Endlich kommt die Wahrheit ans Licht – Jesus war Moslem!

Das hat, wenn man den Presseberichten glauben darf, der selbsternannte Imam von Sachsen, Hassan Dabbagh, in der Talkshow „Menschen bei Maischberger“ allen Ernstes behauptet. Darüber wollen wir jetzt kein weiteres Wort verlieren, denn wer so etwas sagt, müßte eigentlich so schnell wie möglich ärztliche Hilfe bekommen. So eine Aussage ist aber auch ein Beleg für den Niedergang des Islam in unserer Zeit. Da kann sich jeder „Imam“ oder „Scheich“ oder sonstwas nennen, auch wenn er es in seiner geistigen Schlichtheit nicht einmal mit einem katholischen Theologiestudenten im ersten Semester aufnehmen kann.

Eine andere Aussage dieses „Imams“, die viel wichtiger ist, wird so zitiert:

Solange wir in der Minderheit sind, akzeptieren wir eure Rechtsauffassung.

Da hat der Herr Imam in einem Anflug von ungewollter Ehrlichkeit ausgesprochen, was uns bevorsteht, wenn er einmal die Mehrheit hat. Gott – unser Gott! – behüte uns und Europa vor diesem Schicksal.

Nur noch ein Wort zu Maischberger. Sie war, wenn sie einen einzigen Gast hatte – Helmut Schmidt zum Beispiel – immer überraschend souverän. Im direkten Gespräch konnte sie mit ihren Gästen klug und sensibel umgehen. Aber warum, um Himmels willen, tut sie sich immer wieder diese großen Runden an, die schon durch ihre Zusammensetzung kein anderes Ziel als Krawall und Geschrei haben? Wer verlangt das von ihr? Der Sender? Die Redaktion? Oder möchte sie das wirklich selbst? Das kann ich mir, ehrlich gesagt, nicht vorstellen. Mit einem Gespräch haben diese Krawallshows nun wirklich nichts zu tun.

Ach, wie schön waren da die ruhigen, bedächtigen Folgen des Philosophischen Quartetts! Aber auch diese letzte Bastion eines gepflegten, zivilisierten Gesprächs hat man uns genommen. Jetzt sitzt statt dessen immer einmal wieder ein dicker, bärtiger Imam auf dem Sofa, damit die Emotionen so richtig kochen können.

Der Wahrheitsfindung dient das nicht, Frau Maischberger.

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Kennen Sie diese Frau?

Sie ist 1941 in Wuppertal geboren.

Ihr Beruf: „Politikberaterin“.

Heute abend feiert sie bei Anne Will ihren 500. Talkshowauftritt in diesem Jahr.

Sie wissen es immer noch nicht? Dann gebe ich Ihnen noch einen letzten Hinweis: sie ist zusammen mit Arnulf Baring und Peter Scholl-Latour eine aussichtsreiche Anwärterin auf meinen Hans-Olaf Henkel-Preis für ubiquitäre Talkshow-Präsenz.

Jetzt wissen Sie es natürlich – es ist Gertrud Höhler!

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Luther über den Reichtum

Ein schönes Zitat aus Luthers Tischreden, und zutreffend auf so manchen Zeitgenossen:

In keiner Hinsicht ist am Reichtum etwas Gutes. Darum gibt unser Herrgott für gewöhnlich Reichtum den groben Eseln, denen er sonst nichts gönnt.

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Noch einmal zum Philosophischen Quartett

Ein kleines Fundstück möchte ich meinen Lesern noch mitteilen. Rüdiger Safranski beschreibt in einem Interview in der Zeit sehr schön, was das Philosophische Qartett ausgezeichnet hat:

Es ging uns um eine bestimmte Kommunikationsform, darum, die Gäste ausreden zu lassen und Hysterie zu dämpfen. Es ging darum, ein Klima zu schaffen, das man als philosophisch bezeichnen könnte, eine Art Verlangsamung, ein Nach-Denken eben. Da hockten vier Leute herum und unterhielten sich ungezwungen, nicht unterbrochen durch Einspielungen aller Art. So etwas gibt es ja kaum noch. Heute blicken sie als Gast, wenn sie etwas komplizierter formulieren, sofort in die nervös flackernden Augen des Moderators.

