Ulla Unseld-Berkéwicz, die Wolfsfrau und das Eigenlicht

Siegfried Unseld, der den Suhrkamp-Verlag über viele Jahre mit großem Geschick führte, hat sein Haus noch zu Lebzeiten bestellt. Er gründete eine Stiftung – ähnlich der FAZIT-Stiftung, unter deren Dach sich die F.A.Z. befindet – und glaubte, daß dadurch der Fortbestand des Verlages gesichert sei. Über die Rolle, die er seiner Frau dabei zugedacht hat, gehen die Meinungen aber weit auseinander. Während Frank Schirrmacher (hier nachzulesen) vor einigen Tagen noch versicherte, Unseld habe „seine Frau geradezu bedrängt, die Verantwortung für den Verlag zu übernehmen“, stellt der Sohn des Verlegers, Dr. Joachim Unseld, die Sache in einem Leserbrief an die F.A.Z. ganz anders dar. Sein Vater habe nie erwogen, Ursula Berkéwicz die operative Leitung des Verlags zu übertragen, sie sollte lediglich die Familienstiftung leiten. Er spricht von einer „faktischen Selbsternennung“ der Witwe

Das ist alles Gegenstand von Prozessen, die kein Ende nehmen wollen – aber darüber kann man als Laie wenig sagen. Über etwas anderes aber kann man sehr wohl ein Urteil fällen.

Im den Jahren 2003 und 2004, so las man kürzlich in der Welt,

wurden insgesamt mehr als 1000 Stunden „Einzelcoaching im Bereich mentales Coaching“ auf Berkéwiczs Namen dem Verlag in Rechnung gestellt. Stundenpreis: 100 Euro, also insgesamt mehr als 100.000 Euro. Eine entsprechende Monatsabrechnung des Frankfurter „Archaeus-Instituts“ liegt dieser Zeitung vor.

Wenn man die Internetseiten dieses Archaeus-Instituts besucht, traut man seinen Augen nicht. Ich zähle einmal ein paar Beispiele aus dem mentalen Angebot dieses Instituts auf:

Entdecke den Wolfsmann / die Wolfsfrau in Dir!
Heilende Kommunikation mit Deinem inneren Kind
Praktische Anwendung des Enneagramms usw.

Unter einer Art von Kirchenfenster liest man:

Ohne Licht funktioniert auf unserem Planeten nichts … Alle Zellen strahlen auch Eigenlicht aus. Dieses Licht dient den Zellen zu einer Art Funkverkehr in Lichtgeschwindigkeit. Damit kommuniziert alles Leben miteinander, von einzelnen Zellen bis zu ganzen Organismen. Die „Kohärenz“, die Ordnung des (Son­nen-) Lichtes, scheint in unmittelbarem Zusammenhang mit der Ordnung in biologischen Zellen zu stehen.

Und so geht es weiter. Für diesen Mischmasch aus Esoterik, Pseudo-Buddhismus und dem üblichen hohlen, substanzlosen Coaching-und Psycho-Jargon hat der Verlag also „auf Berkéwiczs Namen“ in zwei Jahren 100.000 Euro ausgegeben?

Und wir haben es hier – wohlgemerkt! – nicht mit einer Versicherung in der Provinz zu tun, sondern mit einem der renommiertesten deutschen Verlage!

Also, ich finde, das sagt über Frau Berkéwicz mehr aus als alle Gerichtsurteile zusammen.

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Merkels Mädchen und „das liebe Gott“

Immer mehr Kabinette im Bund und in den Ländern schmücken sich mit jungen Frauen. Das mag für die jeweilige Regierung hin und wieder ein optischer, aber es muß nicht unbedingt auch ein intellektueller und politischer Gewinn sein.

Nehmen wir einmal Kristina Schröder, 35, unsere Bundesfamilienministerin. Womit hat sie sich in diesem Jahr hervorgetan?

Erst einmal hat sie zusammen mit einer „Ministeriumsmitarbeiterin“ ein Buch geschrieben. Ja, ein richtiges Buch! Es heißt Danke, emanzipiert sind wir selber und ist – na, sagen wir: auf wenig Begeisterung gestoßen. Dann hat sie der Welt erzählt, daß sie ihrem Kind gern vorliest – aber immer politisch korrekt (hier nachzulesen). Deshalb wird aus dem „Negerkönig“ in Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf ein „Südseekönig“, und auch das „Negerbaby“ Jim Knopf geht natürlich gar nicht – es ist für Schröder „ein kleines Baby mit schwarzer Hautfarbe“.

