Die Liebe im Jetzt und der Tanz der Gespenster des Glücks

Das schreibt die Welt über den Borowski-Tatort von gestern abend (hier nachzulesen):

Eine Ermittlung findet auch statt. Aber darum geht es eigentlich gar nicht. Sondern um eine Liebe im Jetzt und wie sie von den Gespenstern des Gestern zerstört wird, wovon manche Leute reden, wenn sie von Liebe reden. Und um die Widerspiegelung einer Seelenaufruhr in der Natur.

Borowski lässt sich hineinziehen in diesen Wahnwirbel der Gefühle. In den Tanz der Gespenster des Glücks. Bleibt lange drin. Kommt schwer hinaus. Wie wir alle.

Kann man sich verschwurbelter ausdrücken? Wahrscheinlich nicht.

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Christenverfolgung im Vatikan?

Ja, die scheint es wirklich zu geben!

So steht es wenigstens im deutschsprachigen Newsletter von Vatican News:

Papst empfängt Opfer von Christenverfolgung im Vatikan.

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Der Umgang der katholischen Kirche mit Geschiedenen und Wiederverheirateten ist ein Skandal

Apostel gibt es auch heute noch genug in der katholischen Kirche: Moralapostel nämlich.

Dabei bin ich ganz und gar nicht der Auffassung, daß sie stromlinienförmig und geschmeidig werden sollte wie die evangelische Kirche, die immer up to date sein will, jedem Trend hinterherläuft und schon zufrieden ist, wenn sie möglichst viele Likes bekommt. Im Gegenteil: ich finde es beruhigend schön, daß es noch eine Kirche gibt, die gründlich und lange (manchmal Jahre und Jahrzehnte!) nachdenkt, ehe sie eine Änderung an ihren Grundsätzen zuläßt.

Aber es gibt auch viel Ärgerliches in dieser Kirche: ihre herablassende, heutzutage völlig inakzeptable Einstellung zu den Tieren etwa, über die ich an dieser Stelle (hier zum Beispiel) schon öfter berichtet habe. Und, mindestens ebenso ärgerlich: wie man mit Menschen umgeht, deren Ehe gescheitert ist.

Ihnen schlägt aus der Amtskirche bis heute eine mitleidlose, jeder Barmherzigkeit und Nächstenliebe hohnsprechende, dogmatische Brutalität entgegen, die nur Entsetzen hervorrufen kann.

Das „Band der Ehe“, heißt es im offiziellen „Katechismus der katholischen Kirche“ (München 1993),

wird von Gott selbst geknüpft, so daß die zwischen Getauften geschlossene und vollzogene Ehe nie aufgelöst werden kann. Dieses Band, das aus dem freien menschlichen Akt der Brautleute und dem Vollzug der Ehe hervorgeht, ist fortan unwiderrufliche Wirklichkeit und stellt einen durch die Treue Gottes gewährleisteten Bund her. Es liegt nicht in der Macht der Kirche, sich gegen diese Verfügung der göttlichen Weisheit auszusprechen.

Nun weiß ich ja als kleines Menschlein nicht, wo genau diese „göttliche Weisheit“ herrührt, und ich weiß erst recht nicht, wie die (doch menschlichen!) Verfasser des Katechismus so genau wissen, was Gott in seiner Weisheit möchte. Was ich aber mit Sicherheit weiß, ist, daß jedes menschliche Streben, jeder auch noch so gutgemeinte Vorsatz eines Sterblichen scheitern kann.

Muß man denn einem erwachsenen Menschen (einem Pfarrer, einem Bischof zum Beispiel) erst mühsam beibringen, daß eine Ehe – auch wenn sie mit den besten Absichten gegründet wurde – am Ende scheitern kann?

Mir scheint, die Kirche versteckt sich hier hinter einer angeblich „göttlichen Weisheit“, weil sie mit solchen gescheiterten Lebensentwürfen nichts zu zun haben will. Sie stellt ein selbsterzeugtes Dogma über die christlichen Kerntugenden Nächstenliebe und Barmherzigkeit, und sie ist damit wirklich und wahrhaftig unchristlich. Jesus hat sich doch – zum Ärger der Pharisäer und Schriftgelehrten! – nicht mit den frommen, eh schon heiligmäßig lebenden Menschen abgegeben, sondern mit den verlorenen Söhnen, mit den Zöllnern und gar mit den liederlichen Weibspersonen. Es waren gerade die Gescheiterten, mit denen er sich an den Tisch gesetzt hat.

