Bloggers Stoßgebet

Lieber Gott, gerade habe ich gelesen, daß Rußland und China eine „gerechtere Weltordnung“ anstreben. Bitte mach, daß das nie, nie passiert! Ich mach auch alles, was Du willst, sogar die Homo-Ehe würde ich hinnehmen, wenn Du darauf bestehst – wenn es nur keine gerechte Weltordnung mit Rußland und China gibt.

Veröffentlicht unter Politik | Schreib einen Kommentar

Merkel „verliert die Geduld mit Zypern“

Als ob sie meine Kritik (siehe hier) bestätigen wollte, liest man von der Kanzlerin heute in der Zeit:

Merkel verliert die Geduld mit Zypern
Die Situation in Nikosia verärgert die Kanzlerin: Die Pläne zur Verpfändung der Rentenkassen lehnt Merkel ab, sie warnt die Regierung, die Troika weiter zu reizen.

Das ist die Eiserne Kanzlerin, wie sie leibt und lebt. So eine eine Wortwahl kennt man sonst nur aus dem Milieu von Schutzgelderpressern – unter EU-Mitgliedern war sie vor Merkel nicht üblich.

Wer sich nicht wie ein Partner, sondern wie eine Dampfwalze verhält, darf sich über die Reaktionen nicht wundern.

Veröffentlicht unter Politik | Schreib einen Kommentar

Europa ist kaputterweitert worden

Das muß man sich einmal vorstellen: da bettelt ein Land lieber Putin an, als die erpresserischen Auflagen der reichen Europäer hinzunehmen. Politisch klug ist das nicht, denn wenn Zypern von Putin überhaupt Geld bekommt, dann wird es vergiftetes Geld sein – aber verstehen kann man es doch. Man lebt und arbeitet doch nicht für die Banken und die Finanzmärkte!

Merkel und all die anderen Führer der reichen Nationen haben kein Gespür dafür, daß auch kleine und arme Länder wenigstens einen Rest an Stolz und Würde behalten wollen. Sie handeln nach einem Prinzip, das man nach einem Buch des amerikanischen Senators Fulbright arrogance of power nennen könnte: kalt, ohne Empathie und Mitgefühl wird ein Finanzplan exekutiert, wo man doch schon mit etwas Küchenpsychologie wissen müßte, daß man damit nur ohnmächtigen Zorn erzeugt. Und dieser Zorn, auch wenn er oft das Maß der guten Sitten überschreitet, ist mehr als berechtigt.

Wie kommt es denn, daß in Griechenland, das in seiner ganzen Geschichte immer die größten Sympathien für Deutschland hatte, auf einmal so ein Haß auf Merkel, Schäuble & Co. entstanden ist? Weil Merkel und die anderen Regierungen mit unbarmherziger Kälte exekutieren, was ihnen die Finanzmärkte nahelegen. Das Griechenland, das ich seit Jahrzehnten kenne, gibt es  heute nicht mehr. Es ist von uns ohne jedes Mitleid zu einem Land der Dritten Welt degradiert worden.

Was ist das aber für ein elendes Zerrbild von Europa, wenn Märkte und dubiose Rating-Agenturen über das Wohl und Wehe ganzer Nationen entscheiden! Und was sind das für Politiker, die in ihrer ungeheuerlichen Dummheit sagen, wenn der Euro scheitere, dann scheitere Europa! Dieses Europa, wie wir es heute haben, kann nicht mehr scheitern, es ist schon gescheitert. Es ist ein aufgeblähter Moloch, maßlos erweitert bis zur Handlungsunfähigkeit.

Die Summe von Egoismen macht nämlich noch kein Bündnis, erst recht keinen Bundesstaat. Es ist alles zu groß geworden, zu unförmig. Wo es in einem kleinen Kreis von sechs oder acht Staaten noch möglich gewesen ist, auch die größten Probleme zu lösen,  herrscht jetzt eine Zentrifugalkraft, die sich immer mehr verstärkt. Nur ein entschlossener Rückbau dieses Gebildes, wie ihn Enzensberger gefordert hat, könnte Europa – vielleicht! – retten.

Aber dazu haben die Politiker, die uns heute regieren, nicht den Mut. Wenn dann, wie im Fall Merkel, das Herumwursteln ohne Konzept und Verstand auch noch mit hohen Umfragewerten belohnt wird, muß man alle Hoffnung fahrenlassen.

