Frohe Ostern!

Ich wünsche allen Lesern schöne Ostertage – dem grauslichen Wetter zum Trotz!

Buschwindröschen

Das sind übrigens Buschwindröschen (Anemone nemorosa), die Aufnahme stammt vom letzten Jahr. Eigentlich müßten sie schon lange blühen, Scharbockskraut und Lerchensporn erst recht. Aber im sibirischen Frühjahr 2013 muß man wohl alle Hoffnung fahren lassen.

Da hilft nur: an Schönes denken, Urlaub und Radtouren planen – und warten.

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Der Geruch der Schafe

Gestern, am Gründonnerstag, hat Papst Franziskus den traditionellen Gottesdienst nicht in einer römischen Kirche, sondern in einem Jugendgefängnis gefeiert.

Und am Vormittag sagte er in einer Predigt im Petersdom, Geistliche sollten sich als Hirten mitten unter die Herde mischen und den „Geruch der Schafe“ annehmen. Andernfalls drohten sie zu „traurigen Priestern“ zu werden, die den Kontakt zu den Menschen verloren hätten.

Ich glaube nicht, daß ein Papst sein Pontifikat je so stark begonnen hat wie Franziskus.

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Tanz, Pröpstin, tanz!

Letztes Jahr haben sie noch – angefeuert vor allem von der aggressiv-säkularen „Grünen Jugend Hessen“ – am Karfreitag, also am Tag der Kreuzigung Jesu, auf dem Römerberg getanzt, diesmal findet die Gaudi der von allen guten Geistern verlassenen Tänzer immerhin erst am Ostersonntag statt. Auch eine Diskussion über das Feiertagsgesetz soll es geben.

Die Pointe: ausgerechnet die evangelische Pröpstin für Rhein-Main, Gabriele Scherle, wird sowohl an der Tanzveranstaltung als auch an der folgenden Diskussion teilnehmen.

Das sei, sagte sie, „ein Zeichen der Dialogbereitschaft“. Außerdem stoße das Feiertagsgesetz an seine Grenzen, wenn es „auch an Ostersonntag Stille und Ruhe fordere“.

Ach, liebe Pröpstin, nicht ein Gesetz stößt hier an seine Grenzen, sondern die evangelische Kirche. Muß man einer Pröpstin sagen, was Ostern bedeutet? Glaubt sie, daß sie durch ihre Anbiederung neue Schäflein gewinnt? Wer in einer solchen Funktion nicht einmal eines der höchsten christlichen Feste verteidigt, sollte sich – finde ich – schämen. Es ist doch wirklich nicht zuviel verlangt, wenn man an ein paar Tagen im Jahr auf „Stille und Ruhe“ besteht. Wenn schon die Sonntage – zum Teil unter Duldung der Kirchen – immer öfter „verkaufsoffen“ werden (auch so ein scheußliches Wort!), sollte man die verbleibenden Reste, die letzten kleinen Freiräume, an denen der Mensch noch ohne dröhnenden Lärm seinen Gedanken nachgehen kann, unbedingt schützen.

PS: Wie schon zu erwarten war, will sich auch in diesem Jahr wieder die unsägliche Giordano-Bruno-Stiftung einmischen und an österlichen Infoständen zum Kirchenaustritt aufrufen. Aber mit ihrem seichten, platten Atheismus wird sie ohnehin nur die einfacheren Gemüter erreichen.

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Homo-Hasser?

Wie in Deutschland, Frankreich und vielen anderen Ländern wird auch in den USA über die rechtliche Gleichstellung homosexueller Verbindungen mit der traditionellen Ehe diskutiert. Jetzt verhandelt der oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten, der Supreme Court, über diese Sache.

Der Artikel in der Welt beginnt so:

Während das Oberste Gericht in Washington eine erste mündliche Verhandlung im Streit um die Rechte homosexueller Paare führte, demonstrierten davor Hunderte sowohl für als auch gegen die Homo-Ehe: Drag Queens neben Homo-Hassern.

Das ist also die Alternative: Drag Queen oder Homo-Hasser.

Eine Drag Queen bin ich nicht, ich werde auch bis ans Ende meiner Tage keine werden. Ein Homo-Hasser bin ich erst recht nicht. Ich bin aber, aus guten Gründen (ich habe sie an dieser Stelle schon öfter dargelegt), gegen eine völlige rechtliche Gleichstellung von homosexuellen Beziehungen mit der traditionellen Ehe von Mann und Frau.

Aber wenn man die Dinge auf diese Weise differenziert betrachtet, hat man in den Medien, die immer mehr mit dem Holzhammer arbeiten und schreien, statt zu argumentieren, keine Chance. Nur die F.A.Z. hat sich ihre Unaufgeregtheit bis heute bewahrt.

