Der tschechische Kardinal Duka – wirklich ein feiner Christenmensch

Dominik Kardinal Duka, der Erzbischof von Prag, hat sich in einem Interview (hier nachzulesen) ausdrücklich hinter die flüchtlingsfeindliche und unchristliche Politik der Visegrad-Gruppe (Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn) gestellt.

Ein Kernsatz des frommen Mannes:

Mitgefühl und Emotion ohne vernünftiges Verhalten führen in die Hölle.

Ja, muß dann unsere Kanzlerin jetzt zur Hölle fahren? Mitsamt den Zehntausenden ehrenamtlichen Helfern, die sich um die Kriegsflüchtlinge kümmern? Oder muß nicht doch eher der tschechische Kardinal zur Hölle fahren?

Wer weiß das schon.

Tschechien, sagte der Erzbischof, verfüge „weder über genügend Lehrer noch ausreichend Dolmetscher“. Tschechien sei „nicht in der Lage, viele Flüchtlinge aufzunehmen“, betonte Duka.

Wir haben hierfür keine Tradition und auch keine Leute, die mit den Flüchtlingen kommunizieren könnten.

Ach, Tschechien kann also „nicht viele Flüchtlinge“ aufnehmen? Die Wahrheit ist: es hat keinen einzigen aufgenommen, und der fromme Mann rechtfertigt das auch noch.

Interessieren würde mich einmal, was Papst Franziskus zu einem solchen Hirten sagt.

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Kanzler Faymann zurückgetreten – kein Platz mehr für ihn im mikl-leitnerischen Österreich

Der österreichische Bundeskanzler Faymann ist zurückgetreten. Eine Überraschung ist das nicht.

Ich sehen morgens um neun immer die ZIB (die österreichische Tagesschau), und da war vom Kanzler seit langem kaum mehr die Rede – als gäbe es ihn gar nicht mehr. Das einzige Gesicht, das sich immer bereitwililg vor jede Kamera stellte, war das der unsäglichen und rabiaten Innenministerin Mikl-Leitner, die übrigens vorher als Unternehmensberaterin und Trainee für die Wirtschaft tätig war. Sie hat Österreich (wenn nicht das Abendland!) ganz im Sinne ihres ungarischen Freundes Orban mit Mauer und Stacheldraht vor den eindringenden Flüchtlingshorden gerettet und auch die Befestigung der Grenze am Brenner noch in die Wege geleitet.

Man sieht: eine echte Europäerin neuer Prägung. Ihre Ersetzung durch einen anderen Amtsträger hat am Kurs des Alpenlandes nichts geändert.

Und Faymann, der als Kanzler doch die Richtlinien der Politik bestimmt? Er ist schon lange verstummt. Daß er jetzt zurückgetreten ist, fällt kaum mehr auf.

Am besten schließt sich jetzt Österreich wieder mit Ungarn zu einem neuen „Österreich-Ungarn“ zusammen, dem sich dann nicht nur die ganze Visegrad-Gruppe, sondern auch das Seehofersche Bayern anschließen kann. Das alles sind wahrhaftig keine Freimaurer, aber doch immerhin Maurer: nachdem es 1989 gelungen ist – gleichsam im Zuge eines historischen Wunders – die trennenden Mauern in Europa niederzureißen, baut diese neue Generation  von „Europäern“ überall an neuen Mauern und igelt sich ein.

Auch wenn man das wahrscheinlich nicht verhindern kann: seine Abscheu darüber ausdrücken darf man.

Und das tue ich hiermit.

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Hallo, Berlin! Aufwachen!

In der Türkei sind zwei unliebsame Journalisten mit fadenscheinigen Begründungen zu langen Gefängnisstrafen verurteilt worden. Der Ermordung durch einen Nationalisten aus Sivas, einer Stadt, die auf der ganzen Welt durch das „Massaker von Sivas“ berüchtigt ist, sind die Journalisten kurz vor der Urteilsverkündung nur knapp entgangen.

Berlin aber schweigt. Es wird immer deutlicher, daß die deutsche Regierung nicht nur erpreßbar geworden ist, sondern tatsächlich erpreßt wird.

Einen anderen Grund für ihr Schweigen zu den unverfrorenen Verletzungen der Menschenrechte durch das Erdogan-Regimes gibt es nicht.

Das feige Schweigen in Berlin und den anderen europäischen Hauptstädten – ist das nicht der Beweis für all das, was Papst Franziskus über die „unfruchtbare Großmutter“ Europa gesagt hat? Da muß man dann aber auch nicht zu Preisverleihungen mit (peinlichen) Sonntagsreden in den Vatikan fahren und sich (wie Merkel) vom Papst „beeindruckt und ermutigt“ zeigen.

Nein, auf Europa kann man im Moment nicht stolz sein.

Und auf das hilflose Taktieren der Berliner Regierung schon gar nicht.

