Über die arabischen Despoten

Die Friedhofsruhe in den arabischen Ländern ist dahin.

Als habe jemand die Büchse der Pandora geöffnet, strömen die Menschen im Jemen, in Syrien und anderswo auf die großen Plätze der Städte, so wie sie es vorher in Ägypten und Tunesien getan haben.

Sie schreien nach Freiheit.

Und sie haben keine Angst mehr! Man droht ihnen, man schießt auf sie mit scharfer Munition – aber sie haben keine Angst. Viele sterben, man trägt ihre Särge durch die Straßen, und wieder schießt man, jetzt auf die Trauernden. Ein ungeheurer Tabubruch. Was für eine Ruchlosigkeit, auf die Menschen zu schießen, die von ihren Angehörigen Abschied nehmen! Und das geschieht gerade in Syrien.

Baschar al-Assad, der im Westen ausgebildete „junge Herrscher“, die Hoffnung der Nation, läßt auf sein ungehorsames Volk schießen, so wie es die orientalischen Herrscher (und nicht nur sie) schon immer getan haben. Er ist ein ganz gewöhnlicher Despot, und genau so sollte man mit ihm umgehen: wer auf unbewaffnete Menschen schießen läßt, dem müßte zumindest ein internationaler Haftbefehl sicher sein.

Und in einer Zelle am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag sollte man schon einmal das Bett für ihn beziehen.

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Lieben Sie Schmetterlinge?

Natürlich lieben Sie Schmetterlinge – jeder liebt sie. Bei den Grünen bin ich mir freilich nicht mehr sicher, die lieben vielleicht ihre barbarischen Windräder mehr als jedes Tagpfauenauge (wenn sie überhaupt noch wissen, was ein Tagpfauenauge ist). Aber lassen wir die Grünen – es gibt Wichtigeres!

Also, wenn Sie Schmetterlinge lieben, hätte ich eine Aufgabe für Sie. Es kostet Sie nur etwa eine halbe Stunde Zeit pro Woche, und Sie würden sozusagen an vorderster Front bei der Erforschung unserer Schmetterlinge mitarbeiten.

Seit ungefähr sechs Jahren werden nämlich in Deutschland die Schmetterlinge gezählt. Das geht im Grunde ganz einfach: jeder, der mitmachen will, sucht sich eine Wegstrecke von ca. 200 m in seiner Nachbarschaft aus und notiert dann einmal in der Woche alle Tagfalter, die er gesehen hat. Man muß ein bißchen penibel sein und sich genau an die Anweisungen halten, damit die Ergebnisse vergleichbar sind, aber das ist auch schon alles.

Man muß also kein Schmetterlingsexperte sein! Ich habe vorher auch nur die allerhäufigsten Falter gekannt, also Pfauenauge, Kleiner Fuchs, Kohlweißling usw., und jetzt merke ich, wie mit jeder Begehung neue Arten dazukommen. Man wird von Woche zu Woche sicherer und lernt unaufhörlich dazu. Ich habe inzwischen den Kleinen Feuerfalter kennengelernt, der seinen Namen zurecht trägt, denn er glüht feuerfarben, wenn er seine Flügel aufklappt, und auch den Kleinen Perlmutterfalter, der auf der Unterseite seiner Hinterflügel große silbern schimmernde Flecken hat (s. Bild unten). Ein wahres Kleinod – aber man sieht es erst, wenn man ihn fotografiert und das Bild zuhause in Ruhe betrachtet.

Eine Kamera sollten Sie also haben, und natürlich auch ein gutes Schmetterlingsbuch (empfohlen wird aus dem Ulmer-Verlag Schmetterlinge – Die Tagfalter Deutschlands von Josef Settele u.a. zum Preis von 15,90 Euro). Der Rest ist pures Vergnügen!

Geleitet wird dieser Projekt – es nennt sich Tagfalter-Monitoring – vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ). Inzwischen sind in Deutschland jede Woche etwa 400 Zähler unterwegs auf ihrem „Transekt“ (so nennt man die Wegstrecke). Aber es sind noch so viele Lücken da, daß man dringend nach neuen Freiwilligen sucht.

Falls ich Ihr Interesse geweckt habe, dann besuchen Sie doch einmal diese Internetseite:

http://www.tagfalter-monitoring.de/

Dort finden sie alles, was Sie wissen müssen.

