Der Genosse Putin, die Madonna und der Lebemann im Palazzo Grazioli

Ja, beim Papst war er auch, der Genosse Putin (sogar mit züchtig bekleidetem Oberkörper!), und er hat natürlich dafür gesorgt, daß ihn alle Kameras dabei beobachten konnten, wie er der Ikone mit der Muttergottes einen dicken Schmatz aufdrückte. Ob er jetzt wirklich ein frommer Mensch geworden ist auf seine alten Tage, der Genosse Putin, das weiß man nicht genau, aber ein Kirchgänger ist er schon (jedenfalls wenn die Kameras dabei sind), und er schmückt sich gern mit der hohen Geistlichkeit. Na, und die geistlichen Würdenträger von Mütterchen Rußland schmücken sich natürlich mit ihrem geliebten Präsidenten, dem sie jeden Wunsch von den Lippen ablesen.

Ach, Wladimir Wladimirowitsch, da warst du sicher froh, als das anstrengende Gespräch mit dem Papst endlich vorbei war! Es ist ja ganz hübsch, Aug in Aug mit einem Papst, aber mit deinem Freund Silvio beim Abendessen im römischen Palazzo, so von Mann zu Mann – das bringt doch dein Blut ganz anders zum Wallen! Zumal sich die Putina im Sommer endgültig von dir getrennt hat und du wieder freie Hand hast …

Ich weiß ja nicht, ob ihr allein wart in dem großen Palazzo – immerhin steht in einem der Zimmer das Bett, das du deinem Freund Silvio einst geschenkt hast, das berüchtigte „Putin-Bett“. Nur dumm, daß damals jemand eine Wanze über dem Bett installiert hatte und alle Welt hören konnte, wie Silvio der „Escort-Dame“ Patrizia auftrug, im Putin-Bett auf ihn zu warten, er müsse noch duschen.

So ein Malheur könnte dir natürlich nicht passieren, Wladimir Wladimirowitsch, hab ich recht? So ein Mensch, der versuchen würde, dich zu belauschen, na, der wäre ganz schnell in einem deiner vielen Arbeitslager, gell?

Einen Putin belauscht man eben nicht. Schon weil er die Muttergottes so liebt und abschmatzt.

Jedenfalls wenn die Kameras dabei sind.

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Hamed Abdel-Samad in Ägypten entführt!

Abdel-SamadDie Nachrichtenlage ist noch nicht ganz klar, aber alles spricht dafür, daß der deutsch-ägyptische Schriftsteller Hamed Abdel-Samad (das Bild rechts habe ich der Wikipedia entnommen), den viele noch aus der wunderbaren TV-Reihe „Entweder Broder“ kennen, in Kairo entführt worden ist.

Im Sommer haben ihn zwei sog. „Prediger“ in Ägypten für vogelfrei erklärt und jedem Muslim damit seine Ermordung ausdrücklich erlaubt. Einer dieser „Prediger“ ist danach demonstrativ vom damaligen Präsidenten Mursi vor laufenden Kameras umarmt und geherzt worden.

Abdel-Samad ist ein kritischer Geist, der natürlich – wie jeder kluge Kopf! – dem islamischen Pöbel ein Dorn im Auge ist. So geht es eben zu in einer Religion, deren archaische Vertreter von der Kanzel herab zum Mord aufrufen. Diese vormittelalterliche Grausamkeit, die Lust an der Enthauptung, dieses Gebräu aus Blut, Ehre, Stolz und Rache, das jeden Abfall vom Islam mit Ausgrenzung und oft sogar mit dem Tod bedroht, ist – und das hat gerade Abdel-Samed immer wieder betont – kein Zeichen von Stärke und Selbstbewußtsein, im Gegenteil: es ist der Anfang vom Ende dieser Religion, die ohne das Schwert nicht überleben kann. Eine Religion, die ohne Todesdrohungen gegen Abtrünnige und „Ungläubige“ nicht mehr auskommt, gibt nur noch ein Bild des Jammers ab.

Hamed Abdel-Samad ist deutscher Staatsbürger. Man kann nur hoffen, daß das Auswärtige Amt den ägyptischen Behörden mit aller Deutlichkeit klarmacht, welche Konsequenzen es hätte, wenn diese Entführung ein schlimmes Ende nähme.

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Seltsame Programmänderung gestern abend in der ARD

Wollten Sie auch gestern abend den Tatort im Ersten sehen?

Wir auch.

