Scholl-Latour

Peter Scholl-Latour hat heute abend bei Anne Will seinen 354. Talkshow-Auftritt in diesem Jahr. Da muß sich Arnulf Baring schon sehr anstrengen, wenn er ihn beim Kampf um meinen Hans-Olaf Henkel-Preis noch schlagen will.

Aus dem Rennen ist wohl der führende deutsche Großphilosoph, Richard David Precht. Er bekommt vom ZDF, wie man weiß, seine eigene Sendung und hält sich deshalb mit Talkshowauftritten zurück. Inzwischen ist der Name der Prechtschen Reihe, die noch in diesem Jahr starten soll, durchgesickert: „Philosophy light – Philosophie für jedermann“.

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Jetzt also Spanien!

Griechenland ist abgehakt – jetzt ist Spanien an der Reihe.

Die einzige Sorge scheint in ganz Europa zu sein: wie kann man das Vertrauen der Finanzmärkte zurückgewinnen?

Dabei müßte die einzige Sorge die sein: wie können wir diese gewissenlosen, barbarischen, von ihrer Macht berauschten und nach Allmacht strebenden Finanzmärkte zerschlagen?

Aber da traut sich niemand heran – Merkel schon gar nicht. Als Sündenböcke hat man ja die Griechen, dann die Spanier, und die nächsten Kandidaten warten schon. Die eigentlichen Urheber, Nutznießer und Profiteure der Krise werden sogar noch hofiert.

Und die demokratisch gewählten Regierungen kuschen vor den durch nichts legitimierten Märkten – das ist ein unwürdiges Spektakel.

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Schon im Mai – nur noch Wiederholungen im Fernsehen!

Früher hat es das nur in den Sommerferien gegeben: wenn alles im Urlaub war, kam im Fernsehen die Zeit der Wiederholungen – ob Krimis, Serien oder Dokumentationen, es waren Konserven. Zwei Monate lang – das hält man aus.

Seither hat sich die Zeit der Wiederholungen aber immer mehr ausgeweitet. Schon Mitte Mai findet man in den Programmzeitschriften fast nur noch die Abkürzung „Wh.“ hinter dem Titel. Und neue Sendungen und Serien beginnen, wenn man Glück hat, im Oktober oder noch später.

Was soll das? Ist es auch hier die Diktatur der Quote? Serviert man nur Abgestandenes, weil die Einschaltquoten wegen der Urlauber vielleicht ein bißchen geringer sein könnten?

Einen anderen Grund sehe ich eigentlich nicht.

Ein Ärgernis ist es auf jeden Fall. Vor allem, weil man selbst in der Zeit der fortwährenden Wiederholungen zur besten Sendezeit nicht etwa Gutes, Geistreiches wiederholt, das sonst nur in der Nacht gesendet wird, sondern den immergleichen Quark aus Shows, Volksmusik, Schmonzetten und den unsäglichen und in jeder Hinsicht billigen „Ranking-Shows“. Das verstößt eindeutig gegen den Auftrag, dem die öffentlich-rechtlichen Sender entsprechen müssen. Wir sollten diese Damen und Herren mit Protesten eindecken, daß ihnen die Köpfe rauchen – auch wenn es auf den ersten Blick nichts bewirkt, weil nur vorgefertigte Textbausteine zurückkommen.

Aber sie sollen doch wenigstens das Feedback bekommen, das sie verdienen!

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U-Boote für Israel

Für Manuela Pfohl vom Stern ist die Sache klar: der Verkauf deutscher U-Boote an Israel zeugt von „Skrupellosigkeit“.

Israel lässt in der Bundesrepublik U-Boote bauen und rüstet sie anschließend heimlich und gegen jede Absprache so auf, dass sie auch mit Atomwaffen genutzt werden können. Da versteht der deutsche Michel die Welt nicht mehr und fragt entrüstet: Dürfen die das?

Na, das fragt wohl eher die deutsche Manuela als der deutsche Michel. Der linke Zeitgeist war schon immer israelkritisch, jedes Internetforum zeigt, daß es dabei geblieben ist. Auch das Gedicht von Günter Grass gehört in diese Tradition. Aber gegen Frau Pfohl wirkt Grass fast milde. Hören wir sie noch einmal selbst! Unter dem Zwischentitel „Gutes Geschäft kontra Recht und Moral“ (Recht und Moral haben ja bekanntlich in der Redaktion des Stern eine feste Heimstatt) geifert sie:

Damit stellt sich Deutschland einmal mehr auf eine Stufe mit all den anderen skrupellosen Waffendealern der anderen Schurkenstaaten dieser Welt, denen ein gutes Geschäft immer noch mehr wert ist als Recht und Moral.

