Der große Putin zitiert den kleinen Janukowitsch nach Rußland

Die Genossen Putin (Rußland) und Janukowitsch (Ukraine) haben bei einem unangekündigten Treffen in Sotschi über ein Partnerschaftsabkommen zwischen ihren Staaten beraten.

Wenn ein Erpresser und sein Opfer eine Partnerschaft beschließen, dann wird das bestimmt eine ganz, ganz wunderbare Freundschaft.

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Und wieder eine Heldentat im Namen Allahs!

Fromme Muslime haben ein Krankenhaus im Jemen überfallen und über 50 Menschen massakriert.

Sie sind, wie man hier nachlesen kann, von Zimmer zu Zimmer gegangen und haben, wie ihr seltsamer Glaube es ihnen offenbar befohlen hat, vor allem Ärzte, Krankenpfleger und Schwestern ermordet. Auch ein deutscher Entwicklungshelfer, der mit Verdacht auf Schlaganfall eingeliefert worden war, und ein Kollege, der ihn besuchen wollte, sind den frommen Menschen zum Opfer gefallen.

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Golfende Menschen und kotendes Federvieh

Golfer müssen an alles denken, und im Regelwerk des Golfplatzes (in diesem Fall beim Golfclub Neuhof) muß das seinen ordnungsgemäßen Niederschlag finden. Zum Beispiel, wenn ein Vogel sich auf dem Green erleichtert:

Behinderung durch Kot von Wasservögeln ist gegeben, wenn ein Ball im Gelände in einem solchen Umstand liegt oder der Raum des beabsichtigten Schwungs betroffen ist. Liegt der Ball auf dem Green, so ist Behinderung auch dann gegeben, wenn sich Kot von Wasservögeln auf der Puttlinie befindet. Behinderung nach dieser Regel ist nicht gegeben, wenn nur die Standposition des Spielers betroffen ist.

Das ganze Golfvokabular ist mir ein Buch mit sieben Siegeln – nur das Wissen um den Vogelkot teile ich, immerhin, mit den Golfern.

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Sport macht Lust auf Mord (an den Programmdirektoren der ARD)

Jedenfalls bei mir, wenn ich mir das ARD-Programm des Wochenendes ansehe:

Freitag:  7 Stunden Sport am Stück (von 13 bis 20 Uhr)

Samstag:  11 (!) Stunden Sport am Stück (von 9 bis 20 Uhr)

Sonntag:  über 9 Stunden Sport (mit einer kleinen Unterbrechung durchgehend von 8.45 bis 18.30 Uhr).

Gibt es denn niemanden, der endlich einmal gegen diesen eklatanten Mißbrauch des gesetzlichen Programmauftrags vor Gericht geht? Die öffentlich-rechtlichen Sender verstoßen regelmäßig und absichtlich gegen ihre gesetzliche Pflicht, der „Information, Bildung und Unterhaltung“ gleichermaßen zu dienen.

So viel Geld (aus unseren Gebühren) – und dann Tag für Tag, gerade am Wochenende, so ein billiges (Sport-) Spartenprogramm!

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Der Witz des Tages – diesmal von Sergej Lawrow, dem immer zu Scherzen aufgelegten Genossen Außenminister

Sergej Viktorowitsch Lawrow ist nicht nur his master’s voice, er ist auch mein besonderer Freund und kommt damit gleich nach dem Genossen Putin. Warum? Weil er immer zu Scherzen aufgelegt ist. Einen besonders lustigen hat er gestern erzählt.

Da hatte doch die NATO das ukrainische Regime – nach den blutigen Prügelorgien von Janukowitschs „Spezialtruppen“ auf dem Unabhängigkeitsplatz – aufgefordert, keine Gewalt gegen friedliche Demonstranten anzuwenden. Genau der richtige Zeitpunkt für einen Scherz, dachte sich da der Genosse Außenminister! Und sagte folgendes:

Wir rufen dazu auf, daß sich niemand in diese Situation einmischt.

Jetzt mag es Menschen geben, die Lawrows subtilen Humor nicht verstehen. Solche Menschen erinnern dann daran, daß sich Rußland in der ukrainischen „Situation“ wie ein ganz gewöhnlicher krimineller Erpresser verhält. Sie verweisen darauf, daß Rußland, das große, unermeßlich weite Rußland, an seinen Grenzen nur Vasallen und Quislinge duldet, Blutsauger und kleine aufgeblähte Diktatoren, die ihre Länder ausplündern und mit dem gestohlenen Geld die Taschen ihrer Clans füllen. Ja, es gibt humorlose Menschen, die tatsächlich so denken.

