Die Evangelikalen in den USA – ganz spezielle Christenmenschen

Von einer niederschmetternden Umfrage unter weißen evangelikalen Christen war kürzlich in der F.A.Z. zu lesen. 78 % von ihnen gaben an, am 3. November die Republikaner zu wählen. Das könnte man noch als normal betrachten, weil vor allem der Kampf um die Abtreibung die Gemüter aufwühlt.

Andere Zahlen sind aber viel bedenklicher. Die weißen Evangelikalen

sehen Trump in Kontrast zu anderen Gruppen auch als Person positiv: er gilt als „intelligent“ (73%) , „ehrlich“ (57%) und „moralisch aufrichtig“ (51%).

Auch da – ich muß diesen Satz leider immer öfter verwenden – fehlen einem die Worte.

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„Beherbergungsverbote“ – absurd!

Ich habe bisher die Linie der Bundesregierung bei der Corona-Bekämpfung immer für relativ vernünftig gehalten – und sie war es ja auch, von einigen Übertreibungen wie etwa dem polizeilichen Leseverbot auf Münchener Parkbänken einmal abgesehen. Wenn sich aber die Ministerpräsidenten der Länder jetzt wie kleine Könige aufführen (allen voran immer Königin Manuela von Mecklenburg-Vorpommern) und – leider mit tatkräftiger Unterstützung der Bundesregierung und ohne parlamentarische Kontrolle – nach Belieben das Grundrecht auf Freizügigkeit innerhalb Deutschlands einmal respektieren und dann wieder aufheben, dann ist es höchste Zeit, daß sich die Gerichte damit beschäftigen.

Daß jetzt schon zwei Verwaltungsgerichte im Eilverfahren die unsäglichen „Beherbergungsverbote“ für rechtswidrig erklärt und aufgehoben haben, zeigt allein schon, wie dürftig die rechtliche Grundlage dieser Verbote ist. Statt sich auf die Orte zu konzentrieren, wo sich das Virus tatsächlich und nachweislich stark ausbreitet (Partys, Familienfeiern, Altenheime usw.), greift man zu Verboten, über die selbst die meisten Virologen nur noch den Kopf schütteln: Maskenpflicht im Freien (etwa in Fußgängerzonen), Sperrstunden in Gaststätten, neuerliches Verbot von Zuschauern bei Fußballspielen – das alles sind öffentliche Räume, in denen schon jetzt die strengen (vernünftigen) Hygieneregeln fast vollständig eingehalten werden. Die starre (und starrsinnige) Einteilung des Landes in „Corona-Hotspots“ und nicht gefährdete Gebiete, dazu noch nach Maßgabe einer einzigen Kennziffer, nämlich der Zahl von Neuinfektionen, die sich ja obendrein auch noch ständig verändert, kann eigentlich nicht mehr vernünftig begründet werden. Die beiden Gerichte haben das in ihren Urteilsbegründungen deutlich dargelegt. Auch Söders Bayern läßt das Beherbergungsverbot jetzt zähneknirschend auslaufen.

Zwei Gründe wiegen schwer: einmal das urmenschliche Bedürfnis, aus der Wohnung herauszukommen, endlich einmal wieder zu reisen, auch wenn es nur für ein Wochenende im deutschen Mittelgebirge ist. Dieses Recht wird sich niemand auf Dauer nehmen lassen. Zum zweiten: man ist im Moment vor dem Virus kaum irgendwo sicherer als in Hotels, Restaurants und Cafés. Wir warem im Sommer einige Tage in der Eifel, wir haben hier und auch im Urlaub in Restaurants gegessen, und wir haben dort innen gefrühstückt und draußen auf der Terrasse unseren Kuchen gegessen. Alle Betriebe haben sich strikt an das „Hygienekonzept“ (ein Wort, das man schon nicht mehr hören mag!) gehalten, aber immer so, daß sich der Gast dabei wohlgefühlt hat. Wieviel Arbeit das den Betrieben schon in der Vorbereitung macht, hat man beim Aufenthalt kaum bemerkt.

Und dafür diese Mühe und Arbeit bekommen sie jetzt das „Beherbergungsverbot“. Das ist einfach nur schäbig.

Ich empfehle jeden, der am Reisen gehindert wird und eine Rechtsschutzversicherung hat, die Gerichte anzurufen. Wenn die Bundesländer mit ihren Verordnungen so unverhältnismäßig und aktionistisch handeln, sollte man die Sache gerichtlich klären lassen. Das gilt auch für die Maskenpflicht an Schulen, die jetzt wieder eingeführt werden soll, obwohl es dort fast keine Ansteckungen gegeben hat.

