Islam: Tod den Abtrünnigen!

Den Abfall vom Glauben nennt man Apostasie – egal, ob es sich um den Austritt aus einer Religion oder den Übertritt zu einer anderen handelt. In den meisten islamischen Ländern hat die Apostasie eine gesellschaftliche Ächtung zur Folge: manchmal bis hin zur (nicht geahndeten) Ermordung des Abtrünnigen unter dem Beifall der islamischen Gelehrten.

Das wird in vielen muslimischen Ländern gutgeheißen: in einer Umfrage des Pew Research Center (2010) haben 84% der ägyptischen und 76% der pakistanischen Muslime die Todesstrafe für Abtrünnige ausdrücklich befürwortet.

Da erübrigt sich jeder Kommentar.

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Die Rheinische Post und Heidi Klum – Journalismus vom Feinsten

Daß es neben der Flüchtlingsfrage auch noch andere wichtige Themen gibt, beweist die Rheinische Post mit dieser Überschrift:

Heidi Klum zeigt ihren blanken Po.

Darauf hat die Welt gewartet.

PS: Das wird immer mehr zum Journalismus des 21. Jahrhunderts: eine reißerische Überschrift, gern auch unter der Gürtellinie, und dann im Artikel fast nur noch die Reaktion der „User“ zitieren. Billig.

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Davatoglu hetzt gegen die „christliche Festung Europa“

Wenn Erdogan oder einer seiner Hofschranzen über das Christentum spricht, merkt man ihnen ihre tiefe Verachtung für uns „Ungläubige“ an.

Da redet Erdogan verächtlich vom „Christenklub“, so wie jetzt sein Ministerpräsident Davatoglu von der „christlichen Festung Europa“ spricht. Wenn man sieht, wieviele (vor allem türkische!) Muslime friedlich bei uns in Deutschland leben und wie wenige Christen in der Türkei, dann müßte man doch eher von der „islamischen Festung Türkei“ reden, oder?

Wenn Davatoglu, dessen Regierung den Völkermord an den Armeniern immer noch leugnet oder relativiert, andeutet, daß die Deutschen „nichts von der europäischen Geschichte verstanden haben“, dann erscheint hier wieder, wie so oft, eine spezifisch türkische Großmäuligkeit, eine Arroganz, die einfach nur peinlich ist.

Die AKP, die gerade einen Bürgerkrieg mit den Kurden provoziert, damit ihr büyük lider die nächsten Wahlen gewinnen kann, sollte lieber ganz still sein, statt sich mit den europäischen Demokratien anzulegen, zu denen sie nie gehören wird.

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Deutsche Filmtitel – eine unerträgliche Geschichte

In Frankreich erschien 2007 der Film Contre-Enquête. Ein Kripobeamter glaubt dem Ergebnis der offiziellen Ermittlung gegen einen Sexualverbrecher nicht und ermittelt auf eigene Faust – er unternimmt „Gegen-Ermittlungen“.

Was wird daraus in der deutschen Fassung?

Counter Investigation – Kein Mord bleibt ungesühnt.

Kann man sich etwas Hirnrissigeres vorstellen? Der Titel eines französischen Films wird für das deutsche Publikum ins Englische (!) übersetzt – und dann auch noch mit einem völlig überflüssigen, reißerischen Untertitel versehen.

Dieser spezifisch deutsche Umgang mit Filmtiteln sollte unbedingt einmal untersucht werden. (Oder gibt es eine solche Untersuchung schon?)

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Osteuropa, die Flüchtlinge und die Barmherzigkeit

Die Barmherzigkeit ist (wie die Nächstenliebe, aus der sie sich speist) ein zentraler Bestandteil christlichen Handelns (Walter Kardinal Kasper hat vor kurzem ein schönes  Buch darüber geschrieben: „Barmherzigkeit: Grundbegriff des Evangeliums – Schlüssel christlichen Lebens“). Das Christentum ist ja (gottlob!) keine Gesetzesreligion: sie ist nur an eine Person gebunden, und einem Christen ist im Grunde nur eine einzige Pflicht auferlegt, aus der aber alles andere hervorgeht: caritas, Nächstenliebe, Barmherzigkeit.

Im Lauf der Kirchengeschichte haben sich daraus „sieben Werke der Barmherzigkeit“ herausgebildet:

Hungrige speisen
Durstige tränken
Fremde beherbergen
Nackte kleiden
Kranke pflegen
Gefangene besuchen
Tote bestatten.

