Die Winkekuh von Berwang

Auf den Winkemann, der den ganzen Winter über an der Bergstation der Sonnalmbahn die 3sat-Zuschauer des Alpenpanoramas begrüßt, müssen wir noch ca. fünf Monate warten. Aber gewinkt wird jetzt schon!

Heute morgen hat, nur ein paar Meter vom Standort des Winkemanns entfernt, eine Kuh gestanden und mit ihrem Schwanz elegant in die Kamera gewinkt. Auch der Rest der Herde hat sich – kameragerecht! – rund um die Bergstation gruppiert.

Wunderschön!

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Jeder Grundschüler kann schreiben, wie er will – oder: ein Verbrechen an der Kultur wird besichtigt

Mißbrauch von Kindern ist immer noch ein großes Thema. Überall liest und hört man davon: in den Zeitungen, vor Gericht und in jedem dritten „Tatort“.

Es gibt aber auch Spielarten des Mißbrauchs, die kaum jemand kennt. Über eine davon soll hier berichtet werden. Es ist ein Mißbrauch, der vom Staat nicht nur geduldet, sondern seit Jahren sogar kräftig befördert wird. Niemand bringt die Täter vor Gericht, im Gegenteil: sie erfreuen sich in den Bundesländern und in der didaktischen Wissenschaft hohen Ansehens – nicht trotz, sondern wegen ihres Mißbrauchs unschuldiger Kinder.

Die Täter: das sind Vertreter der Grundschuldidaktik, die Schulbürokratie, Lehrer – und Politiker. Vor allem „fortschrittliche“ Politiker – von sozialdemokratisch über grün bis links. Besonders SPD-Kultusminister tun sich beim Mißbrauch hervor, aber selbst im konservativen Bayern (!) ist er inzwischen an der Tagesordnung. Man könnte sagen: es gibt in unserem Land einen flächendeckenden Mißbrauch von Kindern, der von keinem Richter bestraft wird. Auch die Eltern, die ihre Kinder doch vor Mißbrauch schützen müßten, schweigen fast immer.

Worum geht es?

Es geht um den Mißbrauch unschuldiger Kinder durch eine Rechtschreibdidaktik, die ihnen ihre Zukunft nimmt.  Gerade in den ersten drei Grundschuljahren, wenn die Kinder besonders lernbegierig und aufnahmefähig sind, dürfen sie nicht lernen, wie man Wörter richtig schreibt. Das hat es auf der Welt seit den Babyloniern und Ägyptern noch nicht gegeben: eine Kulturnation verbietet es ihren Lehrern, den Kindern Rechtschreibung beizubringen. Die Lehrer dürfen falsch Geschriebenes nicht mehr korrigieren. Drei lange Jahre lang schreibt jedes Grundschulkind (nach dem Motto „Schreibe, wie du sprichst!“) genau so, wie es will. Da tschilpt dann nicht der Spatz, sondern der Schpatz, das Schwein grundst, und niemand korrigiert es. Und auch an der Tafel steht es so! Wenn man weiß, wie wichtig dem Menschen die visuelle Erfassung (auch von Wörtern!) ist, kann man sich ausmalen, was für einen Schaden dieser Unfug anrichtet.

Ich habe, wie sicher viele, gedacht, daß diese Barbarei auf die fortschrittlich regierten Stadtstaaten wie Berlin, Bremen und Hamburg beschränkt bleibt, die man inzwischen getrost zu den bildungsfernen Bundesländern zählen darf. Aber weit gefehlt! Wie die von mir sehr geschätzte F.A.Z.-Redakteurin Heike Schmoll berichtet (Sie können den Artikel hier nachlesen, es lohnt sich!), ist dieser Unsinn inzwischen praktisch in ganz Deutschland (einschließlich Bayern!) verbindlich. In den ersten drei Jahren der Grundschule darf jedes Kind – im Heft und an der Tafel – die Wörter schreiben, wie es will.

