Die „verlogene Kapitänin Rackete“ – Neues von der rechtsextremen Hetzseite „Politically Incorrect“

Ich war eigentlich nur auf der Suche nach dem Ursprung des Familiennamens Rackete (es wird vermutet, daß er auf das slawische rakita für „Korbweide“ zurückgeht) und stieß dabei auf die ganz offensichtlich rechtsextremen PI-News (über sie mehr in der Wikipedia). Es ist eine Seite, die mit ihren Beleidigungen und Haßbotschaften moralisch und vermutlich auch juristisch alles Hinnehmbare überschreitet.

Ein kleiner Auszug (noch Ekelhafteres im Artikel selbst und vor allem in den Leserkommentaren habe ich natürlich weggelassen):

Samstag Nacht crashte die deutsche Kapitänin eines NGO-Schleuserkahns unter holländischer Flagge, die Sea-Watch 3 mit Carola Reackete (31) aus Kiel, trotz Verbots mit 40 Asylbetrügern, die sie abgesprochen vor der libyschen Küste aufgelesen hatte, in den Hafen von Lampedusa und wurde erst mal festgenommen. Die Rotgrünen heulen künstlich auf allen Kanälen, unser linker Bundespräsident gibt auch seinen Senf dazu … Selbstverständlich dürfen auch die durch die Bank rotgrün-versifften Medien in ihrer permanenten Flüchtlings-Trance nicht fehlen.

So geifert der anonyme Verfasser in einem fort, Beleidigung reiht sich an Beleidigung. Auch der ermordete Walter Lübcke geriet 2015 ins Visier von PI. Die Wikipedia schreibt dazu:

Im Oktober 2015 veröffentlichte PI-News einen Kurztext, der den 2019 ermordeten Politiker Walter Lübcke falsch zitierte. Dazu gab der Blog Adresse und Telefonnummer von Lübckes Büro bekannt. Darunter erschien mehrfach Lübckes private Anschrift. Kommentare riefen dazu auf, „dort vorbeizuschauen“. Manche kündigten Lübckes Tod an („Der Kasper aus Kassel macht es nicht mehr lange“). Dann verbreitete PI Videoausschnitte aus einer Rede Lübckes und der Notiz „Abgelegt unter Volksverräter“. Darunter posteten in den Folgewochen hunderte deutsche und nichtdeutsche Kommentatoren Gewaltfantasien und Mordaufrufe.

Wie kann es sein, daß man Facebook, Twitter und Youtube kritisiert und gleichzeitig eine so abscheuliche Haßseite wie PI gewähren läßt? Dazu braucht man keine neuen Gesetze, man muß nur das Strafrecht konsequent anwenden.

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Sea-Watch kritisiert Deutschland

Deutschland, das forderte soeben Ruben Neugebauer, der Sprecher der Hilfsorganisation Sea-Watch, solle alle im Mittelmeer geretteten Flüchtlinge aufnehmen. Auf eine europäische Lösung zu warten, sei eine Ausrede und für „eines der größten und reichsten Länder der EU“ beschämend.

Dazu muß man doch einiges bemerken.

Deutschland hat, als andere Länder schon ihre Grenzen geschlossen hatten (manche weigern sich bis heute, auch nur einen einzigen Flüchtling ins Land zu lassen!), etwa eine Million Flüchtlinge aufgenommen. Das war eine richtige (und christliche) Entscheidung, in meinen Augen war es sogar die mutigste und beste Entscheidung in Merkels ganzer Amtszeit. Aber es hat gewaltige finanzielle und organisatorische Anstrengungen gekostet, und natürlich hat es auch zu sozialen Spannungen geführt.

Da empfinde ich es als geradezu dreist, wenn eine Hilfsorganisation jetzt ausgerechnet Deutschland in rüden Worten kritisiert.

Da sind Sie an der falschen Adresse, lieber Herr Neugebauer! Eine solche Kritik haben andere verdient, die osteuropäischen Länder zum Beispiel, deren Willkommenskultur sich bis heute auf die dankbar entgegengenommenen Gelder aus Brüssel beschränkt.

