Die schwarze Agathe

Gerade läuft auf arte eine Übertragung des „Freischütz“, und ich muß mich sehr wundern. Da wird in der Aufführung im Konzerthaus Berlin Agathe, die Tochter des Erbförsters, doch tatsächlich von Jeanine de Bique, einer farbigen (!) Sopranistin, gespielt.

Das geht gar nicht!

Wie sollte sich eine schwarze Sängerin in die ihr völlig fremde Lebenswelt der Tochter eines böhmischen Försters einfühlen, der obendrein noch weiß ist? Warum hat man nicht wenigstens versucht, die Rolle mit einer echten Tochter eines echten Försters zu besetzen? Natürlich, ein bißchen musikalisch müßte sie schon sein, aber es wird doch wohl in Deutschland noch musikalische Försterstöchter geben!

Bis eine gefunden ist, sollte die Oper in dieser Besetzung nicht mehr aufgeführt werden.

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Wir Klimaschurken

Die kleine Greta ist erwachsen geworden, aber sie denkt und redet immer noch wie damals, als sie noch ein Kind war. Von Anfang an hatte sie etwas Fanatisches an sich, dazu ein Selbstbewußtsein, das keinen Widerspruch und erst recht keine rationale Diskussion zuließ. Wer nicht für mich ist, der ist wider mich, das war von Anfang an ihr fundamentalistischer Leitspruch, und ihr peinlicher „How dare you!“-Auftritt auf dem UN-Klimagipfel ließ ihre Hybris erneut aufscheinen – genau wie jetzt in Berlin, wo sie von kreischenden Mädchen wie ein Popstar empfangen wurde. „Germany“, sagte sie da,

is objectively one of the biggest climate villains,

auf deutsch:

Deutschland ist einer der größten Klima-Schurken.

Keine Milchmädchenrechnung kann einen so dummen Satz rechtfertigen, aber einem Popstar nimmt man so etwas nicht übel. Wer so etwas sagt, den sollte man dann aber auch nicht ernster nehmen als einen Popstar.

Im übrigen ist mir der Klima-Fanatismus um keinen Deut sympathischer als der islamistische Fanatismus. Auf beides kann ich verzichten.

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Luthers verworrener Quark

In Egon Friedells Kulturgeschichte der Neuzeit, die man als ein ungemein anregendes Werk nicht hoch genug loben kann, findet sich auch ein Goethezitat über Martin Luther:

Das einzige, was uns an der Reformation interessiert, ist Luthers Charakter, und er ist auch das einzige, was der Menge wirklich imponiert hat. Alles übrige ist nur ein verworrener Quark, wie er uns noch täglich zur Last fällt.

Über Ideen und die Menschen, die sie in die Tat umsetzen, schreibt Friedell mit Hinblick auf Luther:

Die „Ideen“, die großen geistigen Strömungen sind wohl immer das, was den Wandel und Fortgang des historischen Verlaufs bestimmt; aber diese Ideen knüpfen sich, das können wir in unserer ganzen Erfahrung bestätigt finden, stets an große Persönlichkeiten. Die Weltgeschichte wird von einzelnen prominenten Menschen gemacht, von Menschen, in denen der „Geist der Zeit“ so konzentriert verkörpert ist, daß er nun für jedermann lebendig, fruchtbar und wirksam wird. Die Idee ist immer das Primäre, gewiß; aber Leben und Realität gewinnt sie immer nur in bestimmten Individuen.

Man muß wohl nicht hinzufügen, daß es im heutigen Protestantismus an solchen Individuen vollständig mangelt. Ein beredtes Beispiel war das groß angekündigte Lutherjahr 2017, auf das man doch gespannt war. Erinnern Sie sich noch an irgendetwas aus diesem von der evangelische Kirche lange vorbereiteten Jahr?

Sehen Sie – ich auch nicht.

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Endlich! Ein gendergerechtes Kartenspiel!

Es ist ein Start-up, das perfekt in unsere Zeit paßt. Drei Studentinnen aus Kiel haben mit Entsetzen festgestellt, daß die Spielkarten für Skat, Rommee usw. ein einziges Ärgernis sind:

Das normale Spiel bildet gar nicht unsere Gesellschaft ab.

