Unbekannte Winkemänner in Berwang gesichtet!

Während der Original-Winkemann – the one and only winkeman, the real one! – noch in der Sommerpause ist, haben heute morgen tatsächlich zwei unbekannte Wanderer seine Aufgabe übernommen. Schon kurz nach acht haben sie gewinkt, und dann noch einmal zur klassischen Zeit um 8.33 Uhr.

Ob es ein Paar war, konnte man aus der Entfernung natürlich nicht sehen, aber es waren zwei. Einer hat vorn einen Stock (oder Schirm?) geschwungen, der andere, hinter ihm, ist fröhlich von einem Bein aufs andere gehüpft.

Ein wunderbares Intermezzo, denn bis zum Original dauert es noch ein bißchen.

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Ein Loblied auf die Höhle – oder: Über die Monstrosität der modernen Architektur

Im Regionalteil der gestrigen F.A.Z. findet sich eine reich bebilderte Seite über den hessischen Teil der deutschen Fachwerkstraße. Man sieht die schönen alten Häuser, und es kommt sofort ein wohliges Gefühl in einem auf.

Warum ist das so?

Ich erinnere mich noch gut an einen Fernsehbeitrag des wunderbaren Dieter Wieland, der in einem seiner klugen und erhellenden Beiträge in der Reihe „Bauen und Bewahren“ des Bayerischen Rundfunks über „Das Fenster“ eben diesen Unterschied herausgearbeitet hat: auf der einen Seite die seit den 60er Jahren als modern geltenden neuen Bauformen (Bungalows mit Flachdächern usw.) mit ihren riesigen, ungegliederten Glasflächen, auf der anderen Seite ältere Bauformen mit durchgängig gegliederten, meist geviertelten Fenstern. Fast jeder Mensch, der noch keinen ideologisch deformierten Blick auf die Architektur hat, wird das gegliederte Fenster vorziehen. Es hat eine natürliche Schönheit, die von dem dummen Big is beautiful noch nicht verdorben ist.

Ich habe nach dem Krieg mit meinen Eltern in einer Sozialwohnung gelebt, die damals selbstverständlich noch geviertelte Sprossenfenster aus Holz hatte. Da war der Trend, alles müsse hell und freundlich sein, noch nicht aufgekommen. Aber es war gemütlich!

Daß man in einem riesigen Wohnzimmer hinter einer riesigen Glasscheibe wohnt, als sei jeder Gegensatz von innen und außen aufgehoben, war damals noch undenkbar. Dann wurde es erst denkbar – und schließlich auch Realität. Der Trend geht bis heute ungebrochen weiter, die Glasflächen können uns gar nicht groß genug sein. Lichtdurchflutet sollen die Räume sein, aber macht das einen Raum auch (um dieses gute alte deutsche Wort noch einmal zu verwenden) wirklich gemütlich? Oder wollen wir es zuhause gar nicht mehr gemütlich haben? Wenn ich mir so manche Wohnung ansehe, die aus großflächigen, grellweißen Wänden und sonst nur aus Leder, Stahl und Glas besteht, bekomme ich Zweifel daran. Statt auf seine innere Stimme zu hören, hört man auf den Trend.

Eine Wohnung, das behaupte ich gegen alle modernen Präferenzen, ist in ihrer Kernfunktion immer noch das, was sie seit der Steinzeit war: eine Höhle. Sie muß, wenn der Mensch wirklich in ihr glücklich sein will, Schutz und Geborgenheit geben – deshalb darf sie nicht zu groß sein. Wohnzimmer, die mittleren Tanzsälen gleichen, mögen von Hochglanzzeitschriften gepriesen und propagiert werden, aber wirklich wohnen kann man in ihnen nicht. Ja, sie sind in allem geradezu das Gegenteil einer Höhle: statt den Raum auf allen Seiten zu begrenzen, lösen sie Innen und Außen auf, man lebt wie auf dem Präsentierteller.

Es wird hier die Tendenz zum immer Größeren sichtbar, die unsere ganze Gesellschaft und sogar die politische Gestaltung durchdringt. Big is beautiful heißt es deshalb, oder: think big! Alles soll immer größer werden, Unternehmen werden zu immer größeren Konzernen zusammengefaßt, und auch die Europäische Union wird bis zur völligen Handlungsunfähigkeit erweitert.

