Really amazing!

Es ist erstaunlich, mit wie wenigen Wörtern der Mensch im Grunde auskommt.

Wer gestern kurz vor der Oscarverleihung die Interviews auf dem roten Teppich verfolgt hat, dürfte bemerkt haben, daß man mit einem einzigen Adjektiv ganze Konversationen füllen kann:

Isn’t it amazing?

Oh yes, it’s amazing!

Allenfalls kommt dann noch ein „I’m so excited!“ oder „What a great show!“ hinzu.

Was sonst noch aus dem Munde herausströmt, sind die Namen der Modeschöpfer und Juweliere.

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Eine geheimnisvolle E-Mail

Der „Herr Frank“ (so unterschreibt er wirklich!) meint es gut mit mir – und mit der deutschen Sprache. Die folgende freundliche Aufforderung hat er mit gestern per E-Mail geschickt:

Willkommen Sie bei Eva schnelles Darlehen.

Ein rätselhafter, fast poetischer Satz. Wenn nämlich das Enigmatische, Unscharfe wirklich ein Kennzeichen der Poesie ist, dann haben wir es hier mit echter Dichtung zu tun. Dafür spricht auch der sehr freie Umgang mit der deutschen Syntax, etwa einem Objekt („schnelles Darlehen“) zum wohl als Verb interpretierten Wort „willkommen“.

Und wer ist Eva?

Wie ein Findling steht dieser Frauenname mitten in der Zeile, ohne daß wir ihn auch nur einem einzigen anderen Satzglied sinnhaft zuordnen können. Daß „bei Eva“ eine Kneipe oder ein kleines Restaurant mit gutbürgerlicher Küche ist, kann man an dieser Stelle getrost ausschließen. Darlehen bekommt man nicht in Kneipen – und doch: schon die Stellung des präpositionalen Ausdrucks „bei Eva“ genau in der Mitte des Verses weckt die Erwartung des Lesers, daß nur von hier aus das Rätsel dieses kleinen poetischen Meisterwerks gelöst werden kann.

Meine Leser sind hiermit aufgerufen, an der Lösung mitzuarbeiten!

PS: Beim ominösen Autor – „Herr Frank“ – dürfte es sich um ein Pseudonym handeln. (Walser? Grass? Oder gar Handke?)

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Auch Putin ist sterblich

Selbst erfahrene Kremologen (bezeichnend, daß dieser Begriff aus der Zeit Breschnews gerade jetzt wieder auftaucht!) rätseln im Moment, was im Kopf des Kremlherrschers vor sich gehen mag. Ist er geistig gesund? Kann ein Politiker bei geistiger Gesundheit sein, der, wie heute Putin, mit Krieg droht, während er selbst doch der böse Geist ist, der Teile aus seinem Nachbarland herausbeißt und sich einverleibt? Weiß er überhaupt, was er da anrichtet? Oder ist ihm die gewaltsame Errichtung eines Großrussischen Reiches wichtiger als der Weltfrieden? Niemand weiß es.

Nur eines ist sicher: auch Putin ist sterblich.

Das mag sich wie eine Binsenweisheit anhören, aber ich wundere mich doch immer wieder, daß so viele Menschen vor sich hinleben, als würden sie ewig auf Erden wandeln. Putin ist jetzt 62, und er steht, wie er sicher glaubt, im Zenit seiner Macht. Aber gerade jetzt, da der größte Teil seines Lebens schon hinter ihm liegt, entscheidet sich, was über ihn einmal in den Geschichtsbüchern stehen wird. Und das wird (bitte weghören, Frau Krone-Schmalz!) für ihn nicht vorteilhaft sein.

