Von Frauen verführt

Ach, ich sehe gerade, daß ich mich verlesen habe. „Von Frauen geführt“ heißt es.

Google Maps hat nämlich bei den Restaurants ein neues Kriterium eingeführt. Ich habe heute zur Planung eines Tagesausflugs ein bißchen nach Restaurants und Biergärten in den südlichsten Orten Hessens gesucht, in Neckarsteinach und Hirschhorn am Neckar, und bin dort auf die Ulfenbachstube am Campingplatz gestoßen. Ihr wurde zusammen mit Adresse, Öffnungszeiten und Fotos von Google Maps folgendes Prädikat zugeteilt:

Jetzt weiß ich ja nicht, ob ein Wiener Schnitzel besser schmeckt, wenn es von zarten Frauenhänden geklopft wurde und nicht von groben Männerfäusten. Oder zapfen Frauen auch das Bier womöglich mit mehr Gefühl als Männer?

Hier versucht Google genau das einzuführen, was unsere Verfassung aus gutem Grund verbietet: daß nämlich Geschlecht und Rasse wieder hervorgehoben werden, um geschäftliche Vorteile zu erreichen. In den USA werden übrigens nicht nur weibliche Besitzer ausdrücklich hervorgehoben („women-led“), sondern auch Geschäfte von Farbigen („black-owned“).

Daß diese amerikanische Apartheid jetzt nach Europa schwappt, sogar bis an den lieblichen Neckar, sollten wir mit allen Mitteln verhindern. Im guten alten Europa war es bisher nicht üblich, daß man Geschäfte und Restaurants danach beurteilt, ob ihr Besitzer schwarz oder weiß, weiblich oder männlich, schwul oder hetero ist.

Hier geht es wirklich und im Ernst darum, die europäische Aufklärung und ihre Grundierung in den Menschenrechten gegen die klammheimliche Wiedereinführung von Rasse und Geschlecht unter dem Deckmantel der „Gerechtigkeit“ zu verteidigen.

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Wörter können sein wie winzige Arsendosen

Die Schriftstellerin Ulla Hahn hat vor einiger Zeit in einem Gastbeitrag in der F.A.Z. (er kann leider nur noch kostenpflichtig abgerufen werden) Beherzigenswertes über unseren Umgang mit der Sprache niedregeschrieben. Sie zitiert unter anderem Victor Klemperer, der in seinem Buch „LTI – Notizbuch eines Philologen“ die Sprache des Dritten Reiches Wort für Wort untersucht hat. Klemperer schreibt über diese Propagandasprache:

Der Nazismus glitt in Fleisch und Blut in die Menge über durch Einzelworte, die Redewendungen, die Satzformen, die er ihr in millionenfachen Wiederholungen aufzwang und die mechanisch und unbewusst übernommen wurden. Worte können sein wie winzige Arsendosen: sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun, und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da.

Und ein (angeblich) noch viel älteres Zitat führt Ulla Hahn in ihrem Beitrag an:

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.
Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.

Diese Sätze sollen aus dem Talmud stammen, aber weder dort noch bei vielen anderen Quellen, die das Internet anbietet, sind sie je gefunden worden.

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Emmi hat einen Partner

In diesen warmen Spätsommertagen gibt es kaum etwas Erfrischenderes als gewürfelte Wassermelonen, natürlich vorher im Kühlschrank gekühlt. Ich erinnere mich noch an einen Griechenlandurlaub in den 90er Jahren, da waren wir auf der Halbinsel Mani und haben uns auf kleinen, schmalen Booten durch die Grotte von Pyrgos Dirou fahren lassen. Danach, ein opulentes Essen im nahen Restaurant hatten wir gerade beendet, brachte uns der Wirt auf Kosten des Hauses einen großen Teller mit kalten Melonenstücken. So wie man in der Vorzeit die Höhle von Pyrgos Dirou wohl für den Eingang in die grausige Unterwelt hielt, so war dieser Melonenteller fast ein Eingang ins Paradies.

Würde ich mich sonst heute noch daran erinnern?

Jetzt bin ich auf der Suche nach einem Rezept für einen Melonensalat auf die Seite „Emmi kocht einfach“ gestoßen. Emmi stellt auf ihrer Seite einfache, schnelle Gerichte zusammen, und die sind nicht einmal schlecht. Im Gegenteil.