Veröffentlicht unter Politik | Schreib einen Kommentar

Der Papst und die Zärtlichkeit

Unsere jungen, durch und durch säkularisierten und in ihrer Arroganz nicht nur geistlich armen User wird das nicht interessieren, aber für sie schreibe ich nicht, und sie interessieren mich auch immer weniger. Sie haben sicher auch kein Interesse dafür, daß der Papst das Verhältnis Josefs zu Maria so beschreibt:

Rücksichtsvoll, demütig, im Stillen, aber beständig gegenwärtig und in absoluter Treue, auch dann, wenn er nicht versteht.

Also, das ist nicht gerade die Beschreibung eines deutschen Internetusers. Rücksichtsvoll? Demütig? Treu? Und das alles auch noch im Stillen?

Nichts liegt dem User ferner. Der User ist nicht still, der User schreit. Und was schreit er? LESBEN! SCHWULE! TRANSSEXUELLE! KONDOME!

Aber lasset die User toben.

Ich habe mir heute einmal die Predigt von Papst Franziskus angeschaut, die er am Tag seiner Amtseinführung gehalten hat. Sein Kernsatz ist:

Non abbiate paura della tenerezza.

Das heißt auf deutsch: „Habt keine Angst vor der Zärtlichkeit!“ Es ist ein merkwürdiges Wort in einer Papstpredigt, aber es steht da nicht zufällig. Sechsmal kommt das Wort Zärtlichkeit in seiner kurzen Predigt vor.

Tenerezza. Ist das nicht ein schönes Wort?

Der Papst verwendet es, um die Gefühle Josefs für Maria zu beschreiben, die er nach dem Willen des Engels behüten soll. Im Alten Testament hatte es noch geheißen: „Soll ich meines Bruders Hüter sein?“ Aber Josef bekommt ausdrücklich den Auftrag, custos zu werden, also: seine Frau zu behüten. Franziskus sagt dazu (hier nachzulesen):

Das sich Kümmern, das Hüten verlangt Güte, es verlangt, mit Zärtlichkeit gelebt zu werden. In den Evangelien erscheint Josef als ein starker, mutiger, arbeitsamer Mann, aber in seinem Innern zeigt sich eine große Zärtlichkeit, die nicht etwa die Tugend des Schwachen ist, nein, im Gegenteil: Sie deutet auf eine Seelenstärke hin und auf die Fähigkeit zu Aufmerksamkeit, zu Mitleid, zu wahrer Öffnung für den anderen, zu Liebe. Wir dürfen uns nicht fürchten vor Güte, vor Zärtlichkeit!

Ich kann nur staunen, welche Persönlichkeiten immer wieder innerhalb der katholischen Kirche heranwachsen. Johannes Paul II., Benedikt XVI. – und jetzt Franziskus. Alle in ihrer Persönlichkeit völlig verschieden voneinander, aber doch: große Päpste alle drei.

Ja, auch Franziskus, obgleich er erst wenige Tage im Amt ist. Auf sein Pontifikat kann man sich schon freuen.

Veröffentlicht unter Christentum | Schreib einen Kommentar

Von der Polizei erschossen

In Frankfurt ist schon wieder ein Mensch von der Polizei erschossen worden. Es spricht alles dafür, daß es sich dabei um Notwehr gehandelt hat, denn der stark angetrunkene Mann, der vorher schon auf einen Nachbarn eingestochen hatte, ist sofort mit einem Messer auf die Beamten losgegangen.

Was ich nur nicht verstehe: daß es nicht möglich sein soll, einen betrunkenen 62jährigen Mann außer Gefecht zu setzen, ohne daß er dabei stirbt. Werden solche Situationen denn nicht gründlich genug durchgespielt?

Veröffentlicht unter Sonstiges | Schreib einen Kommentar

Alternsforschung – was ist das um Himmels willen?

Es gibt eine Wissenschaft, die sich Gerontologie nennt. Das Duden Universalwörterbuch definiert sie so:

Fachgebiet, auf dem die Alterungsvorgänge im Menschen unter biologischem, medizinischem, psychologischem u. sozialem Aspekt erforscht werden; Alternsforschung.

