Antisemitismus für Deutschland

Eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach hat Beunruhigendes ergeben.

Auf die Frage, ob der Satz „Juden haben auf der Welt zuviel Einfluß“ richtig oder falsch sei, haben 22 % der Befragten gesagt, er sei richtig. Das ist schon schlimm genug. Aber noch interessanter wird es, wenn man bei der Frage nach Parteien unterscheidet.

Daß die Juden auf der Welt zuviel Einfluß haben, meinen

bei den Anhängern der SPD 16 %
bei den Anhängern der Grünen 17 %
bei den Anhängern von CDU/CSU und FDP 19 %
bei den Anhängern der Linken 20 %

und bei den AfD-Anhängern:  55 %.

Da erübrigt sich jeder Kommentar. Und es sei noch einmal gesagt: jeder, der die AfD wählt, ist für sein Tun verantwortlich. Und keiner wird später sagen können, er habe nicht gewußt, was das für eine Partei sei.

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Make Italy great again … vielleicht so groß wie unter dem Duce?

Die neue Koalition in Italien mag auf den ersten Blick bizarr erscheinen: da tun sich doch tatsächlich Links- und Rechtspopulisten zusammen, um das Land zu regieren. Aber die Parteien am rechten und linken Rand sind sich (überall!) viel ähnlicher, als man denkt. Es ist die Simplizität ihrer Denkstrukturen, die sie vereint, es ist ihr unbändiger Haß auf die „Mühen der Ebene“, auf das geduldige (und oft langwierige und ärgerliche!) Aushandeln von Kompromissen. Ihr einziges Werkzeug ist das Schwert, mit dem sie alle Gordischen Knoten der Welt durchschlagen wollen.

Jetzt werden also in Italien alle Roma (die man früher zusammen mit anderen unter dem Oberbegriff Zigeuner subsumiert hat) gezählt und registriert – natürlich, um sie dann zu entfernen. Roma mit italienischem Paß, fügt der italienische Innenminister von der Lega bedauernd hinzu, müsse man „unglücklicherweise behalten“.

Da werden historische Erinnerungen wach. Wieviele Menschenleben, das habe ich mich schon oft gefragt, hätte es zusätzlich gekostet, wenn die faschistischen Staaten in den Jahren des „Vogelschisses“ (Gauland) über eine moderne Datenverarbeitung verfügt hätten? Nicht auszudenken.

Und wie könnte es jetzt im postmodernen Italien weitergehen? Wen „zählen“ wir als nächstes? Die Juden bestimmt nicht, die fallen zahlenmäßig nicht mehr ins Gewicht. Vielleicht die Homosexuellen? Die Muslime? Oder die Wohnsitzlosen? Ach, irgendjemanden wird man schon finden, dem man alles Böse in der Welt in die Schuhe schieben kann.

Links- und Rechtspopulisten in traulicher Umarmung: ihr werdet, liebe Italiener, bald sehen, was dabei herauskommt.

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Ach, wie ist doch alles so furchtbar in Deutschland!

Wer auch nur ein bißchen im Internet stöbert, könnte denken, daß wir in einem der schlimmsten Länder der Welt leben, und vermutlich gibt es fast in jeder Familie solche Schwarzseher, für die das Glas immer halbleer ist (und nicht halbvoll). Mir ist diese Miesepetrigkeit von Herzen zuwider, und ich habe kürzlich mit Freude gelesen, daß ich da mit der großen Mehrheit der Deutschen einig bin (hier nachzulesen):

Nach der veröffentlichten Erhebung sind 59 Prozent der Deutschen der Ansicht, dass sich ihr Heimatland in die richtige Richtung entwickelt.

63 Prozent der Deutschen sind mit der Art zufrieden, wie deutsche Demokratie funktioniert.

Politisch ordnen sich 80 Prozent der Deutschen der politischen Mitte zu.

Das ist denn doch beruhigend, gerade wenn man sieht, wie in der rechtspopulistischen AfD mit einem Vokabular und einer Rhetorik gearbeitet wird, die in mancherlei Hinsicht an das Ende der Weimarer Republik erinnert. Aber davon sind wir gottlob weit entfernt. Den Haßpredigern wird es nicht so schnell gelingen, mit Haß und Häme die Mitte unseres Landes zu erobern.

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Head of Fußball: ein seltsamer Beruf bei t-online

Manchmal gerät man durch irgendeinen Link unfreiwillig auf die Seite von t-online. Dabei habe ich heute etwas Bemerkenswertes gefunden: da berichtet ein gewisser Florian Wichert einmal in der Woche über aktuelle Fußballereignisse – und welche Funktion hat er in seiner Redaktion? Er ist (hier nachzulesen)

Head of Fußball und Sport bei t-online.

„Of Fußball und Sport“! Für soviel Sprachdummheit müßte es eigentlich eine milde Gefängnisstrafe geben. Oder wenigstens eine Goldene Zitrone oder etwas Ähnliches.

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Ein sensationelles Geständnis von Barbara Schöneberger!

