe ich diese Artikel – immer und immer wieder. Es ist nicht leicht, gegen die finanziell gut ausgestattete Windkraftlobby, gegen die Vernebelungsmaschinerie der Regierung und dann auch noch gegen fast alle Parteien anzuschreiben. Aber es muß sein. Man hat doch (übrigens ganz im Sinne unseres neuen Bundespräsidenten!) auch eine Verantwortung als Bürger, und wenn es schon keine Partei mehr gibt, die den Protest gegen den Energie-Wendewahnsinn aufgreift, dann habe ich doch vielleicht auf diesem Weg die Möglichkeit, den einen oder anderen Mitbürger zu erreichen.

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Die spinnen, die Grünen!

Manchmal glaubt man ja wirklich, daß die Grünen einen Sprung in der Schüssel haben – und zwar einen großen! Da hat die EU das Mandat der Anti-Piraten-Einheiten endlich so ausgeweitet, daß dieses Mördergesindel auch auf Land verfolgt werden kann – aber was heißt verfolgt: sie dürfen jetzt grademal Boote und „logistische Ziele“ an Land beschießen, aber weder Soldaten an Land einsetzen noch dort auf Menschen feuern.

Aber selbst diese kleine Ausweitung des Mandats wird von den Grünen sofort verdammt. Der Grünen-Politiker Bütikofer meint:

Die EU-Außenminister ignorieren, daß Piraten Kriminelle und keine feindlichen Kämpfer sind. Piraten an Land zu beschießen, ohne daß von ihnen direkte Gefahr ausgeht, ist schlicht völkerrechtswidrig.

„Ohne daß von ihnen direkte Gefahr ausgeht“ – da kann man sich nur an den Kopf greifen! Dieser Herr Bütiköfer sollte sich einmal schlaumachen, wie einst Gnaeus Pompeius dem Piratenspuk in der Ägäis ein Ende gemacht hat. Mit grünen Bedenkenträgern gäbe es wahrscheinlich heute noch Piraten im Mittelmeer.

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