Noch sechs Tage – dann winkt er wieder

Aus gewöhnlich unzuverlässiger Quelle habe ich erfahren, daß der geheimnisvolle Winkemann von Berwang schon wiederholt bei Dehn- und Streckübungen gesehen wurde.

Seine Losung heißt also (wie die der englischen Pfadfinder): be prepared!

Da wo er stapft und winkt, liegen zur Zeit übrigens 60 cm Schnee.

Und wir müssen nur noch sechs Tage auf ihn warten!

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Alle Schiffspassagiere gekeult!

Sie haben es sicher gehört: auf einem Hotelschiff auf dem Rhein sind in der Nähe von Wiesbaden 67 Passagiere, vor allem Rentner, an dem hochansteckenden Norovirus erkrankt. Damit nicht noch mehr Menschen angesteckt werden, haben sich die Ärzte entschlossen, alle Passagiere – auch die gesunden! – sicherheitshalber zu  keulen. Ihre Kadaver sind inzwischen der Tierkörperverwertung zugeführt worden.

PS: Ich bitte um Entschuldigung – da habe ich doch zwei Meldungen verwechselt. Gekeult wurden die Tiere einer Geflügelzucht in Nordhessen, in der ein wenig ansteckender Typ der Vogelgrippe aufgetaucht war. Obwohl die Tiere, wie ein Sprecher des Landkreises Kassel sagte, „tierschutzmäßig wunderbar in Freilaufvolieren mit einem kleinen Teich“ gehalten wurden, hat man sie alle getötet – „sicherheitshalber“.

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Noch sieben Tage bis zum freundlichen Winkemann!

Der große Tag (am kommenden Samstag im Alpenpanorama von 3sat) liegt jetzt nur noch sieben Tage vor uns. Das Wetter soll nicht unangenehm sein, nur leicht bewölkt bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt – und natürlich liegt viel Schnee an der Bergstation.

Also: siebenmal werden wir noch wach …

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Mo Yan, der feine Herr Nobelpreisträger

Den Entscheidungen der Nobelpreiskomitees – besonders beim Friedens- und beim Literaturnobelpreis – wird oft Einseitigkeit vorgeworfen: man wähle die Preisträger aus westlicher und politischer Sicht aus. Davon hat man sich jetzt aber endgültig emanzipiert. Mit Mo Yan hat ein braver, staatstragender chinesischer Dichter den Nobelpreis für Literatur bekommen.

Vielleicht hat er ihn für seine Dichtungen verdient – das kann ich nicht beurteilen. Aber daß ein so hoch Geehrter auch nach seinen menschlichen, moralischen und politischen Auffassungen beurteilt wird, versteht sich von selbst, das ist auch allen seinen Vorgängern so ergangen. Es ist ja schließlich ein Unterschied, ob einer im warmen Nest, von der Obrigkeit hofiert und beschützt, seine Verse schreibt, oder ob er mutig und unter Einsatz seiner Gesundheit und seines Lebens gegen die Ungerechtigkeit kämpft.Wenn nun der aus dem warmen Nest, von der Regierung gehätschelt und gelobt, kein einziges mitfühlendes Wort findet für seine Kollegen, die in Gefängnissen und Straflagern sitzen, und zwar nur deshalb, weil sie unliebsame Texte geschrieben haben! – dann sollte er sich schon fragen, ob er den höchsten Preis verdient hat, den ein Schriftsteller bekommen kann.

Schon über einen kleinen, zarten Hinweis auf die mit brutaler Rohheit behandelten Kollegen hätte man sich gefreut – aber sie waren Mo Yan nicht zu entlocken. Im Gegenteil! Die Zensur, sagte Mo Yan am Donnerstag auf einer Pressekonferenz, sei ein „notwendiges Übel“ – und er verglich sie mit den Sicherheitskontrollen auf Flughäfen (hier nachzulesen). Zensur gebe es schließlich in jedem Land der Welt – nur der jeweilige Grad sei unterschiedlich. Auf die Frage, ob er für eine Entlassung seines zu elf Jahren Haft verurteilten Schriftstellerkollegen Liu  Xiaobo eintrete, meinte er nur:

Lassen wir das die Zeit entscheiden.