Mit den Waffendealern der anderen Schurkenstaaten dieser Welt? Heißt das, daß auch Deutschland ein Schurkenstaat ist? Oder meint sie Israel? Oder kann sie einfach nicht richtig Deutsch?

Nur zwei kleine Anmerkungen zur Sache selbst.

So „israelkritisch“ wie die Israelis selbst kann nicht einmal der Stern sein. Dort gibt es nämlich eine gut funktionierende Streitkultur, und auch die Stern-Redakteure sollten einmal einen Blick auf die Landkarte werfen. Wieviele Kilometer muß man von Jerusalem aus fahren, um ein auch nur halbwegs demokratisches Land mit Rechtsstaat und freier Presse zu erreichen? Bitte Taschenrechner auspacken, Frau Pfohl! Für die richtige Lösung gibt’s – vielleicht – ein kleines Präsent.

Und genau darum geht es. Israel ist ein winziges Land – es ist gerade einmal so groß wie das Bundesland Hessen. Es ist umzingelt von aggressiven, unberechenbaren arabischen Regimen, und es wird – nicht klammheimlich, sondern ganz offen – von dem bis an die Zähne bewaffneten iranischen Schurkenstaat (und das ist wirklich ein Schurkenstaat, Frau Pfohl!) in seiner Existenz bedroht.

Manche Staaten kaufen Waffen als Spielzeug oder zur Bedrohung der eigenen Untertanen. Israel kauft Waffen, weil es anders nicht überleben könnte. Es ist, seit es besteht, in seiner Existenz bedroht. Denn wenn es etwas gibt, das alle arabischen Länder vereint, dann ist es dieser unbändige, völlig irrationale und maßlose Haß auf Israel und die „Zionisten“. Israel ist der Sündenbock für alles, denn es ist ein demokratischer Staat, und er ist auch noch wirtschaftlich erfolgreich. Ein Paradies ist es freilich nicht, es ist ein Land voller Widersprüche, und auch seine Politiker handeln nicht immer klug. Aber wo gibt es schon ein Land, dessen Politiker immer klug handeln?

Wer wie Manuela Pfohl Waffenlieferungen an diesen kleinen, demokratischen, seit jeher in seiner Existenz bedrohten Staat allen Ernstes mit Waffenlieferungen an Diktaturen und Schurkenstaaten gleichsetzt, sollte vielleicht doch einmal über die Grundlagen seiner politischen Moral nachdenken.

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Die ideologische Hetze gegen das Betreuungsgeld

Einige Dinge muß man einmal geraderücken, weil sie immer wieder völlig falsch dargestellt werden. Es gibt aus einer bestimmten ideologischen Ecke, die von der Linken und den Grünen bis zur SPD und der vermerkelten CDU reicht, eine regelrechte Verhöhnung von Eltern, die auf die Berufsausübung verzichten, um ihr Kind zumindest in den ersten drei Jahren selbst zu erziehen. Ich habe lange versucht, den Grund für diese Verachtung herauszufinden, aber es ist mir nicht gelungen. Warum haben diese fortschrittlichen Menschen eigentlich etwas dagegen, wenn eine Mutter oder ein Vater zu Hause bleibt, um seinem Kind das emotionale Fundament zu geben, das es braucht? Gilt das inzwischen schon als ehrenrührig? Ist es gesellschaftlich wertvoller, an der Lidl-Kasse zu sitzen oder Excel-Dateien für die Geschäftsleitung zu basteln? Wer tut denn da mehr für unsere Zukunft?

Es ist längst nicht mehr so, daß berufstätige Frauen herabgesetzt werden – im Gegenteil! Herabgesetzt werden heutzutage Frauen (und Männer), denen die Sorge um ihre kleinen Kinder wichtiger ist als ihre Karriere. Diese Herabsetzung äußert sich sprachlich in einer ausgesprochen hämischen Ausdrucksweise: Heimchen am Herd, Herdprämie usw. Warum diese Häme? Es ist doch eh nur eine Minderheit, die es sich leisten kann, ohne doppeltes Einkommen Kinder großzuziehen. Wir haben uns damals dafür entschieden, obwohl es uns finanziell fast ans Existenzminimum gedrückt hat. Wie hätten wir uns über ein Betreuungsgeld gefreut, wie es heute im Gespräch ist!

