Die NORAH-Studie über Lärmrisiken – von Lärmverursachern finanziert

Die NORAH-Studie (Noise-Related Annoyance, Cognition and Health) hat zur Überraschung der ganzen Welt festgestellt, daß Lärm für die Gesundheit eigentlich gar nicht so schlimm ist. Der Flughafenbetreiber Fraport faßt das Ergebnis so zusammen: die Gesundheitsrisiken durch Lärm seien „minimal“.

Jetzt weiß ja jeder Laie, wenn er nur die Zeitungsmeldungen der letzten Jahre verfolgt hat, daß eigentlich alle bisherigen Studien zu ganz anderen Ergebnissen gekommen sind. Wie ist das möglich?

Es ist bei Studien, das sagt einem schon der gesunde Menschenverstand, nicht ganz unerheblich, wer sie finanziert. Die NORAH-Studie, die knapp 10 Millionen Euro gekostet hat, ist – wie man hier nachlesen kann – vom Flughafenbetreiber Fraport und den Luftverkehrsgesellschaften finanziert worden.

ÜBERRASCHUNG!

Gleich mehrere medizinische Koryphäen, darunter Prof. Martin Kaltenbach („ich wollte nicht, daß unter dieser Studie mein Name steht“) und Prof. Eberhard Greiser (er ist beim Lesen der Studie „von einem Entsetzen ins andere gefallen“), distanzieren sich ausdrücklich von der umstrittenen Studie, deren Ziel es wohl war, die Auswirkungen des Lärms auf den menschlichen Körper zu verharmlosen.

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Die Türkei wählt – und erteilt Erdogan hoffentlich eine Abfuhr

Morgen wählt die Türkei ein neues Parlament. Obwohl Erdogan als Präsident zur Neutralität in der Tagespolitik verpflichtet ist, hat er alle Fäden in der Hand und mischt sich unter Bruch der türkischen Verfassung ständig im Sinne seiner AKP ein. Polizei, Justiz und Verwaltung hat er durch fortwährende Verhaftungen – unter dem Vorwand angeblicher „Verschwörungen“ – weitgehend gleichgeschaltet. Zuletzt ist der eher regierungskritische Medienkonzern Koza Ipek von seinen Bütteln bei Staatsanwaltschaft und Polizei zerschlagen worden, mit Erfolg: die beiden Zeitungen Bugün und Millet, die am Freitag nach dem Überfall zum ersten mal wieder erschienen sind, bringen jetzt, wie man hier nachlesen kann, nur noch

Lobeshymnen auf Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und Ministerpräsident Ahmet Davutoglu.

Alles hängt jetzt davon ab, daß Erdogans AKP am Sonntag die absolute Mehrheit zum zweiten Mal verfehlt.

Mit Wahlfälschungen seiner Anhänger muß gerechnet werden.

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Die Festung Europa: „ein feste Burg“ soll es werden, von hohen Mauern umgeben

Das fordert allen Ernstes die österreichische Innenministerin, Johanna Mikl-Leitner.

Weiß diese Dame nicht, daß samt und sonders alle Staaten, die sich mit Mauern schützen wollten, bald darauf untergegangen sind?

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Sultan Erdogan – oder: Ein Mann sieht rot

Dieser Mann, der allen Ernstes glaubt, daß er einmal in den europäischen „Christenklub“ (so seine herablassende Bezeichnung für die EU) aufgenommen wird, räumt auf in der Türkei. Wie sein Freund Putin macht Erdogan nach und nach alles mundtot, was ihm gefährlich werden könnte, und zwar unter zwei Vorwänden: einmal gibt es angeblich einen tiefen Staat in der Polizei und in der Justiz, der ihm übel will (ausgerechnet ihm, dem großen Zampano!), und dann hat sein alter Rivale Gülen praktisch die ganze Türkei unterminiert, Zeitungen, Schulen usw.

So füllt der Sultan seine Gefängnisse, um den letzten demokratischen Widerstand gegen seine Alleinherrschaft zu brechen. Heute haben türkische Polizisten die Zentrale eines der letzten regierungskritischen Medienkonzerne gestürmt und zwei Fernsehsender während des laufenden Programms abgeschaltet (hier nachzulesen):

„Sie brechen das Gesetz und die Verfassung“, sagte „Bugün-TV“-Chefredakteur Tarik Toros an die Zivilpolizisten gerichtet, die sich daran machten, die Satellitenanlage des Senders auszuschalten. Eine schriftliche Anweisung eines Gerichts hätten die Beamten nicht vorgelegt. Kurz darauf erschienen die Beamten in Toros‘ Senderaum: Ein paar Augenblicke waren noch die Proteste des Chefredakteurs zu hören – dann brach die Verbindung ab.