Aber wir zwei, Sergej Viktorowitsch, wir zwei wissen es besser, gell? Du hast nur einen deiner gefürchteten Scherze gemacht. Ach, was haben wir gelacht!

Bist schon ein lustiger Geselle, Sergej Viktorowitsch.

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Neue Heldentaten des toleranten und friedlichen Islam in Syrien

Dschihadisten und Kämpfer der Al-Nusra-Front haben in Syrien eine neue Heldentat im Namen Allahs vollbracht: nach der Einnahme der uralten christlichen Kleinstadt Maalula haben sie das berühmte Kloster Mar Thekla überfallen und zwölf Nonnen verschleppt.

Maalula gehört zu den wenigen Städten, deren Bewohner noch aramäisch, die Sprache Jesu, sprechen. Die meisten von ihnen sind inzwischen geflohen, einige, die geblieben sind und ihrem Glauben nicht abschwören wollten, sind von den muslimischen Kämpfern ermordet worden.

Es stimmt, in keinem Krieg der Welt wird auf kulturelle Güter, Bauten und Denkmäler Rücksicht genommen, aber der radikale Islam hat auch da eine neue Qualität eingeführt: er verachtet zutiefst alles, was nicht islamisch ist. Man denke nur an die Buddha-Statuen von Bamiyan oder an die Aufrufe ägyptischer Prediger zur Zerstörung der heidnischen, „gotteslästerlichen“ Pyramiden. Wir haben es hier mit Menschen zu tun, denen – außer ihrer eigenen Religion – buchstäblich nichts mehr heilig ist. Unser Mittelalter, das so oft als finster beschrieben wird, war eine Zeit blühender Kultur, wenn man es mit diesen finsteren Gesellen vergleicht.

Assad, daran besteht kein Zweifel, ist ein übler Diktator, aber unter seiner Herrschaft haben die religiösen Minderheiten relativ freizügig leben können. Sollten die Islamisten die Herrschaft über Syrien erobern, wird es – für alle Minderheiten! – ein Ende mit Schrecken geben.

Daß ein so altes Kulturland wie Syrien mit seiner erstaunlichen Geschichte heute nur noch die Wahl zwischen Diktator und Dschihadisten hat, stimmt sehr, sehr traurig.

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China – ein Schurkenstaat?

Eine der wichtigsten Lehren aus der Geschichte des 20. Jahrhunderts wird leider immer wieder vergessen: ein Regime, das im eigenen Land autoritär regiert, wird sich früher oder später auch nach außen aggressiv und expansiv verhalten. Das geschieht seit längerem in China.

Das Land wird von einer durch und durch korrupten Partei regiert. Es gibt keine freie Presse und keine unabhängige Justiz. Schauprozesse gegen Dissidenten sind an der Tagesordnung. Wer der Partei im Wege ist, muß damit rechnen, daß er ohne Gerichtsurteil verschleppt, verprügelt oder für Jahre ins Gefängnis gesteckt wird. Das alte Lied „Die Partei, die Partei, die hat immer recht“ gilt hier noch fast uneingeschränkt.

China ist ein einziger Anachronismus, es ist – wie Nordkorea – ein Überbleibsel des kommunistischen Irrwegs, der im 20. Jahrhundert so viele Menschenleben gekostet hat.

Aber China ist auch ein mächtiges Land: wirtschaftlich, politisch und vor allem militärisch. Seine Aufrüstung in den letzten Jahrzehnten übersteigt unsere Vorstellungskraft. Es ist ein bis an die Zähne bewaffnetes Land, das genug Menschen und Material für jeden Eroberungsfeldzug hat.

Nun könnte man sagen: das sind andere Länder ja auch, die USA allen voran. Aber der Unterschied liegt auf der Hand: nur in China trifft eine kleine, durch kein demokratisches Korrektiv gebändigte Parteiclique alle Entscheidungen, auch die über Krieg und Frieden. Und die neue Führung setzt auf Aggression: so wie Rußland kein westlich orientiertes Land an seinen Grenzen duldet (und deshalb mit der Ukraine umgeht,  wie es sonst nur kriminelle Erpresser mit ihren Opfern tun), so möchte China als Hegemonialmacht ganz Fernost zu seinem Kolonialreich machen. Der Konflikt mit Japan um die unbewohnten Inseln im Ostchinesischen Meer ist China ein willkommener Anlaß, seinen alten Allmachtsphantasien Taten Folgen zu lassen.