Wer sich auf ihn beruft, sollte zumindest eine Ahnung davon haben, was die christlichen Kerntugenden sind: Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Und daß der Hochmut (superbia) eine der sieben Todsünden ist.

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Lessing

Wenn man den heutigen Zustand des Islams, aber auch des Hinduismus und anderer Religionen betrachtet, fragt man sich unwillkürlich: wie weit ist unsere Zeit hinter Lessing und seine Ringparabel zurückgefallen? Jahrzehnte? Jahrhunderte? Oder Lichtjahre?

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Das Zitat des Tages – diesmal vom türkischen Ministerpräsidenten Yıldırım

Und das hat Yıldırım auf der Münchner Sicherheitskonferenz gesagt:

Die Türkei ist ein Rechtsstaat – genauso wie Deutschland und die USA.

Narrhallamarsch!

PS:  Es gibt gegen Retourkutschen nichts Grundsätzliches einzuwenden, manchmal haben sie sogar Witz. Von Yıldırıms Entgegnung auf die deutschen Beschwerden zu den vielen willkürlichen Verhaftungen in der Türkei kann man das nicht sagen: es gebe, meinte er (hier nachzulesen),

3064 inhaftierte Türken in Deutschland,

und die

würden erwarten, dass die türkische Regierung ihnen helfe, so wie die deutsche Regierung ihren Landsleuten helfe.

Daß er allen Ernstes die türkischen Straftäter, die nach einem absolut fairen, rechtsstaatlichen Prozeß in unseren Gefängnissen sitzen, mit den Opfern der politischen Willkürjustiz des Sultans vergleicht, ist an Plumpheit nur schwer zu überbieten.

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Die „Ehe für alle“ ist noch immer nicht höchstrichterlich überprüft worden

Wo sind eigentlich die vielen CDU/CSU-Abgeordneten geblieben, die gleich nach der Abstimmung über die „Ehe für alle“ den Gang nach Karlsruhe antreten wollten? Haben sie plötzlich Angst vor dem Zeitgeist bekommen?

Ich jedenfalls halte dieses Gesetz für eindeutig grundgesetzwidrig. Wenn ich damit aber unrecht habe (und das Bundesverfassungsgericht ist in seiner Rechtsprechung in den letzten Jahren immer wieder dem Zeitgeist erlegen), dann müssen die Befürworter ja keine Angst vor einer solchen Entscheidung haben.

So müssen wir jetzt wahrscheinlich warten, bis ein anderes Gericht Zweifel an dem Gesetz hat und es dem Bundesverfassungsgericht zur Prüfung vorlegt. Die zweite Möglichkeit, daß nämlich ein Bundesland oder ein Viertel der Abgeordneten des Bundestags nach Karlsruhe geht, ist sehr unwahrscheinlich – dazu haben sie alle viel zu viel Angst vor der offensiven (und wirkungsvollen!) Lobbyarbeit der Schwulen- und Lesbenverbände.

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„Haßverbrechen richten sich vor allem gegen Muslime und Juden“

So liest man es heute als fettgedruckte Überschrift in der Online-Ausgabe der Zeit. Das Blatt zitiert damit aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine schriftliche Anfrage der innenpolitischen Sprecherin der Grünen, Irene Mihalic.

Frau Mihalic bekam die Antwort, die sie hören wollte:

2.500 politisch motivierte Straftaten mit antisemitischem und islamfeindlichem Hintergrund sind 2017 gezählt worden. Das ist das 20-Fache der Gewalttaten gegen Christen.

Das klingt beruhigend, ist es aber ganz und gar nicht, weil es eben nur die registrierten Straftaten zählt. Was unterhalb dieser Schwelle bleibt und den Alltag der Menschen oft viel stärker belastet, kommt in den Zahlen nicht vor. Die Aggressivität muslimischer Jünglinge gegen ihre christlichen und jüdischen Mitschüler (vor allem da, wo sie selbst in den Schulklassen in der Mehrheit sind und eigene Cliquen bilden, wie in Berlin und anderen Großstädten) ist vielfach dokumentiert.