Und dann diese Programmänderung! Zur besten Sendezeit – um 20.15 Uhr – kam ein Dokumentarfilm (oder war es ein Werbefilm?) über die Insel Langeoog. Zugegeben, ein bißchen enttäuscht waren wir am Anfang schon, aber die schönen Bilder von der Insel haben uns dann versöhnt.

Allerdings: die merkwürdigen Touristen, die immer wieder durchs Bild liefen (und das in der Nebensaison!), wären nicht nötig gewesen.

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Macht endlich Schluß mit den Dauersportsendungen!

Mir reicht’s jetzt wirklich: schon im November geht es los mit den (Winter-) Sportübertragungen von morgens bis abends. Heute zum Beispiel sendet die ARD ununterbrochen von 12 Uhr bis 20 Uhr nichts als Sport.

Acht Stunden am Stück!

Das hat mit dem Auftrag, den öffentlich-rechtliche Sendeanstalten nach dem Gesetz zu erfüllen haben, nichts mehr zu tun. Hier ist jedes Maß verlorengegangen.

Wenn der Sport ruft, selbst wenn es um Randsportarten geht, die kaum einen Zuschauer interessieren, wirft man für Dauersportsendungen dieser Art das gesamte Sendeschema über den Haufen.

Kultur gibt es erst um Mitternacht, Sport fast rund um die Uhr.

Danke, ARD!

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Kaiser Franz und die Sklaverei

Gagarin, der erste Mensch im Weltraum, soll nach seiner Rückkehr gesagt haben, er habe Gott dort nicht gesehen – das war für ihn (und natürlich für die atheistische Sowjetunion) der Beweis, daß es Gott nicht geben kann.

Er hat ihn ja nicht gesehen!

Franz Beckenbauer sagte kürzlich über Qatar, wo die „Gastarbeiter“ beim Bau der Fußballstadien fast wie Sklaven gehalten werden:

Ich habe noch nicht einen einzigen Sklaven in Qatar gesehen. Die laufen alle frei rum, weder in Ketten gefesselt noch mit irgendwelchen Büßerkappen auf dem Kopf.

Es gibt also keine Sklaven dort. Er hat sie ja nicht gesehen!

Es ist immer ein bißchen peinlich, wenn man Zeuge wird, wie ein Mensch geistig und moralisch an seine Grenzen stößt.

Si tacuisses …

Hätte Beckenbauer, ehe er vor den Kameras den Mund aufmachte, ein bißchen nachgelesen (und sei es nur im Internet!), er hätte gewußt, daß die Araber über Jahrhunderte hinweg eine Nation von Sklavenhändlern waren. Das sollte man übrigens in einer Zeit, in der Muslime mit vorwurfsvollem Timbre in der Stimme von den christlichen Kreuzzügen sprechen, getrost aussprechen dürfen.

Der Handel mit Schwarzafrikanern war bis ins 20. Jahrhundert hinein eine bedeutende Einkommensquelle arabischer Kaufleute. In Qatar, um das es hier geht, wurde die Sklaverei erst 1952 (!) abgeschafft – zumindest offiziell. Bis heute besteht dort das System der Kafala: ausländische Arbeiter sind fast rechtlos, sie müssen ihre Pässe abgeben und dürfen ihren Aufenthaltsort nur mit Erlaubnis des Arbeitgebers wechseln. Ihr Status ähnelt dem von Zwangsprostituierten, und die qatarischen Firmen, die sie ausbeuten, handeln nicht viel anders als gewöhnliche Zuhälter.

Aber vielleicht stimmt das alles ja auch gar nicht, denn – der Kaiser Franz hat nichts gesehen.

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Janukowitsch – „Familienmensch“, Diktator und Blutsbruder des Genossen Putin

Ich schreibe es schon seit mehreren Jahren: Janukowitsch, der sog. „Präsident“ der Ukraine, ist ein besonders übler Vertreter jener „Politiker“, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in deren Nachfolgestaaten an die Macht gekommen sind. Er hat gleich nach seiner Wahl zum Präsidenten Presse und Justiz gleichgeschaltet und – meist mit erfundenen Beschuldigungen – alles ins Gefängnis gesteckt, was ihm gefährlich werden könnte: vor allem und am mitleidlosesten Julia Timoschenko. Sie wäre ihm, schwer erkrankt, selbst als Patientin in einem deutschen Krankenhaus noch zu gefährlich, deshalb mußte sein“Parlament“ den Ausreiseantrag ablehnen. Janukowitsch, da bin ich sicher, will ihren Tod. Sie soll im Arbeitslager verrotten, und falls sie das Ende ihrer Haft wider Erwarten doch noch erlebt – na, dann wird halt eine neue Anklage nachgeschoben.

