Liefern

Die CDU/CSU (311 Abgeordnete) müsse jetzt „liefern“, sagt Sigmund Gabriel von der SPD (193 Abgeordnete) in einem akuten Anfall von Größenwahn.

Das mit dem „Liefern“ ist übrigens schon der Röslerschen FDP nicht bekommen …

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Stirnrunz, Püppi, Lover und ein Irrer – „Tatort“-Kommissare aus Dortmund

Es waren einmal vier arme Seelen, denen hatte man einen üblen Streich gespielt. Sie lebten nämlich seit unvordenklichen Zeiten schon still und zufrieden im Zwischenreich der ungeborenen Charaktere, bis – ja, bis ein Schreiberling kam und sie mit brutaler Gewalt ans Licht des Tages zerrte. Aber es sollte sich bald noch Schlimmeres ereignen: der Schreiberling nämlich, ein böser, böser Mann, sperrte sie zusammen in ein Kommissariat ein, legte ihnen (wechselweise) coole Sprüche und reichlich irres Zeug in den Mund und machte so aus ihnen einen Lifestyle-„Tatort“ des 21. Jahrhunderts.

Da begab es sich aber, daß ein Stern-Redakteur diesen „Tatort“ (und zwar in der hauseigenen Rechtschreibung) den besten „seit Langem“ nannte. Das freilich gehört zu jenen sonderbaren Dingen, die mit dem gesunden Menschenverstande nicht mehr zu ergründen sind.

Und auch die armen Seelen, die nun wohl lange, lange Zeit in ihr Lifestyle-Kommissariat („ganz schön irre, diese Kommissare!“) eingepfercht bleiben, sind sonderbar genug.

Da ist zunächst einmal die Hauptkommissarin Stirnrunz. Wie der Name schon sagt, läuft sie neunzig Minuten lang mit gerunzelter Stirn und ausgesprochen schlechter Laune durch den Film. Kein leichtes Los!

Oberkommissarin Püppi ist das genaue Gegenteil von ihr: trotz ihres dezenten Migrationshintergrunds (türkische Hochzeit!) ist sie immer guter Laune und auch sexuell ausgesprochen aktiv. Darüber freut sich besonders ihr Kollege, Oberkommissar Lover.

Jetzt bleibt noch der Irre. Das Drehbuch nennt ihn lustigerweise „Hauptkommissar Faber“, aber der Zuschauer weiß es bald besser. Schwankt man zunächst noch, ob es sich hier um einen Obdachlosen handelt, der auf der Suche nach einem warmen Winterquartier ist, oder doch eher um einen geistig gestörten Menschen, so merkt man bald: das letztere trifft zu. Der Irre hat eine große Freude daran, mit seiner Kollegin Vergewaltigungen nachzuspielen, und ist auch sonst nicht ganz dicht. Man fiebert, spätestens als er das Waschbecken aus der Wand reißt, dem Moment entgegen, in dem endlich sein Wärter kommt und ihn wieder in die Anstalt zurückbringt.

Es ist ein „Tatort“, dem der Focus (auch er in seiner häuslichen Rechtschreibung!) „Potenzial“ bescheinigt. In Wirklichkeit haben wir es hier bei Stirnrunz, bei Püppi und ihrem Lover und erst recht beim Irren von Dortmund mit albernen Kunstfiguren zu tun, die berechnend auf ihr Publikum zugeschnitten sind. An diesem Drehbuch ist alles gewollt und gekünstelt, auch Leid und Schmerz haben hier etwas Hohles, konstruiert Lächerliches.

Natürlich dürfen solche Kunstfiguren sein, aber dann müssen sie auch (wie im Münster-„Tatort“ oder im „Wilsberg“) Esprit, echtes Lokalkolorit oder doch (wenigstens ein bißchen!) menschliche Tiefe haben.

Nur hohl, nur albern, nur künstlich – das geht gar nicht.

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Ein neues Gesicht – heute abend bei Plasberg

Endlich mal ein neues Gesicht in einer Talkshow“: Wolfgang Kubicki (FDP). Man hat ihn in den letzten Wochen nämlich erst gefühlte 479 mal in Talkshows gesehen.

Und auch das Thema ist neu und spannend: Wulff und Hoeneß. Richtig aufregend!

Mit dem Ersten schläft man besser …

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Frankfurt und der „rote Peter“ – Warum ich Peter Feldmann nicht mag

Als der Frankfurter Oberbürgermeister Walter Kolb (SPD) 1956 zu Grabe getragen wurde, gaben ihm mehr als 100.000 Bürger das letzte Geleit. Zehn Jahre lang war er da schon im Amt gewesen – ein unpathetischer, volkstümlicher Bürgermeister, und zugleich der letzte wirklich populäre Sozialdemokrat im Römer.

