Was ist nur mit dem Winkemann von Berwang los?

Schon seit Tagen schwenkt die Kamera bedächtig, aber vergeblich über das Schneefeld an der Bergstation der Sonnalmbahn. Kein Winkemann weit und breit. Auch heute morgen war es so: die Bahn war vor der Zeit in Betrieb (vielleicht ein Probelauf), ein dunkel gekleideter Mitarbeiter war zu sehen – aber war es der Winkemann? Oder ein Kollege? Hat er gar soviel zu tun, daß er nicht zum Winken kommt?

Seit fünf Tagen winkt er nicht mehr. Mysteriös! Dabei hatte alles so schön begonnen. Seit der Eröffnung der Wintersaison war er fast täglich zu sehen – und jetzt das!

Allmählich macht man sich Sorgen. Ist er etwa krank? Oder in Urlaub auf den Malediven? Nein, das kann man sich nicht vorstellen. Schließlich sitzen doch überall auf der Welt um 8.33 Uhr Menschen vor dem Fernseher und warten auf ihn!

Du lieber, guter Winkemann,
fang wieder mit dem Winken an!

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Zieht Depardieu jetzt in eine russische Plattenbausiedlung?

Neues über seine Pläne erfährt man in der heutigen Ausgabe der F.A.Z. (hier nachzulesen). Nachdem er vor den Augen der Welt ausgerechnet Wladimir Waldimirowitsch Putin freundschaftlich umarmt hat, ist er in die mordwinische Hauptstadt Saransk gereist, offenbar um dort auf Wohnungssuche zu gehen. In einem Video auf Youtube sieht man ihn fröstelnd vor einem Hochhausblock im Rohbau stehn. Nach anderen Berichten will man ihm in Saransk ein Haus „ganz nach seinen Wünschen“ bauen.

Bewohnen – soviel wage ich zu prophezeien – wird er dort weder eine Villa noch den Plattenbau. Schon die Vorstellung, daß einer wie Depardieu seinen Lebensabend in der russischen Provinz verbringt, hat etwas geradezu Absurdes. Er wird doch nicht seine Weingüter im Stich lassen.

Also, lieber Жерáр Ксавьé Марсéль Депардьё, auf eine baldige Rückkehr!

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Der spinnt, der Depardieu!

Man kann über die französische Reichensteuer verschiedener Meinung sein (inzwischen ist sie ohnehin vom Verfassungsrat gestoppt worden). Auch reiche Deutsche sollen ja hin und wieder vor dem Fiskus ins Ausland geflohen sein.

DepardieuAber die Farce, in deren Mittelpunkt der französische Schauspieler Gérard Depardieu jetzt steht, ist an Peinlichkeit kaum zu überbieten. Es ist ja noch verständlich, daß er möglichst wenig Steuern zahlen möchte – aber Rußland als „große Demokratie“ zu bezeichnen und Putin zu herzen (das Bild rechts stammt von www.kremlin.ru), nur um die eigene Steuerlast zu senken, das ist mehr als armselig.

Um zu so einer desaströsen Entscheidung zu kommen, muß er vorher wirklich sehr, sehr viel schlechten Wein von seinem Weingut getrunken haben.

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Hurra, es gibt keine Neger mehr!

Astrid Lindgren hat sich ein Leben lang erfolgreich dagegen gewehrt, aber kaum war sie tot, haben ihre Erben klein beigegeben. Auch Otfried Preußler hat sich immer gegen die Verfälschung seiner Romane gewehrt – jetzt, im Alter von 89 Jahren, hat er den Kampf aufgegeben: er ist damit einverstanden, daß Wörter wie „Neger“ oder „Zigeuner“ aus seinen Büchern getilgt werden (hier nachzulesen).

Soll man sich darüber freuen? Nein, das wäre ja noch schöner.

