Die liebe UNO und der böse Vatikan

Jetzt kommt ein Machtwort von den Vereinten Nationen – und die gesamte deutsche Presse folgt mit reißerischen Überschriften:

UN wirft Vatikan Verletzung von Kinderrechten vor (Rheinische Post)

Vatikan soll tausende pädophile Priester entlassen (N24)

UN-Ausschuss wirft Vatikan Verletzung der Kinderrechtskonvention vor (Neues Deutschland)

UN werfen Vatikan Vertuschung von Kindesmissbrauch vor (Reuters).

Die geifernden Kommentare dazu erspare ich dem Leser. Das Problem mit der behäbigen UNO ist auch in diesem Fall, daß sie (wie bei den meisten kriegerischen Konflikten auch) viel zu spät kommt.

Kindesmißbrauch ist nun wirklich keine Spezialität der katholischen Kirche, die Fälle in der Familie, in Sportvereinen usw. sind viel zahlreicher. Eines freilich stimmt: in der Kirche sind sie ganz besonders verwerflich. Aber was die UNO jetzt als Forderung mit Posaunentönen verbreiten läßt, ist schon unter Benedikt zu einem guten Teil verwirklicht und unter Franziskus fortgeführt worden.

Insofern beschreibt dieser UNO-Ausschuß „Für die Rechte des Kindes“ (Committee on the Rights of the Child), der nur dreimal im Jahr in Genf zusammentritt, einen Zustand, der mindestens zehn Jahre zurückliegt. Daß dieser Ausschuß den Vatikan gleichzeitig auffordert, seine Haltung zur Homosexualität zu ändern (was hat das mit den „Rechten des Kindes“ zu tun?), legt den Verdacht nahe, daß hier wieder einmal nur Ressentiments geschürt werden sollen.

Auf der Seite des Komitees (hier zu finden), auf der auch die 18 Mitglieder namentlich aufgezählt werden, läßt sich zum Beispiel feststellen, daß fünf von ihnen aus muslimischen Staaten (u.a. aus Saudi-Arabien) kommen, eines aus Rußland, und zwei weitere aus afrikanischen Ländern, in denen homosexuelle Handlungen streng bestraft werden.

Welches Recht gerade sie haben, der katholischen Kirche einen falschen Umgang mit Homosexualität vorzuwerfen, muß einmal gefragt werden.

Hier haben wir es, so scheint mir, mit einem Abgrund von Heuchelei zu tun.

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Führerkult um Erdogan

Er ist in den Augen seiner devoten Anhänger fast so etwas wie ein Heiliger, das kann man jedenfalls aus den Plakaten schließen, die Erdogan in Berlin entgegengehalten wurden: „Wir vertrauen auf Allah und auf Erdogan“, heißt es da. Oder „Wir sterben für dich, Erdogan!“

Der offizielle Name, mit dem er auf der Kundgebung im Berliner Tempodrom begrüßt wird, ist büyük lider, und auch wenn alle unsere Zeitungen das schamhaft (und falsch!) als „großer Meister“ übersetzen, so heißt es doch in Wirklichkeit „großer Führer“. Warum man das Wort „Führer“ hier so krampfhaft vermeidet, verstehe ich nicht ganz, denn Erdogan hat doch mit Hitler oder Kim Jong-Un kaum etwas gemein. Er ist einfach nur ein alternder Politiker, der immer starrsinniger und launischer wird.

Wenn ein großer Führer jemand ist, der blind ergebene Anhänger um sich schart, mag er einer sein. Aber ein leader im englischen Sinne des Wortes, eine große, demokratische Führungspersönlichkeit, ist er deshalb noch lange nicht.

Dazu ist er einfach zu großsprecherisch.

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Der Winkemann von Berwang: Überraschung im Morgengrauen

Na ja – das Morgengrauen war eigentlich schon vorbei, aber eine Überraschung war es schon: der Winkemann war heute morgen nicht allein!

Die Winkesaison 2013/14 war bis jetzt – seien wir ehrlich – ein bißchen monoton. Sie ist nur schleppend angelaufen und blieb bis heute im Grunde ohne Höhepunkte. Dabei hat er immer fleißig und ordentlich gewinkt, der Winkemann – also nichts gegen ihn! Aber man ist doch inzwischen ein bißchen verwöhnt und wartet auf das Besondere.