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Der Untergang der islamischen Welt

Diesen provokanten Titel trägt ein Buch von Hamed Abdel-Samad, das als Taschenbuch im Knaur-Verlag erschienen ist (ich habe es schon einmal lobend erwähnt).

Die Geschichte des Islam faßt Abdel-Samad, den man auch von seiner filmischen Zusammenarbeit mit Henryk M. Broder kennt, so zusammen:

Man könnte sagen, der Islam hatte eine leichte Geburt, eine turbulente Kindheit, eine kurze fruchtbare Jugend und eine lange, lethargische Phase des Niedergangs.

Konziser kann man es, glaube ich, nicht ausdrücken.

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Der lupenreine Demokrat Putin befiehlt Razzien gegen deutsche Stiftungen

Lieber Genosse Putin,

ich habe Dir schon lange nicht mehr geschrieben, deshalb freust Du Dich sicher, wenn Dir wieder einmal ein Briefchen aus dem feindlichen Ausland ins Haus schneit.

Heute mache ich es kurz: ich gratuliere Dir von Herzen, daß Du es den deutschen Stiftungen mal so richtig gezeigt hast. Sie leisten ja bekanntlich in Deinem Land nur Wühlarbeit und hetzen das Volk gegen Dich auf. Wie ich gelesen habe, hast Du Deine Staatsanwälte sowohl auf die Friedrich-Ebert-Stiftung als auch auf die Konrad-Adenauer-Stiftung gehetzt – auch daran sieht man Deinen Sinn für Gerechtigkeit. Du machst keinen Unterschied zwischen SPD und CDU! Und eine logistische Leistung ist es auch, denn allein am Donnerstag sollen Deine Leute 2.000 Büros feindlicher Organisationen aufgesucht haben, darunter auch die von Amnesty International.

Du bist eben ein zupackender Präsident, Wladimir Wladimirowitsch! So einen braucht Mütterchen Rußland.

Weiter so, Genosse Putin,  ruft Dir auch diesmal wieder
Dein Lupulus aus dem feindlichen Ausland zu.

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Europa – von der Demokratie zur Plutokratie?

Der Chefvolkswirt der zyprischen Laiki-Bank, Yiannis Tirkides, sieht keine Notwendigkeit mehr, daß das Parlament seines Landes über die folgenschweren Einschnitte noch einmal abstimmt. „Die gesetzgeberische Phase ist abgeschlossen“, sagt er. So weit ist es also schon in Europa, daß Bankmanager darüber entscheiden, ob das freigewählte Parlament ihres Landes über Fragen abstimmen darf, die für die gesamte Bevölkerung von größter Bedeutung sind. Das könne ja die Zentralbank abwickeln, meinte Tirkides lapidar. „Dazu bedarf es keiner Zustimmung des Parlaments.“

Wer hat also das Sagen in den europäischen Demokratien – die Parlamente oder die Finanzmärkte? Diese Frage zu stellen heißt, sie auch zu beantworten.

Gegenüber den machtvollen, selbstbewußten und gut vernetzten Finanzmärkten wirken unsere Parlamente manchmal wie müde, fast schon obsolete Institutionen aus einer längst vergangenen Zeit. Wo an der Börse und in den Ratingagenturen fast im Minutentakt über das Schicksal ganzer Völker entschieden wird, nehmen sich Parlamente, wenn sie denn überhaupt noch entscheiden dürfen, viel Zeit. Sie sind all das, was die Märkte nicht sind: schwerfällig, langsam, bürokratisch – mit einem Wort: hoffnungslos altmodisch. Die Zeit läuft in ihnen bedächtig ab, es wird verhandelt, auch geschachert, man läßt sich oft viel Zeit für die Entscheidungen. Der Broker, der in Sekunden Millionen hin- und herschiebt, kann darüber allenfalls milde lächeln. Er fühlt sich stark und jung und fast allmächtig.

Auf den ersten Blick also spricht alles für die Märkte, die in ihrer Geschwindigkeit und inzwischen auch mit ihren Budgets fast jedes Parlament in den Schatten stellen.

Soll man sich darüber freuen? Wirklich nicht.

Die Märkte, vor allem die Finanzmärkte, haben inzwischen eine Macht an sich gerafft, die in der Geschichte der Völker einzigartig ist. Sicher, auch die Fugger haben Staaten finanziert, aber sie haben das, wenn man sie mit den heutigen Finanzjongleuren vergleicht, dezent und sogar verantwortungsbewußt getan. Dezenz und Verschwiegenheit aber liegen unseren Finanzmärkten fern. Da wird öffentlich gedroht, erpreßt und herabgestuft, was das Zeug hält. Das sind keine Menschen mehr, die im Stillen ihre Geschäfte machen wollen, nein, sie brüsten sich mit ihrer Macht, und sie sind stolz darauf.

