Kulinarische Katastrophe auf der Frankfurter Buchmesse

Seit mehr als 40 Jahren besuche ich die Frankfurter Buchmesse, nur ganz selten habe ich sie versäumt. Auch am Samstag war ich wieder da, und es war wieder dasselbe Ärgernis wie jedes Jahr: spätestens nach zwei oder drei Stunden in den überfüllten Hallen muß man etwas essen und trinken, und dann steht man auf dem großen Platz und sucht nach einem Imbiß, um nach langem Anstehen wenigstens ein Würstchen zu bekommen. Man bekommt es – für 3,50€ das Stück. Für einen Plastikbecher Billigwein (0,2 l!) zahlt man 5,50€. Es sind angesichts der kulinarischen Qualität völlig inakzeptable Preise für billige Abfütterung, aber die Messegesellschaft, die ja die Verträge mit den Caterern aushandelt, denkt auch nach vielen Beschwerden in den vergangenen Jahren nicht daran, an diesen Mißständen etwas zu ändern.

Gestern hat es am Nachmittag einen kräftigen Regenschauer gegeben. Kaum ein Tisch war durch Schirme geschützt. Als es wieder trocken war und die Sonne herauskam, standen die Messebesucher mit ihrem Essen in der Hand ratlos vor nassen Tischen und Bänken und versuchten, mit Papiertaschentüchern wenigstens die Bänke einigermaßen zu trocknen.

Niemand von den Betreibern (jedenfalls, als ich da war) machte sich die Mühe, jemanden zum Trocknen der Tische und Bänke abzustellen.

Deutlicher kann man nicht zeigen, daß man es hier nicht mit „Messegästen“, sondern mit „Melkkühen“ zu tun hat, die man schnell abfüttert, um für schlechtes Essen und Trinken in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Profit zu erwirtschaften.

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Syrien oder: Ein Land wird geschlachtet

So wie Raubtiere über ein Lamm herfallen, so haben sich die Schurken der ganzen Welt entschlossen, Syrien zu zerfleischen. Sie machen es dem Erdboden gleich.

Da will keiner zurückstehen, da toben sich alle aus.

Allen voran Assad selbst, dessen Vater schon jeden Oppositionellen in seine Folterkeller geschickt hat (der Sohn hat das von der Pike auf gelernt!). Dann Putin: von Obama als Präsident einer „Regionalmacht“ erniedrigt, will er überall zeigen, daß er doch ein global player ist, und er tut es mit derselben Grausamkeit, mit derselben menschenverachtenden Brutalität, die er schon im Kaukasus, in Tschetschenien gezeigt hat. Auch der Iran kämpft wieder einmal mit (durch Berater und Bodentruppen), und jetzt mischt sich auch noch Erdogan ein und bombardiert ausgerechnet die einzigen, die wirklich und effektiv gegen den IS kämpfen: die Kurden.

Ihnen allen geht das Schicksal des syrischen Volkes, mit Verlaub, am A**** vorbei.

Es ist wie immer und  überall in der islamischen Welt: wenn irgendwo ein Machtvakuum entsteht (Libyen, Ägypten, Jemen, Syrien, Irak), dann wird es nicht, wie man eigentlich gehofft hatte, von demokratischen, liberalen Kräften gefüllt, sondern von Banditen, Mörderbanden, Terroristen – und schließlich von den Schurken aller Länder, die dem Land dann endgültig den Garaus machen. Während des „arabischen Frühlings“ hatte man noch von einer neuen, westlich und demokratisch eingestellten arabischen Generation geträumt. Dieser Traum war schnell ausgeträumt.

Das 7. Jahrhundert, so scheint es, siegt in den arabischen Ländern immer noch (und wahrscheinlich noch auf lange Zeit) über das 21. Jahrhundert.

Und die Friedfertigen unter den Muslimen schweigen und tun nichts, während die primitive, mörderische und kultur- und hemmungslose Fraktion ihres Glaubens überall die Macht an sich reißt.

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China, die Philippinen und Rußland – ein feines Trio

Der Präsident der Philippinen, Rodrigo Duterte, der seine Polizei angewiesen hat, Verbrecher ohne Prozeß einfach abzuknallen, möchte (statt der USA) neue Verbündete gewinnen:

Vielleicht gehe ich auch nach Russland und sage Putin, dass nun drei von uns gegen den Rest der Welt stehen: China, die Philippinen und Russland.