Hauptsache, das Kind schreibt überhaupt, scheinen diese Meister-Didaktiker zu denken, die man wohl selbst als eher bildungsfern einstufen möchte.

Drei Jahre lang also jeden Tag, jede Woche, jedes Schuljahr: völlig falsch geschriebene Wörter an der Tafel – und dann, im vierten Jahr, also kurz vor dem Übergang auf die weiterbildenden Schulen, will man den Kindern auf die Schnelle den Unterschied zwischen richtig und falsch beibringen. Das kann nicht funktionieren – und es funktioniert auch nicht.

Dann hagelt es, wie Frau Schmoll schreibt, bei den Schülern, die ja bis dahin von richtig oder falsch nie etwas gehört haben, plötzlich schlechte Noten. Die Wirklichkeit holt die von der Wolkenkuckucksdidaktik seligen Kinder jetzt endgültig ein. Besonders infam: den Kindern, die dank dieser abstrusen Didaktik im vierten Grundschuljahr versagen, wird dann eine Lese-Rechtschreibschwäche angedichtet, obwohl es der fortschrittliche Unterricht war, der zu ihrem Versagen geführt hat.

Am Ende der Grundschulzeit würden die Kinder in Berlin „mit Phantasienoten an das Gymnasium entlassen“, wo ihr Scheitern schon vorprogrammiert ist. Es sind übrigens durchweg ältere Lehrer vor der Pensionierung, die sich trauen, über diese Mißstände überhaupt zu reden.

Was die Kinder gut könnten, sei das Präsentieren, sagt eine ältere Lehrerin; die Rechtschreibleistung sei „katastrophal“. Eine Art Excel-Pädagogik hält überall Einzug, und ich erinnere noch einmal an das wunderbar aufklärerische Buch „Digitale Demenz“ von Manfred Spitzer.

Weil die F.A.Z.-Redakteure auch nach dieser Problematik gefragt haben, hat man ihnen übrigens an einer Berliner Schule sogar Hausverbot erteilt. Das nennt man schlechtes Gewissen!

Das alles ist inzwischen unleugbar und nachprüfbar. In Berlin, das eine sechsjährige Grundschule hat, verfehlen 75% der Drittkläßler den Mindeststandard bei der Lesekompetenz – „von der Rechtschreibung gar nicht zu reden“. Das staatliche Schulsystem bringt offenbar immer mehr Analphabeten hervor – Kinder, die nur noch holprig lesen und schon gar nicht rechtschreiben können. Man mag das als wenig dramatisch einstufen – aber was es (kulturell und auch wirtschaftlich!) bedeutet, wenn mehrere Generationen von Schülern daran gehindert werden, die einfachsten Kulturtechniken zu erlernen, das mag man sich gar nicht ausmalen.

Das ist Kindesmißbrauch – und es ist ein Verbrechen an unserer Kultur.

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Dobrindt – der Raubritter Ihrer Majestät

Merkel, die sanfte Monarchin, wäscht ihre Hände natürlich in Unschuld – fürs Grobe hat sie ihre Hofschranzen. Einer davon ist Dobrindt, der jetzt groß abkassieren will. Der Rest des Kabinetts tut so, als sei noch längst nicht alles entschieden, dabei haben auch sie die unverhofften Einnahmen schon im Haushalt eingeplant.

Das alles ist eine große Show für die dummen Wähler.

„Mit mir wird es keine PKW-Maut geben“, hat die Kanzlerin gesagt. Sie hat gelogen.

Auch die SPD will „nur prüfen“, und ich gehe jede Wette ein, daß sie am Ende ihr Plazet gibt. Schon damit Nahles ihre Rentenpläne finanzieren kann.

