Ein schönes Lessing-Zitat

Im sechsten Brief seines „Anti-Goeze“ (1777-78 erschienen) schreibt Lessing,

daß die Kirche, welche ihr wahres Beste verstehet, sich nicht einfallen lassen kann, die Freiheit, die Religion zu bestreiten, auf irgend eine Weise einzuschränken.

Das war damals gegen bestimmte christliche Kreise gerichtet, wäre heute freilich einer ganz anderen Religion ins Stammbuch zu schreiben.

Wie armselig, wie schwach muß eine Religion sein, die sich staatlicher Gesetze, ja sogar nackter Gewalt und nötigenfalls des Henkers bedient, um zu verhindern, daß die Gläubigen abtrünnig werden!

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Merkels Mantra – „Scheitert der Euro …“

Es ist einer der dümmsten Sätze, den je ein Politiker gesagt hat – und Angela Merkel sagt ihn immer und immer wieder:

Scheitert der Euro, dann scheitert Europa.

Die Kanzlerin aus der Uckermark reduziert Europa auf die Finanzwirtschaft. Daß Europa ein uraltes Geflecht aus Kultur, Religion und Geschichte ist, neben dem die Transaktionen der heutigen Finanzwelt wie ein absurdes und unbedeutendes, ja geradezu armseliges Kinderspiel wirken, scheint sie nicht zu begreifen.

Ich will den Satz einmal – als kleine Handreichung für die Kanzlerin – weiter zuspitzen:

Scheitert der Euro, dann hat Sokrates nie gelebt.

Scheitert der Euro, dann hat Goethe nie den Faust geschrieben.

Scheitert der Euro, dann dürfen wir nie wieder – nie wieder! – Beethovens Neunte hören.

Scheitert der Euro, dann hat Aristophanes nicht eine einzige Komödie geschrieben.

Scheitert der Euro, dann hat es auch Walther von der Vogelweide nicht gegeben – und auch nicht sein Tandaradei.

Ich schlage dem Redenschreiber der Kanzlerin deshalb folgenden Satz vor, der als neues Merkelsches Mantra brauchbar wäre:

Ohne den Euro ist alles – nichts.

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Schulnahrung auf Wanderschaft

Das ist doch der reine Wahnsinn: die Schulen (zum Beispiel in Berlin) müssen Aufträge fürs Schulessen europaweit (!) ausschreiben – sicher wieder eine der vielen idiotischen EU-Richtlinien. Das hat dann zur Folge, daß  ein paar Catering-Firmen das halbe Land mit Schulnahrung versorgen. Statt daß das Essen vor Ort zubereitet wird und frisch auf den Tisch kommt, bekommen die Schüler oft nur Aufgewärmtes, einen „Mahlzeiten-Matsch“, der durch die langen Anfahrtswege kaum noch Vitamine und Nährstoffe enthält (so der Spiegel).

Wir haben zur Zeit im Fernsehen gefühlte dreitausend Kochsendungen, in denen (zurecht!) immer wieder darauf hingewiesen wird, wie wichtig eine frische, regionale Küche ist – aber unseren Schülern bieten wir die Fertignahrung von Großküchen an, die ihre Rationen erst an die Schulen herankarren müssen.

Keine Wunder, daß viele Schüler darauf verzichten und in der Pause zur Dönerbude gehen. So wird wieder eine Chance vertan, unsere Kinder zu einem guten und gesunden Essen zu verführen.

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Die Tagesschau-App muß bleiben!

Das Landgericht Köln hat verkündet, daß die Tagesschau-App vom 15. Juni 2011 nicht mehr verbreitet werden darf. Das ist nun wirklich nicht tragisch, denn wen drängt es schon, eine uralte Tagesschau noch einmal anzuschauen? Aber hier geht es um viel mehr.

Die Zeitungsverleger wollen, statt ihre eigenen Zeitungen für neue Geräte wie Smartphone oder iPad aufzubereiten, die lästige (und gute!) Konkurrenz auf dem Gerichtsweg loswerden. Das ist genau derselbe Irrweg, den Apple gegen Samsung eingeschlagen hat. Statt einfach ein besseres Produkt als die ARD anzubieten, wollen die Zeitungsverleger den ungeliebten Konkurrenten auf dem Klageweg beseitigen. Während sie im Wirtschaftsteil das hohe Lied der Marktwirtschaft singen, verlassen sie sich, wenn es ernst wird, lieber auf ein Landgericht.