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„Machtkampf“ in Ankara?

So steht es in fast allen Zeitungen. Aber das ist sprachlicher Unfug: einen „Machtkampf“ kann es nur dann geben, wenn die, die gegeneinander um die Macht kämpfen, auch annähernd gleich stark sind, so daß der Ausgang ungewiß ist.

Das kann man angesichts der faktischen Allmacht des Sultans nun wirklich nicht sagen. Auch der devote Ton, in dem Davutoglu seinen Rücktritt bekanntgegeben hat, verbietet es, hier allen Ernstes von einem „Machtkampf“ zu reden.

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Der allmächtige Sultan

Für Erdogan war Davutoglu immer nur ein Handlanger (so wie Medwedew für Putin). Wenn ein Handlanger zu aufmüpfig wird, gibt man ihm einen Fußtritt.

Jetzt ist also Erdogan der Allmacht noch näher gekommen. Über ihm steht nur noch der Prophet, unter ihm das Volk, das ihm die Hand küssen und ihn wiederwählen darf.

Oppositionelle Politiker, Polizisten, Staatsanwälte, Richter, Journalisten, die ihm gefährlich werden könnten, hat er längst unter fadenscheinigen Gründen ins Gefängnis geworfen.

Jetzt möchte ich aber doch einmal etwas aus dem Munde der Kanzlerin hören – und nicht etwa wieder nur: daß es sich hier um „die inneren Angelegenheiten der Türkei“ handelt. Wenn der Herrscher eines NATO-Mitglieds jeden ins Gefängnis wirft, der Widerworte sagt und den muslimischen Putin gibt, dann ist das keine innere Angelegenheit seines Landes.

Welche Menschrechte, welche Freiheiten kann man denn zusammen mit einem solchen Mann verteidigen?

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Merkel und Böhmermann – wer hat da wen filetiert?

Die Kanzlerin, so drückt es der selbsternannte, aber nur mäßig begabte „Satiriker“ Böhmermann aus, habe ihn filetiert. Was will der Dichter damit sagen?

Filetieren bedeutet nach dem Duden (hier nachzulesen)

Filets aus dem Fleisch von Schlachttieren, Fisch, Geflügel oder Wild herauslösen.

Kokettiert Böhmermann damit, daß er zu einem „Schlachttier“ geworden ist? Aber welche Filets hätte dann die Kanzlerin aus ihm herausgelöst?

Es gibt laut Duden noch eine zweite Bedeutung, die freilich noch unzutreffender ist:

Profitable Bereiche aus dem Unternehmen herauslösen und gewinnbringend weiterverkaufen.

Wir werden also nie erfahren, warum sich Böhmermann „filetiert“ fühlt. So unpräzise sollte sich jedenfalls ein Satiriker, dessen einziges Werkzeug ja das Wort ist, niemals ausdrücken.

Die Wahrheit ist viel einfacher: Böhmermann hat ein erbärmlich schlechtes, zotiges Gedicht ohne Pointe, ohne Verstand und ohne die für einen Satiriker doch geradezu lebenswichtige Treffsicherheit veröffentlicht. Auch wenn sich seine Kollegen jetzt reflexhaft mit ihm solidarisieren: mt diesem Machwerk hat er der Sache einen denkbar schlechten Dienst erwiesen. Er hat nämlich Erdogan nicht als Despoten, als Unterdrücker der Freiheit dargestellt – nein: er hat den Menschen Erdogan verunglimpft. Ein Dieter Hildebrandt zum Beispiel hätte so etwas nie gemacht.

Insofern paßt Böhmermann viel eher zu den „Comedians“, die in den Privatsendern ihr Unwesen treiben, als in die Tradition des politischen Kabaretts.

„Schlachtopfer“ gibt es unter den türkischen Journalisten und Kabarettisten genug, sie riskieren langjährige Haftstrafen. Böhmermann riskiert, auch wenn ihn die Kanzlerin angeblich filetiert hat, gar nichts (allenfalls eine geringe Geldtrafe).

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Gehört die AfD zu Deutschland?

Auch diese Frage muß ja wohl erlaubt sein.

Ob nur die Muslime zu Deutschland gehören, oder der Islam selbst, oder nur der aufgeklärte Islam, oder ob es den gar nicht gibt, oder ob er überhaupt wünschenswert ist – denkt eigentlich irgendjemand, der solche Sprechblasen absondert, einmal darüber nach, was zum Beispiel „gehören“ heißt?

Das Ganze ist doch am Ende eher ein Problem der Semantik als eines der Politik. Aber dazu müßte man etwas von der Sprache verstehen.

Ich habe inzwischen einige Reden des feinen Herrn Höcke gesehen, und da sage ich ganz klar: er „gehört“ zwar zu Deutschland, aber von seinem ganzen Rededuktus her „gehört“ er (jedenfalls erscheint mir das so) eher in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts.