Wo es keine freie Presse und keine unabhängige Justiz gibt, wo die Richter nur willfährige Schergen des Machthabers sind, da muß sich einer wie Janukowitsch keine Sorgen machen.

Man sollte auch nicht vergessen, was für ein Früchtchen Janukowitsch schon als Jugendlicher war: zweimal saß er damals wegen Raub und Körperverletzung im Gefängnis ein – natürlich sind die Akten darüber inzwischen auf wundersame Weise verschwunden.

Janukowitsch, auch das wird niemanden wundern, ist – wie die F.A.Z. schön sarkastisch schreibt – ein „Familienmensch“. Sein Sohn Oleksandr, ein Zahnarzt, soll seit dem Amtsantritt seines Vaters in den Besitz eines Dollarvermögens in dreistelliger Millionenhöhe gekommen sein.

Und mit so einem Typ von Diktator will die EU allen Ernstes ein Assoziierungsabkommen vereinbaren? Ja, sie hat Janukowitsch geradezu angebettelt: bitte, bitte, lieber Viktor Fedorowitsch, laß nur die Julia frei, dann assoziieren wir dich, wir nehmen dich auf, du bist uns doch lieb und teuer! Auch unser noch amtierender Außenminister Westerwelle jammert: „Unser Angebot einer echten Partnerschaft steht.“ Aber der „Präsident“ hat der EU einen Tritt in den Hintern gegeben und will sich jetzt doch lieber seinem Blutsbruder Putin anschließen.

Der ist nämlich, wie es so schön heißt, Fleisch von seinem Fleisch. Und mit Demokratie haben diese beiden Herren wirklich gar nichts am Hut.

Und die EU?

Sie soll gefälligst mit Diktatoren so umgehen, wie sie es verdienen – so wie man damals auch mit Hitler und Mussolini und Konsorten hätte umgehen sollen. Mit einem wie Janukowitsch schließt man keine Abkommen.

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Hugo Chávez, Nicolas Maduro und die Haut der Libelle

Das ist ja ein feines Parlament in Venezuela – es hat sich soeben selbst entmachtet.

Nicolas Maduro, der Nachfolger des unsäglichen Hugo Chávez, darf jetzt ein Jahr lang mit Dekreten, also ohne Parlament, regieren.

Er wird davon Gebrauch machen.

Wenn sich Libellen häuten, lassen sie an Wasserpflanzen ihre trockene Haut zurück. Exuvie nennt man sie. Sie gleicht beim flüchtigen Hinsehen einer lebendigen Libelle, aber es ist nur die trockene, innen hohle Hülle, die sie zurückgelassen hat.

So eine Exuvie ist die Demokratie in Venezuela.

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Dieter Hildebrandt ist tot – War er ein „gehässiger Beobachter“ der Politik?

So nannte ihn tatsächlich in ihrem Nachruf soeben Barbara Möller von der Welt. Eine halbe Stunde später hat sie aus dem „gehässigen“ einen „spöttischen“ Beobachter gemacht. Aus eigener Einsicht? Oder doch eher veranlaßt durch den energischen Protest der Leser? Oder machen bei der Welt geistig einfach gestrickte Online-Mitarbeiter die reißerischen Überschriften ohne Rücksprache mit den Redakteuren?

So ein Wort schreibt man jedenfalls nicht aus Versehen, wenn man der deutschen Sprache mächtig ist. Gehässig, das bedeutet nach Dudens Universalwörterbuch

in bösartiger Weise missgünstig; boshaft, gemein.

Kann ein Mensch, der noch halbwegs bei Sinnen ist, Dieter Hildebrandt so nennen?

Wenn es überhaupt einen Kabarettisten gibt, der sein ganzes Leben und erst recht seine kabarettistische Arbeit auf die Moral gegründet hat, dann war es Dieter Hildebrandt. Ihn, noch dazu in einem Nachruf kurz nach seinem Tod, gehässig zu nennen, ist schon kein Fauxpas mehr.

Es ist eine Frechheit. Und es verlangt nach einer Entschuldigung.

PS: Natürlich wird diese Entschuldigung nie kommen. Nur der lapidare Satz eines „Die Welt“-Moderators: „Wir fanden die Überschrift auch nicht angemessen. Also wurde sie geändert.“

Und was sagt Frau Möller selbst dazu? Nix. Sie schweigt.

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Ein Gespenst geht um in Deutschland: die Andenverschwörung!