Was im übrigen die Urteilsbegründung betrifft, so kann man nur den Kopf schütteln (das Zitat habe ich der Frankfurter Rundschau entnommen):

Die App verstoße gegen den Rundfunkstaatsvertrag und sei unzulässig, da sie in ihrer Informationsdichte an die herkömmlicher Presseerzeugnisse heranreiche und damit „als Ersatz für die Lektüre von Zeitungen und Zeitschriften geeignet“ sei.

Da muß ich jetzt schon einmal fragen: haben diese Richter in ihrem Leben schon einmal eine Zeitung in der Hand gehabt? Ich lese jeden Morgen die F.A.Z. – und wer mir sagt, daß die kleine Tagesschau-App „als Ersatz für die Lektüre von Zeitungen“ geeignet sei, dem spreche ich jeden gesunden Menschenverstand ab. Die App ist nichts weiter als eine Möglichkeit, sich schnell über die neuesten Ereignisse zu informieren – in gutem und angenehmem Deutsch (was man übrigens nicht von allen gedruckten Presseerzeugnissen der klagenden Verlage sagen kann).

Diese paar Artikel auf einem kleinen Display ersetzen doch nicht die morgendliche Lektüre einer Zeitung!

Und „textlastig“ – ist das jetzt ein Schimpfwort? Ganz im Gegenteil! Es ist ein Zeichen von Qualität. Wenn man sieht, wie gerade in den letzten Monaten Zeitungen, Rundfunk- und Fernsehsender (der Bayerische Rundfunk zum Beispiel) ihre Internetseiten derart mit bunten Bildchen, Werbung, Musik, Filmchen, Grafik und Zappelbildern aufgepeppt haben, daß man nichts mehr findet, was man sucht, denkt man sich schon manchmal: ach, wie schön wäre da ein bißchen Text mitten in dieser Multimedia-Wüste! Man dürstet förmlich danach.

Wir sind doch keine Analphabeten, die man nur noch mit Bildern erreicht! Ob ihr es glaubt oder nicht: WIR KÖNNEN LESEN.

Deshalb heißt die Devise: die Tagesschau-App muß bleiben.

Und wenn sie euch nicht gefällt, liebe Zeitungsverleger, dann macht doch einfach etwas Besseres – statt zu prozessieren.

PS: Die von mir sonst geschätzte F.A.Z. läßt Reinhard Müller heute in einem Kommentar schreiben, das Kölner Urteil sei „ein Zeichen der Freiheit, das leuchten soll“. Die kleine App nennt er

eine durch Milliarden Euro Zwangsgebühren finanzierte Staatszeitung.

Gäbe es einen Preis für besonders peinlichen Journalismus – Müller hätte ihn mit diesem Kommentar verdient.

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Als wär’s ein Teil von mir

So redet unsere Kanzlerin – und nicht etwa, weil sie den Islam so lieb hat, nein: nur aus Angst. Sie will die Wogen glätten, damit nicht noch mehr westliche Botschaften in Flammen aufgehen. Der so freundlich aussehende Satz von Angela Merkel – „Der Islam ist ein Teil von uns“ – ist also nichts anderes als ein Kotau vor der Gewalt.

Viel, viel mutiger wäre ein anderer Satz gewesen:

Das Christentum ist ein Teil von uns.

Aber dieser Satz kommt unseren Politikern nicht über die Lippen (oder nur in völlig verklausulierter Form).

Ich bleibe dabei: solche Aussagen, die auf die Muslime beschwichtigend wirken sollen, sind Früchte des Zorns (nämlich des Zorns der Muslime), und damit belohnen sie den Zorn und die blinde Gewalt in vielen muslimischen Ländern. Gewalt gegen Christen, die in der Gegenwart schon von der Dimension her unendlich viel häufiger ist als Gewalt gegen Muslime, ist Politikern kaum ein öffentliches Wort wert.

Die Lehre, die mancher daraus ziehen wird: wer genug Gewalt ausübt, wird respektiert. Wer aber Gewalt und Verfolgung geduldig erträgt, dem kommt niemand zu Hilfe.

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Die Zahl der Windkraftanlagen in Europa – ein offenbar streng gehütetes Geheimnis

ACHTUNG: Diese Übersicht stammt vom September 2012. Eine aktuelle Übersicht aus dem Jahr 2014 finden Sie hier.

In 82 Ländern der Erde soll es Windkraftanlagen geben. Europa war lange Vorreiter, inzwischen steht es beim Bau von von neuen Anlagen nur noch auf Platz zwei. Vor allem Asien hat aufgeholt – durch den Boom in China. Etwa die Hälfte aller im Jahr 2010 errichteten Windkraftanlagen entstanden in China. Südamerika hat dagegen nur wenige Windkraftanlagen, Afrika liegt noch weiter zurück.