Sie fragten sich (hier nachzulesen),

warum alle Personen in dem Spiel gleich aussehen, warum alle weiß sind und warum der König, die höchste Position, männlich ist.

Dabei weiß man doch von den Grünen, daß die höchste Position immer eine Frau sein muß! Man sieht, daß die Geschlechtergerechtigkeit unaufhaltbar voranschreitet und allmählich in die letzten Winkel der Gesellschaft eindringt. „Es ist eine Lust zu leben!“ – kann man da nur ausrufen. Die Studentinnen – sie nennen ihr Unternehmen „Spielköpfe“ – haben deshalb ein Kartenspiel entwickelt, das „gendergerecht und vielfältig“ ist:

Gendergerecht
Es gibt eine Königin und einen König auf jeder K-Karte. Bei den Damen und Buben werden Geschlechterrollen aufgebrochen und unterschiedliche Formen von Weiblichkeit und Männlichkeit gezeigt.

Vielfältig
Jede Karte sieht anders aus – so wie wir ja auch. Für Stereotype ist kein Platz.Gezeichnet werden unsere Karten von unterschiedlichen Künstler*innen mit verschiedenen Hintergründen. 

Nachhaltig
Unsere Decks werden auf recycelbarem Papier und ökologischen Farben gedruckt. Außerdem spenden wir ab jetzt 50 Cent pro verkauftem Kartendeck an den Stiftungsfond Ziviler Seenotrettung.

Brav! – möchte man da ausrufen. Jana Fischer, Samantha Schwickert und Carolin Bach haben sich um das deutsche Kartenspiel – und um die Gerechtigkeit! – verdient gemacht. Und doch möchte man die Spende eher einer Stiftung zur Rettung des gesunden Menschenverstandes zukommen lassen.

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Junge Aktivistinnen und alte Säcke

Thea Ehlich vom NABU ist meine Lieblings-Campaignerin. Bevor ich sie kennenlernte, wußte ich nicht einmal, was eine Campaignerin ist. Jetzt weiß ich es. Ehlich bezeichnet sich auf Twitter als „Global Citizen, nature advocate, online campaigner“, und wer ihre berufliche Kompetenz noch genauer betrachten will, findet an dieser Stelle eine endlose Liste, die vom „Communications Officer“ über den „Sales Support Specialist“ bis zum „Deputy Digital Director“ reicht. Sehr beeindruckend – vor allem, wenn man wüßte, was sich hinter all diesen Berufsbezeichnungen verbirgt.

Aber die Campaignerin fordert mich im Newsletter – kaum verklausuliert – in einem fort auf, die Grünen zu wählen und damit die Welt zu retten. Die Welt retten, das können nämlich nur die Grünen. Ich sollte dem NABU sogar das feierliche Versprechen (pledge) geben, am Sonntag nur eine Partei zu wählen, die das Klima und damit die Welt rettet. Das habe ich mehrfach abgelehnt, aber die Campaignerin läßt nicht locker.

Es gehe doch, schreibt sie im neuesten NABU-Newsletter, „letztlich auch um die Gerechtigkeit zwischen den Generationen“:

Sind ältere Generationen bereit für Veränderungen, die ihren Kindern ,und Enkelkindern den Erhalt der Lebensgrundlagen ermöglichen? Ungefähr 40 Prozent der Wahlberechtigten sind über 60 Jahre alt – und nach ihnen richtet sich die Politik der Parteien stark aus.

Ach, wie unterschiedlich man die Welt sehen kann! Die Parteien richten ihre Politik an den über 60jährigen aus? Schön wär’s, aber leider ist das Gegenteil der Fall. In den über 70 Jahren meines Lebens habe ich noch keine Zeit erlebt, die so berauscht war vom Jugendkult, vor allem in der Kombination jung und weiblich. Ein Kind wie Greta Thunberg wird fast angebetet, und selbst gestandene Journalisten zitieren ehrfürchtig jeden seiner Sätze. Junge Ministerinnen in den Ländern schießen wie Pilze aus dem Boden, und wenn eine von ihnen wegen fehlender Kompetenz entlassen werden muß, folgt ihr mit Sicherheit – eine andere junge Ministerin. Wenn eine Fraktion ein zu hohes Durchschnittsalter hat, wird sie als überaltert beschimpft. Man lese im übrigen nur einmal nach, wie die Medien beim jüngsten Triell betont haben, wie frisch und angriffslustig Annalena Baerbock zwischen den alten Männern Scholz und Laschet gewirkt habe.

