Herzlichen Glückwunsch, Herr Schwarzenberg!

Nein, gewonnen hat Karl Fürst zu Schwarzenberg die Wahl zum tschechischen Präsidenten nicht. Es ist in vielen Ländern die zurückgebliebene Landbevölkerung, die über den Ausgang von Wahlen entscheidet – auch in der Tschechischen Republik. Der stramme Altkommunist Zeman mit besten „Verbindungen zu ehemaligen kommunistischen Behörden und Geschäftsleuten mit Beziehungen zu Russland“ (so Reuters) hat mit etwa 56 zu 44 % der Stimmen gewonnen. Ob Tschechien mit einem solchen Präsidenten glücklich wird, möchte ich bezweifeln, aber das ist nicht unsere Sache.

Eines muß man aber sagen: Karl Fürst zu Schwarzenberg hat mit seinem Eintreten für Europa ein mutiges und entschlossenes Bekenntnis gegen die nationalistischen Kleingeister angelegt, die es (leider!) fast in jedem europäischen Land gibt. Er hat – wohl wissend, daß er damit den Haß der dummen Nationalisten auf sich zieht – keinen Augenblick gezögert, die Vertreibung der sudetendeutschen Bevölkerung als das zu bezeichnen, was sie war: eine ethnische Säuberung, also ein Verbrechen gegen die Menschheit.

Das allein macht ihn schon zu einem großen Europäer.

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Warum sich Henri Nannen im Grab herumdreht

Beim Stern kann es vorkommen, daß eine Reporterin erst nach einem Jahr bemerkt, daß sie sexuell belästigt worden ist, aber was im Dschungelcamp abgeht, das wird in diesem Qualitätsblatt immer extrem zeitnah und mit großem Ernst berichtet, zum Beispiel so:

An diesen Ehrentag wird sich Claudelle Deckert noch lange erinnern: Kein Geburtstagssex, zum Mampfen Kakerlakentorte – und als verspätetes Geschenk kickten die Zuschauer Fiona Erdmann aus dem Camp.

Wer sich noch an Henri Nannen erinnert, den packt angesichts eines solchen Journalismus das kalte Grausen.

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Scharia-Patrouillen in London

Junge Islamisten ziehen durch die Straßen von London und bedrohen alles, was nicht in ihr schlichtes Weltbild paßt. Wenn sie eine Frau sehen, deren Rock zu kurz ist, einen Homosexuellen (oder einen, den sie dafür halten), oder jemanden, der Alkohol trinkt, dann pöbeln sie die Menschen an und sagen ihnen, daß so etwas „in einem muslimischen Viertel“ nicht erlaubt sei.

Sie haben ihre Attacken, wie es heutzutage üblich ist, auch ins Netz gestellt und damit in England zurecht einen Aufschrei der Empörung ausgelöst. Natürlich distanzieren sich die islamischen Verbände von solchen Methoden – nennen diese Früchtchen aber gleichzeitig „Brüder“.

Jetzt erntet England, was es gesät hat. Nirgendwo sonst ist man den Muslimen so weit entgegengekommen. Die anglikanische Kirche sagt öffentlich, daß man in muslimischen Vierteln getrost die Scharia einführen darf, christliche Symbole und Weihnachtslieder, sogar Weihnachtsbäume werden verboten, weil  sie die Muslime erzürnen könnten usw. Mit einem Wort: man ist feige und steht nicht zur eigenen Kultur. Glaubt man, damit diese zornigen jungen Männer beschwichtigen zu können?

Das Gegenteil ist der Fall. Sie sind in einer Kultur aufgewachsen, in der jedes Entgegenkommen als Schwäche ausgelegt wird. Sie werden dadurch nur immer unverfrorener.