Da hilft nur der entschlossene Wille, dem Land auf jedem Gebiet – auch militärisch! – seine Grenzen zu zeigen. Der amerikanische Vizepräsident hat das bei seinem Besuch in Japan erfreulich klar getan.

Und die Europäer? Der britische Premierminister Cameron macht während seines Besuchs in Peking vor den roten Machthabern einen Kotau nach dem anderen. Er kann gar nicht oft genug sagen, daß Tibet schon immer ein Teil Chinas war, und er schmiert auf geradezu unappetitliche Art seinen Gastgebern Honig ums Maul. Warum tut er das? Die Antwort gibt er in Peking selbst:

Kein Land der Welt ist offener für chinesische Investitionen als Großbritannien.

Da haben wir also fast so etwas wie die endgültige Bestätigung der Leninschen Theorie des Imperialismus: der Staat wird zum willfährigen Werkzeug des Kapitals.  Für Investitionen, heißt das, geht man – wenn es  sein muß – über Leichen (und das ist bei der Behandlung oppositioneller Kräfte in China und den dort üblichen Hinrichtungen durchaus wörtlich zu verstehen).

Letztes Jahr hat Cameron noch den Dalai Lama empfangen, jetzt buckelt er vor den chinesischen Machthabern – und zwar, wie die F.A.Z. heute schreibt, „aus Sorge, der britischen Wirtschaft einen Wettbewerbsnachteil aufzuhalsen“. Als einem Journalisten seiner Delegation der Zutritt zur „Großen Halle des Volkes“ verwehrt wird, protestiert er nur halbherzig – der Journalist bleibt draußen. Dafür bekommt Cameron noch einen Fußtritt von den Chinesen, den er redlich verdient hat: die staatlich kontrollierte Global Times schreibt ihm ins Stammbuch, die Insel sei ohnehin nur

ein altes europäisches Land, das sich zum Reisen und Studieren eignet.

Das ist die gerechte Strafe für ein devotes, charakterloses Verhalten.

PS: Noch ein kleiner Nachtrag zu Cameron – zu seinen Mitarbeitern soll er kürzlich gesagt haben: „Wir müssen endlich diese ganze grüne Scheiße loswerden.“

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Wetten, daß Janukowitsch bald den Genossen Putin um Hilfe bittet?

Janukowitsch ist in ernsthaften Schwierigkeiten. Das undankbare Volk will ihn in die Wüste schicken. Gut, daß er da seinen Blutsbruder Putin hat. In den nächsten Tagen, so läßt Janukowitsch mitteilen, werde er Putin in Moskau aufsuchen.

Nun hat der Genosse Putin schon mit dem kleinen, aber aufmüpfigen Georgien kurzen Prozeß gemacht und kurzerhand seine glorreiche Armee hineingeschickt. Was, wenn ihn nun der Präsident der Ukraine um Hilfe bittet, weil er sich des aufmüpfigen Volks nicht mehr erwehren kann?

Was tun, Genosse Putin? Wäre es nicht schön, Mütterchen Rußland im Westen zu arrondieren und die Ukraine wieder dem russischen Reich zuzuführen? Noch dazu mit der Krim und ihrer subtropischen Wärme? Gell, da kommst du ins Grübeln, Wladimir Wladimirowitsch?!

Andererseits: deine Genossen Soldaten sind ja 1968 auch in die Tschechoslowakei einmarschiert. Erinnerst du dich noch? Da warst du noch ein junger Bursch von 16 Jahren. Auch damals haben irgendwelche „Persönlichkeiten“ deine Armee „um Hilfe gerufen“. Das hat dann amtlicherseits, also von der sowjetischen Nachrichtenagentur Tass, so geklungen:

TASS ist bevollmächtigt zu erklären, daß sich Persönlichkeiten der Partei und des Staates der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik an die Sowjetunion und die anderen verbündeten Staaten mit der Bitte gewandt haben, dem tschechoslowakischen Brudervolk dringend Hilfe, einschließlich der Hilfe durch bewaffnete Kräfte, zu gewähren.

Ach, das waren noch Zeiten, gell, Wladimir Wladimirowitsch? Da tut man sich heute schon ein bißchen schwerer. Mit den Frauen von Pussy Riot nimmst du es natürlich auf, die sind im Arbeitslager, ehe sie sich’s versehen (obwohl das ja eigentlich keine Heldentat von dir war), auch eine Handvoll Greenpeace-Aktivisten verschwindet mir nichts, dir nichts im Gefängnis. Aber das halbe ukrainische Volk?