Und heute morgen war es da – in Gestalt des Einarmigen! Er ist natürlich nicht einarmig, aber er steht neben dem Winkemann und winkt immer nur mit einem Arm, und zwar auf der dem Winkemann abgewandten Seite. Schon seit ein paar Jahren macht er das immer einmal wieder – und erfreut damit die Zuschauer des Alpenpanoramas (immer gegen 8.33 Uhr auf 3sat).

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Die Türkei darf nicht EU-Mitglied werden

Endlich hört man einmal gute Nachrichten von der CDU. In ihrem Wahlprogramm für den Europawahlkampf will sie sich ausdrücklich gegen eine EU-Mitgliedschaft der Türkei aussprechen. In dem Entwurf heißt es klipp und klar:

Eine Vollmitgliedschaft der Türkei lehnen wir … ab.

Das ist eigentlich selbstverständlich, denn die Türkei gehört weder geographisch noch historisch noch geistesgeschichtlich zu Europa. Sie ist ein Land, zu dem wir gute Beziehungen haben können wie zu vielen anderen Ländern auf der Welt, aber die EU ist nun einmal eine europäische Union. Die Position von Außenminister Steinmeier, daß die Tür für die Türkei offenbleiben müsse, ist seine private Meinung, die von der übergroßen Mehrheit in Deutschland sicher nicht geteilt wird.

Außerdem müssen wir nun wirklich kein Land aufnehmen, das sich zu seinen Christen so feindselig und überheblich verhält wie die Türkei.

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Alice Schwarzer und das Konto in der Schweiz

Schadenfreude ist nicht die feinste aller menschlichen Regungen, aber sie kommt immer von Herzen. Das gilt ganz besonders in der causa Schwarzer.

Es ist ja nicht nur die Diskrepanz zwischen der herrischen (und oft gnadenlosen) Moralistin und der Tat, bei der man sie nun ertappt hat. Diese Konstellation kennt man, sie ist der Stoff vieler Komödien der Weltliteratur von Shakespeare über Molière bis Kleist. Immer wird der fromme Heuchler am Ende entlarvt und bietet auf der Bühne ein Bild des Jammers.

Aber darum geht es mir eigentlich in diesem Fall am wenigsten. Niemand ist gegen das Straucheln gefeit, und Menschen, die immer den ersten Stein werfen, verabscheue ich. Nein, es geht mir darum, wie ein Mensch reagiert, wenn er ertappt worden ist. Und da reiht sich Frau Schwarzer ohne jeden Abstrich in die lange Reihe ertappter Sünder ein, die uns in den letzten Jahren begegnet sind. Keiner von ihnen hat wirklich Reue gezeigt, sie haben alle geleugnet, laviert und sich als die eigentlichen Opfer dargestellt.

Auch Alice Schwarzer gibt auf ihrer Internetseite nur zu, was nicht mehr zu leugnen ist. Das Konto in der Schweiz war ein „Fehler“, sagt sie lapidar. Und fügt hinzu: „Inzwischen ist alles legal.“ Überhaupt war das Geld nur zu ihrer „Beruhigung“ da, falls „die Hatz gegen mich“ sie zur Auswanderung nötigen würde. „Ich war nachlässig“, schreibt sie.

Gegen sich selbst ist sie milde und nachsichtig.

Und dann geht sie in die Offensive. Die Veröffentlichung durch den Spiegel sei Teil einer Kampagne gegen sie, „Rufschädigung“ (als habe sie ihren Ruf nicht selbst geschädigt!) durch Medien, die ein „politisches Interesse“ daran hätten, ihr zu schaden.

Und ich frage mich, ob es ein Zufall ist, dass manche bei ihrer Berichterstattung über mich gerade jetzt auf Recht und Gesetz pfeifen? Jetzt mitten in der von EMMA angezettelten Kampagne gegen Prostitution, wo es um Milliarden-Profite geht. Bei der Jahrzehnte währenden Kritik von EMMA am Ehegattensplitting, mit dem Vater Staat die Hausfrauenehe mit Milliarden subventioniert. Oder auch nach so scharfen öffentlichen Kontroversen, wie im Fall Kachelmann.