Aus solchem Holz ist also der neue Nobelpreisträger für Literatur geschnitzt. Ai Weiwei, der jeden Tag damit rechnen muß, daß er wieder verschleppt oder von amtlich bezahlten Schlägern halbtot geprügelt wird, sagte nur, Mo solle sich schämen.Und Patrick Poon, der das PEN-Zentrum unabhängiger chinesischer Schriftsteller in Hongkong leitet, meinte:

Daß ein Nobelpreisträger die Zensur unterstützt, kann auf keinen Fall akzeptiert werden. Wir alle sollten uns fragen, ob ein solcher Schriftsteller den höchsten Literaturpreis der Welt verdient hat.

„Mo Yan ist ein Zyniker“, schreibt auch Liao Yiwu, der einer langjährigen Gefängnisstrafe nur durch eine abenteuerliche Flucht nach Berlin entgangen ist. Und Herta Müller, die den Nobelpreis für Literatur 2009 erhalten hat, nennt die Entscheidung für Mo Yan eine „Katastrophe“:

Das ist eine Ohrfeige für alle, die sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen.

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Nur noch acht Tage – dann winkt er wieder …

Diese Seite ist werbefrei – und sie wird es bleiben. Darauf gebe ich Ihnen, meinen Lesern, mein Eherenwort, ich wiederhole: mein Ehrenwort.

Für den Winkemann von Berwang mache ich aber gern (und ohne jedes Entgelt) Werbung! Wenn er frühmorgens seine Arbeit an der Bergstation unterbricht, um auf seine unnachahmliche und freundliche Art dem Zuschauer zuzuwinken, dann ist der Tag gelaufen – in einem positiven Sinne, natürlich. He made my day, so drückt man das auf amerikanisch aus.

Also: achtmal werden wir noch wach …

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Lucia Puttrich, die Radler und der hessische Wald

Man kennt es von vielen Gemeinden, wo die Damen und Herren offenbar hinter ihren aufgeräumten Amtsschreibtischen sitzen und überlegen: was könnten wir jetzt einmal tun, um unsere amtliche Existenz zu rechtfertigen? Dann kommen die tollsten Straßen- und Baupläne zutage, die man eigentlich nur Schildbürgern zugetraut hätte. Und sagen Sie jetzt bitte nicht, das sei ein böswilliges Zerrbild, sonst schildere ich Ihnen einmal, wozu allein in unserem kleinen Städtchen die Stadtverwaltung schon fähig war.

Aber es gibt auch Ministerinnen und Minister, die offenbar gar nicht wissen, wohin mit ihrer gutbezahlten Zeit.

Nehmen wir einmal Lucia Puttrich. Sie ist die hessische Umweltministerin, und da hätte sie wirklich viel zu tun. Zum Beispiel könnte sie die ausgedehnten und immer noch wunderschönen hessischen Wälder vor der Verschandelung durch 200 m hohe Betonwindräder bewahren. Das will sie aber nicht, im Gegenteil: sie verlangt sogar, daß die Höhen des Rheingaus, also einer altehrwürdigen Natur- und Kulturlandschaft, so schnell wie möglich mit diesen Betondingern bestückt werden sollen. Aber damit ist sie noch nicht ausgelastet, denn sie hat ein neues Arbeitsfeld entdeckt: die Radler im hessischen Wald.

Nun kommt es sicher hie und da zu Konflikten zwischen Wanderern und Mountainbikern. Rüpel gibt es schließlich in allen gesellschaftlichen Gruppen. Wenn wir im Odenwald oder an der Bergstraße wandern, kann es schon einmal vorkommen, daß so ein Biker von hinten wie ein Geschoß auf einen zukommt, aber das ist doch eher die Ausnahme. Meistens hört man ihn von weitem, man macht ihm Platz, er bedankt sich – und das war es schon. Braucht man denn dafür allen Ernstes Gesetze und Verordnungen? Soll man den Rüpel festhalten, die Polizei rufen, die Personalien feststellen lassen?

Aber, wie gesagt, manche Ministerinnen haben viel freie Zeit. Also hat Frau Puttrich mit tatkräftiger Unterstützung ihrer Ministerialbeamten festgelegt, daß Radler im hessischen Wald künftig nur noch auf genau definierten Waldwegen fahren dürfen.

