Wo bleibt der Winkemann von Berwang?

Die Wintersaison 2014/15 fängt nicht gut an in Berwang.

Die Schneehöhe an der Bergstation scheint zwischen fünf und zehn Zentimetern zu liegen. Deshalb ist der Beginn der Saison vom 13. auf den 19. Dezember und dann um einen weiteren Tag verschoben worden. Es liegt aber so wenig Schnee, daß der Betrieb nur „für Fußgänger“geöffnet ist.

Gestern war die Kamera so von Schnee bedeckt, daß man praktisch nichts gesehen hat, und heute – ja, heute war zwar schönstes Wetter, die Schneekanone war in Betrieb, und wer war nicht da? Der Winkemann.

Liegt es daran, daß die Sonnalmbahn ihren Betrieb jetzt erst um 10 Uhr beginnt? Ich weiß es nicht.

Ich weiß nur (um Loriot abzuwandeln): ein Winter ohne Winkemann ist möglich, aber sinnlos.

Veröffentlicht unter Fernsehen und Presse, Sonstiges | Schreib einen Kommentar

Putin schreckt vor nichts zurück

Die alte Weisheit „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s gänzlich ungeniert“ gilt ganz besonders für Wladimir Wladimirowitsch Putin. Nachdem er sich in der causa Ucrainica gleich mehrfach über das Völkerrecht hinweggesetzt hat, gibt es für ihn offenbar keine Grenzen des Rechts und des Anstands mehr.

Jetzt hat er eine russsiche Regierungskommission für die Ostukraine eingerichtet: das ist ein neuer Verstoß gegen das Völkerrecht, denn Rußland maßt sich damit hoheitliche Befugnisse in einem souveränen Nachbarland an.

Deshalb müssen die Sanktionen der EU und der USA möglichst schnell in Kraft gesetzt werden.

Putin, das wird immer klarer, gehört (wie Mugabe und andere) in die Riege jener Politiker, die in den eigenen Untergang am liebsten ihr ganzes Land mitnehmen würden – aber das ist das Problem des russischen Volkes. Wenn es den mehrfachen Bruch des Völkerrechts seines Präsidenten billigt, muß es auch die Folgen tragen.

Veröffentlicht unter Politik | Schreib einen Kommentar

Steinmeier beschwichtigt – und Putin führt seinen Ausrottungsfeldzug gegen die Opposition weiter

Steinmeier, das weiß jeder, ist ein alter „Schröder-Mann“. Und Schröder ist bis heute ein unerschütterlicher Putin-Freund.

Jetzt hat Steinmeier, der lange den Eindruck erweckt hatte, wie die Kanzlerin hinter den Sanktionen gegen Putin zu stehen, seine wahre Meinung ausgesprochen. Er habe die Sorge, sagte er, daß Rußland destabilisiert werde, falls Europa die Sanktionen nicht lockere.

Es geht hier also nicht etwa darum, daß Steinmeier keine neuen Sanktionen will – nein: es geht ihm darum, die schon bestehenden Sanktionen wieder aufzuheben, damit Rußland nicht „destabilisert“ wird. Daß Putin die Ukraine überfallen, die Krim gestohlen und den Osten der Ukraine immer weiter destabilisert hat, daß er seine Unterstützung der Banden in der Ostukraine bis heute um keinen Deut verringert, ist offenbar gleichgültig.

Die Ukraine zählt wenig im großen außenpolitischen Spiel – jedenfalls viel weniger als Rußland.

Das Signal, das jetzt auch von Steinmeier kommt, kann man nur so interpretieren: wenn ein großes Land über ein kleines Land herfällt, ist die Staatengemeinschaft zwar ein bißchen ungehalten, aber lange ungehalten ist sie nicht. Rußland ist eben ein großes Land. Da ist man schnell milde gestimmt – bei Rußland sowieso, gell, Herr Steinmeier?

Daß in Rußland, was die Demokratie betrifft, Friedhofsruhe herrscht, interessiert den deutschen Außemminister nicht. Daß Putin in Tschetschenien eines des brutalsten Regime der Welt etabliert hat – egal! Daß er Georgien militärisch angegriffen und Teile davon, nämlich Abchasien und Südossetien, aus dem georgischen Staatsgebiet herausgerissen und sofort diplomatisch anerkannt hat (dasselbe Vorgehen wie später bei der Krim!) – das alles ist Steinmeier wurscht.

