Dschungelcamp: Stern-Redakteure auf Zeitreise in die eigene Kindheit

Man nennt das Regression. Zum Beispiel, wenn erwachsene Menschen sich auf einmal wieder wie Kinder verhalten. Auf Focus Online ist das gang und gäbe – aber auch beim Stern führt das Dschungelcamp zu schweren journalistischen Verhaltensstörungen. Ein paar Beispiele aus den jüngsten Berichten mögen genügen:  

Tanja Schumann verkörpert keinerlei Tugenden, die eine Dschungelkönigin mitbringen sollte.

Klar, die Sendung braucht Drama.

Nicht einmal ein Tobsuchtsanfall des Dschungeloldies kann ihren Höhenflug stoppen.

Der alternde Schauspieler sieht nach elf Tagen Dschungel aus wie ein feuchter Laubhaufen. Er bewegt sich auch so. Als Larissa ihn verbrühte, durchfuhr den alten Marlboro-Mümmler jedoch ein Tornado, dass es nur so staubte.

Egal, was verlangt wird, sie tut es, ohne viel Geschiss zu machen. Sie ist die perfekte Kombination.

Harte Worte waren das aus dem Mund des Kummerkastens, der durch keine Tür passt, aber normalerweise im Wollwaschgang argumentiert.

Gabby zog ihr doppeltes Spiel so dämlich durchschaubar auf, dass selbst die schlimmsten Sadisten draußen an den Telefonen ihren Spaß daran verloren.

Winfried konnte erst nicht aufs Klo, und jetzt kommt er nicht mehr runter. Mittelmaß ist nicht sein Ding.

Och nee, wieder so eine vollbusige Unbekannte, die sich unglaublich anstellt, ständig nackt durchs Camp rennt und jeden Abend irgendwelche „Geständnisse“ aus ihrem „früheren Leben“ macht.

Klopf, klopf, klopf. Ja, wer ist denn da? Der Jürgen. Hallo Jürgen! Was hast du uns denn heute mitgebracht?

Eine waschechte Jägerin haut eben so schnell nichts um.

Winfried wird indes seine ganz persönliche Geschichte vom alten Mann und dem Teer weiterspinnen und seine besondere Hassliebe zu Larissa pflegen. Die schleuderte dem Verdauungsgeplagten gestern einen fäkalischen Fluch entgegen, der sich untenrum gewaschen hatte.

Also, wenn man das liest, gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: entweder diese „Redakteure“ (es sind wirklich welche!) benötigen dringend die professionelle Hilfe eines Therapeuten – oder sie spielen nur die Kleinkinder, um sich beim prekären Publikum anzubiedern, mit anderen Worten: um die Auflage zu steigern.

Ich weiß nicht, welche der beiden Möglichkeiten die schlimmere ist.

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