Es ist schon mehr als abenteuerlich, wie schnell, wie fast übergangslos Alice Schwarzer von der Verteidigung auf Angriff umschaltet. Und es ist ein ausgesprochen absurder Angriff, der fast schon etwas Paranoides an sich hat. Welcher Mensch, der seine fünf Sinne noch beisammen hat, käme auf die Idee, die Enthüllung ihrer Steuersünde könnte etwas mit ihrem Kampf gegen Pornographie und Ehegattensplitting zu tun haben?

Das ist mehr als nur Ablenkung und Selbstüberschätzung. Da wird selbst das eigene Fehlverhalten noch für den politischen Kampf mißbraucht.

Also: wieder einmal jemand, dem ein mea culpa ohne Wenn und Aber nicht über die Lippen geht. Es hat in den letzten Jahren nur einen einzigen Menschen gegeben, der sich in einer solchen Situation vorbildlich verhalten hat: das war die Bischöfin Käßmann. Sie ist sofort von ihrem Amt zurückgetreten, und sie hat zu ihrer Schuld gestanden.

Und sie hat dabei einen schönen Satz gesagt: „Niemand kann tiefer fallen als in Gottes Hand.“

So etwas ist Alice Schwarzer natürlich fremd.

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Die subtile Diffamierung der AfD geht weiter – auch in der Presse

Eine neue Partei ist für die etablierten Parteien immer eine Bedrohung. Es gibt mehrere Strategien, gegen eine solche Bedrohung anzugehen, das weiß man aus der Anfangszeit der Grünen. Man kann die neue Partei schlicht ignorieren, man kann sie lächerlich machen, oder man unterstellt ihr böse Absichten. Alle diese Strategien sind zur Zeit nicht nur bei den alten Parteien im Schwange, sondern auch in der Presse.

Sehen wir uns einmal an, was die Welt über die Fortsetzung des Europaparteitags der Alternative für Deutschland (AfD) in Berlin so alles bemerkt (hier nachzulesen).

Schon in der Überschrift ist von „Wut-Parolen“ die Rede. Eine Lehrerin aus der Nähe von Augsburg will „den Lobbyismus in Brüssel bekämpfen“ und auch die Bankenunion, denn „von der sei nichts Gutes zu erwarten.“ Das alles schreiben zwar auch die Redakteure der Welt, aber wenn eine AfD-Kandidatin dasselbe sagt, scheint es auf einmal einen hautgout zu haben. Die Lehrerin ist auch gegen die Beeinflussung von Schülern, denen man beibringe, daß es ohne Euro kein stabiles Europa gebe. Dagegen „wettert“ sie – auch das ein typisches Unwort, mit dem man Andersdenkende lächerlich machen will, denn einen, der „wettert“, muß man nicht ernstnehmen.

Dann folgende Beobachtung:

Die meisten, die sich vorstellen, haben drei und mehr Kinder. Bei den Mitgliedern kommt das gut an.

Wirklich? Ja, schreibt man denn nicht auch in der Welt immer wieder, wie wichtig es angesichts der demographischen Entwicklung ist, daß mehr Kinder geboren werden? Aber es scheint doch ein großer Unterschied zu sein, ob das ein Welt-Redakteur sagt oder ein Kandidat der Alternative für Deutschland.

Dann eine besonders aufregende Beobachtung:

Wer durch die Reihen schaut, sieht viele ältere Gesichter. Die Männer tragen Krawatte, die Frauen Kostüm. Sie alle stammen aus bürgerlichen bis gutbürgerlichen Milieus.

Unglaublich. Ältere Gesichter! Männer mit Krawatte! Frauen im Kostüm! Bürgerliche Herkunft! Das alles gibt es in der Welt-Redaktion natürlich nicht, man beschreibt es wie der Ethnologe, der in Afrika zum ersten Mal auf die Himba stößt.

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Zigeuner

Schon diesen Namen zu gebrauchen, führt in ein ideologisches Minenfeld. „Zigeuner“ – das sagt man einfach nicht, das Wort steht in einer Reihe mit Neger, Lappe oder Eskimo. Es ist aber nun einmal so, daß viele dieser Namen, obwohl sie zum Teil pejorativ gebraucht werden, immer noch unersetzliche Oberbegriffe sind. Wer auf sie aus historischen oder ideologischen Gründen verzichten will, muß auf absurde Wortkonstrukte zurückgreifen: aus den Eskimos werden dann, ganz und gar nicht im Sinne vieler Angehöriger dieses Volkes, Inuit, die Lappen werden zu Samen – und die Zigeuner?