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Der unbegreifliche Erfolg der Grünen

Wenn ich viel Geld hätte, würde ich auf die Beantwortung dieser Frage ein Preisgeld von einer Million Euro aussetzen: wie es nämlich dazu hat kommen können, daß die Grünen allmählich zur größten und beliebtesten deutschen Partei werden.

Eigentlich kann man die Grünen nur wählen, wenn man entweder die letzten 30 Jahre ohne Kontakt zur Außenwelt in einer Höhle zugebracht hat, oder wenn man ohnehin (mit Musils Mann ohne Eigenschaften) dazu neigt, die Welt nicht mit dem Wirklichkeitssinn, sondern mit dem Möglichkeitssinn zu betrachten.

Möglich ist es nämlich, daß aus den Grünen einmal, wenn sie in der Lage ist, den linken Ballast abzuwerfen, eine Volkspartei wird. Aber ist es auch wahrscheinlich? Wohl eher nicht. Wahrscheinlich ist, daß nur ein spezifisch deutscher Idealismus, der brennende Wunsch nämlich, allezeit edel, hilfreich und gut zu sein, die Grünen so groß gemacht hat. Wenn man aber sieht, was die Grünen da, wo sie mitregieren, allein schon in der Schulpolitik angerichtet haben, wird man damit rechnen müssen, daß selbst der euphorisierte deutsche Wähler seinen Fehler bald einsieht.

Aber, wie gesagt: es kann auch anders kommen.

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Ein freundlicher Hinweiß

Da hat jemand eine Software von Microsoft gekauft, aber die beiden Aktivierungsschlüssel funktionierten nicht. Auf die Ankündigung, daß er eine negative Bewertung abgeben würde, erhielt der Kunde von der Firma folgende Nachricht:

Ich weiße Sie freundlich darauf hin, das Sie sich Strafbar gemacht haben. In dem Sie uns gedroht haben. Was Sie schreiben ist keines Falls haltbar. Sie sollten sich besser mit der Rechtslage auseinander setzen, um über die Thematik sprechen zu können.

Wohlgemerkt: das hat kein Hauptschüler geschrieben, sondern der für den Kundendienst zuständige Mitarbeiter einer Firma, die ihre Waren auf Amazon anbietet.

Vielleicht sollte er sich einmal mit der deutschen Sprache auseinander setzen? Auch ein Lehrgang über den Umgang mit Kunden könnte ihm nicht schaden.

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Wo gehört das Komma hin?

Auch wenn es ein Kampf gegen Windmühlen ist, man muß gegen die Verhunzung unserer Sprache immer wieder angehen.

Den folgenden Satz liest man heute auf Bild Online, Markus Lanz soll ihn an Annalena Baerbock und Robert Habeck gerichtet haben:

Ihr habt gerade mehr Autogramme geschrieben, als Rod Stewart als er bei uns war.

Jetzt überlegen wir alle mal, wo das Komma in diesem Satz wirklich hingehört!

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Der Witz des Tages – heute aus dem Munde der Frau von Storch

Also sprach Beatrix von Storch, die im Bundesvorstand der AfD sitzt:

Ich schlage Matteo Salvini für den Friedensnobelpreis vor, weil er eine erfolgreiche Politik der Stabilität für Europa und für die Rettung von Tausenden von Menschenleben vorgelebt hat, ein Beispiel, dem andere folgen sollten.

Narrhallamarsch!

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Die AfD-Anhänger – lauter arme Unschuldslämmer!

Wer die maßlose Hetze der AfD-Anhänger im Internet kennt (und die ist beispiellos in der deutschen Nachhkrigegeschichte), wundert sich nicht, daß jetzt ein Rechtsextremer zur Pistole gegriffen hat.

Es fängt nämlich nie mit dem Kopfschuß an – der steht am Ende. Am Anfang steht fast immer das Wort: das haßerfüllte, hämische, vernichtende Wort. Wenn man damit durchkommt, bastelt man kleine Galgen mit der Aufschrift „Reserviert für Angela Merkel“, deren Verkauf übrigens von der sächsischen Justiz ausdrücklich als nicht strafbar abgesegnet worden ist. Die Schmierfinken aus dem Umfeld der AfD (sie alle bekennen sich übrigens ganz offen und nicht ohne Stolz zu ihrer Partei) steigern ihre Hetze im Internet weiter. Dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis einer den Abzug drückt.