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Der Mob auf dem Römerberg

Ein smart mob ist laut Wikipedia ein über das Internet organisierter Menschenauflauf, der sich vom ähnlichen flash mob vor allem durch seine „Sinnhaftigkeit“ unterscheidet.

Sinnhaftigkeit?

Am Karfreitag haben sich auf dem Römerberg in Frankfurt an die tausend junge Leute getroffen, um aus Protest zu tanzen. Das hat, an einem so ernsten, ehrwürdigen Feiertag, etwas Frivoles, Ungehöriges, es ist ein event zur Unzeit (und genau das war auch beabsichtigt). Nicht daß junge Leute kein Interesse am religiösen Gehalt dieses Tages haben, ist das Problem. Das ist ihr gutes Recht. Nein, das Ungehörige liegt darin, daß sie ohne jede Rücksicht auf Andersdenkende und ohne eine Spur von Empathie ihre Lust am Vergnügen gegen den Rest der Gesellschaft durchsetzen wollen. So viel Oberflächlichkeit, so viel Mangel an Respekt, aber auch soviel Mangel an Kultur und Geschichtsbewußtsein – das ist der eigentlich bedenkliche Aspekt dieses smart mob, der ja nun wirklich alles andere als smart ist.

Vielleicht haben die jungen Leute ihren mob über Facebook geplant. In einem anderen Teil der Welt, in Arabien, verabreden sie sich auf die gleiche Art – aber dort tun sie es, um unter Einsatz ihres Lebens für die Freiheit ihres Landes zu kämpfen. Das nenne ich Mut!

Dagegen war das Gezappel auf dem Römerberg nur der ganz und gar peinliche Aspekt einer Spaßkultur, der es nur noch um das eigene Vergnügen und sonst um gar nichts mehr geht.

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Der Ausspruch des Tages

Er kommt heute vom weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko. Es gab letztes Jahr in Weißrußland, sagte Genosse Lukaschenko, einer der letzten europäischen Diktatoren, in seiner Rede an die Nation,

so viel Demokratie, daß einem das Kotzen kam.

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Eine höchstrichterlich genehmigte Provokation

So weit ist es also schon gekommen: daß auf dem Roßmarkt, mitten in Frankfurt, in einer Stadt also mit großer freiheitlicher Tradition, wie es sie in Deutschland sonst nirgendwo gibt, selbsternannte Prediger die Geschlechtertrennung bei einer „Demonstration“ durchsetzen, unter dem Schutz der Polizei und möglich gemacht durch unsere Gerichte.

Fiat iustitia, et pereat mundus.

Juristen sehen nie das große Ganze, sie sehen nur ihre Paragraphen. Das kann ein Vorteil sein und eine Stärke.

Manchmal ist es aber einfach nur dumm.

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Karfreitagstanz

In Frankfurt am Main hat ein Kulturkampf begonnen. Die Spaßgesellschaft will auch am Karfreitag in Clubs und  Discos tanzen, und der Ordnungsdezernent der Stadt, Volker Stein, verbietet es ihnen. Tut er das aus Bösartigkeit oder Willkür? Nein, die Gesetzeslage ist eindeutig: am Karfreitag, dem Tag, an dem Jesus gekreuzigt wurde, sind Tanzveranstaltungen verboten. Nicht an Ostern, wie manche Zeitungen schreiben, da sind nur die Stunden begrenzt.

Ist es wirklich zu viel verlangt, ein oder zwei Tage im Jahr auf das Tanzen zu verzichten? Mein Gott, Ihr könnt doch die restlichen 360 oder 362 Tage tanzen, bis der Arzt kommt! Und: ohne die Kirche, die so „veraltet“ ist und „die wirklich nicht mehr in unsere moderne Zeit paßt“, hättet Ihr doch fast überhaupt keine Feiertage! Auch der Sonntag ist übrigens erst durch das Christentum, auf das die fun people so lustvoll einschlagen, zum arbeitsfreien Tag geworden.

Ich sehe wirklich nicht ein, warum man diesen geschichts- und kulturlosen Gruppen unserer Gesellschaft auch noch einen unserer höchsten Feiertage opfern sollte. Niemand hindert sie daran, bei sich zuhause, wenn sie denn keine kulturellen Hemmungen mehr haben, auch an Karfreitag  Party zu machen. Daß sie und die Veranstalter aber auf öffentlichen Veranstaltungen selbst am Karfreitag bestehen, zeigt, daß es hier um mehr als nur um das Tanzen geht. Hier soll ein Exempel statuiert werden: gegen die Kirche vor allem.