Die Regierungen der letzten zehn, zwanzig Jahre haben unsere Straßen und Brücken verkommen lassen, und jetzt sollen wir das mit einer Extrasteuer finanzieren. Glaube nur niemand, der deutsche Autofahrer werde das Geld für die Vignette zurückbekommen! Da wird Brüssel einen Riegel vorschieben, und am Ende müssen wir alle für die Benutzung unserer eigenen Straßen bares Geld zahlen.

Noch einmal zahlen, muß man sagen, denn der Straßenbau ist ja schon durch das normale Steueraufkommen abgeglichen. Und der Staat schwimmt in Geld.

Dobrindt – das ist nichts anderes als ein moderner Raubritter. Aber bitte nicht vergessen: er handelt im Auftrag Ihrer Majestät.

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Deutschland ist von China abhängig – oder: Hauptsache, wir machen uns klein!

Das kann man heute auf Spiegel Online lesen:

Die Kanzlerin reagiert bei ihrem Staatsbesuch in Peking professionell freundlich. Sie weiß: Die deutsche Wirtschaft hängt längst von China ab.

Da haben wir schon wieder diese typisch deutsche Selbstunterschätzung: denn wenn Deutschland (lassen wir es einmal so stehen) wirtschaftlich von China abhängt, dann trifft es erst recht zu, daß China von Deutschland abhängt. Den Verlust des Absatzmarktes Deutschland, das von chinesischen Waren förmlich überschwemmt wird, würde die chinesische Wirtschaft nicht überleben.

Daß im Zeitalter der Globalisierung jeder von jedem abhängt, ist eine Binsenwahrheit. Aber daß man sich künstlich immer noch so klein macht (in der Politik, in der Wirtschaft und in den Medien!), das ist kaum zu ertragen. Niemand will, daß Großmannssucht und dumme Kraftmeierei wieder Einzug halten in der deutschen Politik, aber eine Portion Selbstbewußtsein – angemessenes Selbstbewußtsein, nicht Überheblichkeit! – könnte uns nicht schaden. Nichts anderes hat unser Bundespräsident gemeint, als er kürzlich sagte, Deutschland solle mehr Verantwortung übernehmen.

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Die USA – das unbekannte Wesen

Versteh‘ einer die Amis! – diesen Ruf könnte man seit ein paar Jahren schon ausstoßen, aber niemand kann eine schlüssige Erklärung für das amerikanische Verhalten geben.

Wir sind doch – sicher nicht nur auf dem Papier, sondern durch viele Verträge und Bündnisse und sicher auch aus Überzeugung und Zuneigung – befreundete Nationen. Uns verbindet – bei aller mentalen Verschiedenheit – viel: wir teilen gemeinsame Werte, die Sehnsucht nach Freiheit und Demokratie und eine tief in unseren Völkern verwurzelte Liberalität.

Und gerade deshalb muß man schon fragen: was bringt die Amerikaner dazu, nicht nur die Kanzlerin und alle anderen 80 Millionen Deutschen auszuspionieren, sondern (wie es im jüngsten Fall die CIA getan hat) auch noch einen altmodischen Spion auf uns anzusetzen? Sind wir jetzt der Feind? Was haben wir getan? Haben es die USA seelisch nicht verkraftet, daß die Deutschen erwachsen geworden sind? Daß sie nicht mehr wie unmündige Kinder an ihrem Rockzipfel hängen? Oder sind es immer noch die Nachwirkungen der Paranoia, die auf den 11. September gefolgt ist – das George W. Bush-Syndrom? Hat der Geist der Geheimdienste inzwischen auch Parlament und Administration erfaßt?

Nach den neuesten Vorkommnissen sollte man mit den USA auch so reden wie unter Freunden – das heißt nämlich nicht: untertänigst um gefällige Aufklärung bitten, sondern geradeheraus sagen, daß es unter Freunden eine von Mißtrauen geprägte Ausforschung unter keinen Umständen geben darf.