Und Emmi hat einen Partner. Der heißt aber nicht Felix oder Jonas (hier nachzulesen):

Mein Partner ALDI SÜD und ich haben jüngst überlegt, was denn eigentlich die beliebtesten Grillbeilagen so sind. Für heiße Sommertage oder laue Sommernächte. Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass der Wassermelonensalat ganz weit oben auf der Liste steht.

Also: Aldi heißt der Partner! Man kann sich richtig vorstellen, wie Emmi und Aldi die Köpfe zusammenstecken und überlegen, wie man diesen Salat am besten anrichtet. Außerdem steht da noch in Großbuchstaben, damit man es nicht übersieht:

ALLE ZUTATEN SIND AUCH BEI MEINEM PARTNER ALDI SÜD ERHÄLTLICH.

Der Salat ist übrigens eine „Wassermelonen Salat Kreation“, was beweist, daß Emmi nicht nur kulinarisch, sondern auch sprachlich, also bei der Getrenntschreibung ohne jeden Bindestrich, kreativ ist.

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Frau Oberstleutnantin

Jetzt wird endlich das größte Problem der Bundeswehr angepackt: Annegret Kramp-Karrenbauer plant die Einführung weiblicher Dienstränge (hier nachzulesen):

Feldwebelin, Bootsfrau, Oberstleutnantin: Bislang gibt es bei der Bundeswehr keine weiblichen Dienstränge. Im Ministerium wird eine Änderung diskutiert.

Sonst gibt’s ja nichts zu tun im Verteidigungsministerium, läuft ja alles wie geschmiert. Da hat man endlich Muße, auch mal etwas so richtig Beklopptes zu tun.

Die Soldatinnen selbst sind übrigens gegen die weiblichen Ränge:

In einer gut orchestrierten Twitterkampagne mit dem Titel „Wir sind gegen das Dienstgradgendering in der Bundeswehr“ veröffentlichten Dutzende Soldatinnen ihr Foto im Netz und protestierten so gegen eine Änderung der bisherigen Regeln.

Ob sie sich am Ende gegen die sprachfeministischen Ideologen behaupten können, wird man sehen.

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Nein, lieber Nabu – ich werde kein(e) Wald-Pat*in!

Und selbst wenn du dich auf den Kopf stellst und mich in Deiner Herbstausgabe mit diesem Satz bedrängst:

Werde Wald-Pat*in!

Ich könnte nämlich höchstens Wald-Pate werden. Wald-Pat*in kann nur werden, wer sich im feministisch verhunzten Dummdeutsch wohlfühlt und allen Ernstes glaubt, daß er so an der Spitze des Fortschritts daherläuft.

Ein Nabu-Mitglied, das sicher für die Mehrheit der Mitglieder spricht, schreibt in einem Leserbrief:

Muß man einen Naturschutzverband daran erinnern, daß auch Kulturgüter wie unsere Sprache schutzwürdig sind?

Er wird von seinem Verband sogleich zurechtgewiesen:

Wie die Natur ist Sprache lebendig und ständig im Wandel. Sonst redeten wir heute noch wie die alten Germanen. Das Sternchen steht natürlich nicht einfach für die Mehrzahl, es signalisiert: Achtung, hier ist Männlein wie Weiblein drin. Freund + Freundin = Freund*innen.

Ach, lieber Nabu! Wie die alten Germanen gesprochen haben, weiß niemand, denn die ältesten schriftlichen Zeugnisse stammen aus der Zeit des Althochdeutschen, also aus dem 8. Jahrhundert. Daß sich auch das Deutsche, wie alle Sprachen, im Lauf seiner Geschichte verändert hat, ist eine Binsenweisheit. Aber solche Veränderungen, etwa bei Vokalverschiebungen, brauchen Jahrzehnte oder Jahrhunderte, bis sie sich durchsetzen. Bei der Verhunzung der deutschen Sprache durch das politisch-feministische Milieu – mit ihren Doppelformen, Unterstrichen und Sternchen – handelt es sich eben nicht um einen Sprachwandel, sondern um den (leider nicht ganz erfolglosen) Versuch einer Minderheit, ihre Vorstellungen von „Geschlechtergerechtigkeit“ der Sprache – und damit der Mehrheit ihrer Sprecher – aufzuzwingen. Solche Versuche kannte man bisher nur von totalitären Regimen des 20. Jahrhunderts.

