Neue Windräder in der Nordsee

Die Windräder werden dank moderner Ingenieurskunst immer größer. Die Hälfte der im Jahr 2010 in Deutschland errichteten Windkraftanlagen war schon über 100 m hoch. Gerade im Inland muß die Höhe sogar noch gesteigert werden, damit der Ertrag stimmt.

Alles das, was früher einmal die Philosophie der grünen Bewegung ausgemacht hat, spricht gegen diese aggressiv aufragenden Türme: die sanfte Einbettung in die Natur, das rechte Maß, die menschliche Bescheidenheit. Hier wird unter Federführung der Grünen maßlos und rücksichtlos in die Umwelt eingegriffen, um den Energiebedarf vor allem der energieintensiven deutschen Wirtschaftsbranchen zu bedienen.

Erneuerbare Energien? Keiner der von den Rotoren zerfetzten Vögel ist erneuerbar. Keine Landschaft, in die solche Türme gestellt werden, die nur Arroganz und menschliche Überheblichkeit ausstrahlen, ist erneuerbar (es sei denn, man entfernt die Dinger wieder).

Wer das Gleichnis vom Turmbau zu Babel nicht kennt, sollte es nachlesen. Auch damals wollte man einen Turm bauen, „dessen Spitze bis zum Himmel reicht“ (Gen. 11,4). Wer aber so säkularisiert ist, daß er die Bibel nicht mehr anfaßt, sollte wenigstens lesen, was Umweltschützer zum Offshore-Windpark in der Nordsee zu sagen haben. Die längst zu Technologen verkümmerten Grünen interessiert das alles freilich nicht mehr.

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Der Ausspruch des Tages

Er kommt vom Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Hong Lei, der sich gestern zur Verschleppung des Künstlers Ai Weiwei geäußert hat:

China ist ein Rechtsstaat.

Gegen Ai Weiwei werde wegen „wirtschaftlicher Vergehen“ ermittelt.

Nach einer solchen „Ermittlung“ im August 2009 mußte der durch die chinesische Polizei durch Schläge schwer mißhandelte Künstler in München wegen seiner Gehirnblutungen notoperiert werden. Seine Familie, die wie üblich von dem Regime in Sippenhaft genommen worden ist und ständig überwacht und drangsaliert wird, hat also einen berechtigten Grund zur Sorge.

Ein kleiner Ratschlag nur noch für die chinesischen Behörden:

Es geht Euch, wie man an dem armen Ai Weiwei sieht, vor allem um die Köpfe der Untertanen. Aber, im Vertrauen gefragt: glaubt Ihr wirklich, daß Euch da das Zetrümmern des betroffenen Schädels langfristig hilft? So viele Köpfe könnt Ihr mit Euren Stöcken gar nicht einschlagen, wie neue, kritische, denkende Köpfe nachwachsen werden!

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Hessen Hessen Hessen Hessen Hessen Hessen …

Es scheint eine streng geheime Richtlinie beim Hessischen Fernsehen zu geben, daß in Eigenproduktionen des Senders im Titel zwingend das Wort „Hessen“ oder „hessisch“ vorkommen muß. Eine kleine Aufreihung, in kürzester Zeit zusammengestellt, mag das illustrieren:

Als Hessen fliegen lernte
Das große Hessenquiz
Das große Hessenschauquiz
Das hessische Küchen-ABC
Das hessische Schlemmer-ABC
Die 100 besten Hessenwitze
Die beliebtesten Berge der Hessen
Die beliebtesten Dialekte der Hessen
Die beliebtesten Fußballer der Hessen
Die beliebtesten Komiker in Hessen
Die beliebtesten Reiseziele der Hessen
Die größten Hessen
Die schönsten Kirchen in Hessen
Die schönsten Märchen der Hessen
Heimatgerichte aus Hessen
Herrenhäuser in Hessen
Herrliches Hessen
Hessen à la carte
Hessenlexikon
Hessenreporter
Hessens beliebteste Ausflugsziele
Hessens beliebteste Bauwerke
Hessens beliebteste Schauspieler
Hessens beliebteste Sehenswürdigkeiten
Hessens größte Fußballmomente
Hessens schönste Feste
Hessenschau
Hessenschauwetter
Hessentipp
Hessische Hoheiten
Hessische Oldtimerschätze
Hessische Osterbräuche
Hessische Wohnträume
Klöster in Hessen
Ostern in Hessen
Wandervolles Hessen.

