Ökologische Landwirtschaft in Europa und der Welt

Das ist zwar kein weihnachtliches Thema, aber ich war doch einmal neugierig, welche Länder in Europa den größten Anteil an ökologischer Landwirtschaft haben.

An der Spitze steht, völlig unerwartet, der Zwergstaat Liechtenstein mit einem Öko-Anteil an der landwirtschaftlichen Gesamtfläche von 29,8% (alle Angaben nach dem Stand von 2008 laut Wikipedia). Bei den Flächenstaaten führt unangefochten Österreich mit 15,9% – eine stolze Zahl, an der sich mancher ein Beispiel nehmen könnte. Dahinter kommen, noch im zweistelligen Bereich, die Schweiz (11,1%) und Schweden (10,8%), gefolgt von Estland (9,6%), Lettland (9,1%), Tschechien (8,0%) und Italien (7,9%).

Hätte ich nicht versprochen, zu Weihnachten nur Positives zu berichten, müßte ich hinzufügen, daß Deutschland mit seinen 5,4% recht kümmerlich dasteht und sich allenfalls selbst rühmen kann, wenn man es mit China (0,3%), der Türkei (0,4%), Indien (0,6%), Brasilien (0,7%) oder den USA (0,6%) vergleicht.

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Frohe Weihnachten!

Krippe
Ich wünsche allen Lesern ein frohes und friedliches Weihnachtsfest.

Übrigens wird es wie im letzten Jahr auch diesmal an den Feiertagen nicht einen einzigen kritischen oder negativen Beitrag geben.

Auch wenn es schwerfällt.

Aber es ist schließlich Weihnachten. 

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Besinnliche Weihnacht im Privatfernsehen

Nur ein paar Beispiele aus der Heiligen Nacht:

Mimic (Horrorfilm, RTL)
Sleepy Hollow – Köpfe werden rollen (SAT 1)
Hogfather – Schaurige Weihnachten (Kabel 1)
Half Baked – Völlig high und durchgeknallt (RTL II)
Blutige Weihnachten (PRO7 Maxx)

Na dann: Frohes Fest!

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Der Winkemann von Berwang – geht seine Uhr nach?

Die Saison 2013/14 hat für unseren Winkemann (und für seine Fans!) deprimierend begonnen. Seit zehn Tagen schon hätte man sich über ihn freuen können, aber nur ein einziges Mal war er in gewohnter Art zu sehen. Meist hat ihn die Kamera gar nicht erfaßt, einmal wäre er zwar schön im Bild gewesen – aber er war nicht da. Dann wieder hat man ihn nur für den Bruchteil einer Sekunde gesehen, aber mit schlaff herunterhängenden Armen.

Wußte er etwa nicht genau, wie spät es war?

Heute nun: ein perfekter Schwenk, aber während der Winkemann sonst – seiner Pflicht genügend (also winkend!) – an seinem Platz steht, stapft er heute erst gemächlich aus dem Haus und hat noch nicht einmal die Hände gehoben, als ihn die Kamera schon wieder verliert.

Zwei Erklärungen gibt es für dieses noch nie dagewesene Verhalten: entweder der Winkemann ist (was man verstehen könnte!) völlig zermürbt von den vielen falschen Schwenks zu Beginn der Saison – oder seine Uhr geht falsch.

Wir werden den Gang der Dinge auch weiterhin aufmerksam beobachten!

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Der „Tatort“ aus München gestern – ein einziger Schmarrn

Folgende Regel sollte jeder beherzigen, der sich auf einen „Tatort“ freut: man sehe erst einmal nach, wie der Regisseur und die Drehbuchautoren heißen. Dann googeln. Wenn auch nur bei einem der Namen Prädikate wie „ambitioniert“, „experimentell“, „preisgekrönt“ oder „für den Oscar nominiert“ auftauchen, sofort den Fernseher ausschalten! (Oder wenigstens den Sender wechseln.)

Im Münchener „Tatort“ Allmächtig hat Jochen Alexander Freydank Regie geführt. Freydank hat früher vor allem Kurzfilme gedreht und für einen von ihnen, „Spielzeugland“, 2009 tatsächlich einen Oscar bekommen.

Aber sein „Tatort“ war grottenschlecht. Müde, uninspirierte Dialoge, eine Handlung, die allen Ernstes das abgestandene Thema Exorzismus noch einmal aufwärmen wollte, schwache Zeichnung der Charaktere, und auch die Kameraführung war so fad wie der ganze Film.