Spätere SPD-Oberbürgermeister waren hemdsärmelig (wie Rudi Arndt) oder eher spröde, einige waren wohl auch halbwegs beliebt, aber einen solchen Trauerzug sollte es nie wieder geben.

Das liegt auch an der Frankfurter SPD, die wegen ihrer rabiaten innerparteilichen Kämpfe bald weit über Hessen hinaus berüchtigt war. Auch die eigenen Oberbürgermeister hatten es schwer mit ihrer Partei, manch einer – etwa Volker Hauff – warf bald das Handtuch. Und heute? Da stellt die SPD nach langer Zeit einmal wieder den Oberbürgermeister, aber Peter Feldmann, der „rote Peter“, ist leider nicht gerade ein Aushängeschild für diese Stadt, die einmal mit Walter Wallmann und Hilmar Hoffmann glänzende Repräsentanten und mit Petra Roth immerhin eine langjährige, solide, an der Kultur immer interessierte Oberbürgermeisterin hatte.

Feldmann, das ist wenigstens mein Eindruck, hat etwas von einem Krämer- und Kleingeist. Er kümmert sich verbissen um den Zuschnitt der Dezernate, erteilt Redeverbote und scheut keinen Grabenkampf mit der schwarz-grünen Koalition, die ihm offenbar von Herzen zuwider ist. Nur eines will er nicht werden: der Oberbürgermeister aller Frankfurter, der erste Bürger der Stadt. Er ist und bleibt ein linker Sozialdemokrat in der (schlechten!) Tradition des SPD-Bezirks Hessen-Süd, ein Klinkenputzer, der Volkstümlichkeit mit dem Klingeln an möglichst vielen Türen „einfacher Menschen“ verwechselt und völlig versagt, wenn es darauf ankommt, das große kulturelle Erbe dieser Stadt zu bewahren und zu mehren.

Bedeutenden kulturellen Veranstaltungen bleibt er einfach fern und besucht statt dessen seine „einfachen Menschen“. Er schwänzt wichtige Konferenzen und Auslandsreisen und läßt sich gern entschuldigen, wenn er seine Stadt repräsentieren soll. Er führt damit Frankfurt, das doch eine Bürger- und Kulturtradition wie wenige andere deutsche Städte hat, geradewegs zurück in die Provinz. Das geplante Romantikmuseum neben dem Goethehaus etwa (ein Unternehmen von europäischem Rang!) unterstützt er erst, seit eine Welle der Empörung über ihn und die regierenden Parteien hereingebrochen ist, die kurzerhand die Gelder für das Projekt gestrichen haben.

Er ist offenbar ein Bürgermeister, dem man erst erklären muß, was Kultur eigentlich ist. Er will Kultur (oder was er dafür hält) unters Volk und in die Stadtteile bringen, besucht aber selbst nicht einmal die Premieren seiner Theater. Das ist wohl für ihn zu bürgerlich.

Deshalb mag ich Peter Feldmann nicht. Frankfurt hat einen solchen Kleingeist nicht verdient.

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753,90 Euro

Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Oder doch nicht?

Eigentlich ist es ja für unseren Rechtsstaat ein gutes Zeichen, wenn ein Bundespräsident vor Gericht genauso behandelt wird wie jeder andere Mensch auch. Und doch: ich habe ein ungutes Gefühl, wenn ich sehe, wie er jetzt vor Gericht steht und um den letzten Rest seiner Ehre kämpft.

Das Gefühl, daß an diesem Verfahren – es geht um genau 753,90 Euro (!) – etwas nicht in Ordnung ist, verstärkt sich noch, wenn man sich daran erinnert, daß Wulff das Opfer nicht nur seines eigenen (unbestreitbaren) Fehlverhaltens geworden ist, sondern auch einer Art von Großwildjagd, wie sie in Deutschland immer beliebter wird. Man hetzt ein Wild, bis es erlegt ist. Dabei geht es längst nicht mehr um die Gerechtigkeit, gegen die ja niemand etwas haben kann, sondern – jedenfalls habe ich diesen Eindruck – mehr um die Lust am Jagen selbst. Das ist vielfach belegbar – etwa auch durch die Hetzjagd auf tatsächliche oder vermeintliche Plagiatssünder, an der sich inzwischen ganze Meuten beteiligen. Und so wie jugendliche Gewalttäter neuerdings ihre Opfer halbtot prügeln, wenn sie schon am Boden liegen, so lassen auch diese Großwildjäger nicht locker.

