Schlechtschreibung auf tagesschau.de

So einen Satz findet man im Jahre des Herrn 2018 auf der Internetseite der Tagesschau (hier nachzulesen):

Die Region des Ionischen Meeres ist Erdbeben gefährdet.

Daß eine so absurde Getrenntschreibung auf den Seiten einer Nachrichtensendung möglich ist, die einmal für ihre sprachliche Sorgfalt weithin berühmt war, ist geradezu beispielhaft für den Niedergang beim Gebrauch der deutschen Sprache.

Dieser Prozeß hat in den 60er Jahren begonnen, als eine „fortschrittliche“ Pädagogik immerfort „Sprachbarrieren“ aufheben und den Kindern alles so leicht wie nur möglich machen wollte. Die Entwicklung hat sich in den letzten zehn, zwanzig Jahren eher noch beschleunigt. Mit der dreisten „Neuen Rechtschreibung“ und dem neuesten Sprachunfug („Schreiben nach Gehör“, Abschaffung der Schreibschrift, „Einfache Sprache“ usw.) ist ein neuer Tiefpunkt erreicht worden.

Ist dieser Prozeß überhaupt noch umkehrbar? Ich bin ein von Natur aus optimistischer Mensch, aber Hoffnung sehe ich, was die deutsche Sprache betrifft, allenfalls in ferner Zukunft. Gut möglich, daß es erst einmal noch weiter bergab geht.

Alle, denen die deutsche Sprache am Herzen liegt, sollten – jeder an seinem Platz – alles tun, um unserer schönen Sprache ein glückliches Überwintern in frostigen Zeiten zu ermöglichen.

Dieser Beitrag wurde unter Sprache und Literatur veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.