Das überlegt man sich.

Ich höre dich seufzen, Wladimir Wladimirowitsch: ach, wenn man könnte, wie man wollte!

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Ein Mann, der mit einer Frau verheiratet ist – das geht gar nicht!

Zumindest könnte man das meinen, wenn man die Überschriften unserer Presse zum kroatischen Referendum liest.

Was war passiert? Kroatische Bürger wollten, daß in ihrer Verfassung die Ehe als „Verbindung von Mann und Frau“ definiert wird. Eine Zumutung! Homophobie! Diskriminierung! Fast die gesamte kroatische Presse hat die Initiatoren übel beschimpft: Ultrakonservative seien es, Faschisten, Katholiken der schlimmsten Art.

Aber: fast zwei Drittel der Kroaten haben am Sonntag in der Volksabstimmung dafür gestimmt, daß eine normale Ehe aus einer Frau und einem Mann besteht. Sie haben sich von den Aktivisten der Schwulenverbände und von den linken Medien nicht einreden lassen, daß darin eine Diskrimierung von Minderheiten liegt. Ganz im Gegenteil! Es ist ja mittlerweile fast schon so, daß man sich angesichts der aggressiven Propaganda für „Schwule, Lesben, Transsexuelle“ rechtfertigen muß, daß man überhaupt noch in einer traditionellen Ehe lebt.

Nein, die kroatischen Bürger haben völlig richtig entschieden: jeder soll nach seiner Façon selig werden, jeder kann leben, wie es seine Natur verlangt, jeder soll nach Herzenslust Beziehungen und Partnerschaften seiner Wahl eingehen, ohne daß ihn jemand deshalb diskriminieren darf.

Aber niemand hat das Recht, diese Beziehungen dann „Ehe“ zu nennen. Der Begriff der Ehe bedeutet ja nicht nur eine Verbindung von Mann und Frau. Er ist der Schlußpunkt einer langen kulturellen und geschichtlichen Entwicklung. Die Ehe hat sich durchgesetzt, weil sie die divergierenden Kräfte, die natürlichen Aggressionen zwischen Männern und Frauen kulturell gebändigt hat. Das gelingt natürlich nicht immer – der Mensch ist eben schwach. Aber die Ehe einfach ihres (auch kulturellen) Sinnes zu entleeren und mit einer beliebigen sexuellen Beziehung zu verwechseln, wäre fatal.

Unsere fortschrittlichen Medien sind da natürlich anderer Meinung. Nur ein paar Beispiele aus der deutschsprachigen Presse:

Entsetzen über Ausgang des Ehe-Referendums
Menschenrechtsaktivisten besorgt
Homophober Balkan
Nein zur Homo-Ehe
Minderheitenfeindlich
Schwulenfeindliche Kroaten

Und so weiter. Es ist ein reflexhaftes Reagieren vieler unserer Journalisten, das keine Einschaltung des Großhirns nötig macht. Für die traditionelle Ehe – das ist sozusagen das Pawlowsche Glöckchen: sobald sie es hören, schreiben sie in ihr Blatt: schwulenfeindlich, homophob.

Sie können nicht anders.

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Skurriles und Merkwürdiges aus dem Koalitionsvertrag (1)

Die große Mehrheit der Deutschen meint, so kann man es heute lesen, die Union habe sich im Koalitionsvertrag weitgehend durchgesetzt. So etwas läßt sich aber nur behaupten, wenn man nie einen Blick in das Papier geworfen hat.

Wir wollen einmal sehen, was es in diesem sonderbaren dicken Schmöker so alles gibt. Zum Beispiel findet man hier folgenden kategorisch klingenden Satz:

Wir wissen, dass in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften Werte gelebt werden, die grundlegend für unsere Gesellschaft sind.

Wirklich? „Wir“ wissen das also? Also, ich weiß das nicht.

Mag sein, daß Gabriel oder Wowereit oder Schwesig da weiter sind als ich. Aber warum sollten gerade in „gleichgeschlechtlichen Partnerschaften“ Werte gelebt werden, die „grundlegend für unsere Gesellschaft sind“? Grundlegend für unsere Gesellschaft ist doch wohl immer noch (hoffentlich!) die ganz normale Familie, also die von fortschrittlichen Menschen so verachtete Verbindung Vater-Mutter-Kind. Im Koalitionsvertrag soll aber mit allen Mitteln, gegen jede Vernunft, die Lebensform einer Minderheit eine Art Heiligenschein erhalten.