Ach, was ist nur aus den funkensprühenden Dialogen von Batic und Leitmayr geworden! Sie waren einmal das Markenzeichen des Münchener „Tatorts“, und ihnen zuliebe hat man früher auch nicht ganz so gelungene Plots ohne Murren in Kauf genommen. Heute läßt man die beiden Helden müde durch den Film schlurfen, sie wirken älter, als sie in Wirklichkeit sind, und wenn sie reden, dann ist alles nur einfallslose Künstelei – wie der ganze Film.

Schade. Sehr schade.

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Blauhemden, Gelbhemden, Rothemden und ein König im Elfenbeinturm

Ein Land in den Abgrund zu stürzen, ist die leichteste der menschlichen Übungen. Man sieht es seit Jahren in Thailand.

Da gibt es politische Lager, die sich vor allem durch die Farbe ihrer Hemden unterscheiden: Rothemden, Gelbhemden, Blauhemden. Mit politischen Parteien haben sie offenbar nicht viel zu tun: sie wetteifern nicht, wer von ihnen die nächsten Wahlen gewinnt und das Land in eine bessere Zukunft führt. Sie werden offenbar nur noch vom Haß beherrscht und stehen sich unversöhnlich gegenüber.

Die Demokratische Partei (DP) zum Beispiel, die wieder einmal in der Opposition ist, will die (gewählte!) Regierung stürzen. Das ist legitim. Aber dieses Ziel in Wahlen zu erreichen, liegt ihr fern. Seine Partei, sagt ihr Vorsitzender, sei der Meinung, „daß die Wahl die Probleme des Landes nicht lösen könne“.

Aber das Land hat doch einen König, könnte man einwenden. Wenn einer die verfeindeten Parteien (und damit das Land) versöhnen kann, dann er!

Doch weit gefehlt. König Bhumibol schwebt über den Parteien – und sagt kein einziges Wort.

Es ist ein Jammer, daß gerade die schönsten Länder immer wieder vom Homo sapiens zugrundegerichtet werden. 

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Da hast du aber ein Schnäppchen gemacht, Genosse Putin!

Hast ein ganzes Land gekauft für ein paar Milliarden – das soll dir erst einmal einer nachmachen, Wladimir Wladimirowitsch! Aber du kennst dich eben aus in solchen Sachen, weißt, wie man lockt und droht. Wie heißt es so schön: Zuckerbrot und Peitsche! Aber hör mal, Genosse Putin, das mit der Peitsche wär doch beim Janukowitsch gar nicht nötig gewesen. Sieht immer ein bißchen leidend aus, der arme Hund. Du weißt ja, Wladimir Wladimirowitsch: ich sehe mir gern Gesichter an. Ach was, ansehen – ich studiere sie! Und wenn ich sehe, was der Janukowitsch in letzter Zeit für ein Gesicht hat, dann sage ich dir: er leidet wie ein Hund. Ja, er leidet! Und warum? Weil er sich das alles einfacher vorgestellt hat. Wahlen gewinnen, alle Gegner ins Gefängnis sperren – und dann nur noch Geld verdienen, das war sein bescheidener Plan. Man hat ja Familie! Und wenn man Präsident ist, will natürlich jeder sein Scherflein haben. Wozu ist man sonst Präsident!

Aber dann kommt dieser Boxer und wiegelt die Menschen auf. Das war nicht vorgesehen! Der Janukowitsch ist ratlos.

Und da kommt deine große Stunde, Wladimir Wladimirowitsch. Du drohst dem armen Kerl nicht mehr, im Gegenteil: zuckersüße Versprechungen machst du ihm, schmierst ihm Honig ums Maul.

Da kann er natürlich nicht widerstehen, der Janukowitsch.

Und die Leute vom Maidan? Ach mit denen wird man auch noch fertig. Hast dem Janukowitsch bestimmt einiges aus deinem reichen Erfahrungsschatz verraten, gell? Sollen die sich ruhig erst einmal alles abfrieren im ukrainischen Winter! Können ja nicht ewig demonstrieren. Und wenn sie dann müd und durchgefroren und kraftlos sind, dann muß man halt die Spezialtruppen hinschicken. Wozu hat man die sonst?

Respekt, Wladimir Wladimirowitsch! Bist schon ein durchtriebener Kerl. Da kommt der Janukowitsch nicht mit. Man muß nur sein Gesicht studieren.

Ein armer Hund!

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Who’s afraid of the Waving Man? Gibt es ein Komplott gegen den Winkemann von Berwang?

In der ersten Woche der neuen Saison war der Winkemann von Berwang im Alpenpanorama von 3sat nur ein einziges Mal zu sehen – ein so schlechtes Ergebnis hat es seit Menschengedenken nicht gegeben. Und es liegt nicht am Winkemann – nein, fast immer schwenkt die Kamera so, daß der Platz, auf dem er steht, von ihr nicht erfaßt wird.