Na, schwirrt Dir schon der Kopf vor lauter hessischen Hessen, lieber Leser? Ich könnte es Dir nachfühlen. Aber denke daran: wie gerädert wärst Du erst, wenn Du diese Sendungen auch sehen müßtest!

Es hat einmal eine Zeit gegeben (die ganz, ganz, ganz alten Zuschauer erinnern sich vielleicht noch daran), da war das Hessische 3. Programm (wie es damals noch hieß) ein Kultursender. Auch wenn man es gar nicht mehr glauben mag, aber damals konnte man die Sendungen tatsächlich ansehen, ohne ständig zu denken: Herr im Himmel, wer kommt denn auf die Idee, so einen billigen Schund zu produzieren! Die meisten der damaligen Macher sind lange verschwunden, aber einige tauchen doch hin und wieder einmal auf: Barbara Tietze-Siehl (unsere geliebte „Babs“), Frank Lehmann, Holger Weinert. Sie sind HR-Urgestein, und man merkt ihnen – anders als den Lifestyle-Moderatoren von Maintower usw. – die gründliche journalistische Ausbildung noch an. Jedes Wiedersehen mit ihnen ist eine Freude. Aber es ist auch traurig, daß viele Zuschauer diesen Unterschied offenbar gar nicht mehr bemerken.

Liegt diese Abwärtsentwicklung an den HR-Mitarbeitern, an den Moderatoren usw.? Ich glaube nicht. Viele von ihnen könnten viel besseres Fernsehen machen, sie haben durchaus die Statur dazu – aber man läßt sie nicht. Sie müssen öde Sendungen über Hessens beliebteste Bauwerke und Hessens größte Fußballmomente machen, und man vergeudet damit ihr Talent, nur weil man meint, daß man mit dieser totalen Guinnessbuchisierung des Programms ein paar Prozent auf der Quotenleiter emporklettert. Es ist eine armselige Strategie, denn so wird das Programm, und zwar in jeder Bedeutung des Wortes, nur eines: billig.

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GBS (zum zweiten)

Im Grunde besteht der Mensch ja nur aus Einzelteilen: ein paar Arme und Beine, eine Nase, viel Haut, zwei Augen, das Haupthaar usw.

Das ist für jeden, der nicht an der Goethe Business School (GBS) in Frankfurt studiert, ein echtes Problem. Wie setzt man das nur alles zusammen?

Hier schafft die GBS, wie sie auf ihren Internetseiten verspricht, schnelle Abhilfe:

Wir möchten Ihnen dabei helfen mehr zu werden, als die Summe Ihrer Einzelteile.

Das ist fein ausgedrückt. In Frankfurt werden unsere Teile also wieder zusammengesetzt, damit wir uns dann mit der „gesamten Persönlichkeit“ für unser Unternehmen einsetzen können.

Und wenn es mal nicht so klappt, dann hilft die GBS auch bei der Bewerbung:

Wir assistieren Sie durch Ihre erfolgreiche Bewerbung.

Ja, so steht es tatsächlich auf der Seite einer Schule, die Goethes Namen trägt. Was Goethe selbst dazu gesagt hätte? Nein, das schreibe ich hier nicht ein zweites Mal hin.

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Ab in den Knast (2)

Lesen Sie einmal aufmerksam diese Zeilen:

Stellen Sie sich eine Gruppe von Steinmetzen vor, die gemeinsam einen Stein bearbeiten. Sie schlagen abwechselnd etwa hundertmal auf den Stein ein, ohne dass dieser auch nur einen Riss zeigt. Beim einhundertersten Hieb bricht der Stein entzwei, als Zeichen für den Wert der gemeinsamen Leistung. Wir sind diese einhundert Schläge, Sie sind der einhunderterste.

Wer könnte sich wohl so einen Schmarrn ausdenken? Ein Ratgeberschinken aus dem Ramschladen? Ein leicht bekiffter Unternehmensberater? Westerwelle?

Alles falsch! Dieser Satz soll den Studierenden der Goethe Business School (GBS) die „Mission und Philosophie“ dieses merkwürdigen Instituts erläutern. Das Institut ist ein „Zentrum für Führungskräfteentwicklung der Goethe Universität Frankfurt am Main“. Der Urheber des Namens Goethe Business School ist übrigens noch auf freiem Fuß.

Was hätte wohl Goethe zu ihm gesagt? Ich weiß es:

Er kann mich im Arsch lecken. (1)

(1) Zit. nach der Erstfassung des Götz von Berlichingen, Münchner Ausgabe, München 2006, Bd. 1.1, S. 458.

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Ab in den Knast!