Eines kann man mit Gewißheit sagen: daß nämlich die vier Herren, die zur Zeit über Polen, Ungarn, Tschechien und die Slowakei herrschen, von dieser Liste offenbar noch nie etwas gehört haben. Von Tschechien und der Slowakei wundert mich das nicht. Aber der feine Herr Orbán trägt ja die „christliche Kultur“ und das „Abendland“  immer wie eine Monstranz vor sich her, und der Herr Duda aus Polen ist der Präsident eines von Grund auf katholischen, geradezu erzkatholischen Landes. Trotzdem wollen die Herren, die sich zur Visegrád-Gruppe zusammengeschlossen haben, weder Hungrige speisen noch Durstige tränken – und Fremde beherbergen schon gar nicht.

Duda behauptet sogar, daß sein Polen schon so voller ukrainischer Flüchtlinge sei („und Tausende würden noch kommen“), daß er beim besten Willen keinem einzigen Syrer mehr Asyl gewähren könne. Inzwischen hat man herausgefunden, daß Polen im gesamten Jahr 2014 gerade einmal 750 Asylbewerber aufgenommen hat – darunter sollen zwei Ukrainer (!) gewesen sein.

Das zeugt schon von einer ganz speziellen polnischen Barmherzigkeit.

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Orbanistan

Ist das nicht schön?

Viktor Orbán erteilt der ganzen Welt eine Lektion in christlicher Nächstenliebe.

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Viktor Orbán – ein schöner Christ vor dem Herrn!

Der feine Herr Orbán, ungarischer Ministerpräsident, sorgt sich um die christliche Kultur in Europa. Das wäre an sich noch nicht schlimm, auch ich sorge mich um sie.

Orbán meint,

daß die christliche Kultur Europas kaum noch in der Lage ist, Europa in der eigenen christlichen Wertordnung zu halten.

Was er für ein wunderbarer Vertreter der christlichen Werte ist, zeigt Orbán gerade auf den ungarischen Bahnhöfen. Er läßt die Flüchtlinge, die der syrischen Hölle entflohen sind, ohne Wasser und Nahrung auf dem Asphalt lagern, läßt sie auch Fahrkarten nach Wien kaufen („Geld stinkt nicht“), versperrt ihnen dann aber den Zugang zu den Zügen. Einen Tag lang darf ein Teil von ihnen ausreisen, dann riegelt er den Bahnhof wieder ab. Schließlich dürfen sie zwei Züge besteigen, die Flüchtlinge schöpfen wieder Hoffnung, aber dann werden die Züge auf offener Strecke angehalten. Die Flüchtlinge sollen in ein Lager gesteckt werden. Es ist ein übles, von Grund auf unanständiges, perfides Spiel, das der feine Herr Orbán mit den Flüchtlingen spielt.

Er ist nun wirklich der Allerletzte, der es wagen darf, von christlichen Werten oder gar von Nächstenliebe zu reden.

Orbán ist eine Schande für Europa – und eine Schande für Ungarn. Der luxemburgische Außenminister, Jean Asselborn, hat das gestern abend im Gespräch mit Marietta Slomka in einer Deutlichkeit gesagt, wie man sie sich auch von Merkel und und Schulz gewünscht hätte. Hören wir einmal in das Ende seines Interviews hinein:

Wir haben die Bilder heute gesehen von dem kleinen Jungen, wir haben doch auch die Bilder gesehen von diesem IS in Syrien, die Kinder von fünf, sechs Jahren als Henker benutzen. Auch Orbán muß das doch sehen. Man fragt ja nicht einen Menschen, der diese Barbarei überlebt hat, der fortläuft, der zu uns kommt, der an unsere Tür klopft, man empfängt ihn nicht mit Stacheldraht, sondern macht ihm die Tür auf und gibt ihm eine Chance. Das ist doch, glaub ich, auch christlich. Der sagt ja, er will nur Christen haben, aber wenn Orbán ein Christ ist, dann ist Kim Il-sung auch ein Christ.

Ach, wäre es nicht schön, auch einmal in Deutschland einen solchen Politiker zu haben, der Tacheles redet und seine Gefühle nicht ganz, ganz tief in sich versteckt? Um Politiker wie Asselborn kann man das kleine Luxemburg nur beneiden.

PS:  Was ich nicht verstehe: wo sind eigentlich die ungarischen Bürger geblieben? Wo das Rote Kreuz und die anderen ungarischen Hilfsorganisationen? Sind die von Fidesz schon gleichgeschaltet worden?

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Ausländerfeindlichkeit war schon in der alten DDR weit verbreitet

Diesen F.A.Z.-Artikel sollten Sie unbedingt lesen, solange er noch online verfügbar ist: „Deutschland den Deutschen – Rechtsextreme in der DDR“ von Jochen Staadt.