Ob Erdogan der Ausrottungsfeldzug gegen die Opposition bei der Wahl am kommenden Sonntag hilft, wird man sehen.  Ein ordentlicher Verhandlungspartner ist Erdogan jedenfalls nicht mehr – wenn er es denn je war.

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Fragen zur Causa Nusret C.

Nusret C. ist am Freitag in die Türkei abgeschoben worden. Auf hessenschau.de kann man zu seiner Person folgendes lesen:

Nusret C. tritt für eine extrem konservative Auslegung des Islam und die Einführung der Scharia ein. Der radikale Prediger forderte bei seinen Auftritten unter anderem die Vernichtung der Juden, Israels und der USA. „Die Juden bezeichnete Nusret C. als die schlimmsten Feinde des Islams“, sagte ein Sprecher der Stadt. Laut dem Bayerischen Verfassungsschutzbericht 2014 lehnt C. insbesondere die Gleichstellung der Frau ab.

Nusret C. reist seit 2002 durch Deutschland, um seinen türkischstämmigen Landsleuten Dschihad und Scharia zu predigen.

Seit 2002!

Das heißt: seit 13 Jahren kämpft er gegen das Land, das ihn aufgenommen hat (und vermutlich über Hartz IV alimentiert). Und er nutzt bei seinem Kampf gegen die Abschiebung ebendas verhaßte westliche Rechtssystem bis zum Exzeß, das er doch lieber heute als morgen durch die Scharia ersetzen möchte!

Da sollte man, gerade angesichts der islamischen Greueltaten der letzten Jahrzehnte, die rechtlichen Handhaben gegen solche Hetzer so verschärfen, daß es nicht vieler Jahre bis zur Abschiebung bedarf.

Wozu sitzen so viele Juristen im Bundestag?

PS:  Ich erinnere in diesem Zusammenhang an Art. 18 unseres Grundgesetzes, der leider noch nicht ein einziges Mal angewendet wurde:

Wer die Freiheit der Meinungsäußerung, insbesondere die Pressefreiheit (Artikel 5 Absatz 1), die Lehrfreiheit (Artikel 5 Absatz 3), die Versammlungsfreiheit (Artikel 8), die Vereinigungsfreiheit (Artikel 9), das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis (Artikel 10), das Eigentum (Artikel 14) oder das Asylrecht (Artikel 16a) zum Kampfe gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung missbraucht, verwirkt diese Grundrechte. Die Verwirkung und ihr Ausmaß werden durch das Bundesverfassungsgericht ausgesprochen.

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Thomas Mann über den süßen Schlaf

„Süßer Schlaf“ – so heißt ein kleiner Essay von Thomas Mann aus dem Jahr 1909, den ich im 12. Band seiner Gesammelten Werke (Berlin 1955) entdeckt habe. Er zeigt in nuce die sprachliche Virtuosität dieses Schriftstellers:

Daß täglich die Nacht sinkt, daß über Qual und Drangsal, Leiden und Bangen sich allabendlich stillend und löschend die Gnade des Schlafes breitet, daß stets aufs neue dieser Labe- und Lethetrank unseren verdorrten Lippen bereit ist, aufs neue stets, nach dem Kampf, dies milde Bad unseren zitternden Leib umfängt, damit er, gereinigt von Schweiß, Staub und Blut, gestärkt, erneuert, verjüngt, fast unwissend wieder, fast mit der ursprünglichen Tapferkeit und Lust daraus hervorgehe – Freund! ich habe das immer als die gütigste und rührendste der großen Tatsachen anerkannt.

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Das Mädchen – laut Duden nur noch ein „Kind weiblichen Geschlechts“

Wer im DUDEN (auch online) das Stichwort „Mädchen“ aufschlägt, wird am Ende des Eintrags streng belehrt:

Besonderer Hinweis
Im modernen Sprachgebrauch sollte das Wort „Mädchen“ nur noch in der Bedeutung „Kind weiblichen Geschlechts“ verwendet werden. In den weiteren veraltenden oder veralteten Bedeutungen gilt die Bezeichnung „Mädchen“ zunehmend als diskriminierend.

Die DUDEN-Redaktion rechtfertigt ihre oft merkwürdigen Einträge in der Regel damit, daß sie den Zustand der deutschen Sprache nur wiedergebe. Es sei nicht ihre Aufgabe, die Sprache zu reglementieren (wie es zum Beispiel in Frankreich selbstverständlich ist).

Aber gerade da, wo es um politische Korrektheit geht, sieht man nur allzu deutlich, daß der DUDEN im vorauseilenden Gehorsam die meisten Sprachdummheiten etwa aus der feministischen Ecke mitmacht – und ihnen damit die quasi-offizielle Weihe gibt.