Wulff hat durch sein Fehlverhalten und durch seine dumme Reaktion auf die öffentlichen Vorwürfe ohnehin schon fast alles verloren: sein Amt, seinen guten Ruf, am Ende auch seine Frau, die sich von ihm getrennt hat. Ein bißchen Mitleid mit ihm, finde ich, wäre angebracht.

Wieweit sein Verhalten strafrechtlich relevant ist, wird das Gericht entscheiden. Aber es gibt doch auch – das weiß jeder Jurist, und das sagt uns auch die Lebenserfahrung – den Unterschied zwischen Recht und Gerechtigkeit. Dazu muß man die „Causa Wulff“ mit anderen Delikten vergleichen, die nie vor Gericht kommen. Was ist etwa die „Vorteilsannahme“ von lächerlichen 753,90 Euro gegen gegen die Investitionsbetrügerei von Banken auf der ganzen Welt, die das Geld ihrer Kunden veruntreut haben – und dann auch noch aus Steuermitteln gerettet werden? Wann kommen die vielen Kundenberater vor Gericht, die den Bankkunden hochriskante Papiere angedreht haben, ohne sie über die Risiken aufzuklären? Ganz zu schweigen von Tennisspielern und anderen Prominenten, die ihr Geld vor dem deutschen Fiskus in Monaco oder sonstwo in Sicherheit bringen und uns alle dadurch, wenn man die Beträge summiert, um Milliardensummen bringen.

Recht muß Recht bleiben, ja. Aber wenn straflos davonkommt, wer den Betrug möglichst geschickt und im großen Stil betreibt, während ein Gericht wegen 753,90 Euro gleich 22 Verhandlungstage anberaumt, dann ist etwas faul.

Die Meute, die Wulff gehetzt hat, wird zufrieden sein. Wer noch ein bißchen Gerechtigkeitsgefühl besitzt, ist es nicht.

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Die spinnen, die Sozis!

Wenn man so liest, wie sich die SPD-Vertreter in den Koalitionsverhandlungen benehmen, könnte man fast denken, sie hätten die Wahlen gewonnen. Aber sie haben mit ihren 25,7% ein klägliches Ergebnis eingefahren, während CDU und CSU zusammen um ein Haar die absolute Mehrheit bekommen hätten.

Jetzt baut die SPD Drohkulissen auf, die angesichts des Wahlergebnisses fast lächerlich wirken. Natürlich: man kann auch mit schlechten Karten pokern. Aber das geht selten gut.

Jetzt holt die SPD ein ganz besonderes As aus dem Ärmel: der Parteitag soll am kommenden Wochenende beschließen, daß die Partei künftig auch mit der Linken koalieren darf.

Das ist freilich schon kein Glücksspiel mehr – es wäre der sichere Weg, beim nächsten Mal, was die Stimmenzahl betrifft, ins Bodenlose zu sinken.

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Sensationelle Entdeckung der evangelischen Kirche: die Familie gibt’s erst seit 1945!

Kennen Sie das „Positionspapier“ der evangelischen Kirche zur Familienpolitik? Ich habe grade mal hineingeschaut und will dem geneigten Leser ein paar Sätze daraus vorstellen.

Unter der Überschrift „Familie und Ehe im Wandel“ findet sich eine Art soziologische Grundlegung:

Eine breite Vielfalt von Familienformen ist, historisch betrachtet, der Normalfall. Die bürgerliche Familie als Ideal entwickelte sich erst im 18. Jahrhundert durch die Trennung von männlicher Erwerbswelt und weiblicher Familiensphäre mit Haushalt und Kindererziehung.

Das klingt, mit Verlaub, sehr nach dem marxistischen Kauderwelsch der 60er und 70er Jahre. Aber es kommt noch schlimmer:

Dieses Ideal setzte sich zunächst langsam und erst nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik als Lebensform für alle durch.

Der Autor dieser Zeilen ist vermutlich ein Freizeit- und Hobbysoziologe. Aber die Frage bleibt: wie kann ein Mensch einen so hanebüchenen Unsinn zusammenschreiben? Und wie können die Gremien der evangelischen Kirche so etwas absegnen und gegen jede Kritik verteidigen? Hier soll dem Leser offensichtlich mithilfe einer dreisten Geschichtsklitterung suggeriert werden, daß die bunte Beziehungsvielfalt, die von den Autoren des Positionspapiers auf Biegen und Brechen als vorbildlich hingestellt werden soll, schon immer da war und sozusagen der geschichtliche Normalfall ist.