Eine solche Rohheit der Sprache wie im Umfeld der AfD hat es zuletzt in den „Bekennerschreiben“ der RAF gegeben. Aber das war eine kleine Gruppe, die – selbst wenn man ihre Unterstützer dazuzählt – nur aus ein paar tausend Menschen bestand. Die AfD sitzt mit 92 Abgeordneten im Deutschen Bundestag. Lippenbekenntnisse, daß man etwa den Mord an Walter Lübcke „auf das schärfste verurteilt“, mag glauben, wer will. Solange die Partei sich als politischer Arm der rechten Haßprediger geriert und sich als Opfer stilisiert, statt die Verantwortung für ihr Tun zu übernehmen, wird sie sich noch ganz andere Vorwürfe gefallen lassen müsssen.

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Trumps neuester Tweet – wie aus einem billigen Präsidententhriller

Nach dem Abschuß einer US-Drohne durch den Iran twittert Trump:

We were cocked & loaded to retaliate last night on 3 different sights when I asked, how many will die. 150 people, sir, was the answer from a General. 10 minutes before the strike I stopped it, not proportionate to shooting down an unmanned drone. I am in no hurry, our Military is rebuilt, new, and ready to go, by far the best in the world.

Ein Präsident, der nicht einmal die Wörter „sight“ und „site“ seiner eigenen Muttersprache unterscheiden kann, prahlt also mit seiner Menschlichkeit.

Drei Ziele im Iran waren schon für den Gegenschlag ausgemacht, die Waffen „cocked & loaded“, also geladen und entsichert, da fragte der Präsident zehn Minuten vor dem Angriff noch einmal nach, und zwar filmreif:

„Wieviele Menschen werden dabei sterben?“

„150 Menschen, Sir“, antwortete der General.

Zuviele Menschenleben nur wegen einer unbemannten Drohne.

„I stopped it.“

So ein Mensch ist der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Selbst nach drei Jahren kann man es immer noch nicht fassen.

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Gerhard Schröder – ein lupenreiner Lobbyist

Wer hätte gedacht, daß im Europa des 21. Jahrhunderts ein Regime auf die Idee kommen könnte, die bestehenden Grenzen unter Einsatz militärischer Gewalt zu verändern und sich ein Stück des Nachbarlandes einzuverleiben?

Und wer hätte gedacht, daß ausgerechnet ein prominenter Sozialdemokrat dazu sein verständnisvolles Plazet gibt?

So wird Gerhard Schröder zitiert (hier nachzulesen):

Die Krim ist altes russisches Territorium.

Man könne, so der Altkanzler weiter, „die juristische Auffassung vertreten, dass das nicht Abtrennung war, sondern eine durch die Bevölkerung genehmigte, also keine aggressive“ Handlung.

Man male sich einmal aus, was geschähe. wenn die Staaten Mitteleuropas nach dieser Maxime handelten. Sind nicht Schlesien, das Sudetenland und Ostpreußen „altes deutsches Territorium“? Und wer könnte nicht alles auf diese Art eine „Abtrennung“ Südtirols versuchen? Von Polen und dem Baltikum ganz zu schweigen!

Nein, was Schröder da äußert, ist nicht nur die kaum verbrämte Rechtfertigung eines beispeillosen Bruchs des Völkerrechts, es ist, wenn man bedenkt, daß Schröder als Ausichtsratsmitglied des russischen Ölkonzerns Rosneft in Putins Diensten steht, zugleich ein Zeichen des moralischen Niedergangs.

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Die Amseln singen wieder!

Jahrelang haben wir hier im Rhein-Main-Gebiet kaum mehr den Gesang einer Amsel gehört. Schuld war das tödliche Usutu-Virus, das ganze Generationen von Amseln dahingerafft hat.

Aber dieses Jahr singen sie wieder laut und kräftig, in allen Flötentönen!

Es gibt also doch noch gute Nachrichten.

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