Aber es herrscht ein seltsames ideologisches, völlig irrationales Gemisch, das strikt (und ohne Einschaltung des Großhirns!) darauf beharrt, daß nur eine berufstätige Frau eine gute Frau ist. Gesellschaftlich nützlich ist einzig und allein die Berufstätigkeit – das ist offenbar ein Dogma, das nicht mehr angetastet werden darf. Deshalb werden öffentliche Gelder in großem Maßstab in Betreuungseinrichtungen von der Krippe bis zur Kita gepumpt, während man gegen die eher geringfügige Unterstützung von Eltern, die sich ganz der häuslichen Erziehung widmen wollen, einen regelrechten Kreuzzug führt.

Von einer freien Wahl zwischen den beiden Möglichkeiten kann da nun wirklich keine Rede sein.

Besonders dreist benimmt sich einmal wieder meine spezielle Freundin Künast – man hat es von ihr nicht anders erwartet. Sie kündigt an, daß eine rotgrüne Regierung das Betreuungsgeld sofort wieder streichen und die eingesparten Mittel in den „Ausbau der ganztägigen Kinderbetreuung“ stecken würde. Die Begründung:

Sonst gibt es kein echtes Wahlrecht für die Eltern.

Da bleibt einem wirklich der Mund offenstehen. Man stärkt also die Wahlmöglichkeiten der Eltern, indem man sämtliche öffentlichen Gelder der einen von beiden Seiten zuschiebt und die andere Seite ohne jede Unterstützung läßt? Ja, leben wir jetzt in Schilda oder in Absurdistan?

Niemand leugnet, daß Eltern, die berufstätig sind, immer vor einer schweren Entscheidung stehen. Aber so ist das doch bei jeder wichtigen Entscheidung im Leben: man muß Prioritäten setzen. Man muß darüber entscheiden, was einem wichtiger ist. Aber man kann sich nur frei entscheiden, wenn beide Wege auch finanziell machbar sind. Das ist schon lange nicht mehr der Fall.

Man fördert von Staats wegen in jeder Hinsicht – ideologisch, sprachlich und vor allem finanziell – die Betreuung in Einrichtungen, und man trocknet die Betreuung in der Familie buchstäblich aus.

Das wird sich rächen.

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Auch der Koordinationsrat der Muslime greift Gauck an

Die Verbände der türkischen und türkischstämmigen Muslime in Deutschland sind kein Segen, sie sind eher ein Fluch. Das liegt auch daran, daß sie zumeist von der DITIB und der türkischen Religionsbehörde – und damit indirekt vom türkischen Ministerpräsidenten – finanziert und gesteuert werden. Das letzte, was diese „Behörde“ will, ist eine erfolgreiche Integration der türkischen Einwanderer in die deutsche Kultur – ganz im Gegenteil: mit allen Mitteln wird versucht, das „Türkentum“ auch der hier integrierten und eingebürgerten türkischstämmigen Bürger zu bewahren – ganz im Sinne des bösen Satzes, den der türkische Ministerpräsident Erdogan in seiner berüchtigten Kölner Rede im Februar 2008 gesagt hat:

Assimilation ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Aber nicht Integration oder Assimilation ist ein Verbrechen, ganz im Gegenteil: wenn ich in ein anderes Land ziehe, um dort für mich und meine Kinder eine neue Heimat zu finden, dann ist die Anpassung an die Kultur des Gastlandes eine Selbstverständlichkeit. Alle Einwanderer in den Vereinigten Staaten, in Australien, Kanada und überall auf der Welt haben das so gemacht.

Nein, verbrecherisch ist es viel eher, einen solchen Satz, der wie das Fanal eines Brandstifters wirkt, vor einer aufgeputschten Menschenmenge auszusprechen. Es ist die Aufforderung an unsere türkischstämmigen Mitbürger, doch um Himmels willen nicht zu Deutschen zu werden. Sie sollen, wenigstens im Herzen, immer Türken bleiben. Und sie sollen vor allem immer unter der Fuchtel des türkischen Staates bleiben.

