Rappers Leid und Maffays Hoffnung

Armer Peter Maffay – jetzt muß er auch noch den Bushido resozialisieren! Na, das wird ein hartes Stück Arbeit werden. Dazu gehört viel Mut, wenn nicht sogar eine Verliebtheit ins Scheitern.

Dieser Bambi, sagt Maffay,

holt einen Musiker ab, der sich auf den richtigen Weg begibt und eine Chance verdient.

Jetzt soll er also „eine zweite Chance“ bekommen, der arme Bub aus dem Ghetto. Warum auch nicht, wo doch sogar aus dem Joschka Fischer noch etwas geworden ist! Ich war ganz gerührt, als ich das gelesen habe.

Aber, sagt Maffay warnend, so ein Preis ist auch eine Verpflichtung! Das klingt dann doch irgendwie drohend.

Man könnte es so zusammenfassen: der Bushido hat den Bambi bekommen – aber nur auf Bewährung!

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Julia Timoschenko – jetzt auch noch eine Mörderin?

Julia Timoschenko ist gerade erst in einem Schauprozeß zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden – aber das ist dem autoritären Herrscher der Ukraine, Janukowitsch, nicht genug. Die Staatsanwaltschaft schiebt immer neue Anklagen gegen sie hinterher, jetzt auch noch eine Mordanklage! Sie soll 1996 mehrere Auftragskiller dafür bezahlt haben, in der Stadt Donezk vier Menschen zu ermorden.

Die Sache liegt auf der Hand: der feine Herr Janukowitsch will seine Rivalin nicht sieben Jahre, sondern für immer loswerden. Deshalb werden jetzt in aller Eile immer neue Beschuldigungen nachgeschoben. Frau Timoschenko soll für den Rest ihres Lebens im Gefängnis bleiben – willfährige Richter finden sich in einem solchen Land immer.

Der sanfte Druck aus dem Westen (er war wirklich nur sehr sanft!) hat also nichts bewirkt. Das hätte man sich bei einem Mann wie Janukowitsch denken können – mit dem Florett zu fechten und artig um die Einhaltung der Menschenrechte zu bitten, das ist für Menschen dieses Schlags nur ein Zeichen von Schwäche. Er wird jetzt, wenn man ihn nicht daran hindert, den Rückbau der Ukraine in einen autoritären, auf ihn und seine Clique zugeschnittenen Staat umso eifriger betreiben.

Das geplante Assoziierungsabkommen mit der EU sollte deshalb auf jeden Fall erst einmal auf Eis gelegt werden. Die auch von Frau Timoschenko ausgesprochene Hoffnung, daß das Abkommen der demokratischen Entwicklung in der Ukraine förderlich sein könne, teile ich nicht.

Man sollte die demokratischen Kräfte in der Ukraine unterstützen – und nicht das Regime.

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Iran – das gefährlichste Land der Welt

Der Iran – das ist jedenfalls meine Meinung – ist zur Zeit das gefährlichste Land der Welt. Niemand bedroht den Weltfrieden so unmittelbar und so bedenkenlos wie das Regime von Ahmadineschad. So wie dieser „Präsident“ im eigenen Land ohne jede Hemmung Wahlen fälscht und die Opposition mit Gewalt zum Schweigen bringt, so aggressiv und unberechenbar ist er nach außen. Er hat immer wieder öffentlich zur Vernichtung des Staates Israel aufgerufen – trotzdem hat er mächtige Verbündete, die den Widerstand der Welt gegen seine abenteuerlichen Vorhaben blockieren.

Diese Verbündeten sind Rußland und China.

Beide handeln aus niedrigsten Beweggründen – sie haben nämlich mit dem grausamen Regime in Teheran allerbeste Geschäftsbeziehungen. China hat allein in den letzten zehn Jahren Waffen im Wert von einer Milliarde Euro an den Iran verkauft. Auch für Rußland ist Iran ein unverzichtbarer Waffenabnehmer. Diese Waffen bleiben aber nicht alle im Iran (was schon schlimm genug wäre). Sie werden vom Regime der Mullahs weitergegeben – z.B. an afrikanische Schurkenstaaten, an die Hisbollah und an die Hamas.

Auch bei der Entwicklung einer iranischen Atombombe soll ein russischer Spezialist geholfen haben.

Man sollte nicht den Fehler machen, den heutigen Zustand mit dem atomaren Patt zur Zeit des Kalten Krieges zu vergleichen. Damals wußten beide Seiten: wer Atomwaffen einsetzt, wird das Opfer eines vernichtenden Gegenschlags sein. Und beide hatten soviel praktische Klugheit, die Probe aufs Exempel nicht zu machen.