Er ist eben ein in der Wolle gefärbter Schröder-Mann, und selbst wenn Putin ihn ein ums andere Mal desavouiert und sich darüber im Kreml ins Fäustchen lacht („die dummen Deutschen!“), wenn Putin schließlich auch noch den populärsten seiner Kritiker, Alexej Nawalny, verhaften läßt – das ändert nichts an Steinmeiers Schmusekurs.

Für fünf Jahre hat ein „unabhängiges Gericht“ von Putins Gnaden soeben Nawalny ins Straflager geschickt: wegen „Unterschlagung von Holz“ – eine weitere Verhöhnung des Angeklagten.

Und da macht sich Steinmeier Sorgen, man könne Putins Regime „destabiliseren“?

Veröffentlicht unter Politik | Schreib einen Kommentar

RWE – Werbelyrik für Doofe

„Sind wir Deutschen eigentlich verrückt geworden?“

Das frage nicht ich – das fragt der Energiekonzern RWE in einer F.A.Z.-Beilage zu den „Erneuerbaren Energien“.

Und er gibt natürlich gleich die lyrische Antwort darauf, frisch aus seiner Werbeabteilung:

Ist es verrückt, an eine saubere, sichere und bezahlbare Energiezukunft zu glauben? Aus Überzeugung und mit echtem Pioniergeist packen viele Menschen in unserem Land schon heute die Energielösungen von morgen an. Und mal ehrlich: wäre es nicht viel verrückter, das nicht zu tun?

Also, liebe RWE: auf den ganzen Unfug mit den „erneuerbaren“ Energien zu verzichten, das wäre ganz und gar nicht verrückt, es wäre im Gegenteil – vernünftig. Denn fast alles, was heute unter den Marketingparolen „erneuerbar“, „nachhaltig“ und „bio“ (etwa beim „Bio-Diesel“) angepriesen wird, ist nichts als Etikettenschwindel:

  • Windräder mit seltenen Erden, bei deren Gewinnung in China ganze Landstriche vergiftet werden (damit wir im Westen ein gutes „grünes“ Gewissen haben)
  • brandgefährliche und dazu auch noch giftige Dämmplatten, die von außen auf schöne und oft unersetzliche Hausfassaden aufgeklebt werden
  • die großflächige Zerstörung unserer Naturlandschaften durch gewaltige Stromtrassen, Windkraftanlagen und – am schlimmsten! – durch Mais- und Rapsmonokulturen (unter dem donnernden Applaus von Grünen und „Naturschutzverbänden“ – diese ab jetzt bitte immer in Anführungszeichen setzen!)
  • die Dezimierung gefährdeter Arten (Großtrappe, Rotmilan, Fledermäuse), die von den Rotoren zerfetzt werden
  • die Vernichtung der schönsten Dorf- und Stadtbilder durch Photovoltaikanlagen auf den Dächern usw. usf.

Wenn man statt seines Gefühls den Verstand einschalten würde, käme selbst ein nur durchschnittlich vernunftbegabter homo sapiens zu einem vernichtenden Urteil über diese „Energiewende“.

Wenn man freilich mit der Doofheit der Menschen Geld machen will, sieht die Sache anders aus.

Veröffentlicht unter Natur, Windkraftanlagen | Schreib einen Kommentar

Neue Heldentaten im Namen Allahs

Pakistanische Muslime haben heute über 120 Schulkinder getötet. Sie haben das, wie immer, im Namen Allahs und des Propheten getan. Alle Muslimverbände der Welt werden sich wieder davon distanzieren und beteuern, daß echte Muslime so etwas niemals tun würden. Sie werden sagen, daß die Täter gar keine Muslime seien, weil der Islam eine Religion des Friedens und der Toleranz sei.

Aber: das eine sind Worte, das andere sind Taten.

Die Worte der Islamverbände können nicht ein einziges der pakistanischen Kinder wieder lebendig machen. Und die Menschen – nicht nur in Deutschland – sind es leid, statt echter Anteilnahme immer nur Ausflüchte und Sprüche zu hören.

Die Menschen in Deutschland wollen, daß die Muslime endlich damit beginnen, die Mörderbrut in ihren eigenen Reihen als das zu bezeichnen, was sie ist: eine gewöhnliche Mörderbrut. Und sie sollten auch einmal darüber nachdenken, ob nicht der Keim für alle diese Untaten letztlich doch im Islam selbst angelegt ist.