Die arrogance of power hat die USA schon einmal (Vietnam! Lateinamerika!) auf einen verhängnisvollen Weg geführt. Daß ihr Weg in die Irre führt, lernen sie nur aus einer kraftvollen Reaktion. Die muß nicht öffentlich und schon gar nicht bösartig sein: aber deutlich und spürbar muß sie sein. Unterwürfigkeit ist da völlig fehl am Platz.

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Der listenreiche Alexander Dobrindt

Wie sagt man in Bayern zu einem, der durchtrieben und bauernschlau ist?

Bist scho a Hund!

Und genau das ist unser Verkehrsminister Alexander Dobrindt. Er kommt mit derselben Scheinheiligkeit daher, wie sie auch Seehofer kennzeichnet. Ein wunderbares Beispiel dafür ist die von der CSU durchgesetzte PKW-Maut. Vorausschicken sollte man in diesem Zusammenhang, daß die Kanzlerin („Mit mir wird es keine PKW-Maut geben!“) dem Wähler im vergangenen Jahr unverfroren ins Gesicht gelogen hat.

Dobrindt und Merkel wissen ganz genau, daß es nur zwei Möglichkeiten gibt: eine Maut für alle – oder gar keine Maut. Eine Maut, die zwar für alle gilt, dann aber den deutschen Autobahnbenutzern in irgendeiner Weise gutgeschrieben wird, verstößt gegen das EU-Recht und wird vor Gericht keinen Bestand haben. Österreich und die Niederlande haben schon eine Klage angekündigt.

Was bringt also Dobrindt und Seehofer dazu, trotz der Gesetzeslage auf der Maut zu bestehen? Sie handeln wie der Lehrer in der Feuerzangenbowle: „Da stelle mer ons emal janz domm!“ Sie wissen nämlich, daß ihr Gesetz – besser: die damit einhergehende Entlastung der deutschen Autofahrer – von den EU-Gerichten kassiert werden wird, und sie werden sich dann mit Krokodilstränen an die Öffentlichkeit wenden und ihre Hände in Unschuld waschen. Es war die böse EU, und nicht die CSU!

Aber: zurücknehmen könne man das Gesetz natürlich nicht mehr, das Geld würde ja für die Instandsetzung unserer Straßen dringend gebraucht usw. So wird es dazu kommen, daß wir am Ende alle – und zwar entschädigungslos! – die Maut zahlen werden.

A Hund is er scho, der Dobrindt!

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Die Abendzeitung und die Spielerfrau

Journalisten, das ist ihre schwerste Aufgabe, müssen das Wichtige vom Unwichtigen trennen. Die Abendzeitung tut das in vorbildlicher Weise. Sehen wir uns an, was sie über das Viertelfinalspiel Deutschland-Frankreich zu sagen hat (hier nachzulesen):

WM-Viertelfinale Frankreich gegen Deutschland: Topmodel Lena Gercke ist der Hingucker auf der Tribüne. Zu hüfthohen Hotpants trug sie ein trendiges Crop Top in schlichtem Weiß, das nur ein wenig von ihrem durchtrainierten Bauch durchblitzen ließ.

Das sind doch schon einmal wichtige Informationen zum Spiel.

Aber es geht noch weiter:

Ein luftiger Cardigan mit buntem Blumenmuster macht das sportliche Outfit zum Hingucker. Eine burgunderrote Tasche, dazu passender Nagellack und eine modische Sonnenbrille runden den Look ab.

Fußballberichterstattung vom Feinsten!

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Hollandes linke Regierung trägt die Gender-Ideologie sogar in die Kindergärten

Immer wenn linke Parteien bei Wahlen gewinnen, beginnt der Kampf um die Schulen. Das war so in Baden-Württemberg unter Kretschmann, wo man, zumindest programmatisch, der Schwulen-Lobby die Sexualerziehung an den Schulen überlassen hat, und es war erst recht so in Frankreich nach dem Wahlsieg von Hollande. In beiden Fällen ist freilich der Widerstand der Eltern gegen die Gender-Ideologen in kürzester Zeit so gewachsen, daß zumindest Teilerfolge erreicht werden konnten.