Eine der belästigten Frauen hat den Angreifern einen bemerkenswerten Satz entgegengeschleudert:

„This is Great Britain!“

Das war wirklich mutig. Es ist höchste Zeit, daß auch die englischen Politiker, Bischöfe und Bürgermeister und auch die ganz normalen Bürger dem Pöbel genau diesen Satz immer wieder entgegenschleudern: „This is Great Britain!“

Mit Selbstkasteiung, mit der Aufgabe der eigenen Religion, der eigenen Kultur wird man von solchen Muslimen, wie sie auf dem Youtube-Video zu sehen und zu hören sind, nur verachtet werden.

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WOW!

Vor mir liegt ein Prospekt der Fa. Karstadt. Er beginnt – von oben – mit folgenden Wörtern, die ich hier ohne jede Veränderung wiedergebe:

WOW! WOW!
sale sale
WOW! sale-Wochen ab dem 27.01.2013
Welcome
WOW preis Je 4.-

Die Frage ist jetzt: was ist das für eine Sprache? Denn daß es nicht deutsch ist, versteht sich von selbst. Ist es vielleicht russisch? Darauf würde die Endung „-ow“ hindeuten, die immer wiederkehrt. Auch einige Brocken, die englischen („sale“, „welcome“) und deutschen („Wochen“, „preis“) Wörtern ähnlich sehen, sind eingestreut, machen das Ganze aber nur noch rätselhafter. Warum etwa wird „preis“ klein-, „Je“ aber großgeschrieben? Nein, deutsch ist das nicht.

Ist es vielleicht die codierte Mitteilung an einen ausländischen Geheimdienst? Könnte sein. Oder haben sich Marsianer oder andere Außerirdische an der Sprache der Erdlinge versucht, ohne sie recht zu beherrschen? Auch das wäre denkbar. Ich kann nicht einmal ausschließen, daß Durs Grünbein an neuen lyrischen Strukturen gebastelt hat – die beiden ersten Zeilen (wow, wow – sale, sale) haben mit ihrer kunstvollen Verdoppelung durchaus etwas rhythmisch Strukturiertes. (Herr Grünbein: wenn Sie es waren, melden Sie sich bitte unter meiner Mail-Adresse!)

Eine Möglichkeit habe ich am Anfang in Betracht gezogen, aber gleich wieder verworfen: daß es sich hier einfach nur um Werbung handelt. Nein, so bescheuert, daß sie einen solchen Text abliefert, kann keine Werbeagentur sein.

Unmöglich.

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Volksverhetzung mit Lego-Steinen?

Das kann doch nur Satire sein!

Eine türkische „Kulturgemeinde“ in Österreich will die Fa. Lego vor Gericht zerren, weil ein Star Wars-Bausatz („Jabba’s Palace“) angeblich einer Moschee ähnelt.

Sie können sich die beiden „Gebäude“ u.a. hier zum Vergleich ansehen. Wie ein Ei dem andern, nicht wahr?

Also, wenn es keine Muslime wären, wäre ich sicher, daß es sich um eine Satire handelt.

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Das Dschungelcamp und die Qualitätspresse

Liebe Qualitätsblätter Spiegel, Stern, Focus, Welt und wie ihr alle heißt!

Seid ihr eigentlich noch ganz gescheit? Ihr berichtet ständig über eine der peinlichsten Trash-Sendungen des deutschsprachigen Fernsehens, mal andächtig, mal herablassend, mal ironisch, aber – ihr berichtet.

Tag für Tag!

Man muß die Menschen abholen, wo sie sind – würdet ihr vielleicht antworten. Aber muß man das wirklich? Nein, ganz und gar nicht. Ein, zwei kluge Artikel darüber im Feuilleton, das wäre mehr als ausreichend.

In Wirklichkeit seid ihr nämlich nichts weiter als Profiteure des Trash. Ihr hängt euch an die Sendung dran, und die Ironie ist nur für euer gutes Gewissen. Da könnt ihr euch über diese oft peinlichen Gestalten im Camp erhaben fühlen – und produziert zugleich Schlagzeilen wie diese:

Reis kochen, im Tümpel baden, traurige Geschichten am Lagerfeuer erzählen (Stern)
Tag 10: Rambo Joey spricht mit Tieren (Spiegel)
Ratten wie ein Kopf, Spinnen wie ein Topf (Welt)
Allegra und Iris streiten über ihre Plautzen (Stern)
Die Ekel-Tränen der Mutter (Abendzeitung)
Joey Heindle in der Dschungelkloake (Hamburger Abendblatt)
Claudelle isst den Kakerlacookie (Spiegel)
Allegra stinksauer: Mein Gesicht ist echt! (BZ)
Joey Heindles Mutter wußte nichts von seinem Selbstmordversuch (Focus).