Was ist da los? Hat der Winkemann Neider, die ihm seine Berühmtheit nicht gönnen? Und wo könnten die sitzen? Bei 3sat? In der Firma, die die Kameras steuert? Oder gar in Berwang selbst?

Niemand weiß es. Wenn es so weitergeht, werden wir einmal höflich nachfragen müssen, was da los ist.

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Gnade!

Ich gönne jedem, der jetzt durch die „Gnade“ des Genossen Putin aus der Hölle der russischen Gefängnisse und Straflager entkommt, seine Freiheit von ganzem Herzen. Und ich halte die Möglichkeit des Begnadigens für einen guten, für einen menschlichen Zug jedes Rechtssystems. Sie ist eine sinnvolle Ergänzung der oft rigorosen und letztlich ungerechten Durchsetzung der Gerechtigkeit. Aber die Begnadigung muß eben Teil eines rechtsstaatlichen Systems sein.

Das ist sie in Rußland wahrhaftig nicht.

Putins Coup ist ein Gnadenakt, wie man ihn von den Tyrannen, Diktatoren und Despoten aller Zeiten kennt – eine Laune des unumschränkten Herrschers, die im Grunde nur Ausdruck seiner fast gottgleichen Macht sein soll. Seht her, bedeutet sie, euer Schicksal liegt in meiner Hand. Ich kann sogar euch, die ihr es nicht verdient habt, Gnade erweisen.

Wir sollten uns wirklich freuen für Chodorkowski, für Pussy Riot und für die Leute von Greenpeace, aber wir sollten auch wissen: ein unbedachtes Wort, eine kleine Ironie, eine Spitze gegen die Staatsführung – und Putin schickt seinen Untertanen wieder den Büttel ins Haus.

Das alles hat zwar viel mit den Spielen von Sotschi, es hat mit einem ordentlichen Rechtssystem aber wirklich gar nichts zu tun.

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Der „Focus“, Til Schweiger und die Liebe zum Prekariat

Der Focus, das Nachrichtenmagazin, das den Spiegel in Auflage und Beliebtheit mit allen Mitteln überholen wollte, war immer „unter“ – unter jedem sprachlichen und geistigen Niveau, das man zu einem solchen Vorhaben braucht, und am liebsten auch unter der Gürtellinie. In letzter Zeit freilich ist der Focus derart abgesunken, daß man kaum mehr einen Unterschied zur Bildzeitung erkennen kann. Er lebt immer mehr von primitiven Kampagnen, etwa gegen den Bischof Tebartz-van Elst („Protz-Bischof“), und die journalistische Sprache ist kaum mehr zu unterbieten.

Nehmen wir nur einmal den Artikel zum 50. Geburtstag des Großschauspielers Til Schweiger. Er trägt (hier nachzulesen) den Titel

Zum 50. Geburtstag wünscht sich Til Schweiger Dessous in der Post.

Das ganze ist freilich nichts anderes als die Paraphrase eines Bild-Interviews, das mit dem Nudelholz ein bißchen ausgewalzt und dann – extra für Focus-Leser! – mit einer schlüpfrigen Überschrift versehen wurde.

Und so beginnt der Artikel:

Im „Tatort“ spielt er den härtesten Ermittler Deutschlands, im Kino erzeugt er mit der immer gleichen Mischung aus Romantischem und Komödiantischem Blockbuster. Kein deutscher Schauspieler ist so erfolgreich – und keiner so umstritten.

Schon in diesen ersten Sätzen stimmt buchstäblich nichts. So etwas würde man in der seriösen Presse nicht einmal einem Volontär durchgehen lassen: dumme, geradezu lächerliche Superlative, die sich im Stil der Bildzeitung an die Instinkte des Prekariats richten. Der „härteste Ermittler“? Einer, der Blockbuster „erzeugt“? Keiner so erfolgreich? Keiner so umstritten?

Wir haben in Deutschland weiß Gott so viele gute Schauspieler wie in kaum einem anderen Land der Welt (die USA eingeschlossen), was vor allem an der gründlichen Ausbildung der Bühnenschauspieler liegt. Viele unserer Fernsehspiele können es locker mit den meisten US-Filmen aufnehmen.

Aber Til Schweiger?

Zu einem großen Schauspieler gehört denn doch ein bißchen mehr – Wandlungsfähigkeit, Präzision im Spielen und eine darstellerische Präsenz. Mehr muß man dazu nicht sagen.

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