Was die einzelnen europäischen Länder betrifft, da ist die Geheimniskrämerei fast grenzenlos. Wenn überhaupt, dann erfährt man nur die Summe der durch die Windräder eines Landes erzeugten Energie in Megawatt oder Gigawatt.

Mich interessiert aber nicht diese abstrakte physikalische Kennziffer, sondern das, was sinnlich greifbar und für die Natur entscheidend ist – die Stückzahl der Windräder. Und nach eben dieser Zahl können Sie im sonst so geschwätzigen Internet, wo doch eigentlich alles nur „einen Mausklick entfernt“ ist, lange suchen. In der EU haben die vorhandenen Windräder im Jahr 2010 zusammen 86.075 Megawatt produziert, aber wieviele Windräder sich konkret dahinter verbergen, und vor allem: wo sie überall stehen, bleibt ein Geheimnis.

Ich versuche jetzt seit Wochen, die Zahlen für die einzelnen europäischen Länder herauszufinden – aber sehr viel weitergekommen bin ich dabei nicht. Trotzdem will ich schon einmal die allerersten Ergebnisse ins Netz stellen. Falls jemand aktuellere und genauere Zahlen hat: ich bin für jede Korrektur bzw. Ergänzung dankbar.

Albanien:
Leistung im Jahr 2010: 42 MW. Keine Angaben über die Zahl der Windräder.   

Belgien:
Soll über eine Gesamtleistung von 1.100 MW verfügen. Bis 2020 sollen 4.000 MW erreicht werden (auch off-shore). Zahl der Windräder unbekannt.

Bulgarien:
Leistung: 612 MW. Keine Angaben über die Zahl der Windräder. Das Land setzt vor allem auf die Wasserkraft.  

Dänemark:
Das Land ist einer der führenden Hersteller von Windkraftanlagen in der Welt, aber wieviele Windräder in Dänemark selbst stehen, scheint ein Geheimnis zu sein. Bei der installierten Leistung pro Kopf der Bevölkerung führt Dänemark mit großem Abstand vor allen anderen europäischen Ländern. Der Anteil der Windenergie an der Gesamtenergierzeugung liegt bei 21% (auch hier Platz 1 in Europa). Leistung: 3.871 MW.

Deutschland:
22.297 Windräder mit 29.060 MW Leistung. Der Anteil der Windenergie an der Gesamtenergieerzeugung soll bei 9% liegen (in Europa 4. Platz nach Dänemark, Portugal und Spanien).

Estland:
Gerade einmal 184 MW. Die „erneuerbaren Energien“ (vor allem Windkraft und Biomasse) decken 15% des Energiebedarfs. Das Land, so schreibt die Windkraftlobby, verfügt wegen der starken Winde vom Meer her über ein „enormes Potential“. Armes Estland.

Färöer:
Nicht einmal diese Inseln bleiben verschont. Leistung: 4 MW.

Finnland:
Das Land deckt ca. 25% seines Energieedarfs aus erneuerbaren Energien. Daneben setzt es auch auf die Kernkraft. Die Leistung durch Windenergie soll zur Zeit 197 MW betragen. Bis 2020 werden mindestens 700 neue Windkraftanlagen errichtet.

Frankreich:
Zahl unbekannt. Frankreich schaltet seine Kernkraftwerke nicht ab, plant aber u.a. fünf große Offshore-„Windparks“ mit 600 Windrädern (im Ärmelkanal, vor der Bretagne und an der Westküste). Gegenwärtige Leistung: 6.800 MW.

Griechenland:
Die Leistung der installierten Windkraftanlagen beträgt 1.629 MW. Die meisten Windräder befinden sich auf dem Festland (1.340 MW), auf die Halbinsel Peloponnes entfallen 267 MW.

Großbritannien:
3.506 Windräder (2012) und 6.540 MW Leistung. Der Schwerpunkt liegt auf Off-Shore-Anlagen.

Irland:
Hier befinden sich die meisten Windräder an der Westküste. Belegt ist eine Zahl von mindestens 1.140 Windrädern und eine Leistung von insgesamt 1.631 MW.

Island:
Keine Windräder (2011).

Italien:
Insgesamt 6.747 MW Leistung. Zahl der Windräder unbekannt. Die meisten stehen in Apulien, Sizilien  (beide über 1.100 MW), Kampanien und Sardinien. Eine drastische Vermehrung von Windkraftanlagen in den nächsten Jahren wird angedroht.

Kosovo:
Keine Angaben.

