Putin – ein Berserker?

Die Verbrechen gegen das Völkerrecht, die Putin schon jetzt begangen hat, dürften für eine Anklage an internationalen Gerichtshöfen ausreichen. Er hat die Verträge mit der Ukraine gebrochen, ihre Souveränität fortlaufend verletzt, Teile ihres Staatsgebiets geraubt und sich einverleibt – und er läßt es zu, daß russische und tschetschenische Offiziere in die Ukraine eindringen und die „prorussischen“ Banden, die tatsächlich nichts anderes sind als Banditen und Halsabschneider, in ihrem mörderischen Kampf gegen die freie Ukraine und ihren gewählten Präsidenten unterstützen.

Diese Banditen freilich, das merkt Putin jetzt, sind aus eigenen Kräften nicht mehr lange in der Lage, ihre Stellungen zu halten. Deshalb hat er jetzt schon zum dritten Mal ein ukrainisches Flugzeug abgeschossen. Wird das die Niederlage seines Söldnerheers in der Ostukraine verhindern? Bestimmt nicht. Aber es wird auf ukrainischer Seite Opfer kosten.

Und vor allem: Putin will nach außen der Macher bleiben, der die Fäden in der Hand hat. Dieses alberne Männlichkeitsgetue ist ihm offenbar wichtiger als alles andere – wichtiger als gute Nachbarschaft mit der Ukraine, wichtiger als gute Beziehungen zum Rest der Welt, wichtiger als der Weltfrieden.

Deshalb ist Putin ein gefährlicher Zeitgenosse: er hat alle Hemmungen verloren.

Die Welt wird ihm das nicht durchgehen lassen. Aber die Rechnung wird am Ende nicht er bezahlen, sondern das russische Volk.

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„Jeder vierte Deutsche versteht seinen Arzt nicht“ – nein, was sind wir Patienten dumm!

Die neue AOK-Studie, die zu diesem Ergebnis kommt, ist deutlich (hier nachzulesen):

Einer neuen Studie der AOK zufolge verstehen viele Deutsche ihren Arzt nicht. Ein Viertel der Versicherten könne demnach nicht umsetzen, was ihnen der Doktor rät. Dies hänge offenbar auch mit einer mangelnden Gesundheitskompetenz der Patienten zusammen. Daher wird mehr gesundheitliche Bildung im Schulunterricht gefordert.

Wie bitte? Man traut seinen Augen nicht, wenn man das liest. Da gibt sich also der Arzt redlich Mühe – und der blöde Patient begreift es einfach nicht.

Es mangelt ihm an Kompetenz!

Aber zunächst einmal mangelt es ihm ja nur an – Gesundheit. Deshalb geht er zum Arzt. Und da trifft er im Laufe eines langen Lebens auf die verschiedensten Arztcharaktere: manche sitzen einem wortkarg, fast schweigend gegenüber, und man ist froh, danach wieder an der frischen Luft zu sein. Andere, vor allem Fachärzte, geben der Arzthelferin Medikationshinweise, ohne den Patienten selbst eines Blickes zu würdigen (ein ganzer Satz zum Patienten ist schon viel!). Wir haben Jahre gebraucht, um einen Hausarzt zu finden, der vernünftig und freundlich mit seinen Patienten umgeht.

Patienten sind nun einmal Laien. Es ist nicht ihre Aufgabe, Medizinkurse zu besuchen, damit sie den Arzt verstehen. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: der Arzt hat die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, mit seinem Patienten so zu reden, daß der ihn versteht. Aber offenbar spielt die Kommunikationsfähigkeit im Medizinstudium noch immer keine große Rolle.

Dabei ist diese Fähigkeit doch genauso wichtig wie die fachliche Kompetenz des Arztes. Was nutzt mir seine Kompetenz, wenn er nicht so reden kann, daß ich ihn verstehe? Ein Arzt muß sehen, wen er vor sich hat: mit einem 80jährigen muß er anders reden als mit einem Schulkind, mit einem einfachen Menschen anders als mit einem Akademiker. Die Lebenserfahrung zeigt freilich, daß es bei vielem Ärzten mit diesem Einfühlungsvermögen nicht weit her ist.

Den Schwarzen Peter dann dem Patienten zuzuschieben, ist – finde ich – ein starkes Stück.

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Rihanna – Epischer geht’s nicht!

Sieger sind immer attraktiv. In diesem Sinne sollte man auch die Begeisterung der Sängerin Rihanna über unsere Nationalmannschaft und ihren Besuch bei den Spielern werten (etliche Fotos davon schwirren im Netz herum).

Aber Rihanna hat nach dem Endspiel auch einen bedenkenswerten Satz gesagt:

Das war die epischste Erfahrung in meinem ganzen Leben.

Ein Satz, über den man geradezu philosophieren könnte!

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Messi

Messi war also der beste Spieler der WM 2014? Das ist wirklich eine Fehlentscheidung.

Da könnte jeder, der unvoreingenommen ist, mindestens ein halbes Dutzend Spieler aufzählen, die deutlich besser waren als er. Wenn der Preis aber ein Trostpflaster für den entgangenen WM-Sieg sein sollte, dann muß man ihn auch so nennen: Trostpreis.