Die türkische Religionsbehörde, das Präsidium für religiöse Angelegenheiten, hat die in Deutschland agierenden Verbände fest im Griff – auch den Koordinationsrat der Muslime in Deutschland, in dem sich die DITIB ein Vetorecht gesichert hat.

Und dieser Koordinationsrat hat nun auch unseren Bundespräsidenten angegriffen. Gauck habe ein „beunruhigendes Signal“ gegeben, sagen sie.

Also, mich beunruhigt nicht, was Joachim Gauck gesagt hat, ganz im Gegenteil. Was mich viel mehr beunruhigt, sind aus dem Ausland finanzierte und gelenkte, demokratisch nicht legitimierte Verbände, die alles tun, damit die türkischstämmigen Deutschen hier weiter in einer Parallelwelt leben. Sie behindern damit jede wirkliche Integration. Gerade für die heranwachsenden Jugendlichen, die nicht wissen, wohin sie eigentlich gehören, hat das fatale Folgen.

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Joachim Gauck, Cem Özdemir und der Islam in Deutschland

Die fast immer großspurig auftretenden Vertreter der türkisch-muslimischen Verbände waren sofort zur Stelle. Es scheint, als warteten sie ständig auf einen Grund, sich zu empören. Bescheidenheit, common sense ist nicht ihre Stärke.

Dabei hat unser Bundespräsident, als er sich auf den umstrittenen Satz seines Vorgängers bezog, daß der Islam nämlich zu Deutschland gehöre, eine ganz selbstverständliche Korrektur angebracht:

Ich hätte einfach gesagt, die Muslime, die hier leben, gehören zu Deutschland.

Genauso ist es. Man kann doch nicht aus der Tatsache, daß heute viele Muslime unter uns leben, kurzerhand schließen, daß auch unsere Geschichte und unsere Kultur vom Islam mitgeprägt seien.

Das sind sie nämlich nicht.

Jeder, der in unserem Land lebt, genießt – solange er sich an die Gesetze hält – die volle Religionsfreiheit. Sie ist ihm sogar durch das Grundgesetz garantiert. Aber jeder, der hier lebt, sollte sich auch im klaren darüber sein, daß es kaum ein islamischen Land gibt, das seinen Bürgern eine vergleichbare Freiheit einräumt. Selbst in der Türkei haben Christen einen schweren Stand – sie sind allenfalls eine geduldete Minderheit, und von einer wirklichen Religionsfreiheit ist man in der Türkei noch weit, weit entfernt.

Deshalb entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, daß ausgerechnet die türkischen Verbände in Deutschland immer wieder etwas einfordern, was ihr Heimatland allen Nichtmuslimen immer noch versagt.

Mich verwundert es, daß selbst gebildete Muslime bei solchen Anlässen genauso stereotyp reagieren wie ihre ungebildeten Glaubensgenossen. Da ist sofort von Islamophobie die Rede, da wird gar dem Bundespräsidenten, der solche Belehrung weiß Gott nicht nötig hat, ein „Blick in die Geschichtsbücher“ empfohlen. Ein gewisser Güner Deniz nennt Gaucks Satz „Blödsinn“, und Lamya Kaddor spricht – ebenso dreist wie dumm – von „Meinungsmache“ und „Stimmenfang“.

Und auch Cem Özdemir von den Grünen kritisiert Gauck:

Wenn der Bundespräsident erklärt, dass Muslime, die hier leben, zu Deutschland gehören, dann gehört natürlich auch ihr Islam zu Deutschland.

Da müßte man jetzt wirklich semantisch untersuchen, was die Vokabel „gehören“ bedeutet. Wenn es die bloße Existenz des Islam in Deutschland meint, hätte Özdemir natürlich recht. Das wäre aber doch eine eher platte Aussage: der Islam ist da, weil er da ist.

Aber darum geht es hier doch nicht. Es geht hier allein um Geschichte und Kultur, und zwar genau die Geschichte und die Kultur, die uns in Europa bis in den Alltag hinein seit Jahrhunderten prägen. Und da hat der Islam nun wirklich nicht die geringste Rolle gespielt. Im Gegenteil: der Islam mit seiner Unduldsamkeit war immer so etwas wie ein kultureller Gegenentwurf, er war – wie es sich einst in dem Ruf „Die Türken vor Wien!“ ausgedrückt hat – geradezu ein Schreckgespenst, und das wahrhaftig nicht ohne Grund.

