Sie sind da!

Gestern morgen habe ich im Alpenpanorama von 3sat (7.30 bis 9 Uhr) endlich die ersten Kühe auf der Alm gesehen – bei Eben im Pongau auf gut 1.200 m.

Auf den Hochalmen freilich ist kaum ein Tier zu sehen, da liegt vielerorts noch Schnee, oder die Wege sind durch Vermurungen unpassierbar. Um mehrere Wochen hat sich der Almauftrieb jetzt schon verzögert – aber irgendwann muß er doch beginnen!

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„Jahrhunderthochwasser“?

Was beim letzten „Jahrhunderthochwasser“ vor zehn Jahren – damals vor allem an der Elbe und ihren Nebenflüssen – noch völlig zurecht so bezeichnet wurde, als ein Ereignis nämlich, das einem Menschen nur einmal in seinem Leben widerfährt, hat sich jetzt, gerade einmal ein Jahrzehnt später, auf furchtbare Art wiederholt.

Die Abstände zwischen solchen verheerenden Naturkatastrophen werden kürzer, und sie kommen inzwischen so schnell, daß man sich nur schwer auf sie vorbereiten kann. Kaum ein Wissenschaftler bestreitet heute noch, daß der Mensch – sagen wir es zurückhaltend – zumindest maßgeblich an der Klimaerwärmung und damit an diesen Katastrophen schuld ist.

Die Menschheit freilich kann zwar solche Veränderungen herbeiführen, aber sie ist offenbar ganz und gar nicht in der Lage, auch deren Folgen abzuwenden. Dazu müßte sie nämlich erstens global und zweitens schnell handeln – und drittens auch noch freiwillig auf vieles verzichten, was uns allen an Komfort ans Herz gewachsen ist. Wenn man dann auch noch in  Betracht zieht, wie die meisten der großen Länder (Rußland, China, Brasilien) regiert werden, muß man alle Hoffnung fahren lassen. Aber auch bei uns wird kaum jemand über bloße Lippenbekenntnisse hinaus zu drastischen Eingriffen in seinen Lebensstandard bereit sein.

Muß man also pessimistisch sein? Ja, unbedingt.

Allein die Vorstellung, daß alle Regierungen der Welt den Ernst der Lage nicht nur erkennen, sondern auch entsprechend handeln könnten, hat etwas grotesk Märchenhaftes. Der Mensch kann zwar zerstören, und das mit einer Wucht, die man früher nicht für möglich gehalten hätte, aber zum globalen Handeln ist er offenbar nicht fähig. Ob das nun an der Struktur seines Gehirns liegt oder an der Unfähigkeit, soziale Verantwortung für die ganze Erde zu übernehmen, kann man getrost dahingestellt sein lassen.

Es ist, wie es ist.

Und doch ist und bleibt erstaunlich, daß so viele Menschen – trotz alledem! – die Hoffnung nicht aufgeben. Da ist also ein Funke, der weiter glüht, gegen alle Erfahrung und gegen alle Vernunft. Man muß sich nicht dafür schämen, wenn man ihn göttlich nennt, denn der common sense straft ihn immer und überall Lügen. Und doch ist er da und läßt sich immer wieder anfachen.

Er ähnelt jenem Wort, das (wohl fälschlich und in verschiedenen Versionen) Martin Luther zugeschrieben wird:

Wenn ich wüßte, daß morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.

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Mögen Sie trinken Saft? Oder sind Sie durch Schwierigkeiten verwirrt?

Eine App für das Android-Smartphone kommt mit dieser Beschreibung:

Mögen Sie trinken Saft, jedoch mit der Verwirrung der Gewichtszunahme? Wir haben einen Durst Papagei Vogel durch die gleichen Schwierigkeiten verwirrt …

Willkommen auf der saftigen Früchte Welt! In unserer Welt gibt es Sorten von saftigen Früchte auf dem Brett! Finden und blast / Pop köstliche Frucht Trauben mit einem Hahn, kollabiert sie in einem saftigen Explosion der Aufregung und halten die durstigen Vogel / Papagei glücklich.

Dieser Saft Making-Spiel wird Testen Sie Ihre Geschwindigkeit und die Fähigkeit. Füllen Sie das Glas mit Saft in bestimmten Zeit und gehen Sie für die nächste Stufe.