Beim letzten Wort hat mir der Atem gestockt. Alternsforschung? Ist da nicht ein Konsonant zuviel? Vielleicht ein Schreibfehler? Leider nicht – diese Sprachdummheit ist, wie sich schnell zeigt, beabsichtigt und sozusagen offiziell.

Duden locuto, causa finita.

Aber so leicht ist es nicht, lieber Duden. Ein lächerlich falsches Wort wird nicht einfach dadurch richtig, daß es im Duden (oder in einem anderen Wörterbuch) steht.

Alternsforschung – das ist eine beispiellose sprachliche Mißgeburt. Ich weiß, was die Gerontologen entschuldigend sagen würden: es gehe in ihrer Wissenschaft eben nicht um das Alter, sondern um den Prozeß des Alterns. Aber die Wissenschaft ist das eine, der rechte sprachliche Ausdruck dafür das andere.

Forschung über das Altern, das geht. Gerontologie geht auch. Aber „Alternsforschung“ – das geht überhaupt nicht.

Redakteure, die einem solchem Unwort auch noch die Weihen eines halboffiziellen Wörterbuchs der deutschen Sprache geben, sollte man zur Strafe in die Lokalredaktion einer Provinzzeitung schicken. Und zwar lebenslänglich – aber mindestens so lange, bis sie selbst zum Gegenstand der Alternsforschung geworden sind.

PS: Genauso haarsträubend die Formulierung „Fachgebiet, auf dem … Alterungsvorgänge erforscht werden“. Man kann auf dem Dach sitzen oder auf der grünen Wiese, man kann auch (bildlich) auf einem Felde bewandert sein. Aber auf einem Fachgebiet forschen? Nein.

Man kann nur etwas in einem Fachgebiet erforschen. Da könnte man dann zum Beispiel danach forschen, warum der Duden-Redaktion Kompetenz und Sprachgefühl immer mehr abhandenkommen.

Veröffentlicht unter Sprache und Literatur | Schreib einen Kommentar

Deutsche Spareinlagen sind sicher – sagt die Eiserne Kanzlerin

Ja, die deutschen Spareinlagen sind sicher. Da fließt der Kanzlerin förmlich der Mund über.

Aber den Zyprern kann man ihre sauer verdienten Ersparnisse auf Geheiß der EU stehlen. Was schert uns Zypern?

Im übrigen: glaubt denn allen Ernstes jemand, daß sich die russischen Anleger und Geldwäscher ihr Geld wegnehmen lassen? Nein,  wer soviel kriminelle Energie hat und jetzt auch noch vom lupenreinen Putin unterstützt wird, den schreckt keine Maßnahme der EU. Er kann sich wehren, und er wird neue Schlupflöcher finden.

Der kleine Mann nicht.

Ich bleibe dabei: das ist der bisher schäbigste Fall der Diktatur des reichen Europa über den armen Süden.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Das ist also die „Hilfe“ für Zypern?

Na, das ist wirklich eine schöne Hilfe für Zypern.

Man nimmt jedem Zyprer 6,75% seiner Sparanlagen weg – dem Rentner genauso wie dem, der 100.000 Euro auf dem Konto hat. Ich nenne das Diebstahl, und es ist wieder ein Diebstahl unter dem Diktat der reichen EU-Länder, mit Angela Merkel vorneweg.

Jetzt überlegen wir einmal alle zusammen: was bedeutet dieser Diebstahl für den kleinen Rentner – und was für den zyprischen Reeder? Der eine wird damit an den Rand des Ruins gebracht, und der andere hat sein Kapital schon lange im Ausland versteckt, die 6,75% jucken ihn nicht. Es ist also dieselbe dumme EU-Politik, wie sie seit Monaten und Jahren auf Druck von Merkel, Juncker & Co. mit brutaler Unbarmherzigkeit betrieben wird, und sie trifft immer nur die kleinen Leute, die schon vorher die Opfer waren. Jetzt macht man sie ein zweites Mal zu Opfern.

Es ist eine schäbige, mitleidlose Politik: die Banken mit ihren kriminellen Zockern und Spekulanten werden immer wieder (mit Steuergeldern!) aufgepäppelt, und die kleinen Leute sollen dafür die Zeche zahlen. Da kann ich nur hoffen, daß Papst Franziskus, wenn Merkel am Dienstag zu seiner Amtseinführung nach Rom kommt, ihr einmal ganz undiplomatisch die Leviten lesen wird.