Und unsere Politiker? Sie machen eigentlich gar keine Politik mehr, sie sind nur noch die politische Agentur der Märkte. Auch gestern wieder hat Schäuble im Interview mit Marietta Slomka immer wieder ominös von den Finanzmärkten gesprochen, die Zypern schon lange keine Kredite mehr zur Verfügung stellten. Das scheint für ihn aber nichts Anstößiges zu sein, über die Absurdität, daß sich die Regierungen der europäischen Demokratien von den Zockern in den Banken vorführen lassen, hat er offenbar nie nachgedacht. So macht er sich letztlich, auch wenn er das natürlich strikt von sich weisen würde, zum Büttel dieser Märkte.

Und noch eines muß man zu diesen ganzen „Rettungen“ und „Hilfspaketen“, zur „Griechenlandhilfe“, zur „Zypernhilfe“ und zu den vielen, vielen „Rettungsschirmen“ (was für fürchterlich verlogene Wörter!) sagen. Wenn man Völker demütigt (so wie das die Siegermächte 1919 mit Deutschland getan haben), dann kann das zu verheerenden Folgen führen. Es ist nicht einmal so wichtig, wie hart die Auflagen der wohlhabenden Europäer gegen ihre armen Verwandten im Süden wirklich sind, es ist viel eher der schneidend arrogante Ton von Merkel und Schäuble, die Gnadenlosigkeit der Exekution, das vollständige Fehlen jedes freundlichen, verständnisvollen Wortes.

Diese Völker, über die wir jetzt unseren Haß und unsere Häme ausschütten, werden die Härte der wirtschaftlichen Maßnahmen irgendwann vergessen.

Die Demütigung nicht.

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Das Wort des Tages – zur Zypernkrise

Es stammt von unserem Finanzminister Schäuble und lautet:

Ich lasse mich nicht erpressen.

Das ist, gelinde gesagt, doch etwas sehr weit von der Wahrheit entfernt. Die Wahrheit ist nämlich, daß die reichen und wohlhabenden EU-Länder – Deutschland allen voran – seit Jahren nichts anderes tun, als die ärmeren Länder des Südens zu erpressen (natürlich im umgangssprachlichen, nicht im strafrechtlichen Sinn des Wortes). Sie pressen diesen Ländern, die eh schon am Ende ihrer Kräfte sind, immer neue Maßnahmen ab – und sie tun das, was besonders verwerflich ist, nur, um die Finanzmärkte zu besänftigen und zu befriedigen.

Das alles läuft dann, euphemistisch und demagogisch geschönt, unter Begriffen wie „Zypernhilfe“ oder „Griechenlandhilfe“ usw. Aber geholfen wird ausschließlich den Banken und den Finanzmärkten. Den Ländern selbst wird keineswegs geholfen, im Gegenteil: ihre Volkswirtschaften werden ausgeblutet, die Bevölkerung fällt auf das materielle Niveau der Dritten Welt zurück.

Daß so viele Menschen in unserem Land auf diese Demagogie der Regierung Merkel hereinfallen, ist traurig.

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Sch***-Kälte

Hört diese sibirische Kälte eigentlich auch einmal auf?

Anfang des Monats hatten wir ein paar milde Tage, da waren schon die ersten Schmetterlinge unterwegs, aber dann – schon wieder Kälte, Frost, Schnee. Jetzt ist der Schnee (jedenfalls bei uns im Rhein-Main-Gebiet) verschwunden, aber es weht ein eisiger Ostwind. Und so soll es auch über die Osterfeiertage bleiben.

Langsam reicht’s wirklich.

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Der Urknall und der Winkemann von Berwang

Es gibt in der Wissenschaft erstaunliche Erkenntnisse. So weiß man, daß der Urknall vor genau 13,8 Milliarden Jahren stattgefunden hat. Und man weiß auch, daß der Mensch (zusammen mit allen anderen Lebewesen) spätestens nach 1 Milliarde Jahren den Hitzetod sterben wird.

Aber etwas hat man bis heute nicht herausgefunden: seit wann winkt der Winkemann von Berwang?

Und: warum hat er damit begonnen? War es eine bloße Laune? Oder wußte er schon damals, daß er einmal mit dem Alpenpanorama eine so innige Verbindung eingehen würde?

Ich selbst habe ihn vor etwa vier Jahren im Alpenpanorama entdeckt, im Internet ist er aber schon im Jahr 2006 dokumentiert. Jetzt hat Frau Stuplich in einem Kommentar zu diesem Blog (herzlichen Dank dafür, Frau Stuplich!) mitgeteilt, daß ihn schon ihre 1999 verstorbene Mutter gern gesehen hat.

Das bedeutet nichts Geringeres, als daß die Geschichte des Winkemanns von Berwang neu geschrieben werden muß! Er winkt also wahrscheinlich schon seit über 15 Jahren. Aber wann hat er zum ersten Mal gewinkt?

Das ist eine der noch immer ungelösten Fragen der Geschichte. Nur er selbst könnte uns davon erzählen.

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