Vernunftkraft statt Windkraft

Es ist immer eine große Freude, wenn man sieht, daß es noch intelligente und tatkräftige Menschen gibt, die auf das Geschwätz von „Nachhaltigkeit“ und „Energiewende“ nicht hereinfallen – und etwas dagegen tun.

So ein Mensch ist Kerstin Schultz. Sie ist Professorin an der Hochschule Darmstadt – und sie kämpft seit Anfang des Jahres gegen Windmühlen. Sie will, daß es mit der Zerstörung unserer schönen Mittelgebirge nicht weitergeht. Allein in Deutschland sollen sich einmal 60.000 (!) Windkraftanlagen drehen. Unser Land, das (gerade in Hessen) so reich an natürlicher Schönheit ist, wird man dann nicht wiedererkennen.

Deshalb hat die Darmstädter Professorin eine Resolution gegen die Zerstörung unserer Landschaft ins Netz gestellt. Sie wirbt für eine „intelligente und zukunftsweisende Gestaltung der Energiegewinnung in Hessen und Deutschland“. Schon jetzt haben 11.000 Menschen ihre Petition unterschrieben. Zur Zeit kommen täglich (hier nachzulesen) zwischen 50 und 400 Unterzeichner dazu.

Auf der Internetseite der Professorin (hier) können Sie den Aufruf nachlesen und auch gleich unterschreiben. Unter anderem schreibt sie:

Wir möchten wertvolle Natur- und Tierschutzgebiete in Hessen davor schützen, einer willkürlichen und rein wirtschaftlich motivierten kommunalen Flächenplanung für Windkrafträder zum Opfer zu fallen. Wundervolle alte Wälder und fast unberührte Täler, wichtige Naherholungsgebiete und historische Kulturlandschaften dürfen nicht zum Opfer energiewirtschaftlicher Ausbeutung werden. Windkraft bringt alternative Energie – das ist richtig, aber sie zerstört auch … die Langzeitfolgen für Mensch und Natur werden ignoriert oder verharmlost.

Darüber schreibe ich nun schon seit Jahren – und es ist mehr als erfreulich, wenn man sieht, daß man doch nicht ganz allein ist.

Bei der Ausweisung der Gebiete, schreibt Frau Schultz, scheine es keine Grenzen mehr zu geben:

„Die moralische Verpflichtung, Energie zu produzieren, wird höher veranschlagt, als Natur und Landschaft zu schützen.“ Rheinland-Pfalz wolle die Windenergienutzung sogar auf einem europaweit bedeutsamen Schutzgebiet zulassen. In Nord- und Osthessen seien bis zu 800 Anlagen geplant, für die 9600 Hektar Wald weichen müssten. Angesichts dieser „ökologischen Katastrophe“ sei ein Moratorium nötig:

„Landschaft, Natur und Klima dürfen wir nicht nur unter dem einzigen Aspekt der Effektivität und Ausbeutung betrachten.“ Der Wert der Landschaft bemesse sich in der Freude und Demut vor der Natur, in der Erfahrung und sinnlichen Erfahrbarkeit. Daher müsse Landschaft eine Tabuzone für menschliche Überplanungen bleiben. Die Parteien wie die Umweltverbände seien weitgehend festgelegt und neigten zur Polarisierung nach dem Motto, zur Energiewende gebe es keine Alternative. „Polarisierung ist aber ein Armutszeugnis. Man muss differenziert denken dürfen“, sagt Schultz, die sich für eine Energiewende einsetzen will – aber eine mit „Vernunftkraft“.

Dem ist nun wirklich nichts hinzuzufügen.

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