Und zwar sind das

befestigte oder naturfeste Wege, die von nicht geländegängigen, zweispurigen Kraftfahrzeugen ganzjährig befahren werden können.

Was über die Ministerin (zurecht!) hereingebrochen ist, kann man sich vorstellen, aber statt ihre Dummheit sang- und klanglos wieder abzuschaffen, hat sie einen langen Frage- und Antwortkatalog ins Netz gestellt und etwa die Kraftfahrzeuge im Sinne ihres Gesetzentwurfs als „Kleinstwagen wie ein Smart oder ein Polo“ näher beschrieben.

Ich habe jetzt zwar in meinen ganzen Leben noch nie einen Smart oder einen Polo auf einem hessischen Waldweg gesehen, aber – rein theoretisch – könnte es ja vorkommen!

Aber, um die Sache kurz zu machen, selbst eine hessische Ministerin merkt irgendwann, was für einen bescheuerten Mist sie gebaut hat.

Sie hat sich also mit verschiedenen Verbänden zusammengesetzt, und nach vielen, vielen Stunden „Textarbeit“ ist man zu einer sensationellen Erkenntnis gekommen:

Es gilt immer das Prinzip der gegenseitigen Rücksichtnahme. Der Schwächere hat Vorrang.

Und für diese Erkenntnis, die ja unter höflichen Menschen schon ein paar Jahrhunderte vor Frau Puttrichs Geburt bekannt war, haben

erstens: eine Ministerin
zweitens: zahlreiche Ministerialbeamte, und
drittens:
(unfreiwillig) etliche Natur- und Sportverbände

viel kostbare Zeit vergeudet.

Solche Ministerinnen braucht das Land!

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Wieder Tote in Kairo – „Den Christen die Augen herausreißen“!

Ich habe es vor ein paar Tagen vorhergesagt: wenn die demokratischen Kräfte in Ägypten wieder auf die Straße gehen (und sie haben weitgehend friedlich demonstriert), dann wird der islamische Pöbel aus dem ganzen Land herangekarrt, um Angst und Schrecken zu verbreiten. So ist es gekommen. Seit gestern machen die Islamisten in Kairo Jagd auf alles, was gegen den Gottesstaat ist. Die Armee schützt den Putschpräsidenten mit Panzern. Die Islamisten drohen der Opposition (so wörtlich) mit „äußerster Gewalt“, gleichzeitig will der vom Pharao nach dem Putsch eingesetzte neue Generalstaatsanwalt Prozesse gegen die Führung der Opposition, u.a. gegen El-Baradei, einleiten. Da soll offenbar kurzer Prozeß gemacht werden.

Und der Pharao, der nach seiner Wahl behauptete, er wolle der Präsident aller Ägypter sein? Er schweigt. Das ist ein feiner „Präsident aller Ägypter“, der erst alle Macht an sich reißt – und dann hinter den Mauern seines Palastes zusieht, wie das Land im Bürgerkrieg versinkt.

Ein besonders frommer Mann ist auch Abdullah Badr. Er ist Professor an der „angesehenen“ Universität Al Ahzar. Dieser Gottesmann, der ungestraft in ägyptischen Fernsehsendern reden darf, hat eine ägyptische Künstlerin als „Hure“ beschimpft (deswegen ist immerhin ein Verfahren gegen ihn anhängig). Wer gegen den Islam ist oder ihn auch nur anders auslegt als er, den nennt er regelmäßig einen „Hund“ und beruft sich dabei auf eine Sprachregelung des Propheten. Und was macht man mit solchen Hunden?

Wir werden ihnen die Zunge herausschneiden!

Wie gesagt: so redet ein Professor an einer angesehenen islamischen Universität. Kann man den moralischen Niedergang des Islam besser beschreiben?

Daß die Demonstrationen gegen den Putschpräsidenten Mursi von „den Christen“ geführt werden, steht für ihn natürlich fest. Wenn die Christenhunde dem Präsidenten aber auch nur ein Haar krümmen, dann (Sie können es sich vielleicht schon denken?)

dann reißen wir ihnen die Augen aus.

Das Ausreißen von Zungen und Augen und das Abhacken von Händen scheint diesen frommen Menschen recht viel Freude zu bereiten.

