Was erlauben Erdogan?!

Die Resolution des deutschen Parlaments sei „null und nichtig“, sagt der Sultan aus der fernen Türkei.

Entscheidet jetzt also schon der Sultan darüber, was der Bundestag in freier Entscheidung beschließt?

Auch da sieht man wieder: Erdogan reimt sich auf Größenwahn.

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Ein großer Tag für unser Parlament – und eine Schande für unsere Regierung

Endlich, endlich hat der Deutsche Bundestag den Völkermord an den christlichen Armeniern beim Namen genannt: es war (schon lange gut dokumentiert und bewiesen) ein Völkermord des osmanischen Reiches an seinen christlichen Untertanen.

Daß Erdogan jetzt schäumt, seinen Botschafter zurückbeordert und den deutschen ins Außenministerium einbestellt: sei’s drum! Hier geht es um die geschichtliche Wahrheit, und es ist wohltuend, daß das Parlament trotz des Drucks der türkischen Verbände und unverschämter Beleidigungen durch die fanatischen Anhänger Erdogans fast geschlossen (bei nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung) für die historische Wahrheit gestimmt hat.

Ganz anders sieht es mit der Regierung aus. Was ist das für eine elende Feigheit, daß alle wichtigen Regierungsmitglieder (Merkel, Gabriel, Steinmeier) „aus Termingründen“ nicht an der Abstimmung teilgenommen haben?!

Schande über sie. Und ein großes Bravo an Kauder und Özdemir, die sich durch Drohungen und Beleidigungen der Erdogan-Schranzen nicht haben beirren lassen!

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Die Türkische Gemeinde und der Völkermord

Die „Türkische Gemeinde in Deutschland“, die vor Jahren schon einmal gegen die Ausstrahlung des herausragenden Dokumentarfilms Aghet – Ein Völkermord protestiert hatte, nennt die heutige Abstimmung über die Armenien-Resolution im Deutschen Bundestag eine „Polit-Show“.

Angesichts von mehr als einer Million umgekommener Armenier sagt diese Wortwahl viel aus über den moralischen Zustand der „Türkischen Gemeinde“.

Übrigens meint deren Bundesvorsitzender Gökay Sofuoglu (genau wie vor Tagen die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Aydan Özoğuz), die Ereignisse von damals müßten erst „wissenschaftlich aufgearbeitet“ werden. Das scheint die neue Sprachformel des Erdogan-Regimes und seiner Ableger in Deutschland zu werden, mit der sie das Schuldeingeständnis zu vermeiden hoffen.

Aber aufgearbeitet muß hier gar nichts mehr werden. Alles ist bis ins Kleinste dokumentiert.

Man wird im übrigen die Bürde der Vergangenheit nicht los, wenn man im Namen eines falsch verstandenen Nationalstolzes alles trotzig leugnet. In diesem Punkt könnte die Türkei sogar ein bißchen von Deutschland lernen. Verschweigen und leugnen – das sorgt nur dafür, daß das Thema immer wieder an die Oberfläche kommt.

PS: Ich empfehle jedem, sich den preisgekrönten Dokumentarfilm Aghet – Ein Völkermord unbedingt anzusehen, er könnte noch in der Mediathek der öffentlich-rechtlichen Sender vorhanden sein. Und natürlich sollte man zum gleichen Thema auch Franz Werfels Roman Die vierzig Tage des Musa Dagh lesen – es ist einer der besten historischen Romane in deutscher Sprache.

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Die Ost Regierungen und der Frau Merkel

Aus einem Leserkommentar auf tagesschau.de:

Ich hoffe, das die Ost Regierungen Standhaft bleiben und der Frau Merkel ihren alleingang aufgeben muss.

Und ich hoffe, daß man Menschen, die eher Analphabeten als Muttersprachler sind, die Kommentierung auf seriösen Internetseiten untersagt.

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Armenien: ein Völkermord ist ein Völkermord ist ein Völkermord

Das sollte man der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Aydan Özoğuz, einmal ins Stammbuch schreiben. Sie will zwar für die Resolution des Deutschen Bundestags zur Erinnerung an den türkischen Völkermord an den Armeniern stimmen, ist aber, wie sie sagt, gegen die Resolution, denn die, meint sie, werde die geschichtliche Aufarbeitung verhindern und Türen zuschlagen.

Die geschichtliche Aufarbeitung?

Kaum eines der großen Verbrechen der Geschichte ist so gut dokumentiert wie der Massenmord an den Armeniern während des Ersten Weltkriegs. Deutschland trägt als damaliger Verbündeter des osmanischen Reiches eine Mitschuld an den Greueltaten und hat deshalb jedes Recht, heute frei darüber zu reden. Erdogan mag seinen Untertanen den Mund verbieten, aber der Deutsche Bundestag liegt denn doch etwas außerhalb seiner Machtbefugnis.