Wer von den Christen ein Schuldeingeständnis für die Kreuzzüge des Mittelalters verlangt, muß auch die schwerwiegende (und viel aktuellere) Schuld der eigenen Glaubensgenossen akzeptieren. Sonst darf er sich nicht wundern, daß die Demonstrationen gegen die Islamisierung Europas in Dresden und anderswo immer kraftvoller werden.

PS: Der oberste Gelehrte von Kairos Al-Azhar-Universität, die zumindest den sunnitischen Islam verbindlich auslegt, hat soeben die Terrorbanden des „Islamischen Staats“ als „zionistische Verschwörung“ bezeichnet, die nur dazu da sei, die arabische Welt auf die Knie zu zwingen. Einen schlagenderen Beweis für den geistigen und moralischen Niedergang des Islam kann es nicht geben.

Veröffentlicht unter Islam, Politik | Schreib einen Kommentar

Putin – der Freund von alten Kommunisten und neuen Nazis

Daß die Linke – wenn überhaupt! – Putin für seine (ethnisch verbrämten) Angriffskriege in Georgien und der Ukraine nur milde tadelt und alle Schuld dem Westen gibt, versteht man noch. Er ist eben russischer Präsident und damit letztes Glied in einer Ahnenkette, die von Lenin über Stalin, Chruschtschow und Breschnew bis  – eben zu Putin führt. Natürlich ist er mit keinem seiner Vorgänger vergleichbar, das ist eine Binsenweisheit. Aber ein paar Gemeinsamkeiten sind schon da: vor allem die völlige Mißachtung des Völkerrechts, das Angriffskriege verbietet und allen souveränen Staaten (auch denen, die zu ihrem Leidwesen an Rußland grenzen) das Recht gibt, über ihre Angelegenheiten selbst zu entscheiden.

Viel interessanter ist aber, daß Putin im Westen immer mehr Rechtsextreme an sich bindet (die im eigenen Land läßt er ohnehin gewähren). Da scheint es eine Affinität zu geben, die historisch nicht so recht erklärbar ist. Die Fakten sind jedoch eindeutig: Putin unterstützt (wie im Fall Le Pen) die Bauernfänger am rechten Rand in den EU-Ländern nach Kräften. Daß er dabei nur die Destabilisierung der EU im Auge hat, wie manche Zeitungen schreiben, glaube ich nicht. Das ist nur ein Teil seiner Ideologie. Die Sache geht viel tiefer: Putin unterstützt von Herzen (also keineswegs nur aus taktischen Gründen) alles, was nicht demokratisch ist. Die Demokratie, die er jetzt wieder „westlich“ nennt (als ob es auch noch eine andere gäbe!), ist zu seinem persönlichen Feindbild geworden. Damit ist er zu seinen sowjetischen Wurzeln zurückgekehrt – nur den Kommunismus hat er leider entsorgen müssen.

Gerade darin liegt (ich habe es schon mehrmals geschrieben) die Gefahr, die von diesem Mann ausgeht. Selbst der mächtigste Generalsekretär der KPdSU war ins Politbüro und in seine Partei eingebunden – Putin ist es nicht mehr. Er ist im eigentlichen Sinne des Wortes zu einem Alleinherrscher geworden. Die Opposition, die kritische Presse, die unabhängige Justiz hat er weitgehend ausgeschaltet, und jeder, der gegen ihn ist, wird zum „Agenten“ aus dem feindlichen Ausland erklärt und verfolgt.

Das alles natürlich mit der Unterstützung der staatshörigen Russisch-Orthodoxen Kirche.

Es ist höchste Zeit, daß den immer enger geknüpften Verbindungen Putins zu den europäischen Rechtsradikalen einmal gründlich nachgegangen wird: nicht nur denen zur Front National, sondern auch zur ungarischen Jobbik-Partei und der britischen UKIP, deren Chef, Nigel Farage, ein glühender Putin-Bewunderer ist. Das sind sicher nicht die einzigen Beispiele.

Die Liebe ist im übrigen gegenseitig, was man in jedem beliebigen Internetforum nachlesen kann. Die Schnittmenge zwischen dem rechtsextremistischen Lager und den Putinfreunden wächst von Tag zu Tag.