Veröffentlicht unter Christentum, Politik | Schreib einen Kommentar

Die Homo-Ehe ist das Herz aller Dinge und überhaupt der Mittelpunkt der Welt

Wir haben jetzt einen Papst, mit dem wirklich niemand gerechnet hat. Und er sendet Signale aus, die ihn rundherum sympathisch machen.

Rührt das auch den deutschen User in den Internetforen? Keineswegs. Das wäre ja noch schöner.

Sie haben ja schon auf den armen Benedikt eingedroschen, als sei er der Gottseibeiuns. Warum sollten sie da bei Papst Franziskus nachsichtiger sein?

Man weiß, daß Franziskus gegen die „Homo-Ehe“ ist. Ich bin es auch, und (noch einmal gesagt): es ist keine Diskriminierung, wenn man gegen die „Homo-Ehe“ ist. Man kann doch nicht  jede Art von Beziehung einfach als Ehe bezeichnen! Eine Ehe, das sind Mann und Frau. Eine Familie, das sind Mann, Frau und Kinder. So einfach ist das. Daß es auch andere Beziehungen gibt, ist selbstverständlich, sie sollen auch in keiner Weise diskriminiert werden.

ABER: es sind keine Ehen, es sind, wie man bei uns seit langem sagt, Beziehungen.

Im übrigen: ich finde es bis zur Lächerlichkeit grotesk, daß so viele deutsche „User“, wenn es um Philosophie, Religion und die letzten Dinge geht, immer nur über Schwule, Lesben und Kondome reden.

Mein Gott – könnt ihr auch einmal an etwas anderes denken? Geht es in eurem Gehirn denn immer nur um Kondome und Sexualität? Was ist das für ein armseliges, eindimensionales Weltbild! Denkt doch einmal über Platos Höhlengleichnis nach oder über Schopenhauers Einstellung zum Tier. Lest einmal (im Original!) die Bergpredigt oder die Schöpfungsgeschichte. Nehmt euch die wunderschönen Gedichte von Goethe vor.  Oder den Zauberberg von Thomas Mann.

Tausend andere Sachen gibt es noch, die ihr tun könntet.

Aber verschont uns damit, bei wirklich jedem aktuellen Ereignis immer nur über Kondome, Schwule, Lesben und Transsexuelle zu reden.

Veröffentlicht unter Christentum, Philosophie, Sonstiges | Schreib einen Kommentar

Die Papstwahl-Berichterstattung im ZDF

So angenehm überraschend die Wahl des argentinischen Papstes war, so unprofessionell war die Liveberichterstattung im ZDF. Daß Peter Frey sich immer wieder kleine Fehler erlaubte, war zwar ungewohnt, denn Frey ist ein wirklich guter, solider Journalist, aber fast nicht auszuhalten war die Bildpräsentation.

Der Bildschirm zeigte zwar auch das Livebild, aber es ging in einem absurden Bildgewusel fast unter: das päpstliche Wappen deckte einen großen Teil des Bildes zu, Frey und seine Gesprächspartner waren oft nur in einem kleinen Ausschnitt zu sehen, aber das ärgerlichste und dümmste war eine ununterbrochen laufende, jede Konzentration störende Laufschrift à la n-tv, nur daß hier nicht Börsenkurse, sondern strunzdumme Twittersprüche z.B. von Oliver Pocher gezeigt wurden („wir haben einen neuen Papst, ich freue mich“, „der Rauch ist weiß“). Alles, was man längst wußte, wurde in Twitter noch einmal wiederholt – auf Kindergartenniveau.

Man muß es ganz deutlich sagen: seit Thomas Bellut Programmdirektor und (seit 2012) Intendant des ZDF ist, sinkt die Qualität des Senders ständig. Gutes wird ins Nachtprogramm verschoben, und alles sonst wird immer seichter: Sport, Shows und Kochsendungen am laufenden Band.

Auch die Übertragung vom Petersplatz sollte wohl „cool“ und jugendlich wirken: aber sie war war einfach nur schlecht.

Veröffentlicht unter Fernsehen und Presse | Schreib einen Kommentar