Viele Generationen von uns Europäern haben – oft unter großen Opfern! – kämpfen und leiden müssen, bis wir endlich diesen freiheitlichen, liberalen, demokratischen Rechtsstaat hatten. In ihm fühlen wir uns wohl. Er ist eine Errungenschaft, das heißt: er mußte buchstäblich errungen werden.

Wer hier mit uns leben will und sich mit uns über all das freut, was ihm als Ergebnis einer langen Geschichte zuteil wird, ist immer willkommen, denn er ist dann ja wie wir Erbe einer Vergangenheit, deren Früchte wir alle genießen. Wer uns aber bei jeder Gelegenheit belehren und uns einen völlig anderen, eher archaischen Gesellschaftsentwurf aufzwingen will, der sollte sich wirklich ein anderes Land suchen. Er wird hier nicht glücklich werden, denn wir werden, das sollte jedem klar sein, unsere Kultur, unsere Geschichte, unsere Freiheit verteidigen. Gerade Joachim Gauck sagt das immer auf beeindruckende Weise, und deshalb war auch die Bemerkung von Cem Özdemir ein überflüssiger Fauxpas. Er ist doch ein intelligenter Politiker (obwohl er bei den Grünen ist, hätte ich jetzt fast gesagt), da hat er eigentlich diese Verteidigungsreflexe, wie man sie von den aus Ankara gesteuerten Islamverbänden kennt, nicht nötig.

Ich vermute, daß ein anderer Satz des Bundespräsidenten der eigentliche Stein des Anstoßes war, denn er erinnert ein bißchen an die Rede, die Papst Benedikt XVI. in Regensburg gehalten hat:

Wo hat denn der Islam dieses Europa geprägt, hat er die Aufklärung erlebt, gar eine Reformation? Ich bin hoch gespannt auf den theologischen Diskurs innerhalb eines europäischen Islams.

Aber diesen Diskurs, fürchte ich, werde ich nicht mehr erleben. Reformation, Aufklärung, selbst das aggiornamento des Zweiten Vatikanischen Konzils – solche Entwicklungen sehe ich auch im europäischen Islam nicht, solange geistig (und geistlich!) unbewegliche Verbandsbürokraten hier im Lande lautstark den islamischen Ton angeben.

Aber schön wär’s, ja.

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Ist der Islam ein Teil von Deutschland?

Nein, das ist er natürlich nicht. Deutschland ist, auch wenn viele seiner Bewohner das nicht wahrhaben wollen, ein bis in die letzten Fasern seiner geschichtlichen Entwicklung   christliches Land.

Ich sehe jetzt schon den skeptischen Blick einiger meiner Leser. Deutschland christlich – und das angesichts leerer Kirchen, immer noch fortschreitender Kirchenaustritte, angesichts einer immer noch anwachsenden Säkularisierung? Und da sage ich: ja! Denn die christlich geprägte Kultur äußert sich ja nun wirklich nicht in der Zahl der Kirchenmitglieder. Selbst die Aufklärung, ja selbst der verbissene Atheismus à la Dawkins zeugt eher von der Kraft des Christentums als von seinem baldigen Ende. Die Gleichgültigkeit ist der wirkliche Feind des Christentums, der Atheismus ist es nicht. Er ist die Negation, der ohne das negierte Feindbild nicht einmal denkbar ist.

Die gesamte europäische Kultur ist und bleibt römisch-griechisch und christlich geprägt. Ja, es hat im Mittelalter auch ein paar islamische Gelehrte gegeben, aber auch sie haben sehr genau gewußt, daß sie etwa ohne Aristoteles niemals ihre geistige Höhe erreicht hätten. Nicht umsonst mußte Avicenna damals weniger gegen das Christentum als gegen die eigene muslimische Orthodoxie kämpfen. Heutzutage wäre er vermutlich von seinen Glaubensbrüdern mit dem Tod bedroht worden.

Da mutet es mehr als makaber an, wenn Aiman Mayzek, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, allen Ernstes folgendes behauptet:

Das europäische Abendland steht ganz klar auch auf muslimisch-morgenländischen Beinen. Wer das leugnet, betreibt Geschichtsfälschung.

Ich leugne das geradeheraus, und ich kann mir kaum vorstellen, wie sich ein Mensch, der seine fünf Sinne beisammen hat, mit so einen Satz zitieren lassen kann.