Im Moment treibt er die Ukrainer und ganz Europa vor sich her. Das wird ihm, wie man aus seinem Männlichkeitsgehabe schließen kann, tiefe Befriedigung verschaffen. Er hat immerhin einen schläfrigen, aber seit langem friedlichen Kontinent an den Rand eines Krieges gebracht. Er schickt seine Bomber rund um den Globus – und meint wohl allen Ernstes, das sei ein Zeichen von Stärke. Ach, Wladimir Wladimirowitsch, auch wenn du in letzter Zeit fromm geworden bist und dich gern in Kirchen fotografieren läßt, in der Bibel, so scheint es, hast du nicht oft gelesen. Sonst wäre dir doch dieser Satz einmal aufgefallen:

Μακάριοι οἱ εἰρηνοποιοί, ὅτι αὐτοὶ υἱοὶ Θεοῦ κληθήσονται.

Das heißt: „Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen.“

Putin, das hat seine heutige Rede vor Veteranen erneut gezeigt, gehört nicht zu den Friedfertigen. Er gehört zu den Brandstiftern. Und er lügt seinem eigenen Volk und der ganzen Welt die Hucke voll: wieder hat er sich – in absurder Verdrehung der Wahrheit – als Opfer einer westlichen Verschwörung hingestellt, gegen die sich Rußland mit noch mehr Aufrüstung wehren müsse.

Ist er so krank, daß er das wirklich glaubt?

Wenn das stimmt, dann ist er noch gefährlicher, als man bisher gemeint hat. Aber es würde sich – leider aufs neue! – die historische Erfahrung bestätigen, daß sich ein autoritärer Herrscher selten damit begnügt, mit dem eisernem Besen nur im eigenen Land zu kehren. Früher oder später überkommt ihn die Lust, die Grenzen ein bißchen auszudehnen.

Daß auch ein Putin sterblich ist, dürfte da kein Trost sein. Er kann noch viel anrichten zu seinen Lebzeiten.

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Waffen für die ganze Welt – nur nicht für die Ukraine

Es ist ein schändliches Spiel der europäischen Regierungen. Sie schauen zu, wie Putin modernste Waffen in die Ukraine schickt – und die Ukraine bekommt von ihnen nichts. Nicht einen Panzer. Nur warme Worte.

Dabei liefern gerade die Deutschen Kriegswaffen in die ganze Welt, auch an die übelsten Regime (Saudi-Arabien). Halt nur nicht an die Ukraine, die sie dringend bräuchte, um wenigstens den Rest des Landes gegen den gewissenlosen Aggressor Putin zu verteidigen.

Den Frieden, liebe Europäer, rettet man nicht, indem man immerfort „Frieden! Frieden!“ schreit – und die Hände in den Schoß legt.

SCHÄMT EUCH!

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Schäubles Welt – und die griechische Wirklichkeit

Wer gestern das heute-journal gesehen hat, konnte etwas Seltsames erleben: ein Interview mit Schäuble und eine Reportage aus Athen. Die Beiträge hatten zwar das gleiche Thema, nämlich Griechenland, aber die unterschiedliche Perspektive war fast gespenstisch.

Schäuble zeigte die Kälte, die man auch von Merkel gegenüber Griechenland kennt: so arrogant, so buchhalterisch trocken, so mitleidlos würde man wohl nicht einmal über Mali oder die Elfenbeinküste reden. Aber das ist eben Schäubles Welt: die der Banken, der Milliardenkredite und Ratingagenturen. So hoch steht er über den Dingen (über den wirklichen Menschen und dem wirklichen Leben), daß er auf Marietta Slomkas zarte Versuche, über Alternativen zum Totsparen eines ganzen Landes nachzudenken, gar nicht einging.

Die Reportage aus Griechenland zeigte dann, was Schäuble sichtlich nicht interessiert: wie nämlich aus einem wunderschönen Land mit hart arbeitenden, fröhlichen Menschen in wenigen Jahren ein Haus des Elends geworden ist. Im Magazin der Süddeutschen Zeitung hätte Schäuble schon 2012 lesen können, was seine Politik des Totsparens anrichtet:

In den Schlangen vor den Armenküchen warten täglich Tausende auf eine warme Mahlzeit. Eltern geben ihre Kinder bei SOS-Kinderdörfern ab, weil sie sie nicht mehr ernähren können, mehr als 300 000 Griechen haben allein dieses Jahr ihr Auto abgemeldet, weil sie es sich nicht mehr leisten können. Nach Angaben der griechischen Arbeitsmarktaufsicht haben bis zu 500 000 der zwei Millionen Festangestellten von privaten Unternehmen seit Monaten keine Löhne mehr bekommen. Im griechischen Fernsehen werden Menschen interviewt, die sich absichtlich mit HIV infiziert haben, um vom Staat wenigstens Sozialhilfe zu bekommen.