Was so wunderbar beschrieben wird, lädt man sich natürlich sofort herunter!

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Massenproteste gegen Erdogan – ein gutes Zeichen!

Daß die Menschen in Istanbul ihren kleinen Park – vorerst! – gerettet haben, ist fast unglaublich. Erdogan, der ohnehin zur Großmannssucht und Selbstüberschätzung neigt, wollte mit ihnen kurzen Prozeß machen – mit dem rücksichtslosen Einsatz von Gas. Damit hat er aber den Zorn der Demonstranten erst auf sich gezogen.

Erdogan war zwar einmal Bürgermeister von Istanbul, aber er kann mit dieser bunten, vitalen, schillernden Stadt im Grunde wenig anfangen. Seine geistige Heimat ist das Land, und dort hat er auch seine Wähler und Anhänger. In Istanbul würde er heute mit Sicherheit keine Mehrheit mehr bekommen.

Aber das gilt für viele dieser autoritären Herrscher. Ahmadineschad schlägt im urbanen Teheran nur Verachtung entgegen, und Mursi hätte in Kairo keine Chance, eine Wahl zu gewinnen. Und Putin? Moskau würde ihn zum Teufel jagen. Nein, alle diese feinen Herren stützen sich, um die demokratische Fassade zu wahren, auf die „bildungsfernen Schichten“ des flachen Landes.

Gibt es einen besseren Grund, Bildung und Aufklärung in das letzte Dorf zu tragen?

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Das Putin-Regime – Gefährliche Kriegstreiber im Kreml

Mit der Lieferung modernster Luftabwehrraketen an das verbrecherische Assad-Regime legt Putin die Lunte an das Pulverfaß Naher Osten – oder besser: er hat die Lunte damit schon angezündet. Sobald diese Raketen einsatzbereit sind, hat Israel nicht einmal mehr die Lufthoheit über dem eigenen Land. Es ist in seiner Existenz bedroht. Dann ist es, um den kleinen jüdischen Staat vor der Vernichtung zu bewahren, praktisch gezwungen, diese Raketen zu zerstören, bevor sie eingesetzt werden können.

Assad, der wie sein Vater das Blut von Zehntausenden seiner Landsleute an den Händen hat, wird – wie alle großen Verbecher der Geschichte – nicht zögern, sein Land und die ganze Region in den eigenen Untergang mit hineinzuziehen. Und Rußland, das ihn dabei auch noch unterstützt, wird von jetzt an für alles mitverantwortlich sein, was in dieser ohnehin schon hochgefährlichen Region geschieht.

Ich mache mir im übrigen nicht die geringsten Illusionen über die syrische „Opposition“ und ihre Armee, die längst von fanatischen Islamisten durchsetzt ist. Aber auch daran ist einzig und allein Assad schuld. Er hat vom ersten Tag an auf die (lange friedlichen) Demonstranten gegen sein despotisches Regime schießen lassen. Erst sehr viel später haben die gemerkt, daß der Gewaltherrscher kein Zipfelchen seiner Macht abgeben will. Dann erst haben sie den bewaffneten Kampf begonnen.

Das Putin-Regime unterstützt schon lange Schurkenstaaten auf aller Welt. Es beliefert den Iran mit Waffen, es hat sich auch von Nordkorea, mit dem es immer „freundschaftlich verbunden“ war, nie wirklich distanziert. Und jetzt gibt es Assad gefährliche Spielzeuge in die Hand. Warum? Aus den niedrigsten Beweggründen: es will seinen stark geschrumpften Einfluß im Nahen Osten behalten – und seinen letzten Marinestützpunkt.

Es ist höchste Zeit, daß die USA in dieser gefährlichen Lage ihren ganzen politischen und militärischen Einfluß in die Wagschale werfen. Die Existenz des Staates Israel steht auf dem Spiel, und diese Existenz wird jetzt zusätzlich noch von russischen Raketen bedroht. Ich warte immer noch auf ein klares Wort von Obama, der eine seltsame Art hat, bei größeren Konflikten einfach – nichts zu tun. Das mag hin und wieder eine akzeptable Strategie sein, aber bei Despoten vom Schlage eines Assad und bei autoritäten Herrschern wie Putin wirkt eine schläfrige, auf „Deeskalierung“ und appeasement abzielende Politik eher als Ermunterung. Kennedy – das sollte man nicht vergessen – hat in der Kubakrise auch nicht deeskaliert. Er ist der aggressiven russischen Politik entschlossen entgegengetreten.