Das Regime von Ahmadineschad hätte, glaube ich, im Ernstfall diese Klugheit nicht. Der Versuchung, Israel mit seinen Raketen zu vernichten, wenn er es könnte, würde dieser ohnehin apokalyptisch ausgerichtete Präsident nicht widerstehen, selbst wenn mit dem Gegenschlag die Bevölkerung seines Landes zur Hälfte ausgelöscht würde. Der religiöse Haß wäre größer als alle Vernunft – das ist die eigentliche Gefahr, und deshalb darf ein solches Regime unter keinen Umständen in den Besitz von Atomwaffen gelangen.

Bei allen Verhandlungen mit dem Westen geht es dem Iran immer nur darum, Zeit zu gewinnen. Nur Israel durchschaut das wirklich – aber Israel ist ja auch buchstäblich in seiner Existenz gefährdet, sobald das fanatische Regime in Teheran seine Raketen mit Atomwaffen bestücken kann. Die Kommentatoren in unseren Zeitungen, die Netanjahu jetzt väterlich tadeln, weil er von einem Luftschlag gegen die Atomfabriken des Iran spricht, haben gut reden: sie sitzen in ihren gemütlichen Redaktionsstuben im alten Europa, fern von jeder Gefahr (jedenfalls fürs erste). Und sie haben offenbar gänzlich vergessen, wie fürchterlich schon einmal eine Politik des appeasement gescheitert ist.

Die Europäer haben heute offenbar nur noch wenig Gespür für die (mehr als begründete!) Angst Israels um sein Überleben. Israel ist ein winziges Land, und es ist umzingelt von haßerfüllten, politisch und religiös aufgeputschten arabischen Völkern. Und es hat jetzt mit dem Regime in Teheran einen zu allem bereiten Feind, der mit seinen Raketen schon heute sein Staatsgebiet erreichen kann.

Wer diesen Vorbereitungen zuschaut, ohne helfend einzugreifen, macht sich der unterlassenen Hilfeleistung schuldig. Wer – wie Rußland und China – auch noch unablässig Waffen in das Land dieses Diktators pumpt, ist verantwortlich für alles, was Teheran mit diesen Waffen einmal anstellen wird.

Man wird nicht nur Ahmadineschad, man wird auch Rußland und China zur Rechenschaft ziehen, wenn es einmal so weit ist.

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Ein Bambi für Bushido

Der Rapper Bushido hat für seine Dienste um die Integration in Deutschland von Burda einen Bambi erhalten.

Und das ist die Begründung:

Er gilt als der erfolgreichste Rap-Musiker Deutschlands und ist ein hervorragendes Beispiel für gelungene Integration: Bushido, Sohn einer deutschen Mutter und eines tunesischen Vaters, wuchs unter schwierigen sozialen Bedingungen auf und schaffte es nach ganz oben. Mit seinem eindringlichen Sprechgesang und oft provokanten Texten eroberte er die Hitparaden. Seine CDs wurden vielfach ausgezeichnet, national wie international. Bushido ist heute Gesprächspartner und Ratgeber für Politiker. Seine Stimme findet Gehör, nicht nur bei Millionen Fans, sondern auch in den Medien. Als willkommener Gast in Talkshows und Interviewpartner proklamiert er das Selbstverständnis vieler Deutscher mit Migrationshintergrund: ‚Egal woher unsere Väter kommen, wir sind Deutsche‘. Bushido setzt sich ein gegen Gewalt und für ein respektvolles Miteinander in einer multikulturellen Gesellschaft.

Er schaffte es also nach ganz oben? Nein, er schaffte es nach ganz unten. Tiefer als in seinen Rap-Texten (ein Link zu seinem Titel Gangbang von 2004 findet sich auf der deutschen Online-Ausgabe des Rolling Stone) kann man nicht mehr sinken. Das Vulgäre ist hier sozusagen pur und brutal, ohne jede Verfeinerung, es ist primitiv, gewalttätig, eine einzige Kampfansage an alles, was man – selbst im weitesten Sinne – Kultur nennen könnte.

Kann mir einmal jemand aus dem feinen Hause Burda erklären, wie man einen Menschen, der sein Geld mit so frauen- und menschenverachtenden Texten verdient, auch noch ehren kann?