In Frankreich, so scheint es, kehrt man mit Hollande zu den Dummheiten der 60er Jahre zurück. Ein „ABC der Gleichheit“ soll dafür sorgen, daß schon die Drei- bis Sechsjährigen (!) von den „stereotypen Geschlechterrollen“ befreit werden. Mädchen sollen gefälligst mit Autos, Jungs mit Puppen spielen – basta! Diese Umerziehung hat zwar schon vor einem halben Jahrhundert nicht funktioniert, aber Ideologen lernen nicht von der Wirklichkeit, die Wirklichkeit soll sich ja an ihre Ideologie anpassen.

Auch in Frankreich werden Gesetzestexte sprachlich der herrschenden Ideologie angepaßt. So ist aus dem „guten Familienvater“ im code civil ein „vernünftiger“ geworden. Es reiche doch, wenn das Vermögen vernünftig verwaltet werde, sagen die Grünen. Den schönen Begriff gut verstehen sie in diesem Zusammenhang vermutlich gar nicht.

Aber selbst die Sache mit den beiden Geschlechterrollen – männlich/weiblich – ist inzwischen in der linken Szene überholt, denn nach der Gender-Theorie, die sich jemand (so stelle ich mir das jedenfalls vor) nach reichlichem Genuß von berauschenden Mitteln ausgedacht haben muß, gibt es nicht zwei, sondern hundert Geschlechter (ich habe darüber hier berichtet). In der evangelischen Kirche gewinnt diese „Theorie“ (die einen solchen Namen nicht verdient) immer mehr Anhänger – zumindest in der Hierarchie. Die Gläubigen werden ohnehin nicht gefragt.

Es ist überall der Kampf gegen das biologische Geschlecht, den kleine Minderheiten und Ideologen aus dem linken und grünen Milieu führen. Daß das Geschlecht nicht biologisch vorgegeben ist, daß vielmehr das soziale Umfeld erst einen Mann zum Mann und eine Frau zur Frau macht, das ist ein so alter Zopf, das ist von so vielen Studien (und auch von jeder Erfahrung) widerlegt worden, daß man sich schon wundert, wie es dazu kommt, daß intelligente Menschen diesen Käse auch heute noch verbreiten.

Ein Junge weiß auch ohne das „ABC der Gleichheit“, daß er ein Junge ist, und ein Mädchen weiß, daß es ein Mädchen ist. Wer jetzt mit dem fortschrittlichen Köfferchen in die Kindergärten geht, um diese Selbstverständlichkeit aufzuweichen, tut den Kindern keinen Gefallen. Er stellt – und zwar nur um der Ideologie willen! – ihre Identität in Frage, und damit schadet er ihnen. Statt des Gender-Humbugs sollte man Jungs und Mädchen in ihrer Identität (und damit in ihrer Verschiedenheit!) bestärken. Es ist schön, ein Junge zu sein, sollte man ihnen sagen, und: es macht Spaß, ein Mädchen zu sein! Das ganze Leben lang zehrt man doch von dieser Bipolarität, die das Leben erst lebenswert macht.

Laßt euch euer biologisches Geschlecht nicht von den Ideologen ausreden! – das möchte man allen Menschen zurufen. Und laßt es nicht zu, daß Interessengruppen aus dem linken Milieu und Lobbyisten verschwindend kleiner Minderheiten Einfluß auf unsere  Schulen gewinnen. Sie haben dort nichts zu suchen.

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„Vater/Mutter/Kind“ war gestern – meint die Konrad-Adenauer-Stiftung

Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch die Konrad-Adenauer-Stiftung auf den Kurs der Merkelschen Beliebigkeit einschwenkt, oder besser: auf den Zug der Zeit aufspringt.