Es gibt ja immer noch Menschen, die das Internet verachten. Aber das ist völlig ungerecht. Die folgende Meldung, die hier (und auf Google News) über Barbara Schöneberger verbreitet wird, wäre im finsteren analogen Zeitalter nie veröffentlicht worden:

„Ich liebe es, Klos zu putzen“, sagte sie im Interview der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Samstag.

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Was ist nur in die Kanzlerin gefahren? Oder: A bisserl Österreich möcht nicht schaden

Angela Merkel hatte schon oft ein feines Gespür für die Stimmung im Land. Man denke nur an die deutsche Fukushima-Hysterie 2011, die sie ohne Zögern zur Abschaltung von Kernkraftwerken und zu einer (in meinen Augen) unverantwortlichen und grundfalschen „Energiewende“ benutzt hat. Aber in der Flüchtlingsfrage ist sie seit einiger Zeit von allen guten Geistern verlassen.

Nicht die Grenzöffnung war ihr Fehler, sondern die dilettantische Ausführung in den beiden darauffolgenden Jahren – und der Starrsinn, mit dem sie jetzt auf den dringenden Handlungsbedarf nicht reagiert und alle auf eine „europäische Lösung“ vertröstet.

Aber alles, was Söder und Seehofer fordern, ist recht und billig.

Daß man Flüchtlinge, die schon in einem anderen EU-Land registriert sind, gar nicht erst ins Land läßt, ist nur die Ausführung von geltendem EU-Recht. Und es erspart eine Menge Geld und Ärger, denn wer erst einmal im Land ist, muß versorgt werden, und er wird sich vor Gericht, unterstützt und ermuntert von verantwortungslosen „Hilfsorganisationen“ bis zur letzten Instanz gegen seine Abschiebung wehren, auch wenn das Verfahren aussichtlos ist. Die Rückführung in die Heimat kostet noch einmal viel Geld.

Das alles kann man vermeiden, man muß es vermeiden.

Aber warum ist die Kanzlerin gerade in diesem Punkt so stur? Sie kann doch nicht im Ernst glauben, daß es jetzt, wo zu den rabiaten osteuropäischen Staaten noch eine bizarre Koalition in Italien dazugekommen ist, eine „europäische Regelung“ geben wird. Da verläßt sie ihr Gespür für das Notwendige offenbar vollständig, da ist sie trotzig, wo sie es auf keinen Fall sein dürfte. Aber warum?

Niemand weiß es.

Dabei geht es doch jetzt nicht um Ideologisches, sondern um die Lösung praktischer Probleme. Deutschland hat mehr Flüchtlinge aufgenommen als jedes andere europäische Land, aber darunter haben sich leider am Ende der Völkerwanderung von 2015 viele Menschen gemischt, die einfach nur auf ein besseres Leben aus waren. Damit ich nicht falsch verstanden werde: das ist nicht ehrenrührig, im Gegenteil, und viele von uns würden sich in der gleichen Situation – im Sinne eines pursuit of happiness – wie sie auf den Weg ins Glück machen. Aber verfassungsmäßig geboten ist nun einmal nur die Aufnahme politisch Verfolgter (Art 16a GG). Alle anderen, die hier leben wollen, sollten ihren Wunsch im Rahmen eines Einwanderungsgesetzes äußern, aber gerade einem solchen Gesetz verweigert sich die CDU seit langem.

Das alles könnte man fast tragisch nennen, denn es hat unmittelbare Folgen für unsere Demokratie: von der Unfähigkeit der CDU, das in den Augen vieler Menschen brennende Flüchtlingsproblem sachlich, aber energisch anzugehen, profitieren die Demagogen an den Rändern. Die CSU hat das begriffen, die CDU – und das liegt in erster Linie an der Kanzlerin – leider nicht.

A bisserl Österreich à la Kurz würde der deutschen Demokratie guttun – allein schon, weil es den Haßpredigern der AfD den Wind aus den Segeln nehmen würde.

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Prinz George und die Spielzeugpistole des Grauens

Beim alljährlichen Trooping the Colour zu Ehren der Queen war die Welt noch in Ordnung.

Aber dann!

Am Rande eines Poloturniers ein paar Tage später spielte doch Prinz George, der Sohn von William und Kate, tatsächlich – mit einer Spielzeugpistole!

„Das Netz“ ist entsetzt, und alle „Journalisten“, die etwas auf sich halten, berichten aufgeregt, wie entsetzt das Netz über die Rabenmutter ist, die dem kleinen Prinzen das Mordgerät nicht verboten hat.

Eine Spielzeugpistole für Prinz George? Keine gute Wahl.

Das ist unverantwortlich von Kate. Liest sie nicht die Zeitungen in ihrem eigenen Land mit all den Toten durch Schusswaffen?

Das ist nicht in Ordnung. Kein Kind sollte heutzutage ein Spielzeug haben, das wie eine Waffe aussieht.

Wäre es vielleicht besser, er hätte etwas, das nicht nur so aussieht wie eine Waffe?

Jetzt muß ich der Welt einmal ein Geheimnis enthüllen, und ich kann nur darum bitten, jetzt wirklich ganz stark zu sein:

Buben sind keine Mädchen!