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Neues zur Lüge vom ökologischen Elektroauto

Seit der „Energiewende“ ist nicht so viel gelogen worden wie jetzt gerade, wo man mit brutalen Mitteln das traditionelle Auto durch ein angeblich ökologisches, „klimafreundliches“ E-Auto ersetzen will. Lesen Sie einmal, was „Rettet den Regenwald e.V.“, eine der verläßlichsten Naturschutzorganisationen, über den Herstellungsprozeß dieser Autos schreibt:

Etwa 1.800 Kilogramm Metalle und andere Materialien stecken in einem E-Auto der Mittelklasse wie dem Opel Ampera-e – vor allem Stahl, Aluminium, Kupfer und Kunststoffe. Die deutsche Automobilindustrie importiert sie zu fast 100 % – und ein großer Teil davon stammt aus Minen in tropischen Ländern und Regenwaldgebieten.

Die Lithium-Ionen-Akkus, das Herzstück der Elektrofahrzeuge, bilden dabei keine Ausnahme. Bei einem Opel Ampera-e wiegen sie 440 kg, das ist 10.000x so schwer wie die Akkus eines Smartphones (44 gr). Sie enthalten neben Lithium, Mangan und Graphit etwa 10 Kg Kobalt sowie 30 Kg Nickel.

Bei Nickel stehen Indonesien und die Philippinen an erster Stelle der weltweiten Förderung. Zwei Drittel der globalen Kobaltproduktion stammen aus der Demokratischen Republik Kongo. Kobalt, Kupfer und Nickel werden in einem 800 Kilometer langen Gürtel im Regenwald im Süden des Landes abgebaut – unter katastrophalen Arbeitsbedingungen, zu Hungerlöhnen und durch Zehntausende Kinder.

Bei Eisen zur Stahlerzeugung ist Brasilien Hauptlieferant der deutschen Industrie. Auch bei Kupfer steht das Land an vordester Stelle, gefolgt von Peru und Chile.

Für „saubere“ Elektromobilität fressen sich die Minen internationaler Konzerne in die Regenwälder. Sie vernichten die Artenvielfalt, verseuchen die Umwelt und verursachen Elend sowie schwerste Menschenrechtsverletzungen.

Auf der Seite von Rettet den Regenwald finden Sie weitere Informationen, und Sie können dort auch eine Petition gegen die ungeheuren Schäden bei der Produktion der E-Autos unterschreiben. In kürzester Zeit haben das (Stand: 14. Oktober, 16 Uhr) schon 127.571 Menschen getan.

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Eine feine Gesellschaft sitzt da im UN-Menschenrechtsrat!

In das 47köpfige Gremium der Vereinten Nationen, das über die weltweite Einhaltung der Menschenrechte wachen soll, sind 15 neue Mitglieder gewählt worden, darunter

China
Rußland
Pakistan
Usbekistan und
Kuba.

Eine gute Wahl! Denn diese Staaten passen ganz wunderbar zu jenen anderen Ländern, die im Namen der Vereinten Nationen schon länger über die Menschenrechte wachen: Libyen, Venezuela und Afghanistan.

Es fehlen einem die Worte.

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Campino

Der Piper-Verlag preist in einer Anzeige in der F.A.Z. sein neues Produkt an:

Campinos erstes Buch – persönlich und leidenschaftlich.

Sein erstes Buch? Da ist die Drohung unverkennbar, daß es ein zweites geben könnte!

Dann heißt es vielleicht:

Campinos zweites Buch – noch persönlicher und noch leidenschaftlicher.

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Mutmaßlich illegal

Von einem „mutmaßlich illegalen Autorennen mit tödlichen Folgen auf der A66“ berichtet heute hessenschau.de.

Da hat also – nur so kann man diesen Satz verstehen – ein Autorennen stattgefunden, das „mutmaßlich illegal“ war. Aber Autorennen auf Autobahnen sind ja wohl immer – und nicht nur mutmaßlich! – illegal.

Der Verfasser wollte wohl mit der gebotenen journalistischen Vorsicht (die übrigens aus juristischen Gründen oft übetrieben wird) offenlassen, ob es sich überhaupt um ein Autorennen gehandelt hat. Dann hätte er aber von einem „mutmaßlichen illegalen Autorennen“ schreiben müssen. Nur dann wäre das einschränkende Wort „mutmaßlich“ auf das „Autorennen“ bezogen worden.