Und noch eines. Griechenland hatte immer die niedrigste Selbstmordrate in Europa. Jetzt steigen die Zahlen unaufhörlich. Tausende sollen es sein, seit Merkel und Schäuble Griechenland die Daumenschrauben angelegt haben.

Auch der 77jährige Dimitris Christoulas ist einer von ihnen. 35 Jahre lang hatte er als Apotheker in die Rentenkasse eingezahlt. Am 4. April 2012 fuhr er mit der U-Bahn zum Syntagma-Platz und erschoß sich.

In seinem Abschiedsbrief schrieb er, er wolle lieber in Würde sterben, als im Müll nach Nahrung zu suchen.

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Putins Marodeure: „Der Vormarsch verläuft sehr aktiv“

So prahlen die Marodeure, die inzwischen – dem Minsker Abkommen zum Trotz – Teile von Debalzewe eingenommen haben. Sie verfügen mittlerweile, wie Bilder beweisen, über die modernsten russischen Panzer, und ihr Nachschub rollt unaufhörlich über die offene russisch-ostukrainische Grenze.

Putin hat wieder einmal die Welt belogen – aber was macht die Welt? Und vor allem: was machen die Europäer? Sie appellieren. Sie verhandeln. Sie warnen. Und sie tun – nichts.

Wann begreift ihr endlich, daß sich Putin einen Dreck um all das schert? Das Papier, auf dem das Minsker Abkommen steht, ist ihm gerade genug wert, um seinen Hintern damit abzuwischen. Wer den westlichen Politikern über Monate so unverschämt ins Gesicht lügt, kann nur durch Handeln von seinem kriminellen Tun abgebracht werden.

Jetzt geht es nicht mehr um die Autonomie einiger Randgebiete der Ukraine. Jetzt steht, wie man immer deutlicher sieht, die Existenz der Ukraine auf dem Spiel. Ein schwaches Land soll von seinem übermächtigen Nachbarn niedergemetzelt werden.

Sollen wir es hinnehmen, daß so etwas im 21. Jahrhundert geschieht?

Niemals!

Die Ukraine, die wir auf ihrem Weg in die demokratische Völkerfamilie ermuntert und unterstützt haben, dürfen wir jetzt nicht aus Feigheit ihrem Schicksal überlassen. Sie hat sich für den Westen – für uns! – entschieden, und jetzt müssen wir ihr helfen.

Und Putin gehört, wenn er Verbrechen gegen das Völkerrecht und gegen die Menschlichkeit mit seinen Waffen aktiv unterstützt, auf die Anklagebank – in Den Haag oder anderswo.

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Das Zitat des Tages – diesmal über die Frauen und ihre Formen

Im Internet ist ein sehr unvorteilhaftes (unretuschiertes!) Foto von Cindy Crawford aufgetaucht, das die inzwischen 48jährige mit Bauchansatz und Zellulitis zeigt. Das ist für ein einstiges „Supermodel“ ein bißchen peinlich, hat aber die britische Moderatorin Charlene White zu einem Satz inspiriert, den man sich getrost an die Wand hängen kann:

Frauen gibt es in allen möglichen Größen und Formen.

Eine unleugbare Feststellung, die freilich auch auf Männer und Sitzmöbel zutrifft.