Dabei weiß man doch schon lange, daß der Mensch im kleinen und im großen vor allem Überschaubarkeit braucht.

Er will kein Rädchen in einem großen Uhrwerk sein, und er will auch in seiner Wohnung nicht leben wie in einem Museum oder einem Kunstwerk.

Beides macht ihn nur krank.

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Dem Limburger Bischof Tebartz-van Elst ins Stammbuch geschrieben!

Ein paar Zitate, ohne weiteren Kommentar, aus einer der ersten Predigten von Papst Franziskus, Gründonnerstag 2013:

Den guten Priester erkennt man daran, wie sein Volk gesalbt wird.; das ist ein deutliches Beweismittel. Wenn die uns anvertrauten Menschen mit dem Öl der Freude gesalbt werden, ist das zu merken – zum Beispiel, wenn sie aus der Messe kommen mit dem Gesicht dessen, der eine gute Nachricht erhalten hat. Die Leute mögen es, wenn das Evangelium so gepredigt wird, dass man die Salbung spürt, sie mögen es, wenn das Evangelium, das wir predigen, ihr Alltagsleben erreicht.

Der Priester, der wenig aus sich herausgeht, der wenig salbt, kommt um das Beste unseres Volkes, um das, was das Innerste seines Priesterherzens zu aktivieren vermag. Wer nicht aus sich herausgeht, wird, statt Mittler zu sein, allmählich ein Zwischenhändler, ein Verwalter … Genau daher kommt die Unzufriedenheit einiger, die schließlich traurig, traurige Priester, und zu einer Art Antiquitäten- oder Neuheitensammler werden, anstatt Hirten mit dem „Geruch der Schafe“ zu sein – das erbitte ich von euch: Seid Hirten mit dem „Geruch der Schafe“, dass man ihn riecht –, Hirten inmitten ihrer Herde und Menschenfischer.

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Janez Potočnik, ein wahrer botanischer Fachmann, will alle bösen Pflanzen ausrotten

Janez Potočnik, der slowenische EU-Kommissar, der für die Umwelt zuständig ist, hat die Nase voll. Er fordert einen großen Ausrottungsfeldzug gegen Pflanzen mit Migrationshintergrund.

Es geht ihm zum Beispiel um das bis 3m hohe Herkuleskraut, das eigentlich Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) heißt und aus dem Kaukasus stammt. Es enthält ein „phototoxisches Kontaktgift“, d.h. wenn man bei Sonnenschein  mit dem Pflanzensaft Kontakt hat, reagiert die Haut, wie man in der Wikipedia nachlesen kann, mit „Rötung, Juckreiz, Austrocknung und Schuppenbildung“. In (sicher seltenen) Fällen kann es auch zu schwereren Hautverätzungen kommen.

Der Herr Kommissar will jetzt (wie man es von den Kampfhundrassen kennt) eine Liste mit 50 Pflanzen zusammenstellen, die dann von der EU „verboten“ werden. Falls sie aber doch im Gebiet des Schengener Abkommens irgendwo verbotswidrig auftauchen, müssen sie gnadenlos ausgemerzt werden – sonst gnade ihnen Gott. Der Herr Potočnik, eben ein ausgewiesener Botaniker, weiß sogar, daß diese Eindringlinge jährlich einen Schaden von genau zwölf Milliarden Euro anrichten. Wie gut stünde die EU finanziell da, wenn es diese Pflanzen mit Migrationshintergrund nicht gäbe!

Jetzt wollen wir aber einmal Tacheles reden mit dem Herrn Kommissar. Pflanzen oder Tiere „auszurotten“, die sich fest eingebürgert haben, ist so gut wie unmöglich. Die Natur ist viel stärker und vitaler als der Mensch, ja mehr noch – sie beugt sich nicht einmal den Drohungen von EU-Kommissaren! Solche Vernichtungsfeldzüge haben nämlich schon viele vor ihm versucht, und niemand, wirklich niemand hat es je geschafft.