Ideologen – korrekt müßte es natürlich heißen: Ideologinnen und Ideologen oder, noch grausamer, IdeologInnen! – haben schon seit ein paar Jahrzehnten die Sprache als ihren liebsten Kriegsschauplatz entdeckt. Es finden regelrechte Razzien statt, und die Sprache, die sich nicht wehren kann, wird aufs gründlichste polizeilich durchsucht. Jeder kennt die dummen Wortbildungen, die daraus entstanden sind: „Studierendenhaus“ etwa oder „Landsfrau“ oder die „Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener“ (und so absurde Machwerke wie die „Bibel in gerechter Sprache“). Ist die Welt dadurch besser oder gerechter geworden? Die Antwort kann sich jeder selbst geben.

Die Zensur hat eine lange Geschichte, und es hat neben der politischen immer auch eine moralische Zensur gegeben. Für den Dauphin, den jungen Thronfolger, hat man am französischen Hof seit dem 17. Jahhundert die antiken Werke von allen Stellen gereinigt, die moralisch anstößig waren – daher kommt der lateinische Ausdruck ad usum Delphini („zum Gebrauch durch den Dauphin“). Von da zieht sich eine Linie über das oft prüde 19. Jahrhundert bis in unsere Gegenwart. In den USA werden in manchen Gegenden noch heute klassische Bücher wie Tom Sawyer oder Huckleberry Finn auf den Index gesetzt oder durch Eingriffe in den Text entstellt.

Jetzt also auch bei uns.

Aber wo soll das enden? Werden jetzt auch die Märchen der Brüder Grimm gereinigt? Es ist gut möglich. Klaus Willberg vom Thienemann-Verlag droht ganz offen:

Wir werden alle unsere Klassiker durchforsten.

Alle (von wem eigentlich?) beanstandeten Wörter würden ganz gestrichen.

Es sei notwendig, sagt er,

Bücher an den sprachlichen und politischen Wandel anzupassen. „Nur so bleiben sie zeitlos.“

Das ist, mit Verlaub, grober Unfug – und es ist umso bedenklicher, wenn ein Verlagsvertreter so etwas sagt. Zeitlos, lieber Herr Willberg, bleiben diese Bücher, weil es wunderbar erzählte Geschichten sind, nicht weil Sie mit der Schere an ihnen herumschnipseln und – ad usum infantium – einzelne Wörter herausschneiden.

Als ob es auf einzelne Wörter ankäme! Es kommt auf den Zusammenhang an, in dem diese Wörter stehen, auf die Grundaussage der Geschichte, auf die poetische Kraft ihrer Bilder – und natürlich auf den Autor. Es ist eben nicht dasselbe, ob das Wort „Zigeuner“ bei Preußler, Lindgren oder Enid Blyton vorkommt, oder ob es von Neonazis gegrölt wird. Noch in den 60er Jahren hat Gerd Ruge in seinen Amerikareportagen ganz selbstverständlich von „Negerwählern“ gesprochen – und er ist ja ganz gewiß kein Rassist. Daß man jetzt Wörter auslöscht oder ersetzt, daß man wieder beginnt, literarische Texte zu reinigen, setzt auch ein Bild vom Kind voraus, das man fast absurd nennen möchte.

Liebe Kinderbuchzensorinnen und Kinderbuchzensoren! Kinder sind nicht aus Glas. Kinder sind auch nicht kleine zerbrechliche Geschöpfe, die man vor allem Bösen in der Welt beschützen muß. Ich wage sogar die Behauptung, daß sie oft klüger sind als die Verleger von Kinderbüchern. Sie brauchen nicht die Schere des politisch und moralisch korrekten Zensors, der sie bevormunden möchte, sie brauchen Geschichten mit Saft und Kraft, mit soviel Welt darin wie nur möglich. Wenn etwas für das Alter des Kindes noch nicht verständlich ist, können es die Eltern erklären – dazu sind sie ja da. Das alles geht ohne Schere viel, viel besser.

Im übrigen: wenn man liest und hört, welche Wörter heute Grundschulkinder schon in den Mund nehmen, dann ist der sprachpolizeilich beanstandete „Neger“ nun wirklich nicht der Rede wert.

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Nie ohne mein Transistorradio!

Solche Meldungen liest man jetzt in der schönen neuen (Energie-) Welt unserer Kanzlerin immer öfter:

In keinem Haushalt sollten Taschenlampe und Transistorradio mit Batterien fehlen.