Ein seltsames Bündnis von Spaßgesellschaft, atheistischen Kämpfern und den Vertretern kommerzieller Interessen hat sich da zusammengefunden, um es den Kirchen mal so richtig zu zeigen.

Den kommerziellen Hintergrund kann man schnell abhaken, er liegt auf der Hand: allein in Frankfurt, so der Disco-Besitzer Carlos Streil, führe die Einhaltung des Gesetzes zu Verlusten von über einer Million Euro. Die Veranstalter haben also in den letzten Jahren sehr gut daran verdient, daß die Behörden gegen ihre Gesetzesverstöße nicht so energisch vorgegangen sind, wie es ihre Pflicht gewesen wäre.

Interessanter sind da schon die aggressiv antikirchlichen Töne. Den Einwurf, daß wir schließlich die meisten Feiertage der Kirche zu verdanken haben, beantwortet Ralf Scheffler, der Chef der Batschkapp, in einem F.A.Z.-Interview mit diesem vielsagenden Argument:

Ja, und?

Und er erdreistet sich, die wenigen christlichen Zeichen, die uns im Jahresverlauf noch geblieben sind, mit der Diktatur der Mullahs zu vergleichen: es sei „fast so, als lebten wir im Iran“. Und weiter:

Die Christen sind eine Minderheit, und ich sehe nicht ein, wieso ich mich einem Minderheitenprogramm beugen soll.

Wir wollen nicht darüber streiten, ob die Christen wirklich eine Minderheit sind – das ist immer auch eine Frage der Definition. Aber ganz sicher ist, daß die Karfreitagstänzer eine Minderheit sind, und noch dazu eine ganz, ganz kleine, auch wenn sie im Moment den Mund recht voll nehmen und ihren aggressiven Säkularismus wie eine Monstranz vor sich hertragen.

Wir sollten nicht dulden, daß sie sich selbstherrlich über das Gesetz stellen.

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Meistverkauftest

Der Stern in seiner Online-Ausgabe zur neuen Bibel-Show von RTL II:

Das meistverkaufteste Buch der Welt ist immer noch die Bibel.

Offenbar setzt man in den Online-Ausgaben unserer Zeitungen und Zeitschriften nicht die sprachlich meistbegabtesten Redakteure ein …

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Europa ist immer und an allem schuld!

Zumindest könnte man diesen Eindruck gewinnen, wenn man hört, was Elias Bierdel und seine Organisation borderline-europe Menschenrechte ohne Grenzen e.V. zu sagen haben.

Bierdel war bis 2004 als Nachfolger von Rupert Neudeck Leiter der Hilfsorganisation Komitee Cap Anamur – Deutsche Notärzte e.V. Nach einer umstrittenen Rettungsaktion im Mittelmeer wurde er nicht mehr aufgestellt und gründete borderline-europe.

Diese Organisation hat offenbar nur ein einziges Thema: die „Abschottung der EU und ihre tödlichen Folgen“. In martialischen Bildern wird den Europäern die Schuld an allem und jedem gegeben, weil sie einen „neuen Eisernen Vorhang“ errichten. Die Schlagzeilen sind immer dieselben: „EU-Abschottung fordert 77 Tote“ oder „Waffengewalt gegen Nordafrika-Flüchtlinge?“ Gut und Böse sind hier wie im Märchen verteilt: die Afrikaner sind gut, aber arm, die Europäer reich und böse.

In der Talkshow Anne Will am vergangenen Sonntag schlug Elias Bierdel in die gleiche Kerbe. Afrikanische Bauern haben gegen die hoch subventionierten europäischen Agrarprodukte keine Chance,  europäische Trawler fischen ihre Meere leer usw. usw. Da fehlt dann nur noch die Kolonialismus-Keule, denn ohne die bösen Kolonialherren wäre Afrika heute ein Paradies.

Das ist primitives Denken par excellence. Wie kommt es denn, fragt man sich, daß sich die früheren Kolonien in anderen Erdteilen, z.B. in Asien, ganz anders entwickelt haben? Woher kommen diese ungeheuerlichen Ausbrüche von Gewalt wie in Ruanda, im Kongo, in Uganda, in der Elfenbeinküste – in fast allen afrikanischen Ländern? Warum hat gerade Afrika solche ausbeuterischen Eliten, die das Land aussaugen – oder es an andere Länder verschachern? Europa spielt da schon lange keine herausragende Rolle mehr. Heute ist es China, das durch die Zusammenarbeit mit korrupten Regimen ganze Länder dazu nötigt, ihre gesamten Rohstoffe nur noch für den chinesischen Markt abzubauen und riesige Monokulturen für den chinesischen Bedarf anzulegen.