Die Kanzlerin der Beliebigkeit ist – in gewisser Weise – ein Faszinosum. Sie durchtränkt ihre Partei mit Baldriantropfen, sie sediert sie auf eine geradezu pflanzliche Weise. Alles um sie herum wird still und brav, eine ungeheure Schläfrigkeit umfängt die Partei.

Und: sie ist eine Meisterin des Synkretismus! Sie ist a bisserl grün, a bisserl liberal, a bisserl sozial, a bisserl links, sie ist sogar (aber nur, wenn es unbedingt sein muß!) auch a bisserl konservativ. Mit einem Wort: sie ist alles und nichts. Man kann die Kanzlerin nicht fassen, sie ist glitschig und rutscht einem aus der Hand wie ein Stück Seife.

Ihr wahres Reich ist das Sammelsurium. Sie bedient sich überall und an allem – aber auch darin gehorcht sie (populistisch, wie sie ist!) dem Geist der Zeit. Heute ist man ja auch nicht mehr katholisch oder evangelisch, heute bastelt man sich aus allen Religionen der Welt eine eigene Privatreligion zusammen: so entsteht aus Christentum und Buddhismus, aus Astrologie und Kabbala, aus Franziskus und Dalai Lama eine persönliche Melange, die keinem Wahrheitskriterium mehr standhalten muß. Alles fließt, alles ist beliebig, alles ist eins.

Also war es nur eine Frage der Zeit, bis sich auch die eigentlich konservative Konrad-Adenauer-Stiftung vom traditionellen Familienbegriff verabschiedet. Anlaß war eine repräsentative Umfrage der Stiftung zur Familie, und selbst die Süddeutsche Zeitung reibt sich verwundert die Augen: denn nun fordert

ausgerechnet die Konrad-Adenauer-Stiftung von der Politik, keine Leitbilder mehr vorzugeben – und bricht so mit allem, was Konservativen heilig ist.

Da mögen nun die fortschrittlichen Menschen jauchzen und jubilieren, denn sie jauchzen und jubilieren immer, wenn der „traditionellen Kleinfamilie“ ein Hieb versetzt wird (das war schon bei Marx und Engels so). Wenn man aber genauer hinschaut, ist dieser Sieg über die verhaßte Kleinfamilie ein armseliges Ding. Es verhält sich damit wie folgt: was nur aus Not und Mangel geboren ist, wird zum Modell hochgejubelt.

Ist es denn schön, wenn Ehen zerbrechen und nur noch einsame, verbitterte Menschen übrigbleiben? Nein, das ist überhaupt nicht schön. Aber es passiert. Und wenn Alleinerziehende mit Beruf und Kinderbetreuung zurechtkommen müssen, ist das etwa angenehm? Überhaupt nicht. Aber es passiert. Meine Frage ist jetzt nur: wenn solche familiären Katastrophen geschehen, gibt es dann für vernünftige Menschen irgendeinen Grund, das Ergebnis dieser schmerzlichen Ereignisse zum gesellschaftlichen Modell zu stilisieren? Nein, dazu gibt es nicht den geringsten Grund – und doch geschieht es. In einem Milieu, das links, grün und fortschrittlich ist, bemüht man sich eifrig, die Folgen solcher Katastrophen mit blumigen Begriffen zu verniedlichen: ob Regenbogen oder Patchwork, da wird alles, was den Menschen oft traumatisiert hinterläßt, zum Modell einer neuen, bunten Gesellschaft.

Ich glaube nicht, daß diese herbeigelogene Farbigkeit die betroffenen Menschen wirklich tröstet. Ich glaube eher, daß hier Ideologen am Werke sind, denen die menschlichen Schicksale herzlich gleichgültig sind, weil es ihnen im Grunde gar nicht um die Menschen, sondern um die eigene Ideologie und um ihren Kampf gegen die „traditionelle Familie“ geht.