Merkwürdig, daß es solche Meldungen früher nie gegeben hat! Die Empfehlung stammt übrigens nicht aus dem Bayerischen Wald, sondern vom Stadtwerke-Direktor einer Kleinstadt mitten im Rhein-Main-Gebiet. Im Winter, sagt er, könne es bei großer Kälte zu Netzschwierigkeiten kommen, im schlimmsten Fall könne das Stromnetz sogar zusammenbrechen.

Schöne Aussichten.

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Fernsehen vom Billigsten – teuer bezahlt

Schauen Sie heute einmal in Ihre Programmzeitschrift!

In der ARD laufen den ganzen Tag alte Filme: ein Schinken mit Uschi Glas („Barbara kämpft weiter um ihre Papierfabrik und verliebt sich“), dann „Der Arzt vom Wörthersee“ und danach gleich im Doppelpack „Das Traumhotel“. Die restliche Zeit bis zur Tagesschau wird von der Sportschau ausgefüllt.

Das ZDF ist noch dreister: von 9.20 bis 19 Uhr (also fast 10 Stunden!) gibt es nur Wintersport.

Es wäre wirklich an der Zeit, einmal rechtlich gegen die Programmacher vorzugehen, die uns für die hohen Zwangsgebühren statt des gesetzlich vorgeschriebenen Vollprogramms mit einem so billigen Spartenprogramm abspeisen.

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Merkel schenkt der stromfressenden Industrie 4 Milliarden Euro

Wenn man die neuesten Umfragen betrachtet, die einem Höhenflug von Angela Merkel und ihrer Partei gleichkommen, kann man sich nur an den Kopf greifen. Wenn diese Kanzlerin, die sich ohne Sinn und Verstand durch alle Krisen durchwurschtelt, mitsamt ihrer Partei in solchem Ansehen steht, fragt man sich: wie grottenschlecht muß eine Opposition sein, die aus dem Herumpfuschen der Regierung keinen Gewinn ziehen kann?

Nach übereinstimmenden Presseberichten sind über 1.500 Unternehmen von der Umlage des Erneuerbare Energien-Gesetzes (EEG) befreit worden. Es handelt sich durchweg um sog. energieintensive Unternehmen, also Unternehmen, die sehr, sehr viel Strom verbrauchen – und dafür von der Kanzlerin auch noch massiv belohnt werden. Während man die einfachen Menschen dazu drängt, Strom zu sparen (von der Waschmaschine bis zur Glühbirne), subventioniert man im Großen gerade die, die gar nicht daran denken, haushälterisch mit der Energie umzugehen. Sie bekommen ein Steuergeschenk, das sich auf etwa 4 Milliarden Euro beläuft.

Diese Riesensumme wird natürlich über Strompreiserhöhungen auf die normalen Stomverbraucher umgelegt. Es wird nicht mehr lange dauern, bis selbst Familien aus dem Mittelstand ihre Stromrechnungen kaum mehr bezahlen können.

Es sind die Familien mit kleinen und mittleren Einkommen, die am Ende die ganze Last der hirnrissigen „Energiewende“ zahlen müssen. Die großen Energiekonzerne tragen nicht einmal das Risiko für ihre wirtschaftlichen Entscheidungen   – sobald etwas schiefgeht, etwa wenn keine Leitungen für den erzeugten Strom da sind, ist schon jetzt rechtlich dafür gesorgt, daß die Stromkunden für alles aufkommen müssen.

Wir zahlen die Rechnung, und ich bin schon gespannt, wie dann die Umfragewerte für Merkel & Co. aussehen werden. Aber vielleicht funktioniert das ja alles wie in dem schönen Lied von Tom Paxton:

I learned our government must be strong,
It’s always right and never wrong.
Our leaders are the finest men,
And we elect them again and again.

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Hängt die indischen Vergewaltiger!

So tönt es in ganz Indien, und so wird es auch kommen. Man wird sie nach einem kurzen Prozeß hinrichten.

Und dann?