Und so geht es immer weiter – wahrscheinlich bis zum bitteren Ende. Noch einmal ganz deutlich: wenn jemand diesen Trash unbedingt sehen will, dann soll er das tun. Aber wenn gestandene Redakteure von doch immer noch seriösen Zeitungen und Zeitschriften fast täglich (!) darüber berichten und gleichzeitig immer wieder in den Ironie-Modus schalten, weil es ihnen im Grunde ihres Herzens vielleicht doch ein bißchen peinlich ist, dann nenne ich das einen Abgrund von Heuchelei.

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Mal wieder Rot-Grün in Niedersachsen – und was wird sich jetzt ändern?

Jedenfalls nichts zum Besseren. Die Drohungen der Grünen im Falle eines Wahlsieges waren ja schon vorher bekannt:

Beschleunigter Ausbau der regenerativen Energieerzeugung
Beschleunigung des überregionalen und lokalen Netzausbaus
Absenkung des Wahlalters für Landtags- und Kommunalwahlen auf 14 Jahre
Krippenausbau beschleunigen usw. usw

Natürlich wird auch gleich morgen die (in Niedersachsen besonders perverse!) Massentierhaltung abgeschafft. Und wer’s glaubt, zahlt einen Taler.

Die Grünen waren nämlich schon an so vielen Kabinetten in Bund und Ländern beteiligt, und nie hat sich an der Massentierhaltung etwas geändert (außer ein paar kosmetischen Korrekturen). Das wird auch diesmal wieder so sein. Wetten daß?

Es gibt schließlich Wichtigeres als die Viecher (hier nachzulesen). Das scheint das eigentliche Herzstück des grünen Hirns zu sein:

Wir wehren uns entschieden gegen jede Form von Rassismus, Lesben-, Schwulen- und Transsexuellenfeindlichkeit, Sexismus, Antisemitismus, Antiziganismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit!

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN kritisieren Patriotismus und Nationalismus als Ausgrenzungs- und Herrschaftsmechanismen.

Liebe Grüne – vielleicht habt ihr es ja noch nicht gemerkt: wir schreiben das Jahr 2013, nicht 1968. Die Ideologie, die aus diesen Zeilen trieft, ist von einer geradezu peinlichen Altertümlichkeit.

Vom Sprachstil wollen wir gar nicht erst reden.

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Die „kleinen afrodeutschen Leser“ und die bösen Neger in den Kinderbüchern

Manchmal denkt man: spinnt die Frau jetzt? Eine gewisse Jeannine Kantara setzt sich im Gefolge von Kristina Schröder in der ZEIT energisch für die politisch korrekte Änderung unserer gesamten Kinderliteratur ein. Alle Wörter sollen aus ihr getilgt werden, die nicht mehr korrekt sind – „Neger“ zum Beispiel. Man möge doch bitte – so wörtlich – die „kleinen afrodeutschen Leser“ vor solchen Wörtern bewahren!

Kinder sollen solche Wörter also gar nicht mehr kennenlernen. Sie sollen in einer purgierten Kunstwelt aufwachsen wie einst der Dauphin am französischen Königshof. Selbst ein Gespräch mit den Eltern über solche Wörter ist dann nicht mehr möglich – alles ist von vornherein porentief rein. Es gibt keine Neger und keine Zigeuner, es gibt auch keine Hautfarben mehr. Wir haben jede Diskriminierung ein für allemal abgeschafft – indem wir die diskrimierenden Wörter abgeschafft haben!

What a wonderful world.