Ins 21. Jahrhundert „gehört“ er bestimmt nicht.

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Für Gerechtigkeit protestieren?

Das Neue Deutschland, das ja meistens ziemlich alt aussieht, bläht wieder einmal auch noch die kleinste Zusammenkunft von linken „Demonstranten“ zu einer machtvollen Kundgebung auf (alte DDR- und DKP-Tradition). In der thüringischen Hauptstadt Erfurt war es ein Häuflein der Hundert (hier nachzulesen):

Bereits am Vormittag waren laut »Thüringer Allgemeine« hundert Menschen einem Aufruf des DGB zur 1.Mai-Demonstration gefolgt, die für soziale Gerechtigkeit protestierte, gleichzeitig aber auch ein Zeichen gegen rechtsradikale Tendenzen in Thüringen sein sollte.

„Für soziale Gerechtigkeit protestieren“?

Man sieht, daß das Neue Deutschland inzwischen auch ein ganz neues Deutsch eingeführt hat, denn – höre, Neues Deutschland! – „protestieren“ kann man nicht für etwas, sondern nur gegen etwas.

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Die Gruben der Dasha oder: Ein charming und einsam Madchen

Ach, die Dasha! Aber so ist es im Leben: jedes einsam Madchen ist auf der Suche nach einem schonen Mann.

Das also hat mir das Madchen gerade per E-Mail geschrieben:

Guten Tag Unbekannter. Ich mit einer geringen Verzogerung euch schreibe, ich hoffe dass Sie noch Interesse an einer ernste Beziehung sind. Ich bin ein charming und einsam Madchen. Ich bin auf der Suche einen schonen Mann.

Bietet grundlegende Informationen uber mich. Ich bin Dascha. Ich fuhre ein gesunden Lebensstils und die Natur geniessen. Ja klar, wie alle Menschen, ich habe eine Fehler, und ich bin nicht ideal. Ich bin zum Verlassenheit mude, und ich bin gelangweilt, allein zu leben, wie ich bin verspitzen, um wirklich einen liebenden Lebenspartnerin zu feststellen, der mir treu sein wird. Ich bin nicht jugendlich, ich bin 26 Jahre alt. Ich bin offenherzig fur Liebe und bereit, sich auf einen einzigen liebenden Lieblingsmann zu widmen. Ich liebe Neue zu lernen. Ich finden nach einem Mann, der mein Lebenssinn sein wurde, ein verlasslicher Boyfriend und ein passioniert Liebhaber. Ich glaube, du bist perfekt mit dieser Rolle fertig! Ich werde fur dich vollig anhanglich und aufrichtig sein. Ich warte auf Ihre Antwort.

Mit besten Gruben. Ihre neueFreundin Dasha

Unglaublich, wie schnell man im Internet zu einer neueFreundin kommt, die zwar zum Verlassenheit mude ist, aber trotzdem einen gesunden Lebensstils fuhrt. Auch ich grüße dich mit besten Gruben, liebe Dasha.

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Aufklärung im Islam „nicht wünschenswert“?

Die AfD ist eine Partei von Bauernfängern geworden. Sie ist durch und durch demagogisch, und sie geht (erfolgreich!) auf Dummenfang.

Anders als die alte Lucke-AfD lebt die inzwischen von der Rechten gekaperte Partei nur noch vom Haß auf den Islam. Islamisten, Salafisten, archaische Muslime jeder Couleur können sich darüber nur freuen, denn genau dieser geistig anspruchslose Antagonismus – gutes Abendland, böser Islam – ist Wasser auf ihre Mühlen. Und er ist keineswegs nur geistig schlicht und taktisch falsch: er entspringt niedrigsten Beweggründen. Denn wenn es gelingt, hier in Europa einen Islam mit menschlichem Antlitz zu schaffen, dann kommt die AfD in ihrer heutigen Verfassung in die Rumpelkammer der Geschichte.

Deshalb, und nur deshalb hat die AfD jetzt beschlossen, daß eine Aufklärung im Islam „nicht realistisch und nicht wünschenswert“ sei.

„Nicht realistisch“? Das mag sein, obwohl jener schöne Satz, der, glaube ich, vom (zu Unrecht) fast vergessenen Kanzler Kiesinger stammt, daß nämlich die Geschichte erfinderisch ist, kaum mehr gewürdigt wird (und das in einer Zeit, in der die Geschichte durch die deutsche Wiedervereinigung und den Zusammenbruch des Kommunismus gezeigt hat, wie erfinderisch sie ist!).

Aber ist eine Aufklärung im Islam wirklich „nicht wünschenswert“? Das kann nur sagen, wer den Haß und die Polarisierung zur Rechtfertigung seiner politischen Existenz braucht.

Die AfD – da muß ich Schäuble ausnahmsweise einmal beipflichten – ist tatsächlich eine Schande für Deutschland.

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