Es ist mehr als verständlich, daß die betroffenen Menschen gern auf so oberflächlichen Trost hereinfallen. Aber die meisten von ihnen ahnen, daß ihr Schmerz dadurch nicht gelindert wird. Das zeigt gerade die Befragung von Frauen durch die Konrad-Adenauer-Stiftung. Junge Frauen seien „zerrissen wie nie zuvor“, heiß es da. Norbert Schneider, der Autor der Studie, folgert:

Es gibt keine positiv besetzten Familienleitbilder in Deutschland.

Ja, das hätten sie gern, die Ideologen aus dem fortschrittlichen Milieu. Alles so schön bunt hier! Daß sich aber so viele Menschen nach einer gelungenen Ehe, nach einer intakten Familie – eben mit „Vater/Mutter/Kind“ – sehnen, das verschweigen sie, weil es nicht in ihre Ideologie paßt.

Norbert Schneider geht in seiner „Expertise“ weit über die bloße Interpretation der Umfrage hinaus:

Die derzeitige Familienpolitik sei in hohem Maße zu einseitig an der Ehe orientiert, sie biete oft keine Hilfe bei durch Brüche gekennzeichneten Familienbiografien. Das alles sei nicht mehr zeitgemäß.

Was für eine Logik! Nur weil es in Ehen „Brüche“ gibt (die hat es seit tausend Jahren gegeben, lieber Herr Schneider – bitte einfach einmal die großen Romane der Weltliteratur lesen!), nur deshalb soll man sich also in der Politik nicht mehr am Leitbild Ehe orientieren?

Menschen können immer scheitern: im Berufsleben, in ihrer Lebensplanung und selbstverständlich in ihren Beziehungen. Was hat das mit dem Leitbild Ehe oder dem Leitbild Familie zu tun? Man sieht überdeutlich, daß die moderne Beliebigkeitsideologie (nur keine Leitbilder!) nun auch die Konrad-Adenauer-Stiftung erreicht hat. Warum sich die Mitglieder und Wähler der CDU das alles bieten lassen, ist mir ein Rätsel.

Die Familienpolitik, sagt Schneider,

sollte keine Leitbilder vorgeben, sondern die Vielfalt des Familienlebens und der dahinter stehenden Leitbilder vorbehaltlos akzeptieren.

Ja, ja – alles akzeptieren, vorbehaltlos, alternativlos, unumkehrbar! Vor allem die Vielfalt! Es gibt für einen fortschrittlichen Menschen nichts Schöneres als die Vielfalt – vor allem die sexuelle Vielfalt. Die bringt man in Kretschmannland demnächst schon den kleinen Schulkindern bei, und den Erwachsenen bleut man Patchwork und Regenbogen und die Freuden des Alleinerziehens ein. Alles ist nämlich schöner als die ekelhafte, historisch überholte Kleinfamilie.

So weit geht die Liebe zur Vielfalt beim fortschrittlichen Menschen nämlich nicht, daß er auch die „traditionelle Familie“ als Teil der Vielfalt akzeptieren würde.

Weißt du, lieber Leser, was mich beruhigt? Daß es die „traditionelle Ehe“ und die „traditionelle Familie“ – eben weil sie zu den größten Errungenschaften der menschlichen Kultur gehören! – noch geben wird, wenn die Patchwork-Ideologen schon längst vergessen sind.

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Die Energiewende zwingt bald den letzten Bio-Bauern zum Aufgeben

Wenn Sie an naturnaher Landwirtschaft und gesunden Lebensmitteln interessiert sind, sollten Sie diesen Artikel lesen: „Ökobauern in Not“ von Winand von Petersdorff (heute im Wirtschaftsteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung).

Und wenn Sie immer noch glauben, daß die Merkelsche Energiewende segensreich ist und gut für Natur und Klima, dann sollten Sie diesen Artikel erst recht lesen.