Damit will sie ihr Kind

davor bewahren, solche Ausdrücke zu übernehmen. Auch ohne böse Absicht können Worte ja Schaden anrichten.

Und Grimms Märchen? Noch viel, viel schlimmer!

Da gibt es selten eine positive Frauenfigur.

Obendrein sind die Märchen oft auch noch „sexistisch“ sind.

Und dann kommt Gott ins Spiel – oft ein heikles und schwieriges Thema, aber nicht für unsere Familienministerin. Mit einer theologischen Kühnheit, die ihr nun wirklich niemand zugetraut hätte, und tief frauenbewegt (emanzipiert ist sie selber!) sagt sie: statt „der liebe Gott“ könne man genauso gut „das liebe Gott“ sagen. Ey, boah! Damit geht sie sogar weit über die Bibel in gerechter Sprache hinaus, die Gott lustig abwechselnd einmal männlich, einmal weiblich sein läßt.

Ein Vatikanberater spricht „von einem erschreckenden religiösen Analphabetismus“, was freilich noch sehr milde ausgedrückt ist.

Äußerungen, wie sie immer wieder von Frau Dr. Schröder kommen (ja, sie ist wirklich promoviert worden!), zeugen von einer Unbedarftheit, daß man oft nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Für sie ist offenbar die ganze geistige und materielle Welt eine einzige große Gemischtwarenhandlung, und da kauft man ein, wonach einem gerade der Sinn steht. Insofern paßt die Familienministerin ganz wunderbar ins Kabinett Merkel.

Übrigens wollte ich natürlich – journalistisch korrekt! – auch die politischen Erfolge der Ministerin anführen. Ich bin immer noch auf der Suche.

Es kann ein Weilchen dauern.

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Hat Andreas Köhler wirklich Merkel mit Hitler verglichen? – Der Shitstorm der Scheinheiligen

Andreas Köhler, der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, stellt Merkel in eine Reihe mit Hitler! Kein Wunder, daß alle Welt aufschreit. Aber sehen wir uns einmal in Ruhe an, was Köhler auf der Weihnachtsfeier seiner Bundesvereinigung wirklich gesagt hat (hier nachzulesen):

„Alle sind sich einig, dass sich nur ein einziger roter Faden durch die Geschichte Europas zieht: die Vorliebe der Bewohner für kleine, selbstständige Nationen; die Vorliebe ihrer Politiker, diese zu einigen“, sagte Köhler demnach vor rund 300 Mitarbeitern. „Julius Cäsar, Karl der Große, Napoleon, Adolf Hitler, Angela Merkel – die Liste der Staatsleute, die versuchten, Europa zu einigen, ist sehr lang. Und stets scheiterten die Bemühungen an folgendem: niemand kann sich vorstellen, zusammen in ein und demselben Haus Europa zu wohnen.“

Wenn irgendwo in Deutschland der Name Hitler auftaucht, kommt es bei Grünen und Linken (einschließlich der SPD) zu einem merkwürdigen Pawlowschen Reflex. Der Name muß begleitet sein von einem Bekenntnis tiefer Abscheu und dem Aufruf, daß so etwas nie wieder geschehen darf. Das hat Köhler – pflichtvergessen – nicht getan, und historisch mögen die angeführten Namen auch reichlich unvergleichbar sein. Aber wenn man auch nur eine Spur guten Willens hat, sieht man doch, was Köhler meint, und da bin auch durchaus mit ihm einig: der größte Schatz dieses alten Europas ist gerade die Verschiedenheit der Nationen und ihrer Kulturen. Was Merkel will, also die politische Einigung Europas, wollen viele in unserem Land nicht – es dürfte sogar die Mehrheit sein. Ich bin sicher, daß auch in den meisten anderen europäischen Staaten eine große Mehrheit diesen Riesenstaat Europa nicht will.

Nein, wir haben seit dem Krieg wunderbar zusammengelebt, ohne eine politische Einheit zu sein, und das können wir auch jetzt. Warum denn nicht? Im Gegenteil: es ist doch viel schöner, wenn jeder in seinem eigenen Haus wohnt, als mit anderen Nationen gewaltsam zusammengepfercht zu werden! Ja, es ist geradezu die Bedingung für eine gute Nachbarschaft, daß jeder seine eigene Wohnung hat.

Köhler hat also eigentlich etwas ganz und gar Banales gesagt und ganz und gar nicht „Hitler mit Merkel“ verglichen.