Und die „bürgerliche Familie“ hat sich also „erst nach dem Zweiten Weltkrieg“ als „Lebensform für alle“ durchgesetzt? Wäre ich ein Lehrer, würde ich zum Autor dieser Zeilen sagen: „Setzen! Mangelhaft!“ Da wird die Wahrheit auf fast schon groteske Weise verbogen, und zwar aus einem einzigen Grund: man will die Familie ab- und die bunten Patchwork- und Regenbogenbeziehungen aufwerten. Nur deshalb hat die „breite Vielfalt von Familienformen“ angeblich die ganze Geschichte (bis zum Zweiten Weltkrieg!) bestimmt und soll wohl, nach dem kurzen Intermezzo der „bürgerlichen Familie“, auch unsere Zukunft bestimmen.

Das Papier ist eine förmlicher und fast höhnischer Abgesang der Evangelischen Kirche auf die Familie.

Wer das für eine Überinterpretation hält, sollte einmal aufmerksam lesen, wie Kirchenleute und die Autoren selbst das Positionspapier interpretieren. Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung etwa, einer der Autoren, wird so zitiert (hier nachzulesen):

Die Orientierungshilfe werte die Familie nicht ab, sondern wolle sie neu denken. Die Familie könne nicht auf das kleinbürgerliche Ideal aus dem 19. Jahrhundert mit einer festen Rollenverteilung zwischen Mann und Frau reduziert werden.

Man beachte die herabsetzenden Ausdrücke wie „kleinbürgerliches Ideal“, „feste Rollenverteilung“, „19. Jahrhundert“ usw. – alles aus der linken Mottenkiste.

Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, meinte,

es dürfe nicht ein bestimmtes Bild von Familie zur Norm erhoben werden, weil Menschen sich sonst diskriminiert und ausgeschlossen fühlten.

Aber die ganz normale Familie – die dürfen wir nach Herzenslust diskriminieren, nicht wahr? Sie ist ja auch zutiefst kleinbürgerlich.

Aus der Bibel, sagt Ulrich Fischer, der Landesbischof von Baden, könne man „keinesfalls die bürgerliche Ehe, wie wir sie heute kennen, ableiten“. Aber Patchwork, Regenbogen, Homo-Ehe – das alles kann man aus der Bibel ableiten?

„Die traditionellen Leitbilder“, heißt es am Ende, „halten den neuen Herausforderungen in Wirtschaft und Gesellschaft … nicht mehr stand“.

Und wie die standhalten!

Die traditionelle, von der evangelischen Kirche als „kleinbürgerlich“ diffamierte Familie ist nämlich eine der größten kulturellen Leistungen der Menschheit. Und die evangelische Kirche wirft sie weg, um sich wieder einmal – wie so oft in ihrer neueren Geschichte – dem Zeitgeist anzupassen.

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Alte Säcke, junge Frauen

Wir leben (übrigens nicht nur politisch!) in einer Zeit, in der sich alte Säcke gern mit jungen Frauen schmücken.

Der politischen Kultur im Land tut dieser Trend nicht gut.

Es ist die Kristinaschröderisierung der Politik. Sie ist parteiübergreifend.

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Manuela Schwesig, die Homo-Ehe und die Bildung von Kleinstkindern

Manuela Schwesig will die Große Koalition platzen lassen, ehe sie überhaupt begonnen hat. Und warum? Sie will die Homo-Ehe auf Biegen und Brechen erzwingen – gegen die (völlig zurecht großen!) Widerstände in CDU und CSU.

Schwesig gehört zu jenen fortschrittlichen Frauen, denen die Welt gar nicht fortschrittlich genug sein kann. Sie ist noch in der DDR sozialisiert worden, und das merkt man ihrer politischen Linie an. Mit ihren dummen Sätzen könnte man viele Seiten füllen (vgl. diesen Beitrag).

So können ihr etwa schon Kleinstkinder gar nicht früh genug in die Krippe kommen. „Aus bildungspolitischer Sicht“ (!), sagt sie etwa, sei das Betreuungsgeld schädlich, weil es „Kinder von frühkindlicher Bildung in der Kita fernhält“. Hat man so einen Unsinn schon einmal gehört? Bildung bei ein- und zweijährigen Kindern, noch bevor das Urvertrauen zwischen Kind und Eltern gefestigt ist!

Ab ins Kollektiv mit den Kleinen, da sind sie besser aufgehoben als bei Vater und Mutter.

Und für die Homo-Ehe riskiert diese Frau jetzt also sogar die Große Koalition. Wohlgemerkt: es geht nicht etwa darum, daß „Schwule und Lesben“ so leben können, wie sie das wollen – das können sie schon jetzt. Es geht darum, daß einige von ihnen erzwingen wollen, diese längst anerkannten Partnerschaften auch rechtlich als „Ehe“ einzustufen.