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Eine dänische Moschee „distanziert“ sich

In Dänemark wohnen die glücklichsten Menschen der Welt. Das hat der World Happiness Report immer wieder ergeben. Damit sind aber offenbar nur die eingeborenen, nicht die zugewanderten Dänen gemeint. Bei den Muslimen, die sich in das Land verirrt haben, sieht es offenbar ganz anders aus. Aber das weiß man ja: viele Muslime graust es offenbar davor, einfach nur ein zufriedenes, glückliches Leben zu führen. Immer zornig, immer unzufrieden, immer voller Haß! Wenn das nicht von ihrer Religion herrührt, möchte ich endlich einmal erfahren, was dann der Grund für diese Haltung ist.

Jetzt ist ein „Däne“ durch Kopenhagen gezogen und hat in seinem religiösen Wahn zwei Menschen getötet und mehrere verletzt.

Natürlich hat das wieder absulut nichts mit dem Islam zu tun.

Aber hören wir einmal, was der Vorsitzende der Grimhøj-Moschee im dänischen Aarhus, Oussama Mohamad El-Saadi, zu dem Terroranschlag sagt (hier nachzulesen):

Wir sind natürlich gegen jede Art von Gewalt und Terror gegen Unschuldige.

Natürlich! Aber wer jetzt genau „unschuldig“ ist, bleibt eine Frage der Definition. Die ägyptische Al-Azhar-Universität, die für alle sunnitischen Muslime auf der Welt spricht, hat zum Beispiel Selbstmordattentate in Israel immer gerechtfertigt. Ein Jude ist halt nie so richtig unschuldig.

Gerade die Grimhøj-Moschee sollte sich im übrigen sehr zurückhalten. Sie gilt als Kaderschmiede des Islamismus. Ihr Sprecher hat sich (hier nachzulesen) ausdrücklich zum „Islamischen Staat“ (IS) bekannt, und Fedi Allah , auch ein Sprecher der Moschee, sagte in einem Interview, daß

ein islamischer Staat immer das sein wird, nach dem sich die Muslime sehnen. Deshalb können wir gar nicht anders als den Islamischen Staat zu unterstützen. Auch wenn sie Fehler machen, wir müssen einfach in Ruhe abwarten … Die Bedingungen sind dort unten [in Syrien und dem Irak] ähnlich wie hier. Ich kann deshalb gut verstehen, warum Menschen getötet werden.

Aber, so möchte man ihnen zurufen: die Sehnsucht nach einem islamischen Staat kann doch leicht befriedigt werden! Es gibt schließlich Dutzende von islamischen Ländern auf der Welt – also: rein ins Flugzeug und den verhaßten Westen hinter sich lassen.

Es wäre für alle die denkbar beste Lösung.

Übrigens kommt auch der Haßprediger Abu Bilal, der in Neukölln zur vollständigen Vernichtung der Juden aufgerufen hat, aus dem Umfeld dieser frommen Moschee.

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Putin: Propaganda statt Arbeit für den Frieden

Putin ist nach Minsk bestens gelaunt. Das war Hitler nach dem Münchner Abkommen auch.

Daheim läßt er sich von seinen bezahlten (und immer devoten!) Journalisten feiern, jetzt soll die UNO nach seinem Willen „alle Parteien“ zur Einhaltung des Minsker Abkommens auffordern.

Alle Parteien? Das ist vollkommen überflüssig. Eine einzige Person ist verantwortlich dafür, daß dieser Konflikt überhaupt entstanden ist. Eine einzige Person schürt den Konflikt sogar noch und hält ihn mit schäbiger Propaganda und mit Waffen am Köcheln. Und diese Person heißt Wladimir Wladimirowitsch Putin. Er ist ein Brandstifter, der eine Lunte nach der anderen anzündet – und er ist feige genug, sich nicht einmal dazu zu bekennen.

Mit Putin wird es in der Ukraine keinen Frieden geben.

Putin hat (trotz seiner Aggressionen) hundert Gelegenheiten bekommen, zu einem Frieden in der Ukraine beizutragen. Gerade die deutsche Regierung hat mit einer wahren Engelsgeduld auf ihn eingeredet. Putin hat alles ausgeschlagen. Stattdessen läßt er immer mehr Militär aufmarschieren und hetzt seinen Propagandaapparat auf das von ihm überfallene Nachbarland.