Der Rapper sollte sich für seine Texte schämen, aber noch viel mehr (wirklich viel mehr!) sollte sich das Haus Burda schämen, daß es diesem „Künstler“ einen kulturellen Heiligenschein verleiht. Seine Texte drücken die ganze Frauenverachtung, die ganze Primitivität und Brutalität eines bestimmten Milieus von jungen Männern mit Migrationshintergrund aus, ihren Haß auf „Schlampen“ und „Schwuchteln“ (das sind übrigens noch die harmlosesten seiner Kosenamen!) und überhaupt auf alles, was nicht ganz so primitiv und vulgär ist wie sie selbst – und statt einem solchen Menschen die Leviten zu lesen, holt ihr ihn auf den roten Teppich und schmiert ihm Honig ums Maul?

Pfui Teufel.

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Art. 68 GG – Änderungsvorschlag

Der Artikel 68 des Grundgesetzes, der sich mit dem Mißtrauensvotum und der Auflösung des Bundestages befaßt, soll künftig so lauten:

Art 68
(1) Findet ein Antrag des Bundeskanzlers, ihm das Vertrauen auszusprechen, nicht die Zustimmung der Mehrheit der Mitglieder des Bundestages, so kann der Bundespräsident auf Vorschlag des Bundeskanzlers binnen einundzwanzig Tagen den Bundestag auflösen. Das Recht zur Auflösung erlischt, sobald der Bundestag mit der Mehrheit seiner Mitglieder einen anderen Bundeskanzler wählt.
(2) Wenn der Bundeskanzler nicht mehr das Vertrauen der Märkte genießt, muß er binnen Wochenfrist zurücktreten. Die Märkte bestimmen dann einen neuen Bundeskanzler. Er bleibt im Amt, solange er das Vertrauen der Märkte genießt. Eine Mitwirkung des Bundestages ist nicht erforderlich.
(3) Wenn mindestens zwei der drei Ratingagenturen dem Bundeskanzler das Vertrauen entziehen, gilt er als abgesetzt. Die Ratingagenturen können dann einen neuen Bundeskanzler bestimmen. Der Bundeskanzler bleibt im Amt, solange er das Vertrauen der Ratingagenturen besitzt, die seine Ablösung erwirkt haben.
(4) Das Nähere regelt ein Gesetz.

Begründung:
Die Neufassung von Art. 68 GG ist dringend erforderlich, um das Grundgesetz an die Verfassungswirklichkeit anzupassen und die europäischen Verfassungen zu harmonisieren. Griechenland und Italien, wo die Finanzmärkte schon direkt an der Zusammensetzung der Regierung mitwirken, sind uns in dieser Hinsicht weit voraus. Das altbackene Beharren auf der Volkssouveränität, die als Relikt der vormodernen Verfassungsgeschichte anzusehen ist, könnte langfristig zu einer deutlichen Rückständigkeit unseres Landes gegenüber den südeuropäischen Staaten führen.

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That’s democracy!

Überschrift der Online-Ausgabe der F.A.Z. (hier nachzulesen):

Der Markt wartet auf Berlusconis Rücktritt.
Ministerpräsident Berlusconi hat nahezu jede Glaubwürdigkeit an den Kapitalmärkten verloren.

Kein Kommentar.

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Der Völkermord am armenischen Volk

Ja, es war ein Völkermord, auch wenn die Türkei immer einmal wieder ein paar Pseudowissenschaftler durch Europa touren läßt, die den Spieß einfach umdrehen und die Mörder zu Opfern machen. Die versuchte Ausrottung des alten christlichen Volkes der Armenier ist so gut belegt wie der Mord an den europäischen Juden – beides kann man nur leugnen, wenn man entweder böswillig oder nicht ganz bei Verstand ist.

Die offizielle Türkei (mit ihr natürlich auch große Teile des türkischen Volkes!) leugnet diese dunkle Vergangenheit bis heute. Sie läßt eine freie öffentliche Diskussion darüber nicht zu, im Gegenteil: wer an das Tabu rührt, muß auch im Jahr 2011 mit seiner Verhaftung rechnen.

Der Verleger Ragip Zarakolu, ein „hochangesehener Intellektueller aus Istanbul“, wie Regina Mönch in der gestrigen F.A.Z. schreibt (unbedingt lesen! – der Artikel ist online hier verfügbar), dieser Verleger also wurde noch am Flughafen verhaftet, als er zu uns nach Deutschland kommen wollte, um einen Vortrag über das türkische Tabuthema zu halten. Die neuen Anti-Terror-Gesetze lieferten jetzt den Vorwand zu seiner Verhaftung (früher war es die „Beleidigung des Türkentums“).