Denn die sogenannte „Energiewende“, die unbegreiflicher- und sträflicherweise auch von fast allen großen Natur- und Umweltschutzverbänden mitgetragen wird, führt nicht nur zu unerschwinglichen Energiepreisen und zu einer beispiellosen Zerstörung unserer schönsten Natur- und Kulturlandschaften durch Stromtrassen und Windradmonster, sie ist zugleich eine Kampfansage an alles, was die grüne Bewegung (als sie noch grün war, also noch kein Verband von Energie-Lobbyisten!) von ihren Anfängen an gewollt hat: naturnahe Landwirtschaft, Arbeit mit der Natur und nicht gegen sie, Ersetzung der Monokulturen durch kleinräumige Landwirtschaft. Das ist den Umweltschutzverbänden heute keinen Pfifferling mehr wert. Sie stellen sich an die Spitze einer „Energiewende“, die ganz Deutschland in ein einziges Anbaugebiet von „Energiepflanzen“ (vor allem Raps und Mais) verwandelt und damit schon in naher Zukunft für ein dramatisches Artensterben sorgen wird. Überall in den Verbänden haben die Ingenieure die Macht ergriffen – und die Biologen, die doch genau wissen, was solche gigantischen Monokulturen, die gerade in Merkels Heimat schon von Horizont zu Horizont reichen, bewirken: sie schweigen. In den Führungsetagen der Umweltverbände haben sie jedenfalls keine Stimme mehr.

Frau Merkel ist mit der „Pflanzenproduktion“ in den großflächigen sozialistischen LPGs aufgewachsen, sie hat offenbar bis heute nicht das geringste Gespür für eine naturnahe Landwirtschaft. Warum aber auch BUND, Nabu und die anderen Verbände die Ziele verraten, unter denen sie einmal angetreten sind, versteht niemand.

Im letzten Jahrzehnt haben in Deutschland 6.000 Ökobauern aufgeben müssen. Das ist, wenn man das niedrige Niveau der Ökolandwirtschaft hierzulande (etwa im Vergleich mit Österreich oder der Schweiz) bedenkt, mehr als dramatisch. Wenn auch die Gründe dafür vielfältig sind, so steht doch der hochsubventionierte Anbau von Energiepflanzen inzwischen sicher an erster Stelle. Wenn deren Anbau so viel (auf 20 Jahre garantierten!) Gewinn abwirft, kommt auch ein Öko-Bauer, der ja mit seinem Einkommen eine Familie ernähren muß, ins Grübeln. Viele kehren zur konventionellen Landwirtschaft zurück, nicht weil sie es möchten, sondern weil der durch die „Energiewende“ erzeugte Druck sie dazu zwingt.

Das alles ist, wie gesagt, die Folge der stümperhaften und von Grund auf populistischen Merkelschen Energiepolitik. Wenn sie von Fukushima wirklich so betroffen war – warum war sie es nicht schon von Tschernobyl? Oder von Three Mile Island? Wissenschaftler, die vorurteilsfrei rechnen und die „Energiewende“ nicht ideologisch schönreden, haben die größten Zweifel, ob diese Wende auch nur den geringsten Einfluß auf das Klima hat. Dafür sind die negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Privathaushalte enorm. Das dahingeschluderte Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG), an dem auch Gabriel jetzt nur ein bißchen herumpfuscht, statt es in den Orkus zu befördern, ist eines der unheilvollsten und dümmsten Gesetze seit Bestehen der Bundesrepublik. Es verhindert jeden Wettbewerb und gehört eher in die sozialistische Planwirtschaft als in eine von Angebot und Nachfrage geleitete Marktwirtschaft.

Man könnte es auch als Ausdruck einer fürsorglichen Diktatur betrachten:  Wir, die Kanzlerin von Gottes Gnaden, tun hiermit kund und zu wissen, was gut für unsere Untertanen ist. Und gut ist nur unsere Energiewende – deshalb ist sie alternativlos und unumkehrbar.

Basta!

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