Ich habe das Gefühl, daß ein paar Spieler (Ronaldo gehört auch dazu) bei solchen Wahlen fast ein Abonnement haben. Sie gewinnen immer, egal wie sie wirklich gespielt haben.

Messi hat der Trostpreis dann auch, wie man an seiner Miene ablesen konnte, keine Freude bereitet.

Ach ja: herzlichen Glückwunsch an unsere Mannschaft! Sie hat schon im Spiel gegen Brasilien gezeigt, daß sie weltmeisterlich fußballspielen kann. Und daß sie gegen einen unangenehmen Gegner kämpfen kann, ohne je aufzugeben, hat sie im Endspiel bewiesen. Wunderbar!

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Die russischen Landräuber stellen sich als Opfer dar

Das muß man sich einmal ausmalen: bei Gefechten, die durch russische Marodeure und Tschetschenen verursacht wurden, ist auf der russischen Seite ein Mensch zu Tode gekommen. Das nimmt der Genosse Lawrow, ein Landräuber, der sich einfach einen Teil des Nachbarlandes Ukraine einverleibt hat, die Krim nämlich, zum Anlaß, Folgendes zu sagen:

Man werte den Vorfall als Aggression der Ukraine gegen russisches Hoheitsgebiet und die Bevölkerung der Russischen Föderation. Der Ukraine sei eine entsprechende Protestnote übergeben worden, hieß es weiter.

Das sagt ein Regime, das mit Waffengewalt die europäischen Grenzen aufhebt, einem souveränen Nachbarland einen Teil seines Staatsgebiets raubt und seit Monaten das Lumpenproletariat in der Ostukraine mit modernsten Waffen und frischem Söldnermaterial aus Rußland und Tschetschenien ausrüstet.

Das kann man nicht einmal mehr Chuzpe nennen – es ist eine Unverfrorenheit, wie es sie in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben hat.

Und es ist ein Zeichen für eine moralische Verkommenheit, wie man sie zwischen Staaten nicht oft erlebt.

Für ein solches Rußland kann man sich nur noch schämen.

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Putin und Fidel Castro – alte Kampfgenossen Seit an Seit

Da fühlt er sich sichtlich wohl, der Genosse Putin: im Gespräch mit dem alten Kampfgenossen Fidel Castro blüht er auf.

Da merkt man: das war seine Welt, das ist seine Welt, und das wird immer seine Welt bleiben.

Mit dem Westen hat Putin nix am Hut. Das ist für ihn, wie seine geistig schlichten Propagandisten das nennen, das „schwule Europa“.

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Ein einziger Skandal: das geplante „Biomassekraftwerk“ bei Marseille

Bei der ganzen „Energiewende“ glaubt man sich in ein Narrenhaus versetzt. Das ist in Deutschland so, aber in Frankreich ist es offenbar nicht viel anders.

In Gardanne bei Marseille gibt es noch ein altes Kohlekraftwerk, das aufgrund von EU-Vorgaben am 1. Januar 2016 geschlossen werden muß. Klingt gut, nicht wahr? Jetzt wird aus dem stinkenden Kohlekraftwerk ein modernes Biomassekraftwerk. Wunderbar!

Oder doch nicht?

Es ist wie fast immer und überall: man klebt auf eine Industrieanlage das Etikett „Bio!“ oder „Öko!“ oder „Nachhaltig!“ – und schon freut sich die ganze Welt.

Kann den „Bio“ Sünde sein? Und wie!

Nehmen wir einmal dieses geplante Biomassekraftwerk mit dem schönen Namen Provence-4 genauer unter die Lupe. Provence – da denkt man an endlose Lavendelfelder und den harzigen Geruch von Kiefern. Aber die „Biomasse“, die da verheizt werden soll, das sind keineswegs (wie das vor langer Zeit einmal gedacht war) biologische Abfälle, aus denen man am Ende noch etwas Gutes macht. Nein, da sollen frisch gefällte Bäume verheizt werden, insgesamt eine Million Tonnen Holz im Jahr – die Hälfte davon aus dem schönen Südfrankreich. Die andere Hälfte der Bäume stammt aus Kanada und den USA: da werden also in Nordamerika Bäume gefällt (besonders Kanada ist da, wie man weiß, völlig hemmungslos!), und dann werden diese Stämme mit dem Schiff um die halbe Welt gefahren, um in Südfrankreich verbrannt zu werden.

Wetten, daß das eine wunderbare Öko-Bilanz ergibt?

Da war das alte Kohlekraftwerk, wie man dem Artikel der Organisation Rettet den Regenwald (hier nachzulesen) entnehmen kann, ökologisch weniger schädlich als das neue und so wunderbare Biomassekraftwerk.

Ich habe es schon oft gesagt: wenn man euch Energiewenden, Biokraftwerke und Nachhaltiges jeder Art aufschwätzen will – prüft alles nach! Das meiste davon (wie die Merkelsche Energiewende) ist ein einziger Etikettenschwindel.