Veröffentlicht unter Politik | Schreib einen Kommentar

Der „Friedenswinter“ wäscht Putin weiß

So genau weiß ich immer noch nicht, aus welcher trüben Ecke diese Organisation kommt. Wenn man aber das Manifest von „Friedenswinter“ liest, wird zumindest eines klar: alles Böse auf der Welt kommt vom Westen (NATO, USA, Gauck), und das Opfer der westlichen Kriegstreiber ist der arme, friedensbewegte Putin.

Auf der heutigen Demonstration in Berlin (hier nachzulesen) stand auf Plakaten zum Beispiel „Stahlhelm ab, Herr Gauck! oder „USA-Agent Gauck“.

„Der größte Aggressor ist die Nato, das gefährlichste Land ist die USA“, sagt eine aufgebrachte Teilnehmerin. Sie wirft den Medien eine einseitige Berichterstattung vor. Zwar sei auch Putin „ein Schwergewicht“, trage aber dennoch zur Deeskalation im Konflikt bei.

Was soll man dazu noch sagen? Vielleicht könnte Eugen Drewermann, der sich mit dem „Friedenswinter“ solidarisiert, seine tiefenpsychologischen Kenntnisse einbringen, damit man den Schmarrn dieser Teilnehmerin wenigstens versteht. Aber dazu wird es nicht kommen. Drewermann selbst hat nämlich die Dummheit dieser Gruppe auf die Spitze getrieben:

Die Nato ist das aggressivste Bündnis aller Zeiten.

Wo Putin so weißgewaschen wird, daß er fast wie ein goldglänzendes Engelein dasteht, darf natürlich die Linke nicht fehlen. Sahra Wagenknecht hat den Aufruf zur Demo mit unterschrieben, und zwei Bundestagsabgeordnete der Linken marschieren leibhaftig mit: Diether Dehm, über den man einiges in der Wikipedia nachlesen kann, und Ulla Jelpke, die zwar nur „beobachten“ will, sich ansonsten aber gut in diesen merkwürdigen Haufen einfügt:

Sie findet, dass vor allem die Nato „angegriffen werden muss“. Diese dränge zunehmend an die Grenzen Russlands. Für sie steht fest: „Ich sehe keinerlei Aggressionen durch Putin oder durch Russland.“

Daß die Moderatorin auf der Bühne eine Reporterin des russischen Propagandasenders RT Deutsch ist, ist da eigentlich gar nicht mehr der Rede wert.

Veröffentlicht unter Fernsehen und Presse, Politik, Sonstiges | Schreib einen Kommentar

Der Winkemann muß noch ein Weilchen warten

Ich war sicher nicht der einzige, der heute morgen im Alpenpanorama von 3sat mehr als enttäuscht war, als er die Bergstation der Sonnalmbahn von Berwang dunkel und wie tot hat stehen sehen.

Die unten eingeblendete Laufschrift brachte dann die Gewißheit: der Beginn der Skisaison ist wegen zu dünner Schneedecke auf den 19. Dezember verschoben worden.

„Voraussichtlich“ – vielleicht kann es also sogar noch länger dauern, bis der Winkemann endlich wieder winken darf.

Veröffentlicht unter Fernsehen und Presse, Sonstiges | Schreib einen Kommentar

Der BUND vor der Zerreißprobe: Windkraftlobby gegen Naturschutz

Lange hat der BUND so getan, als gebe es in seinen Reihen nur energische Befürworter der Windkraft. Seine Führungsriege redete schon wie die Kanzlerin: zur Windkraft gebe es eben keine Alternative. So ist der BUND in kurzer Zeit von einem Verband für Umwelt und Naturschutz zu einem eilfertigen Lobbyverband für die Windkraft-Industrie geworden. Ausgerechnet ein Naturschutzverband spielt also die Gefahren, die der Natur durch Windkraftanlagen entstehen, demagogisch herunter. Die BUND-Führung redete alles klein, was gegen die Windkraft sprach, und schien nur noch aus wirtschafts- und politiknahen Lobbyisten zu bestehen.

Aber diese scheinbare Einigkeit hat Risse bekommen. Gestern abend ist der Landeschef des BUND Rheinland-Pfalz, Harry Neumann, zurückgetreten. Was war geschehen?