Wunderbar!

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Sloterdijk – ein Philosoph im Ohrensessel?

Die Welt hat trotz vieler und guter seriöser Artikel immer noch (oder schon wieder?) einen Hang zum Boulevard und zur wenig gelungenen Ironie. Mit der Ironie verhält es sich nämlich so: sie scheint leichtfüßig daherzukommen, aber es steckt viel harte Gedankenarbeit in ihr. Dahingeschluderte Ironie erkennt man sofort – sie wirkt billig.

Michel Friedman zum Beispiel durfte an einer Wallfahrt zum Heiligen Rock von Trier teilnehmen und in der Welt darüber schreiben. Wer ihn kennt, weiß, daß da wenig Tiefes zu erwarten war. Er redet von „Jesus‘ Unterhemd“ (wie lustig!), und als Pater Johannes im Bus das Geld für die Wallfahrt einsammelt, schreibt er: „Bei aller Liebe für Gott, bezahlt werden muss auf Erden.“ Dann fragt er einen Jugendlichen, was er von den Wallfahrern hält, und bekommt die Antwort, die er wohl erwartet hat: „Die haben doch einen Knall!“

Nehmen wir – aus gegebenem Anlaß – einen anderen Artikel der Welt. Heimo Schwilk schreibt (hier nachzulesen) über das Philosophische Quartett, dem das ZDF nun endgültig den Garaus gemacht hat. Schon der Titel klingt gequält ironisch: „Philosophie im Ohrensessel“. Wer im Ohrensessel sitzt, will er damit wohl sagen, sollte das Philosophieren besser lassen. Aber philosophieren kann man überall! Wichtig ist doch nicht, wo man philosophiert, sondern daß und wie man philosophiert.

Bei den alten Griechen hat man meistens im Gehen gedacht, und das war keine so schlechte Wahl: wenn man körperlich in Bewegung ist, das weiß man, ist auch der Geist beweglicher. Aber notwendig ist das nicht – die vielen Sendungen des Philosophischen Quartetts, bei denen die Gäste stets im Schwilkschen „Ohrensessel“ saßen, sind der Beweis dafür, daß es sich auch im Sitzen ganz wunderbar philosophieren läßt. Aber Schwilk, ob er nun beim Verfassen seines Artikels am Schreibtisch gesessen hat oder auf seiner Terrasse auf und abgegangen ist, mag Sloterdijk nun einmal nicht.

Sloterdijk, so beschreibt Schwilk das übliche Auftreten des Philosophen,

presste mit dem ihm eigenen näselnden Singsang alle Luft aus den Zwischenräumen seiner Wort- und Satzkaskaden, verstrickte sich in allzu narzisstisch anmutende Metapherngestöber.

„Metapherngestöber“ – das ist ein schönes und treffendes Wort, wenn es auch nicht von Schwilk, sondern von Celan stammt. Sloterdijk ist tatsächlich ein Meister im Umgang mit der Sprache. Was daran aber verwerflich sein soll, begreife ich nicht. Mir jedenfalls ist jeder Mensch angenehm, der die deutsche Sprache so beherrscht wie er. Und „narzißtisch“? Mein Gott, jeder Journalist ist doch heutzutage narzißtisch, auch wenn er nur davon träumen kann, die Sprache so gekonnt einzusetzen wie Sloterdijk. Nicht wahr, Herr Schwilk?

Schwilk versucht, die beiden Moderatoren des Philosophischen Quartetts gegeneinander auszuspielen. So heftig, wie er Sloterdijk niedermacht („Selbstberauschungen“), so sehr lobt er Safranski. Der nämlich gebe „den medientauglicheren Part“ der beiden. Da ahnt man schon, worauf alles hinausläuft: auf den Nachfolger, Richard David Precht:

Ob der Bestsellerautor der Fernsehphilosophie mehr Glanz zu geben vermag, steht in den Sternen. Vorsichtshalber disqualifizierte Sloterdijk seinen smarten Nachfolger schon einmal als „Popularisator“ – als sei massenmediale Verständlichkeit ein Anschlag auf Komplexität.