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Noch neun Tage – dann winkt er wieder …

Die winkemannlose, die schreckliche Zeit geht langsam zu Ende. In Berwang ist alles vorbereitet, es liegt viel Schnee an der Bergstation der Sonnalmbahn.

Also: nicht vergessen: am Samstag in einer Woche geht es los – wenn die Kamera richtig schwenkt und der Winkemann Zeit hat (3sat, gegen 8.34 Uhr).

Neunmal werden wir noch wach …

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Die CDU und die „Homo-Ehe“

Lisa Caspari von der Zeit ist sichtlich ungehalten: die „CDU duckt sich weg“, schreibt sie, und weiter:

Eine moderne Haltung der CDU zur Homosexualität ist ausgeblieben: Die steuerliche Gleichstellung von Homo-Ehen fiel auf dem Parteitag durch.

Ach ja – modern! Ist jetzt eigentlich nur noch modern, was Lesben- und Schwulenverbände verlangen? Für mich ist unser gutes altes Grundgesetz immer noch moderner als alles, was ich sonst kenne, und da steht in Art. 6 klipp und klar:

Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.

Die Ehe wird definiert als eine „auf lebenslange Verbindung gerichtete Gemeinschaft zwischen Mann und Frau“. Damit wird eine Lebensform vor dem Gesetz priviliegiert, aber genau das wollte der Gesetzgeber. Er wollte nicht, daß andere Formen des Zusammenlebens diskriminiert werden, aber es ist eben keine Diskrimierung, wenn man darauf besteht, daß eine Familie aus einem Mann, einer Frau und Kindern besteht.

Ist diese einfache Aussage jetzt schon verwerflich? Ist sie politisch nicht mehr korrekt? Darf die überwältigende Mehrheit keine Selbstverständlichkeiten mehr definieren? Dürfen jetzt nur noch die Minderheiten definieren, was eine Familie ist?

Ich habe es schon oft gesagt: ich war immer und bin auch jetzt noch strikt gegen jede Diskriminierung von Homosexuellen. Aber sie sind doch schon jetzt rechtlich nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz fast gleichgestellt, und sie haben mehr Rechte (und auch mehr öffentliche Anerkennung) als in den meisten Ländern der Welt.

Aber ich bin auch der Ansicht, daß niemand die Oberhoheit über die deutsche Sprache so einfach usurpieren kann. Was man unter „Ehe“ und „Familie“ versteht, unterliegt eben nicht der öffentlichen Diskussion zwischen Mehr- und Minderheiten, zwischen Linken und Rechten, zwischen Modernen und Altmodischen. Das sollte eigentlich auch eine Zeit-Redakteurin wissen.

Eines verstehe ich übrigens nicht: Schwulen und Lesben kann es mit der Gleichstellung gar nicht schnell und gründlich genug gehen – aber dann wollen sie doch immer mehr abgetrennte Bereiche, in denen sie unter sich sind. In Frankfurt zum Beispiel (wie zuvor schon in anderen Städten) gibt es dieses Jahr zum ersten Mal einen besonderen Teil des Weihnachtsmarkts, der auf Schwule und Lesben zugeschnitten ist (wie immer man das verstehen mag). Aber ist nicht gerade das diskriminierend? Sollen wir statt des einen Weihnachtsmarktes, auf dem sich alle immer wohlgefühlt haben, jetzt eigene Séparées für gesellschaftliche Gruppen einführen: einen Weihnachtsmarkt für Banker vielleicht, einen nur für Frauen, einen für Linkshänder usw.?

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Nur noch zehn Tage – dann winkt er wieder

Der Countdown läuft – in zehn Tagen ist es so weit: dann winkt er wieder, der Winkemann von Berwang. Dann hat, wer sich wie ich jeden Tag am Alpenpanorama von 3sat erfreut, einen festen Termin, denn um ca. 8.34 Uhr schwenkt die Livekamera über die Bergstation der Sonnalmbahn oberhalb von Berwang. Und oft (nicht immer, denn manchmal erfaßt die Kamera den Winkenden nicht!) sieht man dann den Winkemann, wie er die Zuschauer aus aller Welt freundlich begrüßt.

Schnee liegt inzwischen genug „da herob’n“, der Bär auf der Bergstation hat ein weißes Mäntelchen an – jetzt fehlt nur noch einer: der Winkemann.

Also: zehnmal werden wir noch wach …

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