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Der Unfug geht weiter: „Exotische Problempflanze erstickt Gewässer“ (NDR)

Ich kann es bald nicht mehr hören. Überall blasen Provinzbürgermeister, selbsternannte Naturschützer und sensationsgierige Medien zum Kampf gegen irgendeine „Killerpflanze“ (in diesem Fall geht es um ein Heusenkraut, Ludwigia grandiflora).

Impatiens glandulifera - Drüsiges SpringkrautJetzt laßt euch doch endlich einmal von kompetenten Botanikern beraten, statt zu Vernichtungsfeldzügen aufzurufen, die ihr eh nicht gewinnen könnt! Fast alle Neophyten verschwinden schon nach kurzer Zeit wieder, und wenn eine eingewanderte Art sich mit Zähigkeit festsetzt (wie zum Beispiel Impatiens glandulifera, das Drüsige Springkraut, Bild rechts), dann helfen auch martialische Ausrottungsaufrufe nicht. Ich wüßte jedenfalls nicht, wo es gelungen wäre, das Drüsige Springkraut von den Bach- und Flußufern, an denen es oft riesige (und optisch prächtige!) Bestände bildet, wieder zu vertreiben.

Die Pflanzen sind im übrigen nicht schuld an der Globalisierung, sie nutzen sie nur zu ihrer Ausbreitung, und die einzige wirkliche Problempflanze der Erde ist und bleibt – der Mensch.

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Der US-Journalist James Kirchick darf in der F.A.Z. schreiben – ach, hätte er nur geschwiegen!

Journalisten sind keine Lichtgestalten – niemand verlangt das von ihnen. Umgekehrt gilt aber auch: manche Journalisten argumentieren mit einer geistigen Schlichtheit, daß einem angst und bange wird.

Zu ihnen gehört offenbar James Kirchick.

Sein Artikel trägt die Überschrift „Warum wir die Deutschen ausspionieren müssen“ (hier kann man den Text nachlesen). Das klingt nach Ironie oder nach einem transatlantischen Nadelstich, ist aber ernst – todernst! – gemeint. Kirchick kämpft nicht mit dem Florett (jedenfalls nicht in diesem Artikel), sondern mit der Axt. Ich habe den Artikel jetzt zweimal von vorn bis hinten gelesen und habe als Grund für die US-Spionage gegen die verbündeten Deutschen nur diese „Argumente“ gefunden:

Deutschland treibt Handel mit Rußland, obwohl dort Homosexuelle verfolgt werden.

In Berlin tummeln sich seit dem Kalten Krieg Spione aus aller Herren Länder, es ist ein „Durchstoßpunkt für russische Spione“.

Deutschland ist ein „weniger vertrauenswürdiger Partner“, weil es auf „Rußlands unverschämtes Verhalten“ kaum reagiert.

Die Mehrheit der Deutschen sympathisiert mit Putin und akzeptiert die Annektierung der Krim.

Ströbele hat „unter großer Aufmerksamkeit der Medien“ Snowden besucht.

Gerhard Schröder bekam zu seinem Geburtstag eine „dicke Umarmung“ von Putin.

Und natürlich:

Die 9/11-Attentäter sind aus Deutschland gekommen.

Nun könnte man – gerade zum letzten Punkt – süffisant anmerken, daß die Terroristen ihre fliegerische Ausbildung ja nicht bei uns, sondern in den USA erhalten haben, aber eine inhaltliche Erwiderung wäre für einen Beitrag dieses Niveaus schon zuviel der Ehre.

Daß ausgerechnet ein solcher Journalist, der übrigens den „Whistleblower“ Manning am liebsten auf dem elektrischen Stuhl gesehen hätte und Snowden ein ähnliches Schicksal wünscht, seinen Artikel in der F.A.Z. veröffentlichen darf, sollte eine Ausnahme bleiben.

Aber vielleicht war es ja gerade die Absicht der Zeitung, uns hier im alten Europa die Illusionen über die journalistische Kompetenz in den USA zu nehmen. Nicht jeder Journalist jenseits des Atlantiks ist ein Bob Woodward oder ein Carl Bernstein – das immerhin wissen wir jetzt.

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Kommet ins Land, ihr anatolischen Frauen!

Die deutschen Ingenieure sind nicht mehr das, was sie einmal waren. Die deutschen Juristen aber erst recht nicht.

Da haben sie vor Jahren in einem Abkommen mit der Türkei einen Satz durchgehen lassen, der es den Richtern am Europäischen Gerichtshof jetzt erlaubt hat, den Zuzug anatolischer Ehefrauen auch dann zuzulassen, wenn die über keinerlei deutsche Sprachkenntnisse verfügen. Das ist schon schlimm genug: aber daß europäische Richter im Jahr 2014 diesen Unfug damit begründen, durch den Verzicht auf die Erlernung von ein paar deutschen Grundvokabeln werde die Integration der Einwanderer gefördert, das gehört ins juristische Narrenhaus.

Wie gesagt: auch Juristen sind nicht mehr das, was sie einmal waren.

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