Na ja – daß Precht „medientauglich“ und „massenmedial verständlich“ sein wird, daran zweifelt nun wirklich niemand.

Aber was, um Himmels willen, haben solche Eigenschaften mit Philosophie zu tun?

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Pilger – oder doch Pilgerer?

Im Nachrichtenmagazin Focus ist offenbar ein Kampf um das richtige Wort entbrannt.

Heute morgen noch waren an Bord der abgestürzten Maschine in Nepal nur „Pilgerer“. Dann hat ein Leser die gestandenen Journalisten des Magazins darauf aufmerksam machen müssen, daß es dieses Wort im Deutschen nicht gibt. Gegen Mittag waren aus den Pilgerern wieder Pilger geworden – nur nicht in der seitlichen Menüleiste.

Als ich eben (es ist mittlerweile Abend) nachsehen wollte, ob auch der letzte Fehler endlich korrigiert war, traute ich meinen Augen nicht – die erste Zeile lautete auf einmal wieder:

Flugzeug mit Pilgerern zerschellt bei Landeanflug.

Also so falsch wie vor der Korrektur!

Eine Schlußfolgerung kann man also auf jeden Fall ziehen: das Nachrichtenmagazin Focus ringt mit der deutschen Sprache. Im Moment scheint man entschlossen, richtige und falsche Schreibungen so zu vermengen, daß für jeden etwas dabei ist.

Wir werden den Gang der Dinge weiter verfolgen.

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Pilgerer

In der Online-Ausgabe des Nachrichtenmagazins Focus las man heute morgen diese Überschrift:

Flugzeug mit Pilgerern zerschellt im Himalaya.

Damit der Leser auch merkt, daß es sich hier nicht etwa um einen Tippfehler handelt, wird das garstige Wort auf der Seite gleich mehrmals wiederholt: „Hindu-Pilgerer“ seien es gewesen.

Gern hätte ich hier den Namen des verantwortlichen Journalisten genannt, aber der Bericht ist nur mit den Kürzeln „mp/gx/dpa“ versehen.

Viele Menschen, die heute für Presse, Funk und Fernsehen schreiben, das weiß man, sind eigentlich nur noch Verkäuferer von Nachrichten. Aber selbst da, wo ein ausgebildeter Journalisterer zur Feder greift, kann es – wie man sieht – geschehen, daß er zum Verhunzerer der deutschen Sprache wird.

Das wollte ich den Leserern meines Blogs noch sagen.

Einen schönen Wochenanfang wünscht
Lupulus, der Bloggerer.

PS: Inzwischen – es ist jetzt 12.03 Uhr – hat man das Wort „Pilgerer“ geräuschlos durch „Pilger“ ersetzt. Im Menü „Schlagwörter“ auf der linken Seite steht freilich immer noch „Pilgerer“ – mal sehen, wie lange es dauert, bis sie auch das gemerkt haben. Wenn man bei Google „Pilgerer“ eingibt, aber das nur nebenbei, bekommt man 47.800 Ergebnisse.

Das erste Opfer des Internets war nämlich – gleich am Anfang und mit steigender Brutalität – die deutsche Sprache.

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Alles, nur das nicht!

Aus dem Wahlprogramm der nordrhein-westfälischen SPD von 2010:

Jetzt gilt es, Hemmnisse für den Ausbau erneuerbarer Energien abzubauen. Dazu werden wir ein Programm „1 Million Dächer Solarthermie“ auflegen.

Ich fürchte, die SPD wird diese (auch sprachlich!) grausame Drohung wahrmachen.

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Hannelore (Wind-) Kraft

In ihrer letzten Neujahrsansprache sagte die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen:

Wir haben beste Chancen, auf Märkten der Zukunft ganz vorne dabei zu sein, etwa bei Windkraft oder Energiespeicherung.