Dann heißt es nämlich überall: „Aber es steht doch im DUDEN!“

Es ist nicht diskriminierend, wenn ein (von mir aus auch älterer) Mann seine Frau als „mein Mädchen“ bezeichnet. Das ist weder herabsetzend noch diskrimierend, es ist im Gegenteil fast immer liebevoll gemeint. Wie kommt die DUDEN-Redaktion dazu, sich zum Büttel eines dummen, unwissenschaftlichen, ja geradezu lächerlichen Sprachfeminismus zu machen?

Ob etwas „zunehmend als diskrimierend“ gilt, liebe DUDEN-Redaktion, das entscheidet keine Redaktion der Welt. Das entscheidet allein die deutsche Sprachgemeinschaft. Und die wird, da bin ich sicher, den ganzen sprachfeministischen Unfug („Gelsenkirchnerinnen und Gelsenkirchner“, „PolitkerInnen“ usw.) in nicht allzu ferner Zeit dahin befördern, wo er hingehört: in den Müllkorb der (Sprach-) Geschichte.

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Hessisches Deklinieren

Fett und in Riesenbuchstaben liest man auf hessenschau.de folgendes:

Der Alltag der Biobauer.

Auch wenn es kaum jemandem mehr auffällt: das Sprachgefühl geht selbst den meisten (jüngeren) Journalisten langsam, aber sicher verloren. Das ist so verbreitet, daß man die geläufige Ausrede, es seien doch „nur Schreibfehler“, zurückweisen muß.

Der Bauer (als Landwirt) hat im Genitiv Plural nur eine mögliche Form: „der Bauern“. Anders sieht es aus, wenn jemand Straßen oder Häuser baut. Da würde es heißen: „der Alltag der Straßenbauer“ oder „der Alltag der Häuslebauer“. Solche Unterschiede lernt man in der Regel schon beim Lesen in jungen Jahren.

Aber wenn man nur noch schlecht übersetzte Schmöker à la Dan Brown konsumiert, hilft auch das Lesen nicht mehr.

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Legendäre Hintern

Vor kurzem habe ich (hier) über den „blanken Po“ von Heidi Klum geschrieben – das heißt: eigentlich hat die Rheinische Post über ihn geschrieben, ich habe nur kommentiert. Jetzt gilt es, sich diesem Körperteil erneut intensiv zuzuwenden.

Die Qualitätsseite promiflash.de fragt nämlich entsetzt: „Was ist denn da passiert?“ Diesmal geht es aber nicht um den Po von Heidi Klum, auch nicht um den von Erika Mustermann, es geht um den „Hammer-Kardashian-Po“ von Jessica Biel.

Promiflash.de bürgt für Sachverstand und präzise Sprache in Sachen Po:

Als Jessica Biel (33) und ihr Liebster Justin Timberlake (34) bei der „Night of Stars“-Gala in New York aufschlugen, gab es nur ein Gesprächsthema: den unglaublichen Body der Neu-Mama – inklusive riesigem Kardashian-Look-Like-Po!

Halten wir einmal fest: Jessica Biel hat trotz ihrer gerade zu Ende gegangenen Schwangerschaft einen „unglaublichen Body“, und in dessen Zentrum steht ein Körperteil, der von Promiflash.de ausgesprochen nuancenreich beschrieben wird:

Mega-Hintern

Hammer-Kardashian-Po

beeindruckender Po

Hinterteil, das an den legendären Po von Kim Kardashian (35) erinnert.

Kardashian-Look-Like-Po.

Damit muß sich der Leser freilich zufriedengeben, denn die fotografische Beweisführung ist eher dürftig. Aber bei promiflash.de arbeiten auch knallharte Journalisten, die kritische Fragen stellen:

Klar, Jess hatte schon immer eine perfekte Figur, aber dieser Mega-Hintern ist definitiv „neu“. Alles ein Produkt knallharten Trainings? Oder hat die Neu-Mama ein bisschen geschummelt und sich die Silhouette mit einem Po-Boost aufgepimpt?

Wir wissen es nicht, und wir werden es wohl nie erfahren. Aber wir sind schon gespannt auf den nächsten legendären Hintern auf promiflash.de.

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Der, die, das Flüchtlingsansturm

Heute morgen in der Online-Ausgabe des Qualitäts-Magazins FOCUS gelesen:

Mehr Verkehrstote wegen der Flüchtlingsansturm.

Hoffentlich keine Handreichung für deutschlernende Flüchtlinge!

PS:  Inzwischen hat sogar die FOCUS-Redaktion gemerkt, daß da etwas nicht stimmt, und schreibt jetzt (grammatisch korrekt) „wegen der Flüchtlingskrise“.

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