Christopher Jahns, gegen den am Montag wegen des Verdachts der Untreue ein Haftbefehl ergangen ist, war Chief Executive Officer der European Business School und Präsident des Supply Chain Management Institute.

Wenn man im Herzen des schönen Rheingaus eine solche Sprache führt, sollte das auch ohne jede Untreue schon als Haftgrund gelten.

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Ein Latein Wörter Buch

Diesen Text habe ich auf einer großen Internetseite gefunden, die Adresse möchte ich im Interesse des Autors lieber verschweigen:

Für das Verstehen eines Latein Textes, zum Beispiel in einem Latein Schulbuch, ist oftmals ein Latein Wörter Buch sehr hilfreich.

Ein Latein Wörter Buch.  Wunderbar!

In einer Anglistik-Vorlesung vor vielen, vielen Jahren hat übrigens unser Dozent davon berichtet, daß sich das Englische im Sprachbau immer mehr auf das Chinesische zubewegt, also von einer flektierenden zu einer isolierenden Sprache wird. Wir wollten ihm das nicht glauben.

Jetzt scheint sich die deutsche Sprache, befeuert von der neuen Recht Schreibung, an die Spitze dieser Bewegung zu setzen. Ob das für uns aber ein Freuden Tag ist oder ob wir besser eine Leichen Bitter Miene dazu machen sollten, mag der geneigte Leser selbst entscheiden.

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Morgenluft für die Windkraftlobby

Etwa zwei Drittel des deutschen Strombedarfs könne mühelos durch die Windenergie abgedeckt werden, meint Hermann Albers, der Präsident des Bundesverbands Wind-Energie.

Wie Deutschland aussehen wird, wenn es einmal soweit ist, mag ich mir nicht ausmalen.

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Kopf hoch, Ihr Griechen!

Bis vor kurzem hat kaum jemand gewußt, was Ratingagenturen sind. Jetzt kann man (nicht nur im Wirtschaftsteil) fast täglich von ihnen lesen. Sie heißen Fitch, Moody’s oder Standard & Poor’s – und entscheiden neuerdings über das Schicksal ganzer Staaten. Es sind kleine Unternehmen, die selbst finanzielle Interessen haben, aber die Weltgemeinschaft läßt es zu, daß sie mit ihren kryptischen Bewertungen ganze Länder ins Unglück stürzen.

Über den Stellenwert der Moral in der Wirtschaft muß man seit der letzten großen Banken- und Wirtschaftskrise eigentlich nicht mehr viel sagen. Aber daß diese Ratingagenturen auch heute noch mit einem Federstrich Länder wie Portugal, Griechenland oder Irland ruinieren können, spricht nicht für die Vernunftbegabtheit unserer europäischen Regierungen.

Nehmen wir Griechenland. Hier steht die Wiege der europäischen Kultur, hier ist das kritische Denken entstanden, das freie Philosophieren, hier haben die ersten Experimente mit echter Demokratie stattgefunden. Diesem kleinen Land haben wir fast alles zu verdanken, worauf wir in Europa stolz sind. Auch Paulus hat das Christentum erst nach Philippi, Korinth und Athen gebracht, bevor er nach Rom aufgebrochen ist. Der ganze Kanon der europäischen Leitkultur, über den soviel geredet wird, gründet auf griechischem Denken.

Und jetzt wollen wir diesen fragwürdigen und anonymen, durch keine demokratischen Wahlen legitimierten Agenturen mit ihrem ökonomischen Tunnelblick (um es einmal ganz vorsichtig auszudrücken!) erlauben, den Griechen den Garaus zu machen, sie immer wieder zu demütigen und sie endlich auf eine Stufe „unterhalb des Ramsch-Niveaus“ zu stellen, obwohl die griechische Regierung alle Forderungen der EU akzeptiert und in der Praxis umsetzt?

Wir sollten uns die freche Anmaßung dieser Agenturen nicht länger bieten lassen.

Und die Griechen sollten weiter (und jetzt erst recht!) stolz sein auf ihr Land, ihre Kultur, ihre Geschichte und auf die Schönheit ihrer Berge und Strände. Nicht sie sind auf einem „Ramsch-Niveau“, sondern diese Agenturen – und auch die europäischen Regierungen, die ihnen blind vertrauen.

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Schrill

Warum sind die Grünen nur so schrill geworden? Man hat das Gefühl, daß man von ihnen nur noch angeschrien wird.

Ein bißchen leiser! möchte man ihnen zurufen. Wenn man etwas zu sagen hat, muß man doch nicht schreien.

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