Aber während ich diese Sätze notiere, denke ich mir: wen interessiert so ein Unterschied überhaupt noch? Wen kümmern solche Feinheiten in Zeiten der sprachlichen Plumpheit und der orthographischen Wüstenei?

Und ich antworte, trotzig: mich interessieren sie. Das reicht mir. Und wenn ich den einen oder anderen davon überzeugen kann, daß unsere Sprache ein robustes, aber gleichzeitig fein gesponnenes, keineswegs reißfestes Netz über die Wirklichkeit legt, dann wäre ich schon zufrieden.

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Futurismus im Kirchenbau

Über den grauslichen Neubau der katholischen Kirche in Neuperlach hatte ich schon berichtet – der Artikel ist hier nachzulesen. Neues gibt es jetzt von der im Juni 2018 geweihten Pfarrkirche in Poing, die noch futuristischer aussieht und im Volksmund „Sprungschanze Gottes“ genannt wird:

Die Pfarrkirche Seliger Rupert Mayer im oberbayerischen Poing (Landkreis Ebersberg) hat den internationalen Preis für sakrale Architektur gewonnen und ist damit aktuell die schönste moderne Kirche der Welt.

Das schreibt allen Ernstes katholisch.de. Wenn Sie seelisch gefestigt sind und schlimme Bilder aushalten, geben Sie in der Google-Bildersuche einfach die Begriffe „Kirche“ und „Poing“ ein. Sie werden sich wundern!

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Ulla Jelpke und die Flüchtlinge

Ich gehöre zu jenen, die den Flüchtlings-Beschluß der Kanzlerin von 2015 auch heute noch für richtig halten. Aber was die Hamburger Abgeordnete Ulla Jelpke von der Linken da getwittert hat, ist ein starkes Stück:

Linken-Politikerin Jelpke fordert die Bundesregierung auf, andere EU-Länder bei der Aufnahme von Migranten zu entlasten.

Also wir sollen andere Länder entlasten? Vielleicht Polen, Ungarn, Tschechien? Ausgerechnet das Land, das 2015 in einem Kraftakt ohnegleichen und mit großem Abstand die meisten Flüchtlinge aufgenommen hat, soll jetzt auch noch die anderen entlasten?

Das ist ganz schön unverfroren.

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Alles, nur nicht Latein!

Gewundert habe ich mich schon über die letzte Enzyklika von Papst Franziskus. Da waren auf der Interneteite des Heiligen Stuhls alle abrufbaren Übersetzungen fein säuberlich aufgezählt, nur eine nicht: die ins Lateinische. Und die Geschichte wiederholt sich. Fratelli tutti, die am Sonntag erschienene neue Enzyklika, liegt (hier einzusehen) in deutscher, englischer, französischer, italienischer, polnischer, portugiesischer und spanischer – und sogar in arabischer! – Sprache vor. Und das Lateinische, die eigentliche Sprache der katholischen Kirche und über viele Jahrhunderte die lingua franca Europas, ist wieder nicht dabei.

Auf meine Anfrage im Jahr 2015 wurde ich um Geduld gebeten: die Übersetzung sei in Arbeit, man gebe sich Mühe. Tatsächlich wurde sie irgendwann nachgereicht. Ich weiß, das „lateinische Büro“ im Vatikan ist in den letzten Jahrzehnten immer kleiner geworden, aber die Übersetzung ins Lateinische dürfte nun wirklich nicht schwieriger oder zeitaufwendiger sein als die ins Arabische oder Polnische. Nein, da ist, glaube ich, eine bewußte Vernachlässigung einer Sprache im Gange, die – anders als unter Benedikt – für seinen Nachfolger offenbar keine große Bedeutung mehr hat, so wie er ja auch die schöne Tradition, den Segen Urbi et Orbi an Ostern in vielen Sprachen zu spenden, sogleich abgeschafft hat. Von solchen Traditionen, die doch vielen ans Herz gewachsen sind, hält er nicht viel. Schade.

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Die USA abschaffen?

Auch die mildeste Kritik an Donald Trump wird ja von unseren rechten Volksgenossen scharf zurückgewiesen.

Einer von ihnen hat jetzt in der Diskussion über Trumps Corona-Politik folgenden verstörenden Satz getwittert:

Im Gegensatz zu Merkel, will Trump die USA nicht abschaffen.

Von dem falschen Komma einmal abgesehen: will die Kanzlerin wirklich die USA abschaffen? Und wenn ja, warum?

Rätsel über Rätsel.

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