Weiter geht’s:

Wir verurteilen Homophobie und Transphobie und werden entschieden dagegen vorgehen.

Und ich verurteile die absurde Ausweitung des psychologischen Begriffs der Phobie und werde in meinem Blog auch weiter entschieden dagegen vorgehen. Jeder Hansel glaubt heute nämlich, daß er einen Andersdenkenden einer Phobie, also einer psychischen Störung, bezichtigen darf. Da ist man, ehe man sich’s versieht, islamophob oder homophob oder transphob oder ziganophob  obwohl man geistig völlig gesund ist. Diese „Phobien“ sind in der gesellschaftlichen und politischen Diskussion zu einem bloßen Schimpfwort gegen Andersdenkende verkommen.

Wir wenden uns gegen jede Form der Diskriminierung.

Wunderbar. Da fehlt nur noch der Satz: Wir sind für den Weltfrieden. Übrigens: gilt das Diskriminierungsverbot auch, wenn an Schulen mit hohem Migrantenanteil in Berlin und anderswo deutsche Schüler ohne Migrationshintergrund ständig massiv und brutal beleidigt werden?

Migrantenorganisationen haben eine wichtige Brückenfunktion. Als Partner der Integrationsförderung werden wir bundesweit tätige sachverständige Organisationen weiter stärken, auch durch Multiplikatorenschulungen und finanzielle Unterstützung beim Aufbau von Strukturen.

Da steht leider nicht, welche „Migrantenorganisationen“ angeblich eine Brückenfunktion haben. Alle großen türkischen Islamverbände etwa haben – leider! – ganz und gar keine Brückenfunktion, ihnen geht es vor allem um die Erhaltung des Türkentums. Sie sind mehr oder weniger Handlanger der türkischen Religionsbehörde und kämpfen, ganz im Sinne ihres Ministerpräsidenten Erdogan („Assimilation ist ein Verbrechen“), gegen die Integration. Sie schüren immer wieder Feindseligkeiten, statt Brücken zu bauen.

Den vielfältigen Beiträgen muslimischer Vereine und Verbände zu unserem Gemeinwesen – etwa zur Integration muslimischer Zuwanderer und ihrer Nachkommen in unsere Gesellschaft, wie auch zum Dialog zwischen den Kulturen und Religionen – gilt unsere Wertschätzung und Unterstützung.

Was soll man zu dieser durch nichts begründeten Lobhudelei sagen? Am besten nichts. Hier kommen wie an vielen Stellen im Koalitionsvertrag die blauäugigen, beinahe romantischen Islamvorstellungen der SPD zum Ausdruck.

Wir wollen Eltern von Kindern mit Migrationshintergrund besser erreichen. Hierzu werden wir ein Bundesprogramm „Eltern stärken“ auflegen, durch das Eltern mit Migrationshintergrund direkt in die Arbeit von Kitas und Schulen einbezogen werden sollen.

Viel Freude bei diesem Versuch! Statt ein „Bundesprogramm“ aufzulegen, sollten Sie lieber jene Lehrer stärken (oder doch wenigstens trösten), die seit Jahren unermüdlich, aber meist vergeblich versuchen, zu einem Gespräch in die Wohnungen eingelassen zu werden.

Auf der Basis der christlichen Prägung unseres Landes setzen wir uns für ein gleichberechtigtes gesellschaftliches Miteinander in Vielfalt ein.

Das ist nun wirklich ein echt schwarzroter Satz, also ein ziemlich fauler Kompromiß. Da wird zwar (wahrscheinlich auf Drängen der Union) auf die „christliche Prägung unseres Landes“ verwiesen, aber nur, um gleich darauf dieses spezifisch Christliche gleich wieder in einem „Miteinander in Vielfalt“ verschwinden zu lassen. Der Text atmet die völlige Gleichrangigkeit aller Religionen: der Dialog soll „mit den christlichen Kirchen, Religionsgemeinschaften und religiösen Vereinigungen“ gepflegt werden, und natürlich auch mit den „freien Weltanschauungsgemeinschaften“ (damit sind wohl die atheistischen Sekten à la Giordano-Bruno-Stiftung gemeint). Ich vermisse da nur noch noch esoterische Gruppen – auch an Voodoo oder animistische Zirkel wäre zu denken.

Fortsetzung folgt!

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