Kroatien:
Bis jetzt gottlob nur 131 MW.

Lettland:
31 MW. Erfreulich wenig.

Liechtenstein:
Keine Windräder (2011).

Litauen:
Hier versucht man, wie zu lesen ist, dem dänischen Beispiel zu folgen. Das läßt nichts Gutes erwarten. Die Leistung soll aber erst bei 179 MW liegen.

Luxemburg:
Selbst das kleine Luxemburg hat inzwischen Windräder mit einer Gesamtleistung von 57 MW.

Malta:
Keine Windräder (2011).

Mazedonien:
Keine Windräder (2011).

Monaco:
Keine Angaben.

Niederlande:
Hier sollen die meisten Windräder Teil von Offshore-Anlagen sein. Genaue Zahl: unbekannt. Leistung: 2.328 MW.

Norwegen:
Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 520 MW. Der Anstieg 2011 betrug 45%, der Anteil der Windkraft an der Stromversorgung liegt aber trotzdem nur bei 1% (Norwegen setzt vor allem auf Wasser).

Österreich:
656 Windräder (2012) mit 1.084 MW. Allein im Jahr 2012 sollen 140 Windräder dazukommen. Das Burgenland will bald 80-90% seines Strombedarfs mit Windkraft decken. St. Pölten brüstet sich, mit seinen 15 Windrädern die „Windhauptstadt Österreichs“ zu sein. Na bravo.

Polen:
488 Windkraftanlagen (2011) mit 1.616 MW.

Portugal:
In Portugal liegt der Anteil der Windenergie an der Gesamtenergieerzeugung bei 18% – damit liegt das Land in Europa auf Platz 2 (nach Dänemark). Gesamtleistung: 4.083 MW. Im Jahr 2010 wurden 45% des Stroms aus erneuerbaren Energien (vor allem Wind und Wasser) gewonnen.

Rumänien:
Die Windräder stehen vor allem im Osten des Landes (Dobrudscha, Moldawien). Zahl steigend. Keine Stückzahlen verfügbar. Leistung: 982 MW.

Rußland:
Insgesamt nur 17 MW. Da kann man nur hoffen, daß Putin nicht irgendwann sein Herz für die Windenergie entdeckt.

Schweden:
2.970 MW Leistung durch Windenergie (2011). Zahl der Windräder unbekannt.

Schweiz:
Hier entstand 1996 der erste Windpark. In der Nähe von Andermatt und im Wallis befinden sich – zur Freude der Bergwanderer! – auf über 2000 m zwei der höchstgelegenen Windanlagen Europas. Die Leistung liegt (Gott sei Dank!) noch bei bescheidenen 46 MW.

Serbien:
Keine Windräder (2011).

Slowakei:
3 MW Leistung durch Windenergie (also fast nichts).

Slowenien:
Keine Windräder (2011). Leistung inzwischen: 0,03 MW. Da kann man also noch einen unbeeinträchtigten Urlaub verbringen!

Spanien:
Das Land steht in Europa ganz vorn in der Windenergie – aber die Zahl der Windräder habe ich nirgendwo gefunden. Windräder entstehen vor allem an den Küsten, aber auch im Baskenland, in Kantabrien, Asturien, Galicien und in Andalusien. Der Anteil der Windenergie an der Gesamtenergieerzeugung liegt bei 16% (in Europa also Platz 3 hinter Dänemark und Portugal). Gesamtleistung: 21.674 MW.

Tschechien:
120 Windräder (2009). Gesamtleistung 2011: 217 MW.

Türkei:
Gesamtleistung: 1.799 MW.

Ukraine:
Gesamtleistung; 151 MW.

Ungarn:
329 MW Leistung durch Windenergie.

Vatikanstaat:
Nicht eine einzige Windkraftanlage – schon deshalb lohnt sich ein Besuch! (Es gibt aber noch ein paar tausend andere Gründe, Rom und den Vatikanstaat zu besuchen.)

Weißrußland:
42 MW Gesamtleistung durch Windenergie. Heftige Winde blasen hoffentlich auch bald Lukaschenko, dem letzten Diktator Europas, ins Gesicht.

Zypern:
134 MW durch Windenergie.

Bitte bedenken Sie, daß die Zahlen aus den verschiedensten Quellen stammen und deshalb nicht unbedingt vergleichbar sind. Die Angaben über die installierte Leistung dürften aber einigermaßen zuverlässig sein.