Es gibt eben, das muß man immer wieder sagen, im gesamten islamischen Raum keine Kultur der Selbstkritik, nicht einmal der gemeinsamen Scham über die Untaten der Vergangenheit. Das zu ändern, ist natürlich allein die Sache des türkischen Volkes. Aber frei zu beschließen, was er für richtig hält, das ist die Sache des Deutschen Bundestags.

Daran wird kein Sultan etwas ändern.

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Eine gute Frage – vom Datterich

Der „Particulier“ Datterich aus Ernst Elias Niebergalls gleichnamigem Stück stellt, nachdem ihn die Sonne aus dem Schlaf gerissen hat, eine praktische, aber zugleich philosophisch-existentielle Frage:

Wie werd mer sich dann heit dorchschlage?

Ein Satz, über den man lange nachdenken kann! Weniger nachdenken muß man über einen anderen, nicht weniger typischen Satz des Datterich:

Lisettche, noch e halb Scheppche!

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Ein antifaschistischer Tortenwurf

„Aktivist“ – das hätte man schon lange zum Unwort des Jahres machen sollen. Und „antifaschistisch“ sowieso: das ist nämlich eine besonders dreiste Verharmlosung des wirklichen Faschismus, der mit dem, was die heutigen vermummten Krawallmacher darunter verstehen, rein gar nichts zu tun hat.

Jetzt haben Aktivisten von der „Antifaschistischen Initiative Torten für Menschenfeinde“ eine Torte auf den „Menschenfeind“ Sahra Wagenknecht geworfen. Wenn man bedenkt, was für einen ungeheuren Mut es erfordert hat, im echten Faschismus „antifaschistisch“ zu handeln (man denke nur an die „Weiße Rose“ der Geschwister Scholl), dann ist so ein antifaschistisches Tortenwerfen nur eine elende Farce, ein dummes Kaschperltheater von ewig Pubertierenden.

Die abenteuerliche Begründung der Aktion, daß nämlich wegen der Position Sahra Wagenknechts „nicht alle Flüchtlinge nach Deutschland kommen könnten“, macht einen nachgerade sprachlos.

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Satzzeichen? Was war das schnell noch mal?

In einem Kommentar auf der Internetseite von Focus schreibt ein (deutscher!) User:

hätten zur polizeiwache mitgehen sollen und dort von der nötigung in folge einer erpressung und dem diebstal der ausweisdokumente berichten sollen ja die frau ist schwarz gefahren ja na und interessiert keinen menschen woher die frau stammt hätte auch jedem deutschen so passieren können also immer schön den ball flach halten.

Noch vor 50 Jahren haben Menschen, wenn sie (aus welchen Gründen auch immer) die deutsche Sprache nicht beherrscht haben, verschämt geschwiegen. Diese Zeiten sind vorbei. Wer heute unfähig ist, seine Sätze zu gliedern und die einfachsten Satzzeichen zu verwenden, posaunt seine Unfähigkeit stolz in die Welt hinaus.

Das sind nicht etwa Analphabeten, denn die verbergen ihr Unvermögen und möchten nichts lieber als: richtig lesen und schreiben. Nein, das sind Menschen, denen es völlig wurscht ist, wie sie schreiben. Ihre Muttersprache ist ihnen gleichgültig.

Was für Lehrer haben solche Menschen gehabt?

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Verbrechen lohnt sich doch – dank Sigmar Gabriel

Sigmar Gabriel hat es sehr eilig damit, die Sanktionen gegen Rußland wieder aufzuheben (hier nachzulesen):

Wir wissen alle aus unserer Erfahrung, dass Isolation auf Dauer gar nichts bringt. Am Ende hilft nur Dialog.

Na, das ist ja wunderbar – zumindest für den Genossen Putin und alle Diktatoren der Welt. Das Signal nämlich, das hier und heute von solchen Sprüchen ausgeht, sagt ihnen: Verbrechen lohnt sich.

Ich kann mein Nachbarland verdeckt angreifen, die ganze Welt zum Narren halten und mir ein Filetstück des Landes einverleiben, und es passiert – nichts.

Ich muß nur ein paar Jährchen warten, den Unschuldigen spielen – und dann, darauf kann man sich immer verlassen, fordern die ersten Sozialdemokraten die Aufhebung der Sanktionen.

Und Putin ist fein raus.

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Erdogan reimt sich auf Größenwahn

Der türkische Präsident will das Flüchtlingsabkommen mit der EU platzen lassen, wenn den Türken keine Visafreiheit gewährt wird. Er glaubt allen Ernstes, daß er mit der EU (dem „Christenklub“, wie er gern sagt) genauso umspringen kann, wie mit der Opposition im eigenen Land.

Es ist höchste Zeit, ihm begreiflich zu machen, daß er viel mehr von der EU abhängig ist als die EU von ihm. Mit Davutoglu hat er offenbar den letzten Mann aus seiner Entourage entfernt, der noch über einen gewissen Realitätssinn verfügt hat.

Leider hat ihn die Kanzlerin auch jetzt wieder durch ihre milde Wortwahl, die ein Erdogan natürlich als Schwäche auslegt, in seinen Großmachtfantasien bestärkt.

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