Schon im Programm der rot-grünen Koalition von 2010 war festgelegt worden, daß der Anteil der Windkraft bis 2020 auf 15% steigen soll – eine Verfünffachung! „Starker Fokus auf Windenergie“, so titelte damals die Welt.

Nicht nur die Grünen waren begeistert, sondern auch der NABU in Nordrhein-Westfalen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien, sagte sein Vorsitzender Josef Tumbrinck, finde „die volle Unterstützung“ seines Verbandes. Besonders erfreut zeigte er sich, daß in Naturschutzgebieten keine Windkraftanlagen vorgesehen waren.

So bescheiden sind unsere Naturschutzorganisationen geworden!

NABU und BUND, das kann man hier noch einmal nachlesen, forderten schon vor einem Jahr in schönster neuer Rechtschreibung „das schnelle in Kraft setzen des neuen Windenergie-Erlasses“. Die Zerstörung von Landschaft und Natur kann ihnen gar nicht schnell genug gehen, alle rechtlichen Hindernisse sollen aus dem Weg geräumt werden:

Durch den geplanten Wegfall der Höhenbegrenzungen für Windenergieanlagen und durch die flexiblen Abstandsregelungen erhalte die Windkraft kräftigen Rückenwind, ohne dass immissionsschutzrechtliche oder naturschutzfachliche Standards aufgegeben würden. Auch die Eröffnung der Möglichkeit zum Bau von Windenergieanlagen in intensiv genutzten Nadelwaldforsten sei aus Naturschutzperspektive akzeptabel.

Für diese „Naturschutzverbände“, denen zumindest in den Führungsetagen der Schutz der Natur offenbar nichts mehr bedeutet, ist auf einmal alles, wirklich alles akzeptabel – jede Scheußlichkeit wird mitgemacht, ja, man treibt die Politiker sogar noch an und denunziert die Menschen, denen an ihrer schönen, in Jahrhunderten gewachsenen Landschaft noch etwas liegt, als rückständige Naturapostel.

„Widerstand ist zwecklos!“ – ruft man ihnen zu.

Es hat – ich sage es immer wieder – in diesen großen, mächtigen und mittlerweile mit viel Geld ausgestatteten Verbänden eine De-Naturierung stattgefunden, die zugleich traurig und wütend macht.

Die Natur, die intakte Landschaft ist ihnen, wie sie selbst sagen, nur noch ein „Unter-Argument“.

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Entweder Vermaisung oder Verspargelung – basta!

Die ganze Dürftigkeit der großen Naturschutzverbände in der Energiediskussion zeigt sich auch daran, wie sie auf den dramatischen, aber wohlbegründeten Austritt des BUND-Mitbegründers Enoch zu Guttenberg reagieren.

Der bayerische Bund Naturschutz (BN) ließ durch seinen Landesbeauftragten Richard Mergner verlauten, an der Stärkung der Windenergie „führe kein Weg vorbei“ (hier nachzulesen). Es ist sicher kein Zufall, daß dieses Statement bis in die Wortwahl hinein Merkelsche Züge trägt – auch für sie ist ja jede Entscheidung, die sie trifft, nicht nur richtig und wichtig, sondern immer auch unumkehrbar. Das hätte sie gern.

Genauso schlicht argumentiert jetzt der BUND:

Wenn wir gegen Atom- und Kohlekraftwerke oder die Vermaisung der Landschaft sind, müssen wir auch Windkraft ausbauen.

Die Funktionäre des Naturschutzes lassen uns also nur noch die Wahl zwischen Vermaisung und Verspargelung. Aber es gibt noch einen dritten Weg: daß nämlich die Mitglieder der großen Naturschutzverbände ihre abgehobenen, nur noch politisch denkenden und „denaturierten“ Führungen kurzerhand abwählen.

Viel Hoffnung habe ich nicht, daß so etwas geschieht – aber möglich wäre es, immerhin.

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