Im übrigen: hat er unsere Kanzlerin nicht auch mit Caesar, Karl dem Großen und Napoleon „verglichen“?

PS: Inzwischen rudert Köhler zurück und behauptet, alles sei ironisch gemeint gewesen. Ich kann freilich in den oben zitierten Sätzen nichts Ironisches entdecken. Wahrscheinlich will er nach dem shitstorm nur wieder seine Ruhe haben.

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Rekorde, Ranking, Serienmörder – oder: Die Sucht nach immer mehr

Schneller, höher, weiter, aber vor allem mehr:  das olympische Motto, das dem Sport angemessen ist, hat sich inzwischen wie ein wucherndes Krebsgeschwür in alle Teile der Gesellschaft und vor allem in unsere Köpfe gefressen.

Nehmen wir den furchtbaren Amoklauf in Newtown. Fast jeder Bericht stellte ans Ende eine Art ranking list der bisherigen Massaker: welches waren die mit den bisher meisten Opfern, welches liegt auf dem zweiten, welches auf dem dritten Platz usw. Es wird ein journalistisches Siegertreppchen für Massaker aufgestellt. Da fehlen nur noch die Medaillen. Bei Bus- und Zugunglücken ist es nicht anders, da geht natürlich Eschede als klarer Sieger hervor. Und bei den Bürgerkriegen hat Syrien gute Chancen, zumindest aufs Treppchen zu kommen. Unglücke, Kriege, Massenmorde – das sehen wir heute alles sportlich.

Mit dem abstrusen und oft unfreiwillig komischen Guinness Book of Records (1955) hat es zwar nicht angefangen, aber der Erfolg dieses Buches überall auf der Welt war ein Menetekel. Heute will jeder, wenn er schon nicht Superstar werden kann, wenigstens ins Guinness-Buch der Rekorde. Die Rekorde selbst werden immer kindischer (à la „Der längste Hefezopf der Welt“), aber sie werden mit einem Ernst angestrebt, als ob es um den Endlauf über 100 m bei den Olympischen Spielen ginge.

Das Prinzip der Steigerung gilt fast überall. Nehmen wir nur die Fernsehkrimis: in den 50er und den beginnenden 60er Jahren ging es um Diebstahl und kleine Raubdelikte, später auch um bewaffnete Bankräuber. Dann kamen die ersten Morde (meist nur angedeutet durch den Schrei des Opfers, nie war Blut zu sehen). Das änderte sich bald: schon im Tatort war von Anfang an ein Mord pro Film Pflicht. Und wieder ein paar Jahre später kamen die ersten Serienmörder: hochintelligente Verbrecher, die raffinierte Spuren legten und sich mit dem Kommissar ein Katz- und Mausspiel lieferten. In schwedischen Kriminalfilmen geht es heute kaum noch ohne Serienkiller. Ein Mord ist nicht genug!

Auch sonst muß es immer mehr sein. Wer will zum Beispiel noch länger als ein paar Jahre am selben Arbeitsplatz verweilen? Das wird bei der nächsten Bewerbung nur negativ bewertet. Man will aufsteigen auf der nach oben unendlichen Karriereleiter: immer mehr Geld, mehr Einfluß, mehr Macht im Unternehmen. Früher ist man für seine Unternehmenstreue belohnt worden, heute wird man dafür bestraft.

Von den drei grammatischen Steigerungsformen – Positiv, Komparativ und Superlativ – sind (so scheint es) in unserer Gesellschaft nur noch Komparativ und Superlativ übriggeblieben. Und das ist sehr schade.

Es tut dem Menschen nämlich nicht gut.

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Es geht nicht immer bergauf

So ist nach Mandela Zuma gekommen, und nach Unseld seine Witwe (die mir genauso unsympathisch ist wie ihr Gegenspieler Barlach).

Um Suhrkamp ist es schade – schon weil es der Verlag von Hermann Hesse ist. Und weil es um jeden Verlag schade ist, der noch nicht zu einem kleinen Rädchen in einer großen „Verlagsgruppe“ geworden ist.

Aber die Witwe wollte hoch hinaus: Frankfurt, der Humus, auf dem Suhrkamp groß geworden ist, war ihr zu klein, zu provinziell.

Die Hauptstadt mußte es sein.

Das war vielleicht der Anfang vom Ende.

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Alles bestens – Strompreise sind kaum gestiegen!