Davon ist bei borderline-europe natürlich nicht die Rede.

Es mag viele Gründe für das Elend in Afrika geben – aber alles den Europäern in die Schuhe zu schieben, ist pure Ideologie. So bleiben die Afrikaner immer nur unsere Opfer, und sie müssen nicht darüber nachzudenken, warum sich gerade auf ihrem Kontinent soviele Despoten und Blutsauger halten können.

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Wo ist Ai Weiwei?

Seit 14 Tagen fehlt von dem chinesischen Künstler Ai Weiwei jede Spur. Nicht einmal seine Familie weiß, wo er festgehalten wird. Von den deutschen Museumsdirektoren, die gern Maotai-Schnaps mit den chinesischen Funktionären trinken und dabei immer viel Spaß haben, habe ich noch keinen größeren Protest gehört.

Ja, warum seid Ihr denn auf einmal so stumm? Interessiert Euch das Schicksal des Verschleppten nicht? Oder seid Ihr so still, weil Ihr Euch doch ein bißchen schämt?

Unser Land ist übrigens auch voller Unternehmer, die mit diesem Unrechtsstaat gute Geschäfte machen, sehr gute Geschäfte! Und, liebe Unternehmer, habt Ihr schon etwas für Ai Weiwei getan? Nein, ich sehe schon, Ihr wendet Euch ab. Nach so einem fragt man nicht, das sind innere Angelegenheiten.

Aber diese eine Frage könntet Ihr, wie kürzlich Durs Grünbein, den Chinesen schon stellen:

WO IST AI WEIWEI ?

Wer gute Beziehungen zu den chinesischen Behörden hat und ihnen nicht einmal diese einfache, aber notwendige Frage stellt, macht sich zum Mitschuldigen an der chinesischen Rechtlosigkeit.

Und auch dies sollte man bedenken: wenn die Chinesen mit einem international bekannten Künstler schon so verfahren, wie behandeln sie dann erst den einfachen Mann, der sich gegen den Abriß seines Hauses wehrt? Oder den Wanderarbeiter, der auf dem vereinbarten Lohn besteht? Oder den Mönch im buddhistischen Kloster, der sich nicht umerziehen lassen will?

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Energiesparlampen

Ja, wir haben sie auch. Und sie halten auch tatsächlich länger als die guten alten Glühbirnen. Das ist aber auch schon alles.

Man wartet und wartet und wartet, bis sie endlich einigermaßen hell geworden sind. So richtig hell wie die alten Glühbirnen werden sie nicht. Nie!

Und sie stecken voller Gift – sie enthalten Quecksilber und andere problematische Stoffe und müssen deshalb als Sondermüll entsorgt werden. Aber nur 10 % von ihnen werden tatsächlich ordnungsgemäß entsorgt.

Und das soll eine grüne, umweltfreundliche Technologie sein? Die Grünen zählen die Energiesparlampen auf ihrer Liste „Dein Klimaschutz-Sofortptrogramm!“ auf – auch das ein Zeichen für die Betriebsblindheit und Einseitigkeit der grünen Partei. Mit ihren Scheuklappen sehen sie immer nur einen Aspekt, in diesem Fall das Stromsparen:

Im Vergleich zu normalen Glühbirnen verbrauchen diese viel weniger Strom.

Vier Fünftel aller Energiesparlampen auf der Welt werden übrigens in China produziert, was die Grünen sicher ganz genau wissen. Da verwundert es nicht, was das Energie-Verbauchermagazin Markt soeben herausgefunden hat: diese Lampen setzen schon während ihres normalen Gebrauchs krebserregende Dämpfe frei. In einem zertifizierten Labor wurde festgestellt:

Alle Lampen enthielten deutlich messbare Mengen an Phenol sowie weitere giftige Stoffe.

Aber das ist ja genau das Problem der Grünen – sie sind schon lange nicht mehr fähig, die Dinge im Zusammenhang zu sehen. Wenn nur der Stromverbrauch sinkt oder der CO2-Ausstoß, ist es schon gut. Alles andere wird einfach ausgeblendet.

Vom ökologischen Denken, das alle Faktoren einbezieht, haben sie sich schon lange verabschiedet.

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