Es mag ja sein, daß mancher so eine Geschichtsklitterung braucht, um sein Selbstbewußtsein zu stärken, aber Europa hat sich und seine Kultur in vielen Jahrhunderten gegen den Islam und in der Auseinandersetzung mit ihm definiert.

Zu den europäischen Wurzeln gehört so manches, aber der Islam ganz gewiß nicht. Im Gegenteil: wenn der Islam endlich damit beginnen würde, seine eigene Geschichte historisch-kritisch aufzuarbeiten (wie es die christlichen Konfessionen schon vor über hundert Jahren getan haben), würde schnell klarwerden, wie stark er in seinem Entstehungsgebiet auf jüdisch-christlichen Wurzeln fußt. Aber ich fürchte, daß es zu einer solchen Selbstschau des Islam zu meinen Lebzeiten nicht mehr kommen wird.

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Merkel läßt im großen Stil Natur vernichten

Die neuen Stromautobahnen – etwa 3.800 km lang sollen sie werden – sind jetzt festgelegt. Allerdings steht nicht der Trassenverlauf fest, bekanntgegeben wurden nur die Anfangs- und Endpunkte der Leitungen (hier nachzulesen):

Die quer durch Deutschland führenden Trassen sollen laut ersten Grobplanungen wie folgt verlaufen: Von Emden (Niedersachsen) nach Osterath in Nordrhein-Westfalen und von dort nach Philippsburg in Baden-Württemberg. Eine weitere Haupttrasse ist von Wehrendorf (Niedersachsen) nach Urberach (Hessen) geplant. Zudem soll eine Haupttrasse von Schleswig-Holstein nach Baden-Württemberg und Bayern führen. Von unterschiedlichen Startpunkten (Brunsbüttel, Wilster, Kaltenkirchen) soll es gen Süden gehen, mit Abzweigen nach Großgartach und Goldshöfe in Baden-Württemberg und Grafenrheinfeld in Bayern. Die vierte große Gleichstromtrasse soll vom ostdeutschen Lauchstädt (Sachsen-Anhalt) nach Meitingen (Bayern) verlaufen.
Der genaue Trassenverlauf soll nach den Bürgerkonsultationen festgelegt werden. In den kommenden sechs Wochen haben die Bürger Gelegenheit, Stellungnahmen abzugeben.

Bürgerkonsultationen? Stellungnahmen abgeben? Ja, da können Sie vielleicht vorschlagen, daß die Monsterleitungen nicht durch die eigene Gemeinde, sondern durch die Nachbargemeinde gelegt werden. Die Grundsatzentscheidung für diese unglaubliche Vernichtung von natürlichen Lebensräumen darf niemand mehr antasten, das hat Mutti nun einmal beschlossen.

Sie wissen ja: es gibt „keinen Weg zurück“, alles ist „unumkehrbar“ und „alternativlos“.

Und die großen „Naturschutzverbände“ wie BUND und NABU, die früher einmal selbst gegen kleinste Versiegelungen und Bebauungen von Flächen gekämpft haben, werden auch dieser Schweinerei zustimmen.

Wetten?

PS: Den „Netzentwicklungsplan“ der vier beteiligten Unternehmen können Sie hier im Wortlaut abrufen.

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Stromautobahnen, explodierende Energiepreise und die Aushebelung der Demokratie

Die Entlassung von Norbert Röttgen, in ihrer brutalen Durchführung beispiellos für die Regierung Merkel, war ein Fanal. Sie war gleichzeitig das Eingeständnis, daß die Energiewende auf die gemütliche Art nicht durchzusetzen ist. Erst einmal mußte der Zauderer entfernt werden, von jetzt an wird unerbittlich durchgegriffen.