Man sollte der Campaignerin im übrigen einmal erzählen, wieviele ehrenamtlich aktive NABU-Mitglieder zur älteren Generation gehören. Ohne sie wäre heute auch beim NABU keine Naturschutzarbeit mehr möglich. Sie treten nicht in den Klimastreik, sie machen ihre Arbeit. Die Chefetage des NABU macht nur noch Politik – und eine schlechte dazu.

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Das Polizeipräsidium meldet

Das Polizeipräsdium Trier gab heute morgen folgende Pressemeldung heraus:

Am 18.09.2021 kam es gegen 21.20 Uhr in einer Tankstelle in Idar-Oberstein zu einem Tötungsdelikt zum Nachteil eines 20-jährigen Kassierers.

„Zum Nachteil“ des Kassierers – muß man das denn auf diese Weise juristisch korrekt ausdrücken? Es klingt irgendwie unangemessen und bürokratisch. Man kann über eine Sache doch auch neutral berichten, ohne zu juristischen Verschwurbelungen zu greifen. Zum Beispiel so:

Am 18.09.2021 wurde an einer Tankstelle in Idar-Oberstein gegen 21.20 Uhr ein 20-jähriger Kassierer getötet.

Diese Formulierung wäre rechtlich einwandfrei – und dazu in gutem Deutsch verfaßt.

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Hermann Hesse – „Als wäre sie Niemandes Wohnung“

Vielleicht kennt ja der eine oder andere meiner Leser das Schild noch nicht, das Hermann Hesse am Eingang seines Hauses in Montagnola anbrachte, als er der vielen ungebetenen Besucher überdrüssig war:

Wenn einer alt geworden ist und das Seine getan hat, steht ihm zu, sich in der Stille mit dem Tod zu befreunden. Nicht bedarf er der Menschen. Er kennt sie, er hat ihrer genug gesehen. Wessen er bedarf, ist Stille. Nicht schicklich ist es, einen solchen aufzusuchen, ihn anzureden, ihn mit Schwatzen zu quälen. An der Pforte seiner Behausung ziemt es sich vorbeizugehen, als wäre sie Niemandes Wohnung.

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„Wie tickten die Nazis?“

In der Reihe ZDF-History lief vor einigen Tagen die Folge „Hitlers Helfer auf der Couch – Der Psychologe von Nürnberg“. Darin will der Sender folgende Frage klären:

Wie tickten die Nazis?

Eine solche Formulierung wäre bis vor ein, zwei Jahrzehnten undenkbar gewesen – nicht nur, weil die flapsige Formulierung dem Thema ganz und gar nicht angemessen ist, sondern vor allem, weil man damals noch zwischen der Alltags- und der Hochsprache unterschieden hat. Diesen Unterschied zu kennen und auch praktisch einzuhalten, ist ein Teil unserer Kultur. Man redet daheim, unter Freunden oder auf dem Schulhof anders als bei einem formelles Anlaß, und erst recht verbietet sich die Umgangssprache, wo man einen gedruckten Text verfaßt.

Wie kommt es also zu einem solchen Satz im quasi offiziellen Text des ZDF zur eigenen Sendung?