Ja, wir sind wieder wer. Jetzt aber definitiv! Die alten Römer hatten ihren Catilina, die Amerikaner Watergate, und wir haben – die Andenverschwörung.

Die Bildzeitung und Focus berichten von einem streng geheimen Zirkel, den es angeblich schon seit 1979 gibt. Der Focus spricht sogar von einem „mächtigen Männerbund um Wulff“ (hier nachzulesen). Da stutzt man schon. Wulff? Ausgerechnet er soll der Mittelpunkt eines „mächtigen“ Bundes sein?

Aber es kursieren noch andere Namen. Matthias Wissmann hatte zu einem streng geheimen Treffen eingeladen, und alle, alle waren gekommen:

Mit dabei waren unter anderem Ex-Bundespräsident Christian Wulff, EU-Energiekommissar Günther Oettinger, Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und sein Amtsvorgänger Roland Koch. Außerdem anwesend: der EU-Abgeordnete Elmar Brok, Wirtschaftsratschef Kurt Lauk, Junge-Union-Chef Philipp Mißfelder, Saarlands Ex-Ministerpräsident Peter Müller und der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz. Frauen sind im Pakt tabu.

Daß Frauen in einer so geheimen Gesellschaft tabu sind, versteht sich von selbst – die würden ja nur alles ausplaudern. Obwohl, so ganz hermetisch kann auch der männliche Zirkel nicht sein. Die Bildzeitung verfügt nämlich nicht nur über die Teilnehmerliste, sie hat auch Fotos (!) der Geheimverschwörung – und kennt das gereichte Menü:

Zum Auftakt um 19.30 Uhr sei Rotwein gereicht worden, … dann Spätzle, Braten, dunkle Sauce.

Klingt ein bißchen popelig für so hochkaratige Verschwörer, oder?

Jetzt aber mal eine Frage: könnte es nicht sein, liebe Qualitätsjournalisten von Bild und Focus, daß sich hier – „in den Räumen des Verbands der Autoindustrie“ – ganz normale Lobbyisten und dazu ein paar abgehalfterte Politiker zu einem ganz normalen Lobbyisten-Meeting getroffen haben, wie es in Berlin und Brüssel jedes Jahr hunderte gibt? Daß ihr also, wenn ihr den angeblichen „Andenpakt“ aus der Schublade holt und dieses öde Treffen zu einer Sensation aufbläht, einfach nur – einen Haschmich habt?

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Tollhaus Spanien – Der Stierkampf bleibt, die Ölkännchen verschwinden

Viele werden sich noch erinnern (ich hatte an dieser Stelle darüber geschrieben): die EU wollte offene Ölkännchen auf Restauranttischen europaweit verbieten. Statt dessen sollten verschlossene und nicht wiederverwendbare Ölfläschchen auf dem Tisch stehen. Ölreste sollten entsorgt, die Flaschen dem Müll zugeführt werden.

Nun ist man ja von den Irren in Brüssel (ich entschuldige mich nicht für diese Wortwahl!) einiges gewöhnt, aber das war denn doch so hirnrissig, daß der aus Rumänien stammende Agrarkommissar seinen Antrag wieder zurückziehen mußte. Der Plan lief schließlich allen europäischen Lippenbekenntnissen von Nachhaltigkeit, Müllvermeidung und schonendem Umgang mit Ressourcen zuwider.

Wer aber damals gerätselt hatte, wie es überhaupt zu diesem Plan gekommen sein mochte, und vor allem: welche wirtschaftlichen Interessen dahinterstecken, der sieht jetzt klarer. Die spanische Regierung nämlich hat gerade ein „königliches Dekret“ erlassen, das den von der EU aufgegebenen Plan für Spanien schon zum 1. Januar 2014 verbindlich macht. In einem Beitrag der heutigen F.A.Z. kann man nachlesen, wer daran ein Interesse hat: es sind die andalusischen Olivenölproduzenten, die größten der Welt. Sie wollen durch das Entsorgen und Ersetzen angebrochener Ölfläschchen einen Reibach ungeheuren Ausmaßes machen. Die spanische Regierung geht ihnen dabei gern zur Hand.

Jetzt wollen wir einmal sehen, was die sonst so drastischen, immer zu Verboten bereiten EU-Kommissare zu einer solchen (fast unvorstellbaren!) Verschwendung von Ressourcen, die bis auf ihre Nutznießer niemand will, sagen werden.

Wetten, daß sie schweigen?

PS: Man muß übrigens nicht unbedingt in Spanien Urlaub machen.

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