Mit dem Verleger wurden achtundvierzig kritische Intellektuelle verhaftet, darunter auch die Verfassungsrechtlerin Büsra Ersanli (Marmara-Universität).

Aber das ist nur Teil einer viel größeren Verhaftungswelle, mit der die Regierung Erdogan mißliebige Mitbürger – und vor allem das alte kemalistische Establishment! – zum Schweigen bringen will. Die Begründungen der Gerichte sind oft geradezu absurd – „Verschwörungen“ gegen die Regierung sind ein beliebtes Delikt, und wer allen Ernstes meint, diese Türkei gehöre in die Europäische Union, sollte einmal genau hinsehen, wie sich hier die formal unabhängigen türkischen Gerichte in der Praxis zum Büttel der Regierung machen. Es ist immer das gleiche: Demokratie herrscht nur da, wo die Presse wirklich frei und die Justiz wirklich unabhängig ist.

Immerhin: auch in der Türkei gibt es mutige Menschen, die es wagen, die Wahrheit auszusprechen.

Die Historikerin Ayse Gül Altinay (Sabanci-Universität Istanbul) forscht seit Jahren zu den überlebenden Frauen des Völkermords von 1915. Deren Enkel brechen wie Cetin das Schweigen und holen diese vergessene Gruppe ans Licht: Viele Frauen und Kinder wurden nach dem Morden und den Deportationen vergewaltigt, als Lust- oder Zweitfrauen in muslimische Familien oder Waisenhäuser gesteckt und dort zu wahren Türken umerzogen. Die erzwungene „Assimilation“ ging einher mit Zwangsislamisierung, Zwangsverheiratung – Auslöschung durch Konversion nennt Altinay diese Tragödie. Ein noch kaum erforschtes Kapitel des Völkermordes und des türkischen Nationalismus, das aber ahnen lässt, warum, bewusst oder unterbewusst, „Assimilation“ für türkische Politiker und deutschtürkische Großfunktionäre ein Kampfbegriff ist.

Die Türkei, so der Chefredakteur der von Hrant Dink gegründeten Zeitschrift Agos, bräuchte einen Willy Brandt, um mit sich ins Reine zu kommen.

Aber sie hat nur einen Erdogan.

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Rösler

Da mag einer noch so erfolglos sein – blamabel gescheitert als Gesundheitsminister und wirklich erfolgreich nur gegen seinen eigenen Vorgänger und Parteifreund, den er vor aller Welt bloßgestellt und mit Redeverbot belegt hat, aber gegen die Griechen – ja, da kann man sich aufblähen, da gibt man den gnadenlosen Macher, den Zampano!

Ach, wenn es die Griechen nicht gäbe! Da wäre unsere Kanzlerin eine schwache Figur, ohne Führungsstärke (leadership nennt man das heute), unfähig, auch nur aus ihrer kleinen Koalition etwas Vernünftiges zu machen. Ohne die Griechen wäre mancher, der sich jetzt als Leuchte präsentiert, nur ein armseliges kleines Licht. Ohne die Griechen würde man sehen, daß diese Riesen doch eigentlich – nur Zwerge sind.

Rösler, den trotz seines offiziellen Titels fast niemand im Land als Vizekanzler sieht und respektiert (ganz anders war das damals bei Joschka Fischer!), hat der Bildzeitung ein Interview gegeben und seine Worte dem intellektuellen Niveau des Blattes angepaßt:

Die Griechen haben selbst die Wahl: Reformen im Euroraum oder keine Reformen und draußen.

Ja, so einfach ist Röslers kleine Welt. Da wird eine geistige Bescheidenheit spürbar, die ziemlich genau den FDP-Ziffern in den Meinungsumfragen entspricht.

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Ein spirituelles Zentrum?

Im Norden Nigerias wütet schon seit langen eine sog. „islamische Sekte“ mit dem Namen Boko Haram, was laut NZZ übersetzt „Westliche Erziehung ist eine Sünde“ heißt. Viele Greueltaten gegen Christen gehen auf ihr Konto. In den letzten Tagen haben sie in Damaturu gleich mehrere christliche Kirchen angegriffen – neun davon wurden niedergebrannt, über hundert Menschen starben. Neben den Kirchen sind vor allem Bierkneipen ein beliebtes Ziel dieser Menschenfreunde.