Frau Kantara geht aber noch weiter:

Steckt in dem momentanen Schröder-Bashing nicht vielleicht auch die Angst der Kritiker, sich von den eigenen, lieb gewonnenen Vorurteilen verabschieden zu müssen? Nach dem Motto: Wo kommen wir denn hin, wenn man nicht mal mehr »Neger« sagen darf?

Ach jehchen! Wer gegen die Verfälschung unserer Kinderliteratur ist, wer sich dagegen wehrt, daß nach Herzenslust in den Romanen von Astrid Lindgren oder Enid Blyton herumgestrichen wird, damit auch noch der letzte Satz politisch korrekt ist – der hat „liebgewonnene Vorurteile“? Sie trauen den Eltern also nicht einmal zu, mit ihren Kindern über solche Themen vernünftig zu reden?

Da unterschätzen Sie aber nicht nur die deutschen Eltern, sondern auch ihre Kinder!

Wir brauchen nun wirklich keine Sprachpolizei, die in die Literatur hineinpfuscht.

Es gibt das Wort „Neger“. Es gibt das Wort „Zigeuner“. Sie können diese Wörter tausendfach aus allen Büchern ausmerzen – die Wörter sind trotzdem immer noch da. Statt die Sprachpolizei jetzt auch noch auf die Kinderliteratur zu hetzen, sollten wir lieber über solche Wörter, die eine lange und wechselvolle Geschichte haben, reden.

Reden, Frau Kantara! Nicht streichen, ausmerzen, verschweigen.

Nur reden hilft. Sonst gibt es bald nur noch „Astrid Lindgren in gerechter Sprache“, „Enid Blyton in gerechter Sprache“ und „Otfried Preußler in gerechter Sprache“. Das mag für Sie, Frau Kantara, die Erfüllung eines Traums sein. Für mich wäre es ein Albtraum. Und für unsere Kinder auch.

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Der Fürst zu Schwarzenberg

Zehn Jahre lang war Václav Klaus Präsident der Tschechischen Republik. Er war immer ein Hardliner – mit vielen Ressentiments gegen Europa, Homosexuelle und – natürlich! – gegen die Deutschen. Die ethnischen Säuberungen nach dem Krieg, die auf den verhängnisvollen Beneš-Dekreten beruhen und bis heute mit dem Wort „Vertreibung“ verharmlost werden, rechtfertigt er ohne Einschränkung.

Jetzt muß Klaus nach zwei Amtszeiten abtreten. Die beiden Kandidaten für seine Nachfolge könnten unterschiedlicher nicht sein.

Auf der einen Seite steht Miloš Zeman, 68, der bis heute in der Vertreibungsfrage zu keinem versöhnlichen Wort gefunden hat – im Gegenteil. Für ihn war die sudetendeutsche Minderheit im damaligen Tschechien immer nur die „fünfte Kolonne Hitlers“, und voller Häme meinte er, die Sudetendeutschen hätten doch froh sein können, „heim ins Reich“ zu dürfen, statt „an die Wand gestellt“ zu werden. Das klingt fast so, als hätte Zeman es vorgezogen, sie an die Wand zu stellen.

Sein Gegenkandidat ist Karl Fürst zu Schwarzenberg, 73, der in Tschechien nach Abschaffung aller Adelstitel natürlich nur Karel Schwarzenberg heißt. Er ist zur Zeit Außenminister und entstammt dem Geschlecht der Fürsten zu Schwarzenberg, die sich immer in Wort und Tat als Europäer, aber durchaus auch als tschechische Patrioten verstanden haben. Ihr Besitz wurde deshalb von den Nazis eingezogen. Das hilft dem Kandidaten aber nicht. Der scheidende Präsident macht bösartige Andeutungen über ihn: er sei kein „authentischer Tscheche“ und:

Präsident sollte ein Mensch werden, der zu diesem Land gehört, der Teil dieses Landes ist, der sein Leben hier verbracht hat.