Das war nicht ohne Risiko, aber in der Politik muß man leider hin und wieder Risiken eingehen, wenn man den Tyrannen die Stirn bieten will.

Oder wollen wir das etwa gar nicht mehr? Lassen wir es uns hier im alten Europa nur noch gutgehen wie auf einer Insel der Seligen?

In einer Welt, die von Kriegen, Bürgerkriegen und Terror gezeichnet ist, wäre das nichts anderes als ein letzter Tanz auf dem Vulkan. Die Kriege werden nämlich vor unseren Grenzen nicht haltmachen, und den Terror haben wir schon mitten unter uns. Daß Deutschland am Hindukusch verteidigt wird, mag keine glückliche Formulierung gewesen sein. Aber sie hat einen wahren Kern: im Zeitalter der Globalisierung werden eben auch alle Konflikte globalisiert. Wir können uns nicht einfach in ein europäisches Wolkenkuckucksheim des Luxus und des Wohlstands zurückziehen.

Wenn wir es dennoch versuchen, wenn wir – wie die Römer des Kaiserreichs, die von Gastmahl zu Gastmahl eilten, während die Germanen schon an ihren Grenzen standen – nur noch unseren eigenen Wohlstand genießen wollen, dann werden uns, so fürchte ich, die Bissen irgendwann im Halse steckenbleiben.

PS: Gerade wird gemeldet, daß Rußland auch zehn hochmoderne Kampfjets an Syrien liefern will. Und Obama schnarcht weiter vor sich hin.

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Über eine kreative Texterin

Ach, was man im Internet nicht alles findet! Da schreibt eine „freiberufliche Redakteurin“ für eine etwas merkwürdige Internetseite und stellt sich selbst so vor:

Seit drei Jahren, als Texterin selbständig. Autorin aus Leidenschaft, wobei Qualität stets an erster Stelle steht. 7 Tage in der Woche stets voll einsatzbereit und immer mit kreativen Einfällen bei der Arbeit. Ich habe Spaß am Schreiben und sehe meinen Job nicht, als nervigen Beruf, sondern eher, als lukrativen Zeitvertreib.

Daß diese Texterin „immer mit kreativen Einfällen“ bei der Arbeit ist, glaube ich sofort. Es genügt ein Blick auf ihre Zeichensetzung.

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Genosse Putin – Assads bester Freund

Kann man ein größerer Heuchler sein als der Genosse Putin?

Er versorgt den syrischen Despoten Assad mit modernsten Raketen und Militärmaterial jeder Art, hat sich also in Wort und Tat für eine Partei im Bürgerkrieg entschieden.

Gleichzeitig verurteilt er die Aufhebung des EU-Waffenembargos, das gegen beide Seiten gerichtet war, weil man damit den „Friedensbemühungen“ schade.

Auf deutsch gesagt: nur noch der Despot aus dem blutigen Hause Assad soll Waffen bekommen dürfen. Das ist russische Logik oder – besser gesagt – russische Machtpolitik: denn Rußland geht es nur um seinen letzten Militärstützpunkt im Nahen Osten.  Dafür geht man über Leichen.

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Ärzte, Doktoren – und Docs

Im SWR-Fernsehen läuft zur Zeit die Reihe „Die Kinder-Docs“. Was die Macher dazu bewogen hat, aus dem deutschen Kinderarzt einen Kinder-Doc zu machen, weiß der Himmel. Aus Knochenspezialisten werden (auf 3sat) „Knochen-Docs“, und wenn in einem Tatort der Gerichtsmediziner kommt, wird er gar nicht so selten vertraulich mit „Doc“ angeredet.