Warum? Die kritischen Stimmen zur Energiewende mehren sich, bis in die Regierungskoalition hinein. Das könnte, wenn es zu einer Lawine wird, für die Kanzlerin gefährlich werden. Außerdem fordert die Windkraftlobby, die sich an unseren Steuergeldern förmlich mästet, daß endlich der Ausbau vor allem der Stromleitungen vorangetrieben wird. Auch der Bau von Windkraftanlagen im Inland soll von allen bürokratischen Hemmnissen befreit werden. Städte und Gemeinden, betroffene Bürger und örtliche Naturschutzgruppen sollen in ihren Mitbestimmungsrechten weitgehend beschnitten werden. Röttgen war da offenbar zu zögerlich, jetzt hat Merkel ihn durch ihren treuen Heinrich ersetzt. Von Altmaier ist kein Widerwort zu erwarten, er redet schon so wie seine Chefin: es gebe „keinen Weg zurück“. Ja, sind wir denn im Krieg – oder machen wir rationale Politik? Wenn wir im Krieg sind, können wir alle Brücken hinter uns abbrechen. Aber Politiker, wenn sie denn diesen Namen verdienen, müssen immer auch Alternativen haben. In der Politik gibt es nichts Unumkehrbares.

Die Kanzlerin weiß, daß sie ihren dummen Plan, ausgerechnet ein hochentwickeltes Land wie Deutschland der Windenergie auszuliefern, nur brutalstmöglich durchsetzen kann, denn mit jedem Windpark vor der Haustür und in unseren schönen Mittelgebirgen – und vor allem mit dem Bekanntwerden der gigantischen Stromtrassenpläne! – sinkt die Akzeptanz in der Bevölkerung. Viele von uns haben zunächst nur gute Gefühle gehabt, und auf den ersten Blick war es ja auch plausibel, die gefährliche Atomenergie nach und nach durch Wind und Sonne zu ersetzen. Aber die Folgen sind für Natur und Landschaft (und damit letztlich auch für den Menschen!) verheerend.

Nehmen wir nur einmal die neuen Stromleitungen. Ein großer Teil des Stroms soll in den großen Offshore-„Windparks“ erzeugt werden. Wie kommt der Strom jetzt nach Ruhpolding und Nesselwang? Die Planungen der vier großen Netzbetreiber – Tennet, Amprion, 50Hertz und TransnetBW – sehen vor, daß etwa die Hälfte der Leitungen „angesichts des Widerstandes in der Bevölkerung“ (so der Tennet-Geschäftsführer) auf schon bestehenden Trassen gebaut wird, und zwar auf einer Länge von 4.000 km. Daß die Breite der heutigen Trassen ausreichen wird, muß bezweifelt werden, es war nämlich schon vor Monaten von einer Trassenbreite von bis zu 1 km (!) die Rede.

Dazu kommen mindestens 3.800 km völlig neue Trassen, sog. „Stromautobahnen“, wie es sie bisher noch nicht gegeben hat. Jeder kann sich vorstellen, was solche gewaltigen Schneisen für ein dicht besiedeltes Land wie Deutschland und für seine Natur bedeuten. Auch deshalb bin ich so entsetzt über die Haltung der großen Umweltverbände (allen voran BUND und NABU), die so tun, als könnte man alles, aber auch alles „naturverträglich“ gestalten. Hier wird ein gigantischer Flächenverbrauch stattfinden, und das ist – darauf beharre ich – ein Verbrechen an der Natur und am Menschen. Denn mit diesen Stromautobahnen ist es ja nicht getan, sie bilden nur (hier nachzulesen) das Rückgrat des Leitungssystems.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, erinnerte daran, dass es nicht nur um rund 4000 Kilometer Stromautobahn gehe. Der Strom müsse ja auch verteilt werden. Dabei gehe er von einem Verteilnetz von 198.000 Kilometern aus, das auch noch gebaut werden müsse. Im Deutschlandfunk schlug er zudem eine Straffung von Gerichtsverfahren vor, um ordnungsrechtlich schneller voranzukommen.

Da sind wir schon beim nächsten Punkt, den explodierenden Stromkosten. Davon will die Kanzlerin natürlich gar nichts wissen – das sei „Kaffeesatzleserei“. Zum drohenden starken Anstieg der Einspeisevergütung für Sonnenstrom zum Beispiel seien „seriöse Aussagen noch nicht möglich“.

Der Bau der Stromtrassen soll übrigens insgesamt 32 Milliarden Euro kosten. Die Erfahrung lehrt aber, daß die Kosten am Ende viel höher sein werden als veranschlagt.

So, jetzt habe ich noch eine Verstandesfrage für meine Leser: wer, glauben Sie, wird für diese Kosten am Ende aufkommen? Folgende Antworten sind möglich:

a)  Frau Merkel persönlich
b)  die Energiekonzerne, oder
c)  die Steuerzahler.

Ich kenne die Antwort. Sie auch?

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