Da kann man schon a bisserl Rassismus heraushören, nicht wahr? Vor allem hört man beim amtierenden Präsidenten die Angst heraus, daß Schwarzenberg und nicht der stramm nationalistische Kandidat Zeman die Wahl gewinnen könnte. Deshalb läßt er seinen Sohn nachtreten: Schwarzenberg könne nicht einmal richtig Tschechisch, und seine Familie – auch das eine lang widerlegte Verleumdung der streng „antifeudalen“ tschechischen Kommunisten – habe mit den Deutschen kollaboriert.

Am Donnerstag, in einer Fernsehdiskussion, sagte Schwarzenberg zur Vertreibung der Deutschen ein paar Sätze, die für einen normalen Menschen im 21. Jahrhundert eigentlich selbstverständlich sind, die aber im Klima des heutigen Tschechiens fast wie ein Licht in der Dunkelheit wirken.

Die Vertreibung, sagte er, müsse man aus heutiger Sicht als „grobe Verletzung der Menschenrechte“ ansehen (hier nachzulesen).

Dafür müßten sich heute die damalige Regierung und ihr Präsident Edvard Beneš in Den Haag verantworten. Die damalige tschechische Gesellschaft sei „vom Bazillus des Nazismus angesteckt“ gewesen, als sie nach dem Prinzip der Kollektivschuld auch jene Deutsche vertrieben habe, die sich loyal zum tschechoslowakischen Staat verhalten hatten.

Ich finde es außerordentlich mutig und sympathisch, das – als Tscheche! – so deutlich zu sagen, und ich wünsche Schwarzenberg von Herzen, daß er die Wahl gewinnen möge.

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Die Fußballtrainer als Weltmann und hocheleganter Modernist und seine Vergöttlichung durch den Herrn Redakteur Ulf Poschardt

Ulf Poschardt, 45, von der Welt muß in einem anderen Universum leben. Vielleicht war er ja früher einmal ein Sportredakteur, ich meine: einer, der noch wußte, was Sport ist. Das muß lange her sein.

Heute ist er wohl eher Wirtschaftsredakteur. In seinem Artikel über den neuen Bayern-Trainer Guardiola redet er immer nur von „Exzellenz“ (übrigens einem der dümmsten Wörter des beginnenden 21. Jahrhunderts) und wie man als „Gewinner“ aus dem „globalisierten Wettkampf“ hervorgeht. Und er berauscht sich an wirtschaftlichen Daten:

Der FC Bayern ist nicht nur ein Fußballverein, sondern eine vorbildlich geführte Aktiengesellschaft mit einem Jahresumsatz von 322 Millionen Euro.

Er redet vom „Exzellenzniveau“ von Bayern München, vom „stählernen Ehrgeiz“ des Uli Hoeneß, der neue Trainer ist für ihn gar „ein hocheleganter Modernist des zeitgenössischen Fußballs“. (Das Feuilleton beherrscht der Herr Redakteur auch!)

Jetzt muß sich alles, alles ändern – sogar München wird für den neuen Trainer von Grund auf umgekrempelt:

München muss eine andere Stadt werden, wenn ein Weltmann wie Guardiola künftig das „Schumann’s“, den „Fischmeister“ am Starnberger See oder Eduard Meiers legendäres Schuhgeschäft betritt.

Und selbst die CSU muß jetzt – wegen eines Fußballtrainers! – „weltläufiger werden“, meint Poschardt. Daß er 2005 zur Wahl der FDP aufgerufen hat, erklärt wenigstens zum Teil den besonders dummen Schluß seines Artikels:

Die zivilreligiöse Fixierung auf soziale Gerechtigkeit zwingt das Land oft genug, in politischen Debatten fast ausschließlich nach unten zu blicken, zu den Schwachen und Hilfsbedürftigen. Das ehrt uns und stärkt den Gemeinsinn, aber der FC Bayern sendet ein wichtiges Signal in das Land: Zukunftsfähig sind wir nur, wenn wir kompromisslos Exzellenz einfordern.

Es scheint, als möchte Poschardt unbedingt der Philipp Rösler des deutschen Journalismus werden. Aber vielleicht ist er es ja schon.

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