Sie sind übrigens allesamt gescheitert.

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Ganz schön dispensionalistisch, diese Evangelikalen

Ja, so liest man es heute in einem Artikel der F.A.Z.:

Gerade unter den Evangelikalen ist inzwischen der „dispensionalistische, prätribulationistische Prämillenarismus“ vorherrschend.

Da weiß man doch gleich, worum es geht.

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Was Krasses

Sätze wie diesen hätte man vor zehn oder zwanzig Jahren noch nirgends schwarz auf weiß gelesen:

Ab Montag startet was Krasses bei Aldi.

Das schreibt – im Stil eines 14jährigen Hauptschülers – die „Redaktion“ von TAG24, so wie Google News sie zitiert. TAG24 ist laut Wikipedia ein „regionales deutsches Newsportal“, an dem Gruner+Jahr mit 60% beteiligt ist. Die restlichen 40% gehören der SPD.

Lesen diese Anteilseigner eigentlich hin und wieder, welcher Sprache sich ihr wunderbares „Newsportal“ bedient? Mir ist es dabei ziemlich gleichgültig, ob diese peinliche Jugendsprache (peinlich nur, wenn sie von Erwachsenen gebraucht wird!) eine gewollte Anbiederung an das Zielpublikum ist – oder ob man dem „Redakteur“, was ich eher vermute, den Unterschied zwischen Umgangs- und Schriftsprache nie beigebracht hat.

Wenn man sich aber „Redaktion“ nennt, hat man gefälligst auch seiner Verantwortung für die deutsche Sprache gerecht zu werden.

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Apothekerweisheit

Auf unserem Apothekenkalender steht im September folgender Spruch:

Jeder Tag ist ein kleines Leben für sich.

Schopenhauer soll das gesagt oder geschrieben haben. Googelt man den Satz, so bekommt man zwar Links auf über tausend Internetseiten, aber nicht einen einzigen Nachweis der Stelle. Auch in digitalen Schopenhauer-Ausgaben habe ich ihn nicht gefunden.

Das Zitat mit seiner Allerweltsweisheit klingt nun wirklich gar nicht nach Schopenhauer – und wenn, dann hat man es völlig aus seinem Zusammenhang gerissen. Bis ich eines anderen belehrt werde, gehe ich deshalb davon aus, daß irgendjemand das Ganze erfunden und dann, wie im Internet üblich, einer vom anderen abgeschrieben hat.

Auch die anonymen Kalendermacher haben sich offenbar nicht die Mühe gemacht, die Herkunft des Satzes zu verifizieren.

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Messi verdient doch nur 25.000 Euro

Bei Spitzenfußballern wird immer gleich eine Neiddebatte losgetreten. Bei Lionel Messi zum Beispiel. Dabei verdient er, wie ich vorhin gelesen habe, gerade einmal 25.000 Euro brutto. Also fast genauso viel wie unsere Bundeskanzlerin.

Jetzt kann man natürlich darüber streiten, ob das nicht doch ein bißchen viel Geld für einen Fußballer ist, aber so dramatisch, wie man immer sagt, ist das wirklich nicht.

Ach, ich sehe, ich habe mich geirrt. Die 25.000 € verdient Messi nicht im Monat, sondern pro Minute Spielzeit (hier nachzulesen).

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Diese Studie zum E-Auto kommt wie bestellt

Seit viele Studien, die den gesamten Produktionsprozeß des E-Autos und seiner Batterie in ihre Rechnungen einbeziehen, zu niederschmetternden Ergebnissen über den ökologischen Wert der „E-Mobilität“ gekommen sind, taucht auf einmal eine niederländische (!) Studie auf, die das E-Auto über den grünen Klee lobt. Ganz beiläufig wird dann in dem Artikel (hier nachzulesen) bemerkt:

Die Studie wurde von der Grünen-Bundestagsfraktion in Auftrag gegeben.

Da hat man wohl in Deutschland niemanden gefunden, der das vom Auftraggeber gewünschte Resultat liefern wollte.

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