Hat sich dann in den Köpfen irgendetwas geändert? Werden dann weniger weibliche Föten abgetrieben? Hat sich dann am unmenschlichen Kastensystem irgendetwas geändert?

Nein – man wird die Vergewaltiger nur töten, damit alles beim alten bleibt.

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Die Solarlobby jubiliert – Ein neuer Bericht aus dem Merkelschen Narrenhaus

Das vergangene Jahr war schon wieder ein Rekordjahr für die deutsche Solarindustrie: Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von über 7.300 Megawatt wurden an das Stromnetz angeschlossen. Gerade der Zuwachs an Solarstrom ist ein Hauptgrund für die jetzt stark ansteigenden Strompreise, denn die (ohnehin völlig unsinnige) Förderung der Solarenergie in einem so sonnenarmen Land wie Deutschland wird über eine Umlage von den Stromkunden bezahlt.

Da werden von der Solarlobby dreiste, fast schon Münchhausensche Rechnungen aufgemacht: Solar- und Windkraftanlagen könnten zusammen schon heute die im Winter nötige Leistung zum großen Teil decken. Es gibt da – leider, leider! -nur ein ganz kleines Problem (zitiert nach dem Artikel „Rekordjahr für Solarstromanlagen“ im Wirtschaftsteil der Frankfurter Allgemeinen von gestern):

Allerdings ist der Einsatz der Wind- und Solaranlagen nicht planbar und Strom kaum speicherbar, so dass große konventionelle Reservekapazitäten vorgehalten werden müssen.

Wir haben also Strom, der nur fließt, wenn er gerade will, den wir auch nicht speichern können, für den aber wir, die Steuerzahler, immer höhere Stromrechnungen bezahlen müssen. Wir zahlen für einen Strom, der nie beim Kunden ankommt, der aber auf dem Weg ins Nichts viele reich macht.

Und das soll das energiepolitische Fundament für eine der wichtigsten Wirtschaftsnationen der Welt werden?

Wer in den letzten Tagen und Wochen einmal auf der Suche nach der Sonne in den Himmel geschaut hat, der kann Holger Steltzner von der F.A.Z. nur beipflichten, wenn er von einer „deutschen Solarposse“ spricht.

Aber das Lachen über diese Posse bleibt einem im Hals stecken.

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Rankingshows, die uns gerade noch gefehlt haben

Gibt es etwas Billigeres als eine ranking show im öffentlich-rechtlichen Fernsehen? Man startet eine Umfrage im Internet zu einem möglichst bekloppten Thema (kostet nix!), interviewt eine Handvoll von B- und C-Prominenten (kostet fast nix!) und schnipselt alles zusammen (kostet auch nix). Und dann tut man so, als sei es furchtbar spannend, endlich zu erfahren, wer auf die ersten Plätze gekommen ist. Gerade jetzt, zwischen Weihnachten und dem Neujahrstag sind fast alle Dritten Programme von diesem Mist förmlich überschwemmt worden.

Ich habe schon ein paarmal echte Titel in Hülle und Fülle aufgelistet, aber dazu habe ich keine Lust mehr. Schauen Sie einfach in Ihre Programmzeitschrift, und die Augen werden Ihnen (vor allem in den Dritten Programmen) übergehen. Deshalb hier ein paar ranking shows, auf die wir leider immer noch noch warten müssen:

Die beliebtesten Quarksüßspeisen der Rheinland-Pfälzer
Die lautesten Vuvuzelas der Hessen
Die beliebstesten Stechmücken der Wanne-Eickeler
Die schlauesten Hartz IV-Empfänger von Berlin-Kreuzberg
Die schönsten Hinterhofmoscheen von Köln
Die dümmsten Comedians von Pro Sieben
Die besten Dönerbuden in einem Umkreis von 50 km um Mainz-Kostheim
Die rührendsten Heimatfilme vom August 1958
Die beliebtesten Serienmörder von Ystad
usw. usf

Und am Ende ein Vorschlag, der mir ganz besonders am Herzen liegt:

Die dümmsten Programmdirektoren des öffentlich-rechtlichen Fernsehens.

In diesem Sinne:

Prosit Neujahr!

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