In einer mobilen Welt mit Schiffen und Flugzeugen ist die Ausbreitung von Pflanzen und Tieren nun einmal nicht zu verhindern. In einem Büro in Brüssel mag das möglich sein, in der Wirklichkeit nicht. Um das zu wissen, hätte übrigens ein Anruf in einem beliebigen botanischen Institut genügt.

Aber noch ein Wort zum botanischen Sachverstand des Herrn Potočnik. Er hat, wie man in der Wikipedia nachlesen kann,  Wirtschaftswissenschaften studiert und war dann Assistenzprofessor an der juristischen Fakultät in Ljubljana. In der EU wurde er zusammen mit Günter Verheugen „Erweiterungskommissar“, bevor man ihm 2010 das Umweltressort überließ.

Man sieht: ein wirklich fachkundiger Kommissar, der alles über Pflanzen und Tiere von der Pike auf gelernt hat.

PS: In Deutschland gibt es Hunderte von wirklich giftigen Pflanzen. Die müssen unbedingt auch alle ausgerottet werden, Herr Potočnik!

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Putin als Friedensengelein im Syrienkonflikt?

Als „überraschende Wende“ will uns die Presse den Versuch Putins verkaufen, seinen Verbündeten Assad in letzter Minute zu retten.

Er soll auf Rußlands Wunsch seine Chemiewaffen „abgeben“, liest man beim Spiegel, er soll sie „vernichten“, schreibt die Welt. Ja, was denn nun? Wenn er sie abgibt, ist das syrische Volk vor ihnen sicher. Wenn er sie ohne Kontrolle durch die Weltgemeinschaft vernichtet, kann er sein altes Possenspiel weitertreiben. Wer kann einem Diktator Glauben schenken, der Mörsengranaten und Raketen in seine dichtbesiedelten Städte abfeuert? Aber man muß darüber gar nicht diskutieren, denn Assad wird weder das eine noch das andere tun.

Ich sage es noch einmal: der Einsatz chemischer Waffen war nur der Höhepunkt seines Vernichtungskrieges gegen alles, was gegen ihn ist. Auch ohne diesen (natürlich besonders verwerflichen!) Einsatz gehört er als Kriegsverbrecher vor ein internationales Strafgericht.

Warum ist dieser Prozeß noch immer nicht eingeleitet worden?

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Schwarz-Gelb in Hessen blockiert die Windkraft? Ach, das wäre schön!

Wenn sich immer mehr Politiker in Wort und Schrift an die „Bürger draußen im Lande“ (früher) oder an die „Bürgerinnen und Bürger“ (heute) wenden, kann man davon ausgehen, daß Wahlen vor der Tür stehen. Die Werbung im Briefkasten vervielfacht sich, die Zahl der (inhaltlich und formal meist grottenschlechten) Werbespots in Rundfunk und Fernsehen auch.

Der Landesvorsitzende der hessischen Grünen, Tarek al-Wazir, hat sich auch bei uns gemeldet und in seinem Werbeblatt kategorisch gesagt:

So wie es ist, kann es nicht bleiben.

Das hat er zwar auf den Fluglärm rund um Frankfurt bezogen, aber es trifft den grünen Zeitgeist tiefer, als es auf den ersten Blick erscheint.

So wie die Schulen sind, so können sie nicht bleiben – das wäre ja noch schöner, wenn plötzlich eine Ruhe einkehrte, in der sinnvolles pädagogisches Tun wieder möglich wäre. Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen zeigen, was Rot und Grün anstellen, um möglichst viel Unruhe an die Schulen zu bringen.

So wie behinderte Kinder bei uns durch ausgebildete Fachkräfte gefördert werden, so darf es nicht bleiben. Wir schicken sie alle in eine Einheitsschule, damit beide – behinderte und nicht-behinderte Kinder – darunter leiden müssen.

Und vor allem: so schön, wie unser Hessenland ist, darf es auf keinen Fall bleiben! Deshalb betrachten wir den Wald von jetzt an als Industriestandort, zerstören seine Schönheit und Unberührtheit mit ekelhaften Windkraftmonstern (Kretschmanns „schönen Maschinen“)  und faseln, während die Windkraftlobby auf Kosten des Steuerzahlers satte Gewinne macht, von „Nachhaltigkeit“ und „Klimaschutz“.