Die Ukraine muß deshalb genug Waffen bekommen, um sich gegen den Aggressor zu verteidigen. Das sollte für den demokratischen Westen, wenn ich dieses altmodische Wort einmal benutzen darf, eine Sache der Ehre sein.

Wenn das sowjetische Volk seinem Führer zujubelt, dann mag es das tun – es wird die Folgen noch zu spüren bekommen. Aber seinen militärischen Ausflügen über die eigenen Grenzen hinaus muß Einhalt geboten werden.

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Muslimische Täter, muslimische Opfer – und die Presse

Die USA sind wieder einmal wegen einer Bluttat in Aufruhr. Ein Mann hat in Chapel Hill im Bundesstaat North Carolina drei junge Leute erschossen. Solche Taten sind in den USA ja weiß Gott keine Seltenheit, trotzdem ist man in den sozialen Netzwerken jetzt außer sich. Denn die Opfer waren Muslime. Und weil die Polizei nicht sofort bekanntgegeben hat, daß die Opfer Muslime waren, beginnt jetzt der übliche Zirkus: Islamophobie! Vertuschung! Polizeistaat!

Da muß man schon einmal die Netzwerker in den sozialen Netzwerken fragen: seid ihr noch ganz bei Trost? Ist es nicht schlimm genug, daß drei Menschenleben ausgelöscht worden sind? Müssen die Ofer jetzt auch für die krude Theorie von der „Islamophobie“ herhalten?

Die Toten werden von ihren Glaubensgenossen auf geradezu unanständige Weise instrumentalisiert. Daß ihre Angehörigen in ihrem Schmerz so etwas sagen, kann man verstehen. Daß sich aber erwachsene Menschen in Facebook und anderswo dieser Instrumentalisierung anschließen, ist schlimm.

Der 46jährige Täter war, nach allem, was man liest, ein Wirrkopf und aggressiver Querulant, der mit seinen Nachbarn immer wieder über Parkplätze stritt und mit geladener Waffe unterwegs war. Auf seiner Homepage soll er gegen alle Religionen gewütet haben, gegen Mormonen, Christen, und auch gegen Muslime.

Das sind die Fakten, soweit man sie bisher kennt. Die Reaktionen der immerfort zur Empörung bereiten Muslime aber sprengen jeden Rahmen.

Der Assistent des ägyptischen Großmufti redet, ehe auch noch der geringste Beweis dafür erbracht ist, vom „häßlichen Gesicht der Islamophobie“. Die Internationale Union der islamischen Gelehrten (?) in Katar kritisiert das „internationale Schweigen“ angesichts dieses „Terrorangriffs“. Und Erdogan, großsprecherisch wie immer, darf da natürlich nicht fehlen: „Herr Obama, warum schweigen Sie?“ ruft er dem amerikanischen Präsidenten zu.

Bei dieser Gelegenheit muß man auf einen pikanten Unterschied in der Berichterstattung hinweisen. Wo es um muslimische Täter geht, ist unsere Polizei extrem vorsichtig: das Milieu des Täters wird in der Regel nicht genannt, weil es angeblich nicht tatrelevant ist, seine Religionszugehörigkeit schon gar nicht. Oft kann man die Herkunft des Täters nur aus dem abgekürzten Namen (etwa „Mohammed B.“) erschließen. Auch die Presse hält sich brav an diese Selbstbeschränkung.

Während also die Religionszugehörigkeit von muslimischen Tätern bei Polizei und Presse hartnäckig unterdrückt wird, bestehen die muslimischen Verbände darauf, daß die Religionszugehörigkeit muslimischer Opfer gar nicht laut genug in die Welt hinausposaunt werden kann.

Ein Gespür für diese gespaltene Sensibilität scheinen sie nicht mehr zu haben.

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