Sie sind „Sinti und Roma“ (da muß ich also, wenn ich ein Individuum bezeichnen will, vorher wissen, ob er zu den Sinti oder den Roma gehört!), und weil in polizeilichen Protokollen selbst das schon als diskriminierend gilt, tauchen dort Bezeichnungen wie „gewöhnlich umherziehende Personengruppe“ auf. Daß viele Zigeuner sich selbst „Zigeuner“ nennen, interessiert den fortschrittlichen, politisch korrekten Ideologen von heute überhaupt nicht.

Das alles ist, mit einem Wort, ein einziges Narrenhaus.

Die Zigeuner (ich lasse mir dieses Wort im übrigen schon deshalb von niemandem verbieten, weil es dafür keinen vernünftigen Ersatz gibt) haben mittlerweile eine erstaunlich emsige und überall präsente Lobby, allen voran der „Zentralrat deutscher Sinti und Roma“ von Romani Rose, der zurecht vor Jahrzehnten die Ausrottungspolitik der Nationalsozialisten gegen die  Zigeuner ins öffentliche Bewußtsein gebracht hat.

Anders sieht es freilich mit selbstkritischen Einsichten aus. Daß die Vertreter der Zigeuner auch einmal öffentlich über eigene Defizite nachdenken, kommt praktisch nicht vor. Es ist ja keineswegs „Antiziganismus“ (im übrigen eines dieser modernen Dummwörter wie „Islamophobie“ oder „Homophobie“), wenn man auf die schwerreichen Clanchefs etwa in Rumänien hinweist, die ihre Kinder zum Stehlen und die Töchter zum Anschaffen schicken. Der Wiener Sozialpädagoge Norbert Ceipek hat darüber geforscht, und die F.A.Z. hat ausführlich über dieses System berichtet (hier nachzulesen).

Am Freitag hat Rupert Neudeck, der gewiß jeder Art von Diskriminierung unverdächtig ist, in einem für die F.A.Z. geschriebenem Beitrag („Fremde Federn“) ähnliche Erfahrungen beschrieben. Wer als Deutscher über Zigeuner schreibt (wie etwa der Journalist Rolf Bauerdick) wird von deren Verbänden sofort als „Nazi“ beschimpft. Auch Neudeck selbst, der seine Erfahrungen aus dem Kosovo kommentierte, wurde sofort zum Opfer von organisierten Leserbriefkampagnen. Die Roma, schreibt er,

sind das privilegierte Opfer einer fehlgeleiteten Entwicklungspolitik, die meint, mit Geld und guten Gaben ließe sich ein Problem lösen.

Und er fügt hinzu:

Die große Mehrheit der Organisationen, die für Roma etwas tun, tun das mit Mitteln des eigenen Staates oder der EU, deren Subventionen am leichtesten fließen, wenn sich am Elendszustand der bemitleideten Menschen wenig ändert. Diese Menschen sind deshalb oft überbeschützt oder „overaided“, wie man heute sagt.

Als es darum ging, Baumaterial für den Wiederaufbau ihrer Häuser im Kosovo zu bekommen, wurden die Aschkali von einem großen Pulk von Hilfsorganisationen in „sehr teuren Autos“ begleitet und hielten es für selbstverständlich, daß sie als unterdrückte Aschkali eine Sonderbehandlung erfahren müßten.

Also: nicht mit Entwicklungshilfe überhäufen und überbeschützen, sondern auch fordern, sagt Neudeck. Seine Hoffnung freilich, daß sich irgendwann „eine junge Roma-Elite“ bildet (in Ungarn soll es erste Ansätze dazu geben), wird wohl nicht so bald in Erfüllung gehen.

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Der herzensgute Janukowitsch

Da ist doch in der Ukraine ein gewisser Dmitro Bulatow, ein Aufrührer durch und durch, von den Spezialeinheiten des Präsidenten ein bißchen unsanft behandelt worden. Na und? Soll man solche Burschen mit Glacéhandschuhen anfassen?  Hätte ja kein Aufrührer werden müssen, der Halunke! Außerdem übertreibt er maßlos: wäre er nämlich wirklich schwer verletzt gewesen, als die Spezialisten ihn aus dem Auto geworfen haben, hätte er es doch niemals bis zum nächsten Dorf geschafft.