Ich gehöre noch einer Generation an, die im Krankheitsfall zum Arzt (und nicht zum Doc) geht. Ich kenne auch niemanden, der seinen Hausarzt mit einem freundlichen „Hallo, Doc!“ begrüßt. Selbst in den USA, wo man diese saloppe Abkürzung schon lange kennt (es soll sie dort seit Mitte des 18. Jahrhunderts geben), dürfte man einen Arzt nur dann so anreden, wenn man über das Arzt-Patienten-Verhältnis hinaus eine freundschaftliche, also ganz persönliche Beziehung zu ihm hat.

Wenn man also in deutschen Spielfilmen und deutschen Dokumentationen nicht mehr von Ärzten, sondern von Docs spricht, dann ist das einfach nur – albern.

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Grafitti als „künstlerische Freizeitgestaltung“?

Von Literatur verstehe ich etwas, und von Kunst auch. Deshalb lasse ich mir von keinem linken oder grünen Hansel erzählen, daß die Graffitischmierer einer „künstlerischen Freizeitgestaltung“ nachgingen. Ihre stupiden, monotonen, immergleichen Ornamente haben mit Kunst und Kreativität nun wirklich gar nichts zu tun.

Die meisten Grünen sehen das offenbar anders. Nehmen wir nur einmal den Antrag der Fraktion Bündnis90/Die Grünen in Hannover vom letzten Jahr:

Die Verwaltung wird aufgefordert zu prüfen, welche weiteren Flächen (städtische Flächen, Flächen der Eigenbetriebe, Wohnungsbaugesellschaften, private Eigentümer und Eigentümerinnen u.a.m.) für jugendliche Graffitisprayerinnen zur Verfügung gestellt werden können, um mehr Projekte und Aktionen anbieten zu können. Diese Flächen sollten bestimmte Kriterien erfüllen, um sowohl Sicherheit zu garantieren als auch den Ansprüchen der jugendlichen Sprayerinnen und Sprayer gerecht zu werden.

Graffiti ist in erster Linie eine künstlerische Freizeitgestaltung, die Jugendlichen nicht selten auch berufliche Perspektiven eröffnen kann. Wenn für Graffiti legaler Raum zur Verfügung gestellt wird, zeigen Statistiken die Abnahme von illegalen Graffitis. Darüber hinaus steigt auch die Qualität, da nicht mehr unter Strafverfolgungsdruck gesprüht wird.

Da erübrigt sich jeder Kommentar. Ich jedenfalls bin nicht bereit, mich ständig und überall, auf Bahnhöfen und S-Bahn-Fenstern, an Schallschutzmauern, auf schönen Hausfassaden, der „künstlerischen Freizeitgestaltung“ von „Sprayerinnen und Sprayern“ auszusetzen. Sie mögen dieser Freizeitgestaltung bitte (sicher zur Freude ihrer Eltern!) in ihrer eigenen Wohnung nachgehen.

Wer diesem Geschmiere auch noch – wie es die Grünen bis hinauf in die obersten Parteigremien tun – den künstlerischen Segen gibt, sollte sich in einer stillen Stunde einmal fragen, ob er noch ganz gescheit ist.

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Wo bleibt jetzt die Empörung der Muslime?

Mitten in unserem alten Europa haben Muslime – zwei in London, einer in Paris – heimtückisch und im Namen Allahs arglose Menschen überfallen. Das Opfer in London ist tot, das in Paris wird den Mordanschlag vemutlich überleben.

Muslime empören sich ständig und überall auf der Welt. Aber wo bleibt ihre Empörung, wenn Mörder im Namen ihres eigenen Gottes morden? Wo bleiben die Demonstrationen der Millionen „friedliebender“ Muslime in London und Paris? Warum gehen sie nicht gegen die auf die Straße, die ihre Religion mit Blut beflecken? Sie haben hier – anders als in den meisten muslimischen Ländern – alle Bürgerrechte, auch das der Demonstration, aber sie machen keinen Gebrauch davon.

Sie schweigen, als ob sie das alles nichts angeht.

Aber es geht sie etwas an. Wer noch nach 800 Jahren den Christen ihre Kreuzzüge vorhält, der muß sich die Frage nach seinem Schweigen über die Bluttaten der eigenen Glaubensgenossen gefallen lassen. Ich sage es noch einmal: die alte Rechtsregel

qui tacet, consentire videtur

gilt immer und überall. Wer schweigt, stimmt zu.

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