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Sachbearbeiterin im Jobcenter Neuss erstochen

Wer in einem Jobcenter (früher: Arbeitsamt) beschäftigt ist, weiß, daß vor allem Kunden aus dem Maghreb (zum Beispiel aus Marokko) den weiblichen Angestellten oft mit großer Arroganz gegenübertreten. Ihre männliche Sozialisierung duldet es eigentlich nicht, daß eine Frau wichtige Entscheidungen über ihr Leben fällt.

Jetzt hat ein Mann eine Sachbearbeiterin des Jobcenters in Neuss mit drei Messerstichen ermordet. Sie ist Mutter eines kleinen Kindes. Der 52jährige Täter soll nach einem Bericht von n-tv (hier nachzulesen) aus Marokko stammen.

Das alles ist schon schlimm genug. Aber geradezu unfaßbar finde ich den Kommentar der Deutschen Polizeigewerkschaft in Nordrhein-Westfalen, der heute in der F.A.Z. zitiert wird:

Die komplizierte und oft schwer durchschaubare Gesetzeslage provozierten Wut und Verzweiflung.

Soll also die „komplizierte Gesetzeslage“ als Rechtfertigung für einen Mord herhalten? Natürlich hat die Gewerkschaft das so nicht gemeint, aber die Tendenz, solche Taten als Ausfluß sozialer Probleme darzustellen, ist in einem bestimmten politischen Spektrum leider immer noch groß. Einer, der aus Armut und Verzweiflung zum Mörder wird – das gibt es bei Georg Büchner (und auch sonst in der schönen Literatur). Aber das sind Legenden, die in der Wirklichkeit fast nie vorkommen.

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Ahmadineschad

Wer hätte gedacht, daß ausgerechnet der Kriegstreiber aus Teheran die Freiheit der Forschung hochhält? Bei seiner Pressekonferenz in New York wurde er auf den Holocaust angesprochen, und er antwortete (hier nachzulesen):

Die Forscher müssen frei sein, um jedes geschichtliche Ereignis, das stattgefunden haben mag oder nicht, zu erforschen und zu analysieren.

„Das stattgefunden haben mag oder nicht“ – es ist immer wieder dieses Gift, diese völlig ungehemmte Aggressivität, die Ahmadineschad auszeichnet. Hören wir, was er zu den Israelis zu sagen hat:

Wir beziehen sie nicht einmal in irgendeine Gleichung für Iran mit ein. In einer bestimmten historischen Phase sind sie auf der Bildfläche erschienen und haben für minimale Unruhe gesorgt. Aber dann werden sie ausgelöscht.

Man könnte diesen Mann, der so großmäulig redet, einen Gernegroß nennen, aber dann würde man die Gefahr für den Weltfrieden, die von ihm ausgeht, nur bagatellisieren. Dieser Mann meint jedes Wort ernst, das er sagt. Es würde ihm nicht das Geringste ausmachen, wenn der ganze Nahe und Mittlere Osten in einem apokalyptischen Krieg unterginge. Die Apokalypse ist sein Metier, daraus schöpft er auch sein Vokabular.

Ich halte es für den größten Fehler von Präsident Obama, daß er bis heute nicht in einer Sprache spricht, die Ahmadineschad versteht. Es gebe noch „Zeit und Raum“ für eine diplomatische Lösung, sagte Obama vor der UN-Vollversammlung. So schön das auch wäre, es ist leider falsch. Das iranische Regime hat von Anfang an auf Zeit gespielt. Es will die Atombombe um jeden Preis, und es will sie nur zu einem Zweck: zur Vernichtung des Staates Israel.

Mit einem solchen Regime, das auch im eigenen Land schon zu Zeiten Chomeinis jeden Widerstand mit Massenhinrichtungen vernichtet hat, kann man nicht verhandeln. Man kann ihm nur deutlich – und zwar sehr deutlich! – vor Augen führen, was ihm widerfährt, wenn es Israel angreifen sollte. Und man muß darauf vorbereitet sein, daß das alles auch wirklich geschieht.

Es wäre schön, wenn die Welt anders wäre. Aber sie ist nun einmal, wie sie ist. Nichts, was man erreicht hat, hat man für immer. Es muß immer wieder verteidigt werden.

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Wie Feuer und Wasser

Japan, so liest man im Stern,

feuert mit Wasserwerfern auf taiwanische Schiffe.

Man sieht wieder einmal: beim Stern ist die wahre Sprachkunst zuhause.

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Chefs im Streß – oder doch nicht?

Nach einer Untersuchung der amerikanischen Akademie der Wissenschaften (hier nachzulesen) stehen Angestellte deutlich mehr unter Streß als ihre Vorgesetzten.

Um das zu wissen, braucht es aber keine Studie. Die ganz normale Lebenserfahrung genügt.

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