Aber eines möchte ich jetzt schon wissen: wie kommt eine seriöses Blatt wie die Neue Zürcher Zeitung dazu, die nigerianische Stadt Maiduguri als das „spirituelle Zentrum“ (!) der muslimischen Mörderbande zu bezeichnen? Diese Wortwahl finde ich makaber, ja obszön. Eine Mörderbande ist nicht „spirituell“, und ein „Märtyrer“, der möglichst viele Menschen in den Tod mitnehmen will, ist niemals ein Märtyrer. Ein Märtyrer ist ein Dulder, ein Mensch, der seinen Glauben nicht wiederruft und, wenn es sein muß, für ihn leidet und stirbt. Trotzdem übernehmen unsere Medien immer wieder die unsägliche muslimische Sprachregelung und bezeichnen einen feigen Selbstmordattentäter als Märtyrer.

Nein – wer Menschen ermordet, ist ein Mörder, niemals und unter keinen Umständen ist er ein Märtyrer.  Und Mörder, liebe Redakteure von der Neuen Zürcher Zeitung, haben niemals ein „spirituelles Zentrum“.

Gerade Journalisten sollten auf ihre Sprache achten – sie haben eine große Verantwortung.

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Ein UN-Report gegen die „Energiepflanzen“ und den „Biosprit“

Die sog. „Energiepflanzen“, die in immer größeren Mengen in den Motoren der westlichen Welt (und in den Schwellenländern wie China, Brasilien und Indien) verheizt werden, sind fast allesamt – das kann man gar nicht oft genug betonen – Nahrungsmittel. Raps zum Beispiel liefert eines der besten und gesündesten Öle, aber sein Anbau wird subventioniert, damit es verbrannt wird, statt der menschlichen Ernährung zu dienen. Mit Weizen und Mais ist es genauso – wer hätte noch vor zehn oder zwanzig Jahren für möglich gehalten, daß man so wertvolle Nahrungsmittel in immer größeren Mengen in Motoren verbrennt?

Meine Eltern – aber das nur ganz nebenbei – waren hoffnungslos altmodische Menschen, sie haben, wenn sie gesehen  haben, daß jemand ein Stück Brot wegwirft, immer gesagt: „Dös is a Sünd.“ Sie haben eben den Krieg und die Armut der Nachkriegszeit noch am eigenen Leib erlebt. Daß heute Hunderte Tonnen von Lebensmitteln auf den Müll kommen, weil ein abstraktes Datum überschritten ist, hätten sie wahrscheinlich nicht fassen können, und erst recht nicht das Verbrennen von Nahrungsmitteln in Motoren – mit dem Segen der Grünen und fast aller großen Naturschutzverbände. Das ist wirklich, mit Verlaub, eine Sünde.

Ich habe an dieser Stelle schon oft über die katastrophalen Folgen des Anbaus von „Energiepflanzen“ für die Natur gesprochen. Dieser Anbau hat aber auch wirtschaftliche Konsequenzen, vor allem für die ärmeren Nationen. Da die Anbauflächen für Nahrungsmittel immer kleiner werden (mit der biofuel production kann man höhere Gewinne erzielen!), steigen die Preise für Nahrungsmittel überall auf der Welt. Wir hier im reichen Europa können das ertragen, ohne daß wir hungern müssen – die Menschen in der Dritten Welt nicht.

Jetzt haben zehn Unterorganisationen der UNO – darunter FAO, OECD, UNCTAD, die Weltbank und die Welthandelsorganisation – in einem Bericht an die G 20-Staaten über die Preisschwankungen von Grundnahrungsmitteln die Länder zum Handeln aufgefordert. Die Empfehlung: angesichts der weltweiten Preiserhöhungen für Nahrungsmittel sollte der Biosprit nicht mehr subventioniert werden. Im Original (hier nachzulesen) heißt es:

G20 governments remove provisions of current national policies that subsidize (or mandate) biofuels production or consumption.

Auf deutsch, so wie es der Verein Rettet den Regenwald übersetzt: die Staaten sollten „in ihren nationalen Richtlinien die Bestimmungen streichen, die die Produktion und den Verbrauch von Biosprit subventionieren oder vorschreiben“.

Eindeutiger kann eine Empfehlung wohl nicht sein. Und dabei geht es – wohlgemerkt! – nur um den Aspekt der Lebensmittelpreise (price volatility in food and agricultural markets). Die langfristig noch viel schlimmere Vernichtung von Regenwäldern und Ackerland für den Biosprit ist dabei noch nicht berücksichtigt.

Ich finde es beschämend, ja skandalös, daß die Grünen und die meisten großen Naturschutzverbände immer noch das Verheizen von Nahrungsmitteln als natürlich, ökologisch und bio verkaufen. Sie werden sich einmal dafür verantworten müssen – auch und gerade in der Dritten Welt, die sie so gern im Munde führen.

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