Ach, lieber Mörder-Präsident: da hast Du Dir die richtigen Verbündeten ausgesucht!

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Reichsbürger Naidoo?

Manches Interview von Xavier Naidoo zeigt, daß er den „Reichsbürgern“ zumindest nahesteht – so hat er etwa mehrfach die Existenz der Bundesrepublik Deutschland geleugnet, und er hat für die „Reichsbürger“ ein Konzert gegeben.

Jetzt würde mich schon einmal interessieren, was er zu dem jüngsten Mord an einem Polizisten sagt. Vermutlich würde er es halten wie unsere Muslime: wer so etwas tut, würde er wahrscheinlich sagen, wer so etwas tut, ist kein Reichsbürger!

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Die Tagesschau und die AfD

In der Tagesschau wird die AfD ab sofort nicht mehr „rechtspopulistisch“ genannt, weil die Zuschauer das, wie Chefredakteur Kai Gniffke mitteilte, als belehrend empfänden.

Also, ich meine, mit der Bezeichnung „rechtspopulistisch“ ist die AfD noch gut bedient gewesen.

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Die Zeitschrift Gala stellt die Frage aller Fragen!

Nämlich die (hier nachzulesen):

Jennifer Lawrence: Ist sie mit Darren Aronofsky zusammen?

Jetzt lebe ich vielleicht auf der Rückseite des Mondes, aber: wer ist Jennifer Lawrence? Und wer ist Darren Aronofsky? Und warum ist es so wichtig, ob die beiden zusammen sind? Fragen über Fragen!

Andererseits, wenn es gala.de schon im 18. Jahrhundert gegeben hätte, wäre eine ähnliche Frage denkbar gewesen:

Charlotte von Stein: ist sie mit Goethe zusammen?

Diese Frage, die damals die ganze Weimarer Gesellschaft bewegt hat, ist übrigens bis heute nicht entschieden.

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Wieder eine sensationelle Erkenntnis auf heilpraxisnet.de!

Nämlich die (hier nachzulesen):

Einer neuen Studie zufolge fördert das Gassi gehen die Gesundheit von Hundehaltern.

Das hätte ich jetzt aber nie für möglich gehalten. Wie gut, daß es solche Studien – und wie gut, daß es heilpraxisnet.de gibt!

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Heilpraxisnet.de, das männliche Glied und die deutsche Rechtschreibung

Das Gesundheitsportal heilpraxisnet.de wird immer mehr zu einer meiner Lieblingsseiten im Internet. Hier werden nicht nur die (unfreiwillig) komischsten medizinischen Studien beschrieben, es sind auch wahre Könner auf dem Felde der Orthographie am Werk.

Heute geht es um eine Studie über das beste Stück des Mannes (hier nachzulesen):

Männer fragen sich, was macht einen schönen Penis aus. Ist es die Länge, die Dicke oder die allgemeine Beschaffenheit? Sind es die Schamhaare oder das rasierte, dass Frauenherzen höher schlagen lässt?

Das Thema hat den (namentlich nicht genannten) Redakteur offenbar so erregt, daß er vergessen hat, die Rechtschreibprüfung seines Computers einzuschalten.

Also: wieder ein kleines stilistisches Meisterwerk von heilpraxisnet.de!

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Kennen Sie die pakistanische Landarbeiterin Asia Bibi?

Sie ist Christin, und sie sitzt in Islamabad in der Todeszelle.

Warum? Das kann man zum Beispiel auf den deutschen Seiten von Radio Vatikan (hier) nachlesen:

Asia Bibi, eine heute 50-Jährige Landarbeiterin, hatte im Juni 2009 während der Feldarbeit in ihrem Dorf für ihre muslimischen Kolleginnen Wasser aus einem Brunnen geholt. Zwei von ihnen beschwerten sich anschließend darüber, dass sie als Christin auch aus dem Gefäß getrunken und damit das Wasser verunreinigt habe. Außerdem habe sie den Propheten Mohammed beleidigt. Sie wurde daraufhin wegen Blasphemie angezeigt, verhaftet und im November 2010 in erster Instanz zum Tod durch den Strang verurteilt.

