Archiv der Kategorie: Sprache und Literatur
Wir scheiden uns, ihr scheidet euch, sie scheiden sich
Im Wikipedia-Artikel über die britische Schriftstellerin Penelope Lively heißt es: Penelope Lows Eltern schieden sich früh. Sie haben sich also geschieden. Wie haben sie das gemacht? Kann man das überhaupt: sich scheiden? Man kann voneinander scheiden, d.h. auseinandergehen. Das ist … Weiterlesen
Die Freude an öffentlichen Hinrichtungen ist auch bei der AfD-Jugend groß
Wer sie noch nicht gelesen hat, dem möchte ich die folgenden Sätze von Mitgliedern der Jungen Alternative (JA), der Jugendorganisation der AfD, nicht vorenthalten. Sie stammen aus einer Chatgruppe: Man sollte diese ganzen Volksverräter öffentlich hinrichten lassen. Das ganze Kabinett … Weiterlesen
„Die Merkel“, ihre „Vassalen“ und der „Herr Maasanzug“
Das schreibt ein begeisterter AfD-Anhänger in einem Kommentar zum Ukraine-Konflikt (hier nachzulesen): „Wer ist gefährlicher: Trump oder Putin?“ Die Antwort heisst weder A noch B,- sondern C: Merkel!! Und mit ihr auch ihre Vassalen, zu denen auch die Ukraine und … Weiterlesen
Schöne arme Wörter (6): „Respekt“
Ältere Menschen werden noch das Wort „Respektsperson“ kennen. Der Lehrer war vor langer Zeit so eine Respektsperson (und noch kein „fauler Sack“!), der Pfarrer, der Richter, der Arzt, der Polizist. Sie alle waren Menschen, denen man schon von Berufs wegen … Weiterlesen
Schlechtschreibung auf tagesschau.de
So einen Satz findet man im Jahre des Herrn 2018 auf der Internetseite der Tagesschau (hier nachzulesen): Die Region des Ionischen Meeres ist Erdbeben gefährdet. Daß eine so absurde Getrenntschreibung auf den Seiten einer Nachrichtensendung möglich ist, die einmal für … Weiterlesen
Schöne arme Wörter (5): „liberal“
Wer liberal ist, macht sich unbeliebt – zumindest in den extremistischen Lagern jeder Couleur. Die aus dem Marxismus gespeiste Linke nennt ihn dann, um ihr Mißfallen auszudrücken, „wirtschaftsliberal“ oder „neoliberal“, für geistig schlichtere Genossen ist er in der ihnen eigenen … Weiterlesen
Schöne arme Wörter (4): „bunt“
Und schon wieder so ein Wort, das zwischen die Fronten der politischen Ideologien geraten ist: „bunt“. Aber bleiben wir erst einmal bei der Sprachwissenschaft. Im Althochdeutschen, also der Sprachstufe etwa zur Zeit Karls des Großen, ist das Wort, wenn man … Weiterlesen
Meine leib Speise!
Über eine georgische Spezialität, die chinkali, schreibt jemand im Internet: Habe sie mal in Georgien gegessen und seid dem sind sie meine leib Speise! Das hat übrigens ein Mensch mit deutschem Vor- und Nachnamen geschrieben.
Schöne arme Wörter (3): „Gutmensch“
Schon wieder so ein Wort, das in den Sog der Extremisten geraten ist. Oder war es da von Anfang an? Aber wie ist es zu seiner negativen Bedeutung gekommen? Und warum fühlt man sich beleidigt, nur weil man als „guter … Weiterlesen
Schöne arme Wörter (2): „Heimat“
Wörter sind nie einfach nur sachliche, konkrete Bezeichnungen, sie haben oft eine Aura um sich, und sie lösen Gefühle aus, die man nur schwer beschreiben kann. „Heimat“ ist so ein Wort. Wie schwierig es ist, mit den Konnotationen dieses Wortes … Weiterlesen