Eine vierköpfige „Überwachungskommission“, die seit einem Jahr die Umsetzung der „Energiewende“ begutachtet, hat jetzt (hier nachzulesen) allen Ernstes behauptet, der Anstieg der Strompreise sei

nicht so dramatisch verlaufen wie in der Öffentlichkeit oft dargestellt. „Der Anteil der Ausgaben für Elektrizität am nominalen Bruttoinlandsprodukt liegt mit 2,5 Prozent im Jahr 2011 auf dem Niveau von 1991“, betonen die Forscher.

Das ist an Dreistigkeit kaum mehr zu überbieten. Einmal interessiert mich nicht der durchschnittliche Anteil der Strompreise am Bruttoinlandsprodukt, sondern ihr Anteil an meinen Familienausgaben. Zum anderen – und das grenzt schon an eine Täuschung der Öffentlichkeit – ist dabei nicht einmal das Jahr 2012 berücksichtigt, geschweige denn das kommende Jahr, in dem eine Welle von Preiserhöhungen auf uns zurollt. Hier soll also angesichts der schwindenden Akzeptanz für die Energiewende mit allen Mitteln beschwichtigt werden.

„Mehr Mäßigung in der Strompreisdebatte“ fordern die (von der Regierung beauftragten!) „Experten“. Da werden sie wenig Glück haben.

Die Kommission übt auch ein bißchen Kritik: der Ausbau von Windkraftanlagen und Leitungen müsse besser koordiniert werden, die Energieeffizienz solle gesteigert werden usw. Aber der Ausbau der erneuerbaren Energien verlaufe „insgesamt positiv“.

Wie man da zu reißerischen Überschriften wie“Mieses Zeugnis für Umsetzung der Energiewende“ (Focus) oder gar „Verheerendes Zeugnis für Umsetzung der Energiewende“ (nachrichten.de) kommen kann, ist mir schleierhaft – zumal die Artikel selbst die Überschrift Lügen strafen. Aber dieses journalistische Verhalten, nämlich: handzahmen Artikeln einen reißerischen, oft sogar irreführenden Titel zu geben, liegt im Trend. Zum Glück gibt es dankenswerterweise immer noch eine Handvoll seriöser Zeitungen in Deutschland, die solche Mätzchen nicht nötig haben.

Ach ja, ein kleiner Nachtrag noch. Kennen Sie Lucia Puttrich? Sie ist Umweltministerin in Hessen, strotzt vor umweltpolitischer Kompetenz und kann gar nicht genug „schöne Maschinen“ (so nennt Kretschmann die Windkraftmonster) in Hessen haben. So langsam wird sie zu meiner Lieblingsministerin (ich habe schon mehrfach über sie berichten müssen). Heute hat sie für die F.A.Z. einen Gastbeitrag geschrieben, dessen geistreichen Titel ich hier, ganz entgegen meiner Gewohnheit, unkommentiert zitiere:

Meckern über Strompreise ist keine Lösung.

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Raffgier

Der Staatsrechtler Christoph Gusy hat diesen Spruch im Zusammenhang mit der Vorratsdatenspeicherung gebraucht, aber ich finde, er paßt wunderbar auch auf jene „Leistungsträger“, die in ihrer moralischen Verkommenheit und mit ihrer Raffgier Familien, Unternehmen und ganze Staaten an den Rand des Abgrunds bringen:

Wo ein Trog ist, sammeln sich Schweine.

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Stromausfälle – Neues aus dem Merkelschen Energie-Narrenhaus

Die Befürworter der Energiewende wischen alles beiseite, was ihre Pläne stören könnte. Explodierende Strompreise? Übertrieben. Fehlende Stromleitungen? Kriegen wir schon noch hin. Stromausfälle? Doch nicht bei uns.
Die Wahrheit ist, daß wir schon zu Beginn dieses Jahres einem katastrophalen Stromausfall nur knapp entgangen sind. Das hat natürlich kein Freund der Energiewende an die große Glocke gehängt, die meisten Menschen werden es nicht einmal erfahren haben. Heute steht es ganz beiläufig im Lokalteil der F.A.Z.:

Im Februar sind große Teile der Bundesrepublik an mehreren Tagen hintereinander einem flächendeckenden Stromausfall nur knapp entkommen. Schuld daran ist die Energiewende.

Die Stabilität der Netze wird schon jetzt zu einem „Drahtseilakt“. Wie soll das erst werden, wenn die ruinöse und dilettantische Energiepolitik unserer Ad hoc-Koalition aus CDU, CSU, FDP, SPD, Grünen und Linken noch weiter forciert wird? Ich mag nicht daran denken.