Weil er ein gemeiner Aufrührer ist, muß er sich natürlich vor Gericht verantworten. Da helfen ihm die paar Wunden auch nicht. Aber der Präsident hat in seiner Güte beschlossen, daß Bulatow – „aus Rücksicht auf seine Verletzungen“ – erst einmal nur Hausarrest bekommt.

Ist eben ein herzensguter Mensch, der Janukowitsch!

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Dschungelcamp: Stern-Redakteure auf Zeitreise in die eigene Kindheit

Man nennt das Regression. Zum Beispiel, wenn erwachsene Menschen sich auf einmal wieder wie Kinder verhalten. Auf Focus Online ist das gang und gäbe – aber auch beim Stern führt das Dschungelcamp zu schweren journalistischen Verhaltensstörungen. Ein paar Beispiele aus den jüngsten Berichten mögen genügen:  

Tanja Schumann verkörpert keinerlei Tugenden, die eine Dschungelkönigin mitbringen sollte.

Klar, die Sendung braucht Drama.

Nicht einmal ein Tobsuchtsanfall des Dschungeloldies kann ihren Höhenflug stoppen.

Der alternde Schauspieler sieht nach elf Tagen Dschungel aus wie ein feuchter Laubhaufen. Er bewegt sich auch so. Als Larissa ihn verbrühte, durchfuhr den alten Marlboro-Mümmler jedoch ein Tornado, dass es nur so staubte.

Egal, was verlangt wird, sie tut es, ohne viel Geschiss zu machen. Sie ist die perfekte Kombination.

Harte Worte waren das aus dem Mund des Kummerkastens, der durch keine Tür passt, aber normalerweise im Wollwaschgang argumentiert.

Gabby zog ihr doppeltes Spiel so dämlich durchschaubar auf, dass selbst die schlimmsten Sadisten draußen an den Telefonen ihren Spaß daran verloren.

Winfried konnte erst nicht aufs Klo, und jetzt kommt er nicht mehr runter. Mittelmaß ist nicht sein Ding.

Och nee, wieder so eine vollbusige Unbekannte, die sich unglaublich anstellt, ständig nackt durchs Camp rennt und jeden Abend irgendwelche „Geständnisse“ aus ihrem „früheren Leben“ macht.

Klopf, klopf, klopf. Ja, wer ist denn da? Der Jürgen. Hallo Jürgen! Was hast du uns denn heute mitgebracht?

Eine waschechte Jägerin haut eben so schnell nichts um.

Winfried wird indes seine ganz persönliche Geschichte vom alten Mann und dem Teer weiterspinnen und seine besondere Hassliebe zu Larissa pflegen. Die schleuderte dem Verdauungsgeplagten gestern einen fäkalischen Fluch entgegen, der sich untenrum gewaschen hatte.

Also, wenn man das liest, gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: entweder diese „Redakteure“ (es sind wirklich welche!) benötigen dringend die professionelle Hilfe eines Therapeuten – oder sie spielen nur die Kleinkinder, um sich beim prekären Publikum anzubiedern, mit anderen Worten: um die Auflage zu steigern.

Ich weiß nicht, welche der beiden Möglichkeiten die schlimmere ist.

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Der Winkemann winkt – und das Schwarze Meer blinkt!

Eine kleine Sensation im Alpenpanorama von 3sat – diesmal nicht vom Winkemann, der auch heute wieder gewohnt professionell neben der Bergstation der Sonnalmbahn von Berwang seine Pflicht getan hat. Nein, die große Überraschung war die letzte Kamerafahrt am Ende jeder halben Stunde. Viele Jahre lang waren da Orte am Mittelmeer zu sehen (Spanien, Kroatien), hin und wieder auch Budapest. Seit einiger Zeit ist es Genf – leider eine dröge Angelegenheit, denn durch die Position der Kamera und die Richtung des Schwenks erscheint die Stadt bei jedem Wetter grau und unansehnlich – man ist froh, wenn alles vorbei ist.

Heute nun die Überraschung: nach Genf kommt – der subtropische Strand von Sotschi! Auch wenn es nur eine vorübergehende Hommage an die Stadt der Olympischen Winterspiele ist, man freut sich über die Abwechslung. Über die Bebauung freilich muß man hinwegsehen: eine Art Stadtautobahn, häßlich und brutal in die schöne Landschaft gebaut, führt direkt am Strand vorbei.

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