Nur Schwarz-Gelb steht dem grünen Wind- und Sonnenparadies noch im Wege. Die hessische Regierung mit Bouffier an der Spitze, sagen die Grünen, betreibt eine Blockadepolitik gegen die Energiewende.

Ach, wenn das wahr wäre – Schwarz-Gelb hätte meine Stimme am 22. September sicher.

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Bischof Tebartz-van Elst und sein (verhinderter) Kommunikationsberater

Der neue Papst hat schnell gehandelt: während der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst nach seinem Rombesuch noch – etwas großspurig – von „größter Unterstützung und Solidarität“ aus dem Vatikan gesprochen hat, kommt jetzt Kardinal Lajolo nach Limburg, um nach dem rechten zu sehen. Höchste Zeit!

Der Bischof hat derweil versucht, sein Image mithilfe eines „Kommunikationsberaters“ zu verbessern. Der war freilich nicht diskret genug und erzählte der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung bereitwillig von dem „mehrstündigen Gespräch“ mit Tebartz-van Elst. Auch das Honorar für zwei Monate nannte er ohne Scheu: 16.000 Euro. Das war dem Bischof zuviel der Offenheit – zu der teuren Beratung wird es deshalb nicht kommen.

Über die vielen Asienflüge seines Generalvikars wird aber immer noch gestritten: waren sie jetzt dienstlich oder privat? Und wenn sie dienstlich waren, fragt man sich, wie die F.A.S. zurecht schreibt,

welche dienstlichen Obliegenheiten den Generalvikar eines kleinen deutschen Bistums immer wieder nach Asien führen mögen.

Das freilich möchte ich auch gerne wissen.

Zur Beantwortung braucht man übrigens keinen Kommunikationsberater, es genügt – die Wahrheit zu sagen.

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Berwang: nur noch drei Monate, dann winkt er wieder!

Auf den Almen ist es jetzt oft schon herbstlich frisch, und die Kühe müssen bald wieder zurück ins Tal. Auch die Sonnalmbahn von Berwang beendet am 13. Oktober die Sommersaison. Dann dauert es noch einmal zwei Monate, bis der Winkemann wieder winkt (fast täglich im Alpenpanorama von 3sat gegen 8.33 Uhr).

Also: von heute an sind es nur noch gut drei Monate bis zur neuen Saison des Winkemanns, die am 14. Dezember 2013 beginnt.

Da nehme ich sogar den Anblick von Schnee in Kauf, der mir (anders als vielen Menschen) sonst herzlich zuwider ist.

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Die Verschandelung der Natur- und Kulturlandschaft Rheingau rückt immer näher

Das Wiesbadener Unternehmen Abo Wind, das auf eine „17jährige erfolgreiche Unternehmensgeschichte“ zurückblickt, möchte dem schönen Rheingau jetzt endgültig den Garaus machen. Zwischen Lorch im Westen und Eltville im Osten sollen auf den Höhen insgesamt 26 Windkraftanlagen entstehen. Da man (nicht ohne Grund!) mit der Dummheit und Habgier der Menschen rechnet, sollen Teile der Windparks zusammen mit einer Genossenschaft errichtet werden, an der sich „jeder Bürger beteiligen könne“.

Wer also für dreißig Silberlinge an der Zerstörung seiner Heimat mitwirken möchte, mag sich getrost an diese Firma wenden.

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Die Inder greifen an!

Und schon im Jahr 2035 haben sie uns überholt, meint das Forschungsinstitut Prognos. Und auf welchem Gebiet? Bei den Vergewaltigungen? Bei der Zahl der unterernährten Kinder? Nein – beim Bruttoinlandsprodukt.

Ist das denn so schlimm? Geht es im Leben immer nur nach mehr? Mehr Einkommen, mehr Produktion, mehr Export? Was ist das für ein armseliger Blick auf die Welt.

Als Schopenhauer noch unter uns war, also im 19. Jahrhundert, galt ihm Indien als als das Land der Vergeistigung, als Land der frommen Hindus und Buddhisten. Und jetzt wird es also das Land des hohen Inlandsprodukts?

Wenn das der Fortschritt ist, dann sollten wir ihn Indien getrost überlassen.

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