Am Ende des sehr lesenswerten Artikels, der unter der Überschrift „Der Tag, an dem die Lichter ausgehen“ hier online nachzulesen ist, gibt es aber doch noch Tröstliches: ein Fachmann rät den Deutschen nämlich, auf jeden Fall folgendes immer griffbereit im Haus zu haben:

eine Taschenlampe
ein Radio mit Batterien
einige Kisten mit Mineralwasser
und auf jeden Fall haltbare Lebensmittel.

Vielleicht wäre es aber auch nicht falsch, ein paar Flaschen guten Rotweins zu bunkern. Es wird nämlich nicht nur dunkel, sondern auch kalt, weil Öl- und Gasheizungen auf elektrische Pumpen angewiesen sind.

Dann kann man sich wenigstens innerlich aufwärmen – und gleichzeitig beim Kerzenschein auf das Wohl unserer Kanzlerin und ihres riesigen, energetisch nachhaltig berauschten Gefolges aus allen Parteien anstoßen. Prosit!

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Im Rheingau wächst der Widerstand gegen die Windenergie

Im Rheingau schließen sich immer mehr Menschen zu Bürgerinitiativen zusammen, um die Verschandelung ihrer schönen Natur- und Kulturlandschaft durch „Windindustrieanlagen“ zu verhindern. Gerade erst wurde die Initiative „Pro Kulturlandschaft Rheingau“ gebildet, der sich in kurzer Zeit mehr als 600 Bürger angeschlossen haben.

Leider beschränkt sich auch sie – wie viele ähnliche Bürgerinitiativen – darauf, nur die eigene Region vor den Windrädern zu beschützen und fügt eilig hinzu, daß man „nicht grundsätzlich“ gegen die Windenergie sei. So haben die Politiker und und die Lobbyisten der Windenergie leichtes Spiel (St. Florians-Prinzip usw.)

Natürlich ist es besonders verwerflich, eine so wunderbare Landschaft wie den Rheingau zu verschandeln. Aber man sollte sich nicht gegeneinander ausspielen lassen. Diese Betondinger sind überall ein Frevel an der Natur – und damit auch am Menschen, der eine intakte Natur heute nötiger hat als je.

Ein kleiner Nachtrag noch:

In Neu-Anspach im Taunus, das – wie die Stadt auf ihrer Internetseite schreibt – „eine strukturreiche Natur und Landschaft aus bewaldeten Höhenrücken, sanft geneigten Hängen und großen Muldentälern“ aufweist, will man jetzt Windräder errichten, die bis zu den Rotorspitzen eine Höhe von 200 Metern erreichen.

Und das mitten in einem Gebiet, über das zweimal im Jahr die Kraniche ziehen! Aber bei Pachterträgen, die pro Windrad bei 40.000 Euro im Jahr liegen (die Gewerbesteuer kommt noch dazu) sind tote Kraniche wohl nur ein Kollateralschaden.

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Wir brauchen mehr Videoüberwachung!

Niemand glaubt im Ernst, daß die Videoüberwachung öffentlicher Plätze ein Allheilmittel gegen Terroranschläge bildet – so ein Allheilmittel gibt es leider nicht. Aber wenn die Kameras auf dem Bonner Bahnhof auch aufgezeichnet hätten, wären die Täter vielleicht schon bekannt.

Leider denken viele Politiker – besonders aus dem grünen und linken Lager – in dieser Frage nicht pragmatisch, sondern ideologisch. Da wird dann, statt das Für und Wider abzuwägen, der Popanz des „Überwachungsstaats“ aufgebaut. Döring, Leutheusser-Schnarrenberger, SPD und Grüne lehnten auch nach den Bonner Ereignissen die Ausweitung der Videoüberwachung in Deutschland strikt ab.

Aber warum eigentlich? Natürlich brauchen wir hier keine Zustände wie in England, wo manche Stadtteile fast flächendeckend gefilmt werden. Hier bei uns geht es doch nur Plätze, an denen sehr viele Menschen zusammenkommen: Bahnhöfe, Flughäfen, aber zum Beispiel auch Volksfeste. Sie sind besonders gefährdet, weil die Terroristen mit ihrer perversen Denkweise immer auf große Opferzahlen aus sind. Ich persönlich würde mich jedenfalls durch mehr Videokameras nicht überwacht, ich würde mich sicherer fühlen.

„Wir sollten dafür sorgen“, sagt die Justizministerin, „daß Bomben die Bahnhöfe gar nicht erst erreichen können.“ Das ist ein frommer Wunsch – mehr nicht.

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