Sie ticken anders als Mädchen, sie hantieren halt in einem bestimmten Alter gern mit Flitzebogen und Spielzeugpistolen, und das ist überhaupt nicht schlimm – im Gegenteil: schlimm ist es, wenn man diese ganz normale Phase unterdrückt, wenn man die Jungs in eine Rolle zwingt, die ihrem biologischen Programm gerade in diesem Alter widerspricht (so wie man sie in den 60ern partout zwingen wollte, mit Puppen zu spielen!). Also, laßt sie doch um Himmels willen mit ihren Pistolen Cowboy und Indianer spielen, diese Zeit kommt und geht auch wieder vorbei. Ihr müßt ihnen nicht die Plastikpistolen aus der Hand schlagen, ihr müßt auch nicht die Märchen und Kinderbücher so lange reinigen, bis alles fromm und langweilig geworden ist, Kinder sind lange nicht so doof, wie ihr glaubt, sie können sehr gut zwischen Fiktion und Wirklichkeit unterscheiden.

Und mit den „Toten durch Schußwaffen“ hat das nun wirklich gar nichts zu tun.

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Der Salat in Googles Android – endlich vegan und inklusiv!

Wie man (z.B. hier) nachlesen kann, hat sich Google in seinem Betriebssystem Android endlich zu einer entscheidenden Änderung entschlossen:

There’s big talk about inclusion and diversity at Google so if you need any evidence of Google is making this priority may I direct your attention to the 🥗 emoji— we’ve removed the egg in Android P beta 2, making this a more inclusive vegan salad.

Auf gut deutsch: Google hat aus dem Salat-Emoji das abgebildete Ei entfernt, um den Salat auch für den Veganer ikonographisch erträglich zu machen.

Liebe Leute von Google: ich glaube, daß Ihr schon ein bißchen spinnt! Seit wann kann denn eine kleine, lautstarke Minderheit (wie die der Veganer) der übergroßen Mehrheit ihren Willen aufzwingen? Und was hat das alles mit den abgegriffenen, längst absurd gewordenen Mode- und Marketingbegriffen „inclusion“ (Inklusion) und „diversity“ (Vielfalt) zu tun?

Das alles ist rational nicht mehr nachzuvollziehen.

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„Das wird man doch noch sagen dürfen!“

So tönt es aus rauhen Kehlen in Dresden und anderswo, und auf unschuldige Tastaturen wird der Satz viele Male am Tag eingehämmert. Die Internetforen sind voll davon, die Urheber sind fast immer Wähler und Anhänger der AfD.

Woher ich das weiß? Dazu gehört wirklich nicht viel Spürsinn – nur ein bißchen Sprachkenntnis. Ihr Vokabular verrät sie schnell, auch der hämische Unterton, dazu das Gift, mit dem alle diese dummen, immergleichen Kommentare durchsetzt sind: Haß.

Daß die AfD-Anhänger ständig behaupten, man dürfe in Deutschland „die Wahrheit“ nicht aussprechen, weil die „Systemparteien“ und die „Lügenpresse“ das verhinderten, ist eine der infamsten Legenden dieses Haufens. Man gehe doch einmal in ein beliebiges Forum im Internet, etwa von Tageszeitungen, die so unklug sind, die Kommentarfunktion nicht zu schließen. Da bewegt sich der Anteil der offensichtlichen, z.T. bekennenden Anhänger der AfD durchschnittlich zwischen geschätzten 70 und 80 Prozent.

Dann versuchen Sie einmal, ganz höflich – sine ira et studio – eine Gegenposition zu formulieren. Sie werden mit Haß und Häme überschüttet, und wenn Sie diese Erfahrung fünf oder zehn Mal gemacht haben, ist Ihnen die Lust am Schreiben vergangen. In der Anonymität des Internets kommt der Mensch eben ungefiltert zu Wort, so wie er im Rohzustand wirklich ist, ohne das antrainierte bißchen Kultur und Höflichkeit. Für alle Wissenschaften, die sich mit dem Menschen beschäftigen, müßte das Internet eigentlich eine wahre Fundgrube sein.

Für uns aber, die wir die Hoffnung auf Bildung, Kultur und Höflichkeit noch nicht aufgegeben haben, ist jede Berührung mit diesen dumpf-analphabetischen Rettern des Abendlands eine Qual – auch weil wir wissen: das sind genau die Töne, es ist genau dieses Vokabular aus Haß und Häme, das zum Untergang der Weimarer Republik geführt hat.

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Dieses Bild vom G7-Gipfel müssen Sie sich anschauen!

Ich darf es wegen des Urheberrechts natürlich nicht zeigen, aber Sie können es unter anderem hier in Ruhe betrachten!

Die abgebildeten Oberhäupter und Ministerpräsidenten scheinen auf dem Bild allesamt in Bewegung – selbst unsere Kanzlerin: sie stützt sich zwar auf den Tisch, scheint aber gleichzeitig zum Sprung anzusetzen.

Nur einer sitzt behäbig und seiner selbst gewiß auf seinem Stühlchen. Nun raten Sie mal, wer!

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