Erst recht ergibt die Überschrift „Haßverbrechen richten sich vor allem gegen Muslime und Juden“ ein falsches Bild, wenn man über den deutschen Tellerrand hinausblickt. Da werden weltweit „Haßverbrechen“ vor allem von Muslimen gegen Christen und Juden begangen – in diesem Punkt sind sich alle dieser leider notwendigen, traurigen Statistiken einig.

Aber die Grünen sind aus ideologischen Gründen immer sehr zurückhaltend, wenn es um unser (gottlob!) vom Christentum geprägtes Europa geht. Nur keine Bevorzugung unserer eigenen Religion! Nur keine Kreuze in Schulen und Gerichtssälen! Keine Islamophobie! Keine Sonderbehandlung von christlichen Flüchtlingen!

Das klingt weltoffen, ist aber nichts als geschichtslose, bornierte Gleichmacherei.

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Ein Gottesgeschenk für mich!

Da sage noch einmal einer etwas gegen das Internet! Folgende E-Mail habe ich gerade bekommen:

Mein Name ist SHANE MISSLER. Ich habe $451 Millionen (£330 Millionen) Lotto Jackpot gewonnen. im Januar 2018. Ich spende für Sie 5.000.000. Ich spende diese Spende wegen der Liebe, die ich für die Menschheit und die Bedürftigen in der Gesellschaft habe. Bitte kontaktieren Sie mich für dieses Geschenk Gottes über diese E-Mail an – shane.rc54@gmail.com.

Diesen Shane Missler gibt es übrigens wirklich, und er hat tatsächlich 451 Millionen Dollar gewonnen. Daß er mir davon etwas abgeben will, finde ich hochanständig von ihm!

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„Hand am Knie“ – auch nach 15 Jahren ein Vergehen, das unbedingt ans Licht gezerrt werden muß!

Er sei „enttarnt“ worden, schrieb letztes Jahr, ganz im Sinne der wieder beliebten Jagdszenen, der österreichische Standard. Gemeint war dieses Mal der britische Verteidigungsminister Michael Fallon. Was war geschehen? Der Minister hatte der Journalistin Julia Hartley-Brewer im Jahr 2002 mehrfach die Hand aufs Knie gelegt. Wenn er nicht sofort aufhöre, sagte sie darauf, werde sie ihm ins Gesicht schlagen. Fallon entschuldigte sich, und damit war die Sache erledigt.

Julia Hartley-Brewer bestätigte das vor ein paar Monaten noch einmal ausdrücklich auf Twitter:

This „incident“ happened in 2002. No one was remotely upset or distressed by it. My knees remain intact.

Das ist die souveräne Art, wie eine erwachsene Frau mit lästigen Männern umgeht. Da braucht es keinen juristisch-moralischen Schutzzaun um sie herum. Etwas ganz anderes ist es, wenn ein Mann seine (berufliche) Macht zu sexuellen Übergriffen mißbraucht, von Nötigungen und Vergewaltigungen ganz zu schweigen. Aber das ist ja das Fatale an der „me too“-Kampagne: daß sie alles, aber auch wirklich alles in einen Topf wirft, von einem dummen Spruch (Brüderle!) bis zu körperlichen Angriffen, die vor Gericht gehören. Alles ist auf einmal „übergriffig“, sogar ein harmlos-schönes spanisches Gedicht wie das von Eugen Gomringer, und das nur, weil darin von Frauen (mujeres) die Rede ist, und das lyrische Ich am Ende in die Rolle des Bewunderers (admirador) schlüpft.

In einer Welt, in der ein Mann nicht einmal mehr eine Frau bewundern darf, möchte ich jedenfalls nicht leben.

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Neues vom Kindskopf im Weißen Haus – Zitat des Tages

Donald Trump will endlich auch seine eigene große Militärparade haben! Sein Erweckungserlebnis ereignete sich während seines Frankreich-Besuchs am 14. Juli auf den Champs-Elysées:

Da flogen zig Flugzeuge über uns, und da war viel militärische Macht, und es war herrlich anzusehen. Sie hatten Vertreter von verschiedenen Kriegen und verschiedene Uniformen. Es war toll gemacht.

Das ist keine Satire, das Zitat ist echt. Sie können es auf Seite 6 der heutigen F.A.Z. nachlesen.

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