Schon die Tatsache, daß es überhaupt zu einer Berufungsverhandlung gekommen ist, statt die Ungläubige am nächsten Baum aufzuknüpfen, hat die Herren Muslime in Pakistan erzürnt. Sie stoßen Morddrohungen (auch gegen die Richter und die Regierung) aus und fordern die rasche Hinrichtung der Christin. Unter ihnen sind, wie es so schön und so schrecklich heißt, „150 sunnitische Kleriker“ – das zeigt, wie verkommen der Islam in vielen Länder heutzutage ist.

Und es bestätigt sich leider wieder einmal, daß fast alle barbarischen Verbrechen der letzten Jahrzehnte im Namen des Propheten begangen wurden.

Es muß endlich ein Ende haben mit der kläglichen Ausrede der Berufsmuslime in den Islamverbänden, wer so etwas tue, sei kein Muslim. So einfach kann man sich seiner Schuld nicht entledigen!

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Der Literaturnobelpreis für Bob Dylan – ein Fehlgriff

Darf ich meinen Lesern ein Geständnis machen? Ich liebe Bob Dylan, vor allem den Dylan der frühen Jahre, als er noch zur akustischen Gitarre und (unnachahmlich!) zur Mundharmonika sang.

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, als es hier in Deutschland außer der klassischen Musik, die in meiner Familie niemand gehört hat, nur den deutschen Schlager gab: also Roy Black, Freddy Quinn, Wencke Myhre usw. Das war die Popmusik der „Adenauerzeit“. Mitte der 60er Jahre kam dann eine Art Kulturrevolution: mit den Beatles und vor allem mit dem Folksongs aus England und Amerika. Es war vor allem der Folk, der mich damals geprägt hat: Woody Guthrie,  Pete Seeger, Judy Collins, Joan Baez – und natürlich Bob Dylan.

Da müßte ich doch eigentlich glücklich sein über den Literaturnobelpreis für Dylan. Aber ich bin es nicht, und ich finde vieles, was man heutzutage in den Feuilletons lesen kann, geradezu grotesk. Da wird Dylan mit Homer und Shakespeare verglichen, und viele der Hymnen, die unsere Feuilletonredakteure verfaßt haben, sind allenfalls autobiographisch zu begreifen.

In meinem Bücherregal steht heute noch ein Band mit den Dylanschen Liedtexten, zweisprachig amerikanisch-deutsch, erschienen 1975 bei Zweitausendeins. Wenn man darin ein bißchen stöbert, ist man schnell ernüchtert. Die Texte sind nämlich oft mit Metaphern überladen, und um große Lyrik (wie man es jetzt überall lesen kann) handelt es sich nun wirklich nicht. Es sind Texte, die nur im Zusammenspiel mit Dylans Stimme, mit seiner Musik ihre Kraft entfalten. Da freilich werden sie fast übermenschlich groß.

Aber es sind und bleiben Songtexte. Leider gibt es keinen Nobelpreis für Musik, und was sich heute so an Preisen für populäre Musik etabliert hat, belohnt fast immer nur den kommerziellen Erfolg.

Bob Dylan hat jeden Preis der Welt verdient, aber nicht den Literaturnobelpreis. Das ist ein Fehlgriff.

Ich weiß, das Feuilleton freut sich über alle Maßen, daß man in Stockholm den „engen Literaturbegriff“ gedehnt hat, aber (um die fast totzitierte Gertrude Stein noch ein weiteres Mal zu zitieren):

Literatur ist Literatur ist Literatur.

Und ein Songtext bleibt nun einmal ein Songtext, er wirkt nur zusammen mit der Musik. Ihn isoliert zu „lesen“ und als „Gedicht“ zu beurteilen, verstößt gegen sein Wesen.

Ich glaube, daß sich Bob Dylan darüber im klaren ist. Zum Preis, der ihm so unverhofft zugesprochen wurde, schweigt er immer noch. Aber zur Generalsekretärin des Nobelpreis-Komitees, Sara Danius, die ihn in Stockholm gepriesen hat, würde er vielleicht sagen:

No, no, no, it ain’t me, babe,
It ain’t me you’re lookin‘ for, babe.

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