Der Autor ist Projektleiter im Forschungsverbund SED-Staat an der Freien Universität Berlin. Er hat hochinteressantes Material aus den Archiven der DDR zusammengetragen, aus dem man eines zumindest erkennt: unter der propagandistischen Oberfläche mit den dummen Sprüchen vom „allseitig gebildeten sozialistischen Menschen“ brodelte es von Anfang an – aber natürlich wurde alles unter den Teppich gekehrt. Was wir seit der Wende in Rostock, Heidenau, Jamel und anderswo an dumpfer Deutschtümelei und Xenophobie erleben, hat seine Ursprünge also auch in der von manchen nostalgisch verklärten DDR. Ein schneller Abbruch der Entnazifizierung (seit 1947 durften auch Nazis SED-Mitglieder werden!) und eine oberflächliche Gehirnwäsche haben zu dieser Entwicklung beigetragen.

Im Westen hat sich die Entnazifizierung ein bißchen länger am Leben gehalten, wurde aber auch da bald zu den Akten gelegt. Die Auseinandersetzung mit der braunen Vergangenheit ist freilich – anders als im Osten – in den 60er Jahren in aller Schärfe nachgeholt worden.

Also: diesen Artikel – hier ist er zu finden – unbedingt lesen!

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Stalin läßt grüßen: ein Journalist soll den chinesischen Börsensturz verursacht haben

China ist und bleibt ein stalinistisches Land. Da mag die Wirtschaft noch so zügellos sein: die KP wird die politische Macht im Land niemals aus der Hand geben.

Jetzt hat sie den Schuldigen am Börseneinbruch der letzten Woche dingfest gemacht: es ist ein (namentlich noch nicht bekannter) Journalist der Zeitung Caijing. Natürlich hat er schon gestanden, den Crash durch das „Verbreiten falscher Informationen“ verursacht zu haben.

Ein Land wie China, von einer immer noch stalinistisch organisierten KP regiert, erträgt es nicht, daß es das Börsengeschehen nicht in der Hand hat. Eine kommunistische Partei hat doch immer alles in der Hand! Wie kann es da sein, daß die Börse macht, was sie will? Da braucht man natürlich einen Sündenbock, und der arme Kerl von Caijing muß jetzt sogar um sein Leben bangen.

Daß ein kleiner Journalist mit seinen Meinungen ein ganzes Land ins Unglück stürzen kann, so etwas glauben auch nur eingefleischte Kommunisten, die unbedingt einen Sündenbock brauchen.

Der nächste Schauprozeß wird kommen.

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Das „Pack“ von Heidenau

„Wir sind das Pack“ – das haben, unter Anleitung der NPD, die Deutschtümler von Heidenau vor den Kameras der Welt skandiert.

Haben sie damit (auch wenn sie nur Sigmar Gabriel ironisch zitieren wollten) recht? Natürlich!

Sie sind das Pack.

Aber gehen wir die Sache doch einmal sprachwissenschaftlich an. Es gibt praktisch in allen Gesellschaften das, was man gern „Bodensatz der Gesellschaft“ nennt: also moralisch und geistig nicht eben aufgeweckte Menschen, die sich intensiv darum bemühen, irgendwo jemanden zu finden, auf den selbst sie noch herabblicken können. In einer früheren Epoche waren das die Juden, heute sind es bei vielen „die Flüchtlinge“. Und so, wie man mit einem eingefleischten Antisemiten nicht diskutieren kann, so kann man auch mit den Flüchtlingshassern von Heidenau (und anderswo) nicht diskutieren. Man muß sie polizeilich davon abhalten, ihrem dumpfen Haß freien Lauf zu lassen.

Interessant ist, daß es solchen Bodensatz schon immer gegeben hat. Die alten Römer etwa hatten dafür eine Fülle von Vokabeln – hier nur eine kleine Auswahl:

plebs
plebecula
perditi homines
colluvies
colluvio
vulgus
faex populi
sordes populi usw.

Die Wahrheit ist also: man muß sich (leider!) von einem geschönten Menschenbild verabschieden, das von der Perfektibilität des Menschen ausgeht. Nicht alle werden im Laufe ihres Lebens zu verantwortungvollen Gliedern der Menschheit (so traurig das ist). Viele bleiben, um mit Sigmar Gabriel zu reden, „Pack“ oder – wie es die F.A.Z. heute, ein wenig verblümter, ausdrückt:

Teile der Gesellschaft verweigern moralische Mindeststandards.

So sind die Menschen eben. Dummheit und Gewalt (gerade auch in dieser brisanten Kombination) hat es immer gegeben – und es wird sie immer geben.

PS:  Nur ein kleiner Hinweis noch für unsere Journalisten. Wenn sich Menschen auf der Straße zusammenrotten, um Verbrechen zu begehen (oder damit zu drohen), dann sind das keine Demonstranten, wie es in den meisten Zeitungen und Fernsehberichten immer noch heißt. Es sind Straftäter, mit denen sich gefälligst die Justiz befassen soll.

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