Die Bedeutung der Sprache, genauer gesagt: der Wert, den man ihr als einer der Säulen der Kultur beimißt, ist in Deutschland seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts kontinuierlich zurückgegangen. Damals hat man damit begonnen, in den Schulen nicht mehr Literatur, sondern „Texte“ zu interpretieren. Das sieht auf den ersten Blick wie eine erwünschte Weitung des Horizonts aus, war aber in Wirklichkeit eine Relativierung der echten Literatur im Verhältnis zu Alltagstexten wie Zeitungsartikeln oder Flugblättern. Hesses Glasperlenspiel wurde auf eine Stufe mit einem Kommentar in der Bildzeitung gestellt, es gab keine Unterscheidung der Qualität mehr, keinen Rang, keine Abstufung. Es gab nur noch Texte, und der echten Literatur begegnete man mit Mißtrauen. Eine der absurdesten Blüten dieser „Demokratisierung“ der Kultur war der Bitterfelder Weg in der DDR, wo man mittels einer „Bewegung schreibender Arbeiter“ aus dem Proletariat Dichter heranzüchten wollte.

Darf ich an dieser Stelle eine kleine Episode aus meiner Jugend erzählen? Ich habe mein Studium im politisch bewegten Jahr 1968 begonnen. Egal, wo man damals war, irgendjemand drückte einem immer ein Flugblatt in die Hand. Als mich ein Vertreter eines maoistischen Grüppchens in der Mensa fragte, was ich von seinem Flugblatt hielte und ich, nachdem ich es überflogen hatte, in meiner Naivität als angehender Germanistikstudent sagte, das sei aber „schlechtes Deutsch“, da hat nicht viel gefehlt, und er wäre handgreiflich geworden.

Schlechtes Deutsch! Ich war als Bildungsbürger entlarvt.

Es sind dann andere Generation gekommen, aber Sprache und Literatur, so scheint es mir jedenfalls, haben sich von dieser Denunzierung des Bildungsbürgers, die auch heute noch in manchen linken Kreisen gang und gäbe ist, nicht wieder erholt. Dabei kann es doch gar nicht genug Bildungsbürger geben! Sie sind das Rückgrat einer Kulturnation – und es wäre schön gewesen, wenn man das auch im Wahlkampf von der einen oder anderen Partei einmal gehört hätte.

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Vegetarischer geht’s nicht!

Ein Rezept, das ich hier gefunden habe, macht das Unmögliche möglich:

Balkanpfanne, ein sehr schönes Rezept aus der Kategorie Gemüse

Was wirst du brauchen
1 große Schweinelende …

PS: In einer Zeit, in der sogenanntes „Fleisch“ schon in vitro erzeugt oder als ganz und gar denaturierte Labormischung aus Soja, Hülsenfrüchten, Weizengluten und allen möglichen Zusatzstoffen zusammengeschustert wird, wird man uns dereinst vielleicht auch einmal, wer weiß, mit einer veganen Schweinelende beglücken.

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„Es gibt in der heutigen Zeit sehr viele verschiedene Fertigprodukte“

Ich koche gern und bin immer auf der Suche nach neuen Rezeptideen. Dabei bin ich auf eine Seite (hier einzusehen) gestoßen, die mir viele neue Erkenntnisse verschafft hat. Ein paar davon muß ich einfach an meine Leser weitergeben (alles in der Original-Rechtschreibung):

Eine chinesische Gemüsepfanne besteht grundlegend aus einer Reihe von Gemüsen.

In der Regel stammen Obstsorten von mehrjährigen Pflanzen.

Obstprodukte werden in sämtlichen Formen angeboten und sind meist überall zu erwerben.

Die Auswahl an Obstprodukten ist erstaunlich groß.

Obst in vielfältiger Form gibt es das ganze Jahr über, wenn nicht regional, so doch als importierte Ware.

Lebensmittel sind Produkte die der Mensch zu sich nimmt, um sich zu ernäheren oder für den Genuß.

Die Nahrungsmittel dienen hauptsächlich der Ernährung,dem zunehemen von wichtigen Vitaminen und Inhaltsstofen und unserer Gesundheit.

Für Käseliebhaber bietet der Handel eine Vielfalt an verschiedenen Käsesorten an. In der Küche kann Käse vielseitig eingesetzt werden.

Es gibt in der heutigen Zeit sehr viele verschiedene Fertigprodukte.

Es ist wesentlich leichter, eine Fertigprodukt zuzubereiten, anstatt für die ganze Familie etwas schnelles zu kochen.

Danke für die vielen neuen Einsichten, auf die man sonst nie gekommen wäre!

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