Neumann war zwar auch grundsätzlich für die Windkraft, er kämpfte aber kompromißlos gegen Windräder „in sensiblen Gebieten“ und tat sich dabei auch mit Bürgerinitiativen zusammen. Fragen des Arten- und Naturschutzes würden bei der Ausweisung von Windkraftgebieten vernachlässigt (hier nachzulesen).

Das ist doch, sollte man denken, eine vernünftige und angesichts der brutalen Eingriffe der Windkraftindustrie in unsere Landschaften eine eher moderate Einstellung. Aber weit gefehlt! Neumann wird innerhalb des Landesvorstands angegriffen und an den Rand gedrängt. Die Siegener Zeitung schreibt über seine Reaktion:

Exponenten des BUND unterstellt er Doppelmoral. Einige seien Amts- und Funktionsträger von Parteien oder Industrie- und Lobbyverbänden, Bürgerinitiativen gegen Windkraft an sensiblen Standorten würden mundtot gemacht.

Das ist angesichts der skandalösen Einseitigkeit des BUND (und anderer Verbände!) zulasten der Natur nichts anderes als eine solide Zustandsbeschreibung. Parteienvertreter betrachten die großen Verbände, die früher einmal Naturschutzverbände waren, als eine Art Beute, Lobbyisten haben leichtes Spiel.

Aber Moment! Hören wir doch erst einmal Neumanns Stellvertreterin, Heidelind Weidemann:

Lobbyisten haben wir im Vorstand nicht.

Wie kommt es dann, frage ich, daß Matthias Boller, der Schatzmeister des Verbandes, gleichzeitig stellvertretender Landesvorsitzender des Bundesverbands Windenergie ist?

PS:  Enoch zu Guttenberg, neben Grzimek, Weinzierl und Gruhl einer der Mitbegründer des BUND hat „seinen“ Verband schon vor zwei Jahren verlassen, mit Trauer und Wut im Bauch. Sie können seine Argumente hier nachlesen.

Veröffentlicht unter Die grüne Bewegung, Natur, Windkraftanlagen | Schreib einen Kommentar

Die „verlorene Unschuld“ der AfD

Die AfD hat heute bei einer Mißtrauensabstimmung im EU-Parlament gegen die Kommission unter Jean-Claude Juncker gestimmt. Der Mißtrauensantrag war vor allem gegen Juncker selbst und seine noch noch undurchsichtige Rolle in der Steueraffäre in Luxemburg gerichtet. Das Europäische Parlament solle der Kommission das Mißtrauen aussprechen, denn (so der Wortlaut des Antrags in Auszügen) es

vertritt die Ansicht, dass der Umstand, dass der Präsident der Kommission, Jean-Claude Juncker, in dem Zeitraum, in dem die betreffenden Vereinbarungen abgeschlossen wurden, Premierminister war, ihn direkt für diese Politik der Steuerumgehung verantwortlich macht;

ist der Auffassung, dass es inakzeptabel ist, dass eine Person, die für diese aggressive Politik der Steuerumgehung verantwortlich war, das Amt des Präsidenten der Europäischen Kommission bekleiden soll;

bekräftigt, dass es kein Vertrauen in Jean-Claude Juncker als Präsidenten der Kommission und als Vertreter der Europäischen Union gegenüber den Bürgern hat.

Für diesen (natürlich abgewiesenen!) Antrag hat, wie gesagt, auch die AfD gestimmt – zusammen mit anderen EU-kritischen Fraktionen. Weil darunter aber auch die Gruppen um Marine Le Pen und Nigel Farage waren, hat die AfD jetzt „ihre politische Unschuld verloren“. Das meint zumindest Herbert Reul, der Vorsitzende der CDU/CSU-Gruppe im Europäischen Parlament:

Die AfD hat bei der Abstimmung gezeigt, welch Geistes Kind sie ist.

Ganz abgesehen von der Verhunzung des schönen Ausdrucks „wes Geistes Kind“ stellt sich hier die Frage, ob man neuerdings gegen seine Überzeugung abstimmen muß, nur weil andere so oder anders stimmen. Das ist, mit Verlaub, eine absurde Forderung.

Etwas ganz anderes wäre eine politische Zusammenarbeit. So etwas erlauben sich freilich im Moment nur die die Grünen und die SPD, die mit der Nachfolgepartei der SED sogar eine Regierung bilden.

Veröffentlicht unter Politik | Schreib einen Kommentar