Was ist los im Alpenpanorama von 3sat? Eine defekte Kamera in Berwang, Farbenspiele am Neusiedler See und eine immergraue Stadt am Ende der Sendung

Der legendäre Winkemann von Berwang macht sicher schon seine ersten Kraft- und Lockerungsübungen, denn in gut einem Monat ist es soweit – vom 14. Dezember an, wenn sich die Sonnalmbahn in Bewegung setzt, winkt er wieder, immer morgens gegen 8.33 Uhr im Alpenpanorama auf 3sat. Umso besorgniserregender, daß seit ein oder zwei Wochen die Kamera dort nicht mehr schwenkt. Ein Defekt? Starr ist sie auf Berwang gerichtet, schwenkt und rührt sich nicht und verbirgt die Bergstation vor unseren Blicken.

Ein dringender Appell deshalb an 3sat: unbedingt reparieren, bevor die Winkesaison beginnt!

Der große Lichtblick beim Alpenpanorama ist zur Zeit der Neusiedler See. Wer die Sendung über Wochen und Monate verfolgt hat, kann sich gar nicht genug wundern über die wechselnden Farben dieses Steppensees an der österreichisch-ungarischen Grenze. Die Kamera ist vom Schwimmbad in Podersdorf auf den See gerichtet, genau auf den Steg mit Café und Leuchtturm, an dem die Fähre von Rust anlegt.

Aber die Farben! Jeden Tag sind sie anders – vom tiefen mediterranen Blau über Pastelltöne in Grün und Türkis bis zum dunstigen, alles verschluckenden Milchweiß. Manchmal sieht man Rust auf der anderen Seite des Sees mit klaren Konturen, dann wieder ist es im Nebel ertrunken, und See und Himmel sind eins, ohne jeden sichtbaren Horizont. Und auch die Wasseroberfläche wechselt von Tag zu Tag: einmal ist sie vom Wind aufgepeitscht, mit Schaumkrönchen und Gischt, die ans Ufer schlägt, an anderen Tagen liegt der See still und unbewegt da, und es regt sich kein Blatt an den Bäumen am Ufer.

Aber es gibt beim Alpenpanorama auch einen Wermutstropfen.

Jahrelang war am Ende jeder halben Stunde ein Ort am Mittelmeer zu sehen, erst Almunecar und Cambrils in Spanien, dann hübsche, kleine Städtchen in Kroatien mit Zypressen und Aleppokiefern. Das war gerade im Winter, nach so viel Schnee und nach all den Skifahrern, die aus den Bergstationen herausquellen, ein schöner Kontrapunkt.

Und jetzt? Seit anderthalb Jahren sieht man am Ende nur noch Genf. Die Stadt am See hat sicher ihre schönen Seiten, aber die sieht man nicht. Durch den Standort der Kamera wirkt sie immer grau und häßlich, und die Sendung endet so langweilig wie nie zuvor.

Deshalb mein zweiter Appell an 3sat: vergeßt endlich Genf! Und zeigt uns wieder, wie früher, das schöne Mittelmeer!

Dieser Beitrag wurde unter Fernsehen und Presse veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.