Und das geht gar nicht.

Auch wenn die Menschen es immer bunter treiben: eine Ehe besteht nun einmal aus einem Mann und einer Frau. Über die sprachlichen, kulturellen und historischen Aspekte der Ehe sage ich an dieser Stelle nichts, denn so etwas interessiert Frauen wie Manuela Schwesig ohnehin nicht. Dafür ist in ihrer fortschrittlichen Ideologie kein Platz.

Besteht denn wenigstens Hoffnung, daß CDU und CSU in dieser Sache hart bleiben? Ganz und gar nicht!

Wir haben nämlich eine (ebenfalls in der DDR sozialisierte) Kanzlerin, die schon oft bewiesen hat, daß sie im Grunde nicht über feste Überzeugungen verfügt. Wie ein Chamäleon wechselt sie ihre Farbe, einmal Atomkraft, einmal Windkraft, einmal hü, einmal hott – und ihre Hofschranzen machen alles mit. In der CDU herrscht, seit Merkel an ihrer Spitze steht, der blanke Opportunismus.

Deshalb hat Manuela Schwesig gute Chancen, ihre selten dumme Familienpolitik doch noch in die Große Koalition einzubringen.

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Das Elend mit den Protestanten

Wer regelmäßig oder wenigstens hin und wieder einen evangelischen Gottesdienst besucht, weiß um das Problem. Wer Zeitung liest, auch.

Man fragt sich immer wieder: ist das überhaupt noch eine Kirche, der es um Gott geht? Oder ist es eine Art Linkspartei, geführt von überaus fortschrittlichen Frauen, mit dem Schwerpunkt „Schwule, Lesben, Transsexuelle“, Regenbogen, alternative Lebensentwürfe, Segen für alle und alles? Will hier eine Konfession noch linker sein als Die Linke und noch fortschrittlicher als die Grünen?

Ich selbst, das muß ich hier öffentlich eingestehen, bin weder schwul noch transsexuell. Ich weiß, das ist ein Makel, und manche Pfarrerin wird an dieser Stelle die Stirn runzeln. Aber es kommt noch schlimmer: ich lebe – als Mann! – seit über 30 Jahren mit einer Frau (!) zusammen. Dafür möchte ich mich, nach Lektüre des Positionspapiers ohnehin zerknirscht, ausdrücklich entschuldigen. Es hat sich halt so ergeben. Ich kann nichts dafür. Wenn ich gewußt hätte, wie wichtig es ist, schwul, lesbisch oder wenigstens transsexuell zu sein, hätte ich der evangelischen Kirche diesen Wunsch erfüllt. Bestimmt!

Aber kommen wir jetzt zu Günther Beckstein. Er hat schon 2009 Praeses der Synode werden wollen, ist damals aber durchgefallen. Ein Mann an der Spitze der Synode – das geht gar nicht. Immerhin wurde er, ein bißchen wohl aus Mitleid mit einem alten Mann, zum Stellvertreter von Katrin Göring-Eckardt gewählt.  Jetzt hat sich Beckstein nach dem Rücktritt von Göring-Eckardt erneut beworben – und ist wieder durchgefallen.

Das hat drei Gründe.

Erstens ist er immer noch ein Mann.

Zweitens ist er immer noch alt – sogar noch älter als bei seiner letzten Bewerbung.

Und drittens nimmt er kein Blatt vor den Mund. Er ist, wie man früher gesagt hätte, ein Franke „von altem Schrot und Korn“. Bei mehreren Gelegenheiten soll er sogar das „Positionspapier“, das fortschrittliche Protestantinnen so lieben, weil es die alternativen Lebensentwürfe heiligt, heftig angegriffen haben. Und mehr noch: er hat die evangelische Kirche aufgefordert, „frommer“ zu werden. Frommer! Ja, in welcher Welt lebt denn der alte Mann? Und dann spricht er auch noch von einer „Theologie der Energiesparlampe“ und macht sich frech über den Fortschritt lustig.

Das geht gar nicht!

Also haben die fortschrittlichen Synodalinnen und Synodalen ihn scheitern lassen und statt seiner – Irmgard Schwaetzer gewählt. Was ausgerechnet sie jetzt zu dieser Position besonders befähigen könnte, habe ich trotz mehrfacher Lektüre ihrer Biographie noch nicht herausgefunden.

Wahrscheinlich genügt es, daß sie evangelisch und – eine Frau ist.

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